Ausgabe 
21.5.1892
 
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Nr. 11«

Samstag Beu 21. Mai

1882

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Gießener Anzeiger

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Henerat-Mnzeiger

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2ltnts# und Anzeigeblutt für den Avers Grefteir.

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Hratisbeitage: Hießenk»-Kamitienölätter

2lmtiid?er Theil

niedergelegt.

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v. Gagern

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und heute früh mit dem Grasen Dohna

sitiou ist ein Compromiß zu Stande gekommen,

wonach die

von Ihnen, welche unserer Verfügung vom (Gießener Anzeiger Nr. 98) noch nicht nach­werden au die umgehende Erledigung der-

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Alle Annonce i-Bureaux de» In- und LuLlande» ncbmtn Anzeigen für den ^Gießener Anzeiger^ tiityyn.

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Diejenigen 25. Jipril d. I. gekommen sind, 'selben erinnert.

Der

Hießener Znzeiger rrlcbeiiit täglich, mir Ausnahme deS Moruag».

der Mitglieder der iqzetnen Verbände findet im des

Monats statt. . -ssteexe«-'-/

Xie Gießener F»««ikienötätter Kksben dem Anzeiger wöchentlich dreimal deigelegt.

Der Vorrath an Gold-, Lilber- und Scheidemünze» und die an Gold reichsten und ärmsten Staaten der Erde.

Der Münzdirector der Vereinigten Staaten von Nord­amerika, Leech, hat eine Zusammenstellung entworfen über den muthmaßlichen Vorrath an Edelmetall in den Haupt­ländern der Erde. Herr Leech ist Autorität und hat jeden­falls zuverlässiges Material, seine Schätzungen dürsten daher

Zusammen 3 711 845 000 3 395 412 000 544 186 006

Aus diesen Angaben lassen sich in volkswirthschastlichcr Hinsicht sehr interessante Schlüsse ziehen. DaS an Gold und

Depeschen deSBureau Herold-.

Berlin, 19. Mai. DemBörsencourier" wird von unterrichteter Seite mitgetheilt, von den Vorständen einzelner Gruppen des Walzwerkverbandes, welche gestern in Hannover versammelt waren, sei eine Erhöhung des Preises um 5 Mk. vereinbart worden. Eine definitive Beschlußfassung

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Der elsässische Ne^ .togsabgeordnete North, Ver­treter von Straßburg (Lanl , Mitglied der nationalliberalen Partei, hat aus Gesundheitsrücksichten sein Man dar

Deutsches Reich.

Berlin, 19. Mai. Die zweitägige Pause in den Plenar- Verhandlungen des preußischen Abgeordnetenhauses vom Dienstag und Mittwoch ist aus den Fortgang der Commissionsarbeiten von förderndem Einflüsse gewesen. Unter Anderem ist jetzt die.Commission zur Vorberathung des Gesetz- Lnrwurses, betr. die Geheimhaltung der Ergebnisse der Ver­anlagung zur Staarseinkommenstener, mit ihren Verhandlungen fertig geworden und hat sie die Vorlage mit einigen vom Finanzminister Dr. Miquel acceptirten Abänderungen geneh­mig:. Die Frage, ob der Landtagsschluß bis Pfingsten ersolgr. oder ob der Sessionsschluß erst nach dem Feste mög­lich sein wird, erweist sich noch immer als eine offene; sollten aber wirklich die Landboten über Pfingsten hinaus zusammen­bleiben müssen, so würde dieser letzte Sessionsabschnitt jeden­falls nur ein sehr kurzer sein.

Das Verhältniß zwischen dem Kaiser und dem Fürsten Bismarck ist in jüngster Zeit auf Grund ver­schiedener Vorgänge und Gerüchte wieder einmal zur Er­örterung gelangt. Diese Betrachtungen gelangen vorwiegend zu dem Schluffe, daß vorerst eine Wiederannäherung zwischen dem Kaiser und dem Altreichskanzler schwerlich zu erwarten stehe, eine Schlußfolgerung, der man eine gewisse Berechtigung in Würdigung der hier obwaltenden eigenthümllchen Verhält­nisse schwerlich absprechen kann. Was die umlaufenden Ge­rüchte über den angeblich bevorstehenden Wiedereintritt des Grasen Herbert Bismark in den Reichsdienst anbelangt, so mußten sie gleich von Anfang an in Anbetracht der gespannten ' Beziehungen zwischen Berlin und Friedrichsruhe als müssige ! Ausstreuungen erscheinen, was nunmehr durch einen Artikel [ über Herbert Bismarck in denHamb. Nachr." auch bestätigt . worden ist.

