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bildeten mit den Arbeitern aller Länder ein^ einzige Nation gegenüber den Capitalisten. Die zwischen den Franzosen und Deutschen liegenden Ströme Blutes seien von den Feinden des Proletariats vergossen worden, ohne Zuthun der deutschen Socialdemokraten und bildeten keine Grenze zwischen den Social­demokraten.Wir sind Brüder und bleiben internationale Revolutionäre trotz der Bourgeoisie und der Verleumdung, daß wir die revolutionäre Fahne verlassen haben und Chau­vinisten geworden sind. Die deutschen und französischen Socialdemokraten bilden mit den Socialdemokraten der übrigen Länder eine einzige große Armee. Wir sind bereit, nachdem wir Bismarck nach 25jährigem Kampfe geschlagen haben, den letzten Blutstropfen für die Sache des Socialismus zu opfern. Hoch lebe die internationale revolutionäre Demokratie." (End­loser Beifall.) Der Congreß bringt Liebknecht eine Ovation; Alles umdrängt ihn, Mehrere umarmen ihn. Der Abgeordnete Ferroul dankt Liebknecht Namens des französischen Prole­tariats, das mit dem deutschen Proletariat unzerreißbar ver­bunden sei. Derselbe ruft: Hoch das arbeitende Deutschland.

Die Cholera.

Die Cholera-Epidemie in Hamburg nimmt in erfreulicher Weise immer weiter ab. Vom Sonntag wurden aus Hamburg bloß noch 81 Erkrankungen und 49 Todes­fälle an Cholera gemeldet. Es ist demnach jetzt auch die Zahl der täglichen Cholera-Erkrankungen zum ersten Male seit Wochen unter hundert gesunken. Der Stand der Cholera an den übrigen inficirten Orten Deutschlands gibt zu keinen besonderen Bemerkungen Anlaß. Dagegen wird aus Paris eine Wiederzunahme der Cholera gemeldet,- z. B. kamen am Samstag 33 Cholera-Erkrankungen und 13 Todesfälle vor. Das Zusammenströmen gewaltiger Menschenmassen in Paris anläßlich der Feier des 22. September scheint demnach doch nicht ohne nachtheilige Folgen geblieben zu sein.

Dem Kaiserlichen Gesundheitsamt vom 24. bis 26. September, Mittags, gemeldete Cholera-Erkrank­ungs- und Todesfälle:

Datum

Staat

22./9.

23./9.

24 /9.

25./9.

und

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Hamburg

Preußen

Hamburg

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69

115

56

81i 49

126

47

Schleswig

Altona

12

6

9

5

15 6

11

7

Stettin

Schillersdorf

3

2

Vereinzelte Erkrankungen:

Regierungsbezirk Schleswig: in der Stadt Wandsbeck sowie in drei Orten der Kreise Stormarn und Pinneberg 5 Erkrankungen, 1 Todesfall.

Regierungsbezirk Lüneburg: in einem Orte des Kreises Harburg (Land) 2 Erkrankungen.

Regierungsbezirk Stade: in Achim, Kreis Achim, 1 Erkrankung, 1 Todesfall.

Regierungsbezirk Hannover: in der Stadt Bruch­hausen, Landkreis Hoya, 2 Erkrankungen.

Regierungsbezirk Aurich: in Wilhelmshaven 1 Er­krankung.

Regierungsbezirk Magdeburg: in einem Orte des Kreises Wanzleben 1 Erkrankung, 1 Todesfall.

Regierungsbezirk Stettin: in einem Orte des Kreises Randow 1 Todesfall.

haben können, warum wollen Sie da die Mutter nicht hei- rathen? Auf diese Weise erfüllen Sie den Wunsch Ihres Freundes ebensogut."

Aus mein Wort, Madame," erwiderte er,Sie haben recht, und ich glaube fest, ich thue viel besser daran, als wenn ich die hübsche Angelika heirathe. Ich bin Ihnen wirk­lich sehr verbunden, Madame, für diese gute Idee- ich war heute Morgen in derartiger Aufregung, daß ich gar keinen anderen Gedanken fassen konnte, als so bald wie möglich nach Berlin zurückzukehren."

