ble Alpen, dieses Interesse für. die Touristik in die weitesten Kreise verpflanzt zu haben, überhaupt die wissenschaftliche und touristtsche Erschließung der Alpenwelt in eine neue Phase gebracht zu haben, ist und bleibt daS Verdienst jenes Vereins, ter um die Wende jener ewig denkwürdigen Zeit, als nach einem Heldenkampse ohne Gleichen der stolze Bau deS deutschen Reiches begründet wurde, mit einer friedlichen Kundgebung aus einem anderen Gebiete von der riefinnerltchen Tüchngkeit und Rüstigkeit deS deutschen Volkes, von seinem idealen ästhetischen Slnne, dem als des Gesetzes erste Erfüllung die „Liebe" gilt, beredtes Zeugntß ablegen sollte, denn in jene, jetzt durch JnbiläumSerinnerungen verherrlichte Zeiten fällt auch die Eonstiruirung deS deutsch österreichischen Alpenvereins. Zwar hatte schon vor nunmehr 33 Jahren (Frühling 1862) die erste Anregung zu einem inS Leben zu rufenden Alpenverein zunächst öfterreichischerseitS, speciell in Wien, ein kühnes und energisches Häuflein alpenbegeisterter Herren einander näher geführt, deren jugendfrische Rührigkeit und mahnender Weckruf bald freudigen Widerhall in den für den Alpensport sich interessirenden Kreisen fand, so daß um diese geschäftigen Pioniere bald eine stattliche Zahl gleichgesinnter Männer zu freiwilliger HeereSfolge sich schaarte und schon aus Grund eine- in allgemeinen Umriffen gehaltenen Programms, wonach durch die anzuftrebcnde BereinSbildung die Kevntniß der . Alpenwelt verbreitet und erweitert und ihre Bereisung er« I leichtert werden sollte, sich zu einer zu consttruirenden Haupt« Versammlung in Wien am 19. November 1862 nicht weniger al« 627 Alpenfreunde zusammenfanden. Diese Kerntruppe o-rftand es, dank einer trefflichen Leitung, dem vorschwebenden Ziele kühn entgegenzustreben und eroberte sich nach Heber« windung mancher Schwierigkeiten von Jahr zu Jahr durch ihre vortreffliche Thätigkeit immer mehr Terrain in einem gewaltigen SiegeSzug, dessen einzelne Etappen genau zu ver« tolgeu insofern eine lohnende Aufgabe ist, als man mit proßer Genugthuung die dem deutschen t olke innewohnende gemüthvolle Tiefe der liebevollen Hingabe an die ewig erhabene Mutter Natur in großartiger Weise kennen lernt.
Wenn man jetzt, wie von einer sicher erklommenen Bergspitze auf die von dem Alpenveretn zurückgelegte Wanderung derabschaut, so wird man der Wahrheit deS Dichterwortes 'nne, daß der Mensch erst mit seinen höheren Zielen wächst, denn waS ist in diesem Falle geschaffen und erreicht infolge der Begeisterung zur Sache! Bet Verfolg der Würdigung dieser Thätigkeit in den ersten Jahren dürfen wir nicht vergessen, daß wir unS im Wesentlichen noch auf österreichischem Boden bewegen und gleichsam einer MarkirungScommtssion zu folgen haben, deren sichtlich aufgestellte Merkstetne uns nach zwei Richtungen hin die Wege weisen, die sich nach zwei Richtungen hin zwar zeitweise trennen, um schließlich jedoch wieder ineinander zu gehen und auf ein Ziel dann gemeinsam hinauSlausen, es ist das die ideell wissenschaftliche Seite, der sich dann als Gegengewicht auf einem reichen ArbeitSselde die praktischen Aufgaben im Laufe der Zett gegenüberstellen.
