mann der Wunsch ausgesprochen, bei Regelung des Aus- wandcrungswesens die Hinleitung deutscher Auswanderer nach den Schutzgebietstheilen zu berücksichtigen und das Aus- Wanderungsgesetz eventuell vorher dem Colonialrathe vorzulegen. Der Vorsitzende schloß mit dem Dank an die Mitglieder für, die arbeitssreudige Betheiligung. Hohenlohe erwiderte imt einem Dank an den Vorsitzenden, Geheimrath Kayser, für dessen umsichtige Leitung der Geschäfte.
Berlin, 22. April. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt, die Behauptung der Blätter, der Besuch des italienischen Königspaares in Potsdam wäre in diesem Jahre nicht erfolgt, wenn der italienischen Ministerkrisis nicht eine Bedeutung zugeschrieben worden wäre, die ihr nicht zukomme, widerlege sich durch die Thatsache, daß der Besuch des Königspaares bereits tm Märzmonat festgestellt gewesen sei.
Breslau, 22. April. Der schlesische Verein für Hausindustrie, welcher die Beseitigung der Handwebernoth bezweckt, hat sich der „Schlesischen Zeitung" zufolge heute unter dem Vorsitze des Oberpräsidenten von Seydewitz constituirt.
Paris, 22. April. Heute Vormittag wurden 45 Anar- chisten verhaftet, um aus Grund des Gesetzes über die Bestrafung von Vereinigungen zu verbrecherischen Zwecken zur Untersuchung gezogen zu werden.
Rom, 22. April. Die internationale Conferenz der Vereine vom Rothen Kreuz nahm in ihrer heutigen Sitzung eine Tagesordnung an, durch welche die Signatarmächte der Genfer Convention aufgesordert werden, die Wohlthaten der letzteren, soweit es thunlich sei, auf den Seekrieg auszudehnen. ____________
Depeschen deS „Bureau Herold*.
Köln, 22. April. Die „Köln. Volkszeitung" meldet aus Neunkirchen, die Kaiserreise hierher wurde verschoben.
Nürnberg, 22. April. Die Kreisregierung bestätigte das Verbot des hiesigen Socialistenumzuges zum 1. Mai.
Stuttgart, 22. April. Der russische Gesandte Baron Fredericks ift heute hier gestorben.
Altona, 23. April. Der Kassirer des „Altonaer Tageblattes" ist nach bedeutenden Unterschlagungen flüchtig.
Wien, 23. April. Wegen Mangels an Aufträgen entließ die österreichische Waffenfabrik in Steyr 800 Arbeiter- den Herbst beginnt erst die Lieferung für die italienische Armee.
Wien, 23. April. Pserdebahnschaffner sanden aus den Schienen in der Praterstraße und Mariahilferstraße Patronen mit Explosivstoffen.
London, 22. April. Der Lordmayor ist angegangen worden, Unterstützungssonds für die nothleidenden Familien der strikenden Bergleute in Durham einzureichen.
Loudon, 22. April. Das Einigungsamt lud die Bergwerksbesitzer Durhams ein, ein Meeting zu veranstalten, damit eine Vereinbarung über die Strikenden zu Stande komme. Das Amt that dies aus eigener Initiative und will das Resultat dann den Bergleuten vorlegen. Die Vergwerksbesitzer antworten morgen.
Newcastle, 22. April. Die Maschinenbauer, welche mehrere Wochen gestrikt hatten, beschlossen, in allen Punkten den Meistern nachzugeben.
Brüssel, 23. April. Die städtische und vorstädtische Polizei verzichtet auf jede außerordentliche Maßregel zum
Newyork, 22. April. Das Kupfersyndicat scheint nicht zu Stande zu kommen, da die europäischen Minen- desitzer nicht gewillt sind, die Production einzuschränken, und auch unzufrieden sind, weil die Amerikaner betreffs der eigenen Einschränkung keine bestimmte Zusage gemacht haben.
