— Die diesjährigen Herbstmanöver der Großh. Hessischen (25.) Division finden voraussichtlich in Rheinhessen statt.
— Ernennungen. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: am 26. d. M. den Oberförster der Obersörsterei Vadenrod Karl Hofsmann zu Storndorf mit Wirkung vom 1. April d. I. in gleicher Dtenstcigenschaft in die Oberförsterei Heppenheim zu versetzen; die Forstassessoren Eduard Heß aus Miinster im Kreise Gießen und Julius Hein aus Hanau mit Wirkung vom 1. April d. I. zu Oberförstern der Obersörstereien Homberg resp. Vadenrod zu ernennen; denKreisbauausseher-Aspiranten Jacob Hofmann aus Griesheim zum Kreisbauaufseher bei dem Kreisbauamte Grimberg auf Widerruf zu ernennen.
. nun tn den zahlreichen Schriften
des Comemus auch kein psychologisch begründetes System der Erziehung enthalten ist, so kann man doch sagen, daß unsere heutige Pädagogik zum großen Theil eine Anwendung und Verarbeitung, ja in vielem eine Rückkehr zu den Gedanken und Anschauungen jenes großen Meisters ist. Reicher Beifall und der Dank der Versammlung lohnten den Redner für seine vortrefflichen Ausführungen. Nachdem der Vorsitzende noch den von den Versammelten mit freudiger Zustimmung aufgenommenen Wunsch ausgesprochen, daß die Lehrkörper der einzelnen Schulen durch Beitritt zu der bestehenden Comeniusgesellschaft ihrer Verehrung für den großen Meister thätigen Ausdruck geben und auf diese Weise auch mithelfen möchten an der Verbreitung des Geistes und der Schriften jenes großen Mannes, wurde die Versammlung geschlossen. a
Abg. Hultzsch begründet diesen Eventualantrag. Wenn der »nttag Menzer durchgesührt werden sollte, so würde dte deutsche Labaktnduslrte schwer geschädigt worden, wenn nicht gleichzeitig eine des -Zolls für deutsche Tabakfabrikate einträte. Eine solche tm Interesse der in der Tabaktndustrie beschäftigten Arbeitskräfte unbedingt vermieden werden.
Abg. Möller (nL): Der Antrag Menzer sei so nicht durchführbar; eine eingehende Behandlung sei heute nicht mehr möglich, werde deshalb dagegen stimmen. Er hoffe tndeß, daß die
Uerung Anlaß nehmen werde, die Lage der Tabaksbauer zu oeruckstchttgen. 0
. Abg. Fritzen (Str.) erklärt, daß die Mehrheit des Centrums den Antrag Menzer ablebne.
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. . Abg. v. Kleist-Retzow (cons.) erwartet von der Zollerhobuna keinen Nutzen für den Tabacksbau, wohl aber eine Benachthetltgung der Industrie. D °
Abg- Graf Hompesch (Ctr.) befürwortet den Antrag Menzer.
.®er Eventualantrag Hultzsch wird angenommen, der so erweiterte Antrag Menzer aber mit 205 gegen 66 Stimmen abgelehnt.
Der Etat der Zölle und Verbrauchssteuern wird genehmigt.
Postetat gestellter Antrag des Abg. Graf^Kanttz (den Reichskanzler zu ersuchen, Anordnungen dahin zu treffen daß ^"Ortskrankenkassen gestattet werde, bei Führung ihrer Corresoondem bk Aufschrift „Portopflichtige Dienstsache" in Anwendung zu bringen) wird abgelehnt. i
Rest des Reichshaushaltsetats w*rd angenommen ebenso I das Etatsgesetz und das Anleihegesetz. »glommen, eoenso
