Ausgabe 
31.12.1892
 
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Berlin, 29. December.

Die Conferenz der bethei-

auszubringen ist.

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Panama-Scandals große Volksdcmonstrationen für den in der zweiten Januarwoche erfolgenden Wiederzusammentritt des Parlaments an und daß es bei dieser Gelegenheit leicht zu einem revolutionären Putsch kommen könnte, bedarf gewiß keiner speciellen Versicherung. Das neue Sensationsgerücht, eS fei ein für zahlreiche Senatoren und Deputirte hoch- compromittirendes Copirbuch der Panama Gesellschaft auf­gefunden worden, wird amtlicherseits für unbegründet erklärt. Die PetersburgerNowoje Wremja" sagt, Frankreich habe durch den Panama-Scandal erheblich an feiner Bündniß- kraft eingebüßt und könne darum für Rußland keine ver­läßliche Stutze mehr bilden. Das ist 'mal eine bittere Pille für die Franzosen!

Erhöhung der Börsen steuer, ist auf den 5. Januar hierher zusammenberusen.

ligten Handelskammern und Börsen, betreffend die geplante | theilungen an bedeutenden Summen direct an Chefredacteure und Directoren von Zeitungen erfolgt sind, im Ganzen dürfen

Das Gesuch des Herrn Emil Kalbfleisch um laubntß zurBergrößerung etnes Gartenhauses am Schiffenberger- weg soll beanstandet werden. Gesuchsteller hat, nachdem ihm Er- laubniß zur Errichtung eines Kamins am bezeichneten Ge­bäude enheilt worden, mit Ausführung dieser Arbeit eine Vergrößerung des Gartenhauses vorgenommen, ohne hierzu die Erlaubniß zu besitzen.

Die Vergebung der Arbeiten zur Ummauerung eines Dampfkessels im Schlachthause, welche zu 450 Mk. veranschlagt waren, hat Aufgebote bezüglich der Maurer- und Schlosserarbeiten ergeben, wogegen die Gußeisenlieserung zum Voranschlagspreise erfolgen kann. Es wird beschlossen, den vorgesehenen Credit auf Mk. 510, entsprechend den ge­schehenen Aufgeboten, zu erweitern.

Der Ausbau des zwischen Ludwigsstraße und Stefan- straße gelegenen Theils der Liebig st raße ist im laufenden Voranschlagsjahr, nachdem Mk. 9600 in den Voranschlag eingestellt gewesen, nicht zur Ausführung gekommen. In vorgenannter Summe war die Anlage erhöhter Trottoirs, sowie die Pflanzung von Bäumen nicht vorgesehen. Es wird beschlossen, unter Bewilligung der für die bezeichneten An­lagen entstehenden Kosten im künftigen Voranschlag an Stelle des Credits von Mk. 9800 einen solchen von Mk. 12000 zu fetzen.

Das Gesuch des Herrn Leopold Schütz um Concession zum Wirthschastsbetrieb für das Haus Wetzsteingasse 8 wird nicht beanstandet.

Neueste Nachvichtei».

Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau.

Berlin, 29. December. Der Kaiser und die Kaiserin empfingen heute Vormittag von dem Garnisonspfarrer Frommel das Abendmahl. Der Kaiser conserirte darauf mit dem Kriegsminister, dem Chef des Militärcabinets und Mittags mit dem Reichskanzler Caprivi.

Berlin, 29. December. Die Stadtverordneten über« wiesen den socialdemokratischen Antrag, betreffend Vornahme städtischer Arbeiten zur Linderung der Roth, einer sünfzehngliederigen Commission.

strikt 'ganz, Camphausen theilweise,- auch soll Heinitz ganz striken.

Paris, 29. December. In der Polizeipräfeotur fand heute Nacht um 1/21 Uhr eine Explosion oberhalb des Gemeindelaboratoriums statt. Das Bureau des Polizei­personals ist vollständig zertrümmert. Es wurde Niemand verwundet. Der Urheber wurde nicht entdeckt- Dynamit wurde bei dem Attentat nicht verwandt. Man vermuthet den persönlichen Racheact eines entlassenen Polizisten.

