Ausgabe 
27.9.1892
 
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Datum

20./9.

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O r t

Hamburg

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scheint Seuche in dem milder, Besuch

in Belgien einen heftigeren Character anzunehmen, benachbarten Holland indessen zeigt sie sich wiederum

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Altona Berlin

Boizenburg

Hamburg

Preußen

Schleswig Berlin

Mecklen burg- Schwerin

Staat und Bezirk

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vorgedrungen, wo sie besonders in dem Städtchen Leowo, das gegenwärtig große Truppeneinquartierung hat, arg wüthen soll. In Galizien endlich halten sich die täglichen Cholera­fälle in den von der Seuche ergriffenen Orten bis jetzt auf einer sehr mäßigen Höhe.

Dem Kaiserlichen Gesundheitsamt vom 23. bis 24. September, Mittags, gemeldete Cholera-Erkrank­ungs- und Todesfälle:

Pfarrvereine in Wittenberg. 10. Feuerversicherungsverband. 11. Beherzigenswerthe Worte. 12. Zusammenkünfte der Psarrvereinsmitglieder. 13. Vom Büchertisch. 14. Quittung. 15. Anzeige.

Die am Sonntag Abend im (Safe Leib stattgehabte erste Zauber-Vorstellung des Herrn Prof. Böning zeigte die ost geradezu verblüffende Kunstfertigkeit des Künstlers im hellsten Lichte. Die einzelnen Piecen überraschten das sehr zahlreich erschienene Publikum durch ihre Neuheit sowohl, wie durch die Sicherheit, Eleganz und Unergründlichkeit der Ausfüh­rung. Auf eine Beschreibung der einzelnen Nummern des sehr reichhaltigen Programms einzugehen, ist nicht möglich. Wir können den Besuch der zwei noch stattfindenden Vorstellungen bestens empfehlen.

Frühling im Herbst. In dem zur Loge gehörigen Garten steht ein Kastanienbaum in voller, präch­tiger Blüthe.

SBicn, 24. September. Der Hosjägermeister ordnete die Vorbereitungen für die Hosjagden im Lainzer Wildpark bei Schönbrunn während der Anwesenheit des deutschen Kaisers an.

Marseille, 24. September. Der sechste nationale Ar­beit er-Congreß wurde heute unter dem Vorsitz des Maire von Roubaix, Carette, eröffnet. Gegen 100 Delegirte, darunter Liebknecht, nahmen an der ersten Sitzung Theil. Mehrere Adressen von englischen, russischen und rumänischen Socialisten wurden verlesen.

Vereinzelte Erkrankungen:

Regierungsbezirk Schleswig: in einem Orte des Kreises Stormarn 2 Erkrankungen.

Regierungsbezirk Lüneburg: in einem Orte des Kreises Harburg (Land) 1 Erkrankung, 1 Todesfall.

Regierungsbezirk Stade: in vier Orten der Kreise Jork und Kehdingen insgesammt 2 Erkrankungen, 3 Todesfälle.

Regierungsbezirk Stettin: in der Stadt Stettin und zwei Orten der Kreise Ueckermünde und Greifenberg ins­gesammt 1 Erkrankung, 3 Todesfälle.

Regierungsbezirk Frankfurt a. O.: in der Stadt Landsberg a. W. 1 Todesfall.

Berlin, 24. September. Gegenüber der von mehreren Blättern aus Lissabon vom 23. d. M. gebrachten Meldung, daß an Bord des dort aus Hamburg eingetroffenen Dampfers Reichstag" acht Todesfälle an Cholera vorgekommen seien, wird von dem hiesigen Vorstande der deutsch-ostasrikanischen Gesellschaft mitgetheilt, auf ergangene Anfrage sei von Lissabon die Rückantwort erfolgt:Reichstag, Mittwoch 21. September weitergegangen, an Bord Alles wohl."