Der Schwerpunkt lag -jedoch vorläufig auf ersterem Gebiete, weil von vorwiegend wissenschaftlich gebildeten Männern und aus literarisch thätigen Kreisen heraus der erste Impuls zu der Gründung des Vereins gegeben war, während die Gegenströmung sich dann aber umsomehr ®eL tung verschaffte, als cS doch geboten schien, nicht fernab von dem Alpengebiete in dem Sitze einer centralisirten Organisation sich in die nebelgrauen Theorien reiner Wissenschaftlichkeit zu verlieren, sondern dem eigentlichen Felde der Thätigkeit näher zu rücken und hier dtrect etnzugreifen. Wie sehr daher auch die literarisch - wissenschaftlichen Leistungen mit ihren besten Kräften, die mit Liebe und Energie sich der Sache aanahmen, ihre vornehme Aufgabe glänzend erfüllten und namentlich in den Jahren 1863/64 durch ihre zwei Bände Mittheilungen und alsdann vom Jahre 1865 ab durch neun Bände eines Jahrbuches hindurch in einer Fülle reichhaltiger Aussätze nach hieser Richtung bestens zur Geltung kamen, so war man doch nun auch andererseits jetzt unerläßlich Darauf bedacht, immer weiter ernste Mahnungen zur Inangriffnahme praktischer Arbeiten ergehen zu lassen und betonte nunmehr, daß „ein Alpenverein vornehmlich in den Alpenländern selbst starke Wurzeln fassen müsse." Sollte sich der Verein lebensfähig erhalten, sollte er nicht zu einem rein literarisch-wissenschaftlichen Verbände nach Art einer geographischen Gesellschaft erstarren, so müßte die Gegenströmung nunmehr stärker hervortreten und namentlich nach der zur Selbstthätigkeit der Bevölkerung anregenden Seite bin trotz des Vorwurfes, daß man „demokratisire", festen Fuß zu fassen sich ernstlich bemühen, denn erst auf d'esem gesunden Nährboden verpflanzt, konnten die festen Wurzeln erfreulich gedeihen. So traten bald die wichtigen Fragen der praktischen Touristik in den Vordergrund und fanden jetzt von allen Seiten warme Fürsprache, namentlich aus deutschem Gebiete, speciell in dem Kreise der Münchener Alpenfreunde, deren Streben durch zahlreiche Gefinnungs« genossen aus allen Gauen Deutschlands thatkrästig unter« ftüjjt wurden. War ihr Augenmerk namentlich aus eine erleichterte Bereisung der gesummten deutschen Alpen gerichtet, so wolle man keineswegs auch den andern Gesichts- punkt, der auf eine Durchforschung des Alpengebietes ab- i CCir öernadjläfftgt wissen, sondern auch dieser sollte in periodischen Schriften gebührende Berücksichtigung finden. Besonders erscholl denn auch zu jener Zeit zum ersten Male alS Gegenruf gegen die bisherige Centralleitung daS in der Folgezeit für die Entwickelung des Vereins so vollwichtige Wort „(scction*, womit die vorwärts treibenden Kräfte diese unzuträgliche Einseitigkeit beseitigt wissen wollten und unter gebührender Berücksichtigung aller der in den Einzelsectionen dem gemeinsamen Ganzen doch schließlich zu Gute kommenden Emzelbestrebungen ein gemeinsames Band um die alpinen F"unde der Donau und am Rhein, von der Nord- und Ostsee biS zur Adria jetzt zu festigen sich ernstlich bemühten. Der deutsche Alpenverein sollte „alle Verehrer der erhabenen Alpenwelt" in sich vereinigen, mögen sie die deutschen Alpen I
Gießen, den 3. August 1886.
♦♦ Deutsch Oesterreichischer Alpeuverein. Am Donnerstag Abend wurde unter Leitung des Herrn Vereinspräsidenten die monatliche Sitzung des Deutsch Oesterreichischen Alpen- oereinS abgehalten, in der als zeitgemäßes Thema ein Vortrag über „den Deutsch-Oefterreichischen Alpen- verein und seine Aufgaben" gewählt war. Bei dem oorauszusetzenden Interesse an den Tendenzen dieser Corporation wurde angeregt, den Inhalt dieses pro domo gehaltenen Vortrags durch Abdruck im Gießener Anzeiger (Mit dem Abdruck wurde bereits vorstehend begonnen. Red.) zu allgemeiner Kenntniß zu bringen, weshalb wir unS eineß weiteren Referats über die den Vereinszwecken gewidmeten Ausführungen hier enthalten und nur daraus mit Genug« ihuung hervorheben wollen, daß die Mittheilung über das Wachsen und Gedeihen dcS Vereins um so freudiger begrüßt wurde, als nach den an der bezüglichen Stelle näher auS- geführten Statutsbestimmungen eS in diesem Jahre dahin gebracht ist, daß die Gießener Section (83 Mitglieder) die verhältnißmäßig starke Zahl von 8 Stimmen für die Maß- nahmen der in diesem Jahre zu Salzburg tagenden General ! Versammlung erreicht hat. Im geschäftlichen Theile des Abends wurde daher letztere Angelegenheit einer näheren Besprechung unterzogen und die Wahl zur Vertretung auf der Generalversammlung vorgenommen, überhaupt diese wichtige Vereinsangelegenheit zu allgemeiner Befriedigung geregelt. Bei der nahe bevorstehenden Abreise eines größeren Theils der Vereinsmitglieder in das alpine Gebiet hielten auch diesmal die touristischen Besprechungen, namentlich über die für die Alpenreise so wichtige Ausrüstungsfrage, die Mitglieder noch längere Zeit im Vereinslocale zusammen, man nahm aber auch noch nicht osficiellen Abschied von einander, da ja sür den an diesem Sonntage stattfindenden Ausflug des Vereins nach Dillenburg (Abmarsch 5 Uhr von der Lahnbrücke) noch einmal Gelegenheit geboten ist, sich in größerer Zahl zusammenzufinden.