Paris, 29. December. Der Sachverständige Girard glaubt, die Explosion in der Polizeip räf ectur sei durch eine 200 Gramm Pulver und Eisenstücke enthaltende Sturzbombe verursacht, welche der Attentäter in die auf der Haupttreppe befindliche Holzkiste bereits gestern Nachmittag niedergelegt habe. Die Explosion hätte, Tags erfolgt, voraus­sichtlich Menschenverluste herbeigeführt. Von mehreren anderen Seiten wird das Attentat den Anarchisten zu­geschrieben.

Paris, 30. December. Der Ministerrath ist stür­misch verlaufen. In Folge von Differenzen betreffs der Strafverfolgung von weiteren Abgeordneten, sowie über die Maßregeln gegen die Action der socialistischen Comites kam es zu einer offenen Spaltung. Unter dem Vorsitze Cluse- rets constituirten die socialistischen Abgeordneten in verschie­denen Richtungen socialisttsche Actionsgruppen. Einige ge­mäßigte sozialistische Abgeordnete protestirten dagegen. Die Ilnrersuchungscommission stellte fest, daß zahlreiche Ver-

es etwa sieben Millionen gewesen fein. Viele Blätter er­hielten überdies Betheiligungen an Garantiesyndicaten, be­sonders derFigaro", derMatin" undle petit Journal". Selbst für nicht stattgehabte Emissionen wurden Vorschüsse gezahlt. ______________

Saarbrücken, 30. December. Bei der heutigen Frühschicht standen von neun Berginspectionen 8557 Mann aus, es sind also nur zwei Jnspectionen ganz angefahren.

Sitzung -er Stadtverordneten

am 29. December 1892.

Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, Herren Bei- I geordneten Georgi und Grüneberg, von Seiten der Stadt- I verordneten die Herren Adami, Habenicht, Heyligenstaedt, I Jughardt, Keller, Löber, Petri, Schiele, Simon, Dr. Thaer, I Vogt und Wallenfels.

Der nach der Städteordnung vor endgültiger Genehmigung I einer Vorprüfung durch die Finanzdeputation zu unterziehende I Verwaltungsbericht der Großherzoglichen Bürgermeisterei I nebst Rechnung der Stadt Gießen für 1891/92 ist I den Mitgliedern der Stadtverordneten-Versammlung im Druck unterbreitet worden. Es wird befchlossen, den Vorsitz in der I Commission während dieser Vorprüfung wie in früheren Jahren I Herrn Homber'ge r, für welch^ im Falle der Verhinderung, I Herr Scheel als Stellvertreter eintritt, zu übertragen. (Wir I theilen, soweit dies nicht bereits in unseren Sitzungsberichten I im Lause des Jahres 1891/92 geschehen, das Wesent- I lichste aus dem Verwaltungsbericht weiter unten mit. Red.)

Der Voranschlag über die sachlichen Bedürfnisse der höheren und erweiterten Mädchenschule, welcher sich insgesammt auf Mk. 1920 beläuft, wird genehmigt. Unter dieser Summe sind 300 Mk. außerordentliche Aus­gaben einbegriffen, und zwar 200 Mk. zur Vervollständigung der Sammlungen für den Anschauungsunterricht in der Heimathkunde, Geographie und Naturgeschichte und 100 Mk.

I für Anschaffung zweier Schultafeln.

