Von der Uebersicht über die wirklichen Einnahmen und Ausgaben deS Großh. Realgymnasiums und der Realschule für 1894/95, in welcher für die Stadt hauptsächlich die von ihr zu bestreitenden sachlichen Ausgaben im Betrage von 6026.42 Mark tu Betracht kommen, nimmt die Versammlung Kenntniß.
Die Rechnung der Gemeindekrankenversicherung für 1894 schließt ab in Einnahme und Ausgabe mit 143.31 Mark- der städtische Zuschuß beläuft sich auf 108 Mark.
Zur Rechnung der Armenkasse Gießen wird betreffs der von Großh. OberrechnungSkammer gemachten Reoistons- bemerkuogen beschloffen, nachträglich einer in der Rechnung enthaltenen Creditüberschreitung zuzustimmen, sowie eine bezüglich einer weiteren AaSgabepoftenS fehlende Befchluß- faffung nachzuholen.
Das Gesuch deS Herrn Carl Loth um Ertheilung der Erlaubniß zum 'WirthschaftSbetrieb auf der LtebtgS- höhe wird befürwortet, da eS sich lediglich um Uebernahme einer bereits bestehendeu Wirthfchaft handelt.
DaS Gesuch der Herren A. L G. Wallenfels um Erlaubniß zur Erbauung eiueS Lagerhauses wird beanstandet, weil es nach § 16 Art. 3 der Allgemeinen Bauordnung für unzulässig erachtet wird, daß der projectirte Bau um ein Stockwerk gegen den alten Bau erhöht wird.
Herr Fr. Bichl er hatte vor dem Turnfeste die polt« zeiliche Erlaubniß zur Errichtung einer WirthschaftShalle an der Wirthfchaft Ecke der Neustadt und Westanlage erhalten. DaS Ersuchen desselben, die Halle dauernd stehen zu lasten, wird abgelehnt, und ihm aufgegeben, sie nach dem landwirth- schaftlichen Feste zu entfernen, weil die Halle in mancher Beziehung als mißständig erachtet wurde und auch gegen die Bestimmungen über die Anlage von Vorgärten, die nicht zu gewerblichen Zwecken benützt werden dürfen, verstößt. Seitens deS StadtbauamtS ist weiter beantragt worden, das Polizei- amt zu ersuchen, das Augenmerk darauf zu richten, daß die Vorgärten nicht zu Lagerplätzen u. s. w. benutzt werden. Der Antrag wird auf Vorschlag des Herrn Löber ausgesetzt, um in einer späteren Sitzung behandelt zu werden.
Der auS Anlaß der Herstellung erhöhter Trottoirs in der Brand gaffe und Umtausch eines kleinen Gelände- ftreisens daselbst vorgeschlagenen Baufluchtlinie stimmt die Versammlung zu.
DaS Gesuch einer Anzahl Einwohner der Schanzen- straße um Uebernahme dieser Straße auf die Stadt wird abgelehnt, weil die Straße entlang der Nowack'scheu Besitzung noch nicht in voller Breite auSgebaut ist.
Eine Anzahl Bewohner des zwischen Stesanftraße und Ludwigstraße gelegenen Theils der Göt heft raße haben um Pflasterung des Trottoirs nachgesucht. Dem Gesuch soll vor Fertigstellung deS gegenüber zu errichtenden physikalischen Instituts nicht stattgegeben werden, dagegen wird auf Antrag der Baudeputation beschlossen, in das Budget für 1896/97 die Anlage eines KieSbanketts einzustellen. Herr Heyligeustaedt empfahl von einer Pflasterung überhaupt Abstand zu nehmen, da diese angesichts der später ouSzusührenden Asphalttrottoiranlage wegen nur doppelte Kosten verursache, ein Kiesweg sei angenehmer, als Pflaster. Herr Schm all empfiehlt sofortige ASphaltirung, um die Kosten einer jeden anderen Trottoiranlage zu ersparen. Herr Beigeordneter Georgi bemerkt, daß die Anlage des KieStrottoirs die ASphaltirung nicht vertheuere, sondern dieser als gute Unterlage diene.
