den Namen Dollar ausgeprägt haben, das aber nur einen Werth von 2,80 Mk. haben wird. So flüchtet das gute Gold-Geld schon vor dem geringeren Silbergelde. Aus diesen großen Bewegungen auf dem internationalen Geldmärkte geht unzweifelhaft hervor, daß sich die Vorzüge und die Werthschätzung der Gold- und Silberwährung nicht durch Landesgesetze und Parlamentsbeschlüsse festlegen lassen, sondern daß die Gunst der Capitalisten, Kaufleute, Industriellen und schließlich auch der mit kaufmännischem Unternehmungsgeiste arbeitenden Landwirthe sich naturgesetzlich dem Gold-Gelde und der Goldwährung zuwenden muß, weil alle Zahlungen in Gold-Geld keinen Agioverlusten ausgesetzt sind. Uebrigens bietet die Zurückziehung vieler Millionen europäischen Goldes aus Amerika den erfreulichen Beweis, daß der kühne Plan der goldgierigen Nordamerikaner, Europa durch hohe amerikanische Schutzzölle lahm zu legen, wohl auf Sand gebaut ist, denn in Industrie und Handel spielen neben der Intelligenz und Arbeit die großen werbenden Capitalien doch noch die maßgebende Rolle, und diese Factoren sind in Europa doch noch in so reichem Maße vorhanden, daß Amerika wohl oder übel mit ihnen rechnen muß.
totales und provinzielles.
Gießen, 29. Juli 1892.
— Bon der Universität. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 16. Juli den ordentlichen Professor vr. Jörs zum Rector der Landes- Universität für die Zeit vom 1. October 1892 bis dahin 1893 zu ernennen.
— In den letzten Tagen treibt hier ein Schwindler sein Unwesen, indem er Prämienbeträge für die Gothaer Feuerversicherung erhebt, ohne hierzu das Recht zu haben- er schwindelt den Leuten vor, in diesem Jahre würden die Prämien 6 bis 8 Wochen früher erhoben als sonst. Es wird vor diesem Schwindler gewarnt.
— Kirchliche Dienstnachrichteu. Seine Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 8. Juli dem Pfarrverwalter Julius Lehr zu Groß-Umstadt die evangelische Psarrstelle zu Groß-Eichen im Decanat Grünberg zu übertragen.
— Schuldienst - Nachricht. Am 14. Juli wurde dem Schulamtsaspiranten Peter Heiser aus Bürstadt die Lehrerstelle an der katholischen Schule zu Frei-Laubersheim übertragen.
— Erledigte Lehrerstelle. Erledigt ist: Eine mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Königstädten mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk.
+ Lich, 28. Juli. Herr Prälat Habicht aus Darmstadt wird nächsten Sonntag eine ordentliche Kirchenvisitation dahier abhalten.
+ Lich, 28. Juli. Die neue Fahne des hiesigen Turnvereins wird nächsten Sonntag in 14 Tagen ihre Weihe erhalten. Dieselbe wird von der hiesigen Firma Hisgen u. Schmitt hergestellt. Von demselben Geschäft wurden im Laufe di-scs Sommers schon sieben weitere Fahnen für verschiedene Vereine angefertigt, darunter auch eine für den Gesangverein in Feudingen in Westfalen.
+ Eberstadt (bei Lich), 28. Juli. Nächsten Sonntag wird dahier das 300jährige Einweihungssest der hiesigen Kirche festlich begangen.
Bad-Nauheim, 28. Juli. Zu Ehren unseres langjährigen Pfarrers, des jetzigen Oberconsistorialraths Herrn Walz, findet den nächsten Montag Abend im Curhause eine Abschiedsfeier mit Nachtessen statt, wozu die städtische Verwaltung, der Kirchen- und Schulvorstand die hiesigen Einwohner, sowie die Curgäste einluden.
Darmstadt, 28. Juli. Die Strafkammer verurtheilte heute den Kaufmann Hermann Oppenheimer von hier wegen Wechselsälschung in 1586 Fällen zu vier Jahren Zuchthaus- die Fälschungen wurden als einheitliche Strasthat ausgesaßt. Georg Weiß, ein Gehilfe Oppenheimers, erhielt wegen Beihilfe 6 Monate Gesängniß.