Berlin, 24. September. Es wird beabsichtigt, in jedem Orte an der Havel und der Spree eine Control st ation zu errichten, behufs wirksamerer Controle des Schiffsverkehrs.

Berlin, 26. September. Seit vorgestern ist kein weiterer Cholera fall vorgekommen. Bei den 8 zuletzt gemeldeten Fällen handelt es sich um Brechdurchfall.

Hamburg, 24. September. Auf der Oberelbe ist der Frachtschiff- und Floßverkehr von 8 Uhr Abends bis 7 Uhr Morgens untersagt.

Hamburg. 26. September. Die Cholera hat be­deutend nachgelassen. Gestern wurden 81 Erkrankungen und 49 Todesfälle gemeldet; hiervon fallen auf SamStag 62 Erkrankungen und 28 Todesfälle. Die Transporte be­trugen gestern 76 bezw. 18.

Wien, 24. September. Aus der galizischen Staatsbahn­linie Zwardon-Saybusch wird von morgen ab der Personen- und Gepäckverkehr aus sanitären Gründen eingestellt. Die aus Bielitz abreisenden Passagiere werden desinficirt.

Die Cholera.

Die Cholera-Epidemie in Hamburg nimmt seit einigen Tagen erheblich ab. Speciell gilt dies von den täg­lichen Sterbefällen; z. B. wurden vom Mittag deö 22. Sep­tember bis zum Mittag des 23. September nur noch 69 Todesfälle gemeldet, während an Erkrankungen in der gleichen Zeit 199 zur Anmeldung gelangten. Die Cholera­nachrichten aus dem übrigen Deutschland geben zu keinen besonderen Bemerkungen Anlaß. Was den Stand der Cholera

Aus dem Zustizdienst. Durch Entschließung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz vom 22. September wurden beauftragt: 1) der Großherzogl. Gerichtsasseffor Dr. August Zimmermann in Gießen mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Amtsrichters bei dem Großh. Amtsgericht Grünberg, 2) der Großh. Gerichtsasseffor Fritz in Alsfeld mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Amtsrichters bei dem Großh. Amtsgericht Alsfeld, 3) der Großh. Gerichtsassessor Fritz Zimmermann in Darmstadt mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Amtsanwalts bei den Großh. Amtsgerichten Alsfeld, Grünberg, Homberg und Laubach, 4) der Großh. Gerichtsasseffor Krämer in Fürth mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Amts­richters bei dem Großh. Amtsgericht Groß-Umstadt, 5) der Großh. Gerichtsassessor Herpel in Darmstadt mit Wahr­nehmung der Dienstverrichtungen eines Amtsanwalts bei den Großh. Amtsgerichten Fürth, Beerfelden, Hirschhorn und Wald-Michelbach, 6) der Großh. Gerichtsassessor Heinzer- lin g in Darmstadt mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Hilfsgerichtsschreibers bei dem Großh. Landgericht der I Provinz Starkenburg.

Die Reichsbauk erhöhte vorgestern den Zinssatz für den Ankauf von Wechseln im offenen Markt von 2y8 % auf 21/<o/0. i Für jüngere deutsche Lehrer dürfte die Mittheilung interessant sein, daß zur Unterweisung der schulpflichtigen Schiffsjungen in den Elementarfächern die Anstellung eines I Lehrers Seitens der Marine-Verwaltung beabsichtigt ist. Der Betreffende, der seedienstsähig sein muß, soll bei einem Ansangsgehalt von 1200 Mk. (steigend bis zu 2200) und freier Station an Bord auf Lebenszeit und Pensions- I anspruch angestellt werden. An Bewerbern wird es ganz I sicher nicht fehlen.

