Ausland.
Bern, 21. December. Eine von Delegirten aller industriellen ynb kommerziellen Kreise beschickte Versammlung beschloß heute, im Jahre 1896 in Genf eine allgemeine schweizerische Landesausstellung zu veranstalten. Ob damit auch eine landwirthschaftliche Ausstellung verbunden werden soll, ist noch unentschieden.
Paris, 21. December. Deputirtenkammer. Jules Roche, welcher der gestrigen Sitzung nicht beigewohnt hatte, schloß sich heute in sehr erregter Weise den Protesten der gerichtlich verfolgten Deputirten an, erklärte seine Unschuld und sprach sich mißbilligend über das gegen die betreffenden Deputirten beobachtete Verfahren aus. Als er die Tribüne verließ, reichten ihm mehrere Deputirte die Hand. Hierauf nahm die Kammer die Berathung des Getränkesteuer-Ent- wurses wieder auf. Das Amendement betreffend die Besteuerung der Börsenoperationen wurde mit 281 gegen 232 Stimmen abgelehnt. Der Finanzminisier Tirard hatte das Amendement bekämpft. — Senat. Der Bericht über den Antrag auf gerichtliche Verfolgung der in die Panama- Affaire verwickelten Senatoren wurde vorgelegt. Thevenet, der mit zu den gerichtlich Verfolgten gehört, betheuerte seine Unschuld und versicherte, er habe niemals etwas von der Panama-Gesellschaft erhalten. 1 Die Berathung des Berichts soll morgen oder am Freitag erfolgen.
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Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau.
Berlin, 22. December. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt in einem Artikel über die Mi litärVorlage, die Durchführung der zweijährigen Dienstzeit und der Beibehalt der bisherigen Präsenzstärke schlöffen einander aus- entscheidend sei die Frage, inwieweit das Heer unter Anwendung des Grundsatzes der allgemeinen Wehrpflicht gekräftigt werden könne. Die Etatserhöhung und die Vermehrung der Cadres seien die wesentlichsten Bedingungen für eine Herabsetzung der Dienstzeit. Die Vorlage sei durch den ungenügenden Zustand unseres Heerwesens gegenüber den veränderten Verhältnissen bei den Nachbarn nöthig geworden. Würde dieselbe abgelehnt, so sei eine Rückkehr zu der allgemeinen dreijährigen Dienstzeit die notwendige Folge. Auch eine bloße Vermehrung der ^Specialwaffen sei ausgeschlossen. Eine abschnittsweise Behandlung der Reform sei im Hinblick auf die Organisation der Armee undurchführbar. Die Regterung habe sich bei dem Einbringen der Vorlage nur von der Ueberzeugung leiten lassen, daß unsere eigene Wehrkraft seit dem Jahre 1871 sich nicht in gleichem Maße gehoben habe, wie die der östlichen und westlichen Nachbarn und daß wir in einem künftigen Kriege schwierigen Verhältnissen mit relativ geringeren Kräften gegenüberstehen, als je zuvor.
Hamburg, 22. December. Die Beunruhigung der Bevölkerung über das Wiederaustreten der Cholera nimmt erheblich zu. Thatsächlich ist die Zahl der choleraartigen Erkrankungen nicht unerheblich. Man begegnet der Trans- portirung von Kranken, sowie der Destnfizirung benutzter Wagen und Straßen häufig. Die von der Commission veröffentlichen Fälle sind nur solche, bei denen Cholera thatsächlich constatirt ist. Inzwischen werden die Bekämpfungs- Maßregeln aus das Sorgsamste ergriffen. Auffallend ist, daß mit dem Wiederaustreten der Krankheit ein ungewöhnlich niederer Wasserstand der Elbe wiederum zusammensällt.
