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Silber reichte Land ist danach offenbar Frankreich, welches mit seinen Gold- und Silbervorräthen selbst England und die Vereinigten Staaten von Nordamerika übertrifft. Daraus geht aber auch weiter hervor, daß der Wohlstand in Frankreich und die Fruchtbarkeit des Bodens noch immer sehr groß sein müssen, denn aus diesen Factoren allein können die coloffalen Geldmittel Frankreichs hervorgehen. Erfreulicher Weise nimmt aber auch Deutschland in Bezug aus seinen Gold- und Silberbesttz einen recht hohen Rang unter den Ländern der Erde ein, denn es kommt an vierter Stelle, gleich hinter England. Gold-Großstaaten sind in der ganzen Welt nur Frankreich, Nordamerika, England und Deutschland, denn die übrigen Länder besitzen verbältnißmäßig sehr wenig Goldvorräthe. Auch spielen die Sibervorräthe der meisten Staaten gegenüber dem Goldgelbe keine maßgebende Rolle mehr, und man sieht schon daraus, wie schlimm es in der Praxis mit der Abschaffung der Goldwährung werden würde. Reich im Sinne des Besitzes wirklich großartiger Gold- und Stlbermengen sind nur Frankreich, Nordamerika, England, Deutschland, Belgien und dann vielleicht noch , Australien. Alle übrigen Länder sind verhältnißmäßig arm j an Gold- und Silber, wenn man ihren Flächeninhalt und ihre Einwohnerzahl dabei in Betracht zieht.
der Hand ihrer eigenen Erfahrungen sich selbst berechnen. Eine solche Berechnung wird sie aber sicher dahin führen, den Behörden für ihr aus Vertilgung der Maikäser abzielendes Bestreben Dank zu wissen und sie mahnen, allerorts solche hierbei tatkräftigst zu unterstützen. (Auffallend ist es, daß in der nächsten Umgebung Gießens von einer Maikäserplage nichts wahrzunehmen ist,- man bekommt höchst selten einen Käfer zu sehen.)
Mainz, 17. Mai. Die Nachricht von einem sehr pein- l ich en Auftritt, der sich heute Mittag aus der Kaiserftraße abspielte, macht die Runde durch die Zeitungen. Ein von der Stadt für die dortigen Gartenanlagen bestellter Feldschütze hatte einen Lieutenant angezeigt, weil dessen Hunde angeblich in einem dortigen Blumenbeet Schaden angerichtet hatten. Ueber die gerichtliche Zustellung der Klage gerieth der Offizier in eine solche Aufregung, daß er den Anzeiger aufsuchte, ihm den Säbel auf den Leib setzte und die Zurücknahme der Anzeige begehrte, da er ihn sonst niederstechen würde. Der Offizier behauptete, seine Hunde verließen das Haus nicht, während der Schütze auf der Richtigkeit seiner Anzeige bestand und deren Zurückziehung ablehnte. Da nun der Offizier wiederholt den Schützen mit dem Säbel bedrohte, ging ein Viehtreiber mit einem Knüppelstock drohend vor, und es drängten sich noch andere Leute hinzu, worauf der Lieutenant den Degen einsteckte und einem Soldaten befahl, den Feldschützen zu verhaften. Der Schütze folgte dem Soldaten nach der Polizeiwache.
Landwirthschafiliche Winke und Kathschtäge. △ AnS Oberhessen, itn Mai 1892. W ^ündüngung und «rün-üngungspstanzen. Man findet häufig, daß Landwirthe nach der Ernte die Stoppeln umbrechen und weiße Rüben htnetnsäen. Das ist aber auch die letzte Oelung für den Acker, denn die weiße «übe saugt den «öden in erbärmlicher Weise a«s. Daneben ist diese Rübe x« N«tterpstan,e von geringem Werthe. Geht es gar nicht anders, mutz man aus Futtermangel weiße Rüben pflanzen, dann thut man am besten, Lupinen dazwischen zu säen. Diese werden später umgepflügt und ersetzen dem Acker größtentheils die entzogene Käst.