Wenn ich an Ihrer Stelle wäre," sprach ich,würde ich mich sofort wieder nach Homburg begeben. Die arme Frau Bumpps wird sich so ganz allein recht unglück­lich fühlen. Mein Mann übernimmt es gewiß gern, das kleine Mißverständniß zwischen Ihnen und Hauptmann Mittel­stem aufzuklären."

Nun, mein Herr," wendete sich Herr Apollonius Schulze an meinen Mann,wenn Sie wirklich die Güte haben wollen und das thun, so wäre ich Ihnen und Ihrer Frau Gemahlin sehr verbunden und mm muß ich mich empfehlen, denn mein Motto ist:Zeit ist Geld". Und wenn Sie einmal nach Berlin kommen, so hoffe ich, daß Sie mich nicht vergessen, ich wohne . . . straße 37", damit reichte der kleine Mann uns eine große Karte und verabschiedete sich.

A *

Wenige Wochen später kam eine große, an mich adressirte Kiste von Berlin. Dieselbe enthielt Grützwaaren aller Art, die Vermählungsanzeige von Herrn und Frau Apollonius Schulze und einen langen Bries von ersterem. In demselben dankte er mir wiederholt für meinen guten Rath, seine Frau, schrieb er, habe gerade das Talent, es einem Manne behag­lich zu machen, was ihre Tochter nie gekonnt hätte, kurz, er schien sich im siebenten Himmel zu befinden. Das glückliche Paar verbrachte köstliche Flitterwochen in der sächsischen Schweiz.

Angelikas Heirath erwies sich auch besser, als er, Apollonius Schulze, je erwartet hätte. Hauptmann Mittel­stem war ein musterhafter Ehemann und seine Frau ließ ihr Geld gern in einem Geschäft, in dem es sich zu achteinhalb Prozent verzinste.

Berlin: 2 Erkrankungen.

Großherzogthum Mecklenburg-Schwerin: im Amt Boizenburg 1 Todesfall.

Hamburg, 26. September. Die Gesammtzahl der an der Cholera erkrankten Personen beträgt nach amtlicher Meldung bis zum 24. September incl. 17 157, die Zahl der Todesfälle 7339.

Hamburg, 26. September. Die Abnahme der Erkrank­ungen am gestrigen Sonntage bestätigt sich. Gestern war das Gewoge in allen Vergnügungslocalen und in den Pro­menaden ungewöhnlich lebhaft, die Folgen dürften die morgigen Krankenzahlen nachweisen. Die Brunnenbohrungen schreiten gut fort, einzelne Brunnen sind bereits in Benutzung genommen. Auch mit der Reinigung der Seuchenbrutstellen ist begonnen worden. Die Absperrung Altonas erregt in Hamburg viel böses Blut,- man meint, es sei kein Grund dazu vorhanden, da die Krankheitsfälle in Altona immer noch erheblich sind.

Hamburg, 26. September. Der Seuchen stand ist auch heute ein verhältnißmäßig guter- bis 4 Uhr Nach­mittags sind 45 Erkrankte und 8 Todte polizeilich trans- portirt. Die Aerzte melden, das Auftreten der Krankheit sei in letzter Zeit weniger acut, dagegen mehr schleichend, die Heilung aber aussichtsvoller.

Hamburg, 26. September. Gestern Abend hatten sich an der Hamburg-Altonaer Grenze bedeutende Menschen­massen angesammelt, welche eine abermalige besondere Ab­sperrung erwarteten. Die Polizei schritt ein und nahm ver­schiedene Verhaftungen vor.

Cocolc» und provinzielles.

Gießen, 27. September 1892.