Paris,22. December. Die Panama-Untersuchung s- Commission vernahm heute Vormittag Floquet, welcher wiederholte, daß die gegen ihn erhobenen Anklagen vollständig falsch seien, er habe niemals Geld oderGeldeswerth von der Panama-Gesellschaft für die geheimen Fonds im Ministerium erhalten. Yves Guyot, der vor die Untersuchungs-Commission wegen einiger angeblich von ihm gethaner Aeußerungen geladen wurde, weigerte sich zu erscheinen und erklärte, daß diese Aeußerungen von einem Spion entstellt seien- er wolle sich nicht zu Manövern hergeben, die daraus abzielten, den Namen Carnots mit den Angelegenheiten der Panama-Gesellschaft zu vermengen.
Paris, 22. December. Bei seiner Vernehmung vor der Panama-Untersuchungs-Commission fügte Floquet seinen Aussagen noch hinzu, er habe sich, während er Minister gewesen, nur um die Vertheilung von Veröffentlichungen an gewisse Blätter gekümmert und zwar nicht vom finanziellen Gesichtspunkte aus, aus den er gar keine Rücksicht genommen habe, sondern lediglich vom politischen Gesichtspunkte aus, der den Staat interessirte. — Diese Erklärung ist in den Wandelgängen der Kammer sehr bemerkt worden.
Paris, 22. December. Der Generalprocurator conferirte gestern bis zu später Stunde mit dem Justizminister Bourgeois. Das Gerücht erhält sich, daß auch gegen die Boulangisten Naquet, Saint Martin, Laguerre und Laur gerichtlich vorgegangen werden soll.
Paris, 22. December. Das Journal „Petite Repu- blique" citirt ein Decret des Präsidenten Grevy, nach welchem im Jahre 1887, als Rouvier das Präsidium des CabinetS übernahm, der Geheimfonds 1,200,000 Frcs. betrug.
Paris, 22. December. Bei dem Duell zwischen Dero ule de und Clemenceau wurden sechs Kugeln auf 25 Schritt gewechselt. Keiner der beiden Duellanten wurde verwundet.
Havre, 22. December. Im hiesigen Hafen haben dreitausend Arbeiter die Arbeit eingestellt. Die Ruhe ist nicht gestört, jedoch ist nahezu der gesammte Handelsverkehr eingestellt.
Pittsburg, 22. December. Die große Jury hat sich damit einverstanden erklärt, daß gegen Dempsey, Vorsteher der Arbeiterschaft in Homestead, gegen den Kochgehilfen Davidson und den Arbeiter Bearti Anklage erhoben werde, weil dieselben gegenüber den der Arbeiterunion nicht angehörigen Arbeitern Gift angewendet hätten.
Newyork, 22. December. Ein hier umlaufendes, der Bestätigung bedürfendes Gerücht besagt, daß auch in New- Cumberland (West-Virginien) gegen ungarische Arbeiter, welche an Stelle der strikenden Arbeiter der dortigen Ziegelfabriken getreten waren, Vergiftungsversuche unternommen worden seien. Dem Trinkwaffer sei Croton beigemischt worden. Viele von den ungarischen Arbeitern seien erkrankt.
Depeschen des Bureau „Herold".
Berlin, 22. December. Gestern wurde der hier ansässige Klempner Otto Geisler, aus welchen die Papiere und die Personalverhältniffe eines in Mainz Verhafteten, angeblich Geisler heißenden Anarchisten paßten, verhaftet und nach Vernehmung und Ausnahme seiner Photographie wieder entlassen.
Posen, 22. December. Seit heute früh brennt die Montirungskammer des 46. Infanterieregiments. Der Schaden ist bedeutend.
Hamburg, 22. December. Heute wurden vier Fälle von Cholera zur Anzeige gebracht, wovon einer tödtlich verlief.
Ratibor, 22. December. Reichsgraf Arco, ehemaliger Reichstagsabgeordneter für den Wahlkreis Ratibor, ist infolge eines Schlaganfalls gestorben.
Wien, 22. December. Die hiesigen Druckereibesitzer bewilligten den Setzern ihre Forderung betreffs Erhöhung des Minimal-Wochenlohnes und der Teuerungszulage, lehnten aber die Forderung wegen Abkürzung der Arbeitszeit ab, da diese nur nach einer internationalen Vereinbarung erfüllbar sei.
