dem Violinsolovortrag „Zigeunerweisen" von de Sarasate entwickelte Herr Concertmeister W. Kruse aus Warschau eine eminente Fertigkeit, die schwierigsten Passagen wurden von ihm mit spielender Leichtigkeit überwunden. Auch sein Spiel zeugte von tiefer Empfindung und erregte dasselbe allseitige Bewunderung. Nicht endewollender Applaus veranlaßte die Herren Concertgeber zur Zugabe einiger Stücke. Verstärkt wurde das Quartett durch Herrn Huntemann, welcher auch die Begleitung einiger Solovorträge mit Ausdruck und Geschick ausführte. DaS musikliebende Publikum, insbesondere Freunde von Kammermusik, machen wir auf die Kruse'schen Abonnements-Concerte aufmerksam, da in denselben ein seltener Kunstgenuß geboten wird.
— Ferien-Souderzu g nach Basel. Wir verweisen hiermit aus die Bekanntmachung der König!. Eisenbahn-Direction Hannover in vorliegender Nummer. Danach geht am 6. August ein Sonderzug mit 50 0/0 Fahrpreisermäßigung von Hamburg über Kassel'Gießen-Frankfurt a. M. bezw. Heidelberg-Freiburg. Die Rückfahrkarten 1., 2. und 3. Klaffe haben eine 45tägige Giltigkeit. __
— Militärdienftuachrichten. Wagner, einjährig-freiwilliger Arzt vom Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hessisches) Nr. 116, unter gleichzeitiger Versetzung zum Infanterie-Regiment Nr. 140, zum Unterarzt ernannt. Dr. Schmidt, Unterarzt vom 3. Großherzogl. Jnfanterie-(Leib-)Regiment Nr. 117, Beck, Unterarzt vom 1. Großh. Hess. Jnsanterie-(Leibgarde-)Regiment Nr. 115, mit Wahrnehmung je einer bei den betreffenden Truppentheilen offenen Assist.-Arztstelle beauftragt.
— Zur Souutagsfeier. Das Großh. Kreisamt Mainz hat den Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises mitgetheilt, daß das Ministerium das Feilhalten von Backwaaren an allen Sonn- und Festtagen aus öffentlichen Straßen und Plätzen für diejenigen Landorte, wo dies bisher üblich war, in der Zeit von 11 bis 1 Uhr Mittags, sowie von 4 bis 8 Uhr Nachmittags gestattet. Vorbehaltlich etwa fernerer Bestimmungen findet das Ministerium nichts dagegen zu erinnern, wenn vorerst innerhalb dieser Stunden auch das Hausiren mit Obst und sonstigen Lebensmitteln oder geringwerthigen Gebrauchsgegenständen von den Bürgermeistereien zugelaflen wird. Ebenso braucht bis auf Weiteres an Kirchweih-Sonntagen, Krieger-, Turnfesten und dergleichen der Verkauf von Zuckerwaaren und ähnlichen Kleinigkeiten in Buden oder Ständen, auch in den späteren Abendstunden, nicht beanstandet zu werden.
— Für reisende Frauen. Eine für die jetzige Reisesaison und speziell zum Schutze der reisenden Frauen nicht unwesentliche Bestimmung ist soeben in Preußen getroffen worden. Danach sollen alleinreisende Frauen aus preußischen Staatsbahnen nur in solchen Wagenabtheilungen, in denen schon Mitreisende sind, untergebracht werden. Wird nun von Damen eine Frauenabtheilung verlangt und ist solche noch unbesetzt, so darf der Schaffner dieselbe nur anweisen, wenn der Zugführer seine ausdrückliche Genehmigung dazu ertheilt.
— Die Hasenjagd wird in diesem Jahre, Dank der vorzüglichen Witterung in der Zeit des ersten „Satzes", ausgezeichnet. Allenthalben trifft man ganze Partien lustig umberhüpsender Hasen. Meister Lampe ist jetzt in der Schonzeit sehr zutraulich geworden und wagt sich zuweilen ganz in die Nähe der menschlichen Wohnungen heran. In Jägerkreisen ist man der Ansicht, daß sich der diesjährige Preis der Hasen wohl nur auf 2 Mk. bis 2 Mk. 25 Psa. stellen dürste.
