Bremen, 1. Februar. Bei der Direction des „Norddeutschen Lloyd" ist folgendes Beileidstelegramm ein- gelaufen: „Altona. Angesichts des jähen Unglücks, welches den Norddeutschen Lloyd betroffen hat, drängt eS wich, mein tiefempfundenes Beileid auszusprechen. Heinrich, Prinz von Preußen."
Baden-Baden, 1. Februar. Der Bürgerausschuß hat gegen sechs Stimmen der Freisinnigen beschlossen, den Fürsten BtSmarck zum Ehrenbürger zu ernennen.
München, 1.Februar. Prinz Wolfgang, der 15 Jahre alte jüngste Sohn deS Prinzen Ludwig, ist gestern Abend «ach eintägiger Krankheit gestorben.
Wien, 1. Februar. Der auf dem Dampfer „Elbe" verunglückte Wiener Fabrikant LouiS Thewett war mit 30,000 fl. gegen Unfall versichert.
Paris, 1. Februar. Gutem Vernehmen nach wird der deutsche Botschafter Graf Münster im besonderen Auftrage als Vertreter deS deutschen Kaisers der Leichenfeier für Marschall Eanrobert im Jnvaltdendome beiwohnen.
London, 1. Februar. Der Agent des „Nordd. Lloyd" in Lowestoft erhielt folgende Depesche von der Königin Victoria: „OSborne, 1. Februar. Die Königin ist sehr betrübt über das gräßliche Unglück der „Elbe" und möchte gern Näheres über daS Befinden der Geretteten wiffen, sowie, ob Hoffnung vorhanden ist, daß noch mehr gerettet sind." Hierauf sandte der Agent folgende Antwort: „Mit aufrichtigem Dank für Ew. Majestät gütige Erkundigungen und Theilnahme freuen wir uns, berichten zu können, daß alle Geretteten wohl genug waren/ um gestern und heute nach London abzureisen. Leider ist indeffen keine Hoffnung vorhanden, daß mehr gerettet werden."
London, 31. Januar. Die tiefbetrübende Katastrophe, durch welche etwa 380 Menschen plötzlich und ohne jede Warnung ein Grab auf dem Grund des Meeres gesunden haben, bietet in ihren Einzelheiten wenig tröstliche Momente. Zu den wenigen gehört vor Allem der Umstand, daß Kapitän von Gossel getreu auf seinem Posten auS- geharrt und, wie es scheint, gelaffen dem Tode tnS Auge geschaut hat. Von den zur Zeit des Unglücks auf der Commandobrücke befindlichen Personen sind nur die beiden Lootsen gerettet, der Deutsche de Harde, der das Schiff auS der Weser geführt, und der Engländer Greenham, der bereits für die Fahrt durch den Kanal an Bord genommen war. ES scheint aber doch, daß im Augenblick der Katastrophe, 47 Seemeilen von Lowestoft entfernt, der Kapitän das Commando führte. Wie daS Unglück aber hat herbei- geführt werden können, sollten, wenn irgend Jemand, die Lootsen und geretteten Offiziere unS am ehesten erklären können, aber sie hüllen sich zur Stunde noch in beharrliches und leicht begreifliches Schweigen, und der dritte Offizier Stollberg meint sogar, daß die Sache wohl niemals zur Genüge würde aufgeklärt werden, da alle zur Zett des Unglücks auf der Commandobrücke befindlichen Personen ertrunken seien. Das widerspräche aber doch der Nachricht, daß beide Lootsen sich auf der Brücke befunden hätten. Auf die Urtheile der Paffagiere ist in solchen Dingen nun wohl weniger zu geben. Sie versuchen es auch eigentlich kaum, sich darüber au-zulaffen. Betrübend sind die Nachrichten von der ausgebrochenen Panik, aber Niemand wird den Kapitän oder seine Offiziere dafür verantwortlich machen wollen, noch dürfen wir, wo die Noth und der Schrecken so außerordentlich waren, vielleicht mit den Passagieren zu streng ins Gericht gehen, aber beklagenswerth bleiben die Kämpfe, baß Drängen und Ringen nach einem Platz im Boote immerhin, beklagenswerth bleibt es auch, daß unter 20 Geretteten kein Kind und nur eine Dame sich befindet — und diese ist doch nur noch wie durch ein Wunder in das rettende Boot gelangt. ES fällt auch allgemein auf, daß sich unter den 20 Geretteten nicht mehr als 5 Passagiere befinden.