Kömggrah, 22. December. 170 Gefangene des hiesigen Kreisgerichts revoltirten wegen schlechter Verpflegung und überfielen die Aufseher. Das Militär schritt ein- die Rädelsführer wurden in Ketten gelegt.
Paris, 22. December. Bet der in später Nacht stattgehabten Conferenz des Generalprocurators mir Bourgeois wurde Strasversolgung gegen vier Boulangisten und zwar Naquet, Laguerre, Laur, Saint Martin und zwei Monarchisten und Republikaner beschlossen und bei Allen Haussuchungen sofort nach dem Beschluß der Kammer angeordnet. Aus den durch Aigoin erhobenen Checks steht der Vermerk Präsident F. - Martin behauptet offen, Floquet sei damit gemeint. — Die Regierung ordnete Haussuchungen bei einer größeren Anzahl hervorragender Persönlichkeiten in deren Landsitzen und Provinzhäusern an.
London, 22. December. Aut dem Panzerkreuzer „Phoebe" sind während des Manöverirens Rohre explodirt. Es gab drei Verwundete.
Petersburg, 22. December. Der Weizenexport stagnirt andauernd. In den letzten 14 Tagen wurden insgesammt 1250000 Hectoliter exportirt. Die Vorräthe werden auf 32 bis 34 Millionen Hectoliter geschätzt, wovon 7^2 Millionen exportirt wurden.
Bukarest, 22. December. Die Regierung hat behuis Verhinderung der Einschleppung der Rinderpest die umfassendsten Maßnahmen getroffen, damit die Nachbarstaaten, namentlich Oesterreich-Ungarn, bei den demnächst beginnenden Handelsvertragsoerhandlungen keine Schwierigkeiten bereiten. Es liegt übrigens angesichts des geregelten- Verkehrs der Verhältnisse gegenüber Rußland keine Gefahr vor.
Newyork, 22. December. Die Großjury vernahm einen Zeugen betreffs der Vergiftung aus den Cornegie- bergwerken. Der Oberbeamte erklärt, während des Ausstandes seien 2000 Arbeiter von 4000 erkrankt und hätten mehrere Wochen zwischen Tod und Leben darniedergelegen. 32 seien gestorben. Die Obduction der Leichen der vergifteten Sträflinge in Helena ergab Vergiftung durch Arsenik. Zwei weitere Zuchthäusler sind gestorben. Zehn Zuchthäusler und zwei Aufseher sind erkrankt. Unter den Arbeitern der Cornegie- bergwerke erfolgten drei neue verdächtige Todesfälle. Der Untersuchungsrichter ordnete die Ausgrabung aller verdächtigen Tobten an.
Coeafc» «n- provinzieller.
Gießen, 23. December 1892.
— Sitzung Großh. Handelskammer vom 13. und 16. Deeember 1892. Anwesend die Herren Koch, Scheel, Com- merzienrath Gail, Heichelheim, Homberger, Katz, Klingspor, Kraatz, Wortmann. — Seitens der hiesigen Interessenten des Braugewerbes ist bei der Kammer der Antrag eingegangen, ihre Bestrebungen zur Abwendung der drohenden Erhöhung der Brausteuer zu unterstützen. Es wird beschlossen, diesem Anträge stattzugeben und eine diesbezügliche Petition an den Reichstag abgehen zu lassen. — Die Kammer hat in Befolg ihrer Bestrebungen aus Verbilligung der Telephongebühren kürzlich bei hiesigen Interessenten eine Umfrage veranstaltet bchus» Constatirung der für den Fall der Herabsetzung der jährlichen Gebühr von 150 auf 100 Mark zu erwartenden Mehranschlüsse. Diese Anfrage hat das Resultat ergeben, daß für diesen Fall 52 bindende Unterschriften erzielt worden sind. Die Kammer beschließt mit Rücksicht auf dieses günstige Resultat, bei denjenigen Handelskammern, welche mit uns für die Herabsetzung der Telephon-Gebühren schon früher thät.g gewesen sind, die Vornahme einer gleichen Enquete an ihren Plätzen zu befürworten, um gestützt aus die zu erhoffenden günstigen
