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überhaupt zu Gute kommen. Alle aus den Ostseehäfen kommenden Schiffe werden, wenn sie Ladung nach westlichen und südlichen Häsen haben, nach Vollendung des Nord-Ostsee- Canales die zeitraubende Fahrt durch den Sund und das Kattegat vermeiden und den Nord-Ostsee-Canal der kürzerern und sicherern Fahrt wegen benutzen, und umgekehrt werden natürlich auch alle aus den westlichen Hafenstädten nach den Ostseehäfen fahrenden Schiffe aus gleichem Grunde den Nord- Ostsee-Canal befahren. Dadurch wird ein großer Theil des nordischen Seeverkehrs noch weit mehr als bisher genöthigt, deutsche Häsen aufzusuchen, und es ist wichtig, schon jetzt sestzustellen, welcher Hafen den meisten Verkehr durch den Nord-Ostsee-Canal erhalten und sich durch entsprechende Hasenbauten für den größeren Verkehr vorsehen muß. Nach der Lage der Dinge wird dies voraussichtlich der Kieler Hasen sein, da in diesem Haupthasen bei Holtenau der Nord- Ostsee-Canal mündet. Es kommt dabei auch in Betracht, daß sich die Zahl der in Kiel aus- und einlausenden Schiffe in den letzten zehn Jahren ganz bedeutend vermehrt hat, nnd daß man die jährliche Zahl der Schiffe, welche allein von den Ostseehäfen nach dem Westen fahren und wahrscheinlich künftig statt durch die Sundstraße durch den Nord-Ostsee- Canal dampfen und segeln werden, aus über viertausend schätzt. Bedenkt man dabei, daß der Schifffahrtsverkehr irn Kieler Hafen sich schon jetzt auf mehr als zehntausend Schiffe, welche jährlich dort ein- und auslausen, erstreckt, so ist es ganz unabweisbar, daß der Kieler Hasen entsprechende Umbauten erfahren muß, um dem im Jahre 1895^plötzlich enorm wachsenden Schiffsverkehr die nöthige Hasenunterkunst zu gewähren. Zunächst erwächst dadurch der Stadt Kiel eine Aufgabe localer Natur, es ist aber sehr wahrscheinlich, daß die gewaltigen, aus 16 Millionen Mark veranschlagten Kosten für diese Umbauten der Stadt Kiel nicht allein zu tragen zugemuthet werden können, und daß das Reich ähnlich wie zu den Hasenbauten in Hamburg und Bremen auch Kiel eine finanzielle Beihülfe gewähren wird.
stimmig dem Großh. Baumeister und städtischen Bauinspector I Schmandt in Darmstadt übertragen.
2. Die Zinsen aus der Elisabethe Schmidt- I Stiftung werden nach Antrag der Armendeputation ver- I theilt, wobei von den vier verfügbaren Gaben von je 17 Mk. I an hiesige Dienstmädchen, über 50 Jahre alt — wie im I Vorjahre — nur drei vertheilt werden können, weil es an I einer vierten Bewerberin fehlt.
3. Für das Gesuch der Helene Hauß um Con-l cession zum Wirthschastsbetrieb im Brückmann'schen I Hause, Teuselslustgärtchen Nr. 3, wird die Bedürfnißsrage I für den Ausschank von Branntwein verneint.
— Geschichtsverein. Der gestern Abend im Casv Ebel I stattgehabte Vortrag im Geschichtsverein bot des Interessanten I sehr viel. Nach Begrüßung und einleitenden Mittheilungen I des Vorsitzenden, Herrn Prof. Dr. Höhlbaum, hielt Herr I cand. hist. C. Ebel seinen sehr fleißig ausgearbeiteten Vor- I trag „über die Cisterzienser in Oberhessen", aus I welchen Vortrag wir in nächster Nummer eingehender zurück- I kommen. An denselben schloß sich eine sehr animirte Dis- I cussion und eine Reihe von Mittheilungen aus der Mitte I der Versammlung. So machte u. A. Herr Provinzialdirector I ' v. Gagern die wohl noch sehr wenig bekannte Mittheilung, I daß anläßlich des Grabens eines Brunnens auf dem Kloster I I Arnsburg ein unterirdischer Gang entdeckt worden sei, welcher | I die Richtung nach Hof Güll zu nehme und welcher im Laufe I des Frühjahrs und Sommers verfolgt werden solle. Der 1 Geschichtsverein, den diese Mittheilung sehr interessirt, wird I hierbei Veranlassung nehmen, falls Se. Erlaucht Herr Gras I von Solms-Laubach es gestattet, sich durch einen Delegirten bei den betreffenden Arbeiten vertreten zu lassen und die
I Ergebnisse s. Z. veröffentlichen. ?