London, 1. Februar. Der Lloyd Agent in Rotterdam schreibt von gestern: Der Kapitän des Dampfers „Crathie" berichtet: „Ich wurde durch die Erschütterung bei der Collision zu Boden geworfen- als ich wieder aufstand, befanden sich die Schiffe in einiger Entfernung von einander, so daß ich nicht viel Auskunft geben kann. Daß andere Schiff war ein großer Dampfer, wie ich glaube, mit 4 Masten. Auf die Frage des Agenten, ob er keine Schritte gethan habe, Mannschaft und Paffagiere zu retten, antwortete der Kapitän, sein eigenes Schiff habe sich in einem solchen Zustande befunden, daß er jede Minute den Untergang befürchtete. Er folgte dem andern Dampfer kurze Zett- dieser war aber schneller gelaufen alß die „Crathie"- er habe auch geglaubt, daß Alle außer Gefahr seien.
Loudon, 1. Februar. Die beim Untergang der „Elbe" Geretteten wurden heute von dem deutschen General Consul in London verhört. Daß Verhör dauerte den ganzen Tag.
Loudon, 1. Februar. Wie daß Reuter'sche Bureau auß Hiroshima meldet, wurden die chinesischen Fried enß- unterhändler heute vom Grafen Ito und dem Vicomte Mut u in Audienz empfangen.
Yokohama, 1. Februar. Nach einer amtlichen Depesche deß Generals Nogt übersteigt die Stärke deß Feindeß in der Nähe von Jtngkou 20000 Mann. Cavallerieposten, welche am 30. Januar einen Erkundigungßritt machten, berichteten, daß der Feind Lian Uang besetzt hätte und die westliche Abtheilung ein wenig nach Süden vorrückle. General Asi-Pang-Toa, welcher sich auf dem Wege nach L an Dang befand, war am 23. in der Nähe von Haitsching. Die chinesischen Truppen waren nirgendß auf der Straße nach Nyu-Tschwang sichtbar, weder östlich noch westlich von Jentai oder Tschan Hu-Tai oder Paitschiko.
Depeschen deß Bureau „Herold".
verli«, 1. Februar. In der ReichßtagßCommission zur Berathung der Umsturzvorlage wurde heute der vom Centrum gestellte Antrag berathen. In den Kreiß der Vergehen, deren Anpreisung im § lila der Regierungsvorlage mit Strafe bedroht wird, wird auch der Zweikampf aus
genommen. Dieser Antrag wurde mit 14 gegen 13 Stimmen angenommen. Dafür stimmten Ceutrum, Freisinnige, Socialdemokraten, dagegen Conservative, Nationalliberale. Darauf wird auch eia Antrag deß Eentrumß entsprechend dem § 205 (Außführung deß Zweikampfes) in den § 11 la ausgenommen, ebenso der § 258 (Erpressung), § 805 (Zerstörung von Brücken), § 317 (Zerstörung von Telegraphenanstalten), § 321 (Vernichtung von Wasserbauten). Bei der Gesammt- abstimmung über § Illa behalten sich die Abgeordneten v. Stumm, v. Hammerstein, Enneceeruß die endgilti^e Entscheidung sür die zweite Lesung vor. Darauf wird § lila mit 19 gegen 6 Stimmen angenommen. Dagegen stimmten Freisinnige, Socialdemokraten.
Berlin, 1. Februar. Wie die „Nationalzeitung" hört, hat sich unter dem Vorsitz deß Ministers v. Bötticher ein Comitö gebildet, welches demnächst einen Aufruf zur Leistung von Beiträgen für die Hinterbliebenen der mit der „Elbe" verunglückten Paffagiere und Mannschaften erlassen wird.