** In einer gestern Abend in „Röhrles Bierhalle" stattgehabten Volksversammlung trat Frau Schneider aus Köln als Rednerin auf. Dieselbe verbreitete sich über baß weite Gebiet der Forderungen, welche die Socialdemokratie im Allgemeinen, die organisirte Arbeiterschaft im Besonderen erheben, um die in der gegenwärtigen Gesellschaftsordnung bestehenden Gegensätze in materieller, geistiger und socialer Hinsicht auszugleichen. Rednerin empfahl, nachdem sie sich eingehend über die Arbeitslosigkeit, Bedrückung der Arbeiter, die geringen Arbeitslöhne und daraus folgende Kaufunfähigkeit und Ueberproduction, das moderne Unternehmerthum, das Familienleben der Arbeiter, die Bestrebungen, die Arbeiter im Denken und Fühlen niederzuhalten usw. ausgesprochen, Beitritt zu den Arbeiterorganisationen. Namentlich forderte sie auch für die Frauen daß CoalitionSrecht, denn gerade die Frauen seien es, welche unter den heutigen Verhältnissen litten, fie forderte ferner sociale und politische Gleichstellung der Frauen mit den Männern, Anstellung weiblicher Fabrik- Jnspcctoren usw. — Herr Scheidemann zeichnete hierauf die Schäden der Kinderarbeit und betonte die Nothwendig- keit, daß die Arbeiter nicht nur gewerkschaftlich, sondern auch politisch zu organifiren seien. Eine Resolution, in welcher neben dem Einverstündniß der Versammlung mit den Ausführungen der Rednerin erklärt wird, daß die politische und gewerkschaftliche Organisation das einzige Ziel sei, um das arbeitende Volk von dem Druck der Lohnsclaverei zu befreien, wurde angenommen.
** Anschütz' Bilder. Für Schüler und Schülerinnen wird am Sonntag, den 4. August, Vormittags ll’/4 Uhr ein Sondervortrag in Steins Garten von Herrn Dr. Emil Kindler über „Bilder aus dem Leben" gehalten werden. Die Ottomar Anschütz'schen Meisterwerke, welche hierbei gezeigt werden, bilden ein vorzügliches Studienmaterial für den Geschichte- und Anschauungsunterricht, sowie speciell der Thierformen und Bewegungen. Dieser Vortrag ist den vier ältesten kaiserlichen Prinzen in Berlin gehalten worden. Wie die Prinzen sich amüsirt, zeigte der Applaus, welchen sie Herrn Anschütz zollten. In dem DankeSschreiben, das Herrn Anschütz vom Ober Gouverneur der kaiserlichen Prinzen zuging, heißt eß u. A.: „ES ist ausrichtigst zu wünschen, daß Herrn Anschütz die Anerkennung auch in der deutschen Schule zu Theil werde." Die Abschrift dieses Schreibens, sowie eine Empfehlung dcß Vortrages durch die Professoren vr. Küstermann und Schaper wurde heute den Directoren der hiesigen Lehr- anftalten zugestellt. Wir verweisen auf das Inserat in unserer heutigen Zeitung.
* * Zm Echwan'scheu Thierpark sind zwei auf der Wiß« marer Jagd eingefangene junge Fischottern untergebracht. Eine DachShündin hat sich der noch blinden Thierchen liebevoll angenommen.
