Nr. 25
Samstag den 30. Januar
1892
Amts- «"d Anzeigeblatt für den Areis Gieszen.
Hratiskeikage: Hießener Kamikienkkätter.
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Bonn. 10 Uhr.
«üt «nnoncen-Bureaux de» In. und «u»Iande» nehmm Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgegen.
mitgetheilt und für den Petaton-Hafer 16 Mk. pro 50 Kilo (1 Gentner) und für den Riesenhafer 18 Mk. für 10 Kilo (20 Pfunds und für rothblühenden Kopfklee I. Qualität 55—70 Mk. pio 50 Kilogramm und für Luzerne 60-80 Mk. pro 50 Kilogramm gefordert tjat;
7) daß Herr Rittergutsbesitzer A. Rahmann zu Wellersee bet Markoldendorf Proben von dänischem Saathafer Roös Sommerweizen und von Pferdebohnen, jedoch ohne Preisangaben übersandt hat, die Preise später erst mittheilen wird;
8) daß Herr Ad. Meuser in Kirchharten am Rhein Riefenhafer zu 10.50 Mk. pro Gentner, Probsteier Hafer 9.50 Mk. pro Gentner, BaselerHafer 9.50 Mk. pro Gentner ohne Uebersendung von Proben angeboten hat-
9) daß W. Neumann in Leutersdorf i. S. (O.-L. Probstei-Hafer zu 20 Mk., Finnland-Hafer zu 22 Mk., Riefenhafer zu 20 Mk., Slormerschhafer zu 20 Mk., Probsteigerste (Originalsaat) zu 24 Mk., Probstei- ger|te (Nachbau) zu 22.50 Mk., Jmperialgerste zu 26 Mk., Sommerblumenweizen zu 28 Mk., Wechselweizen zu 28 Mk. pro 100 Kilo ohne Zusendung von Proben angeboten hat.
Die übersandten Proben können aus Großh. Kreisamt eingesehen werden.
Gießen, den 25. Januar 1892.
®er Vorsitzende des landwirthschastl. Bezirksvereins Gießen. Jost.
Vierteljähriger
Avonnementspreis:
2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn.
Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg.
Redaction, Expedition und Druckerei:
SchakstratzeAr.7.
Fernsprecher 51.
Amtlicher Theil.
Bekanntmachung, betreffend die Schafräude zu Stangenrod.
Nachdem die räudekranken Schafe des Adam Becker zu Stangenrod jämmtlich zur sofortigen Abschlachtung ausgesührt worden sind, heben wir die über den Bestand des rc. Becker verfügte Sperre wieder auf.
Gießen, den 28. Januar 1892.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
______________ v. Gagern.
Der Kieß-n-r Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags.
Die Gießener Pamirienötäller »erden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.
Gießen, den 28. Januar 1892.
23etr.: Die Einsendung der für die Landes-Waifenanstalt Zu erhebenden Gallerten und Büchsengelder.
Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen
«i »le »retzh. Bürgermeisterei«, de« »reise».
^inroeis °uf unser Ausschreiben vom IO. Februar 1877 (Amtsblatt Nr. 3) empfehlen wir Ihnen, am 31. d. M. cie unter Ihrem und eines Gemeiaderathsmitglieds Verschluß stehenden Waisenbüchsen zu öffnen und deren Inhalt bis längstens zum 31. März d. I. durch eine Kosten nicht verursachende Gelegenheit an uns abzuliefern.
v. Ga gern.
Bekanntmachung,
betr. die Ausführung des Gesetzes vom 28. September 1890.
Es wird hiermit zur Kenntniß der Jntereffenten ge- bracht, daß den Bauschätzern Herren Andreas Otto zu kN, Karl Schön zu Lich, Li st mann zu Hungen, Bock zu Grünberg eine größere Partie des neuen Formulars zu Brandversicherungs-Anträgen zugestellt worden ist, um dieselben auf Verlangen an die Großh. Bürgermeistereien und Gebäude-Eigenthümer abzugeben.
Gießen, den 26. Januar 1892.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Gagern.
Bekanntmachung.
