keinS hingegen so viele Offiziere, was wiederum den Eifer dieser NichtBcrussrnilitärS erweist.
Es waren kurmärkische Landwehrbataillone der Brigade Borstell, die den letzten furchtbaren Strauß in Gölsdors bestanden. Aus dem anderen Flügel schlug sich das ganz aus Landwehr bestehende Corps Tauenzien, mangelhaft ausgerüstet und mit wenig Geschütz versehen, gegen doppelte Uebermacht in allen Waffengattungen. Bald mußte der Feind inne werden, welch cm Geist in diesen Milizen lebte, die buchstäblich für Haus und Hof auf heimischer Scholle stritten. Da weit überlegenes Geschütz mörderisch in ihren Reihen wüthete, gingen fie zuversichtlich dem Feinde auf halbem Wege entgegen und sobald derselbe stutzte, benutzte die Landwehr- Reiterei mit rühmlichster Geistesgegenwart den Augenblick zu allgemeiner Attacke. Obschon so schlecht gerüstet, daß manche keine Steigbügel und statt Zügel bloße Stricke in Händen hatten, warfen ihre lange Lanzen doch Alles vor sich nieder. In Wirbel von Staub und Pulverdamps gehüllt, ritten sie das erste feindliche Treffen um und zersprengten die polnischen Lanciers in athemlosem Sturmlauf.
Das ruhmvolle Gefecht bei Hagelberg, dessen Ergebnisse in der Schwach: voll Großbeeren weit übertrafen, wurde ausschließlich von Landwehr geliefert, und ihr braver erfahrener Gegner, dessen bis zuletzt aushaltende Artillerie große Verheerungen anrichtete, mit hochgehobenem Kolben einfach todt- gefchlagen.
Bei Wartenburg folgte dem 2. Bataillon des Leibregiments sofort ein Bataillon des 4. Landwehr - Regiments, Sümpfe durchwatend und Wälle ersteigend. Auch diese berühmte Waffenthar knüpft sich also mit an den Namen der Landwehr. Daß die Königsberger vom 3. ostpreußischen Landwehr-Regiment unter Major Friccius zuerst durchs Grimmasche Thor in Leipzig eindrangen, gehört der sestgebuchten Geschichte an, obschon lange von der Linie bestritten.
Auch 1815 haben 30000 preußische Landwehren den alten Prätorianern des fränkischen Cäsar furchtbar heirnge- leuchtet. Bei Ligny deckte das 2. Bataillon des 1. westfälischen Landwehr-Regiments den Rückzug mit spartanischer Tapferkeit. Wenn dort das 5. Landwehr-Regiment floh, so wurde es dabei nur vom 25. Linien Regiment mit fortgerissen. Panik kommt eben bei allen Truppen mal vor. Bei Wavre schlug das 4. kurmärkische Landwehr - Regiment dreizehn wüthende Angriffe zurück. Das 1. und 2. schlesische Landwehr-Regiment und die ganze pommersche Landwehr zerschmetterte bei Belle Alliance die gloireumsonnten Bärenmützen der Alten Garde. Entfesselte Bolkskrast würde im Drange der Noth auch heute noch solche Wunder thun. z
totales wnö provinzielles.
Gießen, 26. November 1892.
— Akademische Feier. In der festlich geschmückten großen Aula des Universitätsgebäudes fand gestern 12 Uhr die akademisch e Feier des Geburtstages Sr. König!. Hoheit des Großherzogs statt. Die Festrede hielt Herr Proseffor Dr. Stade. Nach einer Einleitung über die Bedeutung des Tages sprach Redner „über die Aufgaben der Biblischen Theologie des Alten Testamentes". Diese hat nach seinen Ausführungen nicht eine Bibellehre, auch nicht blos den religiösen und ethischen Inhalt der Bücher des alttestamentlichen Canons darzustellen, sondern die specielle Borgeschichte zu schildern, welche das Christenthum unter dem Alten Bunde gehabt hat. Sie beschäftigt sich daher mit der Entstehung und Entwickelung der Religion Israels bis zur neutestamentlichen Zeit. — Zur Feier des Tages sand Abends j 8 Uhr im „Einhorn" ein studentischer Commers statt.