* • Unterschlagung. Gegen den wegen Diebstahl in Hast befindlichen Zahntechniker Betz, welcher wegen seines Geisteszustandes vorerst vorn hiesigen Kreisarzt beobachtet wird, ist eine weitere Anzeige wegen Unterschlagung ein« gegangen. Derselbe soll etn leihweise entnommene« Fahrrad verkauft und den Erlös in seinem Nutzen v:rbraucht haben.
• * Unreifei Löst. Auf dem heutigen Wochenmarkt wurde daß zum Verkauf gebrachte Obst :c. einer polizeilichen Revision unterworfen, wobei eine größere Parthie unreife Aepsel, Dirnen und Pflaumen vorgesunden und beschlagnahmt wurden.
selbst bewohnen, möge eß ihnen auch nur zeitweise vergönnt fein, diese zu besuchen, mögen sie, etner Fachw ffenschaft fern stehend, einen offenen Sinn mitbringen für die unvergeßlichen Eindrücke der HochgebirgSnatur, deren läuternde und verjüngende Kraft erkannt zu haben, zu den schönsten und edelsten Errungenschaften de« deutschen Geistes gezählt werden muß."
(Fortsetzung folgt).
* Bon unseren Schützen. Heute vor 25 Jahren erlich der hiesige Schützeuoerein an alle waffenfähigen hiesigen Jgng. linge und Männer eine Aufforderung, sich waffenkundig machen und an den Schießübungen des Vereins, der Waffen und Munition zur freien Verfügung stellte, theilzunehwev. Ein weiteres Ersuchen ging an die früheren Mitglieder Betheiligunfl bczw. leihweise Ueberlaffung von Gewehre-. Der erste Schießtag wurde auf den 8. August festgeiep. Daß die vom Schützenverein damals im Waffevhand»erk unterrichteten Jünglinge usw. noch Gebrauch von ihrer We^« Hastigkeit machen konnten, ist unwahrscheinlich, denn die Si:». der deutschen Armee folgten zu rasch aufeinander. Aber^ gute Wille der Schützenbrüder war da.
* • Amerika verstorbene tzeffeu. New-Yor k Eit. Constant Gabel, 74 Jahre alt, aus Ober Olm- Anna JH Ehefrau von Philipp Waffung aus Mainz- Wlttwe Inn Blyn geb. Sternermann, 66 Jahre alt, auß Hähnln». Br o o klyn, N. D.: Heinrich Hoelscher aus Alsfeld. Univ, Hill, N. I.: Peter Thomaß auß Eberstadt bei Darmstadt New-Hafen, (Sonn: Jacob Leyerzapf, 72 Jahre alt, 04 Butzbach. Ar lington, O.: Johanneß Böbm, 38 Inder alt, auß Gadernheim. Cleveland, O.: Heinrich Klautz, 65 Jahre alt, aus Wallertheim. Dayton, O.: Andrea; Ritzert, 60 Jahre alt, aus GernSheim. F 0 un tain City, WiS.: Adam Hotz, 60 Jahre alt, aus Wallbach. Lowell, O.: Frau Catharina Pfeil, 84 Jahre alt, auß Heimertshausen PittSburg, Pa : Wittwe Anna Elisabetha Emich geb. Be«, 63 Jahre alt, aus Roßdorf- Bernhard Krug, 74 Jahre all, auß Groß-Zimmern. Ravena, O.: Georg Rettig, 54Jadrt alt, aus Darmstadt. Toledo, O.: Metzgermeister Michael Refior auß Dienheim. Topeka, Ran.: Carl Möser, 50 Jahre alt, auß Wieseck. Wheeling, W. Va.: Siwor Lasch, 50 Jahre alt, auß Hofheim.
*♦ Der Getreidemarkt. (Berichtßwoche vom 25. Juli L 1. August.) Die matte Tendenz, welche den Getreidemmk in letzter Zeit characterifirte, herrschte auch in der abgclaufeie Berichtswoche zunächst noch vor, sodaß Weizen und Rogz» sogar noch gegenüber der Vorwoche etwas nachgaben. SpS« machte sich allerdings in beiden Artikeln erhöhte KanM bemerklich, infolge dessen Weizen wie Roggen nicht unw^ntlich stiegen, doch hielt diese günstige Tendenz nicht lange an uni schließlich stellte sich in beiden Artikeln wieder die alte Mattigkeit ein. Julihafer dagegen war sehr fest. PreiSnotirungeo an den Productenbörsen von Berlin und Leipzig: Weizen 137 bis 150 Mk., Roggen 114 biß 120 Mk., Hafer 126 bü 152 Mk., Gerste 108 biß 156 Mk., Alles pro 1000 Kilogramm.
