Di nstag den 22. März
1892
Vierteljähriger
Lj Aßonnecienlsptfi# i ” 2 Mark 20 Pfg. mit
Amts- und Anzeigeblatt füv den Aveis Gieren.
Hmlisöeikage: Hießener JiamiKenökätter.
Dentsche» Reich.
Ansland.
Provinzial-Hauplstadt Gießen verordnet wie folgt:
S 1.
S 4/
S 2.
8 3.
Ällt «nnonctn-Bureaur bei In. und ZuttanM nehmm Anzeigen für bm „Siebener Znjeiger* entgegen.
Dringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg.
Äebaction, Expedition und Druckerei: SiSalSraze Ir.?. Fernsprecher 51.
«ießen, den 13. November 1891.
Großherzogliches Polizeiaml Gießen. Fresenius.
Nr. 69. Erftes Blatt.
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Rutschen Unterrichtssprache soll der Unterricht in der all- gerne nen Geschichte von jetzt ab in russischer Sprache ertherlt werden. F
Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags.
Die Gießener Is-mitienStLiter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.
Bekanntmachung.
I«. bcnSB4-. April d. Js., Vormittags
l Jm Regierungsgebäude dahier eine öffent- f^nh.16^9 / P'°^"^ltags der Provinz Oberheffen mit tolgenber Tagesordnung statt.
1) Prüfung der Rechnung der Provinzialkasse und Er- o. 'Eattung des Rechenschaftsberichts für 1890/91.
-J »Wellung des Voranschlags der Provinzialkaffe für XOtjZjöO,
3) Darlehen ans der Provinzia'kaffe zur ®riinbiT.g eines pomologischen Gartens zu Friedberg.
4) Statutarische Bestimmung für die Provinz Oberheffen hinsichtlich der Sonntagsruhe im Handelsgewerbe.
5) Ersatzwahl zum Provinzial-Ausschuffe für die Ende 1892 ihrem Dienstalter nach ausscheidenden Mit- i glicber Fabrikant Trapp-Friedberg, Steuerrath Pfaunmüller-Nidda, Oeconom Schade-Altenburg, Bürgermeister Fendt-Schotten, sowie die Ersatzmitglieder Fabrikant Schiele-Gießen und Oeconom Schlenke-Hardthof bei Gießen.
Gießen, 19. März 1892.
Der Vorsitzende des Provinzialtags:
v. Gagern.
Berlin, 10. März. Jm Senioren-Convent des Reichstags thetlte heute der Präsident v. Levetzow mit, bte Regierung sei bereit, die Session vor Ostern zu schließen und verzichte auf die Beraihuug des Trunksuchts- und Chek- zesetzes. Nach dem Etat sollen nur noch die Vorlage der |
Genossenschaften mit beschränkter Haftpflicht, Telegraphen- gesetz, Nachtragsetat und wo möglich Weingesetz und das roerticnSC8Cn Unf’ttIi*fcit in der ersten Lesung erledigt
Berlin, 19. März. Heule begann der Prozeß vor dem Landgericht gegen 22 wegen Bethciligung an den kürzlichen Unruhen Angeklagten/ der jüngste ist 15, der älteste 22 Jahre alt. Sämmtliche leugnen.
Berlin, 19. März. Die Kornträger Berlins beenden sich seit heute Morgen aus sämmtlichen Speichern im A u s st a n d. Sie begehren 50 pCt. (?) Lohnerhöhung. Der Eingang von Getreide ist sehr stark.
Wilhelmshaven, 19. März. Von den gestern durch daplatzen eines Rohres Verbrühten sind Nachts ein Unteroffizier und vier Heizer im Lazareth gestorben.
Bayreuth, 19. März. Jm Dorfe Mechlenreuth wurden elf Häuser durch eine heftige Feuersbrunst einmalige^' 206960 Ablassung des Dorsteiches herrschte Waffer-
abgelehnt. Er geht demnächst nach Karlsbad.
r März. Der Reichskanzler ist im Kron-
rathe und nachher für v. Zedlitz eingetreten. Die Bemühungen, den Minister v. Zedlitz zur Zurücknahme seines Gesuches zu bewegen, gelten für gescheitert, v. Rauch Haupt wird als Nachfolger ernstlicher genannt.
Berlin. 19. März. In parlamentarischen Kreisen wird angenommen, daß die Bo l ks sch u l g e s-tz. C ° m mi ss i ° n weitere Sitzungen nicht halten wird, da der neue Cultus- m,nister Namens der Staatsregierung den Entwurf sofort zuruckziehen dürste. 1
Bekanntmachung,
betreffenb bie Zulassung von Loosen auswärtiger Lotterieen zum Vertrieb im Großherzogthum.
sa hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß
Großherzogliches Ministerium des Jnnem unb ber Justiz dem «orftanbe ber „Gläubigen Ausstellung für Kunst unb Kunst- gewerbe m Weimar" bie Erlaubniß ertheilt hat, bie Loose einer im ^uni unb December l. I. zu veranstaltenden Ver- loosung von Gegenständen ber Kunst und be§ Kunstgewerbes innerhalb des Großherzogthums zu vertreiben.