Weltausstelluugsuotiz. Ein Riesenbahnhof zur Aus- I nähme von 15 verschiedenen Bahnlinien und 25,000 Passa­gieren wird gegenwärtig im Jackson Park für den WeltauS- stellungsverkehr errichtet. Die Bahnstation befindet sich westlich vom Verwaltungspalast und wird eine östliche I und westliche Front ausweisen. Das Hauptgebäude erstreckt sich auf einer Fläche von 150 x 300 Fuß, während der 150 Fuß breite Perron 672 Fuß in der Länge mißt. Die- Pläne sind von dem im Ausstellungs-Bauamt angestellten Architecten C. B. Atwood entworfen. Der Bau, welcher im corinthischen Style mit einem Anflug des Romanischen gehalten ist, verspricht im Bezug auf architectonische Schönheit mit den Monumentalbauten der Ausstellung auf gleicher I Stufe zu stehen. Der Eintritt zum Hauptgebäude erfolgt [ von der Faeade, welche durch den Hüttenbaupalast, den Ver- | waltungspalast und die Maschinenhalle gebildet wird. Durch I eine Vorhalle führen drei Thore in den Hauptcorridor unb in die Centralhalle des Bahnhofes, welche einen Flächenraum von 60 x 200 Fuß bedeckt und 80 Fuß hoch ist. An dew Wänden der Halle werden Weltuhren angebracht, welche neben der Chicagoer Zeit die von New Aork, London, Berlin, Paris, Wien, Docohama u. s. w. angeben. In der Mitte der Halle befindet sich das Auskunftsbüreau, dessen Angestellte sämmt- liche lebende Sprachen beherrschen. Selbstverständlich wird es in diesemWeltbahnhos" nicht an Empfangszimmern,. Damenzimmer, Toilettenzimmer, Restaurations - Localitäten u. s. w. fehlen. Das östlich gelegene Portal wird zu beiden Seiten durch Locomotiven von je 80 Tons eine realistische Zierde erhalten. An den Ausläufern der Bahnhofshalle be­finden sich Thürme mit Uhren, deren mächtige Zifferblätter mit drei Fuß langen Zeigern nach allen vier Richtungen hiw sichtbar sind. Zwei Fahrstühle und zwei Treppen führerr zum zweiten Stockwerk, woselbst sich ein Restaurant, Lese­zimmer, Rauchzimmer und der Billetschalter befinden. Im dritten Stockwerk sind die Verwaltungsbüreaux. Bis zum Frühjahr muß der Bau vollendet sein.

Was ist das Menschenleben? Die in Berlin er­scheinende ZeitschriftSplitter" hat auf diese Preisfrage folgende interessante Antworten erhalten: Das Menschenleben ist eine Cigarre, welche die meisten Menschen am verkehrten Ende anbrennen. (Preisgekrönt.) Das Menschenleben ist die größte Rechnung ohne Wirth. Das Menschenleben ist eine Düte voll bitterer Mandeln, wohinein sich eine süße Mandel verirrt hat. Das Menschenleben ist die Zielscheibe des Schicksals. Das Leben ist eine Wüste und der Mensch ein Kameel. Das Menschenleben ist die Jagd nach dem Glück. Das Menschenleben ist ein elektrischer Funke, der von dem Pol des Gewesenen nach dem Pol des Zukünftigen überspringt. Die beiden Pole heißen Geburt und Tod.

Das Menschenleben ist eine Violine, der das Schicksal bald heitere, bald ernste Weisen entlockt, so lange bis die Saiten springen. Das Menschenleben ist ein allgemeiner Wett­lauf ... Am Ziele steht der Tod und lohnt Sieger und- Besiegte mit dem gleichen Preise. Das Menschenleben ist die Vorschulklasse am Gymnasium zur ewigen Seligkeit. Das Menschenleben ist das Raupengewand der Seele.

totales unb provinzielles.

Gießen, 26. September 1892.

