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Pros. F. Himstedt.
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aus der 600
Der Antrag Dr. v. Bar wird abgelehnt, ebenso der von Dr. Ham wacher beantragte Zusatz. Dagegen wird der Paragraph in der von Dr. Ham wacher vorgeschlagenen Fassung angenommen. . Damit ist die dritte Berathung beendet. Der Entwurf wird in Der Gksammtabstiinmung gegen Socialdemotraten, Freisinnige und einen Theil des Eentrums angenommen.
m ,^lgt die zweite Berathung des Gesetzentwurfs betr. die Gesellschaften mit beschrankter Haftung.
Abg. v. Bennigsen (natl.) beantragt en bloe-Annahme.
Abg. Dr. Brömel (dfr.) und v. Strombeck (Etr.) haben Bedmken gegen die Vorlage, wollen aber dem Anträge nicht widersprechen.
Der Entwurf wird on bloc angenommen.
ar . klestern zur Krankenkassennovelle angenommenen
Antrag Htrsch-Gutfleisch, wonach die freien Kassen statt ärztlicher Behandlung und Arznei die Aufwendungen dafür bis zur Hälfte der Hohe des Krankengeldes gewähren dürfen, muß nochmals abgestimmt werden, da er gestern nicht gedruckt vorlag. Der Antrag wird abgelebnt.
Darauf wird die Novelle zum Krankenkassengesetz in der Ge- sammtabstnnmung dlfinitiv angenommen. Dagegen stimmen Socialdemokraten und Freisinnige.
Montag 1 Uhr: Dritte Lesung des Gesetzes betr. die Gesellschaften mit beschrankter Haftung, zweite Lesung des Gesetzentwurfes betr. die Unterstützung der Angehörigen der zu Friedensübungen etn- gezogenen Mannschaften, erste bezw. zweite Berathung des Antrags auf Abänderung des Unterstützungtzwohnsitzgesetzes.
Hause in dem Heimgang des Hohen Verblichenen den unersetzlichen - v elgeltcbten Vaters und Fanulienhaupts beklagen, so erfüllt liefe Betrubnitz die Zweite Kammer über daS Hinschetden des lheuren Landestül sten, welchen die schönsten Herrscher lügenden in so reichem Matze zierten.
Da« Hessische Volk verliert in Großherzog Ludwig IV. Königlicher Hoheit mit ganz Deutschland den tapferen Helden und echt deutschen Fürsten, welcher, zur Zett der Gefahr für Deutschlands und Einigung in hervorragendster Weise eintretend, nach Niederwerfung des Feindes und Einigung der deutschen Stämme in un- " entwegter Treue zu Kaiser und Reich stand.
ltcrt tn den erhabenen Landesherrn, dessen unausgesetztes Bestreben auf Förderung deS geistigen und wirthschaftlichen WohlS seiner Unterlhanen gerichtet war und der in Hoher Weisheit verstanden bat, auf den im Einvernehmen Seiner Staatsregierung mit den Ständen eingeschlagenen Bahnen die zum Heile des Landes gereichenden Maßnahmen -u treffen. Daß sich mit dieser Empfindung das Hessische Volk einig fühlt, hat die großartige Theilnahme bewiesen, welche das Hinschetden des Großherzogs Ludwig IV. hervorgerufen hat und neben der Liebe zur Dynastie ihre Begründung hat in der fünfzehnjährigen glücklichen Leitung des staatlichen Lebens.
Es sieht aber auch in Ihm den inntgstgeliedten Landesvater scheiden, dessen Herzensgüte und herablassendes Wohlwollen die Verehrung und Zuneigung aller Seiner Untertbanen gewonnen hat.
Einem solchen Regenten ist dauernde Dankbarkeit und unauslöschliches Andenken in allen Kreisen des Landes gesichert, und die Zweite Kammer bestätigt aus vollem Herzen die von Ew. Königlichen Hoheit ausgesprochene Ueberzeugung, daß sie, wie das ganze Land, an dem so schmerzlich betrübenden Trauerfall den innigsten Antheil nimmt.