Berlin, 1. Februar. In der Budget-Commission deß Reichßtageß wurde heute daß Extra - Ordinarium deß Postetatß weiterberathen. Zur Vergrößerung eineß Poft - Grundstückes in Mannheim wurden die geforderten 169,165 Mk. genehmigt, desgl. für Wiesbaden 138,000 Mk. Damit ist der Postetat erledigt. Auch der Etat der Reichsdruckerei wurde angenommen.
Berlin, 1. Februar. Daß Reichspostamt macht bekannt, daß die Poft, welche mit dem Dampfer „Elbe" nach Amerika gehen sollte, beim Untergang der „Elbe" nicht gerettet werden konnte und als verloren zu betrachten ist.
Berlin, 1. Februar. Zu dem am Donnerstag Abend erfolgten Ausschluß des Abgeordneten Ahlwardt aus der Fraction der deutsch-socialen Reformpartei wird der „Staatsbürgerzeitung" gemeldet, daß das Verhalten Ahl- wardtß der Fraction gegenüber diesen Ausschluß unumgänglich nothwendig gemacht hat. Ahlwardt war zur gestrigen Sitzung nicht erschienen und da von ihm keine Erklärung darüber vorlag, ob und inwieweit er an dem Telegramm des „Münchener Volksblattes" bethetligt sei, so schied dieser Fall aus der Berathung uud Beschlußfassung auß. lieber die unmittelbaren Gründe des Ausschlusses wird demnächst eine osficielle Erklärung der Fraction erfolgen.
Berlio, 1. Februar. In der WahlprÜfungs-Commisfion wurde die Wahl des Abgeordneten Holtz (Reichspartei, 2. Marienwerder) beanstandet.
Frankfurt a. M., 1. Februar. Die „Franks. Ztg." meldet aus Petersburg: Die Adelömarschälle des Twer'schen Gouvernements sind ihrer Aemter entsetzt worden und für immer als unwürdig erklärt, öffentliche Aemter oder Staatsstellen zu bekleiden, weil sie eine gewisse Theilnahme der Semstwos an den Regierungsangelegenheiten befürwortet hatten.
Wien, 1. Februar. Sämmtliche Blätter schreiben die Hauptschuld der Katastrophe des Dampfers „Elbe" der Sucht zu, die Reisen so schnell wie möglich zurückzulegen. Auch sind die Blätter der Ansicht, daß sowohl die RettungS- vorschristen, als auch die Action der gesummten Mannschaft des Schiffes mit Ausnahme des CapitänS nicht auf der Höhe der Situation gestanden habe. Außerdem verurtheilen die Zeitungen sehr streng die Haltung des Commandanten des englischen Dampfers „Crathie", welcher nur auf seine eigene Rettung bedacht gewesen sei. Nachdem englische Schiffe sich wiederholt durch Gewissenlosigkeit uud Gemüthsrohheit her- vorgethan haben, erheische dieser neuerliche Vorfall die strengste Untersuchung und unnachfichtliche Bestrafung der Schuldigen.
Graz, 1. Februar. Den von antisemitischer Seite an den allgemeinen deutschen Turnverein gerichteten Antrag, aus der deutschen Turnerschaft auSzuschetden und sich dem antisemitischen Turnerbund anzuschließen, lehnte der Turnverein nach lebhafter DiScussion ab.
Triest, 1. Februar. In dem Gebiet der Karot wüthet ein furchtbarer Schnee sturm. Die Züge blieben vielfach stecken. Dieselben mußten auSgeschaufelt werden. Es wird eine vollständige Sistirung deß Bahnverkehrs befürchtet.
Venedig, 1. Februar. Infolge des anhaltenden Orkans sind zwei Schiffe in der Nähe deß Hasenß gescheitert. Die Bemannung derselben konnte gerettet werden.
Paris, 1. Februar. Der Senat hat gestern die Berathung der Amnestievorlage begonnen. Man nimmt an, dieselbe werde heute im „Osficiellen Journal" erscheinen.
Paris, 1. Februar. Nach der gestern von der Regierung angenommenen Gesetzesvorlage ist die Insel du Salut in Guayana als Ort für die Deportirten anzusehen.