__ Morgen 12 Uhr: Heutige Tagesordnung, ausgenommen Etat.
I Sitzung Großh. Handelskammer vom 25. März 1892. Anwesend waren die Herren: Koch, Gail, Heichelheim, Homberger, Klingfpor, Kraatz und Wortmann. Vor Beginn der Tagesordnung gedenkt der Vorsitzende in warmen Worten des Heimgangs Sr. Königl. Hoheit
I des Großherzogs: „Seit die Kammer zum letzten Male I gemeinsamer Berathung sich hier zusammengefunden, sei durch das allzufrühe Hinscheiden unseres allgeliebten Landesherrn in unferm engeren Vaterland und weit über seine Grenzen hinaus tiefe Trauer eingekehrt. Wie sich an seinen Namen als tapferen Mitkämpfer für die Wiedererstehung unseres deutschen Vaterlandes unvergänglicher Ruhm knüpfe, so sei Er stets eifrig bemüht gewesen, in treuer Erfüllung der Regentenpflicht die Wohlfahrt des Landes zu fördern, allen Bestrebungen, welche auf Stärkung und Hebung von
I H°"del und Industrie, dieser Stützen nationalen Wohlstandes, I gerichtet sind, habe der Hohe Verblichene allezeit ein warmes Herz entgegengebracht. Aufrichtig und tief empfunden sei darum dw Trauer, welche auch hier zum Ausdruck komme. Rach bleiern Tribut des Dankes und der Verehrung für den i uun uu^citn vcoiq immer
I ^et"1^9Qn9enen dürften wende sich unser Blick voll Hoffnung I angesanaenen Werke. Wenn I und Vertrauen auf den erlauchten Thronerben, Sr. Königl.
I Hoheit Ernst Ludwig, dem die Kammer ihre Huldigung und die Versicherung unwandelbarer Treue darbringe. Die
I Handelskammer theile das allgemeine Vertrauen, daß I königl. Hoheit gleich Seinen Vorfahren das Beste des Landes allezeit zu fördern bestrebt sein werde. Der Vorsitzende schloß mit dem Wunsch, daß der Allmächtige die Regierung Sr. Königl. Hoheit segnen möge. Die Mitglieder der Kammer hatten sich während dieser Rede von ihren Sitzen erhoben. Zum Antrag Menzer und Genossen ist Seitens der Kammer eine Petition an den Reichstag
I gerichtet worden, dahingehend, jenen Antrag abzulehnen. — j Interessenten werden darauf aufmerksam gemacht, daß in dem diesjährigen Februarheft des deutschen Handels-Archivs Theil L, S. 254 eine Zusammenstellung der bei der Einfuhr von Gold- und Silberwaaren nach Groß- britanien zu beachtenden Vorschriften über den Feingehalt mitgetheilt ist. Das Bureau der Handelskammer ist bereit, Auskunft zu ertheilen. — Unser Vertreter beim Königlich Preuß. Bez.-Eisenbahnrath Hannover berichtet über die in letzter Sitzung desselben zur Mittheilung gelangten Fahr- P l an-Ae n d erung en, welche wir bezüglich der Main- Weserbahn nachstehend zur Kenntniß bringen. Aenderungen zum Fahrplan der Main Weserbahn ab 1. Mai 1892 a)Jßeri°nenäu9 106 (I.-IV. Kl.) Cassel-Gießen, ab Cassel 6- Dm., ab Marburg 900 Vm., in Gießen 943 Vm. Der 3uß hot in Guntershausen Anschluß von Thüringen, in Wabern Anschluß nach Wildungen, in Marburg von Erndtebrück und nach Creuzthal, in Gießen nach Coblenz und Deutz und findet in Gießen unmittelbare Fortsetzung durch den j künftig als Personenzug verkehrenden Omnibuszug 414 (neu 106) mit Ankunst in Frankfurt 11« Vm b) Personenzug 107 (I.-IV. Kl.) Marburg-Cassel ab Marburg Abends 812 (im unmittelbaren Anschluß an den jetzigen Personenzug 99 - künftig 107 — von Frankfurt a- M.) in Cassel 1022 Abends. Der neue Zug 107 bietet in Marburg Anschluß von Creuzthal, in Treysa Anschluß von Eschwege, in Guntershausen nach Thüringen, c) Zug 104a ab Marburg 811 Abends, in Gießen 912 fällt aus d) Personenzug 94 fährt 11 Min. später von Marburg, ab o- Morgens, in Gießen 6", in Frankfurt 8». e) Personen- Zug 98 aus der Strecke Marburg (ab io3) —Gießen (un Ju4y^ad)m,) "eu eingelegt, f) Schnellzug 74 Cassel ab bn Nachm., überfährt Station Treysa, in Gießen 8™ tn Nauheim (91*) in Frankfurt 101* Abends, g) Schnelles ab Frankfurt 712 Abends, in Gießen 812, überfährt Kirchhain, Treysa, Wabern und Wilhelmshöhe, r 1 "^lkCnb8'K4nh) Personenzug 407 ab Friedberg srüh 4-, m Gießen 512, ab 622, in Fronhausen an 62£ i) Schnellzug 53 ab Frankfurt a. M. 1012 Abends, überfährt Station Friedberg, hält in Nauheim 1112, in Gießen U57 in Cassel 212 früh. ”'
i jugendlicher Arbeiter in Hechelräumen, sowie in Räumen ähnlicher Bestimmungen, zu.
