Ausgabe 
22.5.1892
 
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wachen können, werden aufgesordert, bie Befreiung bei der Bürgermeisterei derjenigen Gemarkung, in welcher das Grund­stück gelegen ist, bis zum 1. Juli l. I. zu beantragen.

Gießen, den 17. Mai 1892.

Grobherzogliches Kreisamt Gießen, v. (3agern.

Gefunden: 2 Jacken, 1 Hemd, 1 Hut, 1 Wagennagel, 1 Ohrring, 1 Offizier-Säbelkoppel, 1 Taschentuch, 1 Schrau­benzieher, 1 Conservebüchse, 1 Halstuch, 1 Wagenkapsel, 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Taschenspiegel und 1 Ver­dienstorden Ludwig IV.

Zugelaufen: 1 Gans.

Gießen, den 21. Mai 1892.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius.

Netteste Nachrichten.

GoMS telegraphisches Lorre-poukenz-Vureav.

Berlin, 20. Mai. DaSBerliner Tageblatt" erfährt aus zuverlässiger Quelle, daß die Meldungen von Blättern, daß in allernächster Zeit von Seiten der Regierung Schritte bevorständen, welche alle Zweifel hinsichtlich des Zustande­kommens derBerliner Weltausstellung zerstreuen, nicht vollständig den Thatsachen entsprechen. Die Regierung verhalte sich einstweilen neutral. Sollten die Bemühungen, einen größeren Garannesonds zu begründen, erfolgreich sein und hervorragende Industrielle sich dieser Sache annehmen, so würde sich die Regierung unzweifelhaft für das Zustande­kommen der Ausstellung inreressiren.

Depeschen M »Bureau Herold".

Berlin, 20. Mai. DasBerl. Tagebl." berichtet aus Hamburg: Zehn Matrosen vom VollschiffFritz Reuter" wurden gestern auf Requisition des Capitäns Sanghinrichs wegen-Meuterei verhaftet.

Berlin, 20. Mai. Nach derNational-Zeitung" findet die Sitzung der Walzwerkverbände am 25. Mai in Berlin statt. Es liegt ein Antrag seitens der westlichen Gruppen aus Preiserhöhung um fünf Mark vor. Der ober­schlesische Verband dürste wahrscheinlich Stellung gegen diesen Antrag nehmen.

Berlin, 20. Mai. Der ersteinternationaleWein- markt, verbunden mit einerProducten- und Nahrungsmittel- Ausstellung, wurde heute Vormittag 11 Uhr eröffnet. Etwa 350 Aussteller des In- und Auslandes sind vertreten.

Berlin, 20. Mai. v. Kleist-Retzow, Mitglied des Reichstages und Herrenhauses, ist heute Morgen auf seinem Gute Kiekow bei Groß-Tychow (Pommern) gestorben.

Berlin, 21. Mai. DieBerliner Politischen Nach­richten" melden, Oberst Meckel wurde zum Chef der Ab- rheilung des Großen Generalstabes für Kriegsgeschichte ernannt.

Wien, 21. Mai. Im Abgeordnetenhaufe circulirte das Gerücht, Caprivi werde nach Beendigung feiner Kur mit Kalnoky in Teschen Zusammentreffen.

Pest, 20. Mai. Die Beerdigung des Generals Klapka fand unter großem Pomp statt. Anwesend waren der Ministerpräsident, Finanzminister, Justizminister, Mit­glieder des Abgeordnetenhauses mit dem Präsidenten an der Spitze, viele Mitglieder des Oberhauses, Zöglinge der Ludo- vica. Dem Zuge folgten Honvedveteranen von 1848 und eine ungeheure Menschenmenge.