Mit Bezugnahme auf die Bekanntmachung vom 5. d M Anzeigeblatt Nr. 6) wird zur Kenntniß der Mitglieder' des landwrrthschaftlichen Bezirksvereins und der Herren Land- routtje gebracht,
1) daß von Herrn Konr. Schudt von Steinfurt eine Probe von Imperial-Gerste und von Baselers Ander- becker Hafer übersandt und diese Früchte, solange der Vgrrath reicht, zu 20 Mk. pro 100 Kilo angeboten worden sind;
2) daß Besteheres Ueberflußhaser ohne Zusendung von Proben von Herrn Gutsbesitzer Paulsen zu Naffen- 9rund zu 24 Mk. pro 100 Kilo angeboten worden ist:
3) daß Herr Fritz Arndt von Klostergut Oberwertha der Cossebaude - Dresden eine Probe schwedischen Saathafer übersandt und 150 Gentner zu 9>/. Mk pro Gentner und 19 Mk. pro 100 Kilo angeboten
JA /
4) daß von Herrn Joh. Steffens aus Luxem, Kreis Mayen, Reg.-Bez. Coblenz, eine Probe Pettaton- Hafer übersandt und bei großer Abnahme zu 25 Mk. pro Gentner (50 Kilo) ab Bahnstation Mayen angeboten worden ifl;
5) daß das Saatfrucht - Versandtgeschäft des landw. Bezirksvereins Obernburg in Bayern eine Probe ^uveigerste mrtgetheilt und den Gentner zu 14 Mk. angeboten hat -
L) daß Herr Eduard Rödel von Weißenfels a. S. (in der Provinz Sachsen, Preußen)
a) eine Probe verbesserten Petaton-Hafers,
m", gelben tartanschen Riesenhasers, c) Zwei Proben rothblühenden Kopfklees I. und 11. Qualität und
d) eine Probe Luzerne
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Aenerat-Mnzeiger.
Abg. v. Kleist-Retzow (conf.): Von europäischen S.u tcn komme als nicht meistbegünstigte namentlich Rußland in Frage
Siaaissecretär Frhr. d. Marschall: Das sei nicht richiia- komme auch Rumänien in Frage, ferner wahrscheinlich Spanien' Die Regierung werde von der in der Vorlage enthaltenen Besugniß dann Gebrauch machen, wenn sie den ernsten Wlllen eines Staates sehe, mit uns in ein Vertragsverhältntß zu treten.
Die Vorlage wird in erster und zweiter Lesung angenommen, sodann wird in die zweite Beralhung des GesetzenlwursS über das Telegraphenwesen des Deutschen Reichs eingetreten .... S 1 der Vorlage bestimmt, daß das Recht, Telegraphen- sein- * ‘lii* » ?Ia0t'n„ derzuftellen und zu betreiben aus-
^ließlich dem Reiche zustehcn soll. Die Commission beantragt, dieses Recht aus Telegraphenanlagen für den allgemeinen Vermittelungs- verkehr zu beschränken. M
abg. Schrader (dfr.) beantragt Zurückverweisung des Ent- 'ligen B-r-,hung an di-Commission und zwar mit Rücksicht aus die zahtteich eingegangenen Petitionen von Stadtgemeinden, sowie mit Rücksicht aus die großen Fortschritte welche die Electrotechnik in der letzten Zeit gemacht, Fortschritte, von denen man sich aus der Ausstellung in Frankfurt a. M. zu überzeugen Gelegen" hett gehabt. Es sei zu besurchtcn, daß durch dieses Gesetz die Eni-
i h*8 Industrie, insbesondere die Ausnutzung der
elettrischen Krastuberlragung werde beeMträchtigt werden. Es wäre auch wunschensweilh, daß dieses Gesetz erst mit dem angekündigten Gesetzentwürfe über di- electrischen Anlagen erledigt würde
Abgg. Dr Hammacher (nell.) und Graf Ballestrem (Ctr.) stimmen dem Anträge zu. v '
Df- Zurückverweisung der Vorlage an die Commission wird gegen die Stimmen der Rechten beschlossen.