Sitzung des Schwurgerichts der Provinz Oberhessen am 26. September. Unter Vorsitz der Großh. Landgerichts­raths Jung wurden heute die Schwurgerichtssitzungen für das 3. Quartal 1892 eröffnet. Zur Verhandlung kam die Strafsache gegen Heinrich Noll von Altenburg wegen Meineids. Die Anklage vertritt der Großh. Erste Staats­anwalt Jöckel, die Vertheidignng führte Rechtsanwalt Hirsch­horn, als Geschworene wurden ausgeloost die Herren: Christian Werner, Conrad Weppler II., Friedrich Wilhelm Hartmann, Ludwig Schmidt II., Anton Joseph Mann, Karl Fuldat L, Heinrich Adami, Johannes Seipp II., Jacob Schneider IV., August Aßmus, Heinrich Römer II. und Wilhelm Rabenau. Der Arbeiter Heinrich Noll von Altenburg ist angeklagt, daß er am 5. April 1892 vor Großh. Amtsgericht Alsfeld den ihm von seinem Bruder Georg Noll zu Berlin in dem mit ihm geführten Rechtsstreit zugeschobenen Eid wissentlich falsch geschworen habe. Die heutige Verhandlung ergab folgenden Sachverhalt: Im Herbste 1881 besuchte Georg Noll seinen Bruder Heinrich Noll in Altenburg und ließ ihm bei dieser Gelegenheit ein Paar ihm zu enge gewordener hoher Schasten- stiesel mit dem Auftrag zurück, solche zu verkaufen. Aus Pfingsten 1887 besuchte er seinen Bruder wieder und theilte ihm jetzt derselbe mit, daß er die Stiefel an einen Arbeiter für 15 Mark verkauft und dieser 5 Mark angezahlt habe. Heinrich Noll übergab seinem Bruder diesen Betrag und begaben sich beide auch zu dem Arbeiter, um den Restbetrag von 10 Mark zu erheben- derselbe war aber nicht zu Hause und versprach Heinrich Noll den Betrag thunlichst bald ein­zuziehen und ihm einzusenden. Im Sommer 1887, als Georg Noll als Hausdiener in Hagen bei einem Handlungs­hause angestellt war, schrieb ihm sein Bruder Heinrich, daß seine Frau erkrankt sei und bat ihn um ein Darlehen von 30 Mark. Georg Noll entsprach diesem Ansinnen und sandte den erbetenen Betrag durch die Post an seinen Bruder ein. Georg Noll hatte auch seinem Bruder 20 Ellen Tuch zu dem Preise von 14 Mark käuflich überlassen, ohne daß dieser Preis gezahlt worden wäre. Georg Noll forderte seit dem Jahre 1889 seinen Bruder Heinrich in mehreren Briesen auf, ihm die schuldigen Beträge zu erstatten und sandte ihm derselbe auch einmal 5 Mark durch die Post ein, blieb aber mit dem Reste trotz mehrfacher Aufforderungen im Rückstände und sah er sich, da Heinrich Noll auf Zahlungsbefehl Ein­wand erhoben, zu gerichtlicher Klage bei Großherzoglichem Amtsgericht Alsfeld genöthigt. Die Klage wurde am 27. October 1891 erhoben und wurde am 8. December 1891 zur Sache verhandelt. Heinrich Noll, der Beklagte, bestritt sämmtliche Klagebehauptungen und nahm den ihm zugeschobenen Eid an. Der Eid wurde dahin sestgestellt:Ich schwöre bei Gott dem Allmächtigen und Allwissenden, es ist nicht wahr

1) daß mir Kläger auf mein vorheriges schriftliches An­suchen und unter meinem Versprechen der Rückzahlung im Sommer 1887 30 Mark als Darlehen zu- geschickt hat,

2) daß ich zu Ende 1886 den Verkauf eines Paares neuer Stiefel, die dem Kläger gehörten, übernommen, dafür 15 Mark gelöst und 5 Mark darauf an den Kläger gezahlt habe,