— Neues Theater. Eine der berühmtesten Solotänzerinnen unserer Zeit, Fräulein Antonie Drassati, ist von Herrn I Director Reiners zu einem einmaligen Gastspiel am hiesigen Neuen Theater zum Sonntag, den 31. d. Mts., gewonnen I worden. Fräulein Drassati, zur Zeit am Königl. Hostheater I in Kassel engagirt, hat bei ihren Gastspielen stets den größten | I Ersolg errungen. Ueber ihr letztes Auftreten in Görlitz liegt I uns ein Bericht des dortigen Stadttheaters vor, woselbst das I Auftreten den größten Beifall errang. Der Bericht schließt: I Wir haben es hier mit einer auf choreographischem Gebiete I ganz bedeutenden Künstlerin zu thun. Fräulein Drassati I tanzte einen Walzer aus dem Ballet „Gisela" und erntete I hierfür einen ungeteilten Beifall. Besondere Grazie und eminente Sicherheit zeigte die Künstlerin bei AussühriHtz der
I Spitzentänze.
— Meine vierjährige« Erlebnisse in der Südsee, betitelte I sich der Vortrag, welchen der Mitbegründer der Rudergescll- I schäft, Herr Ernst Balser gestern Abend in deren Vereins- I local (Cas6 Ebel) unter zahlreicher Betheiligung der activen und passiven Mitglieder hielt. In überaus fesselnder und intereffanter Weise schilderte der Redner seine Seereisen, I Land und Leute der Südsee-Jnseln, sowie die namenlosen I Entbehrungen, Anstrengungen re., welche demselben als Walfischfänger auferlegt und zu Theil wurden. Zur. Erläuterung seines Vortrages bezw. Seefahrten diente ein großer Globus, Bilder und Photographien, während die eingehenden ausführlichen Schilderungen des Fanges, Zerlegung und Bergung des Walfisches durch die hierzu gebräuchlichen Lanzen, Harpunen, Geschosse im Original veranschaulicht wurden. Lauter Beifall wurde dem Redner nach Schluß seines Vortrags zu l Theil, welchem alle Anwesende, trotzdem derselbe über drei
Stunden währte, mit gespanntestem Interesse gefolgt waren. Es zeugt von einem regen und gesunden Sportinteresse be& Vorstandes, daß derselbe seinen jüngeren Mitgliedern auch im Winter Unterhaltung bietet und zwar nicht nur in geselligen Zusammenkünften, sondern auch den Geist durch derartige interessante und lehrreiche Vorträge anregt.
— Wie alle, so feierte auch die fünfte Compagnie vergangenen Mittwoch in den Räumen des „Lahnstein" den allerhöchsten Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers, des erhabenen Chefs unseres Regiments, in besonders feierlicher Weise. Nachdem die Feier durch einen Prolog eingeleitet war, folgte als erste Aufführung das Glanzstück des ganzen Abends, das Festspiel „Kaiserworte". Wohl kaum ein anderes Stück dürste geeigneter sein, der Bedeutung des Tages gerecht zu werden, denn in ihm wird sowohl die Herrschergestalt unseres erhabenen Kaisers in beredten Worten gefeiert, als auch die Manneszucht, wie sie im deutschen Heere herrscht, in der Person des alten Veteranen Born verkörpert, zur Darstellung gebracht. Die Aufführung kann als eine mustergültige bezeichnet werden, und erreichte sie ihren Glanzpunkt in dem wohlgelungenen Schlußbilde nebst Monolog „Germania, umgeben von deutschen Kriegern". Es folgten kleinere Lustspiele, Gesangsstücke und Pantomimen, welche unter den geladenen Gästen und sonstigen Anwesenden den wohlverdienten Beifall fanden. Ein gemüthliches Tänzchen hielt die Theil- nehmer bis zu später Stunde in froher Feststimmung zusammen.