— Lebensmittel-Preise Ende Ium 1892. Nach einer Zusammenstellung der Großh. Centralstelle für die Landesstatistik kosteten:
Qchsenfleisch per Pfund
Rindfleisch per Pfund
Kalbfleisch per Pfund
Schweinefl. ! per Pfund
Hammelfleisch per Pfund !
Gemischtes \ Brod
Roggen- Brod
Butter per Pfund
Milch 1 Liter
Eier
1 Stück 1
Städte mit Octroi Darmstadt
76
70
70
66
70
15,5
13,5
114-123
17
5—7
Mainz
72
60
70
70
65
15,5
14,5
104-113
19
5-6
Offenbach
76
58
70
70
70
16
15,5
119-127
21
5-6
Worms
70
66
69
60
69
13.5
13,5
106-124
15
5-7
Gießen
Städte ohne
<a
65
57
68
68
14
13.5
89-103
17
5-6
Octroi Bingen
75
60
60
70
75
14
13,5
97—122
19
5—7
Bensheim
66
60
60
60
60
16
14
99—109
17
6—7
Alzey
69
64
70
70
70
18
13,5
91—103
17
6—7
Friedberg
68
60
60
60
60
15,5
15
93—100
16
6
Alsfeld
62
54
55
56
—
16
14
95—100
14
5
Lauterbach |
64
64
56
60
56
17,5
13
100
14 j
5
_+ Bad-Nauheim, 27. Juli. Das Concert, welches der Großh. Sachs. Kammersänger Hans Gießen (Carl Buff) aus Weimar im Verein mit der Hossängerin Frl. Johanna N e u m e y e r von Darmstadt und der Pianistin Frl. Sophie Gros aus Gießen gestern im Kurhause zum Besten der Kinderheilanstalt Elisabethhaus veranstaltet hatte und welchem in dankenswenhester Weise die von Musikdirector Machts dirigirte Kurcapelle zur Verfügung gestellt worden war, gestaltete sich wohl zum hervorragendsten Kunstgenuß der Saison. Der geräumige Concertsaal war bis zum letzten Platze gefüllt, so daß sogar die Gallerie noch geöffnet werden mußte, um dem Andrang des kunstsinnigen Publikums zu genügen. Der rühmlichst bekannte Name des mit einer herrlichen Tenorstimme ausgestatteten Concertgebers hatte eine magische Anziehungskraft ausgeübr. Der klingende Erfolg der Ausführung war ein entsprechender,- wie uns mitgetheilt wird, gingen über 700 Mk. für den schönen Zweck ein, dem das Concert galt; eine Einnahme, welche bei mäßigen Elntrtttsprelsen das Concertlocal wohl noch kaum je erzielt hat. Heber die Einzelheiten des Concerts zu berichten, ist wegen Mangel an Raum nicht möglich: es sei hier'nur dargethan, daß die Künstler ganz Vorzügliches leisteten.
Neckar-Steinach, 24. Juli. Eine unglaublich klingende Geschichte, welcne gleichwohl auf völliger Wahrheit beruht, wird aus Waldwimmersbach berichtet: Die Schwester der dortigen Wittwe Karoline Hack starb vor vier Jahren in der Heidelberger Klinik und wurde in WaldwimmerSbach beerdigt. Dieser Tage nun wurde genannte Wittwe von der Ortsbehörde dabei überrascht, als sie aus dem Kirchhof das Grab der Verstorbenen aufgrub und gerade im Begriff stand, den Sarg zu öffnen. Darüber zur Rede gestellt, gab die ihrer Geisteskräfte vollständig mächtige Person an, daß ihr die Verstorbene in der Nacht am Bette erschienen sei und behauptet habe, sie sei gar nicht gestorben und die Beerdigte sei ein ganz anderes Mädchen. Durch Oeffnung des Sarges habe sie (die Wittwe) sich von dem Sachverhalt überzeugen wollen. — So geschehen zu Waldwimmersbach im Juli 1892!
" vermischte-.
r Frankfurt a. M., 27. Juli. Der Sohn einer hiesigen Wittwe, der 1887 einen älteren Herrn aus der Donau bei Pest rettete, wurde dieser Tage angenehm überrascht, als ihm die amtliche Mittheilung zuging, daß der von ihm einst Gerettete ihn aus Dankbarkeit zum Universalerben seines 236,000 Gulden betragenden Vermögens eingesetzt habe.