Bemerkt wirb noch, baß nach bem von ber zuständigen Behörde genehmigten Verloosungsplan 400000 Loose zu je 1 oas Stuck ausgegeben werden dürfen und 200000 Mk. zum Ankauf von Gewinnsten verwendet werden müssen
Gießen, den 14. März 1892.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Gagern.
Die von der zweiten Kammer einstimmig angenommene Adresse an Seme Königliche Hoheit den Großherzog hat folgenden Wortlaut: M M
Allerdurchlauchiigster Großherzog!
Allergnädigster Großherzog und Herr!
Ew. Königliche Hoheit haben den Ständen deS (Srnfibtrmn-
von ®bcm4™i M
«üsftellun^d?r'inArMellÄ
fflrnftb QnhCl/elXen Ablebens Seiner Königlichen Hoheit de! Großberzogs Ludwig IV. aufs schwerste erschüttert °
**BU L®* Königliche Hoheit mit dem ganzen Grobherzogliche»
Gichener Anzeiger
Henerat-Anzeiger.
Darmstadt, 19. März. Seine Königliche Hoheit der Groß Herzog haben zu bestimmen geruht, daß die regelmäßigen Empfangstage, Mittwoch und Samstag, wie seither, beibehalten werden, ebenso die Stunden von i/.10 bis 11 Uhr Die Vorträge der Minister finden ebenfalls, wie seither' Mittwochs und Samstags von 11 Uhr an statt.
Darmstadt, 20. März. Infolge des Todes des Groß- Herzogs Ludwig von Hessen ist die Jnhaberschaft des 18. russischen Dragoner-Regiments auf seinen Nachfolger, den Großherzog Ernst Ludwig übertragen worden.
Berlin, 19. März. Die schleichende politische Crisis in Sachen des Volksschulgesetzes hat sich über Nacht zu einer Minlsterkrisis in Preußen gestaltet, insofern, als nach übereinstimmenden Versicherungen der Cultusminister Graf r ' V We 1 ■ fein Entlaffungsgesuch eingereicht hat. Dieser Entschluß soll mit dem Verlaufe der am 17. März unter Vorsitz des Kaisers abgehaltenen Kronraihssitzung zu- sammenhangen, in welcher sicherem Vernehmen nach das neue Volksichulgesetz der Hauptgegenstand der Verhandlungen ge- wesen ist. Es heißt, die Mehrzahl der CabinetsmUglieder £,bre„f*d’ u"ler Hinweis ans den Widerstand, welchem das Volksschulgesetz in den weitesten Kreisen der Nation begegne, I O Jruru^ic^un9 des Entwurfes ausgesprochen, und da Graf Zedlitz m Anbetracht seiner entschiedenen Stellungnahme für die Regierungsvorlage einen solchen Schritt schwerlick iq cm» m .
"umachen könnte, so würde sein Rücktrittsentschluß allerdings Ursach^ de^Katast^obe' • r,ote Zufolge wäre die
begreiflich erscheinen. Indessen schwirren die Gerüchte noch eine« ^at^‘ro^.e Anderlues auf den Racheact
zu kunterbunt durcheinander, um sich ein klares Urteil über zurückzufllhren'° bcS ®£r3roerfS erbitterten Arbeiters ble Vorgänge zu bilden, welche in den letzten Tagen hinter '
®e.rIlncr Regierungscoulsssen gespielt haben. Auch war «3 37
b's Ende voriger Woche dos Geher de - Bleiben des Cultus- Die Adressen
Ministers noch keineswegs bestimmt entschieden, zumal da dem der Landstände des (titOfchcriDntftumä B-rnehmen nach der Kaiser den Chef seines Civileabinets wrvstyerzogthuMS.
Ur‘ “• Lucanus, zum Cultusminister sandte, um denselben Darmstadt, 18. März.
Entlaffuiigsgesuches zu bewegen. Auch nnn, ®,e tion ersten Kammer der Landstände einstimmig heißt es, daß die übrigen Minister, sowie die Führer des angenommene Adresse an Seine Königl. Hoheit den Groß^ Centrums und der Conseroativen dem Grafen Zedlitz zu- $er3°9 hat folgenden Wortlaut: »ÜSX®e™fr,0"c zurückzunehmen. An der am Freitag Allerdurchlauchtigster Großberzog!
Vormittag beim Staatssecretar von Bötticher stattgefundenen Allergnädtgfter Großherzog und Herr!