München, 29. März. Der Magistrat beschloß, bei der Staatsregierung die Bestattung durch f a c u l t a t i v e L e i ch e u- Verbrennung zu befürworten und ein gcmeinliches Crema- tonum nicht zu errichten.
Kisfingen. 29. März. Fürst Bismarck wurde zum bestimmten vierwöchentlichen Aufenthalt für diesen Sommer heute angemeldet.
Wien, 29. März. Den Veranstaltern der Theater-Ausstellung wurde für den Spätsommer der Besuch des Kaisers Wilhelm angekündigt.
Wien, 29. März. Die gestern wegen Besitzes von Dynamit Verhafteten sind bei Bahnbauten beschäftigt gewesene Italiener. ö b
Prag, 29. März. Bei den gestrigen Straßenkund- gebungen vor dem Gebäude der Zeitung „Narodni Listy" wurde ein Polizist durch einen Steinwurs am Kopfe und Fuße erheblich verletzt. Die Verhafteten sind zumeist Arbeiter, auch ein Student und ein Gewerbeschüler befindet sich darunter.
Dte Abstimmung erfolgt auf Antrag des Abg. v. Kardorff durch Namensaufruf. Das Resultat ist die Ablehnung des Antrags v Manteuffe u. Gen. mit 177 gegen 109 Stimmen. Dafür stimmen die Rechte, dte Nationalliberalen und dte Polen
Abg Stadthagen (Soc.) führt Beschwerde darüber, daß bei ^k.?^"fic-tionsarbetten auf Helgoland italienische Arbeiter be- üfttgt würden, weil dieselben billiger arbeiteten als die dortigen Arbeiter. Gleichzeitig berührt er den Vorfall einer Schlägerei zwischen Martnesoldaten und Helgoländern, den er auf einen Ueberfall der Ersteren auf dte Helgoländer zurückführt.
Staatssecretär Hollmann erwidert, daß die Arbeiten tn Sub- mrsston vergeben seien. Uebrigens würden auf Helgoland nicht genug Arbeiter aufzutreiben sein. Bei der erwähnten Schlägerei habe es sich keineswegs um einen Ueberfall gehandelt.
Der Marineetat wird angenommen.
Beim Jufttzetat wird dte Resolution des Abg. v. Bar u. Gen. auf Vorlegung etn,s Gesetzentwurfs betr. dte Auslieferung von ver- «rtyetlten und angeschuldtgten Personen an auswärtige Regierungen । gegen die Stimmen der Linken abgelehnt. B B I
o. n Abg Liebermann v. Sonnenberg (Antts.) versucht den I L l Sprache zu bringen, wird aber vom Vicepräsidenten
Grasen Balleftrem mit dem Bemerken daran verhindert, daß es sich hier um eine Sacot r«n,Ma-Micher Juslizpfl-gc handlc.
Der Etat des Justtzamts wird angenommen.
Zum Etat der Zölle war in zweiter Lesung der Antrag qrC11V^' iQUV ^^ung des Zolls für Tabakblätter von t» auf 125 Mk. eingebracht.
Abgg. Hultzsch (cons.), Grumbt und Merbach (Rp.) bean- tragen nur für den Fall der Aufrechterhaltung des Antrags Menzer eine gleichzeitige entsprechende Erhöhung der Zollsätze für fabrtcirten
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». ue@<nCOentn.) “16 S°ch°-.ständig-r färben Antrag
lRp.): Mangel an Patriotismus ^nr ^er Vorlage nicht zugefchrteben; denjenigen aber, t“r bie Forderung eintreten, müsse doch das Recht zustehen, s°fln Nothwendigkett der Kreuzer im Interesse
d^rlhetdtgung des Vaterlandes auszusprechen.
,.„6; Rickert (dfr.): Frhr. v. Stumm bewillige ja immer ein Schiff während er zwei, welche die Martneverwaltung gletch- .'ür nothwendig erklärte, ablehne. Er schädige also auch dte ^9 m?m/ Vaterlandes! UebrigenS bewillige der Reichstag
3-1 l?ncn ^ur Martnezwecke; die Marine werde also nicht vernachlässigt.