Cscefcs nn» pteotttjfeOtf.
Gießen, den 2. August 1896.
** Militärische«. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 81. Juli dem Hauptmann und Compagniechef Werner im 6. Pommerschen Infanterie-Regiment Nr. 49, seither im Jnsanterie - Regiment Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, das Ritterkreuz 1. Klaffe deS Verdienstordens Philipps des Großmüthigen zu verleihen geruht.
•* Eingesandt. Unter Bezugnahme auf unsere Mit- thkilung in gestriger Nummer „Erinnerung auS dem Kriege 1870/71" wird uns Folgendes mitgetheilt: „Der in dem Artikel erwähnte K. A. Fromm ann war ein sehr guter Freund von mir. doch verhält es sich mit der Decorirung des eisernen Kreuzes etwas anders. Frommann wurde nach der Schlacht von Gravelotte zur Decoration etngegeben, die eigentliche Verleihung deS Kreuzes geschah in den ersten Tagen der Belagerung von Metz und waren wir Beide (Frommann und Einsender dieses) die ersten Unteroffiziere der Division, welche sich bei dem damaligen DivisionS-Com- mandeur, Prinz Ludwig von Heffen und bei Rhein, in dem Schlöffe zu Ars-aur-Moselle vorstellteu. Schn.“
•• nn. Bor 26 Jahren. Den Truppen der 25. (Großh. Heff.) Division ging unterm 31. Juli folgender Armeebefehl zu: Hauptquartier Oppenheim, 31. Juli 1870. An die Großh. Hessische (25.) Division, CantounementS- Quartier WormS. Nach der durch den Allerhöchsten Bundes- seldherrn, Seine Majestät den König Wilhelm I. von Preußen, sancttonirten Ordre de bataille übernehme ich heute das Commando der Großherzoglich Hessischen (25.) Division. Indem diese schöne Division dem Verbände deS 9. Armeecorps eiogereiht wird, begrüße ich die- selbe kameradschaftlich und spreche dabei daS unbedingte Vertrauen aus, daß sie den althergebrachten Traditionen entsprechend unter allen KrtegSereigniffen den Vätern sich ebenbürtig zeigen wird. Ich zweifle keinen Augenblick daran, in der Großh. (25.) Division den vollen Ersatz für daS zu finden, was ich auf Allerhöchsten Befehl unseres Bundes- feldherrn in der 17. Division, zum Schutze unserer Nord- marken gegen feindliche Invasion, habe zurücklaffen muffen. Dieser Befehl ist den Herren Offizieren, Beamten und Mannschaften bekannt zu machen. Der commandtrende General: von Mannftetn. — Von den Gemeinden Ober- und Nied er kling en sind von ersterer 75 Gulden, von letzterer
50 Gulden für denjenigen Soldaten auS deo resp. Gemernden ausgesetzt worden, welcher sich im Felde vor dem Feinde ausgezeichnet. — Commandant von WormS war Major v. Röder. _________
Ruppertenrod, 1. August. Die Annahme, daß eS bei dem ungewöhnlich schweren G e w t t t e r am venloffenen SamStage in näherer Umgebung mehrmals el n g e' ch la gen habe, har sich bestätigt. So entdeckte man daS Einschlagen eines Blitzes in eine Tanne auf dem nahen GarSberg^ In Ermenrod fuhr ähnlich wie hier ein sogenannter kalter Strahl in ein dortiges Gebäude. Zwischen Groß Felda und Wind- Hausen war der Blitz in einen Baum und em anderer an einer Mauer herab in daS Wasser gefahren. Fast kein Gewitter entlad sich in diesem gcwitterreicheu Sommer, ohne von einem oder mehreren Blitzschlägen begleitet zu sein. Es ist deshalb dringend geboten, die bekannten Vorsichtsmaßregeln während eines Gewitters streng zu verfolgen und diese Vorsicht kann, vernünftiger Beurtheilung gemäß, nicht mehr aus daS Kerbholz einer thörichten Furcht geschrieben werden, sondern sie ist begründet in einer durch die That- fachen bedingten Besorgniß. Wenn man immer noch Laud- leute während eines schweren Gewitters mit hochgetragener Sense vom Felde Heimeilen sieht, statt diese einfach liegen zu lassen, so ist das eine Verkennung oder Mißachtung einer selbst geschaffenen Blitzgefahr, die einfach Jedermann vermeiden sollte.
