Ausgabe 
29.5.1892
 
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völlig / gleichwohl erlitt er dasselbe Schicksal, da er aus keiner Seite des Abgeordnetenhauses völlig befriedigte und eine anderweitige Regelung der Materie zu erwarten steht.

Die auswärtige Politik des Reiches hatte sich in der verstossenen Woche vornehmlich mit zwei Angelegenheiten zu befassen. In dem einen Falle handelte es sich um die Aus­weisung eines panslavistischen Agenten Namens Wesselitzksi, welcher das deutsche Reich bei dem türkischen Sultan durch . die Verbreitung von Berlin datirter ungünstiger Nachrichten j über dessen Befinden in Verruf hatte bringen wollen. Die , Sache har in maßgebenden Kreisen ein für das größere * Publikum schlechthin unverständliches Aussehen erregt. | Weniger tragisch hat man die Nachricht ausgenommen, daß j Präsident Carnot die Einladung eines ausgesprochen ! deutschfeindlichen Vereins nach Nancy angenommen hat, zumal die französischen Blätter sich zu versichern beeilen, daß das \ betreffende Fest ruhig verlaufen und Niemand Unklugheiten begehen werde. ;

< Vermischte-.

* Ein Roman au den Auschlagssäulen. Die Berliner Änschlagssäulen enthielten vergangene Woche folgende Bekanntmachung:Zwanzig Mark Belohnung zahle ich Dem­jenigen, welcher mir den Aufenthalt meiner Töchter Marie und Clara im Alter von 8 bezw. 7 Jahren nachweist, da ich dieselben laut einer Verfügung des Königlichen Amts­gerichtes zu Berlin zu beanspruchen habe. Dieselben sind zuletzt bei ihrer Mutter, Puttkamerstraße 13 und später Dellealliancestraße 80, wohnhaft gewesen und werden ver­steckt gehalten. Fritz Sonntag, penstonirter Procurist der Deutschen Bank, Spenerstr. 29." Berliner Blätter haben in der sonderbaren Angelegenheit weitere Erkundigungen eingezogen und das Folgende ermittelt: Der Unterzeichner dieses Aus­rufs, Herr Fritz Sonntag, war vom 1. Juni 1870 bis 30. Juni 1885 Procurist der Deutschen Dank; bei seinem Ausscheiden aus diesem Institut wurde er mit einem Jahres­gehalt von 1500 Mark pensionirt. Gegenwärtig ist er im Bankgeschäft von A. Paderstein u. Co. als Buchhalter und Kasfirer thättg. Herr Sonntag war mit einer Stieftochter des verstorbenen bekannten Reichslagsabgeordneten Duncker verheirathet; die oben bezeichneten Kinder sind aus dieser Ehe hervorgegangen. Vor zwei Jahren wurde die Ehe rechtskräftig geschieden, keinem der beiden Theile wurde eine überwiegende Schuld zuerkannt, die Kinder wurden dem

Vater zugesprochcn. Aber die Mutter wckl sich ihre Kinder nicht entreißen lassen und respectirt auc1 nachdem sie den Instanzenweg erschöpft hat, die am 27. Astril d. I. ergangene Entscheidung des Kammergerichts nicht, Niach welcher dem Vater endgültig das Erziehungsrecht übergeben wird. Nun entwickelt sich ein höchst unerquicklicher Streit um den Besitz der Kleinen; dieselben sollen in aller Form mittelst des Gerichts­vollziehers für den Vater gepfändet werden, aber wie der Bote des Gesetzes auch sucht und fahndet, die Kinder sind verschwunden und die Mutter verweigert hartnäckig jede Auskunft über ihren Verbleib. Herr Sonntag hat nun eine Entscheidung des Königlichen Amtsgerichts I. vom 6. Mai d.J. in Händen, nach welcher auch die Polizei angewiesen ist, ihm die Kinder im Betretungssalle zuzusühren. Man darf in der That aus die Entwickelung dieser Familien-Affaire, die in vorstehenden Zeilen absichtlich nur durch die knappe Angabe der Ahatsachen seizzirt ist, gespannt sein.