* Fulda, 18. Juli. Am Montag voriger Woche kam ein seingekleideter Herr mit Cylinder und weißen Glacehandschuhen in ein Hotel dahier, stellte sich dem Besitzer als der Reisebegleiter des Prinzen Friedrich Carl von Heffen vor und bestellte für denselben einen Salon nebst zwei größeren Zimmern, die auf das Eleganteste eingerichtet werden müßten. Der Hotelinhaber scheute selbstredend weder Zeit noch Kosten, um den hohen Gast würdig zu empfangen. Daß am andern Tag zur bestimmten Stunde ein eleganter Wagen am Bahnhof sein müsse, um Se. Königliche Hoheit in Empfang zu nehmen, wurde ebenfalls vom Reisebegleiter verlangt. Dieser machte es sich im Hotel unterdessen ganz gemüthlich, ließ sich vom Besten auftischen, was Küche und Keller aufzuweisen hatten und lebte, wie man zu sagen pflegt, „wie ein Gott in Frankreich". Gegen Abend dampfte der Reisebegleiter wieder ab, um, wie er sagte, in Kassel eine Wohnung für den Prinzen zu bestellen, wo sich derselbe einige Tage aufhalten wolle. — Daß der Prinz auch seine Rechnung mitbezahlen würde, war ja selbstverständlich. Andern Tags zur bestimmten Stunde hält vor dem Bahnhof eine elegante Kalesche mit befracktem und betreßtem Kutscher, um Se. Königl. Hoheit in Empfang zu nehmen. Mit diesem Zuge aber kam er nicht. Mit dem darauf folgenden Zuge giugs nicht anders, bis sich schließlich herausstellte, daß der angebliche Reisebegleiter ein geriebener Gauner gewesen war.
* Halle a. S., 27. Juli. Das Dienstmädchen von Kaisers Droguengeschäft betrat das Dach eines Nebengebäudes, brach durch das Oberlicht und fiel auf einen zerspringenden Ballon mit Schwefelsäure. Das Mädchen wurde schrecklich verbrannt und liegt hoffnungslos darnieder.
* Berlin, 27. Juli. Von einem Mädchen aus Küstrin ist der Criminalpolizei die Anzeige erstattet worden, daß ihm am Montag früh in einem Eisenbahnwagen vierter Klaffe 21 000 Mark gestohlen worden seien. Um 6 Uhr will die Reisende auf dem Bahnhof Friedrichstraße angekommen sein. Das Geld habe sie in Hundertmarkscheinen in ein Taschentuch eingepackt in ihrer Kleidertasche gehabt. Nach ihrer Ankunft habe sie bei einer Frau Kirscheneinkäufe besorgen wollen und dabei den Verlust der Summe bemerkt. Das Geld müsse ihr, während sie im Eisenbahnwagen geschlafen habe, von einem Nachbar entwendet worden sein.
* 819 Züge au einem Tage! In letzter Zeit ist namentlich aus Anlaß von Eisenbahn-Unglücksfällen viel die Rede von Block st ationen gewesen. Es wird daher für die Leser von Interesse sein, eine kurze Beschreibung der vor einigen Wochen sertiggestelllen größten Blocksignalstation der Welt kennen zu lernen, welche sich im „Prometheus" findet - dieselbe besorgt die Sicherung sämmtlicher Eisenbahnzüge, welche in der großen Endstation der South Western Railway, Waterloo Bridge ein- und auslaufen. Da diese Station den gesammten Verkehr Londons mit dem Süden und Südwesten von England besorgt, außerdem aber noch den Ausgangspunkt für den südlichen und südwestlichen Vorortverkehr der Riesenstadt bildet, so ist die Anzahl der täglich in ihr verkehrenden Züge eine ganz ungeheure. Beispielsweise sind am diesjährigen Boatrace-day, dem Tage der Regatta zwischen den Universitäten Oxford und Cambridge, von Tagesanbruch bis Mitternacht 819 Züge in der Station ein- und ausgelaufen, was für die Stunde 45 Züge ergibt. 18,000 Weichenstellungen und über 20,000 electrische Signale sind nothwendig gewesen, um diese Züge in die richtige Bahn zu lenken und vor Unfällen zu bewahren. Zur Bewältigung dieser Aufgabe ist bisher eine ganze Anzahl von Signalstationen in Tätigkeit gewesen, welche sich indessen mehr und mehr als unzureichend erwiesen. Es ist nunmehr mit nur ganz geringen Störungen des Verkehrs gelungen, den gesammten Betrieb der Station in einer einzigen Centrale zu vereinigen- ev wird dadurch nicht nur eine große Sicherheit und Einfachheit des Betriebes erreicht, sondern es ist außerdem noch die Leistungsfähigkeit der Waterloo-Station außerordentlich erhöht worden. Die 22 Bahngeleise, welche in J)er Station zusammenlaufen, sind nunmehr so miteinander in Verbindung gesetzt worden, daß ein Zug von jedem derselben mit Sicherheit auf jedes andere hinübergeführt werden kann.
