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Besuche in Grüneberg (Schlesien) von den Behörden und ^riegeivereinen begrüßt. Er bemerkte in seiner Ansprache, Deutschland sei nur dadurch groß, das nur Einer im Staate zu befehlen habe.

Berlin, 19. September. DemBerliner Tageblatt" zufolge ist Virchow für den Orden pour le merite vor- geschlagen.

Berlin, 19. September. Anläßlich der Kürzung der österreichischen Staa t sbahnacti en beschloß das Aeltesten-Collegium der hiesigen Kaufmannschaft, die Notirung der genannten Acticn auf dem amtlichen Courszettel nicht mehr zuzulasien.

München, 20. September. Das Ministerium des Innern genehmigte unter den entsprechenden gesundheitlichen Ein­schränkungen und Vorsichtsmaßregeln das Octobersest.

Turin, 20. September. Kossuth empfing 24 Ab­geordnete des ungarischen Parlaments, zahlreiche Glückwünsche des Syndicats von Turin und Deputationen aus den ver­schiedenen Ländern. Sämmtliche Blätter veröffentlichen Glück­wunschartikel.

Die Cholera.

Die Cholera hat sich nun auch auf ö st e r r e i ch i s ch e m Boden niedergelassen. Allerdings ist das Auftreten der ge­fürchteten Seuche in dem galizischen Orte Podgorze amtlich noch nicht festgestellt worden, aber die große Wahrscheinlich­keit besteht, daß die aus Podgorze gemeldeten choleraverdäch­tigen Fälle in der That solche von asiatischer Cholera sind. Professor Weichselbaum aus Wien, sowie die Doctoren Kro- kiewicz und Lachowicz auS Lemberg sind in Podgorze mit den betreffenden bacteriologischen Untersuchungen beschäftigt. In­zwischen gingen dem Statthalter von Galizien und dem Landes­präsidenten von Schlesien Seitens des österreichischen Mini­steriums des Innern telegraphische Anweisungen zu, ungesäumt die energischsten Vorbeugungsmittel gegen eine etwaige Aus­breitung der Cholera zu treffen. Auch in Krakau und in dem Grenzorte Oswiecin sollen Cholerasälle vorgekommen sein. DieNeue Fr. Pr." weiß bereits zu melden, daß unter Umständen Galizien und das östliche Schlesien durch Ministerialerlaß gegen die übrigen Theile des Reiches abge­sperrt werden würden. (?)

Dem Kaiserlichen Gesundheitsamt vom 17. bis 19. September, Mittags, gemeldete Cholera-Erkrank­ungs- und Todesfälle:

Staat und

Bezirk

O r t

15./9.

~ S SS 2 'S s 1 «

Datum

18./9.

16/9.

17/9.

erkrankt

gestorben

erkrankt

gestorben

erkrankt

gestorben

Hamburg

Hamburg

306128

276

136

286

127

241

115

Preußen

Schleswig

Altona

3 4

3

10

4

20

7

Vereinzelte Erkrankungen:

Regierungsbezirk Schleswig: in der Stadt Wandsbeck und einem Orte des Kreises Pinneberg insgesammt 2 Erkrank­ungen, 2 Todesfälle.

Regierungsbezirk Lüneburg: in fünf Orten der Kreise Harburg und Winsen a. L. zusammen 5 Erkrankungen und 2 Todesfälle.

Regierungsbezirk Stade: in der Stadt Stade und einem Orte des Kreises Kehdingen je 1 Erkrankung.

Regierungsbezirk Stettin: in den Städten Stettin, Ueckermünde und in einem Orte des Kreises Naugard ins­gesammt 3 Erkrankungen, 1 Todesfall.

Berlin: 3 Erkrankungen (Kellner, Krankenpflegerin und Musikdirector, sämmtlich aus Hamburg zugereist).

Großherzogthum Mecklenburg-Schwerin: in der Stadt Boizenburg und zwei Orten 1 Erkrankung, 4 Todes­fälle.