— Diebstähle. Das Dienstmädchen einer hiesigen Dienstherrschaft, welches beim Verlassen des Dienstes das „Mein und Dein" verwechselte, wurde gestern hier betroffen
Der Nord-Ostsee-Canal.
Ein großartigs Unternehmen, der Bau eines Schiffs- | canals, der die beiden deutschen Meere, die Nordsee und i Ostsee, mit einander verbinden soll, wurde im Jahre 1886 im deutschen Reichstage beschloffen und am 3. Juli 1887 1 nach feierlicher Grundsteinlegung durch den hochseligen Kaiser Wilhelm I. wurde mit der Ausführung des Canalbaues begonnen. Dieser Canalbau ist nun in den letzten Jahren soweit vorgeschritten, daß er, falls feine unvorhergesehenen Hindernisse eintreten, am 3. Juli 1895 fertig werden wird. Es ist nun bekannt, daß der Hauptgrund der Ausführung dieses riesigen Canals ein militärischer, die Erhöhung der Leistungsfähigkeit der deutschen Kriegsflotte betreffender, war. Bis jetzt ist die deutsche Flotte im Kriegsfälle immer genöthigt, in zwei Hälften zu operiren, die eine Hälfte in der Nordsee, die andere Hälfte in der Ostsee, und nur unter den schwierigsten Umständen durch Umschiffung der Halbinsel Jütland ist eine Vereinigung der deutschen Flotte zu vollziehen. Dieser große Nachtheil fällt für die deutsche Kriegsmarine sofort weg, wenn sie durch den Nord-Ostsee-Canal ihre Vereinigung in kurzer Zeit vollziehen und mit ganzer Kraft auf dem bedrohtesten Punkte erscheinen kann.
Der große Vortheil des Nord-Ostsee-Canales ist aber keineswegs nur militärischer Natur, sondern er wird auch in hohem Maße dem nordischen Seeverkehr und Seehandel
und verhaftet. — Aus dem Fruchtlager eines hiesigen Großhändlers ist in der Nacht vom 27. auf den 28. d. M. ein größeres Quantum Hafer mittelst Einsteigens entwendet worden. — Aus der Hosraithe eines hiesigen Restaurateurs wurden an zwei verschiedenen Abenden, während und nach dec Feier von Kaisers Geburtstag, zwei Fahnen von den Fahnenstangen entwendet.
— Kuppelei. Ein hiesiger Taglöhner, der es schon längere Zeit verstand, dem Gewerbe der Kuppelei der Arbeit gegenüber den Vorzug zu geben, wurde gestern Abend ver- haftet. E——
— Stellt Gesäße mit Wasser aus den Ofen. Wie viel trockener Husten, Halsschmerzen, Rachencatarrh, ja vielleicht mancher Diptheritis-Ansall könnte vermieden werden, wenn die Lust im geheizten Zimmer feucht erhalten würde. Man stelle aus jeden Ofen eine große Schüssel mit Wasser, mindestens einen bis zwei Liter - man wird staunen, wie schnell diese Masse verdunstet ist, in zwei bis drei Tagen ist keine Spur des Wassers mehr zu sehen. Es empfiehlt sich daher, täglich etwas Wasser nachzuschütten. Wer sich an die wohl- thätige Wirkung dieses Verfahrens gewöhnt hat, wird sicher nicht leicht wieder damit aufhören. Sollte ja einmal vergessen worden fein, die Schüssel auf dem Ofen mit Wasser zu füllen, so wird die Trockenheit in der Kehle, besonders beim Schlafen des Nachts, bald daran erinnern.