— Festmahl im Club. Wie wir bereits in voriger Nummer mittheilten, versammelten sich zur Feier des Allerhöchsten Geburtstags Sr. König!. Hoheit der Großherzogs eine große Anzahl von Herren zu einem Festmahle im Saale der Gesellschasts Gebäudes. Ein Huldigungs-Telegramm an den allverehrten Landessürsten, besagend: „Die zur Festseier versammelten Vertreter des Civil- und Militärstandes, sowie der Bürgerschaft Gießens bringen ihrem geliebten Landesherrn die ehrerbietigsten Festgrüße dar. Möchten Eurer Königlichen Hoheit lange Jahre glücklicher Regierung über das treue Hessenland beschieden sein!" erhielt nachstehende zu Händen des Herrn Provinzial-Director Freiherrn von Gagern gegangene Antwort: „Bitte sagen Sie in meinem Namen den vereinigten Vertretern des Militärs, der Bürgerschaft, der Universität und den anderen Herren meinen herzlichsten Dank für die freundlichen Glückwünsche, die sie mir an diesem Tage dargebracht haben. Ernst Ludwig."
— Geburtstagsfeier Der hiesige 8. C. hielt gestern Abend zur Feier des Geburtstages Seiner Königlichen Hoheit des Groß Herzogs im Corpshause der Hassia einen Commers.
— Von der Universität wird der „D. Ztg." von hier geschrieben: Dem Professor der practischen Theologie an der Landesuniversität lic. Max Reischle wurde von der theologischen Fakultät der Tübinger Hochschule der Ehrendoctor verliehen. — Die diesmaligen juristischen Facultäts- prüsungen an unserer Hochschule haben ein günstiges Resultat gehabt. Bon den sechzehn Candidaten, die sich zum Examen gemeldet haben, haben fünfzehn dasselbe bestanden- sechs erlangten das Ergebniß „sehr gut", ebensoviel das Prädikat „gut" und drei konnten als „genügend" bezeichnet werden. Sieben der betr. Candidaten besanden sich im 7., fünf im 8., drei im 9. und einer im 11. Semester. Im mündlichen Examen wurde geprüft von Professor Jörs in römischer Rechtsgeschichte, Institutionen und Prozeß, von Professor Co sack in deutschem Privatrecht und Handelsrecht, von Professor Kr et schm ar in Pandekten, von Professor F rank in Strafrecht, Strafprozeß und Gerichtsversassungsrecht, von Proseffor Schmidt in deutscher Rechtsgeschichle, Kirchenrecht, Eherecht und Völkerrecht und Professor Laspeyres in theoretischer und practischer Nationalökonomie.
— Oeffentliche Anerkennung einer edlen Thal. Der Großherzog hat dem Buchhändler Alexander Sartorius hier in Anerkennung der von demselben am 11. Juni l. I. mit Muth und Entschlossenheit, sowie eigener Lebensgefahr bewirkten Rettung des Hausburschen Heinrich Hahn von hier vom Tode des Ertrinkens die Rettungsmedaille verliehen.
— Das Kaiser-Panorama, Bahnhofstraße 23, führt uns in der nächsten Woche die Darstellung der Königsschlösser von Versailles, eine auserlesene Serie historisch denkwürdiger Bauten und Räume, vor Augen. Man sieht da u. A. den großen Spiegelsaal, in welchem am 18. März 1871 Wilhelm der Siegreiche zum deutschen Kaiser proclarmrt wurde, die Gemächer der unglücklichen Königin Maria Antoinette, die Prunksäle des ersten Napoleon, die großartige Schlachten- Galerie, die unvergleichlich schönen Wasserkünste im Park von Versailles rc.
— Verhaftet wurde gestern ein von auswärts steckbrieflich Verfolgter wegen Diebstahls und ein Cigarrenmacker, der seinen Principal schon längere Zeit bestohlen hat.