Loudon, 1. Februar. Das Verhalten des Capi- tänß deß Dampfers „Crathie" wird immer schärfer ver- urtheilt und alß Feigheit bezeichnet. Die geretteten Passagiere der „Elbe" sagen aus, daß sie den Dampfer „Crathie" noch zwei Stunden nach dem Zusammenstoß in der Nähe der Unglücksstätte gesehen hätten. Er habe jedoch einen Umweg um den gesunkenen Lloyddampfer gemacht und nichts gerhan, um Menschenleben zu retten, was ohne größere Schwierigkeiten noch möglich gewesen wäre.
London, 1. Februar. Wahrscheinlich sind noch mehrere Schiffe dem Sturme zum Opfer gefallen. Ein Schleppdampfer und ein Rettungsboot, welche vorgestern Nacht von Ramsgate in See gingen, find noch nicht zurückgekehrt.
Loudon, 1. Februar. Gestern hat in Portsm outh der Stapellauf deß größten englischen Panzerschiffes statt- gesunden. Daß Schiff wurde von der Prinzessin Louise „Majestic" getauft.
Lowestoft, 1. Februar. Heute früh sind mehrere Fischerboote hier eingetroffen, die jedoch keinerlei Nachrichten über daß noch vermißte Rettungsboot der „Elbe" ; brachten- es find auch keine Leichen angeschwemmt. Die ge- | retteten Passagiere find heute nach London abgereist. Der zur Aufsuchung des Booteß ausgesandte Schleppdampfer ist unverrichteter Sache zurückgekehrt. Daß Wetter ist nach wie
vor furchtbar stürmisch und sehr kalt. Nach den letztem Meldungen hat man nun alle Hoffnung, die Vermißten zu retten, ausgegeben.
Antwerpen, 1. Februar. Daß deutsche Schiff „Au st ralia" gerieth heute Nachmittag im hiesigen Hafen in Brand. Daß Feuer entstand in den Dorrathßräumen. Der Schaden ist ein bedeutender. Trotzdem die Feuerwehr unausgesetzt thätig ist, dürfte von dem Schiffe kaum etwas zu retten sein. Ungeheure Volksmengen haben sich am Hafen angesammelt und sehen dem Brande, der noch wüthet, zu.
Warschav, 1. Februar. Die Verhaftungen kath«. lischer Geistlichen in Congreß - Polen und Litthaue» dauern noch immer fort, angeblich, weil die Polizei in Priester-Seminareu Schriften mit Beschlag belegt habe, welche beweisen, daß zahlreiche Priester und Zöglinge einem gegen die bestehende Rechtsordnung gerichteten Geheimbunde angehören.
Gieße«, ben 2. Februar 1895.
♦♦ Neuorganisation der höheren Behörden Hessens. Tin bei der Zweiten Kammer der Stände etngegangener Antrag der Abgg. Dr. Osann und Genossen (eß haben mitunterzeichnet die Abgg. SturmselS, Hechler, Graf Oriols, Bergsträßer, WolfSkehl, Reinhart, Erk, Friedrich, Dr. Vogt, Hirsch, Jöckel, Westermacher, Möllinger, Muth, Breimer, Haaß'Hainstabt, Haas-Offenbach, Dr. Heidenreich, Dr. Schröder, Wernher, Schönfeld, Mülberger, Weith, Pfannsttel, Zinßer, Lautz, Weber, Euler und Metz-Darmstadt) geht dahin, hohe Kammer wolle Großherzogliches Staatsministerium ersuche«, die Frage der Neuorganisation der höheren Staatsbehörden in Erwägung zu ziehen, demnächst eine Commission zur Berathung darüber zu berufen und zu einer entsprechenden Neuorganisation der höheren Staatsbehörden zu schreiten.
