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Den Geschichten völlig fehlte; aber im Ganzen ist doch das Colorit •etil Helles, sonniges. Der Band möge darum viele dankbare Leser .fuben. Der Preis ist billig, das Buch gut ausgestattet und auch in broschirtem Zustande nicht einem raschen Zerfall ausgesetzt Möge etz müßige Stunden behaglicher Fertensttmmung in angenehmer Weife .auSfüllen. ______________
— Bon der Verlagshandlung Stephan Geibel in Altenburg gingen uns die Lieferungen 7 bis 11 der billigen Jubelausgabe von Zeitz, KriegSeriuuerunge« eines Aeldzugs Freiwilligen, zu. Musketier Zeitz, den wir bet Sedan verlassen hatten, führt uns nach Croiffy, wo er König Wilhelm mit Bismarck imb Molike zu sehen bekommt. Dann geht'S von Ferriöres nach Lriäans (Schlacht von Orleans) unb von dort nach CHLleaudun. Die Beschreibung des Gefechts von Cbäteaudun, an der Zeih hervorragenden Anthetl nimmt, was auch in der Geschichte des 32. Regiments rühmend heroorgehoben wird, gehört zu den Glanzpunkten bei Buches und hält uns in athemloser Spannung. Sehr heiter werkt die „Photograpdengeschtchte" und die „Marktscene" in Chartres. laS sind geradezu Cabinettstücke humoristischer Darstellungskunst. veberhaupt macht die Abwechselung von prächtigem Humor und tiefem Ernst das Zettz'sche Werk zu einem der anziehendsten unb interessantesten Bücher, die wir kennen. Für Alle, die „mit dabet aaren", muß es ein köstlicher Genuß sein, in diese Erinnerungen ' sich zu vertiefen, für die Jugend aber, die Söhne der Mitkämpfer, enthält das Buch die beredteste Mahnung, es den Vätern einst vichzuthun, wenn das Vaterland es fordert. Den Alten wie b n Jungen sei das prächtige Buch, das bis Weihnachten fertig vor- liegen soll (in 29 Lieferungen A 20 Pfennige) wiederholt aufs wärmste empfohlen.
Universität- - Nachrichten.
Berlin, 1. August. Professor Adolf Wagner ist zum Rector der Berliner Universität für das Studienjahr 1895/96 gewählt worden.
Breslau, 1. August. Domprobst Dr. Kayser, ordentlicher Honorarprofessor der katholischen Facultät an der hiesigen Universität, tfi gestern infolge eines Schlaganfalles gestorben.
Airchliche Anzeigen der Stadt Gietzen.
Evangelische Gemeinde.
Gottesdienst
Sonntag den 4. August. 8. nach Trinitatis.
I« 6et Stadtkirche.
Vormittags 9*/» Uhr: Pfarrer Schlosser.
Vormittags 11 Uhr: Kinderktrche. Pfarrer Schlosser.
Die Vorbereitung zur Kinderkirche findet Samstag den 3. August, Nachmittags 3 Uhr, in der Stadtknabenschule statt.
Nächstkünftigen Sonntag, den 11. August, Christenlehre für die Marcusgemeinde im Frühgottesdienst.
_ Ä« det AohauueSkirche.
Vormittags 78/< Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.
Gottesdienst mit Christenlehre für die Neuconfirmtrten aus her Johannesgemeinde-
Vormittags 9'/r Uhr: Pfarrer Dingeldey.
Beichte und heil. Abendmahl für die Lucasgemeinde.
Vormittag« 11V» Uhr: Kinderkirche für die LucaSgemeinbe: Pfarrer Dingeldey.
Am künftigen Sonntag, den 11. August, wird im Hauptgottes- •bkrft Beichte und heil- Abendmahl für die Johannesgemeinde gefeiert werden.
Gottesdienst in der Synagoge.
Samstag, den 3. August.
Vorabend 7«- Uhr, Morgens 8-° Uhr, Nachmittags 4»o Uhr, LabbathauSgang 9°° Uhr.
