Ausgabe 
26.10.1892 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Erweiterung seines WirthschastSbetriebs. 5. Gesuch verschiedener Einwohner um Beleuchtung des sogen. Lampengäßchens.

Am vorigen Sonntag war die Gruppe Grobherzog, thum HeffeuHeffeuNafsau des Verbandes der Haudelsgärtner Deutschlands in Steins Garten versammelt, um über die Stellungnahme zu dem Gesetz, bctr. die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe, zu berathen. Die Versammlung war aus den umliegenden Städten, sowie aus Frankfurt, Darmstadt rc. besucht. Alle Redner waren darüber einig, daß die Handels­gärtner die Sonntagseinnahme nicht entbehren können, zumal diese vor Inkrafttreten des Gesetzes den Hauptverdienst aus­machte. Sonntags fänden fast alle Festlichkeiten des Mittel­standes statt, ebenso sei der mit Spenden von Blumen und Kränzen verbundene Besuch des Friedhofs von Seilen der Angehörigen Verstorbener gerade am Sonntag am stärksten. Man erachtete es als ein Bedürsniß des Publikums, Sonntags die Blumen rc. einkaufen zu können. Die Versammlung sprach sich schließlich für Unterstützung einer Petition aus, nach welcher der ganze Sonntag dem Blumenhandel, besonders dem Verkauf durch die Handelsgärtner, sreigegeben werden möchte.

lieber Naturheilkuude. Im hiesigen Sanitätsverein hielt gestern Abend Herr Naturarzt Dr. med. Schreiber aus Frankfurt a. M. einen Vortrag über die Heilsactoren der Naturheilkunde. Referent führte aus, daß die verschiedenen Heilsactoren des Naturheilverfahrens bereits im Alterthum bekannt gewesen seien. Die Inder und Chinesen kannten eine medicinische Gymnastik. Hippokrates, der berühmteste Arzt des Alterthums, wandte das Wasser zu Heilzwecken an und stellte bereits den Grundsatz aus: Die Natur heilt und Auf­gabe des Arztes ist es, die Natur hierin zu unterstützen. Die Römer wandten das Wasser ebenfalls zu Heilzwecken an- Horaz stellte sich durch eine Wasserkur von einem Leiden der Verdauungsorgane und Nerven her. Cäsar ließ sich mit Erfolg wegen einer Neuralgie kneren. Später geriethen diese Heilsactoren in Vergessenheit, besonders durch den Einfluß von Paracelsus im 15. Jahrhundert, welcher als der Schöpfer der heutigen Receptmedicin anzusehen ist. Der erste Reform­versuch wurde gemacht durch Hahnemann, den Schöpfer der Homöopathie, der gegen den Aderlaß und Arzneimißbrauch austrat. Die Doctoren Hahn Vater und Sohn übten in Schweidnitz im vorigen Jahrhundert die Wasserhellkunde aus, welche indeß erst populär wurde durch Prießnitz und Schroth. Schroth machte eine Aussehen erregende Kur an einem Herzog von Württemberg, dem das Bein, welches in der Schlacht von Navarra verwundet war, aus den Rath von Wiener und Berliner Professoren amputirt werden sollte. Er stellte den Herzog so her, daß dieser binnen Kurzem sogar an Hosbällen mittanzen konnte. Ling erfand die schwedische Heilgymnastik, Rikli die Lust« und Sonnenbäder. Redner gibt eine Dar­legung der verschiedenen Anwendungssormen der Wasser­anwendung und begründet dieselben wissenschaftlich, indem er von der Thatsache ausgeht, daß die Haut als ein wesentlicher Heilsactor zu betrachten sei. Bezüglich der Kneipp'jchen Kur legt Redner dar, daß Vieles, was heutzutage unter dem Namen Kneipp angesehen werde, bereits von Naturärzten früherer Zeiten empfohlen worden sei, wie z. B. das Barsuß- lauftn. Referent unterscheidet erregende, beruhigende und entzündungswidrige Wirkungen des Waffers. Redner legt sonst noch die fieberherabsetzende Wirkung des Wassers dar, in Form von Halbbädern, Beinpackungen und Armpackungen, empfiehlt indeß, im Allgemeinen erst bei Temperaturen des Körpers von 38,5° mit den Anwendungen anzufangen und räth die Anschaffung von Thermometern zur Fiebermessung an, damit die Angehörigen des Patienten genauere Instruc­tionen Seitens des Arztes bekommen könnten. Die Behand­lung des Einzelsalles sei indeß Sache des Arztes. Redner bespricht noch die Massage, warnt indeß vor zu starker An­wendung und schließt seine D/zstündigen Ausführungen, welche den größten Beifall sanden, mit dem Ausspruch:Die besten