Cadix, 22. April. Bei einem gewissen Manuel Es- cudier wurden 25 Dynamitpatronen gesunden. Die Ausregung ist groß. Die wohlhabenden Bürger wollen vor dem 1. Mai die Stadt verlassen.
Sitzung der Stadtverordneten
am 21. April 1892.
Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, Herr Beigeordneter Grüneberg, von Seiten der Stadtverordneten die Herren: Adami, Dr. Gutfleisch, Habenicht, Heyligenstaedt, Homberger, Jughardt, Keller, Löber, Petri, Dr. Ploch, Scheel, Schiele, Schmall, Schopbach, Simon, Vogt und Wallenfels.
Vor Uebergang zur Tagesordnung gelangt ein Schreiben der beiden hiesigen Turnvereine zur Kenntniß der Versammlung, in welchem die Turnvereiue für die in Aussicht gestellte Unterstützung des Mittelrheinischen Turnfestes, falls dasselbe 1893 in Gießen abgehalten würde, danken. Die Vereine bitten, nachdem die Bewerbung um das Fest zu Gunsten Darmstadts ausgefallen ist, das gleiche Entgegenkommen der Stadt zu bewahren, falls das Fest in einigen Jahren hier abgehalten werden sollte.
Das Gesuch des Herrn Georg Koch um Erlaubniß zur Erbauung einer Beamtenwohnung bei seinem Thonwerk am Schiffenberger Walde wird ausnahmsweise unter der Bedingung befürwortet, daß die Abfallwässer in eine dicht gemauerte und cementirte Grube geleitet werden.
Das von der Baudeputation wegen Mangel einer Baufluchtlinie (§ 5 des OrtSbaustatuts) für den zwischen der Licher- und Gartenstraße gelegenen Theil des Schiffenberger Weges beanstandete Gesuch des Herrn Emil Kalbfleisch um Erlaubniß zur Erbauung einer Arbeitshütte wird widerruflich und unter dem Vorbehalt genehmigt, daß die Arbeits- Hütte in einer Entfernung von mindestens 20 Metern von der Straße errichtet wird.
Bezüglich des Gesuches des Herrn Architecten Stein handelt es sich lediglich um Erlaubniß zur Anbringung eines Balkons an einem der am Seltersweg zu errichtenden Häuser.
Die aus Grund des § 2 der Ortspolizeiverordnung nöthige Genehmigung wird ertheilt.
Das Gesuch des Herrn Ioh. Häuser von Kleinlinden um Erlaubniß zum Bauen in der Liebigstraße wird wegen noch nicht geregelter Besitzverhältnisse in Betreff des Straßen- geländes beanstandet.
Die Verpachtung eines Stückes bei der Straßenverlegung an der Nordanlage übrig gebliebenen Geländes an Herrn Alsr. Bock wird genehmigt. Der Pächter ist gehalten, das Gelände mit einer für Bauplätze vorgeschriebenen Einfriedigung zu versehen. (Ist bereits geschehen.)
Der Keller unter der Turnhalle der Realschule soll Herrn Gustav Patz zum Lagern von Wein auf die Dauer von 6 Jahren gegen eine jährliche Pacht von 100 Mk. überlassen werden.
Einer Eingabe von Bewohnern der Sonnenflraße zufolge soll am Ricker'schen Hause ein Straßenschild angebracht werden. Die Gesuchsteller haben ihre Eingabe damit begründet, daß der zwischen Canzleiberg und Schulstraße befindliche Theil der Sonnenstraße vielfach als zu den Neuen Bäuen gehörig bezeichnet werde.
Die Genehmigung eines von Herrn W. Gail eingereichten Gesuches um theilweisen Ausbau des Erdkauterwegs wird bis nach Feststellung eines Bebauungsplanes für die dortige Gegend abgelehnt und zwar unter Hinweis daraus, daß die Stadt bei Behandlung des Gesuchs um Erbauung der Dampsziegelei ausdrücklich sich ausbedungen hat, daß ihr mit Errichtung der Ziegelei keinerlei Verbindlichkeiten zur Herstellung von Zufuhrwegen erwachsen.