E. Echzell, 1. August. Die neuen Kartoffeln, welche vor acht Tagen noch mit sechs Mark pro Doppel- centner bezahlt wurden, sind wegen der günstigen Witterung in der zu Ende gehenden Woche wesentlich im Preise ge- wichen. Man zahlt jetzt 5 Mk. für „Frührosen" und Mk. 4.30 bis Mk. 4.50 für etwas weniger beliebte Sorten. Bei uns wird häufig „Ruhm von Heyer" im Anbau bevorzugt. Alte Kartoffeln find theurer als neue. Auswärtige Liebhaber finden bei Makler Wachter wünschenswerthe Auskunft. — Durch die besseren Kartoffelaussichten haben die Schweinepreise, sowohl Zuchtmatertal wie Schlachtthiere, kräftig angezogen. Die Märkte in der zweiten Julihälfte notinen sämmtlich Flauheit und starksinkende Preise in allen Sortimenten, denn die Kartoffel- und Futteraussichten waren schlecht. DaS ist jetzt beffer geworden, obgleich die Stoppelund Kleeäcker mitunter noch hart wie Knochen find, und der Boden in ungebauten Lagen noch wenig von der Feuchtigkeit verspürt. — Eine Pretsbesserung zeigt fich auch bei den fetten Hämmeln, welche seit einiger Zeit mehr gesucht werden. Nur schade, daß unsere Schafzucht immer mehr in Rückgang kommt. Das Paar fette Hämmel wird, je nach Qualität, mit 65 bis 80 Mark bezahlt. Unsere Metzger liefern bedeutende Fletschmengen in die Bäder Nauheim und Salzhausen, was mit der PreiSbefferung zusammenhängt.
Nidda, 31. Juli. Herr Rentier K. L. Uhl, früherer Besitzer des altrenommirten Gasthofs „Zum Stern" dahier, wurde gestern Abend bei Salzhausen von einem Schlaganfalle betroffen und war sofort eine Leiche. Der Verstorbene, 64 Jahre alt, war eine der populärsten Persönlichkeiten unseres Städtchens. N. H. V.
Bom Main, 31. Juli. Eines der besten Geschäfte auf dem platten Lande ist gegenwärtig der Pferdehandel. Dies erklärt fich theilweise aus den Verhältnissen im Noth- standsjahre 1893, in welchem wegen Futtermangels maffen- haft Pferde abgesetzt und geschlachtet wurden. Der große Ausfall soll jetzt wreder angesichts deS überreichen Futtersegens gedeckt werden. Die Pferdepreise sind deshalb um 60 bis 70 pCt. gestiegen. Das betrifft natürlich nur die Zug- und Ackerpferde.
Michelstadt, 1. August. Eine Frau war vorgestern ohne Wiffen und Willen die Mörderin ihres Kindes. In dem Hause war Einquartierung und man mußte fich ein- schränken. Die Frau nahm deßhalb fihr jüngstes Kind mit ins Bett — am Morgen war daS Kind tobt, die Frau hatte es im Schlafe erstickt.