A. Aus Starkenburg, 28. Juli. Die Ernte schreitet, vom herrlichsten Wetter begünstigt, unaufhörlich voran. Die landwirthschastlichen Arbeiten gehen sicher und glatt ab. Im Ried, wo eine vorzügliche, als Brauergerste bekannte Gerste wächst, ist man von der Schönheit, Reinheit, Klarheit und dem Gewichte der 1892er Frucht sehr angenehm berührt. Dagegen sind die Frühkartoffeln zurückgeblieben, weil der Regen zu spät kam und in den Gemüsefeldern zeigt sich da und dort starker Mehlthau. In den übrigen Theilen der Provinz herrscht fast ausschließlich Zufriedenheit über die Ernteresultate. Die Zufriedenheit rtnrb noch erhöht, weil der reiche Segen in Folge des trefflichen Wetters prächtig nach Hause gebracht werden kann. In Babenhausen und Umgegend, dem berühmten Kartoffellande, ist ein solcher Segen von Kartoffeln erwachsen, daß Waggonsladungen zu 6 Mk. der Doppelcentner 1892er Waare den Rhein hinabgehen. — Aus Rheinhessen kommt die Nachricht, daß außer den landwirthschastlichen Producten auch der Weinstock immer erfreulichere Aussichten bietet. Die Trauben sind schon ausgewachsen und sangen an, sich zu färben und hell zu werden. Dies ist um so merkwürdiger, als es bis zum 22. Mai Nachts noch Reis gab, so daß die Vegetationszeit für den Weinstock kaum mehr als zwei Monate und eine Woche beträgt. Man sieht daraus aufs Deutlichste, wie die größten Verspätungen durch treffliches Wetter stets wieder ausgeglichen werden können.
Mainz, 27. Juli. Das 20. mittelrheinische Turnfest wurde heute Nacht officiell geschlossen. Es war in seinem ganzen Verlauf von keinem Mißton getrübt, der finanzielle Abschluß gestaltete sich glänzend. Neben 9000 Dauerkarten wurden 29 000 Tageskarten ausgegeben. Am heutigen Tage waren wieder über 8000 Karten gelöst worden. Am Abend
bewegte sich ein Lampionreigen mit vielleicht 1500 Laternen über den Festplatz, welcher einen prächtigen Anblick gewährte. Auch die bengalische Beleuchtung der Festräume war wirkungsvoll. Das Leben und Treiben auf dem Festplatz war von ächt rheinischer Fröhlichkeit.
VevMischtes.
* Wetzlar, 28. Juli. Der seit einigen Tagen vermißte Tertianer Bernhard Wolf ist heute Morgen von dem Weichensteller Schönberger in der Lahn bei der Eisenbahnbrücke am Taubenstein als Leiche aufgesunden worden. Der unglückliche Knabe hat somit, wie bereits mehrfach befürchtet wurde, den Tod.gesucht.
* Frankfurt a. M., 27. Juli. Gestern gegen 1 Uhr, während des Großen Gebetes, kam eine grobe Ungezogenheit im Dome vor. Ein frecher Mensch zündete sich, nach der Versicherung eines Reporters, an der auf dem Drei- faltigkeits-Altare brennenden Opferkerze seine Cigarre an. Dann verließ er schleunigst die Kirche und fuhr in einer Droschke unbehelligt davon.
* Frankfurt a. M., 25. Juli. Die Dienstmädchen und die Sonntagsruhe. Die Dienstmädchen haben dieser Tage eine Versammlung abgehalten, in der die „Sonntagsruhe" Gegenstand der Verhandlung war. Die Mädchen wollen auch an der neuen Einrichtung ihren Antheil haben. In der Versammlung, in der, wie es heißt, namentlich die vornehmen Stadtquartiere vertreten waren, wurde ordnungsmäßig debattirt. Die Mädchen wollen Sonntags statt 5 Uhr Morgens um 7 Uhr ausstehen und Nachmittags von 3 bis 8 Uhr freie Zeit haben. Das will man auf gütlichem Wege zu erreichen suchen und nur im Nothfall zum Aeußersten, zur Arbeitseinstellung greisen.