Der gestrige Ausflug des Oberhesfischen Geschichts- Vereins nach Langenhain und an den Pfahlgraben sand bei herrlichstem Wetter statt und war die Betheiligung von Gießen aus gegen Erwartung zahlreich; dazu kam nicht un­beträchtlicher Zuzug von Marburg, Butzbach, Bad-Nauheim und Friedberg. Der Marsch von Station Ostheim bis Langenhain, meist auf der heißen Landstraße, war besonders geeignet, Hunger und Durst zu erwecken, leider aber konnten diese im Wirthshaus nur mit Schwierigkeit einigermaßen be­friedigt werden. Um so mehr gab's im Dors selbst zu sehen. Die alte, hübsch im Innern hergestellte Kirche zeigt eine Reihe von gut ausgeführten Grabdenkmälern der Familie Died zum Fürstenstein, von größerem Interesse aber ist der wohlerhaltene Stein am unteren Ende der Hinteren Ecke mit der Inschrift Leg. XXII.

P. P. F.

Im Wirthshaus hatte Herr Kofler die wenigen Fundstücke bei den Grabungen ausgestellt: einige Lanzenspitzen, zwei sehr schöne Fibeln, eine zierliche Kanne, kleine Bronceverzierungen u. a., sowie sehr große, vortrefflich geformte und gut ge­brannte Thonröhren von der Wasserleitung. Von dem großen Castrum oberhalb des Dorfes im Felde werden nicht wenige Besucher enttäuscht worden sein. Sie erwarteten, wenn auch nicht den alten Römerbau als Lustschloß wieder hergestellt, so doch den Grundriß ringsum bloßgelegt und sanden in Wirklichkeit nur eine große Menge von Versuchsgräben in verschiedenen Richtungen, aber diese zeigen die Richtung und den Lauf des Mauerwerks und gestatten genaue Ausmessung der räumlichen Ausdehnung und die Zeichnung des Grund­risses. Von nun an wird die Gegend reizvoll. Vom Castell nach der Us fällt das Gelände ziemlich steil ab; hier wurde ein Uebergang über den zeitweise wilden Bach nachgewiesen. Im Wiesenthal jenseits ist der Pfahlgraben als schwache Welle deutlich zu erkennen. Dann kommt man in den Wald und wird hier der Limes unverkennbar sehr deutlich. Auf weiter Strecke folgt man ihm nun steil auswärts, durch das j Gestrüpp sich windend und Ströme von Schweiß vergießend, am Fundament eines neu aufgedeckten Römerthurms vorbei bis zur Kaisergrube. Dieses kleine Castell ist schon lange bekannt, und doch gab es zu verschiedenen Grabungen Ver­anlassung. Hier trennte sich ein Theil der Gesellschaft- der andere folgte Herrn Kofler weiter aus den ebenen Wegen I der Hochebene, um durch prachtvolle Waldungen mit herrlichen Fernblicken aus das Gebirge noch das neu entdeckte sog. Ock- städter Castell zu besichtigen, ein Bauwerk, was auf der ganzen langen Strecke des Limes nichts seinesgleichen hat. I Der Grundriß ist regelmäßig sechseckig mit einem Vorbau I und kann kaum als Befestigung gedient haben, weil zu klein. I Eher wäre denkbar, daß sich darüber ein Tempel erhoben I hat zu irgend einem geheiligten Zweck. Mit beginnender Dämmerung wurde das Forsthaus Winterstein erreicht und I nach Rast und Erquickung nach scharfem, ermüdendem Marsch Abschied genommen und herzlicher Dank gesagt dem liebens- I würdigen, unermüdlichen Führer. In tiefdunkler Nacht wurde mit mancherlei Hindernissen und kleinen Abenteuern endlich Nauheim erreicht und gegen Mitternacht auch Gießen.