k . In Norddeutschland, wo die Gründüngung am allgemeinsten durchgefuhrt ist, machen es die Leute noch profitlicher. Sie säen nämlich Lupinen zwischen die Kartoffeln in Reihen. Natürlich müssen die Kartoffelrethen etwas weiter auseinander kommen, als es gewöhnlich geschieht: auch ist die Ernte etwas behindert. Allein der Landwtrth bedenke einmal, was es heißt: Der Acker wird im Octoder abgeerntet und in demselben Augenblick ist er auch schon gedüngt, um für nächstes Jahr eine neue Ernte hervorzubringen.
Noch eine kurze Betrachtung mag hier stattfinden, sie zeigt dem Landwtrth vielleicht am ersten feinen Vorthetl vom richtigen Standpunkte aus. Nehmen wir an, der Bauer productrt, nachdem er die Gründüngung richtig durchgeführt und die sonstigen Fortschritte in Bezug auf künstlichen Dünger u. dgl. m. zu verwerthen gewußt hat um füns-ig Proeent mehr gegen früher. Das ist noch gar nicht viel, denn es sind uns Fälle bekannt, wo nicht 50, sondern 100 bis und noch mehr Procente gegen früher erzielt werden. Ist das nicht ganz dieselbe Wirkung — so fragen wir — als wenn der Bauer seinen Grund und Boden um die Hälfte, das Doppelte und mehr vergrößert hätte? Bringt ein Bauer es durch eigene Arbeit fertig daß er sein Gütchen um daS Doppelte vergrößert ? Schwerlich, es sei denn, daß er den Grundbesitz erheirathet oder ererbt Wir haben aber den Weg angedeutet, wie es geschehen kann, wenn die Leute nur wollen. Was folgt denn daraus? Antwort: Die weiten oder besser hier: die Möglichkeiten des Erwerbs sind bet weitem nicht so schlecht, als es Viele darzustellen suchen. In der Regel taugen die Leute nicht viel, die immer über schlechte Zetten klagen
arbeiten und erwerben will, wer sich keiner Arbeit schämt 9(ba fester) der kann extftiren, denn er wird immer Besc^sttgung finden. Im vorliegenden Falle erzieht der Bauer leicht das Doppelte von dem, was er früher hervorbrachte. Er macht also ’o Ätbeü alMtaUt.flr°8' el8 frÜ6tr’ 6a‘ 9ber bod> n,*‘
E« flieht Familien, die einige Morgen Grundbesitz haben, denen es aber an Kapital fehlt, Vieh anzuschaffen. Die Folge davon ist,
Vermischtes.
* Frankfurt a. M., 19. Mai. Der Erfolg der im l Jahre 1891 hier abgehaltenen zwei Obstmärkte hat das ComitS veranlaßt, auch in diesem Jahre die Veranstaltunq zweier Märkte ins Auge zu fassen.
* Speyer, 19. Mai. Der Postpacketbote Peter Magnien unterschlug einen Geldbrief, welcher an die Regierung gerichtet war. Derselbe enthielt 6270,10 äftait. Magnien flüchtete sich nach der Schweiz.