Ah! Zwölf Monate die Welt bereist und noch nicht klug geworden! Sie sind wirklich eine Närrin, Fräulein Eleanor!"

Eine Närrin!" Ihr Gesicht färbte sich in dunkler Röthe. Wie meinen Sie das, mein Herr?"

Nun denn," Hub er an,Sie sind eine arme Waise. Kehren Sie in die Heimath zurück, wie Sie Ihren früheren Aufenthalt zu nennen belieben, so sind Sie von Menschen abhängig, welche selber um das tägliche Brod kämpfen müssen, während ich Ihnen, so lange ich lebe, eine glänzende Existenz biete und rach meinem Tode ein schönes Vermögen hinterlasse. Wollen Sie zu dieser arrmn Familie, in deren kleines, armseliges Haus zurück, um mit ihnen in Sorgen zu leben, wohlan, gehen Sie! Doch bauen Sie aus mich ferner in keiner Weise mehr, war es doch nur Ihr Wille, ganz allein Ihr Wille."

Ja, es ist mein Wille!" ries mit glänzenden Augen Nelly aus.Ich brauche und will Ihr Geld nicht und nur, weil Herr Esdaile versicherte, ich dürfe Ihr Anerbieten nicht von der Hand weisen, bin ich Ihnen gefolgt. Von Anfang an habe ich es Ihnen klar gesagt, daß ich heimkehren will. Ja, mein Herr, mögen Sie spotten, dennoch gehe ich in meine Heimath zurück! Gott hat uns solche Liebe ins Herz gelegt, daß wir zueinander gehören müssen, daß ich mich nicht trennen kann. Glauben Sie, daß man dort die mir gebrachten Opser mich jemals hätte fühlen lassen? Niemals! Alles, waS man dort an mir that, geschah aus freier Liebe, und ebenso wurde es von mir angenommen. Ihnen, mein Herr, suhle ich mich dankbar, fast durch all Ihre Wohlthaten erdrückt und gedcmülhigt, dennoch treibt es mich dahin, wo tausend Liebesbande mich fesseln!"

Bei Gott!" ries hier der alte Mann aus,sie hat wahrlich einen eigenen Willen, das schottische Blut habe ich wenigstens in thr wiedergesunden."

(Fortsetzung folgt.)

Aerzte auf der Welt, trotz aller Neider, aller Hasser, das sind, zu einem Bund gesellt, Diät, Bewegung, Lust und Wasser".

Verhaftet wurde gestern Abend ein als Herr ver­kleidetes hiesiges Mädchen, das sich in der Grünbergerstraße herumgetrieben hatte.

Von den Vorständen des hessischen Landes-Lehrervereins und der Ludwig- und Alicestistung ist dieser Tage eine Petition an die Regierung und Ständekammern um Erhöhung der Pensionen bet Lehrerwiltwen und um Gewährung von Waisen- geldern für minderjährige Lehrerhalbwaisen gerichtet worden. Nach eingehender Begründung stellt das Gesuch die Bitte: 1) daß die Pension der hessischen Lehrerwittwen eine den gegenwärtigen Preisen der Lebensbedürfnisse entsprechende Er­höhung erfahre- 2) daß in das Gesetz vom 28. October 1874, die Wittwen- und Waisenkasse der Volksschullehrer betreffend, die Bestimmung ausgenommen werde, daß denjenigen Lehrer­wittwen, welche noch minderjährige Kinder haben, in derselben Weise, wie den Wittwen von Staatsebamten, für jedes Kind ein Fünftel des Betrags der Wittwenpension als Waisengeld gewährt werde.

