in anderen Städten durchschnittlich nur 3Mk.35Pfg., namentlich sei eine Ermäßigung der Schlachtgebühr für Fohlen in Rücksicht aus den Gebührenunterschied bei Ochsen und Rindern gerechtfertigt. Es wird aus Antrag der Baudeputation beschlossen, dem Gesuch um Ermäßigung nicht stattzugeben. Die Zahl der jährlich geschlachteten Fohlen sei so gering, daß ein besonderer Gebührensatz nicht eingesührt werden könne, zudem seien zum Schlachten bestimmte Pferde octrotfrei; das Pferdeschlachthaus werde vom Petenten allein benutzt, was im Verhältniß zu den übrigen, von sämmtlichen Metzgern benutzten Gebäulichkeiten und Einrichtungen höhere Unterhaltungskosten verursache. Weiter sei zu berücksichtigen, daß eine Erweiterung des Schlachtraumes für Pferde, sowie die Errichtung eines Pferdestalles nöthig geworden seien.
Betreffs des Gesuches der Fleischerinnung um Ausgabe der Schlachtscheine im städtischen Schlachthause wird aus Antrag der Schlachthaus-Deputation und nach Entgegennahme eines von Herrn Octroinspector Jost erstatteten Gutachtens beschlossen, dem Gesuch bei Berathung eines neuen Octroi-Reglements näher zu treten.
Das Angebot des Herrn W. Orbig, einen ihm gehörigen Platz in der Waag eng ässe an die Stadt abzutrecen, wenn diese die Pflasterung aussühren läßt, wird angenommen; desgleichen das Gesuch des Herrn Wilh. Wilke um käufliche Ueberlassung des Grundes eines vom Gesuchsteller wegen Vornahme von Bauten abzutragenden Rains, gegen einen Pauschalpreis von 170 Mk.
Die Kosten sür Pslasterung des Banketts in der Nordanlage entlang der Röhrle'schen Besitzung, sowie für Trottoirpflasterung in der Ludwigstraße vor den Bernhardt'schen Häusern im Gesammtbetrage von 220 Mk. werden bewilligt. Herr Wallenfels betont bezüglich der Nordanlage die Nothwendigkeit einer gepflasterten Verbindung des Trottoirs bis zum Seuling'schen Hause an der Schottstraße. Die Versammlung ist damit einverstanden.
Die Gegenstände 16 und 17 der Tagesordnung, betr. Entwässerung der Schloßgasse und des Kirchenplatzes, sowie die Errichtung eines Pissoirs in der Bahnhosstraße, wurden von der Tagesordnung abgesetzt, da über dieselben in der Baudeputation noch nicht verhandelt werden konnte.
Mit dem vorgeschlagenen Längen- und Querprofil für die Liebig st raße ist die Versammlung einverstanden. Die Straße würde danach neben beiderseitig 5 Meter breiten Vorgärten eine Fahrbahnbreite von 9 Metern und 3 Meter breite Fußwege erhalten, webhalb eine Bepflanzung mit Bäumen (Linden oder Ulmen) vorgesehen wird. Einige von Herrn Heyli genstaedt als mangelhaft ausgeführt bezeichnete Straßentheile sollen demnächst einer Besichtigung unterzogen und Abstellung der durch das Befahren mit schwerem Fuhrwerk verursachten Mißstände veranlaßt werden.
Das Gesuch des Herrn Heinrich Carle um Erlaub- niß zum Bauen in der Westanlage wird aus Antrag der Baudeputativn beanstandet. Das architectonische Aeußere des geplanten Neubaues wird als gegen § 28 des Ortsbaustatuts verstoßend bezeichnet.