Den Regierungsantritt Ew. Königlichen Hoheit begrüßt die , Zweite Kammer mit der Wärme und Gesinnung, welche die Landesvertretung stets dem angestammten Fürstenhause entgegengebracht hat, und freudig legt sie an dem Throne Ew. Königlichen Hoheit das Versprechen nieder, daß sie mit derselben Treue und Anhänglichkeit, welche sie dem in Gott ruhenden Vater und Vorfahren Ew. Königlichen Hoheit gewidmet hat, auch Ew. Königlichen Hoheit zugethan sein wird. Sie gibt sich dabet der zuversichtlichen Hoffnung hin, daß es Ew. Königlichen Hoheit unter Gottes gnädigem Schutze be- schieden fein möge, die Geschicke des Großherzogthums auf den bewährten bisherigen Bahnen auch fernerhin zu einem Glück und Segen I verheißenden Ziele zuweilen.
Für die dm Ständen ertheilte Versicherung der besonderen I landesherrlichen Huld und Gnade verfehlt die Zweite Kammer I nicht, ihrerseits Ew. Königlichen Hoheit den ehrerbietigsten Dank I abzustatten.
In tiefster Ehrfurcht '
Ew. Königlichen Hoheit ' allerunterthänigfte treugehorsamste
. Zweite Kammer der Stände. f
Darmstadt, 17. März 1892. I
Neueste Nachrichten
ff 1 dcrr?ft)cnbeni*SBureou
Berlin, 20. März. Der Reichskanzer ist auf telegraphische Berufung des Kaisers heute nach Hubertusstock abgcreist.
— Der Landesausschuß der nationalliberaleu Partei hat anläßlich der Thronbesteigung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs Ernst Ludwig eine öffentliche Kundgebung beschlossen.
— Der Fonds zur Gewährung von Beihilfen bei Ueber- schwemmungen hatte Ende deS Rechnungsjahres 1890/91 eine Höhe von 99,800 Mk.
Butzbach, 20. März. In der Wirthschast des Herrn Theis dahier fand heute eine Versammlung von Delegirten der Gesangvereine umliegender Dörfer behuss Gründung eines allgemeinen Sängerbundes statt. Unter dem Namen „Wetterau-Taunusbund" wurde ein solcher gegründet. Als Bundespräsident wurde Herr D t l g e s-Hoch-Weisel und als Vicepräsident Herr Raabe-Griedel gewählt.
Friedberg, 18. März. Außer den bereits genannten (Korporationen war bei der B ei se tzu n g s se i er in Darmstadt auch die hiesige Freiwillige Feuerwehr durch eine Deputation vertreten.
Bad Nauheim, 18. März. Nicht aus dem Kurverein, sondern aus dem Vor st an de desselben sind die hiesigen Aerzte ausgetreten.
nn. Darmstadt, 20. März. In der gestern Abend stattgehabten Sitzung der Stadtverordneten sand die Wahl.
Breslau, 20. März. Die „Schlesische Zeitung" meldet Reichenbach am Eulengebirge das Niederbrennen dortigen Rosenberg'schen Spinnfabrik, wodurch gegen Arbelter brodlos geworden seien.
Lüttich, 20. März. In der vergangenen Nacht entdeckte Polizeipatrouille an dem Hause des Polizeichess Mignon Flasche, welche eine Dynamitcartouche zu enthalten
schien. Der Zünder war in Brand gesteckt worden, aber in Folge des engen Halses der Flasche erloschen. Letztere wurde einem Artillerieoffizier zur Feststellung ihres Inhalts übergeben.
Depeschen des „Bureau Herold".
