1892
Hratisöeikage: Hikßmer KamikienökStter.
Llle Innoecen-Bureattr k« I». an* AuZUuekS i^m
Viertst jährige» *So»«e*e»byrtU t 2 Mark 20 Pfg. mV
Vrmgerlohn. Durch die Post kjogm 2 Mark 50 Pfg.
Äebactiin, tpjektittt trab Druckerei:
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Der
W«« erscheint täglich, Mit Ausnahme des
Montags.
Die Gießener
•trkn km »ozeiger »Ach«ttlich dreimal kigeiqi.
bringen. Daraus verschwand er mit der Wurst. Wer war froher als der Bauer, welcher sich nun lobend über die vortrefflichen Einrichtungen in den Städten aussprach und von Viertelstunde zu Viertelstunde auf die Rückkehr des „Herrn Wurstinspectors" mit der gesunden Wurst wartete. Als ihm die Sache doch zu lange dauerte, erzählte er dem Wirthe den Vorfall, um dann zu hören, daß er wahrscheinlich von einem Spaßvogel geutzt worden sei, der einmal billig frühstücken wollte. Der Landmann trank seinen Schoppen aus und verließ das Loca, mit den Worten: „Wann ich den Worschtmspector treff', brech ich'm 's Genick!"
Bekanntmachung.
«reise sieben diesjährigen Herbst-Eontrolversammlungen im Gieß-n 'Irig?n ?um H°»ptmelde°mt
§Mre, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve.
2> Reservisten, sowie die zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden Entlaffenen. '
3) Diejenigen der Landwehr I. Aufgebots angehörigen Mannschaften, welchen ein besonderer Gestellungsbefehl zum Erscheinen bei der Herbst-Controlversammlunq zugegangen ist.
4) Die Ersatz-Reservisten haben bei der Herbst-Control- versammlung nicht zu erscheinen.
Nachstehend ist angegeben, wo und zu welcher Zeit die Eontrolpflichtigen anzutreten haben:
A. Zu Gießen
am 3. November 1892 im Oswald'schen Garten für die Be- wohner von Annerod, Burkhardsfelden, Gießen mit Schiffenberg und Herrnwald, Heuchelheim, Klein-Linden, Oppenrod. 1. Appell Vormittags 8 Uhr: Sämmtliche Reservisten der Infanterie.
2. Appell vormittags 9 Uhr 30 Min : Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamte der Reserve, Reservisten der Garde, Jäger, Cavallerie, Feld- und Fuß'Artillerie, Pioniere, Eisenbahn- und Luftschifiertruppen, des Trains (einschl. Krankenträger), Sanitäls- und Veterinärpersonals, Büchsenmachergehülfen, Oeco.-omie- handwerker, Marine-Mannschaften, sowie sämmtliche zur Disposition der Truppentheile und der Ersatzbehörden entlassenen Mannschaften aller Waffen, und alle übrigen, im Reserveverhältniß stehenden Mannschaften. Diejenigen Wehrleute I. Aufgebots, » « ™ncn ?in besonderer Gestellungsbefehl zugegangen ist.
3. Appell Bormittags 11 Uhr für die Bewohner von Allen- dorf a. d. Lahn, Großen-Linden, Lang-Göns, Leihgestern , Watzenborn und Steinberg, Hausen: Sämmtliche Reservisten, sowie die zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen und die betreffenden Wehrleute.
B. Zu Lollar
am 4. Shmmbtr 1892, Vormittags 9 Uhr neben dem neuen Bahnhofsgebäude für die Bewohner von Allendorf a. d. Lda Allen-Buseck, Bersrod, Beuern, Climbach, Daubringen mit Helbertshausen, Großen-Buseck, Lollar, Mainzlar, Rödgen, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedelhausem Treis a. d. Lda., Trohe, Wicseck.
C. Zu Grünberg
am 4. November 1892, Nachmittags 12 Uhr 30 Minuten am Bahnhof für die Bewohner von Allertshausen, Beltershain, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg mit der Dickelsmühle Neumühle, Stadtmühle, Steinmühle, Obere und Untere Ziegelhütte, Latzmühle, Hattenrod, Harbach mit der Kolbenmuhle und Sommermühle, Kesselbach mit der Rabenau'schen Papiermühle, Lauter mit der Arztmühle, Bingmühle, Georqen- hammer, Strelles-Mühle und Walk-Mühle, Lindenstruth, Londorf mit der Burg Rabenau, Burgmühle, Schmidtmühle Rettzenmühle und Ziegelhütte, Lumda (Groß, und Klein-), Odenhausen mit Appenbörnerhof, Queckborn, Reinhardshain, Reiskirchen, Rüddingshausen, Saasen mit Bollenbach, Veits- oerg und Wirberg, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain, Weitershain mit dem Hainerhof, Winnerod.
v. Zu Hungen
5-. November 1892, Vormittags 9 Uhr 30 Minnten "rtedhof für die Bewohner von Bellersheim, Bettenhausen, Hungen, Inheiden, Langd, Langsdorf, Muschenheim mit Hof- ■ h t Ncmnenroth, Obbornhofen, Rabertshausen mit Ringels, i NN, Rodheim mit Hof-Graß, Röthges, Steinheim, Trais- Horloff, Utphe, Villingen.