Mit der Aufschrift:Für Hamburg!" sendet man derFrks. Ztg." aus Süddeutschland folgende Zeilen.Genug des Tadels und der Vorwürfe gegen das schwergeprüfte Hamburg! Es ist hoch an der Zeit, nun endlich werkrhätig für unsere schöne arbeitssame und jetzt so unglückliche Hansa Stadt einzutreten! Ein Beamter soll es versäumt haben, den Ausbruch der Cholera rechtzeitig zu melden. Und wenn er eine solche Meldung erstattet hätte, ohne daß sie in der Folge als richtig erwiesen worden wäre? Hamburg soll ungenügende sanitäre Einrichtungen besitzen. Und dre mustergiltigen Krankenhäuser Hamburgs? Noch mehr: Welche Stadt besitzt denn überhaupt genügende sanitäre Ein­richtungen, um dem Ausbruch und der Verbreitung der furcht­baren Seuche mit Sicherheit vorzubeugen? Keine Stadt in Deutschland, in Europa, ja sagen wir es doch offen keine Stadt der Erde kann sich solcher Einrichtungen rühmen! Und wenn selbst andere Städte so glücklich sind, Dank einer besseren Lage mit besserem Wasser versorgt zu sein, bessere Kanalisation zu besitzen, weniger Armuth in ihren Mauern zu beherbergen hätte sie dann ein Recht, aus Hamburg stolz herabzusehen? Und selbst wenn ein Beamter durch eine unendlich verhängnißvolle Zögerung einen Theil der Schuld trüge: wäre das in anderen Städten denn unmöglich gewesen? Was aber die Hauptsache ist: Das furchtbare Unglück ist über diese Stadt nun einmal hereingebrochen, und das in einem Maße, dem gegenüber nur eine Empfindung, nur ein Gedanke Platz greisen darf: Hilfe thut noth, rasche, werkthätige Hilfe! Sind wir machtlos, die mörderische Seuche dort mitzubekämpfen, so wollen wir versuchen, das Elend zu lindern, das sie gebracht hat. Schon wird durch ein Hamburger Blatt Staatshilfe gefordert, um den Hungertod in vielen Familien fernzuhalten. Die Hand aus, wer ein Scherflein beizutragen vermag! Und der Gedanke, im ganzen Deutschen Reiche Theilnahme in furchtbarer Noth zu finden,

wird nicht weniger den Muth der schwergeprüften Stadt beleben, als die werkthätige Hilfe selbst!"

Berlin, 17. September. Die von vielen Seiten angeregte Frage, ob rathsam sei, die von verseuchten Orten aus- gehenden.P ost send ungen einer DeSinsection zu unter­ziehen, ist, wie dieD. Verk.Ztg." versichert, von der Reichs- Postverwaltung sorgfältig erwogen und schließlich verneint worden, da nach dem Gutachten aller hervorragenden Sach verständigen die Möglichkeit einer Verschleppung deS An­steckungsstoffes aus diesem Wege gegenüber den sonstigen Gefahren nicht in Betracht kommt, eine wirksame Desinficirung aller Sendungen bei dem gegenwärtigen Umfange des Post­verkehrs auch geradezu undurchführbar sein würde. Bis jetzt ist auch noch kein Ansteckungsfall durch Postsendungen vor­gekommen. Im Uebrigen würde eine den wissenschaftlichen Anforderungen entsprechende Desinficirung in den meisten Fällen einer Vernichtung des Inhaltes der Sendungen gleich­kommen.

Berlin, 19. September. DerReichsanzeiger" theilt ein Gutachten der Reichs-Choleracommission mit, wonach die Ausdehnung des Einfuhrverbotes aus andere als bereits von Seiten der Regierung angegebenen Waaren überflüssig sei, da die Ansteckungsgefahr dadurch aus­geschlossen sei.