Erhebungen — alsdann gemeinsam aufs Neue bei der Reichspostverwaltung motivirte Anträge in obigem Sinne xu stellen, ebenso den deutschen Handelstag mit der Vertretung derselben zu betrauen. — Die Kammer beschließt weiter, sich einer Seitens der Handelskammer Frankfurt a. M. an den Reichstag gerichteten Eingabe auf Abwendung der geplanten Erhöhung der Bürsensteuer unterstützend anzuschließen. — Laut Wahlbestätigungsurkunde Großh. Ministeriums des
Innern und der Justiz vom 8. December 1892 ist die am 30. November 1892 vorgenommene regelmäßige Ergänzungswahl bestätigt worden. — Das Seitens Großh. Bürgermeisterei Gießen entworfene und publicirte Statut betr. die Errichtung von G e w e r b e g e r i ch t e n wird einer ein gehenden Berathung unterzogen und findet in vorliegender Fassung die Billigung der Kammer. — Es gehen uns Nachrichten zu über zweifelhafte Firmen in Stockholm. Wegen näherer Auskunft wollen sich Interessenten an die Kammer wenden.
— Das Museum des Geschichtsvereins zu Gießen ist auch im jetzt zu Ende gehenden Jahre an den Sonntagen meist sehr stark besucht gewesen - auch hat sich dasselbe zwar langsam, aber nicht unwesentlich vermehrt, so daß die Platzsrage immer dringender an den Verein herantritt. Aus der alten Kirche in Geilshausen sind eine Anzahl von z. Z. freilich sehr verwahrlosten Oelbildern durch Herrn Dr. Eckstein in Eberswalde zugewiesen worden, doch ist kein Platz da, dieselben aufzuhängen. Elf künstlerisch geschnitzte Holzfiguren aus der Kirche in Alten Buseck, sowie zwei meisterhaste kleinere aus der Kirche tn Petterweil sind notdürftig an den Wänden untergebracht. Thelle eines kostbaren gesteppten Damengalakleides aus weißer Seide sind im Schrank aufbewahrt. Kleinere Gegenstände sind zahlreich zugewachsen, können aber nicht systematisch geordnet werden. Erwähnenswerth sind besonders eine Standuhr von I. H. Mann in Busenborn gemacht, die Herr Büchsenmacher Dickore schenkte; der Giebelknauf vom sog. Lutherhaus in Grünberg und eine schöne Ofenkachel ebendaher von Herrn von Eiff daselbst- ein altes, eigenthümlicb gebautes Barometer von Herrn Uhrmacher Reitz, ein Keffelhalter von Herrn E. Pistor, ein Satz Goldgewichte von Herrn Emmerich, eine alte Messingdose von Herrn Dr. Erb, zwei große Krüge von Herrn Locomotivsührer Schmidt, ein kleiner vom Realschüler Maes, zwei Bogenpfeiler, sehr gut erhalten, von Herrn Professor v. d. Ropp in Marburg und Herrn Professor Höhlbaum, eine größere Anzahl hessischer Münzen und französischer Assignaten von Herrn Albert May in Lauterbach, ein französisches Chassepotgewehr von Herrn A. Heß- verschiedene, ’ theils eingerahmte Porträts von Herrn Prof. Birnbaum u. a., das alte Gleiberger Amtssiegel und das hölzerne Scepter des Richters beim Schöffengericht in Gleiberg von Herrn Bürgermeister Colnot, alte Feldschlangcngeschosse von Berg- mannn Seipp in Leihgestern u. a. Erwähnung verdienen noch alte Pergamentblätter (Rechtsanwalt Weidig), Bilder, Bücher, Urkunden, Waffen, Hufeisen, Schlösser und Schlüssel, Leuchter, Lampen und Lichtputzen, Autographen und unter den Schenkern die Herren Dr. Baur, Büttenberger, Dr. Ebel, Eckhard, Frank, Dr. Landmann, Lehrer