Nach der am 1. December d. I. stattgehabten Vieh- I zählung waren in der Gemarkung Gießen vorhanden ' 439 Stück Rindvieh gegen 445 im Jahre 1882, 544 Pferde | gegen 388 in 1882, 499 Schweine gegen 401 in 1882, 18 Schafe gegen 455 in 1882, 273 Ziegen gegen 263 in 1882, 153 Bienenstöcke gegen 129 in 1882. Es wird beschlossen, jedem der in den 4 Bezirken bei der Zählung behilflich ge­wesenen Schutzmänner eine Vergütung von 10 Mk. zu bewilligen. 1 2 3 4

Die Versteigerung des Düngers aus dem städtischen | Schlachthause hat ein befriedigendes Resultat nicht er- | geben - es wurde geboten für eine 15 Cbm. haltende Grube 1 23 Mk., für eine dgl. vor 14 Cbm. 20 Mk. 50 Pf. Dem nach der Versteigerung erfolgten freihändigen Verkaufe dieses Düngers, durch welchen 30 Mk. für jede Grube erlöst wurde, wird nachträgliche Genehmigung ertheilt. Desgleichen erfolgt nachträgliche Genehmigung freihändig erfolgten Ankaufs von Stroh für das Schlachthaus.

Durch das Auftreten der Cholera waren behufs Ver- I Hütung der Einschleppung behörderlicher Seits besondere Maß- I nahmen, u. A. die Ueberwachung der Eisenbahnzüge auf I Station Gießen durch Sanitätspersonal, angeordnet worden. I Die hierdurch entstandenen Kosten bezifferen sich, ausschließlich I der Vergütung für die ärztliche Ueberwachung auf Mk. 517. I Aus erstatteten Bericht Großherzogl. Bürgermeisterei an | Großherzogl. KreiSamt Gießen und das Ersuchen, einen Theil I der Kosten auf die Staatskasse zu übernehmen, weil die ge- I troffenen Anordnungen landespolizeilicher Natur waren, hat I Großherzogl. Ministerium angeordnet, daß neben den 255 Mk. I betragenden Kosten für die Aerzte die Hälfte der 517 Mk. I betragenden Kosten für das übrige Personal aus der Staats- I kaffe zu ersetzen sind. Demnach betragen die noch von der I Stadt aufzubringenden Kosten Mk. 258.80, zu deren lieber- I ,-nähme auf die Stadtkaffe Genehmigung ertheilt wird. I

Dem Gesuch der Firma Gebr. Röhr le um Erlaubniß I zur Abdämmung eines städtischen Grabens behuss Eisgewinnung I wird unter den bereits vor Jahresfrist festgesetzten Bedingungen I stattgegeben. '

Bezüglich des Gesuches des Herrn Georg Hilgen wegen Errichtung einer Einfriedigung und Erbauung eines I Gartenhäuschens am Schiffenbergerweg wird Befürwortung I auf Widerruf beschlossen.

I Dem Verwaltungsberichtc der Großh. Bürgermeisterei Gießen

I für das Etatsjahr 1891/92 entnehmen wir Folgendes:

! I. Allgemeiner Bericht.

In demselben wi--d u. A. des am 13. März erfolgten I Ablebens Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs Ludwig IV. I gedacht- über die aus diesem Anlaß betätigten Trauerkund- I gelungen sind unsere Leser entsprechend unterrichtet worden, | desgleichen von dem Wortlaut der Adresse an Se. Kgl. Hoheit | den Großherzog Ernst Ludwig, laut welcher die Stadt | eine Stipendienstiftung für besonders begabte Studirende der I Landesuniversität errichtete. Anlaß zu einer weiteren Trauer- | kundgebung gab das Ableben des Generalfeldmarschalls I Grafen von Moltke. Ehrend gedacht wird schließlich I' des am 17. November 1891 verstorbenen Stadtbaumeisters 1 ©tief.

I Von größeren, die ganze Gemeindevertretung umfassenden I Arbeiten ist hervorzuheben die satzungsmäßige Regelung der I Dienstverhältnisse der Ge.meindebeamten, desgl. I die Regelung der Gehaltsverhältnisse der Volksschullehrer I und Handarbeitslehrerinnen und endlich bie Er- | Höhung des Stundenlohnes der zahlreichen städtischen I Taglöhner. Die gemeinsamen Angelegenheiten der hessischen | und deutschen Städte haben die nöthige Theilnahme erfahren, I u. A. dadurch, daß Gießen durch feinen Oberbürgermeister ver- I treten war auf den hessischen Städtetagen m Worms I und Mainz, auf dem deutschen Städtet'ag gelegentlich I der elektrotechnischen Ausstellung zu Frankfurt a. M. und auf den Versammlungen des Deutschen Vereins für öffentliche Gesundheitspflege zu Leipzig, wie desjenigen für Armenpflege und W o hl th ätig keit in Hamburg.

