Ausgabe 
3.5.1895 Zweites Blatt
 
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sphärische Lust bekanntlich nur */$ Sauerstoff enthält. (M'tgetheilt vom Internationalen Patentbureau Tarl Fr. Reich elt, Berlin N.-W.)

Bei der Nedaction eingegangene Bücher re.:

Umsturzvorlage onb Revolution. Don einem Volk-- , freund. Verlag von Ulrich Kracht, Berlin w. Erste» bi» dritte» Tausmd. Preis 20 Pfg.

Technische Fortschritte.

Ein neue» verfahre« zu» vroneteea vo« Kupfer. Herr Monbit rmpffehlt zu dtrfem Zwecke tmInd. Iron.' das.Aui- tragm einer Mischung von 20 Thenen Riclnutzöl, 80 Theilm Alkohol, 40 Theilm Schmierseife und 40 Theilen Waffer mittelst Bürste auf da* sauber gereinigte Metall. Men läßt bk Mischung so lange etn- wtrkm, bi» die gewünschte Rüance erreicht ist, worauf man mit heißem Sägemehl abreibt und mit sehr verdürntem Firniß da» Kupfer überzieht.

rreivriemeneoaferviruatz. Hierzu gibt dieZ. f. Cpt. u. Mech." ein Mittel an, da» in folgender Weise zubereilet wird. In einem gut jugedeckten eisernen Tiegel erhitzt man 1 kg in kleine Stücke geschnittenen Kautschuk mit 1 kg rtcHRchlem Terpenthi5I auf 503 (. Hat sich der Kaulschuk gelöst, so fügt man 800 g gelbes Wach» zu der Lösung. In elmn anderen entsprechend großen Topf bringt man 3 kg Fschthran und 1 kg Talg, erhitzt diese Mischung, bi» der Talg geschmolzen ist und gießt die Masse de» ersten Topfe­unter beständigem Rührm hinzu. Da- Umrühren wird bis zum Erkalten und Festwerdm der Masse fortgesetzt. Die Riemen werden, während sie sich im Gebrauch befinden, von Zeit zu Zett auf der Innenseite mit dieser Schmiere eingerieben und erhaltm dadurch eine große Dauerhaftigkeit, auch laufen sie leicht, ohne zu gleiten, auf den Riemenscheiben Selbst alte, viel gebrauchte Riemen kann man ver­bessern, roenn man sie an einem warmen Orte mit dieser Schmiere auf beiden Seiten einreibt, den elften Ueberzug einziehen läßt und bann nochmal» bestreicht.

Wn neue» feuersichere» Material. Eine interessante

Feuerprobe hat laut ,Berl. Loc.-Anz.' in Gegenwart de» Brand-

directora, der Berliner Feuerwehr, de» Osfizürcorp» der Eharlottm- burger Feuerwehr und mehrerer Vertreter der Baupolizei auf dem Hofe der Technischm Hoch chule zu Eharlotteaburg stattgefundm Hier war von der Firma Earl Voltz in Straßburg i. Elsaß ein würfelförmige» Haus aufgeführt worden, da» au» einer dtefer Firma patentirten Waffe herge- ichler 2,40 m hoch war und die gleichen Läi-gen- und Breitenmaße aufwies. Tie Maffe besteht au» einer dünnen Schicht, bei welcher Schlacke oder feine Coake» mir Gnps, Kalk und Leim vermisch! erscheinen. Diele Schicht wird m*t einer Lage von Aloefafern, die man vorher in die genannte Mischung eingetaucht, bedeckt. Die Faserdecke bildet eine zusammenhängende, schnell erhärtende Maste und kann noch mit einer Schicht de» er­wähnten Gemische» belegt werden. Daß Mauern, Holzwände, Eisen» träger, mit diesem Stoff umkleidet, den Flammen einen unbesiegbaren Wioe stand zu leisten vermögen, darauf sollte nun vor den genannten Fachmännern da« Exempel gemacht werden. Zu diesem Zwecke war in dem Innern de» Hause» ein gewaltiges Feuer entzündet und eine volle Stunde unterhalten worden. Erft nach Verlauf einer halben Stunde begannen die Außenseiten der Wände sich zu erwärmen. Heiß jedoch wurden sie nur an einer Zwischenwand, deren Herstellung erst zehn Minuten vor Beginn de» Experimente» beendet werden war, sodaß in Folge der Näffe Wafferdämpie sich entwickelten. Ganz frei von jeder Erwärmung war die Außendecke be» Daches geblieben. Als man zur Ablöschung des Feuers schritt, holle man aus der Glulh einen au- dem Voltz schen Stoffe verfertigten ftaften heran«, und e» zeigte sich, daß ein darin verschloffene» weiße» Blatt Papier nicht einmal angesengt war. Ein Stück Pech war zerschmolzen, dagegen war eine Quantität Schwefel intact geblieben. Die Hitze, die sich im Innern entwickelt, wurde auf 1000 Grad geschätzt, welche colofiale Gluth wohl die Ziegelsteine zersprengt, aber eine mit der Maffe umkleidete Holzsäule unversehrt gelaffen batte. Die anwesenden Fach­leute haben zwar mit ihrem Urtheil zurückgehalten, so viel hat sich jedoch auch für den Laien ergeben, daß in Baulichkeiten, welche mtt dem beschriebenen Material versehen find, ein etwaiges Feuer niemals so reißende Fortschritte machen kann, wie man es oft erfahren muß.