Berlin, 20. März. Der Chef des Civilcabinets, L u c a n u s, erhielt die Meldung, daß der Kaiser, entgegen der ursprünglichen Absicht, bereits am Montag Abend von Hubertusstock wieder in Berlin eintrifft.
Berlin, 20. März. Der Gerichtshof verurtheilte 22 bei den jüngsten Straßenunruhen Verhaftete wegen Land- sriedensbruch und Widerstandes gegen die Staatsgewalt zu zweimonatlichem bis dreijährigem Gesängniß.
Berlin, 21. März. Wie das „Kleine Journal" aus Abgeordnetenkreffen erfährt, soll die Krankheit des Kaisers ernster sein als geglaubt wird, verschlimmert durch die vorzeitige Wiederaufnahme der Geschäfte und die Ausfahrt im Thiergarten trotz des Widerspruchs der Aerzte.
Berlin, 21. März. Als Nachfolger des Ministers v. Zedlitz wird ernsthaft Graf Botho von Eulenburg, der frühere Minister des Innern, jetzt Oberpräsident von Hessen-Nassau, genannt?
Berlin 21. März. Der Reichskanzler kehrte gestern Abend um 6 Uhr aus Hubertusstock zurück und begab sich heute Morgen 9V< Uhr zu einer Cons^renz bei dem Staatssecretär Bötticher.
unsere Mütter werden daher gut thun, zeitig ihre Töchter anzumelden (bei Fräulein Möser in der Schule am Asterweg).
Neben dieser mehr materiellen Seite der Ausbildung soll aber die ideale Seite nicht vernachlässigt werden- es ist vielmehr geplant, den bereits bestehenden Unterrichtssächern (Handnähen, Maschinennähen, Kleidermachen, Sticken, Flicken und Bügeln) für die Folge auch den Unterricht in Filigran-, Blumen-, Ra dir- und Applications-Arbeiten, sowie in den so beliebten Holz-, Punz-, Nagel- und Lederschnitt-Arbeiten zuzusügen, und zwar in der Weise, daß zunächst vor Weihnachten dasür ein besonderer, etwa zweimonatlicher Kurs eingerichtet wird.
Der Alice-Verein darf darnach wohl beglückwünscht werden, zu der Einsicht, mit welcher er den unerläßlichen, seitherigen Unterrichtsfächern immer neue Lehrgegenstände anschließt. Was die Schule mit ihrer im Frühjahr 1878 erfolgten Dirundung geleistet hat, das erweisen aber auch schon die trockenen Zahlen der Schulstatistik- sind doch in dieser Zeit tlicht weniger als 2104 Schülerinnen in derselben ausgebildet worden und zwar: 383 trn Handnähen, 468 im Maschinennähen, 580 im Kleidermachen, 260 im Sticken, 159 in Buchführung, 64 im Bügeln und 26 im Putzmachen. — Daneben sind 73 Schülerinnen als Handarbeitslehrerinnen ausgebildet worden, von denen der größere Theil an öffentlichen Schulen oder Privatinstituten angestellt ist.
Das Alles ist mit verhältnißmäßig bescheidenen Mitteln und lediglich Dank der Unterstützung des Vereins in allen Kreisen unserer Bevölkerung wie insbesondere auch Seitens Großh. Ministeriums, des Alice Vereins zu Darmstadt, des -Dtadtvorstondes, der Sparkasse und der Loge erreicht worden.
Immerhin ist der Vorstand genöthigt, nunmehr entsprechend den erweiterten Ausgaben, welche er der Schule gestellt, nach einer mehrjährigen Unterbrechung wiederum an die Unterstützung unserer Einwohnerschaft sich zu wenden, indem er um weitere Beitrittserklärungen zur Mitgliedschaft (mit einem Jahresbeitrag von 2 Mark) sich bemüht. Wir wünschen dem gemeinnützigen Vorgehen des Alice-Vereins auch aus dem neuen Wege das Beste, und sind sicher, daß gerade in der jetzigen Zeit diese Schöpfung der Grobherzoglichen Familie mit doppelter Pietät von allen Seiten unserer Bevölkerung wird gefördert werden.