Hamburg, 18. September. Nachdem die Samstags- Meldungen die Abnahme der Erkrankungen und Sterbe fälle bestätigt, ist heute wiederum eine erhebliche Minderung polizeilicher Transporte etngetreien. Der heutige Sonntag wies auch wieder eine größere Frequenz auf allen Promenaden aus. Die meisten Concertloeale sind wieder eröffnet und waren gut besucht. Die Beiträge für das Nothstands-Cornito haben bereits die Höhe von einer Million überstiegen. Von Berlin empfing dasselbe besonders reiche Sendungen an Kleidungsstücken, Wäsche re. Bremen sandte 60000 Mark.

Hamburg, 20. September. Professor Koch rieth der gemischten Commission energische Schritte zur Assanirung Hamburgs an, da sonst die Cholera wahrscheinlich im nächsten Jahre wieder auftrete.

Hamburg, 20. September. Fürst Bismarck sandte an Bürgermeister Petersen ein herzliches Beileids­schreiben.

Altona, 19. September. Hier sind 20 neue Er­krankungen und 7 Todesfälle vorgekommen.

totales unb provinzielles.

Gießen, 20. September 1892.

Tagesordnung für die Sitzung der Stadverordueten Donnerstag den 22. September 1892, Nach­mittags 4 Uhr: 1. Mittheilungen. 2. Die Rechnung der Löber'schen Stiftung für die Zeit vom 12. Juli 1891 bis dahin 1892. 3. Der Voranschlag der Löber'schen Stiftung für 1892/93. 4. Die PlockifHe Stistsrechnung pro 1891/92. 5. Der Voranschlag der Plockischen Stiftung pro 1893/94. 6. Verwillignng von Bädern für arme Kinder. 7. Gesuch des Julins Buch um Erlaubniß zur Belassung eines Firmen­schildes. 8. Desgl. der Fehsenseld'schen Buchhandlung zur Anbringung eines Bilderkastens. 9. Gesuch des Louis Faber um Erlaubniß zur Errichtung einer Gartenhütte. 10. Schlacht­gebühr für Pferde. 11. Gesuch der Fleischer-Innung um Ausgabe der Schlachtscheine im städtischen Schlachthause. 12. Unentgeltliche Uebernahme eines Platzes in der Waagen­gasse gegen Pflasterung desselben durch die Stadt. 13. Gesuch des Wilhelm Wilke um käufliche Ueberlassung des Grundes eines städtischen Raines. 14. Bankettpflasterung in der Nord­anlage entlang der Röhrle'schen Besitzung. 15. Trottoir­pflasterung in der Ludwigstraße vor den Bernhardt'schen rc. Häusern. 16. Entwässerung der Schloßgaffe und des Kirchen­platzes. 17. Errichtung eines Pissoirs in der Bahnhofstraße. 18. Eröffnung der Liebigftraße. 19. Gesuch des Heinrich Carle um Erlaubniß zum Bauen in der Westanlage. 20. Heiz- einrichtung in der Friedhofskirche. 21. Decretur von Kosten­rechnungen. 22. Gesuch des Ludwig Kohlermann II. um Concession zum Branntweinverkauf.

Riefensteinpilz. Ein wohl in Gießen noch nie gesehenes Exemplar von Steinpilzen wurde gestern im hiesigen Stadtwalde entdeckt. Derselbe wiegt 2 i/2 Pfund bei einer Höhe von 26 Ctm., ebenso ist der Kopfdurchmesser 26 Ctm. Besitzer desselben ist Gastwirth Schäfer (Insel Helgoland).

Ernennung. Ernannt wurde: am 13. September der Gefangenenwärter am Landeszuchthaus Marienschloß Otto Georg zum Gefangenenaufseher an der genannten Anstalt mit Wirkung vom 1. Oetober 1892 an.

Auszeichnung. Se. Majestät der Kaiser verleiht bekanntlich alljährlich in den verschiedenen ArmeecorpS den besten Schützen Auszeichnungen, und zwar an Offiziere einen Ehrensäbel, an Unteroffiziere und Mannschaften eine andere Auszeichnung. Für dieses Jahr erhielt Herr Hauptmann Stubenrauch beim Großh. Leibgarde-Regiment Nr. 115 als der beste Schütze des XI. Armeecorps den Ehrensäbel Sr. Majestät des Kaisers.