StaatSsecretär Hollmann bemängelt diese letztere Angabe.
®raf Arnim (Rp.) läßt dahingestellt, ob der Lärm, den Nlcrert vollsuhrte, patriotisch gewesen; aber wenn mit einem der alten Holzkasten ein Unglück geschehe, werde er dte Herren an ihr heutiges Votum erinnern.
— Eomeniusfeier. Wenn der hiesige Lehrerverein im Hinblick auf das Hinscheiden unseres allverehrten Landes- fursten von einer öffentlichen Feier gelegentlich des drei- yundertiahrigen Geburtstages des großen Pädagogen J oh. Amos Comentus absehen mußte, so glaubte er es doch em Andenken an das Wirken und Streben eines solchen l^uIbi9 5U *ein' diesen Tag nicht ohne eine stille s lbad)<^16 nCr v°rübergehen zu lassen. Es vereinigten sich ^inf?OntQs' ben 28‘ März, zahlreiche Mitglieder dieses -Vereins m dem oberen Saale der Restauration Bavaria, c,lnc§ ihrer größten Meister einige Stunden zu weihen. Nach einer kurzen einleitenden Ansprache an die Versammelten durch den Vorsitzenden des Vereins, Herrn e oenHi* ’?'< ^ieIt <>err Lehrer Feuerbach die
eigentliche Gedachtnißrede. In klarer, fesselnder Weise gab Redner zunächst em Lebensbild des berühmten Pädagogen. Geboren am 28. März 1592 zu Niwnic in Mähren! stu- öirte Comcn.us m unserer Nachbarstadt Herborn, die damals noch eine Universität besaß, sowie in Heidelberg. Nach seiner Rückkehr in die Heimath wurde er dann nacheinander Leiter verschiedener Schulen und begann auch seine Thätiqkeit al« pädagogischer Schriststeller. Balü aber brachen über Böhmen und Mahren die Stürme des dreißigjährigen Krieges herein; Comenlus, aller seiner Habe beraubt, muß mit seinen Glaubensgenossen, den böhmischen Brüdern, die theure Heimath
? bon der Zeit an ist sein Leben eine stete
„Pilgnmschast, kein Vaterland". Nach Beendigung des dreitzigiahrigen Krieges will er mit seinen Glaubensbrüdern, deren B schof er geworden ist, in die Heimath zurückkehren, sie bleibt ihm, dem Nichtkatholiken, verschlossen. So ziehe er wieder in die Fremde, seine Anhänger werden in alle We t zerstreut. Nachdem er in Ungarn auf Einladung eines dortigen Grafen das Schulwesen geordnet, glaubt er in Lissa I tn Polen, wo er vorher schon einmal Zuflucht gefunden hatte, ^ne Statte für ruhige pädagogische Wirksamkeit zu finden.
« o°«Cr bn*t. ber ^eg zwischen Polen und Schweden aus; Viffa wird eingenommen, Comenius muß abermals arm von dannen ziehen. Endlich findet er in Amsterdam einen rul^gen Aufenthalt. Dort gibt er dann seine pädagogischen Schriften heraus^ dort in den Niederlanden findet er, der "7 fel6f* faflt ~ Beit seines Lebens „ein Mann der Sehnsucht gewesen, seine Ruhe in Gott. In Narben bei Amsterdam liegt er begraben. Redner wandte sich hierauf den pädagogischen Schriften des Comenius zu, und zeigte, wie weit er seiner Zeit voraus war, so daß er mit Recht "°er «eher unter den Pädagogen" genannt werden darf. Waren die Schulen jener Zeit wahre Kerker für die Jugend, fo moUte Comenius aus ihnen Heimstätten ber Freude und fnWtd&er und darum gedeihlicher Arbeit machen; in seiner
. bQ§/ was allein den Lehrenden erst zum Lehrer und Erzieher macht, die Liebe zur Jugend. Und diese seine Liebe zur Jugend war es, was ihn neben G°ttvertrauen aufrecht erhielt bei all den vielen Schicksalsschlagen, die er erduldet, und was ihn bei aller äußeren Noth immer weiter arbeiten ließ an seinem
®a§ am 29. März ausgegebene Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 11 enthält: 1. Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz zur Ausführung des Reichsgesetzes vom 1. Juni 1891, die Abänderung der Gewerbeordnung betreffend. 2. Bekanntmachung Großherzogl. Ministeriums des Innern und der Justiz, die den Krankenkassen und örtlichen Stellen für die Einziehung der Jnvaliditäts- und Altersversicherungtz Beiträge von der Versicherungsanstalt „Großherzogthum Hessen" zu leistende Vergütung betreffend.