* Für das erste deutsch-akademische Säugerfeft, welches zu Pfingsten d. I. (4., 6., 6., 7. Juni) in Salzburg stattfinden wird, zeigt sich in den Kreisen der studentischen Gesangvereine Deutschlands und Oesterreichs, sowie unter | deren alten Herren und vielen Freunden großes Interesse. I flud jetzt gegen 500 active Sänger angemeldet, die akademischen Gesangvereine von München, Leipzig („Arion"), Wien, Prag, Graz und Jiz^rsbruck erscheinen corporativ, nahezu alle anderen in kleineren und größeren Abordnungen. Die Hauptpunkte der Festordnung sind: Samstag, 4. Juni, Abends 8 Uhr: Begrüßungsabend im Kurhause. — Sonntag, 5. Juni, 11 Uhr Vormittags: Festconcert in der Aula academica unter freundlicher Mitwirkung des k. k. Hosschauspielers Herrn Georg Reimers (Prolog von Max Haushofer), des Opernsängers Herrn Toni Petzer und des Mozart u^,-Orchestcrs. — Nach- mittagS: Ausflüge in die Umgebung (Hellbrunn, Gais- berg). — 8 Uhr Abends: Fest-Liedertafel in dem Restaurant am electrischen Aufzuge unter Mitwirkung der Capelle des k. u. k. Jnf.-Rcgts. Nr. 59. - Montag, 6. Juni, 9 Uhr Vormittags: Hauptversammlung in der Aula. Alter-Herren-Tag in den Räumlichkeiten der Salzburger Liedertafel im Stifte St. Peter. — >/,12 Uhr: Festzug und Huldigung beim Mozart-Denkmal. — Nachmittags: Ausflüge. — 8 Uhr Abends: Commers im Kurhause. — Dienstag, 7. Juni: Ausflug in das Salzkammergut. 8 Uhr Früh: Abfahrt der Sonderzüge der Localbahn nach Mondsee. Fahrt mittelst Sonder- Dampfschiffes nach Schärfling. Frühschoppen. Wanderung (eine Stunde) nach St. Gilgen am Attersee. Mittag, effen. Fahrten am See. Rückfahrt.
b«6 der Boden keinen Dung bekommt, er wird heruin gequält und gelchunden und bringt doch nichts, oder nur ganz jämmerliche Er- trige Selbstverständlich! Wenn man nichts in den Boden hinein- kommt nichts heraus: gerade so, wie e« der Ösen im Winter macht. Er flieht keine Wärme, wenn nicht ein richtiger Knüppel Holz, r£t®ä!,c1d,,tJ£orlion Kohlen hineingestopst wird. — Um den billige Weise ertragSfähig zu machen, bleibt nur die
0,8 einziges AushülfSmittel übrig.
S.“1,“”! *£a8et. J1* ber Bauer die Gründüngungspflanzen: Esparsette, Bohnen, Erbsen, Luzerne, die übrigen Kleearten, Wicken, Waldblatterbse, Delrettig, Senf, Buch: ®"s5" “• A- gut ins Gedächtnis ein. Von diesen sind etliche leicht mH und anzuwenden und wer es einmal thut — natürlich unb Uehetjeugung — der wird es niemals bereuen, fftnffM, 1»? 2->hre sieht auch da« blödeste Auge die günstigen ""fe Sachen auf dem mageren Aeckerchen.
a schaffen wächst; es dauert nicht lange, so steht das De? Rann besser, Überall zeigt sich Befferung.
2"her aus den GrundftÜckm lag, ist gebrochen; mit Hruschen wird reparirt, Scheuer und Stall ebenfalls,
mit einem Worte : es geht vorwärts, weil der richtige Weg gesunden worden ist, auf dem das Fuhrwerk fahren kann
Offenbar gieht der Stickstoff, welcher in der ganzen Welt, doch°ia h?nV r9^8, .»'2""mt, der Io schweres Geld kostet und
ta U 8 »u haben ist, das Mittel für den Bauer an die Hand, n* Ein berühmte, Landwtrth und landwirthscha t
lidjer Gelehrter, «ch«ltz.r»pitz tst sein Name, ,-at irgendwo
^cküoff ist der größte Vagabund, ben man sich b«"n- Er zieht überall herum, barum mutz man ihn fest.
K "°g"ch ist. Einfacher, leichter unb billiger
n ? £ ftlcf,t“?iaaimelnben Gründüngungspflanzen ist er aber mnrLi bT\ N-chbem dies erkannt und tausendfach erprobt WhH aJ m « rb di« Anwendung unterläßt, sich
'Eldst am meisten schaden. Die Natur läßt für die verschiedenartigsten hur*fbhffem)Untb^9män0itl aQerIei Kräuter und Mittel erstehen, wo- m "Eeder jur Gesundheit gelangen können. Der
an Stickstoff Mangel leidende Landwtrth baue sttckstoffsammelnde Gründüngungspflanzen und er wird in seinen Verhältnissen immer kräftiger und gesunder werden.