London, 20. Mai. Im Unterhause verlas der Par- lamentssecretär des Colonialamts, Baron Worms, eine heute eingelaufene Depesche des Gouverneurs von Mauritius, daß ein Wirbelsturm am 29. April ein 'Drittel von Port Louis verwüstete. Er zerstörte das Royal College, 24 Kirchen und Capellen und viele Zuckerfabriken vollständig. Man zählt über 600 Todte in Port Louis, über 300 Todte im Lande und über 1000 Todte in Port Louis. 50 pCt. der Ernte sind beschädigt. Tausende wurden obdachlos. Der Wirbelsturm soll einer der stärksten gewesen sein, dessen man sich überhaupt erinnern könne. Der Staatssecretär ersuchte

nachdem die jugendliche Fülle und Frische wiedergekehrt waren; ferner eine Nonne, Namens Margarethe Verdur, bei welcher im 65. Lebensjahre die Runzeln verschwanden, die fehlende Sehkraft wiederkehrte, neue Zähne hervorbrachen und welche zehn Jahre später, wie ein junges Mädchen aus­sehend, starb. Die Pariser ZeitungLa Justice" berichtet am 14. März 1880 Folgendes: Soeben starb in Tils an Schlagfluß eine Frau von 103 Jahren, elf Monaten und zwölf Tagen Namens Margarethe Laulhe. Sie hat bis zum letzten Augenblick ihre vollen geistigen Fähigkeiten behalten und Niemand konnte ihr ihr hohes Alter ansehen. Das Gesicht hatte keine Runzeln und sie las ohne Brille. Vor 6 Jahren bekam sie einen neuen, prachtvollen Backenzahn."

Ein weiteres Beispiel weiblicher Langlebigkeit liefert die Soldatenwittwe Irene R u d a k o s s, welche Zeitungsnachrichten zufolge in Odessa in einem Alter von 148 Jahren gestorben fein soll. Sicherer beglaubigt, als dieses Alter, ist das der Wienerin Frau Anna Suda, welche im October 1878 in Wien in einem Alter von 111 Jahren 6 Monaten und 5 Tagen starb. Als die Kaiserin der Matrone, die in den Jahren 1873 und 1874 zur Fußwaschung zugelassen wurde, nach beendigter Feierlichkeit das weiße Lederbeutelchen mit den dreißig Silberstücken um den Hals hängte, rief die Greisin mit lauter Stimme:Ich danke, gnädige Frau Kaiserin!" Im Jahre 1873 besuchte diealte Frau" die Weltausstellung im Prater und wurde nicht müde, die ausgestellten Gegen­stände zu besichtigen. Sie befand sich bis zu ihrem Todes­tage körperlich ganz wohl. Immerhin war diese ehrwürdige Matrone eine Jungfrau im Vergleich zu der alten Frau Eulalia Pe rr ez von Los Angelos in Kalifornien, welche ein Alter von 140 Jahren erreichte und noch in ihrem 118. Lebensjahre die feinste Stickerei ausführen konnte. *

den Lordmahor, daö Sammeln eines UnterstützungSsonds zu veranlassen.

Paris, 21. Mai. DemMatin" zufolge traf die bel­gische Kongo-Expedition eine Elfenbein-Kor o- wane von 1800 Arabern. Die Belgier tödteten alle Araber und nahmen ihnen das Elfenbein ab.

Antwerpen, 20. Mai. Der Stadtausschuß genehmigte einstimmig den Antrag der Gesellschaft des Jndustriepalastes, im Jahre 1894 eine Weltausstellung in Antwerpen zu veranstalten.

Amsterdam, 21. Mai. Der Dom in Roermond brennt infolge Blitzschlages. Die Nachbarhäuser sind bedroht.

Bilbao, 21. Mai. Bei einer Explosion in der Dynamitsabrik zu Gadaliano wurden sechs Männer und drei Frauen getöbtet. Die Explosion ist auf die Anstiftung zweier entlaßener Arbeiter zurückzuführen. Der FabrikSdirector wurde verhaftet.

Locales und provinzielles.

Sieben, 21. Mai 1892.