Nachweis bet Befähigung zur Uebernahme eines Kirchenamtes, lieber den Besitz der nach Art. 1 und 4 des Gesetzes vom 5. Juli 1887, die Vorbildung und Anstellung der Geistlichen betr., zur Uebernahme eines Kirchenamtes notbwcndigen Eigenschaften ist der Nachweis erbracht worden bezüglich der Candidaten der evangelischen Theologie: Georg Hamm aus Eich, Philipp Heußel aus Langstadt, Friedrich Psannmüller aus Darmstadt, Karl Gerhard aus Stein­bach, Karl Neurath aus Bürstadt, Heinrich Schnellbächer aus Eberstadt, Gustav Bi e d en kop s aus Altenburg, Ludwig Gußmann aus Hirzenhain, Karl Han st ein aus Holzheim, Wilhelm Heyl aus Gundernhausen, Karl Jäger aus Lich, Friedrich Sch u st e r aus Glauberg, Adolf Vogel aus Nieder- Ramstadt und Albert Waldeck aus Lauterbach.

lieber den Antrag des Abgeordneten Erk bei der Zweiten Kammer der Stände aus Einrichtung einer Güter- Einlabevorrichtung in bet Station Ober Widdersheim der Ober­hessischen Eisenbahn erstattete den Bericht des Ersten Aus­schusses der genannten Kammer der Abgeordnete Dr. Schröder. Großh. Ministerium der Finanzen hat aus Anfrage mit Schreiben vom 11. Juli d. Js. zu dieser Angelegenheit er­widert,daß es nicht möglich sei, diesen Haltepunkt an seiner jetzigen Stelle zu einer Güterstation auszubauen, weil hier die Bahn in starker Steigung liege. Die Einrichtung einer Güter­verladestelle in Ober-Widdersheim bedinge daher die Ver­legung der Station um mehrere hundert Meter und damit einen erheblichen Kostenaufwand, der aus versügbaren Mitteln nicht gedeckt werden könne. Nachdem aber eben erst beträchtliche Summen für die.Verbesserung der Oberhessischen Eisenbahnen bewilligt worden seien, erscheine es vorerst nicht rathsam, dasür noch weitere außergewöhnliche Aufwendungen zu machen, zumal das Baupersonal der Bahn durch die Aus­führung der bereits genehmigten Bauten vollauf in Anspruch genommen sei. Es werde jedoch bei Aufstellung des Etats für die nächste Finanzperiode in Erwägung ziehen, ob die Summe, welche für die Errichtung einer Güterstation Ober- Widdersheim erforderlich sei, in denselben ausgenommen werden könne. Bis dahin würde sich auch übersehen lassen, inwie­weit bei dem Bau der Nebenbahn Friedberg-Nidda die Interessen der Gemeinde Ober-Widdersheim Berücksichtigung finden könnten. Diese Bahn würde nämlich zwar mcht in Ober-Widdersheim einmünden, voraussichtlich aber doch so nahe am Dorfe vorbeiführen, daß unter Umständen eine für dieses bequem gelegene Station an der Nebenbahn angelegt werden könne. Hiermit würde den Wünschen der Gemeinde, welchen es eine gewisse Berechtigung nicht absprechen wolle, wohl ebenfalls Genüge geleistet werden." Der Ausschuß beantragt danach, die Kammer wolle aus den in dem ab­gedruckten Antwortschreiben Großherzogl. Ministeriums der Finanzen dargelegten Gründen den Antrag des Abg. Erk vorerst für erledigt erklären.

Erdichtete Verlobungsanzeigen, welche veröffentlicht werden, um Jemanden bloszustellen und lächerlich zu machen, enthalten nicht nur den Thatbestand der öffentlichen Be­leidigung, sondern auch der schweren Urkundenfälschung. Diese von einer Straskammer jüngst ausgesprochene Rechtsanschauung ist vom Reichsgericht bestätigt worden.