£anb- unb volkswivthschafk.
$eute ^Echter abgehaltenen „Walpenmarkt war der Htmmel nichts weniger als aünftia: bFrn£hp?Cn Avrmtttag über rieselte ein feiner Regen ununterbrochen An^^ M.^^ENUNgeachtet war der Markt doch recht stark besucht.
?ar<nle^r ftarr "EtSchweinen, namentlichJung- F* Ntndvtehmarkt hingegen schwach. Die Pret'e hielten sich aus der seitherigen Höhe; die Preise für die eine starke Steigerung. Trotz der ungünstigen Witterung ging der Handel auf dem ^Schweinemarkt recht lebhaft, m Ma 7SUMam7^?a8t^aaKr 9et,el erster Qualität im Durchschnitt MabRn75n? 8 ™ fur das Paar zweiter Qualität 38 bis 40 btä 50 Mk. Läufer galten pro Paar 100 bis 120 Mk. Fette gdjroeine waren nicht aufgetrieben. — War daS Wetter hauptsächlich
^r^tn<rma.rto ungünstig — eS packten einige Krämer sogar mcht auS so zeigte er doch, besonders am Nachmittag, alS die L»onne wieder hervorkam, starken Besuch. Da auf diesem Markt wegen des mchen Pfingstfestes und der damit verbundenen Confir
.^ufluft herrscht, so durften auch die Krämer mit ihrem Geschäft zufrieden sein.
“ Eparge^ In der beginnenden Spargelzeit tst eS angebracht, über die Aufbewahrung deS frisch gestochenen Spargels einige Winke zu geben. Jedermann ist der Ansicht, daß der gestochene Spargel nur ganz weiß aussehen muß; es gibt ja aber so viele Sorten von Spargel und der rosa angehauchte z.B. ist eine besondere französische Sorte von großer Zartheit, auch wird manche^ weiße gestochene Spargel schon durch mehrstündiges Liegen rosa. Die Hauptsache ist, daß Spargel unmittelbar nachdem er gestochen worden tst, tm Keller od^r überhaupt an einem kalten Orte zugedeckt verwahrt, niemals aber ins Wasser gelegt werden darf, denn dadurch wird der Spargel fast werthlos und verliert alle Kraft und jeden Nährwerth. Viele stechen Spargel, werfen ihn tnS Wasser und lassen ihn darin Tage lang liegen, bis sie zu Markte gehen oder der Spargel abgeholt wird. Dies geschieht auch von vielen Händlern, weil dadurch der Spargel weiß bleibt und an Gewicht nicht verliert, im Gegentheil zunehmm ro?m.-H® nC £be t®ei& aber, daß man besonders zarte
Gemüse, um ihren Nährwerth zu erhalten, niemals länger tm Wasser liegen läßt, als nur eben zum Waschen nothwendig tst. Also Vorsicht beim Kauf und Niemand glaube, daß nur blendend weißer der zarteste und beste Spargel ist.
?chiirr»e^ und PilrbUdnng. Es kommt nicht selten vor, oaß sich tn Häusern und Zimmern mit feuchten Mauern, in Schranken und anderen Behältnissen an Kleidern und sonstigen Gegenständen Schimmel und Pilze ansetzen. Dies ist besonders unangenehm da, wo werthvolle Sachen aufbewabrt werden weil fte Aurch leiden. DaS beste Mittel dagegen ist, außer fleißigem Lüften, die Aufstellung eines Gefäßes mit ungelöschtem Kalk, der durch Absorbirung der Feuchtigkeit die Luft trocken und rein erhält. Der Kalk muß zuweilen erneuert werden.
Cocates unb ^provinzielle-,
Gießen, 20 Mai 1892.