Zur Feier der Gruudsteiulegung für die neue evange- lifche Kirche. Aus dem heute erschienenen Programm ersehen wir, daß bei der Grundsteinlegungsseier Gesänge der ganzen Gemeinde und des Kirchengesangvereins miteinander ab­wechseln. Die drei hiesigen evangelischen Pfarrer werden mit­wirken. Pfarrer Br. Naumann hält die Weiherede, Pfarrer Schlosser und Dingeldey sprechen die Gebete. Außerdem wird der Superintendent der Superintendentur Gießen Prälat Br. Habicht aus Darmstadt eine Ansprache halten, und am Schluß der Feier wird der Dekan des Dekanats Gießen Dekan Wahl aus Wieseck der Gemeinde den Segen ertheilen. Des Letzteren Name konnte leider auf dem Programm nicht mehr verzeichnet werden, weil die zusagende Antwort desselben erst nach Fertigstellung des Druckes eintraf. Betreffs Ausstellung der Festtheilnehmer sei bemerkt, daß für die besonders geladenen Gäste, Behörden, Beamten u. A. vor dem Platz der Grundsteinlegung ein Podium errichtet worden ist. Neben demselben nach dem Seltersweg hin ist ein besonderer Raum Vorbehalten für die Schüler des Gymnasiums, des Realgymnasiums, der Realschule und der Stadtknabenschule, auf der anderen Seite nach der Südanlage hin ebenso für die Schülerinnen der höheren, der erweiterten und der Stadt-Mädchenschule und für die Konfirmandinnen. Da weitere Vereine und Korporationen als solche nicht ein­geladen werden konnten, so ist der ganze übrige ausgedehnte Raum vor der Kirche und über die neue Göthestraße hin auch im Inneren der Kirche allen anderen Theil- nehmern nach Belieben überlassen. Zur Ausführung der Hammerschläge sollen außer Prälat, Dekan, Pfarrer und Kirchenvorstehern, Baumetster u. A. auch die Chefs der geladenen Behörden gebeten werden. Die Programme, welche auch ein Bild der neuen Kirche bringen, werden an alle Festtheilnehmer, alt und jung, bei der Feier auSgetheilt. Die Texte der zu singenden Lieder sind auf den Programmen verzeichnet,- darum ist es nicht nöthig, Gesangbücher rnitzu- bringen. Nach Schluß der Feier sind die Festtheilnehmer eingeladen, sich durch einen Rundgang die Kirche im Aeußeren und Inneren anzusehen. Besonders im Inneren ist die ganze Einrichtung derselben bereits zu erkennen.

Kunstvereiu. Wie aus dem Jnseratentheil zu ersehen, bleibt die Kunstausstellung im alten Hofgerichtsgebäude von Montag den 23. d. Mts. ab auf einige Tage geschloffen wegen Ausstellung neuer Bilder. Der Wiedereröffnung darf mit um so größerer Spannung entgegengesehen werden, als neben einigen dreißig neu angemeldeten Oelgemälden zur Ausstellung gelangen soll:Die silberne Hochzeit" in 44 Bildern von C. W. Alters, demselben Zünftler, dessen vorausgegangener BildercyclusKlub Eintracht, eine Sommer­fahrt in 43 Bildern" von der Berliner Nationalgalerie alsbald erworben wurde. Einem Aussatz derDeutschen Lesehalle" über C. W. Allers und seine Werke entnehmen

Bekannt ist der Fall derältesten Frau von Wien", der am 20. Februar 1889 in einem Alter von 115 Jahren in Wien verstorbenen Magdalena Ponza, über welche die Wiener Zeitungen der letzten Jahre regelmäßige Berichte brachten. Fünf Jahre vor dem Tode Maria Theresias geboren, hatte diesealte Frau" eine Reihe großer, politischer Ereignisse an sich vorübergehen gesehen und ist Zeugin von nicht weniger als sechs österreichischen Herrschern gewesen. Im Jahre 1886 berichteten die Zeitungen, daß die 111jährige Greisin in einer merkwürdig guten Weise erhalten sei, daß sie noch ausrecht stehen und gehen könne, daß sie auch noch leidlich zu sehen und zu hören im Stande sei.In den wie versteinert aus­sehenden Zügen und in den tiefgegrabenen Runzeln erkennt man," wie ein Berichterstatter bemerkt, nicht ohne Schauern die Spuren des Jahrhunderts."