*• Beschleunigung des Strafverfahrens. Daß Großh. Ministerium deß Innern und der Justiz hat folgendes Rundschreiben an die Gerichte erlassen: „Der schon vor einigen Jahren gemachte Hinweiß auf die Nothwendigkeit einer schleunigen Erledigung der Straffachen scheint nicht überall die gehörige Beachtung gefunden zu haben. Namentlich ist neuerdingß mehrfach die Wahrnehmung gemacht worden, daß in Fällen, in denen gegen ein Straferkenntniß die Berufung erfolgt, theils durch verspätete Einsendung der Acten an die höhere Instanz, theilß durch allzuwette Hlnauß- schiebung des Termins zur Hauptverhandlung seitens deß Berufungsgerichts der endliche Austrag der Sache in unliebsamster Weise verzögert worden ist. Im Hinblick darauf, daß jede schleppende Strafrechtspflege geeignet ist, das Ansehen der Gerichte zu schädigen, die Zuverlässigkeit der that- sächlichen Feststellungen zu gefährden und den Eindruck deß Unheils auf den Thäter, wie auf die Bevölkerung abzuschwächen, empfehlen wir Ihnen wiederholt und eindringlichst, eine thunlichft rasche Erledigung aller Strafsachen in der ersten wie in der Berufungßinstanz mit allen Kräfte« anzustreben."
H. Neues Theater. In einem „Eingesandt" der letzten Nummer kommen mehrere Theaterbesucher auf die Ursachen des schlechten Besuches, den die Vorstellungen des Herrn Reiners erfahren, zu sprechen. Die Ausführungen der Herren sind zweifellos richtig und auch wir möchten Herrn Reiners ganz besonders davor warnen, Stücke anzukündtgen, die nachher nicht am festgesetzten Abend zur Aufführung gelangen, sowie bei gewissen Vorstellungen — sei eß Benefiz oder Novität — daß Abonnement aufzuheben, oder einen Aufschlag eintreten zu lassen. Aber wir dürfen doch nicht Übersehen, daß das hiesige Publikum von Anfang dieser Spielzeit an daS Unternehmen deß Herrn Reinerß so wenig unterstützt hat, daß Herr Reinerß bet Stücken, die für ihn eine besondere Ausgabe bedeuten, zu besonderen Mitteln greifen zu müssen glaubte, um auf die Kosten zu kommen. Gleichwohl war die Anwendung dieser Mittel, wie eß sich gezeigt hat, ein Fehler, den wieder gut zu machen, Herr Reinerß hoffentlich versuchen wird. ES bleiben immerhin noch acht Wochen Spielzeit, in denen sich manches erreichen läßt, wenn daß Publikum seine Mitwirkung nicht endgültig verweigert. Seither hatte die Theaterdirection auch in Betreff der Wahl der Stücke einen schweren Stand. Der eine Theil deß Publikums wünschte ältere bewährte Lustspiele von Benedix, Moser, Schömhan und Co., der andere „moderne", womöglich französische Sachen- aber mochte nun Herr Reiners etwas AlteS oder etwas Neues geben — ins Theater kam doch Niemand. Vielleicht gelingt eß Herrn Reinerß jetzt, nachdem sich auch einmal daß Publikum öffentlich ausgesprochen hat, durch Beobachtung einer festen Preiß- grenze und durch Abwechslung in der Wahl der Stücke den geäußerten Wünschen zu entsprechen. Auch glauben wir, soweit wir die hiesigen Verhälinisse zu beurteilen vermögen, daß sich einige Vorstellungen zu ermäßigten Preisen empfehlen würden. Ein Versuch könnte keinenialls schaden. — Statt der angekündigten Vorstellung „Der Störenfried" wurde gestern Abend wegen Erkrankung von Frl. Egger Sudermanns „Heimath" wiederholt und erntete reichen Beifall.
* Der Carnevaloerein Gießen veranstaltet morgen Sonntag eine große carneoalt st ische Sitzung mit Damen und nachfolgendem Tanz im „Hotel Einhorn". Freunde eines gesunden Humors sind hierzu höflichst eingeladen. Der Eintritispreis ist so gestellt, daß Jedermann in der Lage ist, theilzunchmen. (Näheres siehe Placate und Annonce.)
Todesfall im Bahazuge. D e Tochter eineß Ein- pohnerß von Neunkirchen, welche, weil krank, gestern von ihrem Vater von Frankfurt auß nach ihrer Heimath gebracht werden sollte, starb bei Großen Linden im Coupe. Die Leiche wurde hier außgeladeu und nach dem Friedhöfe gebracht.
♦♦ Daß diesjährige mittelrheimsche Berbandsschießen findet in der Woche vom 23. biß 30. Juni in Wormß statt.