Straferlaß. Nach einem uns zugegangenen Telegramm erließ Se. König!. Hoheit der Großherzog anläßlich seines Regierungsantritts 179 Freiheitsstrafen. Den Verurtheilten wurde die Strafe ganz, bezw. theilweise erlassen.
— Verhaftet^ wurde gestern ein dritter junger Mensch wegen Sittlichkeitsvergehens nach § 175 St.-G.-B.
~ Sraennnug. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog haben Allergnädigst geruht: am 14. Mai den Rittmeister a la suite Friedrich Herpel zu Darmstadt zum Commandeur des Gendarmerie-Districts Rheinhessen in Mainz zu ernennen.
"7 Auszeichnungen. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde ertheilt: Durch Allerhöchste Entschließung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzoas vom 22. April l. I. den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr zu Friedberg: 1) Heinrich Baumann, 2) Adam Rohmann, 3) Jacob Kolmarschlag, 4) Karl Schäfer, 5) Albert Stark, 6) Heinrich Walz.
— Schießübungen. Dieser Tage trafen die beiden württembergischen Artillerie-Regimenter Nr. 13 und Nr. 29 -u den Schießübungen auf dem Griesheimer Sande ein. Außer einem vorzüglichen Pserde-Material brachten dieselben dieses Jahr auch verschiedene Ziegenböcke, worunter einige Prachtexemplare, mit. Dieselben, bereits vor einigen Jahren bei den hessischen Dragoner-Regimentern eingeführt, sollen dazu dienen, tznfectionskrankheiten der Pferde abzuleiten und zu verhindern. In Darmstadt ist man von dem Gebrauch der Thiere zu diesem Zwecke abgekommen.
— Das deutsche National-Hospital zu San Franzisko (Calisornien) beherbergte im verflossenen Jahre 1478 deutsche Kranke. Als residirender Hausarzt fungirt seit mehreren Jahren Herr Dr. Otto Müller, ein Sohn des in Darmstadt verstorbenen Rechtsanwalts Müller. Inhaltlich seines Jahresberichts befanden sich unter den 1478 Patienten des vorigen Jahres 114 Lungenschwindsüchtige. Das Koch'sche Heilverfahren wurde an 38 Kranken angewandt, es wurden aber damit leider nur negative Resultate erzielt.
Bad-Nauheim, 19. Mai. Die zwanglosen Zusammen- I fünfte der hter und in der Umgegend ansässigen und der zur Kur hierherkommenden Angehörigen des Kösener 8. 0.- I Verbandes finden auch diesen Sommer wieder während der I Badesaison jeden Samstag Abend 8 Uhr in einem reservirten Locale des Hotel Sprengel statt. Es wird eraebenst I dazu eingeladen. I
Nen Ulrichftein, 18. Mai. Am 11. d. M. fand hier eine I Vorstandssitzung des Vereins zur Beschäftiauna I Arbeitsloser (Arbeitercolonie Neu-Ulrichstein) statt. In derselben wurde mitgetheilt, daß Herr Jnspector Schmidt von Neu-Ulrichstein seine Stelle am 1. Juli in Folge ander- weiter Anstellung verläßt. An seiner Statt ernannte der Vorstand den Oeconomen Heinrich Ritte aus Geismar zum I Jnspector. Gleichzeitig wurde der Wunsch ausgesprochen, daß Herr Ritte zwecks seiner Instruction alsbald eintreten möge I und beschlossen, daß in seinem Vertrag eine vierteljährliche Kündigungsfrist für die Anstalt, dagegen eine einjähriqe für den Jnspector ausbedungen werden soll.