Gottesdienst der israelittschm Religionsgesellschasi-
Freitag Abend 730 Uhr, Samstag Vormittag 8°° Uhr, Predigt, Nachmittag 4«> Uhr, Sabbathausgang 900 Uhr- Wochengottesdienst Morgens 6 Uhr, Abends 7 Uhr.
Verkehr, Land- und VoU-wirrhjchaft.
«- Groß« Felda, 1- August. Der gestern hier abgehaltene „Jacobimarkt" ward ungünstig beeinflußt durch das jetzt herrschende unbeständige Wetter. Alleldtngs hielt dasselbe bis zum Mittag Stand, sodaß der Viehmarkt mit Schweinen stark befahren ward. Das Angebot übertraf die Nachfrage, der Handel ging gut bei mäßigen Preisen. Bezahlt wurde für das Paar Ferkel kleiner Sorte 24 bis 26 Mk. und 26 bis 30 Mk, größere galten 35 bis 45 und 40 bis 45 Mk. Einlegeschweine kosteten per Paar 60 bis 70 und 70 bis 75 Mk. Fette Schweine sind im Preise wieder etwas angezogen, sod»ß das Pfund Lebendgewicht von 32 auf 34 und 35 Pfg. gestiegen ist. Ein um 1 Uhr Nachmittags niedergehendes Gewitter schädigte dem Krämermarkte sehr. Der Regen goß in Strömen nieder und der Wind warf den Kurzwaarenhändlern die Maaren ins Wasser, aus dem sie selbige nicht eilends genug wieder aufzufischen vermochten. Nachdem der Markt nach dem Gewitter wieder seine Fortsetzung fand, machte ihm ein abermaliger heftiger Gewitterregen gegen 5 Uhr ein verfrühtes Ende.
Witterungsbericht vom L August.
lieber dem westlichen Mtttelmeerbecken liegt heute eine flache Depression, welche durch eine über die Po-Ebene und die Ostalpen verlaufende Furche relativ niederen Druckes mit einem zweiten flachen Minimum in Verbindung steht. Dasselbe umfaßt die Flußgebiete der Elbe und Oder und zieht sich über Böhmen und Niederösterreich nach den unteren Donauländern. Auch im Westen der brttischen Inseln ist das Barometer erheblich gesunken und scheint von der Nordsee neuerdings tiefer Druck vorzudrtngen. Die übrigen Theile Europas bedeckt zw/»r hoher Druck, doch ist seine Verthetlung sehr unregelmäßig. Dementsprechend herrscht thetlwetse trübes Wetter; im südlichen Deutschland fanden mehrfach Gewitter statt, welche im Gebirge erhebliche Niederschläge brachten.
»orausstchtliche Witterung»
Bet fortdauernder Neigung zu Gewttterbildung allgemein warmes, jedoch wolkiges Wetter.
Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemessen am 2. August, zwischen 11 und 12 Uhr Mittag«. Wasser 17<>, Luft 18° im Schatten.
Rübsamen'sche Bade- und Schwimmanstalt.
Zur Säuglingsernährung.
Erst den letzten Jahrzehnten ist es vorbehalten gewesen, in der Säuglingsernährung wesentliche Verbesserungen einzuführen. Es war eben die hohe Sterblichkeitsziffer der Säuglinge, namentlich in den großen Städten, welche hierzu drängte, zumal die Fähigkeit der Mütter, ihre Kinder selbst zu nähren, immer seltener wurde.
Die Wege, welche eingeschlagen wurden, den Säuglingen eine andere Ernährung zu verschaffen, waren verschiedene. Man suchte durch Herstellung von Kindermehlen, condensirter Milch u. s. w. die natürliche Ernährung zu ersetzen. Diese Verfahren krankten daran, daß den Präpaiaten, welche meistens aus Kuhmilch hergestellt waren, zu viel dem Säuglingsmagen nicht zuträgliche Zusätze (Stärke, Zucker u s w.) gemacht wurden. Und so kam es, daß auf dem internationalen Aerztecongreß in Kopenhagen im Jahre 1886 der Werth der Kindernährmittel in der Weise festgesetzt wurde, daß in erste Linie Muttermilch bezw. Ammenmilch, in zweite Linie Kuhmilch und erst in dritte Linie die verschiedenen Kindermehle rc. gesetzt wurden; auch wurde noch besonders heroorgehoben, daß letztere nicht als ein Ersatz der Muttermilch, sondern als Ersatz einer nicht zu beschaffenden Kuhmilch zu betrachten seien.