KichenerAilzeiger
Aenerat-Anzeiger.
vermischter.
* Ein splendides Trinkgeld. Eine Kellnerin in München hat von einem reichen Hamburger Kaufmann 15 000 Mark Geschenk erhalten für aufmerksame Bedienung. Hierzu erfahren die „M. N. N.": Der Betreffende war Schiffseiaen- thumer, ein mehrfacher Millionär. Die Kellnerin war im „Cass Kaiserhos" bedienstet und ist den dortigen Stammgasten unter dem Rufnamen „Wally" wohlbekannt, ein braves Mädchen, welches in der Umgegend von Donauwörth be- hcimalhet ist. Die 15000 Mk. erhielt sie am Montag, vor 8 Tagen, durch den Hausarzt in einer Anweisung aus die Deutsche Bank, woselbst sie das Geld erhob. Schon im vorigen Jahr- halte ihr derselbe Herr eine Summe von etlichen hundert Mark bei seinem damaligen Hiersein zum Geschenke gemacht. 0
* Wien, 18. October. Der bekannte Reitergeneral Baron E d e l s h e l m m Pest äußerte sich mehreren Journalisten gegenüber, daß er den Fern ritt, wie er geplant und aus- gesuhrt sei, nicht billigen könne. Militärisch habe der Ritt keinen Werth gehabt. Es habe keinen Sinn, Thiere halbtodt und unbrauchbar ans Ziel zu bringen. Interessant wäre der Versuch gewesen, wenn schwadronsweise geritten worden wäre. Dagegen verkenne er nicht die politische Bedeutung des Wettstreits und würdige die Thatsache, daß durch den Wettritt die ungarisch- Pferdezucht ins rechte Licht gesetzt worden fei. a 1
* Polnische Ausdauer. Aus Bochum wird der „Frkf. Ztg.' geschrieben: Zu einem Arzt im benachbarten Eickel kam dieser Tage ein polnischer Bergarbeiter, um sich Raths zu holen. Der Arzt war nicht zu Hause und das Mädchen bedeutete dem Suchenden, daß der Herr Doctor wohl erst pat am Abend zurückkehren werde. Der Pole ließ sich nickt n'hTt, r*4 ['*. roartcn werde", meinte er gleichmüthig und ließ sich aus einen Stuhl im Wartezimmer nieder. Die Zeit verstrich und das Mädchen hatte die Anwesenheit des Fremden vergessen. Als sie am nächsten Morgen mit Eimer und Tuch ms Wartezimmer trat, erschrack sie nicht wenig. Der Pole saß noch immer auf seinem Stuhl und wartete. «e,ne ungewöhnliche Ausdauer wurde nunmehr schnell belohnt.
titeratur und ICumt
9h ?***«'«ttoetft der Holzschneidekunst auf dem Gebiete der
1 inS P Ut ^"^Ntaleret. 163. bis 168. Lieferung zu je c DOn 3 I. Weber in Leipzig. Die Meislerwerk?
^HhbtCfUnfl mtt der 168. Lieferung ihren vtmW
41 derselbe in seiner glanzvollen Ausstattung ^nem gedieaenen Inhalt ein ebenbürtiger Genosse der früher
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ist l'Ötren £,f.onbcr8 ausführlich berücksichttgt
° 0e in led-m Jahie veranstalteten Kunstausstellungen, auf denen gerade die Maleret nach den verschiedensten una-n hin oertreten war. So sind d-S namentlich die arob n Ä t ff *> r Ml rfdw // L - A . , r , Schätzen^ wtr^in "den
tafaÄS#1 erwächst" ew7 wMkomme',"
PdLEWMZ ÄJf z..L
Locales unö provinzielles
Gießen, 25. October 1892.