Büdingen, 17. Mai. In welcher enormen Anzahl die Maikäfer in diesem Jahre an einzelnen Orten des Kreises austreten, beweist die Thatsache, daß in der einen Gemeinde Bingenheim von dem Erlaß der die Einsammlung auf Gemeindekosten anordnenden kreisamtlichen Verfüquna vom 10. Mai d. I. bis zum 16. Mai d. I., also in nur sechs Tagen, allein 200 Me st en Maikäfer eingesammelt und getodtet worden sind. Rechnet man die Meste zu zwei Kumps so erhält man 400 Kumpf oder 25 Malter und da 1 Malter--- 128 Ltr.: 3200 ßtr.; auf ein Liter gehen nun nach einer vorgenommenen Zählung circa 400 Stück und beträgt daher I bie Zahl der in der Gemeinde Bingenheim vertilgten Mai- I käfer annähernd 1280 000 Stück. Gesetzt nun, die Hälfte dieser Zahl seien Weibchen — die bekanntlich etwa 30 Eier I ablegen, aus denen in vier Wochen Engerlinge werden —, I fo ergibt sich, daß mit der in Bingenheim erfolgten Ein- I sammlung 19 200000 Engerlinge **
(1 280 000 x 30 = 19 200 000) unschädlich gemacht worden I
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Und. Den Schaden aber, den Letztere an den Feld- und Waldgewächsen im Verlaus ihrer dreijährigen Entwickelungs- pertode angerichtet haben würden, mögen alle Landwirthe an 1
Literatur unb Arrnft.
— -irriheilrmg rrrrd Standorte des Deutsche« Reichs- Heere», der chaisertiche« Marine und der Kaiserliche« Schuh« truppe für Deutsch-Oftafrika, bearbeitet von Ecke, Hauptmann tn der II. Jnaenieur Jnfpection. Dritter Jahrgang (Stand vom 10 April 1892). Preis 1 Mk. Kassel, Verlag von Max Brunne- mann. Dieses von der militärischen Kritik als „die Beste aller Armee-Eintheilungen" bezeichnete Jahrbuch ist nunmehr erschienen. Für Militärs wie für das Laienpublikum ist es ein gleich brauchbares, kaum zu entbehrendes Nachschlagebuch von größter Zuverlässigkeit. Von großem Werth dürften namentlich die nach amtlichem Material bearbeiteten Personal-Angaben sein, die eine wesentliche Verbesierung des äußerst practischen Jahrbuches sind und alljährlich gebracht werden sollen.
— Wald brand! Dem Weidmann zieht sich das Herz bei dieser Nachricht zusammen, wenn er der armen Thiere gedenkt, die wenn das fürchterliche Element sie nicht vernichtet, auS der grünen Heimath vertrieben und versprengt werden und dann dem keine Schonung kennenden Rohre der Aasjäger verfallen, die alles schießen, was ihnen vor die Flinte kommt. Und in ohnmächtigem Schmerze ballt er die Faust gegen denjenigen, der durch Unachtsamkeit oder gar aus böser Absicht den Brand angelegt; denn zumeist ist eS nur ein fortgeworfeneS Zündhölzchen, aus dem die verzehrende Gluth entsteht. Ein Stückchen Waldboden beginnt zu glimmen, es schwelt bis zu einem Baum, ergreift die Rinde, frißt sich weiter und auf einmal loht es auf. Ein leichter Wind genügt dann und das Glutben- meer überschwemmt den Wald, ein grausig-schreckliches Bild! — Wir finden in der neuesten Nummer der schon mehrfach an dieser Stelle lobend erwähntm Jagdzeitschrift ,et. Hubertus* (Verlag in Cöthen, Anhalt) auf einem doppelseitigen Vollbüd von Robert AßmuS einen solchen Waldbrand in seiner ganzen imposanten Furchtbarkeit dargestellt. Es ist daS Schwanseetbal, in welchem kurz vor den Osterfeiertagen die Vernichtung wüthete. Auf die glimmenden, lammenden, prasselnden Waldriesen schauen die himmelanstrebmden Berge mit den Schlössern Hohenschwangau und Neuschwanstein hernieder und über den FelSgrat lugt wie erschreckt der friedliche Mond.
— »Der Stei« der Weisen* enthält in seinem neuesten, oeben uns zugekommenen 10. Hefte (zweites Maiheft) abermals eine stattliche Zahl lesenöwerther Aufsätze mit zahlreichen Jllustrationm,