In bet neuesten Zeit ist man aus diesem Wege noch einen Schritt weiter gegangen, um das Uebergerotdjt der Kuhmilch gegenüber den anderen Ersatzmitteln noch zu verstärken. Man bat >s auf diese Weise erreicht, daß es durch ein eigenes Versahren ermöglicht wurde, den dem Säuglingsmagen nachtheiligen Käs-stoffgehalt der Kuhmilch sehr herabzusetzen und damit die Milch wesentlich in der Zusammensetzung der Muttermilch naher zu bringen.
Die mit diesem Verfahren angestellten practitchen Versuche haben in überraschender Weise die Thecrie bestätigt, unb die Säuglingsernährung ist hiermit in eine nein? Aera «ingetietcn, unb es ist ein entschiedenes Verdienst des Proseffors Gärtner in Wien, diese Wege eingeschlagen zu haben. In der practiicfcen Ausnutzung jedoch stellen sich noch wesentliche technische Hindernisse entgegen. So wird diese so herrliche Fettmilch nur in Liter-Flaschen fterilifirt geliefert; es muß also zum Abfüllen einer jedm Portion der Verschluß {entfernt werden: und da die« öfters erforderlich, ist die Sterilität der Milch illusorisch. Ferner muß jeder Portion der Milchzucker beigegeben werden, wodurch wiederum eine Verdünnung der Milch erfolgt.
Alle diefe Nachtheile zu beseitigen, ist einem neuen Verfahren b?r Firma Dr. Wackenroder & Eomp. in Cassel gelungen. Dieselbe liefert Särwlingsmilch fterilifirt tn verschlossenen Portionsfläschchen, welche 150, 20J und 250 Gr. enthalten. Dabei ist der Milch bereits das erforderliche Quantum Milchzucker während der Zubereitung zugesetzt. Außerdem aber hat die Milch noch den Vorlheil, daß sie nicht eine Mischmilch aus verschiedenen Ställen ist, sondern aus dem gut überwachten unb eingerichteten Stalle des Herrn Rüdiger in Ochshaufen geliefert wird. Diese Milch bietet bei Trockenfütterung nach ärztlicher Vorschrift die weitgehendsten Garantien für ein gesundes Präparat, zumal sämmtliche zur SSuglingsmilchproduction verwendeten Thiere durch Tuberculinimpsung als tuberculofefre» dargethan sind. (Siehe Inserat.) 6215
Rahe für 3 Pfennige erhält man vor Fliegen, Schnaken, Flöhen usw. durch „Dalrna". Für 2 Pfennige davon tobtet alle Fliegen usw. eines Zimmers, der Küche oder Stallung in 3 Minuten unter Garantie. Für Menschen und Hausthiere unschädlich. Glas 30 u. 50 Pfg., dazu gehöriger Patentbeutel 15 Pfg. In allen Apotheken auf Lager. In Gießen in der Hirschapotheke. 5664
h DIE BESTE SÄUGLINGS NAHRUNG I- pROF. GÄRTNERS A, istzaliaben W “KSt £ Selterawe" 6ig9
Bekanntmachung.
Wegen Herstellung der Stockwerktreppe im Bürgermeistereigebäude fiild die Amtszimmer der Bürgermeisterei von Samstag den 10, d. M., Nachmittags, bis Montag den 12. d. M., Abends, geschloffen. Das Büreau des Standesamtes befindet sich während dieser Zeit im unteren Stock im Seitenflügel neben dem Ortsgericht.
Gießen, den 1. August 1895.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
I. V.: Georgi, Beigeordneter.6553
Arbeitsvergebung.
Der Abbruch und Wiederaufbau zweier Schornsteine von Sockel- böhe an, sowie die Aufstellung des dazu nöthigen Gerüstes, sollen im -öffentlichen Submissionswege vergeben werden.