In früheren Sitzungen wurde darüber berathen, ob und wie die Friedhosscapelle mit Heizeinrichtung versehen werden könne. Nach den stattgehabten Ermittelungen ist die Anlage einer gewöhnlichen Heizung aus verschiedenen Gründen nicht empsehlenswerth, und ging deßhalb der Vorschlag dahin, die Kirche mit Gas zu Heizen. Zur Durchführung dieser Heizart wird die Aufstellung von sogen. Gaskästen empfohlen, mit denen man bei circa 5 Ebm. Gasverbrauch pro Kasten und Stunde den beabsichtigten Hcizeffect zu erzielen hofft. Veranschlagt ist eine derartige Einrichtung mit 540 Mark. Was die vor Anlage einer Heizung zu berücksichtigende Frage wegen der Benutzung der Kirche zur Winterszeit betrifft, so ist festgestellt, daß die Kirche einmal gelegentlich einer Be- erdigung, sowie mehrere Male zu Gottesdiensten benutzt wurde. Es wird dem Anträge der Baudeputation zugestimmt, wonach eine Beschlußfassung noch auszusetzen ist, bis über die Zweckmäßigkeit der bis jetzt getroffenen Anordnungen (Verdichtung von Thüren, Abschluß der Emporen u. s. w.) Erfahrungen gesammelt sind.
Einige Kostenrechnungen über Arbeiten in der Mädchenschule und geometrische Arbeiten erhalten die Genehmigung der Stadtverordneten-Versammlung.
Das Gesuch des Herrn Ludwig Kohlermann ll. um Erlaubniß zum Branntwein-Verkauf im Hause Nr. 53 in der Neustadt soll unter der Voraussetzung befürwortet werden, daß aus Concession für das bisher vom Gesuchsteller innegehabte Haus Nr. 51 aus die Dauer verzichtet wird. — Gegen baS Gesuch der Frau Bertha Frank um Erlaub- niß zum Wirthschastsbetrieb in der Brauerei Friedel hat die Versammlung nichts zu erinnern, weßhalb Bejahung der Bedürsnißsrage erfolgt.
totales uttb provinzielles.
Gießen, 23. September 1892.
— Das Römercaftell von Langenhain ist nicht neu entdeckt worden- es war von früher schon bekannt und wurde von den Bauern als Steinbruch benutzt. So ist die Kirche in Langenhain fast ganz aus Steinen aus bem Costrum w fcaut. In der Mauer ist auch ein römischer Jnschristenstcin eingelassen. So ist es nicht zu verwundern, daß Herr Kofler erst in 1 — 2 Meter unter der Ackerfläche auf die Castellmauern stieß. Schon vor Jahren erbot sich ein Frank- furter Gelehrter, die Umfassungsmauern des Costrum für den Oberhess. Geschichtsverein auszugraben, doch mußte dieser auf die Arbeit verzichten, weil er ste nicht bezahlen konnte. Jetzt, wo das Reich dafür eintritt, ist das eine andere Sache. Außer dem Gießener Verein werden nächsten Sonntag auch die Geschichtsvereine von Darmstadt und Mar. bürg nach Langenhain kommen, um die Arbeiten des Herrn Kofler, die übrigens noch nicht beendigt sind, zu besichtigen. Das Langenhainer Castell ist wesentlich größer als die Sai-
— Standeserhöhung.
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Städte mit Octrot
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Octroi Bingen Bensheim Alzey Friedberg Alsfeld Lauterbach !
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Mädchen mit erschossen.
* Berlin, Beleidigung Näherin Agnes
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&urg und mißt 211 : 175 Meter. Für den Nachmittag ist auch noch ein Begehen des Pfahlgrabens bis zur Kaisergrube geplant. Rückweg von Nauheim oder Friedberg aus. Die Theilnehmer von Gießen nehmen Fahrkarten 3. Klaffe bis Ostheim und zurück.
— Lebensmittel-Preise Ende August 1892. Nach einer Zusammenstellung der Großh. Centralstelle für die Landes- statistik kosteten:
beute Vormittag gegen 11 Uhr aus dem dritten Stock emeS Neubaues in die Tiese und war sofort eine Leiche. Sein ^atcr hatte ihm kurz vorher verboten, die oberen Stockwerke zu betreten.