Die Nr. 20 des im Auftrage des Evang. Psarr- I Greins im Großherzogthum Hessen von Herrn Pfarrer I Dr. Naumann hier herausgegebenenHessischen Kirchenblattes" hat folgenden Inhalt: 1. Das Vaterunser. 2. Sonntagsruhe unb Feuerwehr. 3. Hessische Theologen im Auslande (Fort- I setzunq). 4. Die IV. evangelische Landessynode, November 1891, I V. (Abschluß). 5. Schulvorstandssitz und kreisamtlicher Stil. I 6. Die gegenwärtige Höhe der Landeskirchensteuer. 7. Ver­sorgung Iber Psarrwaisen. 8. Aus anberen Psarrvereinen (Provinz Sachsen). 9. Die Delegirtenversammlung der deutschen !

sodaß auch die beiden Königinnen am Freitag ihren in der Blumenstadt Haarlem, welcher wegen der Choleragesahr ursprünglich verschoben worben war, ausgesührt haben. In Rußlanb ist die Cholera bis nach Bessarabien

außerhalb Deuschlands anbelangt, so tritt sie auf französischem Boden fortgesetzt sehr mild auf, speciell in der Seestadt Havre sie nahezu erloschen zu sein. Dagegen beginnt die

mühungen, sich mit ihm zu befteunben. Man konnte sie diese zwei so verschiebenen Menschen täglich Arm in Arm miteinander promeniren sehen. Schulze klopste bem Haupt­mann aus ben Rücken unb erklärte, er seieilt Hauptkerl", unb ber Hauptmann rauchte Schulzes schlechte Cigarren, er­klärte bieselben für ausgezeichnet, er meinte, er habe seit Jahren Niemand kennen gelernt, der ihm so gut gefalle, er wünschte nur, er sei in seinem Regiment.

Armer Apollonius Schulze! Von seiner großen Eitel­keit vollständig geblendet, sah er weder Angelikas strahlende Blicke, wenn der Hauptmann erschien, noch wie traurig sie um sich schaute, wenn er Apollonius Schulze sie auf ihren Spaziergängen begleitete. Frau Bumpps war ebenso ahnungslos, ja, dieselbe ging sogar so weit, daß sie mir an- vertraute, ihrÄugelchen heirathe Herrn Apollonius Schulze­derselbe sei ein ausgezeichneter junger Mensch und ein großer Freund ihres armen Mannes- dieser habe in seinem Testa­ment bestimmt, daß die zwei sich heirathen sollten, wenn ihre Tochter achtzehn Jahre alt sei und das sei nächsten Monat"- bei dieser Mittheilung wurde Angelika, die neben mir saß, dunkelroth, sie ward sichtlich viel verlegener als andere junge Damen unter diesen Umständen, und mir wollte sogar scheinen, daß sie mit Hauptmann Mittelstein Blicke wechselte.

Ich wurde aus der ganzen Sache nicht recht klug. Daß irgend ein Complott im Gange war, welches mit Herrn Apollonius Schulzes erhofftem Glück in Collision war, daran konnte ich nicht zweifeln- aber was war es? Ich war Zeuge gewesen, als Hauptmann Mittelstem sich der Familie Bumpps vorstellte- die Bekanntschaft hatte aus einem Balle im Kursaaale stattgesunden, unb ich erinnere mich, baß, währenb Frau Bumpps unb Herr Apollonius Schulze ihn als einen Fremben empfingen, die junge Dame unb er doch einander nicht ganz unbekannt schienen.

(Schluß folgt.)

2Tcetcftc

Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau.

Marseille, 25. September. Der nationale Arbeiter- congr beschäftigte sich in seiner heutigen Sitzung, welcher auch der deutsche Delegirte Liebknecht und der belgische Dele­girte Anseele beiwohnten, mit der Frage der Feier des 1. Mai. Nach einem Beschlüsse des Congresses werden sich dessen Mitglieder in corpore in das Stadthaus begeben, um die fast ausschließlich aus Socialisten bestehende Municipalität zu begrüßen.

Depeschen deS BureauHerold".

Madrid, 26. September. Die Regierung will eine neue Karlistische Verschwörung entdeckt haben. Angeblich sanden Haussuchungen in Nordspanien statt. Zahlreiche Ver­haftungen wurden in Leon vorgenommen.