~ Die Verwaltung der Großherzogl. Landescreditkaffe erlaßt nachstehende Bekanntmachung: Die Landescreditkaffe dient nach dem Gesetz dem Wohl der Landwirthschast und der landwirthschaftlichen Bevölkerung. Es haben deshalb die Gesuchsteller anzugeben, zu welchen Zwecken sie das Dar­lehen wollen- wir haben zu prüfen, ob diese Zwecke dem Gesetz entsprechen, und im Fall der Bewilligung zu über- wachen, ob unser Darlehen auch wirklich demgemäß verwendet wird. Geschah letzteres nicht, so sind wir berechtigt, das Darlehen sofort zur Heimzahlung zu kündigen. Es ist uns nun bei solcher Nachprüfung, ob das von uns dargeliehene Geld auch den gesetzlichen Zwecken gemäß verwendet wurde, zu wiederholten Malen begegnet, daß von den Anleihern aus dem DarlehenProvision" oberVermittelungsgebühr" (1 pCt.)

| au dieVermittler" des Darlehens gezahlt wird. Es wider­spricht dies aber völlig den Absichten und den Bedürfnissen des Gesetzes, durch welches die Landescreditkaffe gegründet wurde. Die Geldbedürsngen brauchen sich (Artikel 8) nur an uns oder an ihre Bürgermeisterei zu wenden und sie werden vollständige Auskunft erhalten, und ebenso sind die Bürgermeistereieu verpflichtet, Darlehensgesuche aufzunehmen und an uns zu übermitteln. Es ist deshalb ein besonderer Vermittler gar nicht nöthig und die Provision für einen solchen ist einfach hinausgeworfenes Geld. Die Landes- creditkasse ist aber nicht dazu gegründet, solche gründ- und nutzlosen Ausgaben zu erleichtern. Wir müssen deshalb die bei uns Geld Leihenden davor warnen, solcheVermittler" anzugehen und solcheVermittelungsgebühr" zu zahlen. Sollte es in einzelnen Fällen dennoch geschehen, so steht und nach Obigem das Recht zu, auf Grund von Art. 13. Nr. 2 des Gesetzes das gewährte Darlehen sofort wieder zu kündigen

§ Ober Moos, 16. September. Heute wurde hier der Teich gefischt. Das Ergebniß des Fanges war ein überaus günstiges. Es wurden im Ganzen gefischt an Karpfen 1911 Stück, und nur etwa 30 Stück haben vom Einsatz gefehlt. Der Centner Fische wurde an Händler mit 50 Mk. verkauft.

§ Bermuthshain, 16. September. Der hiesige Laudwirth Ernst Psannstiel brachte heute einen Haserhalm mit nach Hause, welcher 1 Meter 60 (Zentimeter lang war und einen Halm Sommerkorn, der 2 Meter 27 (Zentimeter mißt.

L Büdingen, 19. Sept. Der Fußgendarm H e i m b r e ch t dahier ist zum Stationsführer in Bad-Nauheim befördert und der Gendarm Schul in Laubach zu seinem Nachfolger am hiesigen Orte ernannt worden.

Darmstadt, 18. September. Die hiesige Staatsanwalt­schaft macht Folgendes bekannt: Am 30.dl. August wurde Zu Frankfurt a. M. in der Falkengasse zum Nachtheil des Schneiders Hochsieder ein neuer Anzug gestohlen, bestehend aus Sackrock von dunkelblauem Kammgarnstoff, Weste von gelbgrünlichem, klein carrirtem Wiener Westenpique, Hosen von grauem Buxkin in schwarzen Streifen, in welchen entlang ein dunkelrother Faden zieht. Die Ermittelung der Thäter dieses Diebstahls ist von Wichtigkeit für die Untersuchung wegen des bei Mörfelden verübten Raubmordes.

