würde, dann solle sie nichts von sich geben und kein Zeugniß ablegen. Zörb verhieß dann der Ehefrau Martin 50 Mark, wenn die Sache in Güte in die Reihe komme, verlangte aber, daß alsbald in dem angegebenen Sinne an die Wenzel geschrieben würde. Dieß geschah denn auch. Marie Wenzel schrieb am 9. Juli 1891 zurück, daß sie mit 500 Mark nickt zufrieden sei und 800 Mark verlange, legte aber, als sie demnächst durch Vermittlung des deutschen Coniulats vernommen werden sollte, in der That kein Zeugniß ab. Von der Forderung der Wenzel machte Marlin dem Zörb Mittheilung - letzterer erklärte, er gebe die geforderte Summe nicht und lehnte es später ab, überhaupt etwas zu bezahlen, indem er bemerkte, er wolle mit der Sache nichts mehr zu thun haben. Von den Verhandlungen zwischen Zörb und den Eheleuten Martin hatte der Vertreter der beklagten Ehefrau Keßler Kenntniß erhalten. Aus seinen Antrag wurden die genannten Personen am 9. Mai 1892 in der Prozeßsache der Eheleute Keßler vor dem Prozeßgerichte eidlich als Zeugen vernommen. Die Eheleute Martin theilten den Inhalt der Verhandlungen in der eben angegebenen Weise mit. Zörb zeigte offenkundig das Bestreben, mit der Wahrheit zurückzuhalten - er stellte sich anfänglich so, als ob er nickt wisse, worum es sich handle, schützte dann vor, er könne eben nicht Alles wissen, was er mit den Eheleuten Martin gesprochen habe, er könne nicht sagen, daß er der Marie Wenzel 500 Mark geboten hätte, er glaube nicht, daß er gesagt habe, er sei gut für 500 Mark, wenn die Wenzel zufrieden wäre. Schließlich verstand er sich zu der Nachgabe, daß er erklärt habe, für 500 Mark gut sein zu wollen, wenn das wahr sei, was der Bruder der Ehefrau Keßler, Ludwig Wagner II. gesagt, daß nämlich die Wenzel ein Kind habe. Er behauptete aber hartnäckig, weder von dem alten noch' dem jungen Keßler veranlaßt worden zu sein, in Verhand- | lungen mit Martin einzutreten, er habe vielmehr lediglich aus 1 Freundschaft für beide Theile gehandelt und das Geld aus seiner eigenen Tasche bezahlen wollen. Weiter behauptete Zörb: „Ich glaube, es ist die Unwahrheit, daß ich gesagt hätte, die Wenzel solle nichts aussagen, wenn sie vom Gericht ein Schreiben bekomme" und versicherte aus ausdrückliches Befragen, ob er vor dem Termine nicht mit dem Kläger gesprochen habe: er habe, ehe er im Saale erschienen sei, j dem jungen Keßler die Zeit geboten, weiter habe er mit demselben nichts gesprochen. Die Verhandlung vom 9. Mai endete damit, daß die Klage abgewiesen, der Widerklage aber stattgegeben und die Ehe der streitenden Theile wegen Ehebruchs des Klägers geschieden wurde. Gegen Zörb wurde aus amtliche Anzeige des Gerichts alsbald die Untersuchung wegen Meineids eingeleitet. Zörb stellte die ihm zur Last gelegte That in Abrede und behauptete, er habe in allen Stücken die Wahrheit gesagt. Nachdem die Geschworenen die aus Meineid lautende Hauptfrage verneint, die auf fahrlässigen Falscheid lautende Hilfsfrage dagegen bejaht hatten, endete die Verhandlung mit Ve^urtbeilung des Angeklagten in eine Gesängnißstrafe von sieben Monaten abzüglich drei Monate Untersuchungshaft unter gleichzeitiger Aufhebung des gegen den Angeklagten erlassenen Haftbefehls.
— Zu dem Künstler-Ensemble, welches in dem am 9. October hier stattfindenden großen Nikita Eoncert auf tritt, gehört außer der amerikanischen Nachtigall auch der ausgezeichnete russische Geigenvirtuose Emil de Mlynarski, ein Talent ersten Ranges, welcher trotz seiner Jugend bereits in einer Reihe europäischer Hauptstädte Lorbeeren geerntet hat. Der junge hochbedeutende Geiger war nach Vollendung seiner musikalischen Ausbildung eine Zeit lang Solist des Orchesters der Kaiserlich Russischen Musikgesellschaft in Petersburg und trat von dort aus seine große Künstlerreise nach den großen Musikslädten des Continents und Englands an. Die Berichte aus Paris, London und Berlin bezeichnen den jungen Geiger als einen der hervorragendsten Künstler seines Fachs.