Auf dem Städtetag zu Worms wurde insbesondere verhandelt und beschlossen:

i 1 Betr. Canalbenützungsgebühren bei Großherzoglichem Ministerium des Innern und der Justiz die Aenderung des Art. 21 der Bauordnung in der Art zu beantragen, daß

| a) im Falle die Canalkosten von den Anliegern im Capital I zurückerhoben werden sollen, die Kosten für den laufenden Meter Canal im Durchschnitt für, das ganze Canalnetz er-

! mittelt und eingehoben werden können, b) für die Benützung j der Canäle die statutarische Einführung einer Canalbenützungs- gebütjr zugelaffen wird, welche nach Maßgabe der durch die Capitalaufwendungen für Canalisirung entstehenden Zinsenlast auf die Grundsteuercapitalien der entwässerten Gebiete auS- zuschlagen ist.

2. Betr. Dienstverhältnisse der Handarbeitslehrerinnen an den städtischen Schulen bei Großherzoglichem Ministerium des Innern und der Justiz dahin zu wirken, daß die Hand­arbeitslehrerinnen im Sinne des Art. 35 des Volksschul­gesetzes den Fachlehrern bezüglich ihrer Anstellungsverhält- niffe 2C. gleichgestellt werden.

3. Betr. die Erhöhung der Gehalte der städtischen Be­amten mit Rücksicht auf das Gesetz vom 11. April 1891, betr. die Ausbesserung der Gehalte der Civildeamten zu er­klären, daß eine Erhöhung der Gehalte der städtischen Beamten nothwendig sei, insoweit diese Gehalte nicht bereits in den letzten zwei Jahren regulirt worden sind. Die Art und das Maß der Erhöhung soll den einzelnen Städten überlassen bleiben, da hier locale Verhältnisse und bestehende Organi­sationen maßgebend sind. Soweit möglich soll die städtische Gehaltsfeststellung sich der staatlichen anschließen.

4. Betr. die Gehaltsverhältniffe der Lehrer, Lehrerinnen, Schulverwalter und Schulverwalterinnen an den städtischen Volksschulen a) zu erklären, daß den an die Stadtverwalt­ungen von Seiten der Lehrer ic. gerichteten Gesten um anderweite Regulirung ihrer Gehaltsverhältniffe n -j der Art entsprochen werden könne, daß die für die LehMMalte sestzufetzenden Gehaltsscalen nach dem Dienstalter bestimmt werden, zählend von der ersten dienstlichen Verwendung nach bestandener Schlußprüfung, ohne jede Rücksicht auf den Zeit­punkt der definitiven Anstellung', b) bei Großh. Staats­regierung zu beantragen, eine gesetzliche Bestimmung des In­haltes herbeizuführen, daß die Städte in gleicher Weise wie die Landgemeinden fernerhin nur einen Durchschnittsgehalt für die Lehrerstellen der Stadtschule aufzubringen haben und daß der fehlende Betrag alö Allerszulage aus Staatsmitteln

Berlin, 29. December. DieNordd. Allg. Ztg." Prüft den Einfluß einer Ablehnung der Militär Vorlage auf die Stimmung bei einem zukünftigen Kriege. Sie sagt, die Stimmung der zur Rettung ihrer Ehre oder ihres Da­seins aufgerufenen deutschen Nation werde niemals vom Cours- zettel abhängen. Die Ablehnung der Vorlage würde den künftigen Führern und den Truppen ihre Aufgabe sehr er­schweren.Sind wir nicht stark genug zur Offensive und wird der deutsche Boden zum Kriegsschauplatz, dann stehen andere Dinge auf dem Spiel, als Verstimmungen." Es sei daher eine ernste Frage, ob es nicht gerathener sei, jetzt den Unmuth zu überwinden, als die Leistungsfähigkeit des Heeres und des Volkes bei dem Ausbruch eines Krieges auch moralisch herabzudrücken.