* Frankfurt a. M., 28. Juli. Die hiesigen Bäcker- g e h i l s e n beriethen gestern Nachmittag in einer Versammlung im „Rebstock" über die vorbereitenden Schritte zur Errichtung einer Genossenschaftsbäckerei. Die Redner sprachen sich ausnahmslos für das Project aus. Schließlich wurde eine Resolution im gleichen Sinne angenommen und darin festgesetzt, daß die Theilnehmer 50 Pf. Einschreibgebühr bezahlen, die Anteilscheine den Betrag von 10 Mk. haben und die einzelnen Theilnehmer nicht mehr als 50 Anteilscheine a 10 Mk. zeichnen sollen. Es wurden sofort 1370 Mk. gezeichnet. Eine für nächsten Sonntag einberufene Arbeiterversammlung soll die Stellung der hiesigen Arbeiterschaft zu dem Project präcisiren.
* Wiesbaden, 27. Juli. Heute Vormittag 10 Uhr wurden die Juwelen der Herzogin v. Beaufsremont, welche von derselben bei dem hiesigen städtischen Leihhause im Jahre 1884 versetzt worden waren, im Rathhause einer öffentlichen Versteigerung ausgesetzt. Zu derselben waren recht viele Liebhaber erschienen, doch erfolgte aus elf von den der Versteigerung ausgesetzten 44 Nummern kein Gebot. Im Ganzen wurden für die 33 Nummern 24 922 Mk. erlöst. Auf diese Juwelen hat das Leihhaus im Ganzen 13 743 Mk. geliehen.
* Mannheim, 28. Juli. Die Ehefrau des Taglöhners Henne stürzte aus ihrer im vierten Stockwerk belegenen Wohnung herab und war sofort tobt. Da ein Verbrechen vermuthet wird, wurde der Ehemann verhaftet.
* Berlin, 28. Juli. Bei einem großen Brande 'einer Droguerie in der Kaiserstraße wurden zwei Lehrlinge schwer verbrannt. Der Lagerspeicher wurde vollständig eiugeäschert, die benachbarten Grundstücke der Alexanberstrtße sind ernstlich bedroht.
* Bremen, 29. Juli. Das zur Renovirung des Stadttheaters ausgestellte Gerüst brach zusammen, vier Arbeiter wurden schwer verletzt, zwei leicht verletzt in das Krankenhaus verbracht.
* Wien, 28. Juli. Ern st Graf Gersdorf-Hermk- dorf, 30 Jahre alt, preußischer Cavalier, Landrath und Rittmeister a. D., wurde gestern aus dem Jglauer Bahnhof während der Fahrt nach Hamburg wegen Betrügereien verhaftet. Gersdorf war seit drei Monaten hierher übergesiedelt. Die Anzeige wegen Betrug gegen Gersdorf machte die Friedrichsruher Eisenhütten-Actiengesellschaft, welche dem Grafen Gersdorf 1500 Actien zur Lombardirung anvertraute.
* Kopenhagen, 28. Juli. Nachrichten aus Reykjavik auf Island zufolge sind drei aus Duenktrchen zur Kabliau- fischerei eingetroffene französische Fischerfahrzeuge mit 40 Mann Besatzung verschollen.
* Kopenhagen, 23. Juli. Eine gefährliche Wette. Der hier lebende russische Baron Fiercks, ein ebenso reicher als excentrischer Mann, hat einen Löwen, der sich im hiesigen zoologischen Garten in Pflege befindet. Er besucht ost den Löwen, geht in dessen Käfig hinein und das Thier gehorcht vollständig allen seinen Befehlen. Der Kassirer des hiesigen Circus Schumann, Herr Müller, ein Deutscher, hatte mit dem Baron eine Wette eingegangen, er wollte mit ihm im Löwenkäfig eine Partie „Sechsundsechszig" spielen. Die Wette wurde angenommen und gestern ausgeführt. Die beiden Herren betraten den Käfig, in welchem ein kleiner Tisch mit Karten und einer Flasche Champagner angebracht war. Der Löwe legte sich ruhig zu den Füßen seines Herrn und das Spiel begann. Herr Müller gewann zwei Partien. Der Löwe hatte wohl versucht, den Fremden anzuschnauben, die Peitsche seines Herrn zwang ihn jedoch zur Ruhe. Herr Müller verlor nicht einen Augenblick seine Geistesgegenwart und trank, ehe er den Käfig verließ, ein Glas Champagner mit dem Baron. Er gewann 2000 Kronen.