G. Bad-Nauheim, 2. August. An Kur fremden würben in der Woche vom 26. Juli biß 2. August l. I. angemelta 624 (1894 — 551). Hierzu Bestand nach voriger Rur- liste 9708, in Summa 10,332 (1894 = 8925), wovon am 2. August noch 3268 anwesend waren.
§ Crainfeld, 1. August. Heute fand hier die retf- mäßige ErgänzungSwahlderGemetndera t hsmitgli cd» I statt, wobei neugewählt wurden Heinrich Ganß mit 36 Stimmen, Heinrich Müller VII. mit 28 Stimmen- ferner wurde Adam Zimmermann mit 26 Stimmen wiedergewählt.
§ Freiensteinau, 1. August. Heute fand unter überaus zahlreicher Behelligung aller Kreise der Einwohnerschaft ht Beerdigung unseres leider zu früh verstorbenen beliebten Arztes Dr. Lehr statt. Der Verstorbene war hier 24 Jahre als Arzt thätig, ein treuer Berather und Helfer der Armen. Möge ihm die Erde leicht sein.
§ Grebenhain, 1. August. Bei der heute hier statt- gefundenen Ergänzungswahl des Gemeinderathß wurden wiedergewählt Friedrich Greb mit 38 Stimmen, Hamich Strauch mit 52 Stimmen, Heinrich Faitz IX. mit 56 Summen. Neugewählt wurde Heinrich Heutzenröder mit 46 Stimmen.
G. Harbach, 2. August. In verflossener Nacht wurde einem hiesigen Landwirth: mit einem Stein in daß Fenster geworfen. Durch den Stein und die Glaßsplitter wäre ein kleines Kind beinahe verunglückt. Der Derüber diese« Bubenstreiches ist leider noch nicht ermittelt.
Worml, 2. August. Unter dem Vorsitz deß Verband«- i birectorß der Hessischen landw. Genossenschaften, KreiSrvsi HaaS von Offenbach, wurde hier eine „Getreideverkauf«« genossenfchaft mit beschränkter Haftpflicht zum Zwecke der Verwerthung der Felderzeugniffe, insbesondere des Getreides" gegründet. —
vermischte».
* Treysa, 31. Juli. Am 11. August findet hier zi Ehren der Mitglieder deß deutschen Anthropologen-Congreffetz der vom 8. biß 10. August in Cassel tagt, ein Schwälmer V 01 kßsest statt, bei dem den Besuchern Gelegenheit gegeben werden soll, die urkräftigen, an ihren alten Gebräuchen fest» haltenden Bewohner der Schwalm in ihren Sitten und Gewohnheiten, ihrer volkßthümlichen Tracht und ihrem Lebe» und Treiben überhaupt kennen zu lernen. Mittag« gegen 1 Uhr treffen die Teilnehmer hier ein und speisen dann in den Sälen der Gastwirthe Röll und Kehr zu Mittag. Ai dem Festzug beteiligen sich ungefähr 500 Schwälmer des ' verschiedensten Altersstufen. Derselbe soll die vier Jahre«- zelten darstellen und bringt deshalb die verschiedenartigstem I ©über aus dem Schwälmer Leben zur Anschauung. 5» werben Kinder, Schüler, Brautleute, HochzeikSzug, Kamme«» 1 wagen, Erntewagen, Erntearbeiter, Kirchweihfest, Holzfäller, Spinnstube :c. zur Darstellung gelangen. An einem passenden ■‘IHafce nehmen die Mitglieder deß Anthropologen - Verein« Aufstellung, um den Festzug zu besichtigen. Dem Vernehmea nach erhält jeder Mann 1,20 Mk., jede Frau 75 Psg und jebts Kind 50 Psg. Für die Bedürfniffe des Leibe« zusorgen, werden drei Wir,he nach Kräften bemüht fein.
* Indien« Weizeuernle Mitte Februar beginnt in Indien der Landmann mit kurzer Sichel die Weizenfelder zu mäheu ! und einen Monat später pflegt diese mühsame Arbeit be»
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