Die Entwickelung des Fernsprechwesens. Einer in der letzten Nummer des „Post- und Telegraphen-Archivs" enthaltenen Zusammenstellung über die Entwickelung des Fernsprechwesens im deutschen Reichsgebiet entnehmen wir einige bemerkenswerthe Angaben. Danach haben sich drei verschiedene Formen herausgestellt, unter welchen der Fernsprecher in den Dienst der Nachrichlenvermittelung gestellt worden ist, und zwar 1) zum Anschluß der Landorte an das Telegraphennetz Für diese BenutzungSart waren im Jahre 1877 nur 16 Fern
sprechbetriebe vorhanden, 1885 bereits 3170 und am 1. Juni 1892 war deren Zahl auf 6469 gestiegen. Die zweite Form der Nachrichtenvermittelung finden wir in den Stadt-Fernsprech- einrichtungen. Die erste derselben aus deutschem Boden wurde am 24. Januar 1881 in Mühlhausen im Elsaß in Betrieb genommen, am 1. April 1881 erfolgte die Eröffnung der Stadt-Fernsprecheinrichtung in Berlin. Am Ende deH Jahres 1881 betrug die Zahl der mit Fernsprecheinrichtungen versehenen Orte im deutschen Reichsgebiet sieben. Sie war 1885 auf 100, im Jahre 1890 aus 233 und am 1. April 1892 auf 300 gestiegen. Was nun diese Zahl der Sprechstellen in den verschiedenen Orten anlangt, so marschirt Berlin mit 17 424 natürlich an der Spitze, es folgest Hamburg mit 6420, Dresden mit 2455 und Leipzig mit 2359. Die "dritte Form endlich besteht in besonderen Anlagen zur unmittelbaren Verbindung von Geschäften oder Wohnungen unter einander oder mit einer Reichs-Telegraphenanstalt. Die letztgenannreit Anlagen kommen fast ausschließlich für einige große Tageszeitungen zur Verwendung. Die Zusammenstellung beweist, daß sich unser Fernsprechwesen in einer fortschreitenden Entwickelung befindet. Schließlich sei noch erwähnt, daß die Reichshanplstadt Berlin bisher mit folgenden Städten telephonisch verbunden ist: mit Breslau, Hannover, Hamburg, Dresden, Görlitz, Halle, Leipzig, Stettin und Magdeburg. Hamburg ist außer mit Berlin noch mit Magdeburg, Bremen, Kiel und Lübeck verbunden. Köln mit Aachen und Bonn, Magdeburg endlich außer mit Berlin und Hamburg noch mit Halle und Halberstadt.
* Ausweislich der Rangliste für 1892 ist die Zahl der noch in der Armee befindlichen Eisernen Kreuze ganz erheblich vermindert. An Großkreuzen ist nur noch eins vorhanden, Kreuze erster Klasse giebt es noch 183, solche zweiter Klaffe am schwarzweißen Bande 3306. Diese vertheilen sich mtt 2660 auf die actiüe Armee, 66 auf die Reserve und 580 auf die Landwehr. Eiserne Kreuze am weiß-schwarzen Bande giebt es noch 405 in der actiben Armee und 50 in der Landwehr.
* Dem Aluminium wendet die deutsche Militärverwaltung große Aufmerksamkeit zu. Bei dcr preußischen Garde ioll jetzt der Versuch gemacht werden, die sämmtlichen Beschlag- theile des Helmes, wie Adler u. s. v», überhaupt alle Bestandtheile in der Montirung aus Aluminium herzustellen.