— Ordens Verleihungen und Amts Auszeichnungen. Aus Anlaß des Geburtstages Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs wurden verliehen:
Dem Minister der Finanzen, Wirklichen Geheimerath August Weber, sowie dem außerordenttichen Gesandten und bevollmächtigten Minister am Königlich Preußischen Hofe, Wirklichen Geheimerath Dr. Karl Neidhardt das Grotzkreuz, dem Piäsidenten der Oberrechnungskammer ValentinLorbach das Comthurkreuz zweiter Klasse, dem Miaisterial-Registrator bei dem Staats-Ministerium Jakob Nötiger das Ritterkreuz zweiter Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmüthtgen. Ferner: dem mit der oberen Leitung der Cabinets-Direction beauftragten Provinzial- Director der Provinz Rheinhessen, zugleich Territorial-Commissär bei der Festung Mainz, Karl Rothe, der Charakter als Geheimerath, dem zweiten Beamien bei der Cabinets-Directton, Cabinets Secretär Gustav Römheld, der Charakter als Cabinetsratb, dem Ministertal- Kanzlei-Jnspector bei dem Staats-Ministerium Friedrich Jatde der Charakter als Kanzleirath, und dem Ober-Rechnunqsrevtfor bei der Ober-Rechnungskammer Ludwig Wambold der Charakter als Rechnungsratb.
Es wurden verliehen: a. das Ritterkreuz erster Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmüthtgen: Dem Kreis- rath des Kreises Worms Franz Gros, dem evangelischen Pfarrer Decan Friedrich Heß zu Crumstadt, dem evangelischen Pfarrer Dccan Ludwig Meyer zu Friedberg, dem katholischen Pfarrer Decan August Schilling in Alsheim, dem ordentlichen Professor an der Landes-Universität Dr. Ferdinand Kattenbusch, dem ordentlichen Professor an der Technischen Hochschule, derzeit Dtrector derselben, Dr. Lebrecht Henneberg, dem Director an dem Neuen Gymnasium in Darmstadt Ludwig Nodnagel, dem Ersten Staatsanwalt an dem Landgerichte der Provinz Starkenburg Christoph Arnold, dem Ober-Amtsrichter bei dem Amtsgericht Homberg Friedrich Rübsamen, dem Landgerichtsrath bet dem Landgericht der Provinz Oberhessin Johannes Baptist Werte, dem Landgerichtsrath bet dem Landgericht der Provinz Oberhessen Johannes Holzapfel, dem Vorsteher der landwirthschaftltchen Versuchsstation Professor vr. Paul Wagner in Darmstadt, dem vortragenden Rath in der Abthetlung des Ministeriums der Finanzen für Bauwesen, Ober-Baurath Karl Poseiner, dem Hauptftaatscassier Ludolph Kramer, dem Forstmeister des Forstes Romrod, Gustav Dittmar zu Romrod, dem Oberförster der Oberförsteret Bessungen, Forst- tnspector Friedrich Hüter zu Darmstadt, dem Steuercommissär des Steuercommtssariats Zwingenberg, Steuerrath Otto Wolf, dem KretSbaumetster des Kreisbauamts Darmstadt, Baurath August Wiessel;
b. die Krone zu dem Ritterkreuz zweiter Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmüthtgen: dem Vicepräsidenten des landwirlhschaftlichen Vereins für die Provinz Oberhessen Gutsbesitzer Karl Schlenke zu Haardihof bet Gießen;