3) daß ich 1886 durch meine Frau den Kläger habe ersuchen lassen, mir ein Stück Leinwandtuch von etwa 18 bis 20 Ellen zu überlassen unter dem Versprechen, es angemessen zu bezahlen und daß ich auch aus das mir überlassene Leinwandtuch 5 Mark gezahlt habe, so wahr mir Gott helfe." Es wurde Termin zur Eides­leistung auf den 15. März l. I. anberaumt. In diesem Termine erklärte sich Heinrich Noll bezüglich des dritten Klagepunktes bereit, die geforderten 14 Mark für das Lein­wandtuch zu bezahlen und wurde die Eidesleistung bezüglich der beiden anderen Punkte bis zum 5. April verschoben, da eine gütliche Erledigung der Sache in Aussicht gestellt war. Es kam jedoch eine solche Vereinbarung nicht zu Stande und leistete Heinrich Noll, trotz eingehender Verwarnung vor Leistung eines Meineides nach stattgehabter Eidesbelehrung den Eid bezüglich der Punkte 1 und 2 in der oben erwähnten Weise vor Großh. Amtsgericht Alsfeld ab. Daraufhin erhob Georg Noll gegen seinen Bruder eine Anklage wegen Mein­

eids, welche dessen sofortige Verhaftung zur Folge hatte. Der im Wesentlichen geständige Angeklagte gab als Motiv seiner verbrecherischen Handlungsweise an, er habe geglaubt, sein Bruder hätte ihm die 30 Mark schenken wollen, ferner feine schlechten Vermögensverhältnisse. Nachdem die Ge­schworenen (Obmann Herr Heinrich Adami) die Schuldfrage bejaht, wurde Angeklagter in eine Zuchthausstrafe von zwei Jahren, sowie zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte aus die Dauer von fünf Jahren verurtheilt. Zugleich wurde die dauernde Unfähigkeit des Angeklagten als Zeuge oder Sach­verständiger eidlich vernommen zu werden, ausgesprochen.

Sitzung des Schwurgerichts der Provinz Oberheffeu am 27. September 1892. Zur Verhandlung kommt die Strafsache gegen Elisab etha Mütze von Geismar wegen Kindesmords. Die Anklage wurde von Großh. Gerichts- Assessor' Dr. Zimmermann vertreten. Die Vertheidigung führte Rechtsanwalt Grünewald, als Geschworene wurden ausgeloost die Herren: Conrad Weppler II., Freiherr Adolf von Harnier, Karl Heimburg, Wilhelm Braun, Anton Joseph Manu, Eduard Kretschmann, Philipp Vögler, Johannes Fritzel, Jacob Jhring, Conrad Anton Fangmann, Heinrich Adami und Ludwig von Buchenröder. Die Dienstmagd Elisabetha Mütze, geboren zu Geismar bei Frankenberg, zuletzt in Gießen wohnhaft, ist angeklagt, daß sie am 12. Juni l. I. zu Gießen ihr uneheliches Kind gleich nach der Geburt vor­sätzlich getöbtet habe. Die Angeklagte, ein bisher unbe­scholtenes Mädchen ist vollständig geständig. Sie hatte mit einem Militärlazarethgehülsen in Marburg ein Verhältniß angeknüpst, welches nicht ohne Folgen geblieben. In der Verzweiflung über die ihr drohende Schande will sie die ihr zur Last gelegte That begangen haben. Nachdem die Geschworenen (Obmann Herr Heinrich Adami) das Schuldig unter Annahme mildernder Umstände ausgesprochen, wurde die Angeklagte in eine Gesängnißstrafe von zwei Jahren und drei Monaten abzüglich zwei Monate Untersuchungshaft verurtheilt.

Die durch ihre Wohlthätigkeit jederzeit mit leuchtendem Beispiel vorangehende Firma C. W. B. Fernie dahier hat durch ihren Repräsentanten, Herrn S. Pascoe, unserer Expedition für die Nothleidenden Hamburgs die Summe von Tausend Mark zugestellt. Möge diel es gute Beispiel hier ansteckend wirken, denn die Noth in der unglück­lichen Stadt Hamburg ist groß, sehr groß und der Winter mit seinen Sorgen vor der Thüre.