— Donner im September, im Winter viel Schnee, sagt eine alte Bauernregel, desgleichen heißt es aber auch: „Wenn der September noch donnern kann, setzen die Bäume viel Blüthen an". Nun, der September hat ja Gewitter und auch Baumblüthen gebracht. Es werden sich sonach beide Bauernregeln erfüllen können.
Geilshausen, 21.'September. Unter starker Betheiligung sand heute die Gemeinderathswahl statt; von 103 Wahlberechtigten machten 84 von ihrem Recht Gebrauch. Die Candidatenliste zählte nicht weniger als 28 Namen. Als Sieger gingen aus der Wahlurne hervor: Wilh. Weber, Heinrich Wagner VIII. und Peter Seipp.
□ Ruppertenrod, 22. September. Bei der gestern dahier ftattgefunbenen Beigeordnetenwahl wurde der seitherige Beigeordnete, Herr Kaufmann Reiber, mit 60 Stimmen wiedergewählt. Durch diese Wiederwahl tritt Herr Reiber zum viertenmal in diesen Amtskreis, in dem er sich die Beliebtheit der Majorität der Gemeinde erworben. Dessen ungeachtet sand eine lebhafte, aber würdige Gegenagitation statt. Der Candidat der Gegenpartei erhielt 43 Stimmen.
Aus Oberhefsen, 21. September. Das schön gelegene Städtchen Liß berg beherbergte auch in diesem Jahre eine Ferien-Colonie kränklicher Schulkinder, bestehend aus 21 Mädchen im Alter von 8—12'Jahren, unter Führung der Lehrerin Fräulein Wedemann. Siebzehn der Colonisten befanden sich in einem Wirthshause, vier in Privatpflege. — Eine weitere Frankfurter Colonie, bestehend aus 18 Knaben unter der Führung des Herrn Lehrers Joseph Zimmer, be- and sich in Merkensritz bei Gastwirth Etßner. Beidesmal dauerte der Aufenthalt vom 4. bis 28. Juli d. I. und hatte bezüglich Aussehens und Gewichtszunahme der Kinder den besten Erfolg. (D. Z.),
Aus dem Kreise Friedberg, 21. Sept. Die Aepfel- ernte hat begonnen. Die Wetterauer Aepfel sind ja immer gesucht, dieses Jahr aber ganz besonders, weil die Aepfelernte vielsach sehr knapp aussällt. Eine Firma aus Linz an der Donau wandte sich dieser Tage telegraphisch an viele Bürgermeistereien und erbat von den Händlern der betreffenden Orte Offerten in Mostäpfeln. Für Wirthschastsäpsel zahlt man eben bis zu 6 Mk., für Tafeläpfel bis zu 9 Mk. für den Doppeleentner.
Bad-Nauheim, 22. September. Nach der am 16. Sept, ausgegebenen Kurliste sind in der letzten Woche 183 Kur- remde angekommen, so daß sich die Gesammtfrequenz auf 9957 stellt.
Bad-Nauheim, 21. Sept. Allgemeines Bedauern inbet die Familie des Bürgermeisters Hofmann in dem benachbarten Wisselsheim. Der Sohn des Hauses, Christoph Hofmann, der in Hamburg ein blühendes Geschäft betrieb, ! ist im kräftigen Mannesalter von 37 Jahren der in Hamburg I herrschenden Epidemie zum Opfer gefallen.