Die Gesammtabftimmung über den ersten Gegenstand der heutigen Tagest Ordnung wird aus morgen ausgesetzt
. Rächste Sttzung Freitag 2 Uhr. Tages-Ordnung: Einziehung ttttonen rr- ch chen Beretnslhaler; Berathung des Zollgesetzes: Pe-
159. Plenarsitzung. Donnerstag den 28. Januar, 2 Uhr. Geiek^^^Es-Ordnung steht zunächst die dritte Beralhung des ^h?CIllf,Ur 8 ^Ir^dieAnwendung der vertragsmäßigen Zoll-
1892 ‘n Deutschland vorhandenes unver- i0Ute or^u8i.®n*f<6e8 Getreide, Holz und Wein.
.,,, . "rt^en (GtT;) stimmt nunmehr dem Entwürfe zu und Gesetzes"" .mOfllld,fte Erleichterungen bei der Ausführung des Q„„ Ab«. Frhr. v. Stumm (Rp.) sieh, in der Erweiterung der Zollvergunsttgung auf die Contobestände der Mühlen, auf Hol? und Wein eine Verschlechterung der Vo.lage. Dur» die Erweiterung der Vergünstigung aus Wein erschwere man nur die SBerbanMunge^tnlt Spanten, denn man werde In Madrid ganz falsche Vmstelluna n S™“: wir'panischen Wein ohne Coneesston-n von panischer
Sette zu dem ermäßigten Zollsätze zulassen. W r
r(ofr.): Die Erleichterungen seien von der Re- 9 äugestanden urd es sei bedauerlich, daß jetzt die Herren ihre Vertreter in der Commission, welche jene Er- leichtelungen mit beschloßen, im Sliche ließen. 1
«^-"'^^ift-Retzow (cons.): Es handle sich hier um ein- Anlaß ^^unstigungen; solche zu gewähren, habe der Reichstag keinen
Dr- duhl (natl.): Um Begünstigungen handle es sich «?n?ern ra^i Erleichterung des Ueberganges sowohl für die des Weins!" ° ä 6 6 Eonfumenten. Das gelte besonders hinsichtlich
Ae«efte Anchrichten.
Wolffs telegraphisches Larrespoabenz-Hurceu.
Berlin, 28. Januar. Abgeordnetenhaus. Bei der Fortsetzung der Debatte über den Entwurf des Volks- ' schulgesetzes hofft Graf Limburg-Stirum auf eine Verständigung mit den Freieonservativen. Obwohl der Redner ferner das Gesetz tm Sinne der Confervattven begrüßt, verlangt er bezüglich der Privatschulen Garantien gegen die erleichterte Propaganda der Soeialdemokraten und warnt vor allzu großen Concessionen gegen die Polen. Demgegenüber hebt der Abq von Jagdzewskt hervor, daß in der Volksschule die Volks' spräche gelten müsse und daß die diesbezüglichen Wünsche gerechte seien. Die Ernennung Herrn von Stablewskis zum Erzbischof werde den Frieden fördern. Abg. Dr. Porsch (Str.) bekämpft hierauf eingehend die Richterffchen Aus- uhrungen und bezeichnet die Beibehaltung der Bestimmungen über die Privatschulen als Vorbedingung für die Zustimmung be§ CentriE zum Entwurf. Die consessionelle Volksschule sei für die Erhaltung der Ordnung der Dinge dringend »forderlich. Abg. von Epnern hält es für richtiger, das besitz 'n diesem Jahre zurückzustellen und statt dessen ein Schuldotationsgesetz herauszugreifen und zu erledigen. Die Bestimmung über den Religionsunterricht der Dissidentenkinder sei ein unerhörter Gewissenszwang. Der Redner schließt mit der Frage, wer eigentlich das Gesetz ausgearbeitet, da der Cultusminister sich schwerlich so schnell eingearbeitet habe. Demgegenüber betont der Cultusminister, er nehme die Ausarbeitung des Gesetzes thaisächlich für sich in Anspruch. Die Kampfesweise Richters sei ihm sympathischer als die des Vor- r<HtT§'cm'5enex fei ein energischer, offener Gegner, und mit solchem Manne zu kämpfen sei eine Ehre. Die Parteien der linker, Sette hätten große politische Pläne, worauf auch die neulich im Reichstage aufgeführte Rütliseene hindeutete. Die iiationalliberalen wollten das Schulgesetz benutzen, um sich zum Eckstein einer neuen Parteibildung zu machen. Zum Schluß protestirt der Minister gegen den der Regierung und ihm selbst gemachten Borwurf des Pietismus und der Unduldsamkeit. Wenn von der linken Seite wie bisher gegen das Prineip des Gesetzes gearbeitet werde, sei jede Hoffnung auf e.ne Verständigung ausgeschloffen. Der Abg. von Hammerstein, welcher hierauf das Wort ergreift, erblickt in der Opposition gegen das Gesetz einen Vorstoß des mit dem Judenthum bereinigten Protestantenvereins. Er selbst billiae die Vorlage durchaus. B
r s kk* $-anuar* Don 341 Parlamentswahlen rmb schon 55 bekannt 40 Liberale sind gewählt, darunter der Ministerpräsident Szapary, der Finanzminister Wekerle ,e einmal, der Minister Baroß dreimal einhellig. Für die äußerste Opposition sind zehn, für die gemäßigte Opposition (Nationalpartei) fünf Wahlen.