Mayer, Ochs, Dr. Ploch, W. Schneider, Seipp, Siebeck, Trenckmann, Vogel, Dr. Wasserschleben, Wenzel, Wolff und eine größere Anzahl von Real- und Stadtschülern. Einzelne kleinere Gegenstände, die nicht käuflich zu haben waren, wurden in Gyps nachgebildet. Unter den gekauften Gegenständen ist besonders erwähnenswerth eine Kiste voll Thonscherben, Funde aus dem Römerkastrum Arnsburg. Mit Mühe und Zeitauswand wurden die zusammenpassenden Stücke ausgesucht und gekittet- so ergaben sich sehr schöne Bruchstücke von Terra sigillata, dann Legions- und Cohortenstempel, aber auch einige Römermünzen fanden sich darunter. Am prächtigsten ist eine vergoldete, mit Email eingelegte, wohlerhaltene Fibula. — Allen, welche seither des Museums freundlich gedacht und die Sammlungen des Vereins bereichert haben, sei hiermit herzlich gedankt. Hoffentlich bricht sich das Interesse an diesen Sammlungen auch in solche Kreise Bahn, die sich seither davor mehr verschlossen. Während der bevorstehenden Feiertage bleibt das Museum geschlossen.
— Auch ein Zeichen der milden Witterung. Im Garten des Herrn Bergwerksdtrector P.....in der Frankfurter
straße hat ein Huhn im Freien seine Eier ausgebrütet und wurde es erst bemerkt, als die jungen Küchlein heute munter im Freien herumpiepsten. Natürlich wurde denselben ein zur jetzigen Jahreszeit besser paffender und geeigneter Aufenthalts- und Tummelplatz angewiesen.
— Ein Wort an unsere Hausfrauen! Die heutige große Concurrenz in allen Geschäftszweigen veranlaßt jeden Kaufmann, seine Waare mit ganz geringerem Nutzen abzusetzen. Das Publikum will nämlich vor allen Dingen recht billig kaufen. Ja, billig — das ist auch ganz schön und eine Hausfrau erfüllt nicht ihre Pflicht, wenn sie nicht spart- jedoch: was heißt „sparen", was nennt man billig? Würde jeder Käufer die erforderliche Waarenkenntniß besitzen, um die verschiedenen Producte nach ihrer Güte hin unterscheiden zu können, so wäre der Verkauf dem Geschäftsmanne wesentlich erleichtert. Fast dürfte behauptet werden, daß zwei Drittel des kaufenden Publikums wenig oder gar keine Waarenkenntniß haben. Daher kommt es, daß man dem Kaufmann mit einem gewissen Mißtrauen entgegentreten zu müssen glaubt. Legt der Verkäufer seine Maaren zu verschiedenen Preisen und Qualitäten vor, so werden die billigen Artikel meistens gar nicht beachtet. — „Derartiges kaufe ich nie, Derartiges trage ich und meine Töchter nicht!" — Ja, manche Dame scheint fast beleidigt zu sein, wenn ihr einfaches dargeboten wird. — „Das Allerneueste und Schönste, was Sie haben, zeigen Sie mir, bitte!" — heißt- vielmehr. Dies wird vorgelegt, die Sachen werden „reizend" gesunden und die Käuferin fragt nach dem Preise. — — — @in äußerst langes Gesicht! — Der Verkäufer wird mitleidsvoll angelächelt oder bekommt auSeinandergesetzt, wie man zu halbem Preise ganz dasselbe in anderen Geschäften bekomme. — „Ich will mirß 'mal überlegen!" — lautet dann die wenig versprechende Abschiedsformel: „Vielleicht komme ich wieder mit meiner Tochter, Freundin, Schneiderin rc." Fort gehts in ein anderes Geschäft, um dort dasselbe Manöver zu wiederholen. Im siebenten oder achten Geschäft sind dann die Damen des Umherirrens müde und — kaufen. Sehr oft kommt aber das Gekaufte in Qualität der im ersten Geschäft „am besten passenden Waare" gar nicht gleich. — Der Preis