Frankfurter Obstmärkte. Auch der zweite kürzlich stattgesundene Obst markt hat einen in jeder Beziehung befriedigenden Verlaus genommen. Die Menge des ange­meldeten Tafelobstes war größer als aus dem ersten Markte und überstieg das Angebot der vorjährigen Märkte sehr be­trächtlich. Auch die Steigerung der Verkäuserzahl gegen das Vorjahr beweist, daß die Obstproducenten die Vortheile richtig erkannt Haden, welche ihnen durch die Beschickung der Frank­furter Obstmärkte erwachsen. Besonders erfreulich ist die Thatsache, daß nicht nur aus der engeren und weiteren Um­gebung Frankfurts Verkäufer erschienen waren, sondern auch aus entfernteren Gegenden Badens, der Pfalz u. s. w. Dem Cornitv find ferner eine große Zahl von Zuschriften zuge­gangen, in denen die Nichtbeschickung der Märkte mit der frühen Reise des Obstes und früheren Abschlüssen rnotivtrt und die Betheiligung im nächsten Jahre zugesagt wird. Von den verschiedensten Seiten wird anerkannt, daß die Obstmärkte nützliche Veranstaltungen sind und einem Bedürfnisse ent» (proeben haben. Es ist daher zu erwarten, daß auf den nächstjährigen Märkten eine noch weit größere Zusuhr statt­finden wird. Die Käufer waren nicht allein Frankfurter. Aus den benachbarten Städten Hanau, Wiesbaden, Mainz, Darmstadt u. s. w. waren zahlreiche Käufer erschienen und verschiedene weiter entfernt wohnende Norddeutsche und Süd­deutsche hatten schriftlich Antrag zu recht namhaften Ankäufen gegeben. Hoffen wir, daß die Vortheile der hiesigen Obst­märkte in immer weiteren Kreisen erkannt werden, so daß das Endziel, Vereinigung des gefammten Obstverkaufs für

Mitteldeutschland aus den Frankfurter Märkten, bald er­reicht wird.

t Lich, 25. October. Gestern sand im Schlosse dahier unter dem Vorsitz Sr. Durchlaucht des hiesigen Fürsten eine Versammlung des Ortsausschusses für die Stadt Lich, die Errichtung eines Denkmals für weiland Großherzog Ludwig IV. betreffend, statt. In derselben wurde be­schlossen, eine Sammlung für diesen Zweck in hiesiger Stadt durch die Mitglieder des Ortsausschusses in den nächsten Tagen vorzunxhmen.

Romrod, 21. October. Der Großh. Forstwart Kalb­fleisch Hierselbst fing mittelst Tellereisen im Göriugerdach eine Fischotter im Gewicht von 23 Pfund.

Sellnrod, 21. October. Der Großherzogl. Bürgermeister Müller ist gestern einstimmig wiedergewählt worden.

Götzen, 22. October. Bei der heute stattgefundenen Bürgermeisterwahl wurde Herr Johannes Fritzges XIII. gewählt.

Helpershain, 20. October. B?i der heutigen Bürger- meisterwahl wurde der seitherige Bürgermeister Herr Heinr. Hohmann L, welcher schon 22 Jahre in unserer Gemeinde als solcher fungirt, mit 65 Stimmen wiedergewählt.

Merkeusrih, 22. Oclober. Bei der heute stattgehabten Bürgermeisterwahl wurde der seitherige Bürgermeister Rüb mit 52 Stimmen einstimmig wiedergewählt.

Vom Vogelsberg, 24. October. Unsere in einem früheren Artikel dieser Zeitung ausgesprochene Erwartung bezüglich der diesjährigen Jagdergebnisse, die man bei Eröffnung der Jagd als sehr ungünstig bezeichnete, haben sich vollinhaltlich bestätigt. Obgleich die großen Treibjagden erst jetzt beginnen, ist der Preis für die Hasen I. Qualität von 3 Mk. auf 2,50 Mk. herabgegangen. Auf dieser Preis­stufe haben die Hasen in den letzten drei Jahren nicht ge­standen. Wohl sind die billigen Rindfleischpreise hierbei nicht ohne Einwirkung, dessenungeachtet ist aber der niedrige Preis immerhin ein Beweis des guten Resultats der Hasenjagd im allgemeinen. Die Feldhühner sind dagegen gestiegen, von 90 Pfg. auf 1 Mk., was eben an ihrem seltener werdenden Vorkommen gelegen ist. Der Preis für das Rehfleisch, der vor Eröffnung der Jagd auf weibliches Rehwild hier auf 80 Pfg. per Pfund stand, ist wie immer nach dieser Eröff­nung bemerkenswerth gesunken und dürste auch in diesem Jahre wieder auf den niedrigen Stand von 50 Pfg. per Pfund sinken.