* Reclame Stiefeln. Ein findiger Amerikaner hat Stiefel erfunden, welche bei jedem Tritte des Trägers als Spuren seines Erdenwallens eine Anzeige zurücklassen. Unter den Sohlen dieser Stiefel ist ein Druckapparat mit Farbe ange- dracht. Drückt nun das Gewicht des Menschen auf die Sohle, fo preßt es die Farbe durch die Schrift, und auf dem Trottoir bleibt eine Geschäftsanzeige von mehreren Zeilen in klarer Schrift zurück. Der Erfinder empfiehlt diese Stiefel nicht nur zu Geschästszwecken, besonders auch Candidaten zu Wahlzwecken. Will Smith seine Candidatur bekannt machen, so legt er einfach seinen Namen und das Wörtchen „wählt" unter die Sohlen, macht einen Rundgang durch den Wahlbezirk der Stadt und auf Tausenden von Pflastersteinen und Sandstein- platten wird dem wahlberechtigten Bürger die Aufforderung entgegenleuchten: „Wählt David Smith!".
* Neue Musik. Diener (im Musikalien - Leihinstitut): //Ich bitte für die gnädige Frau das Hamme l-Cotelette." — Gehilfe: „Hammel-Cotelette? Hm, Sie meinen wohl das Hummel-Quartett?" — Diener: „Richtig, so war's auch!"
itniverjitäts - Nachrichten.
Würzburg, 27. Juli. Prof. Curttus-Kiel wurde definitiv zum Professor der Chemie an die hiesige Universität berufen.
Schiftsnachrichten.
— Der Postdampfer „Friesland" der „Red Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 25. Juli wohlbehalten in Newyork angekommen.
— Der Dampfer „Illinois" der „Red Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 26. Juli wohlbehalten in Philadelphia angekommen.
Verkehr, Land- nnd Volk-wirthschaft.
S Gründer-, 27. Juli. DaS feit gestern wieder endlich eingetretene schöne Wetter begünstigte auch heute den dahier abgehaltenen „Jacobi-Markt". Der Vtehmarkt war mit Rindvieh ziemlich, mit Schweinen sehr stark befahren. Der Handel mit Rindvieh ging sehr flau bei recht gedrückten Preisen. Evident übertrifft beim Rind vieh das Angebot die Nachfrage. Die Landwirthe haben eben zuviel Vieh seither gehalten. Durch die geringere Heuernte und namentlich durch den sich sehr fühlbar machenden Futtermangel muß aber der Viehftand verringert werden. Hierdurch sind die Preise für das Rindvieh bemerkenSwerth herabgegangen. Bet den Jungschweinen ist das Umgekehrte der Fall, ihre Preise stehen sehr hoch. Der Schweinemarkt war von Käufern recht gut besucht und die Verkäufer fetzten fast alle ihre Maare ab, da der Handel recht lebhaft ging. Für das Paar Ferkel erster Qualität bezahlte man durchschnittlich 60 bi« 65 bis 70 Mk., für das zweiter Qualität 35 bis 40 bis 55 Mk. Läufer galten das Paar 80 bis 100 bis 120 Mk. Der Krämermarkt war sehr schwach besucht, auch mit Krämerftänden wenig besetzt. Die im Gange befindlichen Erntearbeiten wirken hierauf hemmend ein.
X Grotz-Aelda, 27. Juli. Recht schönes Wetter begünstigte unfern gestrigen „Jacobtmar kt". Infolge deffen war der Markt trotz der beginnenden Erntearbeiten gut besucht. Der Diehmarkt war sehr stark mit Schweinen befahren und zahlreiche Käufer batten sich eingefunden. Die Preise für die Ferkel haben eine enorme Höhe erreicht. Man bezahlte für das Paar Ferkel der besten Sorte 60 bis 70 bis 80 Mk., für die geringere Sorte 40biS50Mk., Läufer aalten per Paar im Durchschnitt 90 bi« 100 bis 130 Mk. Der Schweinemarkt zeigte trotz dieser hohen Preise lebhaften Handel. Auf dem Krämermarkt schien dagegen wenig Kauflust zu herrschen, denn die Krämerbuden waren von Käufern sehr schwach besetzt.
Li«b«ra, 27. Juli. Fruchtmarkt. Rother Weizen ** 15.65, weißer Weizen JL 16.50, Korn (neues) jtt 13.60, Gerste **L 10.—, Hafer «X 7.60, Erbsen JC. —.
Literatur und ICunft
— Untere schnelllebige Zeit fordert in allen Berufskreisen nicht nur hinreichende Vorbildung für den practischen Lcbensgang, sondern sie legt auch jedem Berufsmenschen die Verpflichtung auf, außerhalb seines immer enger begrenzten Arbeitfeldes Fühlung zu suchen und