Da nach Fertigstellung des Knabenschulgebäudes das Schulhaus in derSchulstraße bis aus Weiteres, bezw. bis zur etwaigen Ausnahme des Polizeiamts unbenutzt bleibt, ist auch die Dienerstelle für fragliches Gebäude eingegangen. Die hiermit verbunden gewesene Schuldienerwohnung soll an ' einen Schutzmann vermiethet werden.
In Verfolg einer vor einiger Zeit gelegentlich einer Arbeiter-Versammlung gefaßten Resolution har der socialdemokratische Wahlverein das Gesuch an die Stadtverordneten- Versammlung gerichtet: Es möge auch für die Stadt Gießen ein dem Gesetz vom 29. Juli 1890 entsprechendes Gewerbegericht errichtet werden. Wie wir s. Z. mittheilten, hat eine aus Bürgermeistern, Vertretern der Amtsgerichte und Verwaltungsbeamten aus Kreis und Provinz zusammengetretene | Conferenz erklärt, daß ein Bedürsniß zur Errichtung eines Gewerbegerichts weder für die Stadt Gießen noch für den Kreis Gießen, und wahrscheinlich auch nicht für die Provinz Oberhessen vorliege, da von keiner Seite, weder von Arbeitgebern noch von Arbeitern, diesbezügliche Wünsche geäußert wurden. Die bisher anhängig gewordenen Gewerbestreitigkeiten (im Jahre 1890 waren es 29) wurden durch den Bürgermeister bezw. einen Beigeordneten behandelt und entweder durch förmliches Urtheil oder auf dem Wege eines Vergleichs erledigt- tur in wenigen Fällen wurden die ordentlichen Gerichte angerufen. In der Eingabe des social- demokratischen Wahlvereins wird geltend gemacht, daß aus dem Grunde so wenig der Entscheid der Bürgermeisteret von Seiten der Arbeiter angerufen worden, weil ihre Anliegen nicht von Sachverständigen behandelt würden, sie hätten wenig Vertrauen zu der bisherigen Regelung von Gewerbestreitigkeiten. Die juristische Commission hat beantragt, daß bei Großh. Kreisamt Gießen der Antrag aus Errichtung eines Gewerbegerichts für den Amtsgerichtsbezirk Gießen gestellt werden möge. In Rücksicht auf die in den Filialen der hiesigen Cigarrensabriken in der Umgegend Gießens beschäftigten Arbeiter hielt die Commission ein einen weiteren Kreis umfassendes Gewerbegericht für zweckdienlicher als ein nur für den Stadttreis bestimmtes. Der Antrag der juristischen Commission wird zum Beschluß erhoben.
Das Gesuch der Herren L. Seuling und Chr. Hoh- meier um käufliche Überlassung von Plock'schem Stistungs- gelände in der verlängerten Bleichstraße wird genehmigt.
Nachdem die offene Armenpflege seit einem Jahre neu geordnet worden ist, kann nach Mittheilung des Herrn Oberbürgermeisters angenommen werden, daß die Neuordnung sich im großen Ganzen gut bewährt hat. Nur hinsichtlich des Maßes der den einzelnen Armenpflegerbezirken erwachsenen Arbeiten hat sich ergeben, daß die Bezirksversammlungen in dem einen Bezirk mehr beschäftigt sind als in dem andern. So hat sich beispielsweise ergeben, daß im 1. Bezirk 14, im 2. Bezirk 38, im 3. Bezirk 26, im 4. Bezirk 38, im 5. Bezirk 26, im 6. Bezirk 24, im Ganzen 166 Pflegesälle zu behandeln waren. Es hat deshalb die Armendeputation eine Neueintheilung der Pflegschaften in die sechs Bezirke vorgeschlagen, derart, daß möglichst jedem Bezirk annähernd die Durchschnittszahl der Pflegefälle (28) zusällt, bezw. daß | einzelne Straßen und Pflegschaften von dem einen Bezirk abgetrennt und dem anderen zugethetlt werden. Die Stadt- I verordneten-Versammlung hat sich damt einverstanden erklärt. (Das Nähere über die beschlossenen Aenderungen findet sich in der Bekanntmachung der Armendeputation in vorliegender Nummer.)