— Auf Anordnung des Großherzoglichen Rabbinen der Provinz Oberhessen Herrn vr. Levi zu Gießen fand gestern hier, wie in allen Synagogen des Rabbinats, für den 'dahingeschiedenen höchstseligen Großherzog Ludwig IV. eine Trauer- feier statt, welcher der größte Theil der Gemeindeangehörigen beiwohnte. Die Rede des Herrn Dr. Levi in der hiesigen Synagoge, sowie die Trauergesänge machten aus die Anwesenden einen ergreifenden Eindruck.
— Wir erhielten folgende Zuschrift: Höchst unliebsam ist es in Darmstadt und namentlich von den aus Nah und Fern zu den Trauerfeierlichkeiten herbeigeeilten fremden Gästen bemerkt worden, daß seitens der Stadt so gar nichts geschehen war, um den Straßen, durch welche der Leichenconduct sich bewegte, ein entsprechendes feierliches Gepräge zu verleihen. Da sah man weder schwarz ausge- schlageue Balkone, noch waren die Straßenlaternen mit Trauerflor umwunden. Was sich an den Häusern an Trauer- schmuck vorsand, war alles aus Privatmitteln hervorgegangen. Dieser Mangel berührte um so peinlicher, als man sich recht wohl erinnerte, daß die nämliche Stadt für den Kaiserempfang vor drei Jahren 20,000 Mk. bewilligt hatte. Es geht wohl nicht an, die Schuld des jetzigen Versehens dem Provisorium in der Stadtvertretung zur Last zu legen.
— Gestern brach im Philosophenwalde dahier ein Waldbrand aus, der sich auf eine Strecke von 70 Meter Länge und 15—20 Meter Breite ausdehnte und die jungen Bäume total vernichtete. Der Brandstifter wurde in der Person eines jungen Hausburschen durch Criminal- schutzmann Weiß ermittelt und verhaftet.
Seufer Sekbitag.
198. Plenarsitzung. Samstag den 19. Marz, 12 Uhr.
Aus der Tagesordnung steht zunächst dritte Berathung des ^elegraphengesetzes.
Abg. Dr. v. Bar (frf.) führt nochmals eingehend die Bedenken 'etner Freunde gegen die Vorlage vor. Der Reichstag habe derselben gegenüber von vornherein eine sympathische Haltung eingenommen, aberebenso seien von vornhereingewisseAbänderungmfürunbcdingt noth. roenbig gehalten worden. Die Concessionen, zu denen sich die Verwaltung bereit gefunden, seien ganz ungenügend und der Entwurf in De vor. legenden Fassung unannehmbar.
Geh. Oter-Postrath Dambach gibt Erklärungen überden vom Vorredner gestreiften und in ben Zeitungen erörterten Fall, daß der Acttenbrauerei zu Löbau die unentgeltliche Benutzung ihres Telephon- anschlusies nach Görlitz zu einem aus Gefälligkeit im Interesse eines Dritten zu führenden Gesprächs versagt worden fei. Im Stadtver- .ebr habe jeder Angescklossene Das Recht, nicht nur selbst in Angelegenheit Dritter das Telephon zu benutzen, sondern auch seine ^ei ung durch Dritte benutzen zu lassen, vorausgesetzt, daß dafür ein Entgelt nicht geleistet werde. Anders liege die Sache im Fernverkehr wo die abgeschlossenen Verträge ausdrücklich die unentgeltliche Benutzung der Leitung in Angelegenheiten Dritter ausschließen. Diese VertragSbestimmung sei im vorliegenden Falle verletzt gewesen und Dre Verwaltung habe demgegenüber gar nicht milder handeln können, als sie es gethan. '
Abg. Bödecker (Etr.) theilt in dieser Frage den Standpunkt der Verwaltung und verthetdigt im Uebrigen die Beschlüsse der -werten Lesung. '
Abg. Dr Ha mm ach er (nl.) legt dar, daß die Vorlage nur bejroerfe, tatsächlich bereits bestehende Verhältnisse nun auch rechtlich festzusetzen.