— Der Theatervereiu tritt mit dem October 1892 in sein drittes Vereinsjahr ein, er beabsichtigt auch in diesem Jahre aus fest gefügtem Fundament weiter zu bauen und seinen Stamm von Mitgliedern zu erweitern und zu kräftigen. Nicht ohne Absicht hat der Verein dem hiesigen Theaterdirector mit dem Eintreten in die Oeffentlichkeit den Vorrang gelassen, jetzt darf er aber wohl annehmen, daß der Herr seine Vorarbeiten beendet, und sich auch das Wort erbitten. Wie in früheren Jahren, so wird der Theatervereiu auch in dem vorliegenden nur eine kleine Anzahl von Aufführungen vornehmen, vermuthlich nur fünf gegen sechs in den vorangegangenen Jahren. Der Intendant Herr C l a a r aus Frankfurt hat auch diesmal wieder in liebenswürdigster Weise seine ersten Kräfte zur Verfügung gestellt, es sind also mit Sicherheit künstlerisch abgerundete Vorstellungen zu erwarten. Gleichzeitig ist man aber auch mit einer anderen hochgeschätzten Künstlerschaar in sehr ernste Unterhandlungen getreten und dürste es in aller Kürze auch hierbei zu einem erfolgreichen Abschluß kommen. Sein besonderes Augenmerk hat der Vorstand aber auch aus einen durchaus behaglichen Aufenthalt im Theatersaal gerichtet- war es ihm gleich beim ersten Anlauf gelungen, Zug und Hitze zu bannen, so blieb doch die Platz- srage immer noch eine offene. Jetzt hat man diese, freilich unter Einbuße der Kassenergebnisse, gelöst, indem man ganz einfach von jeder Sitzreihe zwei Stühle fortnahm und "den Raum zwischen den Reihen erweiterte. Ein „Zu eng" ist jetzt absolut ausgeschlossen. — Den Mitgliedern sollen insofern Vergünstigungen geboten werden, als die Nichtmitglieder höhere Preise als jene zahlen- aber auch jetzt noch sind diese Preise keineswegs hoch zu nennen und jm Verhältniß zuanderen Städten, bei Musteraufführungen, wie sie der Theaterverein bietet, als durchaus angemessen, ja als bescheiden zu bezeichnen, liebet die Wahl der Stücke und über den Zeitpunkt der ersten Aufführungen läßt sich Bestimmtes heute noch nicht melden, geplant sind für November zwei Vorstellungen, für December eine. Wir werden nicht verabsäumen, auch weiter unsere Leser über alles Wissenswerthe auf dem Laufenden zu erhalten.
K. Wir wollen nicht versäumen, auch an dieser Stelle darauf aufmerksam zu machen, daß die diesjährige Theatersaison mit niichfteii Sonntag den 2. October tfoten Anfang nimmt. Als E r ö s f n u n g s p i 6 c e ist in Aussickt genommen „Der Mann im Monde", Posse von Jacobson, Musik von Michaelis, ein Stück, dessen zwerchfellerschütternder Komik sich auch der ärgste Hypochonder nicht entziehen kann. Und da es Herrn Director R ei n e r s auch diesmal gelungen ist, nur bewährte schauspielerische nnb musikalische Kräfte zu gewinnen, so glauben wir nicht sehlzugehen, wenn wir seinem Unternehmen den besten Erfolg auch für diesen Winter prophezeien, zumal dessen Tendenz, stets nur das Neueste und Beste zu bringen, ja aus den vergangenen Jahren bereits auf das Vortheilhasteste bekannt ist.