c. dte Krone zum Silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmüthtgen: dem Ministerialkanzlet- diener und Hausverwalter der beiden Collegtenhäuser Johann Georg Weniger;
d. das Ritterkreuz zweiter Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmüthtgen: dem Kreis-Schulinspector Peter Müller zu Oppenheim, dem Präsidenten des landwirthschaftlichen Vereins für dte Provinz Rheinhessen Gutsbesitzer Friedrich Ludwig Hirsch zu Alsheim; dem Vicepräsidenten des landwirthschaftltchen Vereins für die Provinz Starkenburg Gutspächter Frhrn. Albert v. Wangenheim zu Hof Haina, dem Gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Zwingenberg Georg Adam Röth, dem Standesbeamten Johann Michael Schmitt zu Mainz, dem Dtstrtctseinnehmer der Diftrictseinnehmeret Darmstadt, Rendanten Konrad Reh, dem Hauptsteueramtsrendanten bet dem Hauptsteueramte Btngen Peter Herrmann, dem Revisions-Geometer bet dem Katasteramte Joh. Schreiner, dem Fabrikanten Louis Auler jun. in Bensheim;
e. das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen: dem Jnspector an der Jdiotenanstalt Altce- stift Emil Roth in Darmstadt, dem Lehrer Martin Reuß zu Grünberg, dem Lehrer Georg Palzer zu Gabsheim, dem Gerichtsvollzieher Georg Rübe zu Mainz, dem Kanzletdiener bei dem Landgerichte der Provinz Rheinhessen Philipp Glock, dem Gemeindeeinnehmer Johann Dusenberg zu Bürstadt, dem Kanzleitnspector bei der Hauptstaatskasse Jakob Meyer, dem Dammmeifter Konrad Sack zu Worms, dem Bahnhofsverwalter bet der Hessischen Ludwigs- bahn Kaspar Keller zu Btngen, dem Bahnmeister bei dieser Bahn Valentin Schwarz zu Groß-Gerau, dem unberittenen Oberwachtmeister Gärtner, sowie den Fußgendarmen Kaßlick, Hofmann und Fischer vom Großh. Genvarmerie-Corps.
f. das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für langjährige treue Dienste": dem Bürgermeister Johann Appel zu Bermersheim, Kreis Worms, dem Bürgermeister Adam Volz zu Hamm, dem Gefangenausseher Konrad Wtßner zu Martenschloß, dem Gefangenwärter Adam Heck zu Friedberg, dem gewesenen Gemeinde- und Kirchenrechner Karl Joseph Vogel zu Unter-Schönmattenwaag, dem Hofstallfouragemeister Georg Friedmann, dem Waldarbeiter Philipp Röth l. zu Siedelsbrunn, dem Waldarbeiter Georg Angert zu Fehlheim, dem Waldarbeiter Peter Becker II. zu Schwanheim, dem Waldarbeiter Peter Ruths I. zu Langwaden, dem Waldarbeiter Ludwig Dör- lamm II. zu Grotzhausen, dem Waldarbeiter Peter Becker II. zu Beltershain; ferner: dem Vorarbeiter Heinrich Klink, dem Bahnarbeiter Martin Stroh I., dem Bahnarbetter Georg Leonhardt I., dem Bahnarbeiter Heinrich Betz I., letztere sämmtlich bei der Main-Neckar-Bahn.
g. das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für 50jährige treue Dienste" dem Schullehrer Martin Eder in Zornheim.