— Weltausstellungsuotizen. Der Zeitpunkt, zu welchem °u» das Gros der deutschen Aussteller in Lgo ih" Ausstellungsgüter nach Nordamerika wird schaffen müssen ruckt heran. Damit die Hinüberschaffung sich möglichst »iS rrUnb 9[a“ ,Deri)en in nächster Zeit sämmtllchen Ausstellern gedruckte Instructionen über die Behandlung der Guter, die zu beobachtenden Formalitäten, Benutzung der ?e£btrUhn9fi6SetI9Cn^iten “■ f‘ ro" ^gestellt werden Es geschieht dies schon letzt, weil es sich empfiehlt, mit der PC Pmhpv j da 9 j f, ,, - wenn thunlich schon im
December und fedenfalls nicht später «Is Mitte Januar, vor- zugehen. Wenn selbstverständlich auch überall auf das Ausstellungsgut die größte Rücksicht bei der Beförderung qe- nommen werden wird, so dürfte sich sonst doch in den lchwn Monaten vor Eröffnung der Ausstellung eine Güterstauung
n’e *s die schnelle Expedirung in Amerika unmög® JJ machen wurde Auch ist zu bedenken, daß immerhin die Erledigung der Zollformalitäten in den Ankunstshäfen wie auf dem Ausstellungsplatz, sowie die Aufstellung in den Ge- Alles^di/? ' Ctn'9C 5xif 'n Anspruch nehmen werden. Um We se Doafübren,nCr ffl“ Ut^Cn Interessen entsprechenden T" ’, dEfnhren zu können, ist eine möglichst srühzeitige Hmuberfchaffung der Ausstellungsgüter angezeigt. 8 9
nn Darmstadt, 24. October. In der vergangenen ?r°n6e? ra*fbrcurbcs ™ • ^'9™ städtischen Pfandhaus ein großer Gold- und Silberdiebstahl ausgeführt. Die Diebe drangen mittelst Nachschlüssel in die Büreauräume und gelangten von da zum feuersichern Gewölbe. Hier entwendeten sie einen großen Theil der heute zur Veisteigeruna bestimmten Gegenstände, als Uhren, Ring-8 und Brillantes tm Werth- von ca. 25—30,000 Mk. Auch ein Koffer wur^r feb7t""'^'^?"'" des Gestohlenen benutz!
wurde, fehlt. Trotzdem, daß in dem Pfandhaus, einem neu- erbauten Gebäude, das Polizeirevier, sowie die städtffchc Feuerwache untergebracht ist, hat Niemand die Diebe bemerkt. Erwähnt sei noch, daß vor Jahren int städtischen Pfandhaus °b°nsalls ein großer Diebstahl an Hellem Tage zwischen 12 unb Ubr ton.,, „,ail
®tebe, als Schlosser verkleidet und im Beisein der Schild- wache, mittelst emer Leiter von der Straße in die Parterre- raume des Pfandhauses ein und entwendeten eine nicht unbe- öeutenbe Geldsumme. Bis jetzt konnte dieser Diebstahl nicht entdeckt werden. ' v *
Mainz, 20. October. Ein nettes Stückchen passirte vor- gestern in einer am Fischrhor gelegenen und stark freauen- ttrten Wtrthschaft. Kommt da ein Krautbäueriein, welches anscheinend gute Geschäfte gemacht hatte, in bester Laune bereut, enthüllt aus einem mitgebradjten Packete eine ganze warme Fletschwurst nebst Brod und beginnt zu frühstücken ftaum hatte er die Wurst angeschnitten, als ein Herr, welcher M fr Sesesttn, auf ihn zutrat, um Erlaubniß bat, die Wurst besichtigen zu dürfen und dann in ziemlich barschem Sone nach dem Metzger fragte, von welchem dieselbe gekauft Le'- r S'emlub erstaunt gab der biedere Landmann die ge- wuuschte Auskunft, worauf der Herr mit Amtsmiene erklärte, dtc Wurst sei gesundheitsschädlich und deshalb confiscirt er fc! d°r „Wurstinsp-ctor" und müsse sie mitnehmen, werde ,edoch alsbald eine andere unverfälschte Wurst als Ersatz
Amtlicher Theil
Gießen, am 19. October 1892.
Betreffend.' Herbst-Controlversammlungen.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießea
a« die Grptzh. Bürgermeitzerete« deA Sreifes.
Nachstehende Bekanntmachung wollen Sie auf ortsübliche Weife zur ofientlichen Kenntniß bringen lassen.
v. Gagern.
Nr. 250 Zweites Blatt. Mittwoch den 26. October
E. Zu Lich
ant 5. November 1892, Nachmittags 3 Uhr am Bahnhof für die Bewohner von Albach, Birklar, Dorf-Güll, Eberstadt mit Arnsburg, Ettingshausen, Garbenteich, Grüningen, Holz- i fcter^qyh facher-Hof Kolnhausen und Mühlsachsen, i dunster Nteder.Besstngen, Ober-Bessingen, Ober-Hörgern j Dlernvacy. a
' «r Befreiungsgesuche sind bis längstens acht Tage vor'm . auf dem Dienstwege durch das Hauptmeldeamt einzu- i ^chen und müssen durch die Bürgermeisterei beglaubigt sein ! - wArbeo "d« nur im dringendsten Nothfalle genehmigt, i ®te «rute treten in bürgerlicher Kleidung an: Stöcke, I helfen und Cigarren sind vorher wegzuleqen.
,, Dw Mtlitärpapiere (Paß und Führungszeugniß) müssen
z>rt Sämmtliche Mannschaften stehen im Laufe des ganzen
I Wirr0 Bt6 einschließlich Mitternacht unter^ dem j MMtargesetz.
Gießen, den 15. October 1892.
Caspary,
Oberstlieutenant z. D. und Commandeur des Landwehrbezirks
A,nts- und Zlnzeigeblatt füv den «veis Gieren, lene^mi to« Anzeige» zu kr für bex
MgCTibrB Lag erscheinenkn Wummer bis Bor*. 10 Uhr.