Vilbel, 22. September. Bei der am 15. Sept, dahier ! tattgehabten Gemeinderathswahl siegten die Sozial-, demokraten. Von 691 Stimmberechtigten stimmten 361 Wähler ab. Es fielen Stimmen aus: Maurer PH. Mohr 330, I. D u p l o i s 231, A. Schantz 244, Gerichtsschreiberaspirant A. Leichner 215, ferner auf Gastwirth Armbrust 114, Gastwirth Jamin 104, Weinhändler K. Martini 113, Oeeonom H. Fink 56 Die vier Ersten, von der sozialistischen Partei ausgestellt, sind somit gewählt. ,
Darmstadt, 22. September. Der Untersuchungsrichter I bei Großh. Landgericht der Provinz Starkenburg erläßt in der Hastsache gegen Georg Schreck von Königstein und Genossen wegen Mordes folgendes Ausschreiben: Nach den bisherigen Ermittelungen ist anzunehmen, daß die Ange- I schuldigten alsbald nach dem 29. August l. Js. 1) des von I Schreck getragenen dunklen Tuchsackrocks, 2) der von Kramm getragenen Manchesterhose, 3) eines Armeerevolvers 71/84 sich entledigt haben. Ich ersuche ergebenft um eingehende Nachforschungen in dieser Richtung und um schleunige Nachricht, wenn einer oder der andere jener Gegenstände als ge- I kaust, gefunden u. bergt, sich ermitteln lassen sollte. !
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21. September. Die wegen Majestäts- zu längerer Gesängnißstrase verurtheilte Wabnitz befindet sich noch in der Charite. Sie hat ihren Vorsatz, während der Zeit ihrer Einsperrung keine,Nahrung zu sich zu nehmen, aus Anrathen ihres Ver- theidigers ausgegeben, so daß man mit der zwangsweisen Ernährung hat aushören können.
Dermif^tw*
* Frankfurt a. M., 21. September. Der fünfzehn- jährige Sohn des Bauunternehmers Hch. Balser stürzte
' Berlin, 22. September. Ein junges Liebespaar, ein 21jähriger Graveur und eine 16jährige Musiklehrerin, beide Berliner Familien angehörend, haben sich in einem hiesigen Gasthofe getöbtet, weil die Eltern ihre Verheiratung zugeben wollten. Der junge Mann hat erst bas dessen Einwilligung und dann sich selbst
. . , Se. Königliche Hoheit der Großherzog hat die nunmehrige Gemahlin Sr. Großh. Hoheit des Prinzen Heinrich von Hessen unter dem Namen Frau von Dornberg in den Adelstand zu erheben geruht.
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V CD. i-f E^ §89 an.®
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I * Christiania, 21.September. Gestern Abend zerrissen bei Verladung einer Krupp'schen 43-Tons-Kanone auf ein Marinetransportschiff die Verkuppelungen an Bord des Schiffes.
I Das Geschütz versank 30 Fuß in die Tiese des Wassers. I Heute werden Hedungsversuche gemacht.
i * 3m Weinkeller des Kaisers. Woraus doch manche Ber- I liner Blätter^versallen, um ihren Lesern etwas Besonderes I 5" bieten! So sandte kürzlich der dortige „Localanzeiger" einen Reporter zu dem Kellermeister des Kaisers, um von
I ihm Näheres über das Weinlager des Monarchen zu erfahren» Da es immerhin auch viele Weinhändler :c. inter-
I essiren dürste, zu hören, was die kaiserlichen Kellereien enthalten und wie weit der deutsche, namentlich der Rheinwein berücksichtigt wird, geben wir einen Theil des „Jnter- view's" wieder: „Hier sehen Sie unser Steinberger-Cabinet- Lager" sagte der Kellermeister, auf einen Berg schwarzbrauner Flaschen deutend, der gegen die Wand ausgeschichtet war. „Das ist Wein! Kostet 40 Mark die Flasche im Einkauf. Das königliche Lager von dieser Sorte könnte nicht verdoppelt werden und wenn die Keller sämmtlicher Kenner von Europa deßhalb in Kontribution gesetzt würden." „Johannisberger Schloß", „WinklerHafensprung", „Liebfrauenmilch" und andere berühmten Sorten sind gleichfalls in refpectabelen Mengen und in den besten Jahrgängen vertreten. Die beigefügten Originalpreise sind indeß weniger hoch, als man bei diesen Sorten anzunehmen gewohnt ist. Das Hofmarschallamt scheint nur beim Ankauf des berühmten „Steinberger" verschwenderisch zu Werk gegangen zu sein. „ Und das Champagnerlager?" fragte ich. „Dort werde ich Sie gleich einsühren!" sagte der Kellermeister,- „vorläufig will ich Ihnen noch ein Heer alter Bekannten vorstellen. Schauen Sie her!" Wahrhaftig, da stand mit dicken Lettern zu lesen: „Bourbon Whiskey“.