k Abg. Schrader (frf.) gilt dies zu, verlangt aber eine bestimmte unb oerblnplidje Erklärung darüber, was die Verwaltung als ihr
u efln pru^e‘ Das sei jetzt klar, werde auch durch die Vorlage nicht beantwortet. Es handle sich um wichtige Interessen, die von der Verwaltung nicht hinreichend anerkannt würden und welche gegenüber der^Telegraphie und des Fernsprechbetriebes zurückgefetzt würden, •nr.tt, Tm9’<n®rkaf L^p ): Tie Uebermittelung von Gedanken müsse im Vordergrund stehen, in zweiter Linie komme Personen-und Güterverkehr und erst in dritter die Kraftübertragung. Die vom Abg.
™?™ro0tcn Selbstschutzvorrichtungen würden den - Steuerzahlern 6 Millionen kosten.
Abg. »r Bar (frf.): Der Löbauer Fall beweise, daß eine ^knmr der Telephongcimache geübt werde. W>nn man sich daraus beruse, datz das, was seine Freunde hier geregelt wissen wollten, in das angekundigte Gesetz über die elec,rischen Anlagen gehöre, fo bc- fiepe keine Garantie dafür, daß die angefünbtgte Vorlage auch wirklich an das Haus kommen werde.
Hierauf wird in Die Einzelberathung eingetreten u $ 9 bedroht mit Geldstrafe bis zu 1500 oder mit Haft oder mit Gefängniß bis zu 6 Monaten denjenigen, der vorsätzlich entgegen den Bestimmungen dieses Gesitzes eine Telegraphenanlage errichtet ober betreibt.
abg. Dr o. Bar beantragt Streichung der Gesöngnißstrafe.
Der Antrag wird abgelehnt.
-r, 8 bestimmt, daß, wenn sich electrische Anlagen gegenseitig stören, die spätere Anlage so anzulegen sei, daß die Störung ausgeschlossen wird. u
Abg.Dr v.Bar beantragt dagegen, daß dieReichs-Telegraphen- Verwaltung verlangen kann, daß, sobald eine Störung ihrer in berechtigter Weise gelegten Leitungen zu befürchten ist, andere benachbarte Leitungen so eingerichtet werden, daß sie in sich selbst geschützt find, vorausgesitzt, daß die Ttlegraphenleitung ebenfalls Den berechtigten Anforderungen des Selbstschutzes genügt.
Abg- Schrader (fis) begründet diesen Antrag.
c 190;, k Hammocher (nl.) beantragt eine präcisere Fassung !ür S *2 “nb einen Zusatz, wonach bei Streitigkeiten das Gutachten der pbynkalisch technilchen Reichsanstalt eingebolt werden soll.
~l Ober Postrath Dambach beantwortet einige vom Abg. Schrad r gestellte Anfragen dahin, daß die Telegraphenveiwaltung I keine anderen Rechte auf Grund und Boden beanspruche als die, welche ihr durch die Gesetzgebung zugesprochen sind oder noch zu- ge'p,ochen we'den; ferner daß de Verwaltung immer mit ben Be- filern pon ©tarfftrom eitungen verhandle, nickt aber diese durch pol ^ürche Verbote ernfack beseitige. Er verwahrt die Verwaltung zügle ch bagegen als ob b eleihe der elektrischen Industrie gegenüber eine feinbMige Stellung einn.bm-- und wendet sich ichlnßlich gegen den Antrag Bar O wie den vom Abg. Hamacher beantragten Zuiatz.