— Nach dem für das ganze Deutsche Reich unterm 27. Januar 1877 erlassenen Gerichtsverfassungsgesetz können zu dem Ehrenamte eines Schöffen ober Geschworenen alle diejenigen deutschen Reichsbürger berufen werden, welche das 30. Lebensjahr vollendet und seit zwei Jahren mindestens in der Gemeinde ihren Wohnsitz haben. Unfähig zur Ausübung des Amtes macht nur strasgerichtliche Verurtheilung und Koncurssälligkeit. Auch sollen bestimme Stände nicht zu dem Amte berufen werden: richterliche Beamte, Rcligions- diener, Volksschullehrer, actioe Militärs, Dienstboten rc. - andere haben ein gesetzliches Ablehnungsrecht, Aerzte, Apotheker, welche keinen Gehilsen haben, Personen, die das 65. Lebensjahr vollendet, und solche, die den mit der Ausübung des Amtes verbundenen Aufwand nicht zu tragen vermögen, ebenso die Mitglieder deutscher gesetzgebender Versammlungen. Auch können die Personen ablebnen, welche im letzten Geschäftsjahre die Verpflichtung eines Geschworenen, oder an wenigstens fünf Sitzungstagen die Verpflichtung eines Schöffen erfüllt haben. Abgesehen aber von diesen Ausnahmen, welche durch Gründe der Nothwendigkeir, Zweckmäßigkeit und Billigkeit bedingt sind, ist die Zahl der Staatsbürger, die zu den gedachten Aemtern berufen werden können, eine so große, daß beispielsweise in die Liste der Einwohner Gießens, welche die Fähigkeit zur Bekleidung derselben besitzen, 1510 Personen eingetragen sind.
— Scat für Hamburg. Zur Linderung des durch die Cholera in Hamburg hervorgerufenen Nothstandes wird von Altenburg, der alten Scatstadt, ein eigenartiger Vorschlag gemacht. Man bringt von dort aus nämlich die Abhaltung eines Spieltages am 1. October für ganz Deutschland in Anregung, dergestalt, daß an diesem Tag alle Gewinne im Kartenspiel, Kegelschieben, Billard, Schach rc. für Hamburg vereinnahmt werden.
— Der Reichsiuvalidenfonds ist so gut ausgestattet, daß sein Activbestand am 30. Juni 1891 den Capitalwerth der ihm obliegenden Verbindlichkeiten um 116,9 Millionen übcr- wog. Ja, es hatte sich damals ergeben, daß der Bestand des Reichsinvalidenfonds in den letzten Jahren sich stetig verbessert hatte.. Denn am 30. Juni 1888 hatte der Ueberichuß nur 97,1 Millionen betragen. Die Zunahme des Ueberschusses belief sich demnach in den letzten drei Jahren auf 19,8 Millionen. Dieselbe wurde theils durch Zinseszins, theils durch bessere Verzinsungen des Capitalbestandes, durch Ersparung eines erheblichen Theiles der Zinsausfälle, durch Ersparnisse bei den Kosten der Jnvalideninstitute, sowie endlich durch sofortige W'ederbelegung der infolge Tilgung oder Ausloosung flüssig werdenden Capiralbestände bei ihrem in der Regel vor dem Tage der Fälligkeit erfolgenden Eingänge herbeigeführt. Bei dieser Sachlage kann es finanziellen Bedenken nicht unterliegen, wenn dem Reichsinvalidensonds einige Neuausgaben zur Verbesserung der Lage der Invaliden und der Hinterbliebenen der im Kriege gegen Frankreich Gebliebenen auserlegt werde.
— Zur Erhöhung der Friedenspräsenftzärke. Wenn wirklich demnächst die Stärke unseres Heeres um 95 000 Manu erhöht werden sollte, so bedeutet dies eine ständige Einquartierung der 95 000 Mann in Bürgerquartieren aus Jahre hinaus- denn für diese 95 000 Mann und die dazu gehörigen Dienstpserde sind keinerlei Kasernen vorhanden. Die in den letzten Jahren ausgeführten zahlreichen Bauten von Kasernen, Lazarethen, Proviantmagazinen, Garnison- Bäckereien u. s. w. (fürs Etatsjahr 1892/93 sind ca. 80 Mill. Mark für Bauten vorgesehen) hatten nur den Zweck, für alte, baufällige und unbrauchbare Kasernen aus früheren Jahrhunderten Ersatzbauten zu schaffen oder Truppentheile unterzubringen, die bisher in Bürgerquartieren liegen mußten. Wenn alle bis jetzt eingeleiteten Bauten vollendet sein werden, wird trotzdem das jetzt vorhandene Heer nicht vollständig in Kasernen untergebracht sein. Bisher wurden nach einer Denkschrift des preußischen Kriegsministers für die Unterbringung nachstehender preußischer Truppentheile noch keinerlei Mittel zu Kasernen gefordert, weshalb auch nach Vollendung aller im Bau befindlichen Kasernen in Bürgerquartieren untergebracht werden müssen: 50Jnfanteriecompagnieen, 21% Esca- drons Kavallerie (Mannschaften), 22 Escadrons (Pferde), 23 fahrende Artillerie - Batterieen (Mannschaften), 24 fahrende Batterieen (Pferde), 13 reitende Batterieen (Mannschaften), 12% reitende Batterieen (Pferde), 1 Eisenbahn- bzw. Pioniercompagnie, 1 Traincompagnie (Mannschaften), 1% Traincompagnie (Pferde). Hiernach fehlen allein im Bereich der preußischen Armee Kasernen für cu. 16 000 Mann und 7000 Pferde. Die Einquartierungslast würde in Bezug aus Mannschaften auf das Siebenfache gesteigert werden, wenn die beabsichtigte Heeresverstärkung in Kraft tritt.