I „Ist es wahr, daß der Kaiser nur deutsche Champagner trinkt?" fragte ich, einen Blick auf die Flaschenhaufen werfend. „Zur Suppe und zu den Austern — gewiß", war die Antwort des Kellermeisters, „aber zum Gebrauch bei dem Nachtisch wird stets sranzösischer Champagner servirt, wie solcher denn auch bei den großen Festlichkeiten ausschließlich verschenkt wird. Hier sehen Sie unser Lager von französischem Champagner. 6000 Flaschen in Reih und Glied! Ich bemerkte, daß die Flaschen keine Etiquetten tragen. „Das wäre bei uns überflüssige Spielerei", sagte der Kellermeister, „da die Flaschen, wenn sie aus dem Eiskübel kommen, mit einer Serviette umwickelt werden und in dieser Facon an die Tascl wandern. „Ueberhaupt", fuhr der Kellermeister fort, „wird hier kein Cultus mit Marken getrieben. Die Weine, die für die königliche Tafel befohlen sind, werden mit Nummern versehen, d. h. jeder Korb, in dem sich eine spezielle Sorte befindet, eine Nummer, je nach dem „Gang", für den die Sorte bestimmt ist. Bei Diners hat z. B. „Müllers Mousseux" gewöhnlich Nr. 1, weil er, wie ich Ihnen schon sagte, bestimmt ist „pour chasser la soupe“ (um die Suppe zu jagen). Die Bordeaux- und Burgunder-Weine sind in einem besonderen Keller untergebracht. „Unser Lager in Fässern ist zur Zeit nicht reich", sagte der Kellermeister, „unser Flaschenlager ist indeß um so bedeutender. Wir haben kürzlich zwölf Stück- und Halb-Ohmfäffer abgefüllt. Einige von diesen waren seit Ende des vorigen Jahrhunderts auf Lager. Es ist durchgängig prachtvoller Wein, von ganz außerordentlichem Aroma und Wohlgeschmack." Vom Rothweinkeller stiegen mir in die „Departements des Rheines und der Mosel" hinab. Aus der langgestreckten Reihe der Holzblöcke lagen drei große Fässer, deren Schilder nur die lakonische Aufschrift „M. 46,000", „M. 60,000" und „M. 60,000" trugen. „Sie werden erst nach längerer Lagerung einen Namen empfangen",. sagte mein Cicerone. „Die Schilder zeigen nur Den Einkaufspreis an. Die beiden am höchst marfirten Fässer enthalten Rheinwein."
* lieber einen „Kadettenftreich", den die Jünger des Mars in Oer Hauptanstalt zu Lichterseide der Cholera zum Trutz ausgesührt haben, ist dem „B. T." von dort folgende Mittheilung zugegangen: Bei einer Hebung, zu welcher die Kadetten am 15. September auf dem Hose versammelt waren, fiel es dem leitenden Offiziere auf, daß die Zöglinge sehr wenig bei der Sache waren, dabei aber recht vergnügte Gesichter zeigten. Auf seine Frage, was das zu bedeuten habe, wurde seine Aufmerksamkeit auf das im Hose stehende große Denkmal gelenkt, welches allerdings einen sehr eigenartigen Eindruck machte. Der sonst so trutzig dreinschauende Löwe j war ein „Opfer der Cholera" geworden. Eine breite wollene Binde umhüllte seinen Leib und ein beigesteckter Zettel kenn- ' zeichnete ihn als „choleraverdächtig". Heber Nacht hatte sich diese Metamorphose vollzogen. Die jungen Leute haben ihrem Hnmuthe darüber, daß sie mit Rücksicht auf die Choleragefahr jetzt zum Tragen von Leibbinden genötigt sind, in dieser drastischen Weise Ausdruck gegeben.
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