Nutzung des preußischen Staatsministeriums nahm indessen K . „®“tc Äö"*et*d,c 6o6eit haben Allergoädigst geruht mittelst der Cultusminister nicht Theil. Nach den umlaufenden Ge- H-chttderen getreue» Ständen von d/m
rüch.en hätten ,n der That Differenzen zwischen dem Kaffer Ä iv” ”n ßeffen^bÄ"^" des GroßherzÄ un dem SultuSminifter wegen der Schulvorlage den letzteren dieselben vermöge der im Großherwglichen Hause°°g"lienden Erb??'^ bermMere,^\n Eutlaffuugsgesuches veranlaßt, weil ^uungdie Regierung des Gioßherzogchums IngetreienhabmM der Kaiser Bebenken aeaugert haben soll die 9^nrfnno no^or. Kenntnttz zu setzen. •
wünsche der Nationalliberalen und der Freiconservativen getreum S.änden'Äe in°Att 106'
ÄÄ- ,? .^^'.^cr Ausgang der ganzen Crisis Ä*“
I ÄÄ £»Ä^M^Ännb = Andruck des unoorhergesehenen traurigen Ereignisses ftebenb h,^ Eurer Königlichen Hoheit den Ausdruck lieiempfundener Tbeilnabme an dem für Allerhochstdiefelben, für das Großherzogl che ^aus für das ganze Land so schmerzlichen Todesfall enigege,? sie verbindet damit die aus.ichiigsten Wünsche für Eure Königliche Hoh st Möge Gott der Herr seine Hand segnend über Eure Gemini a L; O0J d^, ganze Großherzogstche' Haus ballen mök- E ^d ?d böL herzigen Bestrebungen des in der Fülle der ttrafr Fürsten mit reichern Erfolg gekrönt hat, auch Eur! Köniallch?Lobest als schönsten Lohn für die Landesväterlichen Gesinnungen die Liebe und den Dank Ihres treuen Volkes finden lasten. 9 ° U bc
o s ? e ^ami^cr stets bestrebt gewesen, die dem Wobl des Landes gewidmeten Absichten Allerhöchstderen in Gott ruhenden Regierungsvor ahren nach K, ästen zu unterstützen, und sie wird auck unter der Regierung Eurer Königlichen Hoheit diesen Gesinnunaen treu bleiben, indem sie in der Hebung der Wohlfahrt der Etni-i- Mi't Ä -"gleich Stärkung des Reichs und der Reichsgewalt erblickt Mit dieser Versicherung verbindet die Erste Kammer der Stände dm das gnädige Wohlwollen, welches Allerhöchstdieselben in so huldvoller Weise auszusprechen geruht haben ’ n tn ,0
Euer Königlichen Hoheit allerunterthänigste, treu gehorsamste n t _ Erste Kammer der Stände
Darmstadt, den 18. März 1892.
ausschließlich zur Beförderung von Personen bestimmt 'st. muß an beständig sichtbarer Stelle, wenn thun- Uch auf der linken oder Hinteren Seite, mit dem Namen (Firma) und Wohnort des Eigenlhümers. -.......... »u., „öor,emenung" ,Ufolae bat
Se6t(errr ^Ehrere derartige Fuhrwerke Gras v. Zedlitz definitiv die Zurücknahme der Dem ssion besitzt, auch mit fortlaufenden Nummern versehen 1 -.-<•* >-—— - ~ - - ccr jUem,|,uin
’p"'.D'ese Bezeichnung muß in durchaus deutlicher Lchrift mit Buchstaben von nicht unter 3 cm Höbe ausgeführt sein. v 9
Ausgenommen von dieser Verpflichtung sind die Kaiserlichen Posten und die städtischen Sprengfäffer ^gen vorstehende Anordnungen werden nut Geldstrafen bis zu 30 Mark oder mit e^We.nbet bestraft.
Tiefe Polizeiverordnung tritt mit dem 1. April 1892
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Bekanntmachung. , nüd) x„.. ■ — rr—v yuugtn
Der Personen- und Fuhrwerksverkehr in der Nordanlna- s, 9 ““J,,0 verwickelter erscheint, als infolge
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Großherzogliches Polizeiamt Gießen. und bedeutenden Charaeter und stehen wir in ®eutfcblanb
________________ Fresenius. abermals vor einem entscheidenden Wendepunkt in unserer n> r . ... " -- Gelammtpolitik, gerade wie genau vor zwei Jahren anläülicki
Pollzel-Verordnuna. ^tritte8 be§ Fürsten Bismarck. (Vergleiche die folgern
Auf Grund des Art. 56 der Staht,.nrh„,.„. • k x itn Notizen und „Neueste Nachrichten").
Anhörung der Stadtverordneten-Versammluiia und"mit I or 181 Die „Nationalzeitung" schreibt: nehmigung Großherzoglichen Ministeriums d^es Innern und ?^E"p°^'s^er Abgeordneter hatte eine Unterredung der Justiz vom 7. November 89 ü Nr 2974! S wTqW“ Z?blitz- das Resultat derselben war, für die Provinzial-Hauptstadt Gießen ^nrLt^uJ44 »bautet mst
q-,,, . r, - ziemllcher Besttmmthett tn Retchstaqskreisen, Cavrivi mprhp
Jeiner Natur nach nicht | b'e-ben, im Ce.itrum zweifelt man daran. - Nach derselben
Bettung verlautet, daß itn Kronrath die Entschädigung der Retchsun mtttel bar en in einer für dieselben sehr ungünstigen Weise zur Sprache gekommen sei.
Stalin, 19. März. Der „Börsenzeitung" zufolge hat
Annahme von Anzeigen zu btt Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Bonn. 10 Uhr.
Amtlicher Theil