— Aus Darmstadt wird der „Kl. Presse" geschrieben: „Der jetzige Großherzog von Hessen hat, wie das beim Regierungsantritt eines Herrschers Gebrauch ist, ous dem ganzen Lande zahlreiche Depuiationen empfangen. Der junge Fürst hat bei diesen Gelegenheiten verschiedene Aeuße- rungen gelhan, die erkennen lassen, daß ihm, wie seinem Vater und seiner Mutter, die Sympathie der Hessen nicht fehlen werde. So äußerte er u. A., daß die Bestrebungen der Schulen daraus gerichtet sein müßten, das die Confessionen und Stände Trennende so viel als möglich zu beseitigen oder wenigstens zu mildern, vor Allem aber die Menschen zu versöhnen und nicht gegenseitig abzustoßen. Auch den Verhetzungen des Antisemitismus gegenüber sprach sich der Groß- herzog in gleichem Sinne wie fein verstorbener Vater aus
Coeale# uttö provinzielle».
Gießen, 30. März 1892.
— Wie wir aus sicherer Quelle hören, verläßt Herr Dl? Aollbrock Mitte April Gießen und folgt einem Rufe nach Wismar in Mecklenburg.
Unglücksfall. In einer Lehmgrube an der Hardt verunglückte heute Morgen ein Shbeiter dadurch, daß er von einer, einem herabfallenden Baum nachrutschenden Lehmmaffe verschüttet wurde; als der Verunglückte hervoraezoaen worden, war er eine Leiche.
Nenefte Nachrichten.
E°W telkgraphisches Lorresponden^Bureim
Berlin, 29. März. Der Kaiser nahm heute Nachmittag bei dem Minister Bötticher den Thee ein.
. - 29. März. Der „Reichsanzeiger" theilt mit,
baß der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wie in den Vorjahren eine Proelamation erlassen hat, tn welcher er Jedermann warnt, sich zum Zwecke des Fanges von Seehunden und Robben in baä Behringsmeer innerhalb des Hoheitsgebietes der Vereinigten Staaten ru begeben. 0
^..5 d"tb, 29. März. Der heutige Ministerrath beschäftigte sich mit dem Dynamit-Attentat in der Rue Clichy. Loubet conferirte mit dem Justizminister, den Justizbeamten und dem Polizeipräsecten. Man glaubt, es seien sehr wichtige Beschlüsse gefaßt worden.
Petersburg, 29. März. Anläßlich der Comenius- feier sand gestern in dem hiesigen Lehreriustitut eine Fest- Versammlung statt, worin mehrere Redner die pädagogischen Verdienste des Comenius feierten. Morgen wird eine Ge- dachimßfeier im Museum und in den Militärlehranstalten stattfinden.
Depeicven btt „Bureau Herold".
Berlin, 29. März. Im Neubau der Baseler Lebensversicherungs-Gesellschaft in der Friedrichstraße stürzte die Brunnenbaggermaschine ein. Es gab zwei Todte und drei Verwundete.
r rr 30- März. Dem „Berliner Tageblatt^ zusolae soll Minister v. Bötticher den Wunsch ausgedrückt haben, das Oberpräsidinm in Hessen-Nassau zu übernehmen, doch wird in Parlamentskreisen geglaubt, man werde ihn wohl bewegen, im Amte zu verbleiben.
lr k Berlin, 30. März. Den „Bert. Polit. Nachr." zufolge ist das Vermögen des Welsenhauses, 42,000,000 Mk., tn das Staatsschuldbuch eingetragen und bleibt nach wie vor zur Verfügung Preußens bestehen. Die Zinsen in Höhe von 4 pCt., abzüglich der Verwaltungskosten fließen dem Fidei- , commiß der Nutznießer zu.
Berlin, 30. März. Dem Bundes rathe ging der i Gesetzentwurf, betr. Bestimmungen über die Beschäftigung ।