Die beiden vorliegenden Gesuche um Ertheilung der Concession zum Wirthschaftsbetrieb, nämlich dasjenige des Herrn L. Berger für das Haus Dammstraße 39 und dasjenige des Herrn Ludwig Jochem für die „Pulver- mühle" werden befürwortet.
Cocates unb provinzielles.
Gießen, 23. April 1892.
— Die Nr. 9 des im Auftrage des Evang. Pfarr- '.ereins im Großherzogthum Hessen von Herrn Pfarrer Jr. Naumann hier herausgegebenen „Hessischen Kirchenblattes" hat folgenden Inhalt: 1. Kindlein, bleibet bei ihm! 2. Herzliche Bitte einer Pfarrfrau an die Pfarrhausgenossen. 3. äum Accidenz^engesetz (Schluß). 4. Die IV. ordentl. evangel. Landessynode, November 1891. II. 5. Eine Katechismussrage. 6. Verzeichniß der Lectionen aus alle Sonn- und Festtage.
7. Feuerversicherungsverband. 8. Vom Büchertisch. 9. Literarische Thätigkeit hessischer Pfarrer. 10. Zusammenkünfte der Pfarrvereinsmitglieder. 11. Briefkasten. 12. Anzeigen.
— Warnung. Der neuerdings in der sogenannten Franzosenschanze durch unbeaufsichtigte Kinder herbeigesührte Waldbrand veranlaßt uns, wiederholt daraus hinzuweisen, daß nach den bestehenden selb- und sorstpolizeilichen Bestimmungen die Eltern haftbar, beziehungsweise strafbar sind für die Verfehlungen ihrer Kinder. Es dürfte sonach im Interesse aller Eltern liegen, ihre Kinder nur unter Beaufsichtigung die benachbarten Waldungen besuchen zu lassen.
Verhaftet. Gestern wurde ein hier wohnender, früher bei der Post als Postillon beschäftigt gewesener Mensch verhaftet, der bei einem hiesigen Conditor unter Angabe eines falschen Namens zwei Ostereier ausgeschwindelt hatte. Der Mensch benahm sich so widerspenstig, daß zwei Schutzleute zu seiner Ueberführung in das Gefängniß nöthig waren. — Weiter verhaftet wurde heute Morgen ein lüderliches Frauen^ zimmer, welches sich in den letzten Tagen hier umhergetrieben hat. — Vorgestern sah man einen Soldaten mit auf den Rücken gefesselten Händen, begleitet von zwei Soldaten mit Gewehr, durch die Straßen der Stadt führen. Wie man hört, soll der Verhaftete die früher gemeldeten Kasernendiebstähle ausgeführt haben.
— Zum Kaiserbesuch in Schlitz. Der für Montag angekündigte Besuch Se. Maj. des Kaisers bei dem Herrn Grasen zu Schlitz ist in Folge des Ablebens der Großherzogin-Mutter von Mecklenburg-Schwerin, der Großtante des Kaisers, auf unbestimmte Zeit verschoben. — Wie aus Berlin mitgetheilt wird, begibt sich der Kaiser nach Mecklenburg.
— Oberhessischer Obftbauverein, Vereinsbezirk Friedberg. Sonntag den 24. April, Nachmittags 3 Uhr, findet in Assenheim im Gasthaus „Zum Bahnhos" von Ewald eine Versammlung statt. Tagesordnung: 1. Ueber Sortenwahl, von dem Vorsteher des pomologischen Gartens zu Friedberg, C. Reichelt. 2. Ueber den Schnitt junger Bäume von (S. John, Obergärtner an dem pomologischen Garten zu Friedberg.