Bern 28. Januar. Der Siänderath nahm einstimmig die Handelsverträge mit Deutschland und Oesterreich Ungarn an. Damit haben diese Verträge von schweizerischer Gelte bte Ratification erhalten.
Brüssel, 28.Januar. Bei dem Diner derdeutschen Colonte anläßlich deö Geburtstages des Kaisers brachte
I SH als chg (Ctr): Die Regierungsvorlage habe einem
practtschen Zwecke entsprochen; Alle«, was dazu gekommen Ä tendenziöser Jiatur. Es handle sich nicht um Vorthetle für die Con
I sumenten, sondern um solche für einzelne Handelshäuser.
Hatzseldt-Trachenberg (Rp.) tritt für die I Dor läge in der Fassung der zweiten Lesung ein.
^ller (natl.) wünscht, daß alle Schiffsladungen mit " ’•5'1™' ™
Das bis zum 31. Januar 1892 einschlteßlcch in dnem SePreth?0 mhh 5 ^Erarbeitendes ausländisches Getreide angeschrievene Getreide, welches nach amtlicher Feststellung am 1. Februar 1899 h XrCrinr^ndem tn den der Zollbehörde angemeldeten Räumen tn ?orm "an vergütungssähtgen Mühlenfabrtkaten in den iur ber!dben dienenden Räumen vorhanden ist wnd n0e 5tienlJprf*cnl)cr 5lu8fu6r von Mühlenfabrtkaten bet den 1)05 2-' 3- und 4. Quartal 1891/92 eine Venolluna SÄ"l“"’,ur >•' «Ä
Die Vorlage wird mit dem Anträge Brämel, im Uebriaen tC«iV unfl ""«'"«atmen, doch findet am Schlüsse der Sitzuna noch eine Gesammtabftimmuvg statt. w '' ocr
j,oIßt "st' und eoent. zweite Beralhung des Gesetzentwurfs b'«'-d«' Anwendung der für die Einfuhr nach Deulichland verttaa« mäßig bestehenden Zollbefreiungen und Zollermäßiguna^en gegenüber den nicht meistbegünstigten Staaten. «ßtgungen ar06er TO,^ai,ÄanJt6 k6‘ Dorau8- daß die Vorlage Mit ! raerbe angenommen werden, fragt aber welche ä1“!1 Legierung °>s meistbegünstigte betrachte.^ Es könne sich
Je net sd,""u"8 nur UM folche Staaten bandeln die mit ^lÄ ?"^^' 'begunstigungsvert,äge abgefchlosfen haben Die Veretutglen »Staaten von Rordamertka hätten 1828 einen hanhei^ mit,M,i*ef,e,te,d, V,£U6tn aWD'^ Ä h®t<!?ad!icre^r 8rhr. v. Marschall erwidert, daß der BundeZ- n®1? in eine Prüfung der Frage eingetreten sei, welche Länder bt6*nbelnto,^.”OrHe0,nbm ®C,c6e8 al9 .«
Bekanntmachung, betr. die Mauk- und Klauenseuche in Vollnkirchen, Kreis Wetzlar.
Die Maul- und Klauenseuche in Vollnkirchen, Kreis Wetzlar, ist erloschen.
Gießen, den 28. Januar 1892.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
______ v. Gagern.