* Rom, 25. Juli. Italienische Blätter meldeten vor einigen Tagen mit Jubel, daß der Banditenches Tiburzi, der schon seit zwanzig Jahren in Mittelitalien haust, gestorben sei. Diese Nachricht wird jetzt zum Leidwesen der italienischen Polizei dementirt. Tiburzi befindet sich nämlich ganz wohl und setzt mit seinen beiden Neffen Fioravanti und Ansnini sein Handwerk ungestört fort, das ihm jährlich
20,000 bis 30,000 Lire abwirft. Einen großen Theil dieses Erträgnisses verwendet er jedoch zur Besoldung eines Detec- tivecorps, das ihm von allen gegen ihn gerichteten Schritten der Behörden zu berichten hat. Dabei fürchtet das Landvolk zu sehr seine Rache, um ihn zu verrathen. Die italienische Polizei besitzt daher noch immer keine Photographie oder Personsbeschreibung Tiburzis, während dieser ganz ungehindert auf den Postämtern erscheint und die dort für ihn unter falschem Namen einlangenden Briese in Empfang nimmt.
* Hebet 2000 vortrefflich erhaltene Schriftstücke aus der Zeit von 1390—1540 wurden durch einen glücklichen Zufall bei Ausführung der Arbeiten für Einrichtung der electrischen Beleuchtung aus dem Boden des Rathhauses zu Breslau im Schutte unter den Dielen aufgesunden. Dieselben sind zum größten Theile privatrechtlichen Inhalts (Rathsdecrete, Schöffenbriefe u. s. w.), aber auch wichtigen politischen In- Halts und liefern in dieser letzteren Eigenschaft hochwichtige Beiträge zur allgemeinen politischen und Kirchengeschichte jener Zeit. Es ist anzunehmen, daß mit der Auffindung jener Documente der Schatz noch nicht erschöpft ist, denn vor neun Jahren (1883) sand man bei der Reparatur des Rathhausdaches ebenfalls zahlreiche Bündel von interessanten Schriftstücken, welche an solcher Stelle gewiß nicht zu vermuthen waren. Durch systematische Durchsuchung hofft man jetzt das Stadtarchiv noch ansehnlich bereichern zu können.
* Durch Impfung suchen sich die Menschen gegen Pocken und Hundswuth zu schützen- die Schweine-werden nach einer von Pasteur erfundenen Methode gegen Rothlauf geimpft - Mäusen wird zu ihrer Vernichtung ein todtbringender Bacillus eingeimpft, den sie aus ihre Nachbarmäuse übertragen sollen. Nicht genug damit, erfahren wir jetzt aus dem soeben mit lobenswerther Pünktlichkeit erschienenen dritten Bande von Brockhaus' Conversations-Lexikon, 14. Auflage, daß man auch den Ackerboden mit gewissen Bacterien impft, um ihn zur reichlicheren Erzeugung des wichtigen Klees und der Hülsenfrüchte geeigneter zu machen! (S. Artikel Boden- impsung.) Wie sehr der neue „Brockhaus" den Ereignissen aus dem Fuße folgt, beweist u. A. die Aufnahme von Badenstedts Tod (18. April), von Excellenz Bosses Ernennung zum preußischen Cultusminister (23. März) und die ebenfalls schon verzeichnete (erst am 21. Juni stattgehabte) Hochzeit Gras Herbert Bismarcks. Auch die Ziele der Börsenenquete- Commission sind bereits ausführlich erwähnt. Zufälliger Weise haben sich in dem Bande vier große Namen zusammengefunden : Bismarck, Bonaparte, Caprivi, Cäsar. Der Artikel Bismarck ist keine trockene historische Darstellung, auch keine Aeußerung einer bestimmten Parteirichtung- daß er zwischen beiden Extremen steht, macht ihn gerade hervorragend interessant. Auch Caprivis Biographie interessirt- sie