h. Das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für treue Dienste": dem Forstwart der Forstwartei Nordheim, Förster Emil Hüter zu Nordheim, dem Forstwart der Forstwartei Treis a. d. L, Förster Johannes Stein, dem Oberbrückenwärter Friedrich Petry zu Worms, dem Dammwärter Jakob Wilhelm Sahlfeld zu Mombach, dem Weichenwärter bei der Main Neckar- Bahn Johann Heinrich Schneider, dem Lokomotivführer bei den Oberhesstschen Bahnen Peter Gernand, dem Bahnwärter bei diesen Bahnen Heinrich Reitz, dem Bahnwärter bei diesen Bahnen Heinrich Hartmann, dem Bahnwärter bet diesen Bahnen Johannes
Schäfer, dem Weichenwärter bei diesen Bahnen Konrad Birx, dem Weichenwärter bei diesen Bahnen Johannes Rau, dem Lokomotivführer bei der Hessischen LudwigSbohn Julius Krug, dem Bahnwärter bei dieser Bahn Friedrich Malchus, dem Bahnwärter bei dieser Bahn Friedrich Plöser, dem Leibkulscher Christian Schneider^ „ wurde verliehen: dem vortragenden Rathe bet der Abthetlung für Schulangelegenheiten Wilhelm Soldan der Charakter als „Geheimer Oberschulrath", dem Vortragenden Rathe bei der Ab- theilung für öffentliche Gesundheitspflege Dr. Karl Neidharr der Charakter als „Geheimer Ober-Medicinalrath", dem Mitgliede der Oberen Bergbehörde Theodor Tecklenburg der Charakter als „Ober-Bergrath", dem Mtnistertalsecretär Adolph de Beauclair der Charakter als „Regierungsrath", dem Kreisärzte des Kreisgesundheitsamts Bensheim Dr. Gustav Heumann und dem Director' der Entbindungsanstalt zu Mainz Dr. Jacob Krug der Charakter als „Medicinalrath", dem Gymnasiallehrer Dr. Theodor Maurer zu Worms, dem Gymnasiallehrer Dr. Ferdinand Weiffenback) zu Gießen, dem Gymnasiallehrer Dr. Theodor Klein zu Mainz, dem Realgymnasiallehrer Theophil. Becker zu Darmstadt, dem Realgymvasiallehrer Eduard Winter daselbst, sowie dem Real- gymnaställehrer Dr. Aloys Denk zu Mainz der Charakter als „Professor", dem Notar Heinrich Ferdinand Habermehl zu Mainz der Charakter als „Justizrath", dem Fabrikanten Georg Karl Krafft zu Offenbach, oem Fabrikanten Benjamin Schramm zu Offenbach, dem Fabrikanten Wilhelm Gail zu Gießen, dem Kaufmann Friedrich Wilhelm Heinrich zu Mainz, dem Fabrikanten Joseph Gaftell zu Mainz, sowie dem Fabrikanten Wilhelm Dteudonnö Valckenberg zu Worms der Charakter als „Commerzienrath", und dem Rechner der Cioildiener-Wittwenkasse Karl Krebs, sowie dem städtischen Obersecretär Ludwig Amend zu Mainz der Charakter als „Rechnungsrath".
Dem Pfarrer zu Rieder-Ingelheim Dr. Walther, dem Pfarrer zu Zwingenberg Dr. Str omberger und dem Obirpfarrrer zu Schlitz Dr. Dieffenbach wurde der Charakter als „Kirchenrath" verliehen.
Dem Vortragenden Rath bei der Abtheilung des Ministeriums der Finanzen für Forst- und Cameralverwaltung, Oberforstrath Ludwig Frey, wurde der Charakter als „Geheimer Oberforstrath", dem vortragenden Rath bei der Abtheilung deS Ministeriums der Finanzen für Steuerwesen, Oberfteuerrath Franz Engisch, der Charakter als „Geheimer Oberfteuerrath", dem vortragenden Rath bei der Abtheilung des Ministeriums der Finanzen für Bauwesen, Oberbaurath Victor v. Weltzien, der Charakter als „Geheimer Oberbaurath", dem Ministerialregistrator, Zollinspector Friedrich Eckhardt, der Charakter als „Steuerrath", dem Steuercommissär des Stcvercommissariats Alzey, Friedrich Bechtold, der Charakter als „Steuerrath", dem ©leueicommiffar des Steuercommissariats Oppenheim, Wilh'elm Schäcker, der Charakter als „Steuerrath", dem Oberfteuertnspector des Hauptsteueramts Worms, Karl Frhrn. Gedult von Jungenfeld, der Charakter als „Steuerrath", dem Vorstand des Centralbureaus bei der Direction der Oberhesfischen Eisenbahnen, Rechnungsrath Philipp Burger, der Charakter als „Finanzrath", dem Oberförster der Oberförsteret Mörfelden, Wilhelm Marx, der Charakter als „Forst-Jnspector", dem Kreisbaumeister des Kreisbauamts Offenbach Karl Neuling der Charakter als „Baurath", dem Bezirks-Ingenieur bei der Hess. Ludwigsbahn Christian Schmidt zu Worms der Charakter als „Baurath", dem Buchhalter bei der Hauptstaatskasse Wilhelm Eckersweiler der Charakter als „Rechnungsrath", dem Districtseinnebmer der Diftrictseinnehmeret Nidda Wilhelm Hunsinger der Charakter als „Rendant", dem Vorstand der Betriebskanzlei der Oberhessischen Eisenbahnen, Regierungssecretär Victor Doerr, der Charakter als „Canzletrath", dem Forstwart der Forstwartei Seidenbuch Sebastian Faitz zu Seidenbuch der Charakter a!S „Förster", dem Forstwart der Forftwartei Burkhards Johannes Geiß zu Burkhards der Charakter als „Förster" verliehen.