Darmstadt, 19. Sept. Das 1. Bataillon des Großh. Leibgarde-Regiments, welches am Samstag Abend aus Rhein­hessen von den Manövern zurückkehrte, wäre auf der Rück­fahrt beinahe von einem schweren Eisenbahnunglück betroffen worden. Der lange Zug hatte kaum die Eisenbahn­brücke bei Mainz passirt, als Plötzlich ein furchtbarer Stoß erfolgte, daß alle Insassen des Zuges von den Sitzen und wider einander geschleudert wurden. Da die Mannschaften während der Fahrt die Gewehre zwischen den Knieen halten müssen, wurden viele Soldaten durch die Gewehre der Gegen- übersitzendeu im Gesichte verletzt. Zahlreiche Helme und Mützen flogen aus den Wagen und konnten bei der herrschenden Dunkelkeit nicht aufgefunden werden. Es entstand selbstredend eine große Aufregung unter den Insassen des Zuges, da man an ein größeres Unglück glaubte, weßhalb Viele die Wagen verließen. Gesteigert wurde die Aufregung dadurch, daß fast alle Lichter erloschen waren, indessen wurde bald bekannt, daß wohl zahlreiche Verwundungen stattgefunden, jedoch Niemand lebensgefährlich verletzt sei und konnte auch nach einiger Zeit die Fahrt bis Station Bischofsheim fort­gesetzt werden. Das Zugpersonal wollte gleich weiter fahren, doch drang der Bataillonscommandeur darauf, daß zuvor der Zug genau untersucht werde, damit nicht das Leben und die . Gesundheit der Soldaten aufs Spiel gesetzt würden. Der Zug wurde auf ein Nebengeleise geschoben und erst nach gründlicher Untersuchung die Weiterfahrt fortgesetzt. Verletzt wurden schwerer: Ein Offizier (Lieutenant Frhr. v. Schenk zu Schweinsberg III., der eine Kopfwunde erhielt, die' ihm hier im Hospital zugenäht wurde), und ein Mann- leichtere 1 Verwundungen trugen davon 3 Unteroffiziere und über 30 Mann. | Theilweise schwer verletzt sind mehrere Osfizierspserde. Die in einem Wagen zusammengestellten Instrumente der Regi- mentsmusik sind zum Theil stark beschädigt. Das Vor- kommniß soll dadurch herbeigesührt worden sein, daß an { einem Wagen im vorderen Theile des Zuges die Kuppelung zerriß. Dadurch wurde die Nothleine angezogen und ertönte aus der Locomotive die Glocke, worauf der Loeomotiosührer instructionsgemäß bremste und die Locomotive zum Anhalten brachte. Nun ist an der betr. Stelle ein starkes Gefälle, so daß der Hintere Theil des Zuges mit Gewalt auf die vorderen gebremsten Wagen ausstieß. Die Wucht des Anpralls war, wie alle Insassen versichern, eine überaus I starke. Immerhin darf man noch von großem Glück sagen, daß kein größeres Unglück entstand. Bemerkenswerth ist, I daß bet dem folgenden Militärzug ebenfalls ein Kuppelbruch I tattfanb, aber weitere Folgen daraus glücklicherweise nicht I entstanden. Jedenfalls ließ das von der Ludwigsbahn benutzte I Wagenmaterial sehr viel zu wünschen übrig. Recht characte- I ristisch ist die Thatsache, daß ein Offizier in dem beinahe I verunglückten Zuge die Carpenterbremse anzog, dieselbe aber I nicht functionirte. Als hierüber Beschwerde erhoben wurde, I agte einer der Bahnbediensteten: das Herumdrehen der 1 Carpenterbremse ist überhaupt überflüssig, die functionirt doch I niemals. Jedenfalls wird der noch verhältnißmäßig günstig I abgelaufene Unfall Anlaß zu einer strengen Untersuchung I durch die competente Behörde bieten.

WormS, 18. September. Der der Mitthäterschast an I dem Mörfelder Morde verdächtige Kamm wurde hier I verhaftet. Man ertappte ihn bei einem Diebstähle in der I hiesigen Dreifaltigkeitskirche. Kamm führte einen Revolver I bei sich. Auf Veranlassung des Untersuchungsrichters wurde I der Verdächtige nach Darmstadt übergeführt.