Berlin, 29. December. DerReichsanzeiger" veröffent­licht die Verleihung des Schwarzen Adlerordens an den Landgrafen von Hessen, den Herzog Friedrich Ferdi­nand von Schleswig-Holstein und den Prinzen Friedrich Carl von Hessen.

Hamburg, 29. December. Zur Abhilfe der Mißstände kleinerer Wohnungen constituirte sich eine gemeinnützige Baugesellfchast, deren Actiencapital, drei Millionen, Vereinsbank und Commerz- und DiScontobauk, gemeinschaftlich übernommen haben, während die hanseatische Versicherungs- Anstalt der Jnvaliditäts- und Altersversicherung 3 Millionen Hypothek bewilligte. Die Gesellschaft petitionirt beim Senat um Ueberlaffung dazu bestimmter StaatsierrainS, sowie um Uebernahme staatlicher Zinsgarantie von 4 pCt. und um Terrains behuss Anlage eines Hilssbahnhoss der Lübecker Bahn, wogegen nach Amortisation des Capitals die ganze Anlage ins Staatseigenthum übergehen soll. Angesehene Bürger aller Kreise stehen an der Spitze des betreffenden Comites.

Rom, 29. December. Der preußische Gesandte Bülow brachte dem Papste Neujahrsglückwünsche dar.

Newyork, 29. December. Der hier eingetroffene Dampfer Galileo" berichtet, er habe am 25. December unter dem I 42. Breitengrade und 58. Längengrade den überfälligen DampferUmbrio" passirt, der drei rothe Signale, jedoch keine Nothsignale gezeigt habe.

Newyork, 29. December. DerNewyork Herald" meldet aus San Francisco: Der durch verheerende Ueber- schwemmungen in den Thälern des Sacramento und des San Joaquin durch Hochwasser angerichtete Schaden wird aus eine Million geschätzt. Durch einen unterhalb Colusa eingetretenen Dammbruch sind 50000 Acres des fruchtbarsten Bodens überschwemmt. Die Einwohner Colusas sind gerettet.

Bueuos AyreS, 29. December. Reutermeldung. In der Provinz Corrientes griffen 1500 Aufständische die von 500 Regierungssoldaten besetzte Stadt Cafe ros an, wurden aber mit großem Verlust zurückgeschlagen. Marco Avallaneda ist von der Bundesregierung zum Schieds­richter ernannt und mit der Wiederherstellung der Ordnung I in der Provinz Corrientes betraut worden.

Depeschen des BuresuHerold".

Berlin, 29. December. DemStaatsanzeiger" zufolge haben wegen der erneuten Choleragefahr der Minister des Innern und der Cultusminister die bacteriologische Unter­suchung verdächtiger Fälle durch das Berliner Universitäts- Institut versügt.

Berlin, 30. December. DieNordd. Allg. Ztg." be­spricht die Gründung einer Nationalpartei, wobei sie erklärt, die Gründung verrathe fein Verständniß für das Werden der Parteien. Eine mechanische Gründung an Stelle des organischen Wachsens bereite für die Gründer nur Spott.

Königsberg, 29. December. Cholera. In Mlawa kamen in letzter Woche fünf Todesfälle an der Cholera vor.

Flensburg, 29. December. Der zweite Director der Flensburger Volksbank Petersen ist flüchtig und wird wegen Wechselfälschung steckbrieflich verfolgt.

Hamburg, 29. December. Heute kamen sieben Cho- lerafälle vor. Der Hafen ist noch seuchenfrei.

St. Johann, 29. December. Seit heute früh striken aus den umliegenden Gruben 3123 Bergleute, zehn Procent der gefammten Arbeiterschaft. Die Aussichten für morgen sind trübe.

Saarbrücken, 29. December. Die Grube in Dudweiler