— Guter Fensterverschluß. Während der Winters ist es bekanntlich von großer Wichtigkeit, die Fenster möglichst : luftdicht zu verschließen, um die Kälte und Zugluft von den I Zimmern fernzuhalten. Am besten geschieht das im Allge- I meinen durch gute Doppelfenster - da dies aber eine kostspielige Einrichtung ist, so sei auch der folgende luftdichte und billige Fensterverschluß empfohlen. Der Holzrahmen der Fenster wird an den Stellen, wo die Rahmen und Fensterflügel aneinander schließen sollen, mit Tischlerleim bestrichenes werden dann 2—2V2 Zentimeter breite, möglichst dicke Wattestreifen darauf gedrückt und die Fenster fest verschloffen. Sollte das Zumachen der Fenster mit Schwierigkeiten ver- I Hunden sein, so Hilst man durch sanfte Hammerschläge so lange I nach, bis die Fensterriegel vollständig geschloffen sind. Nach I 2—3 Stunden, wenn die Watte am Fensterrahmen sest- I haftet, entfernt man die hervorstehenden Fasern derselben I mittels eines scharfen Meffers. Ein derartiger luftdichter I Fensterverschluß kann während der kalten Jahreszeit nicht I genug empsohlen werden.
| 40 Au8 dem Kreise Alsfeld, 28. Januar. Auffallend
I ist die Thatsache, daß in ein und demselben Kreise die Preise I für das Brod so sehr verschieden sein können. Nach dem I veröffentlichten Verzeichniß der Preise der Bäckerwaaren kostet I der vierpsündige Laib Brod in Alsfeld, Grebenau, Groß- I Felda, Ruppertenrod und Storndorf 60 Pfg., in Homberg I § d. Ohm kauft man denselben schon für 58 und 56 Pfg., | in Niedergemünden kostet er erst 55 und in Romrod sogar I erst 54 Pfg. Eine Differenz von 6 Pfennige per Laib fällt I fxhr ins Gewicht, wenn man bedenkt, daß es genug geringe I Familien giebt, die im Durchschnitt täglich zwei Laib Brod I nöthig haben, das macht für die Woche eine Mehrausgabe I von 84 Pfennigen, ein Betrag, mit dem eine geringe Familie I schon zu rechnen hat. Die Concurrenz kann hierbei nicht die I Ursache der Preisverschiedenheit sein, auch die Qualität dürste kaum eine dem Preise entsprechende Verschiedenheit zetgen. Woher demnach eine solche auffallende Verschiedenheit der Brodpreise in einem Kreise?
Vom Vogelsberg. 28. Januar. In den meisten Orten unseres Gebirges, wo ein Krieger- oder Gesangverein besteht, wurde der Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers Wilhelm II. durch eine entsprechende Feier festlich begangen. Die Vereine versammelten sich Abends in ihren Vereinslocalen. Passende Ansprachen und vaterländische Lieder würzten die in animirter Stimmung verlaufenen Vereinsversammlungen. ____________________________________ _
vermischter.
♦ Berlin, 28. Januar. Der Mörder Jarzyk, der in der Absicht, seine Frau zu ermorden, eine Aufseherin der Spandauer Militärwerkstätte getödtet hatte, wurde in der ! heutigen Verhandlung zum Tode verurtheilt.
totales und ^provinzielles.
Gießen, 29. Januar 1892.
— Aus der nicht öffentlichen Sitzung der Stadtverord- Nelen-Versammlung vorn 28. d. M. werden uns folgende Beschlüsse rnitgetheilf.
1. Die erledigte Stadtbaumei st er stelle wird ein
her deutsche Gesandte einen Toast aus, in dem er den deutsch- i belgischen Handelsvertrag als ein Ereigniß feiert, das bestimmt sei, eine weitere Annäherung zwischen dem deutschen I und dem belgischen Volke herbeizusühren.
Brüffel, 28. Januar. Kammer. Anspach brachte den I Antrag ein, die Regierung zu ermächtigen, mit Deutschland I ein Übereinkommen zu treffen, wonach die aus dem Handels- I vertrage entstehenden Differenzen durch ein Schiedsgericht zu I lösen sind. Der Finanzminister Beemaert erklärte, er sei ein Anhänger der Schiedsgerichte, er zweifle jedoch in dem vorliegenden Falle an einem Erfolg, da hierzu die Errichtung | einer internationalen Commission erforderlich fei. I
Neapel. 28. Januar. Der akademische Senat beschloß einstimmig, die Universität am 1. Februar wieder zu eröffnen.