Diese paar Beispielealter Frauen" illustriren recht deutlich die durch eine überaus große Menge statistischer Nachweise festgestellte Thatsache, daß das weibliche Geschlecht im Allgemeinen viel älter wird, als das männliche. Dieses gilt nach den Ausführungen Professor Büchners namentlich für die Altersklassen von achtzig bis zu hundert Jahren und etwas darüber, während in noch höheren Altersklassen die Zahl deralten Männer" diejenige der alten Frauen etwas übertrifft. In den Tabellen der Volkszählungscommissionen haben die alten Frauen ein bedeutendes Uebergewicht und macht nur die Altersstufe vom 25. bis zum 40. Lebensjahre von dieser Regel eine Ausnahme, indem auf dieser Stufe die Sterblichkeit der Frauen sogar größer ist, als diejenige der Männer, während vom 40. bis zum 45. Lebensjahre ein an­näherndes Gleichgewicht eintritt und von da an erst die Ueber- zahl der alten Frauen beginnt.

wir zur vorläufigen Orientirung unserer Leser die nachstehendc Schilderung des beliebten, jetzt 35 Jahre zählenden Künstlers und seiner Eigenart:In der Kunst hatte der deutsche Humor nach dem Rheinländer Adolf Schrödter und seinem Düssel­dorfer Genossen hauptsächlich in München durch die Zeichner derFliegenden Blätter", vorzugsweise in Oberländer seine Vertretung gefunden- erst in den letzten Jahren ist auf diesem Gebiete der Jsarstadt die Alleinherrschaft durch unseren Hamburger Künstler streitig gemacht worden. In beiden Künstlern wird uns der Gegensatz zwischen norddeutschem und süddeutschem Humor zum vollen Bewußtsein gebracht. Der alle Schranken überspringenden Karnevalslaune, deren lustiges Schellengeklingel im Süden ertönt, stellt sich die launige Lebensbeobachtung gegenüber, welche mit frohem Behagen die kleinen scherzhaften Züge der Gesellschaft oder bestimmter Berussgruppen bespiegelt. Man hat bei der künstlerischen Individualität unseres Hamburger Humoristen einen Seiten­blick auf Chodowiecki geworfen- in der That erscheinen diese Künstlernaturen insofern mit einander verwandt, als Beide die kleinen Züge des gesellschaftlichen Lebens in den Bürger- kreisen mit großer Intimität erfassen- in ihrem innersten Wesen aber bleiben sie einander vollständig fremd- dem Volks- schilderer der sridericianischen Zeit fehlt der Humor, der unserem Zeichner aus allen Poren quillt. Will man letzteren durchaus in ein Verwandtschaftsverhältniß bringen, so kann es nur auf literarischem Gebiet gesunden werden- in Fritz Reuter findet er einen rechten Vetter- bei Beiden bewegt sich der Humor nicht in der Zwangsjacke und nicht auf Stelzfüßen, gefällt sich also nicht in geschraubten lieber- treibungen, sondern hält sich am realen Leben - bei Beiden tritt Erschautes und Erlebtes in den Vordergrund. Und unter den Gestalten aus dem engen vertrauten Kreise haben Beide ihre Modelle gesucht und sie in warmblütigem Puls­schlage vor uns hingestellt, mit ihrer derben Eigenart und allem schlichten Humor, der nicht erst künstlich aus ihnen heraus destillirt zu werden brauchte, sondern aus ihrem Wesen hervorquoll. Mit den MappenwerkenKlub Eintracht" undSilber-Hochzeit" erreicht Allers durchschlagende Erfolge, sie erweitern seinen Freundeskreis ungemein. Aus dem Volksleben seiner ersten Schöpfungen (wieUnsere Marine", Eircus Renz",Die Meininger",Hamburger Bilder" und Die Spreeathener") geht er zum Familienleben über, aus der typischen Characterschllderung zur echten Individualität, die er uns in anheimelnder Vertrautheit vor Augen stellt. Das gewinnt ihm die allgemeine Gunst. Dieser Wendepunkt in feiner Laufbahn