— Schul-Dienstnachrichten. Am 6. September ds. Js. wurde dem Schulverwalter Jacob Knöll zu Rehbach die Lehrerstelle an der Gemeindeschule daselbst übertragen- am 21. October wurde dem Schulamtsaspiranten Wilhelm Klock aus Georgenhausen die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Radmühl, — an demselben Tage wurde dem Schullehrer Adam Volk zu Bönstadt die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Sichenhausen, — am 22. October wurde dem Schulamtsaspiranten Peter Ludwig aus Münster eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Nieder-Eschbach, — am 25. October wurde dem Schulamtsaspiranten Karl Weide aus Ober-Mörlen eine Lehrerstelle an der ev. Schule zu Vilbel, — am 26. October wurde dem Schullehrer Bernhard Hamburger zu Hornbach eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Königstädten, — an demselben Tage wurde dem Schullehrer Andreas Peter Brunner zu Unrer-Moffau eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wersau, — an demselben Tage wurde dem Schullehrer Leopold Selbst zu Haßloch eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Oppenheim — übertragen : am 28. October wurde der von dem Herrn Freiherrn Wambold von Umstadt zu Birkenau auf die Lehrerstelle an der kctth. Schule zu Birkenau präsentirte Schullehrer Michael Gruber zu Wald-Michelbach für diese Stelle bestätigt- — am 9. November wurde dem Schullehrer Friedrich Ehrlicher zu Büdesheim eine Lehrerstelle an der kath. Schule zu Kastel übertragen.
— Dieser Tage kam das Sprichwort „Wiedersehen macht Freude" auch wieder zur Geltung. Bei der in voriger Woche in der Umgegend von N. abgehaltenen Jagd, betheiligte sich auch ein Offizier, der mit einem in dem nächsten Dorfe F. wohnenden Krieger im Jahre 1871 in Kriegsgefangenschaft war. Der hohe Herr, jetzt Major i. P., gedachte bei dieser Gelegenheit auch an jenen Krieger zu F. Er ließ denselben durch einen Boten einladen, um ihn einmal zu sprechen, auch den im benachbarten Dorfe G. wohnenden Krieger, der in seiner Escadron den Feldzug mitgemacht hatte, ließ er ebenfalls einlaben, und so sahen sich alte Krieger nach Verlaus von 22 Jahren zum ersten Male wieder. Sie verlebten mit mehreren Herren einen schönen Abend, ein Beweis, wie einig die deutschen Krieger im Jahre 1870/71 waren- Offizier und gemeiner Soldat. Diese Einigkeit der deutschen Krieger möge auch fernerhin dem deutschen Heere ein Vorbild fein,, denn „Einigkeit macht stark!"
-a- Michelau (Kreis Büdingen), 25. November. Der Kurz- und Wollwaarenhändler I. G. K. von hier, welcher seit mehreren Tagen vermißt wurde, hat sich erschossen. Seine Leiche wurde im Walde bei Leisenwald aufgesunden. K. befand sich in zerrütteten Vermögensverhältniffen. Die Eröffnung des Concurses über sein Vermögen stand bevor, und dürfte darin die Ursache des Selbstmordes zu suchen sein.
-r- Büdingen, 25. November. Die Feier des Geburtstags Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs wurde hier durch ein Festessen im Gasthaus zum Stern, an welchem eine größere Anzahl Personen aus allen Stände^