* Montecarlo, 25. Mai. Im Lesecabinet der Spielbank erschoß sich ein Deutschamerikaner, Namens Wellbreg, wegen eines Spielverlustes von 800000 Francs. Der Leichnam wurde Nachts verscharrt, um die Angelegenheit zu vertuschen.

£itCT*atur und Itanft.

Wir haben vor Kurzem gern Veranlassung genommen, unsere Leser auf das beginnenbe Erscheinen von MeyerS Kleinem Hand-Atlas nachdrücklich hinzuweisen. Unserer guten Voraussicht für dasselbe können wir heute, nachdem das Kartenwerk durch die bisher erschienenen fünf Lieferungen bereits greifbare Gestalt an­genommen hat, noch beftimmteren Ausdruck geben. Danach dürste sich der Meyerfche Kleine Hand-Atlas der Allgemeinheit sehr bald als unentbehrlich erweisen. Seine ganze Anlage erscheint so zweck­mäßig getroffen und so gut durchaesührt, daß sich ein etwaiger Zweifel an der für daS neue geographische Hilfsmittel vorher bestandenen Lücke von selbst hebt.Meyers Kleiner Hand-AtlaS", der sich durch ein bequemes, handliches Format angenehm auSzeichnet, vermag dem practifchen Gebrauch in Wirklichkeit zu dienen. Seiner Dienste werden sich insbesondere der Geschäftsmann, dec Beamte, der Gewerbtreibende, der Zeitungsleser, kurz alle diejenigen erfreuen, die für jede in Be­tracht kommende geographische Frage ein Übersichtliches, zuverlässiges, auf der Höhe der heutigen Erdbeschreibung gehaltenes Kartenmaterial stets zur Hand haben wollen, von welchem jedes Blatt eine imponirende Reichhaltigkeit und Vollständigkeit aufweist.MeyerS Kleiner Hand- Atlas" berücksichtigt in erster Linie das engere Vaterland, das Deutsche Reich und Oesterreich-Ungarn, denen allein 40 Blätter ge­widmet sind; jeder größere deutsche Bundesstaat, jede preußische Provinz, jedes österreichische Kronland ist durch eine Specialkarle dargestellt. Bei den außereuropäischen Karten sind die deutschen Interessen- und Colonialgebiete besonders berücksichtigt. Der außer­gewöhnlich billige Preis von 50 Pfennig für jede 6 bis 7 Beilagen

enthaltene Lieferung unterstützt die Absicht, den Meyerschen Atlas bet Allgemeinheit zugänglich zu machen, sehr wesentlich.

Die Frauensrage beginnt mehr und mehr zugleich eine Männerfrage zu werden. Dem begeisterten Vorkämpfer Stuart Mill haben sich in neuerer Zeit Männer wie Holtzendorff, Höffding, Paulsen, Ziegler, Pierstorff und andere zugesellt und auch in unfern Parlamenten haben sich warme und eifrige Fürsprecher gefunden. Als ein besonders erfreuliches Zeichen aber müssen wir ein literarisches Unternehmen begrüßen, das hoffentlich zur Klärung der noch so häufig mißverstandenen Frauenfrage beitragen wird: »Echorertz ftamilienblatP, welches eine besonders feine Fühlung mit den zeitbewegenden Fragen zu haben scheint, eröffnet in feinen Spalten einen Sprechsaal für Freunde und Gegner der Frauenfrage. Bereits haben eine Anzahl hervorragender Männer und Frauen sich in kurzen, zum Theil autographisch wiedergegebenen Aussprüchen zur Sache geäußert, und fernere Kundgebungen sind von den bedeutendsten Persönlichkeiten in Aussicht gestellt. Hoffentlich wird daS Famllien- blatt die Frauenfrage in demselben Maße fördern, wie es s. Z. die Frage der Schulreform und der Ferien-Colonien in Fluß brachte.

Vorkehr, Land» «nd Volkswirthschaft.

In lateinische« Buchstaben sollen nach einer Verfügung des Reichspostamtes alle Telegramme niedergefchrieben werden, die in fremder Sprache abgefaßt werden. Im Falle von Zweifeln, ob Worte einer fremden ober der deutschen Sprache angehören, hat die Niederschrift mit lateinischen Buchstaben zu erfolgen. Das Ein­fachste ist jedenfalls, alle Telegramme in lateinischen Buchstaben zu schreiben.

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