Drog. Ztg.

£an$* unö DolfsivirtbicbafL

Die Margarinefrage im e«»U«b. Es ist sehr merk­würdig, daß die Margarine, welche in Deutschland den Landwirthen, l

Kaufleuten, der Polizei und den Geletzzebern großen Verdruß be­reitet Hal, ganz gleiche EalamUälm in Amerika, England, Däne­mark uiw. h:rvorrnft. Margarine ist eine amerikanisch« Erfindung und kommt in Ma"m au» Amerika- man sollte wonach meinen, daß dieselbe in diesem Lande überall gern gesehen und gefördert werde. Richt» weniger al» dieses ist aber bei Fall. So deichäf- ligten 'ich noch im März beide gesetzgebende Häuser de» Staairs Mistourr mtt der Kunstbutter und beschlossen. daß unter dem Rema» «Butter' nur reine Butter oerlauft werden dürfe, jebe Mi'chung müsse mit großen Buchstaben al» Kunstbutter bezeichnet und dürfe auch nicht gefärbt werden. Gerade letztere Bestimmung ist für Margarine verderblich, da sie weiß aussiehl, sonach von der gelbe» Bolter leicht zu unterscheiden ist. In Maffachukl- und anderen Staaten wurden ähnliche lÄeitRe erlassen, sie enthalten gewöaniich die Glaufe!, daß auf zur Ausfuhr nach anderen Staaten bestimmte Kunstbutter da» Gesetz keine Anwendung finde. Warum sollen die klugen Rordamerikaner auch ihre eigenen Landsleute hindern, fremden Völkern ihre schlechte Margarine al« gute Butter zu ver kaufen?! Für die moralische Seite dieser Frage Haden die _prak- lischcn' Amerikaner kein Lerständntß Auch da» englische Unter­bau» in London Hal eine besondere Eommisfion für Led«i»mittcl- fälfchung eingesetzt, welche gegenwärtig mit der Margarine sich de» schästigt. E» wurde dort feftgeftellt, daß gegenwärtig viel Buller au» Reu-Seeland und Australien komme, die für 67 Pfg. da« l'iunb verkauft werde und den Absatz von Margarine sehr beschränke. Große» Aufsehen erregte die Aussage eine» Zeugen, woi.ap ?te Untersuchung» Inspectoren in London sich von den Händlern be­stechen lassen. Wenn sie ein Mund ganz billiger, also gefälschter Butter für 80 Pfg. fordern, gibt ihnen brr Verkäufer dafür ein Pfunb bester, zu 1,4 ober legt wobl gar ein 2 Markstück bin dann ist Alles in Qrbnung. Auch Mr. Faber, Beauftragter de» land winhschastlichen Ministerium» in Dänemark, wurde vernommen, und berichtet über die dortige Methode zur Feststellung von Mischungen, sowie über die sehr harten Strafen, welche dis 2 Jahre Gesängniß auf Hebertretung der Margarine Gesetze legen.

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