Sämmtliches Material zum Aufbau der Schornsteine wird seitens -ttseres Werkes geliefert. Zeichnungen und Bedingungen liegen auf unferm technischen Bureau zur Einsicht auf.
Verschlossene Angebote mit diesbezüglicher Aufschrift sind bis spätestens 9. August, Abends 6 Uhr, daselbst einzureichen.
Gießen, den 2. August 1895.
Städtisches Gas- und Wafferwerk Gießen.
-S45 _______________Otto Bergen.______________________
Arbeitsvergebung.
Die Ausführung des Kalk- und Cementverputzes (zusammen 188 qm), sowie der Anstrich der Anbauten unseres Kühler- und Saugerhauses sollen vergeben werden.
Angebote sind bis 9. d. M., Abends 6 Uhr, auf unserem technischen Büreau, woselbst Näheres zu erfahren ist, einzureichen.
Gießen, den 2. August 1895.
Städtisches Gas- und Wafferwerk Gießen.
;. ______________Otto Bergen.__________________6544
Farben und Lacke, sowie Materialwaaren aller Art.
Trockene Farben für Oel- ■ und Wasserfarben für alle Zwecke.
Streichfertige Oel-und Lack- Farben für Fussböden etc.
Alle Sorten Beiz-Farben, Broncen, Möbelwachs, Anilin-Farben , Stoff-Farben, -Farbstoffe.
Copal-, Bernstein-,Damar-, Asphalt - Lacke in verschiedenen Qualitäten.
Besten Fussbodenlack.
Spirituslacke, Weingeistfirnisse, Brunoline, Mat- tirung etc.
Politur.
Parquetwachs, Stahlspähne u. Stahlspahnhalfer empfiehlt Adler-Drogerie Seltersweg 39. 6307
Otto Schaaf.
Fortsetzung der Versteigerung Kepp in Lang-Göns am
Montag den 5., Dienstag den 6. und Mittwoch den 7. August 1895, stets von Sl/2 Uhr Morgens an:
Es kommen noch zur Versteigerung: a) Montag r Labenregale, Oelmeffer, große und kleine Dreimal-, Laden-, Balken- und Küchenwaagen, 4 Faß Essigsprit, Möbel, kleine Etsenwaaren, namentlich: große Partieen Sensen. Fenster- und Thürbeschläge, Kreuzbänder, Sargbeschläge und -Verzierungen, Mutterschrauben, Sägeblätter, Gabeln, Schippen, 2 <Ktt. Stiften, 1 Ctr. Leim rc.
b) Dienstag r Kleine Eifinwaaren, 25 Pfannen, noch einige Oefen, zwei Heerde, großer Posten Ofen-Rohre und -Kniee, 1 Ctr. Fensterbleibezüge, eiserne Krippen, Mützen, Hüte, Hülsenfrüchte, Zucker, Nudeln, Stahl- waaren u. s w, 4 Sack Vitriol und Gyps, Bonbons.
c) Mittwoch r Möbel und Restwaaren, namentlich: 1 Faß Weinessig, Spiritus, Lack, Colonialwaaren, circa 10 Mille Cigarren, Hölz. Rechen, Kohlenkäflen, leere Fässer, Kisten, Kannen, Kesselgestelle, Pfeifentheile u. s. w.
Versteigerung bestimmt.
Gießen, den 2. August 1895.
6536 Engel, Gerichtsvollzieher.
Stallt. WachthM.
Freibank. [6554
Heute und morgen:
Ochsensteisch
nicht ladenrein, pr. Pfd. 54 Pfg.
Zur Saat empfehle Imarna!- und Seuflame«.
Hch. Arnold II.,
6521_______28 Marktstratze 28.
Holz Abfälle verkaufen. 6522 InlinS WellhSfer, Licherstr.
In unserem Verlage ist soeben erschienen:
Kriegs-Txgkbiich eines jungen Offiflers im
Groß. Heff. 2. Jägerbataillon aus den Jahren 1870/71
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