8. Die von befreundeter Seite in der „Darmst. Ztg." veröffentlichte und auch in dieses Blatt übergegangene Mittheilung über das Zahressest des Oberhessischen Vereins für innere Mission beruht auf einem Jrrthum. Allerdings war der 4. Mai dafür in Aussicht genommen, aber wegen Verhinderung des Referenten mußte der Tag verschoben werden. Richtig steht, daß Herr Baron v. Göler ein Referat erstatten wird, und gerade der Wunsch, diese bedeutende Kraft zu gewinnen, hat den Vorstand bewogen, das Fest zu verschieben.
Echzell, 20. April. Am vorletzten Dienstag endete dahier der diesjährige Obstbaumcursus. An demselben betheiligten sich 12 junge Leute. Geleitet wurde der Cursus von Herrn Landwirthschaftslehrer Andrae von Büdingen und Herrn Obstbautechniker Metz von Friedberg. Der Orts- vorstand dahier spendete den Scheidenden ein Faß Bier, das am vorletzten Dienstag Abend getrunken wurde.
Mainz, 21. April. Die üble Angewohnheit vieler Dienstmädchen, sich beim Fensterreinigen auf das Gesimse zu stellen, hat heute früh wieder ein Opfer gefordert. In der Leibniz- straße stürzte ein Mädchen auf das Pflaster und brach beide Beine.
Bingen, 20. April. Der hiesige Gemeinderath hat gestern den sämmtlichen Angestellten der Stadt eine Gehaltszulage von 10pSt. bewilligt, insoweit nicht in einzelnen Fällen höhere Zulagen gewährt werden.
Bingen, 21. April. Heute Morgen wollte in der Nähe der Station Welgesheim der Landwirth Jacob Emmrich aus Planig die Bahnstraße entlang fahren, als durch das Loco- motivsignal die Pferde scheuten und durchgingen. Emmrich fiel vom Wagen, wobei ihm die Räder über die Brust gingen, so daß er, in den Wartesaal zu Welgesheim verbracht, innerhalb 10 Minuten seinen Geist ausgab.
Verini^chtes.
* Frankfurt a. M., 22. April. Die Erhebungen bei dem Hause M. A. v. Rothschild.u. Söhne, welche auch jetzt noch fortbauern, sollen bis heute Mittag ergeben haben, daß Jäger eine weit größere Summe unterschlagen hat, als gestern angegeben werden konnte. Die zuletzt genannte Summe ist 2,200,000 Mk. Räthselhaft erscheint, wo Jäger diesen Betrag hingebracht hat, denn an der Berliner Getreide- i börse will keine Firma von einem Geschäft für Jäger wissen und die von anderer Seite gebrachte Meldung, daß Jäger bei einer Bankfirma der Nachbarschaft speculirt habe, bestätigt sich nicht. Man nimmt also an, daß der Defraudant eine sehr erhebliche Summe mitgenommen hat und die Briefe aus Darmstadt nur dazu benutzt hat, die Polizei und das gcschä- I digte Haus auf eine falsche Fährte zu führen. Von gut insormirter Seite verlautet noch, daß die Veruntreuungen keineswegs so weit zurückdatiren, wie man zuerst annahm, 1 sondern erst aus neuester Zeit stammen, welcher Umstand auch für die Annahme spricht, daß Jäger nicht die ganze veruntreute Summe verspielt hat.
* Braunfels, im April. In dem klimatischen Surorte Braunfels an der Lahn wurde durch Se. Durchlaucht den Prinzen Albrecht zu Solms-Braunfels eine Kneip pasche 1 Wasserheilanstalt ins Leben gerufen. Die Anwendungen, genau nach Kneipp, werden durch den in Wörris- hofen ausgebildeten Bademeister und dessen Frau auf ärztliche Verordnung ausgesührt. Die klimatischen Vorzüge von | Braunfels, ozonreiche Wald- und kräftigende äußerst reine 1 Bergluft, dürften die Gur nicht unwesentlich unterstützen] andererseits bieten prachtvolle Spaziergänge, weit in die : , romantische Umgegend hinaus, Vorzüge, wie sie nur wenige derartige Surorte besitzen dürfen. Das Badehaus, woran eine geräumige, genügend geschützte Turnhalle angrenzt, ist
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