Ponrath G r awink el macht Mittheilungen über die Kosten, welche Setbstschuh-mrichtungen der Telegr pbenleitungen verw fachen wU'den. Für Berlin allein würden dieselben etwa 5 Millionen betragen. ।
totales und provinzielles,
Gießen, 21. März 1892.
— Reorganisation der Alice-Schule in Gießen. Die diesjährige Ausstellung der Schülerinnen-Arbeiten hat im Laufe der letzten Tage eines recht zahlreichen Besuches sich zu erfreuen gehabt und von Neuem Zeugntß abgelegt von den soliden, schönen Leistungen der Alice-Schule. Wie wir bei diesem Anlaß erfahren haben, steht im kommenden Schuljahre eine wichtige Erweiterung der Schule und eine wesentliche Verbesserung der äußeren Lebensbedingungen derselben bevor: durch das Entgegenkommen des Stadtvorstandes ist der Alice-Schule für die Folge das ganze Schulhaus auf dem Oswaldsberg zur Verfügung gestellt, sodaß dieselbe Montag den 25. April d. I. ihren Sommercursus in den geräumigen und schönen, zudem neu hergerichteten, Sälen dieses Schulhauses eröffnen kann.
Gleichzeitig ist aber auch geplant die Einrichtung einer Kochschule, in der unsere Töchter Gelegenheit bekommen sollen, theoretisch und praktisch eine vorzügliche Küche zu erlernen, während zur Verwerthung des Gekochten ein Mittagstisch für Damen und Schülerinnen eingerichtet werden soll. Die Kochschülerinnen sollen in zwei Abtheilungen zu je 8 unterrichtet werden, wobei jede Abtheilung an 3 Wochentagen von 9—1 Uhr kocht. Der Kurs dauert 3 Monate und kostet monatlich 12 JL Auswärtigen Schülerinnen insbesondere, welche die Zeit ihres hiesigen Aufenthaltes voll ausnützen wollen, ist dadurch Gelegenheit gegeben, gleichzeitig auch einen der anderen Lehrkurse der Aliceschule zu absol- viren. Das nüthige Hilfspersonal soll in der Weise gewonnen werden, daß in jedem Kurs zwei Freistellen vergeben werden an solche Mädchen, welche zu Köchinnen sich ausbilden wollen. Bet der Vergebung dieser Stellen ebenso wie für die in manchen Familien gewünschte Bereitung des Einsiedeobstes (während der Reisezeit), wie für etwaige Herstellung von Weihnachtsgebäck sollen den Mitgliedern des Alice-Vereins besondere Vergünstigungen eingeräumt werden. Wennschon nach den mit solchen Kochschulen anderwärts, so z. B. auch in Darmstadt, gemachten guten Erfahrungen und wiederholten bezüglichen Anfragen in den letzten Jahren an einer regen • ™ -Sri9 Faurm Zweifeln ist, so hat doch der Vorstand mit Rücksicht auf die erforderlichen Vorbereitungen die für Montag den 2. Mai in Aussicht genommene Eröffnung des ersten Kochkurses davon abhängig gemacht, daß bis Ende März bereits 16 Anmeldungen von Kochschülerinen vorliegen -
— Am 28. und 29. d. M. beabsichtigt Herr H. Dähne im Saale des Cafe Leib zwei physikalische Experimental-Vor- träge zu halten. Das Programm umfaßt eine. Reihe der interessantesten und glänzendsten Erscheinungen aus dem Gebiete der Optik und der Electricität. Herr Dähne hat dieselben Vorträge in fast allen Universitätsstädten Deutschlands gehalten und liegen mir darüber Zeugniffe von mehreren meiner Fachgenossen vor, welche sich sehr anerkennend aussprechen und ausnahmslos die geschickte Auswahl und Zusammenstellung der Versuche rühmen, sowie die Sicherheit und Präcision, mit der dieselben ausgesührt werden. Ich glaube deshalb den Besuch der Vorträge dem hiesigen Publikum bestens empfehlen zu können.