Mitte October wird das Kaiser-Panorama des Herrn H. Schmidt, welches vor zwei Jahren auf der Mäusburg sich eines lebhaften Besuches zu erfreuen hatte, durch feine wirklich prachtvollen, naturgetreuen Sänöer ©crien wieder im Eckladen Bahnhofstraße 23, Ecke Löwengasse, eröffnet. Wie Herr Schmidt uns mittheilt, sollen die neuesten Serien, welche erst diesen Sommer aufgenommen sind, u. A. die Nordlands­fahrt Kaiser Wilhelm II. mit dem Kaiserschiff in den Lofoten, Westfjord, Lindgenfjord, die sächsisch-böhmische Schweiz, Riesen­gebirge, ein ganz neuer Cyclus der bayerischen Königsschlöfser, die Sudeten, München, Harz, Tyrol u. s. w. das Beste sein, was bis jetzt auf dem Gebiete der Photoplastik und Farben­beleuchtung gezeigt ist.

R. Wieseck, 27. September. In der gestern Abend statt- gefundencn zahlreichen Wählerversammlung wurde unser seitheriger Bürgermeister Sommerlad von dem Vorsitzenden der Versammlung als Candidat für die bevorstehende Wahl vorgeschlagen. Der Vorschlag wurde mit großem Beifall einstimmig angenommen.

Odenhausen, 24. Sept. Bei der heute stattgefundenen Gemeinderathswahl wurden gewählt Kaspar Lang mit 9 Stimmen, Carl Haupt mit 8 Stimmen, Heinrich Konrad mit 9 Stimmen.

Lauterbach, 24 September. Gestern sand die feierliche Grundsteinlegung der Fuldabrücke zwischen Ober- Wegfurth und Unter-Schwarz statt. Es hatten sich hierzu die Herren Kreisrath Dr. Fischer, das Kreisschulmitglied C. Jäger von Schlitz und Kreisstraßenmeister Jockel, ferner die Ortsvorstände von Ober-Wegfurth und Unter-Schwarz und die beteiligten Handwerksmeister eingefunden. Nach Beendigung der Feier blieben die Teilnehmer in der Zulauf- schen Wirthschast zu Ober-Wegfurth eine Zeit lang vereinigt. Möge nun der Bau der Brücke rüstig vorangehen, damit dem langempfundenen Bedürsniß einer fahrbaren Verbindung mit dem jenseitigen Fuldaufer bei Ober-Wegfurth baldigst ab­geholfen werde. D. Ztg.

Nidda, 24. September. Ein raffinirter Einbruch wurde bei dem Uhrmacher Levi verübt. Der Dieb meißelte von einem Zwänger aus, der durch eine mit einem Riegel versehene Thür von der Straße abgeschlossen war, ein Loch durch das Lehmfachwerk, so daß er gerade durchschlüpfen konnte. In dem Laden räumte er nun ganz ordnungsmäßig auf, packte Taschenuhren und Ringe, überhaupt alles leicht Transportable, was des Mitnehmens werth war, ein. Doch das war noch nicht genug. Auch der Küche wurde ein Besuch abgestattet, wo der Braten verzehrt worden sein soll. Jeden­falls waren es zwei sehr ortskundige, verwegene Einbrecher, was die ganze Art des Einbruchs zeigt.

Aus Oberheffeu, 25. September. Der Zuckergehalt der Wetterauer Zuckerrüben ist dieses Jahr reichlich ein Pro­zent höher als 1891. Freilich brachte im Vorjahre der Morgen durchschnittlich 150 Gentner, während er in diesem Jahre nur 110120 Gentner ergibt. Von den beiden in der Wetterau bestehenden Zuckerfabriken verarbeitet diejenige in Friedberg täglich 8000 Gentner Rüben, die in Stockheim 5000 bis 6000. Friedberg zahlt dieses Jahr 10 pCt. Divi­dende (1891 11 pGt.), Stockheim 9 pGt. (1891 7 pCt.).

Mainz, 26. September. Der Güterverkehr auf den Strecken der Hessischen Ludwigs-Eisenbahn hat neuerdings so zugenommen, daß eine Reihe von Extrazügen eingelegt werden mußte.