Depeschen deS „Bureau Herold*.
Berlin, 28. Januar. Der „Kreuzztg." zufolge ist der Kriegsminister an der Influenza erkrankt. Heute ist eine Befferung eingetreten.
Berlin, 28. Januar. Die Budgetcommission des Reichs- I tags nahm die Resolution Richter an, die Regierung zu ersuchen, das Recht der Zivilverwaltungen aus -Gestellung militärischer Wachtposten einzuschränken, besonders in verkehrsreichen Straßen, sowie die Bestimmungen über den Gebrauch der Schießwaffen zu I revidiren. _ r
Berlin, 28. Januar. Gestern fand eine Besprechung sämmtlicher Reichstags- und Landtagsabgeordneter für Nassau und Frankfurt mit Ausnahme der Centrumsmitglieder über das Volksschulgesetz statt. Alle Abgeordneten sprachen sich einmüthig dahin aus, daß der Entwurf die I Simultanschule sowie die Selbstverwaltung gefährde und daß alles aufzubieten sei, die jetzigen Einrichtungen zu I erhalten. _ „ „
Berlin, 28. Januar. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt, die Meldung auswärtiger Blätter, daß eine Minister- I krisis nicht bestehe, sei richtig, nachdem bekanntlich das | Entlassungsgesuch Miquels abgelehnt worden sei. I
Berlin, 29. Januar. Die „Polit. Nachr." schreiben, «ach dem 1. Februar wird Spanien von Deutschland als meistbegünstigte Nation nicht mehr behandelt I werden. Spanische Provenienzen werden nach dem 1. Februar I bei der Einfuhr in Deutschland den Sätzen des allgemeinen Tarifs unterliegen. Andererseits werden deutsche Erzeugnisse I den Zöllen des neuen spanischen Tarifs unterliegen.
Berlin, 29. Januar. Die „Volkszeitung" schreibt aus Petersburg: In der hiesigen Filiale der französischen I Bank Credit Lyonnais wurden bedeutende Unter- I schleife entdeckt. Einige Beamte wurden verhaftet.
Erfurt, 29. Januar. Sierung, der Vorsteher der Filiale der Gothaer Privatbank, hat sich entleibt. Es wird Geistesstörung vermuthet, da sämmtliche Werthbestände und fremde Depots vorgefunden wurden, auch sonst alles Geschäftliche in bester Ordnung ist.
Straßburg, 28. Januar. Die Session des Landes- | Ausschusses wurde heute durch den Stadthalter eröffnet. ; Auf Antrag des Präsidiums wurde der Vorstand beauftragt, eine Adresse an den Kaiser mit dem Ausdrucke der Treue, sowie des Dankes für die Abschaffung des Paßzwanges abzuf assen. .
Hamburg, 29. Januar. Der Hafen hat seit heute Nachmittag schweren Eisgang- hölzerne Schiffe wagen sich nicht hinein. ^,r
Pest, 28. Januar. Bis Abends 6 Uhr waren 85 Liberale, 15 Mitglieder der Unabhängigkeitspartei, 18 Mitglieder der Nationalpartei, 3 Achtundvierziger und 1 Parteiloser gewählt.
Rom, 29. Januar. Der Unterrichtsminister legte der Kammer einen GesetzentwurfzumSchutzederKunst- sammlungen Italiens vor, enthaltend strenge Straf- beftimmungen gegen Verkäufer von Kunstwerken an das Ausland. Der Entwurf wurde einem Ausschuß überwiesen.
Petersburg, 28. Januar. Im Zentrum Rußlands finden in diesem Jahre Manöver von nie dagewesenem Umfange statt. Die gesammten Truppen des Petersburger und Moskauer Militärbezirks stehen denen des Kiew'schen und Zharkow'schen Militärbezirks gegenüber.
Lodz, 28. Januar. Die Wollspinnerei von Lew- kowicz ist mit allen Vorräthen niebergebrannt. Der Schaden ist bedeutend. 300 Arbeiter werden hierdurch brodlos.