Mainz, 31. Juli. Zum Besuche des Großherzogs in Mainz werden dem „Mzr. Tageblatt" noch nachträglich folgende Einzelheiten bekannt: Der hohe Herr besuchte mit Frhru. v. Riedesel außer den bereits bekannt gegebenen Läden noch verschiedene andere, in denen er überall unerkannt blieb und so gut behandelt wurde wie jeder Fremde. AlS die Herrschaften auf den Brand kamen, traten fie in den Laden deS Hofbandagisten ein, um hier die Adreffen verschiedener Antiquitätenhändler zu erfragen. Sie redeten den Inhaber englisch an; da ihm dieses Idiom aber fremd war, verlangten sie auf gut deutsch das Adreßbuch. Der freundliche Geschäftsmann rief sofort seiner Frau zu: „Du, Jo sei, schlag' emol dene Leit 'S Adreßbuch uff, die wolle wiffe, wo die AlterthumShändler wohne." Als die Adreffen der Antiquitätenhändler Broo und Reiling festgestellt waren, meinte der zuvorkommende Geschäftsmann: „Do fällt mer ewe ein, uff'm Krempelmarkt iS aach noch eener, de Bloch, der micht awer bloS in alte Bicher." Unter herzlichem Lachen verabschiedeten sich der Grotzherzog und sein Begleiter, um ihre Einkäufe bet Broo und Reiling zu machen, zum „Bloch" sind sie aber nicht gegangen.
Dermifd?t<Se
• Wiesbaden, 1. August. Dem „Rheinischen Courter" zufolge tst der Stadt Wiesbaden von einer auswärtigen Dame die Summe von 200,000 Mark vermacht worden.
* Kaffel, 1. August. Die officielle Eröffnung der Schifffahrt auf der canalistrten Fulda erfolgte heute Mittag um 12l/a Uhr, indem der RegterungSdampfer „Delphin" die S-Lnur vor der Schleuse bei Münden durch schnitt. Als erstes Schiff folgte der Schleppdampfer „Stadt Kaffel", auf dem fich die Feftgäfte aus Bremen und die Mitglieder der Handelskammer des Bezirks Kaffel befanden. DaS nächste Schiff war der Schleppdampfer „Nienburg". Bei der Einfahrt in die Schleuse erklärte der Regierungs
präsident Graf Clairon d Hauffonville die Fahrt officiell ftfc- eröffnet und brachte ein Hoch auf den Kaiser au-. Der Dampfer „Stadt Kaffel" langte nach glatter Fahrt u« 5»/, Uhr im Kaffeler Hafen ein. Ueberall unterwegs wurden die Borbeifahrenden jubelnd begrüßt.
• Hannover, 1. August. In einem Bankgeschäft ver- suchte heute ein Fremder Coupons von 40,000 Mark Obligationen einzulöfen. Der Geschäftsinhaber erkannte, daß die Obligationen als abhanden gekommen angrmeldet seien und ließ den Fremden, der sich Regierungsaffeffor v. Bolhwer nannte, verhaften. Die Polizei stellte in dem Hotel, wo der Fremde abgestiegen, sofort Nachforschungen an und fand eine, kleinen Handkoffer mit den zu den Coupons gehörigen Stücks' außerdem weitere 20,000 Mk. Obligationen. Der Der hastete ist ein Buchhalter Wiegand oder Wil and aut Frankfurt a. d. O. Durch seine Aussagen erscheint ftint dermalige Principalin auch belastet. Frkf. Ztg.
* Berlin, 1. August. Die bekannte Schauspielers» Nuscha Butze hat sich mit dem hiesigen Rennstall - und GestülSbefitzer Dr. jur. Georg Beermann verheiratet.
♦ Schirmeck, 30. Juli. Die „Str. P." berichtet: Bei ' den militärischen Hebungen zwischen Schirmeck und Sales hat ein Gefreiter des 15. Dragoner-RegimentS als Meldereiter bei Haniy die deutsch-französische Grenze aus Versehen um einige Schritte überritten. Er wurde voo den französischen Grenzaufsehern, die im Gebüsch lauerten, abgefaßt, entwaffnet, nach Belval verbracht und dort bis zum Eintreffen der GenSdarmerie feftgehalten. Nachdem festgestellt war, daß keine absichtliche Grenzüberschreitung vorlag, wurde der Reitersmann wieder entlasten. Er erklärte, überall gut behandelt worden zu sein, selbst von den Leuten, die darüber enttäuscht waren, daß er ihr Anerbieten — er solle ihnen sein Pferd für 300 Francs verkaufen — nicht angenommen hatte.
* Radelnde Gensdarmen. Nachdem das Fahrrad im Heere bereits zu erheblicher Bedeutung gelangt ist, ist jetzt durch besondere Verfügung deS preußischen Kriegsministers auch den Gensdarmen gestattet worden, auf Dienstreisen das Fahrrad zu benutzen.