r. Villingen, 27. September. Nächsten Sonntag den 2. October d. I., Nachmittags 2% Uhr, findet hier die Einweihung des neuen Schulhnuses statt.
A Mainz, 28. September. Anläßlich des gestern in dem nahen St. Goar auf dem Schiffe eines hiesigen Rheders vorgekommenen Cholera st erbesalls wurde in der heutigen Stadtverordnetenversammlung wiederum die Cholera zur
i Sprache gebracht. Insbesondere wurde die Thalfache be- i leuchtet, daß eine nennenswenhe Anzahl Hausbesitzer sich ! heimlicher Weise Anschlüsse an die städtischen Kanäle habe j machen lassen, und auf diesem Wege die Entleerung der Latrinen j ihrer Häuser bethätige. Bis jetzt sind bereits 61 Hausbesitzer ermittelt worden, welche diesen im Falle des Ausbruchs der Cholera in hiesiger Stadt höchst verhängnißvoll werdenden Unfug getrieben haben. Mit den schärfsten Ausdrücken wurde in der Stadtverordnetenversammlung dieser Unfug gerügt, und als heilsames Mittel gegen eine Nachahmung in Vorschlag gebracht, sowohl die Namen der betreffenden Haus- eigenthümer als auch die der Bauleute, welche diese Anschlüsse ausgesührt, zu veröffentlichen. Von der Ausführung letzteren Vorschlags wurde zwar Umgang genommen, dagegen aber unter allseitiger Zustimmung beschlossen, die sorgfältigste Ueberwachung der Kanäle eintreten zu lassen und im Falle einer Exmittelung eines ähnlichen Vorkommnisses die strengste Bestrafung des betreffenden Hauseigenthümels zu bewirken.
Alzey, 27. September. Die schon seit mehreren Wochen hier wegen Wilddieberei in Untersuchungshaft sitzenden Gebrüder Eschbach (Söhne des in Mainz Hingerichteten Mörders Eschbach), der eine 16, der andere 19 Jahre alt, sind heute nach Wöllstein zur we teren Untersuchung verbracht worden.
Bodenheim, 27. September. Der in dem hiesigen Rathhaussaal befindliche „grüne Tisch", an dem die Berathungen des Gemeinderaths stattfinden, ein kunstvoll gearbeitetes Stück, von dem Grasen von Schönborn stammend, wurde gestern durch die Gemeindeverwaltung für Die Summe von 5000 Mk. an einen Antiquar nach Frankfurt verkauft. Vor einiger Zeit bot der Käufer einmal 500 Mk. für den Tisch - da erwiderte einer der G^meinderäthe, wenn er 5000 biete, könne er ihn bekommen. Nunmehr ist der Kauf perfect geworden.
Permijcbtcs.
* Frankfurt a. M, 28. September. Die Auffindung einer Leiche mit einem Schuß in der rechten Schläfe im Stadtwald an der letzten Schneise zwischen der Darmstädter Landstraße und der Gehspitze rief gestern in der Stadt wieder allerlei unheimliche Gerüchte hervor. Augenscheinlich handelt es sich aber um einen Selbstmord, denn bei der Leiche wurden Uhr mit Kette, sowie ein größerer Geldbetrag unversehrt gefunden. Die Schußwaffe konnte bis gestern Abend nicht aufgesunden werden, heute wird weiter darnach gesucht. Der vermuthliche Selbstmörder ist ein Mann im mittleren Alter - er trug einen schwarzen Vollbart. Die Leiche muß schon einige Monate im Walde liegen, denn über einzelne Körpertheile war bereits buchstäblich Gras gewachsen.