8 Vom höheren Vogelsberg, 23. October. Die in Nr. 248 desGießener Anzeigers" angeführte Vogelsberger Wetter­regel:Wenn das Rhöngebirge Schnee ausweist, dann haben wir innerhalb drei Tagen ebenfalls Schnee", hat sich diesmal vollständig bewahrheitet, denn hier ist feit gestern Schneefall.

V. Die allgemeine Conserenz der deutschen Sittlichkeits. vereine hat, wie schon erwähnt, am 19. und 20. d. Mts. in Darmstadt stattgefunden. Einiges für weite Kreise Wich­tiges aus den an Verhandlungen, Vorträgen u. s. w. reichen Versammlungstagen wollen wir hier noch nachtragen. Im Ganzen bestehen jetzt in Deutschland 15 Sittlichkeitsvereine, neu gegründet wurden im Jahre 1891 die Vereine in Braun­schweig, Schleswig, Darmstadt, Frankfurt a. M. und Leipzig. Einige deutsche Regierungen unterstützten diese wichtige Sache durch Beiträge. In bevorstehenden Winter wird der neue Generalsecretär des Vereines auch Hessen besuchen und die Frage, womit sich der Sittlichkeitsverein beschäftigt, neu an- regen. Beschlossen wurde u. A., daß die Conserenz auf christlich-evangelischer Grundlage stehen, aber sich jeder Pro­paganda gegen Katholiken und Israeliten enthalten solle. In ihrem Programme fordert sie die grundsätzliche Bestrafung der gewerbsmäßigen Unsittlichkeit und die Unterbringung der Betreffenden in Besserungsanstalten; damit verwirft sie so­wohl die Bordelle als Controlle, und macht dadurch Ernst mit den Grundsätzen des christlichen Sittengesetzes. Sehr gut besucht war die öffentliche Versammlung, welche die Conferenz am 19. d. Mts. im städtischen Saalbau hielt, Offiziere, Beamte, Studenten, Kaufleute, Arbeiter lauschten den Vorträgen des Herrn Lic. Pfarrer Weber aus München- Gladbach und Pastor Philipps aus Berlin. (Wir haben in No. 247 bereits über die beiden Vorträge berichtet. Red.)

Vermißtes*

* Marburg, 24. October. Eine Anzahl Gießener Juristen weilten am Samstag Abend zum Besuch der hiesigen Juristen hier im Museum. Die Juristen beider Städte veranlassen alljährlich gegenseitige Besuche.

* Frankfurt a. M., 24. October. Den Mannschaften der hiesigen Garnison ist am Samstag aus Anlaß der hier und in Maxau vorgekommenen Cholerasälle von dem Commando eine Warnung vor dem Besuche derjenigen hie­sigen Wirthschaften zugegangen, in denen Schiffer ver­kehren.

* Heidelberg, 24. October. Der hiesige Main-Neckar- Bahnhof ist heute Nacht seit 1 Uhr total nieder- gebrannt.

* Berlin, 24. October. Ein Angestellter der Deutschen Bank desraudirte 100000 Mark. Derselbe ist flüchtig.

* Berlin, 24. October. Die städtische Parkdeputation har beschlossen, das projectirtc Schulze-Delitzsch-Denk- mal an Stelle des jetzt auf dem Hausvogteiplatze stehenden Springbrunnens auszustellen.

* Wilhelmshaven, 24. October. Seit heute früh striken die hiesigen Schuhmachergesellen. Dieselben verlangen 25 pCt. Lohnerhöhung.

* Zwickau, 24. October. Das Landgericht v erurth eilte den Director der Maschinenfabrik-Actiengesellschaft Crimitschau,