ist gleich der Biographie Bismarcks nach authentischem Material bearbeitet und auch über den Ursprung der Familie des zweiten Reichskanzlers werden ausführliche Nachrichten gegeben. Daß die anderen Artikel ebenso zuverlässig bearbeitet sind wie die biographischen, und daß alle Wissensgebiete mit gleicher Liebe umsaßt werden, versteht sich beim neuesten „Brockhaus" eigentlich von selbst. Unter den nach Mittheilung der Verlagshandlung reichlich über 7000 betragenden Stiche Wörtern das Hervorragendste hier zn erwähnen, würde zu weit führen. Länder wie Böhmen, Bosnien, Brasilien, Bulgarien, Städte wie Bordeaux, Bremen, Brünn, Budapest, Buenos Ayres, Cadiz, Cassel sind mit einer ein geographisches Handbuch übertreffenden Ausführlichkeit behandelt. Wie ein Buch entsteht, wie das neue Blocksignal der Eisenbahnen gehandhabt wird, ist ebenso trefflich dargestellt als das Wesen des zukünftigen deutschen bürgerlichen Gesetzbuchs. Der neue „Brockhaus" gibt selbst Antwort, wenn man fragt, woher der Ausdruck „Blinder Hesse" kommt. Kurz, das Werk ist bereit, jede Lücke im Wissen zu ergänzen und dem Geiste stets neue Anregungen in Fülle zu bieten. Ein vorzüglicher Schmuck des dritten Bandes sind auch die 39 bunten und schwarzen Tafeln und Karten, die noch nicht gesehenen säubern Pläne von überseeischen und europäischen Riesenstädten wie z. B. von Bombay mit 800000 Einwohnern oder Buenos Ayres mit über 500 000 Einwohnern, sowie die 230 Textabbildungen, welche die Artikel, wo es nöthig ist, ergänzen. Mögen die deutschsprechenden Völker sich selbst einen Dienst erweisen durch Anschaffung des schönen und nützlichen Werks und damit den Verfassern den Dank abstatten für die unsägliche in den einzelnen Artikeln aufgewendete Arbeit.
* Ein Bienenschwarm in einem Damenhut. Ein eigen- thümliches Mißgeschick ist, wie die Königsberger Blätter berichten, einer jungen Dame widerfahren, welche sich gegenwärtig am Ostseestrande in der Sommerfrische befindet. In einer größeren Gesellschaft hatte dieselbe einen Ausflug von dort aus ins Samland hinein gemacht bis in die Nähe des Dorfes Groß Kühren. Bei den verschiedenen Spielen wurde ihr nun der schöne neue Strandhut zu viel, sie legte ihn ab und htng denselben an den Ast eines nahen Bäumchens. Als sie nach einer Stunde den Hut wieder holen wollte, war von demselben nichts zu sehen, an dessen Stelle hing ein gewaltiger brummender „Bienenbeutel", um den Hunderte Mitglieder des unruhigen, revolutionären Jmmen-Völkchens herumflogen. Die Situation klärte sich bald auf: die Bienen hatten den Hut als vorzüglichen Haltepunkt auserkoren und sich in und um denselben gemächlich gesetzt. Erst am andern Tage wurde der junge Schwarm von dem Eigenthümer entdeckt, der Baumast wurde abgesägt und wanderte nebst Hut und Bienen in den Stock, wo er sich heute noch befindet.
Verkehr, Canb* unb volkswirthschaft.
Bad Nauheim, 28. Juli. Gelegentlich der Obstausstellung dabter erhielten folgende Aussteller Prämien: Diplom 1. Kl. für Tischweine: 90er Apfelwein Möbs in Nieder-Mörlen, Kreuter In Friedberg, 91er Gebringer in Bad Nauheim, 90er und 91er Johannis beerwein Geh in Vilbel, 91er Wahl in Lauterbach, 86er und 90er Stachelbeerwein Geh in Vilbel, 88er Pfarrer LooS in Butzbach.