erinnert uns abermals an Fritz Reuter. Auch dieser war mit seinenLäuschen und Riemeis", mit seinerReise nach Belligen" nicht über den Beifall feiner Landsleute, nicht über die Grenzen des Obotritenlandes hinaus gekommen, weil er speciell nur mecklenburgische Typen geboten hatte - als er aber zu Anfang der sechziger Jahre mit seiner ErzählungUt de Franzosentid" und später mir dem RomanUt mine Stromtid" zur künstlerischen Gestaltung überging, Eharactere von größter Individualität in intimster Wahrheitsfassung dem rein menschlichen Interesse näher führte, da eroberte er sich im Fluge die höchste Dichterkrone, die Volksthümlichkeit. So auch Allers. Was sind das auch für warmblütige, characteristifche Gestalten von specifisch Hamburger Eigenart, was für mit liebenswürdigem Humor aus dem bürgerlichen Alltags- und Festtagsleben keck und frisch heraus­gegriffene Familienscenen! Zunächst imKlub Eintracht". Da passiren sie an uns Revue, die Matadore des Kegelclubs, derbe, oft sogar vierschrötige Hamburger Gestalten, denen die Nahrung mit Aalsuppe, Roastbeaf und Rauchfleisch auf den Gesichtern geschrieben steht, dazu die derben Hausfrauen, altjüngferliche Tanten, frische Mädchen, niedliche Backfische und kecke Jöhren - alle strotzen sie von Gesundheit unb Lebenslust. Und nun werden uns die im Familienkreise getroffenen Vorbereitungen zu der Landpartie geschildert, welche der Kegelclub statutenmäßig bei einer gewissen Höhe des auS Strafgeldern angewachsenen Kassen-Ueberschusses zu veranstalten hat. Dann kommt der große Tag, da die Mit­glieder mit Kind und Kegel auf dem Elbdampser in die Umgebung ziehen. Frische Genrestücke werden da erlebt bei den Gesangsvorträgen der Mitglieder, bei den Toasten ber Matadore, dem Kegelschub, den ländlichen Vergnügungen der Kinder zu Wasser und zu Lande und den ärgerlichen Zwischenfällen, welche den Hausherrn am Ende zu dem Stoßseufzer führen:Zu Hause ist es doch am besten." So wie hier in aller Schärfe und mit harmlosem, aus der Lebensbeobachtung geschöpftem Humor ein bestimmter Kreis des Hamburger Volksstammes geschildert wird, so auch in dem Mappenwerke:Die Silber-Hochzeit". Vorzugsweise hat dieser Eyclus von Zeichnungen unserem Künstler die größte Beliebtheit eingetragen, vielleicht, weil die Vorkommnisse vor, bei und nach dieser Familienfeier wohl auch zu ver­allgemeinern sind. So ging es auch damals bei uns zu! mag wohl mancher Beschauer zu sich sagen, wenn er die kleinen Frictionen bei den Proben des hier zur Aufführung gelangenden Festspiels an sich vorüberziehen läßt. Wie der junge Handlungsgehilfe seinen Pegasus zur Abfassung des Stückes sattelt, wie die jungen Damen und Herren unter Vernachlässigung ihrer Berufspflichten im Comptoir und zu Hause ihre Rollen studiren, wie sie bei der Probe mit dem bühnenkundigen, daher regiesührenden Onkel in der wichtigen Frage, von welcher Seite ihr Auftreten stattfinden müsse, in Konflict gerathen- dies und der spätere Festverlauf mit ber Gratulation und der Festtafel wird uns mit großer Intimität geschildert. Dazu wieder eine prächtige Characteristik der Festtheilnehmer, in welcher sich der Typus der Hamburger Bürgersamilie mit scharf geprägter Individualität glücklich verschmilzt. Es gehört diese Bilderreihe zu dem Besten, was ein gesunder künstlerischer Realis­mus in der Gegenwart geschossen hat.

Die Nr. 10 des im Auftrage des Evang. Psarr- Vereins im Großherzogthum Hessen von Herrn Pfarrer Br. Naumann hier herausgegebenenHesfischen KirchenblatteS" hat folgenden Inhalt: 1. Kraft und Segen der Fürbitte-