* Mannheim, 28. September. Die hiesige Strafkammer veruriheilte heute den Fabrikanten Theodor Hirsch und dessen Sohn wegen Weckselfälschung in 42 Fällen im Betrage von 84,440 Mark erfteien zu 3 Jahren und 9 Monaten, letzteren zu 4 Jahren und 6 Monaten. Beiden Angeklagten werden sechs Monate Untersuchungshaft au- geredjnet.
* Görlitz. 28. September. In Tauer sind bei einem Großseuer auf der Dyr'schen Besitzung zwei Personen verbrannt.
* Wilhelmshaven, 28. September. Aus dem Torpedo- boot D wurden heute früh durch eine Kesselexplosion vier Mann verbrüht.
* Eine auffallende Erscheinung ist cs, wie die „Hamb. Trib." mittheilt, daß von den Brauern, Küfern, Bterführern und Arbeitern, die in sämmtlichen dortigen Brauereien beschäftigt sind, noch nicht ein einziger von der Cholera befallen worden ist.
Berlin, 29. September. Laut dem „Consectionär" erregt in Wien die Z a h l u n g s e i n st e l l u n g der Hoflieferanten Manetz & Buchwald Erstaunen. Die Verbindlichkeiten betragen 350 000 fl.
* Lyon, 29. September. Liebknecht wurde weder aufgefordert, seine Abreise zu beschleunigen, noch sonst von der Polizei belästigt.
Citeratur nn- Knnft.
-e. Die .Bereinigung der Kunstfreunde für amtliche Publikationen der Königl. Nationalgalerie in Berlin" (und anderen (Paletten) Berlin C., Sprttetmarkt 2, beginnt um 1. October ein neues Vereinsjahr. Wir Haden über die kunst- vollendeten Leistungen dieser Gesellschaft in dieser Zeitung schon wiederholt eingehend berichtet und dürfen bei den tiefem als bekannt vorausfetzen, daß biefelbe sich die fdöne Aufgabe stellt, ihren Mitgliedern die Schätze der Kgl. DZationalQoIerie in Berlin und anderer Galerien, durch farbigen Lichtdruck reproducirt, gegen Zahlung eines Jahresbeitrages von 20 Mk. zugänglich zu machen. Die Mitglieder- zahl, die in stär dtgem Wachsen begr ff en ift. beträgt zur Zeit über 5000. Die Zahl der Brider, unter denen den Vereinsmitgliedern die Auswahl frei steht, steigt dwcb die diesjährigen 11 Veröffentlichungen auf 95. Die 11 Neuheiten sind folgende: 1) Ein Sammelwerk von 9 fhineten und 1 größeren Blatt: „Unser Kaiser", Portrait- Studien-Skizzen und Bilder nach Prof. Max Koner. Der Kaiser, feit Jahren Vereinsmitglied, bat diese Widmung angenommen. 2) „Die Freiwilligen von 1813 vorFriedrichWllhelm III. tn Breslau" nach I. Scholtz. (Doppttblatl), ein stimmungsvolles tief ergreifendes patriotisches Bild. 3) „Die Akropolis in Athen". Doppelblatt, nach H. Gärtner. Original im Gymnasium zu Elbing. ReconftruirteAnficht. 4) „Im Bodethal", nachE.Lessing und 5)„Am Vierwaldstädterfee" nach A. Ealamm. Pendants. Zwei groß empfundene reizende Landschaften. 6) „Die Königin der Blumen" und 7) „Sonnenblumen", Pendants nach Katharina Klein, der bedeutendsten Blumenwalerin der Gegenwart. 8) „Die Würflet", nach Claus M'yer. 9) „Mein Liebling mit seinen Spielgefährten", nach Antonra de Bai ueios. 10) „Morgenandacht tn einem holländischen Warfen Haufe", Doppelblatt nach Walter Firle. Ein überaus anmutbiges und stimmungsvolles Bild. 11) „Vier Aquarellen", vier kleine Prachtblätter nach Eduard Hildebrand und Christian Wilberg.
— Norddeutsches Eisenbahn - CourSbuch. Die vom 1. Octoder ab gültige Winter-Ausgabe des allbekannten Norddeutschen Eifenbahn-Coursbuches, von der Königs. Eisenbahn-Direction in Magdeburg amtlich bearbeitet, ist soeben erschienen und an den Fahr- karten-Ausgaben und in allen Buchhandlungen zu haben. Der Preis für dieS zuverlässige und gut ausgestattete Coursbuch beträgt