* Sine Kugel um 3000 Mark. AuS der Provinz Posen erzählt die „P. Z.": Daß eS nicht nur beim Kartenspiel, sondern auch beim Kegeln zuweilen um recht hohe Einsätze geht, davon können wir heute eine kleine wahre Geschichte erzählen: Nachdem der officielle Kegelabend beendet war, begannen vor einigen Tagen zwei Herren, Großgrundbesitzer S. und Rechtsanwalt L., die Kugel um 50 Pfennig zu schieben. Allmählich erhöhten sich die Einsätze, damit wächst auch das „Pech" deS Herrn L., und er schuldet seinem Gegner bereits 3800 Mark. Dem Letzteren graut vor der Götter Neide und um seinem Partner Gelegenheit zu geben, den Verlust wett zu machen, wird auf seinen Vorschlag eine Kugel um 3000 Mark geschoben. L. gewmnt sie auch. Doch die Götter waren ihm einmal nicht hold, sie hatten vielmehr beschloffen, ihre Gaben mit ( vollen Händen auf den Großgrundbesitzer zu streuen; Spiel wurde fortgesetzt, und als es endlich beendet war, schuldete L. seinem Gegner doch noch 2250 Mark, von denen 250 Mark baar bezahlt wurden, während der Rest von 2000 Mark gebucht wurde.
* Eine internationale Postmarke beabsichtigt der französische HandelSminifter, dem Journal des DebatS zufolge, dem Weltpostverein zur Aufnahme in Vorschlag zn bringen. Zweck dieser neuen Marke wäre, die Versendung kleiner Geldbeträge zu erleichtern und Re,senden den Briefverkehr bequemer zu machet:. Die neue Marke soll nämlich, falls der Gedanke Anklang findet, im Betrage von 25 Centimes ausgegeben werden und allenthalben Gültigkeit haben. Der Vorschlag geht dahin, eS solle in Bern ein intn» nationales Freimarkenbureau begründet werden, das die
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neue Marke herzustellen und den einzelnen Staaten in dem Verhältniß der Bevölkerungsziffer entsprechenden Beträgen zuzuweisen hätte.
• König Humbert im Leihamt. König Humbert hat in vergangener Woche 6cm römischen Leihamte einen Besuch abgestattet, um sich auch da einen Begriff von dem Elende zu machen, daS in der italienischen Capitale herrscht. Bei« Verlaffen des Leihamtes spendete er 40,000 Lire zur Auslösung der mit dem kleinsten Betrage — mit einer Lire belehnten Pfandobjecte, deren eS 35,751 im Leihamte gab.
* Theorie und Praxis. Profeffor Schnattermann schließt sich in der Sommerfrische einem Bäuerlein an, baß ein Stück Vieh vor sich her treibt. — „Ist baß Euer einziges Rindvieh ?" erkundigt er sich. — „Joa, Euer Gnaden!" — Der Professor ergeht sich nun in einer längeren theoretischen Auseinandersetzung Über die Behandlung deS Rindviehs zur Erzielung einer rationellen Milchwirthschaft, die daß Bäuerlen andächtig anhört. — „Ich hoffe, lieber Mann," schließt er seinen Vortrag, daß Ihr diese Grundsätze auch bei Eurer Kuh anwendet!" — „Nee, Euer Gnaden!" — „So — warum denn nicht?" — „Weilß a Ochse iß!"
* Aus der Schule. Lehrer: Welches Thier begnügt sich mit der geringsten Nahrung? Karlchen: Die Motte! Lehrer: Falsch, Karlchen, die Motte ist im Gegentheil eia sehr gefräßiges Thier. Karlchen: Sie frißt doch aber nur Löcher!
* Unterschätzt. Wirth (zum Touristen, der einen Berg ohne Führer besteigen will): SanS'S vorsichtig, stürzen s nti 'runter, der Berg ist 2000 Meter hoch! — Tourist: Ach was, unter 3000 Merer stürze ich überhaupt nicht ab!
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