Ueber den Reichskanzler Grasen Caprivi gehen ! schon wieder Rücktrittsgerüchte um. Er soll sich pri- j Darim dahin geäußert haben, er würde, wenn dies in sein : Belieben gestellt wäre, die Reichskanzlergeschäste gern so bald i wie möglich abgeben. Diese Aeußerung scheint denn auch die I Grundlage für die ausgetauchten Meldungen zu bilden, welche ^iir kommenden Herbst eine neue Kanzlerkrisis in bestimmte Aussicht stellen. Einstweilen wird man gut thun, diesen Murhmaßungen kein zu großes Gewicht beizulegen.

Leichenfeier für Klapka aus morgen vertagt wird und die Sitzung morgen auSsällr. Die Unabhängigkeitspartei be­antragte im Abgeordnetenhause trotzdem die Bestattung aus Staatskosten mit militärischen Ehren und die Errichtung eines Grabdenkmals. Der Ministerpräsident sprach gegen die An« träge. Nachdem die Nationalpartei sich den Anträgen der Unabhängigkeitspartei angeschloffen, wurde über denselben mit 94 gegen 83 Stimmen unter starkem Dumulte zur Tages­ordnung übergegangen.

London, 19. Mai. Lord Salisbury hielt gestern in einer Versammlung der Conservativen von Hastings eine Rede, in welcher er zunächst den durchaus friedlichen Character der auswärtigen Angelegenheiten hervorhob. Er sagte ferner, daß die Arbeiter in einem Zwiespalt mit den Capitalisten Unrecht thäten, die Gesetzgebung anzurufen. Strikes müßten zukünftig schiedsrichterlich geschlichtet werden. Gegen die im Auslande vorherrschende protectionistische Bewegung müsse Eng­land Reziprozitätöverträge abschließen.

Kopenhagen, 19. Mai. DerDannebrog" segelt beute Nacht nach Lübeck ab, um die griechische Königsfamilie abzuholen. Am Dienstag werden der Prinz und die Prin­zessin von Wales nebst deren Kindern Georg, Victoria und Maud hier erwartet.

Petersburg, 19. Mai. Das Ministercomite genehmigte endgiltig das Project des Baron Hirsch bezüglich der Ueber- siedelung russischer Juden nach Amerika in allen Details.

Athen, 19. Mai. Gestern Abend ist der König mit der ganzen Familie zur Theilnahme an den Festlichkeiten in Kopenhagen abgereist.

Schloß und Dors Schlobittcn waren gestern prächtig illu- minirt. Heute ist im Schlosse eine größere Festtafel.

Berlin, 19. Mai. Nach einer amtlichen Bekanntmachung sind dem Vorsitzenden des Berliner Männergesangvereins, Canzleirath Weisse im Handelsminister«um, welchem bei der Abreise von Wien vom deutschen Botschafter Prinzen Reuß zwei Briese an das auswärtige Amt mitgegeben wur-en, letztere aus seinem verschlossenen Handkoffer geflöhten worden. Die Briefe enthielten Wiener, Budapester, Belgrader Berichte. Der Diebstahl wurde wahrscheinlich auf dem Bahn­hofe in Dresden-Neustadt ausgeführt, als Weise kurze Zeit das Coupe verließ.

Pest, 19. Mai. Zwischen der Regierung und der Oppo-

Gießen, den 19. Mai 1892. ^,el r essend: Die Anstellung der Kreisstraßenwarte. Das Großhenogliche Kreisamt Gießen an 6k, Großh. Bürgermeister«!«« des Kreises.

Bekanntmachung,

betreffend Feldbereinigung in der Gemarkung Rüddingshausen.

Die Euileiluirg^dss.ö gesetzlichen Verfahrens für die Feld- beremigung der ^Gemarkung Rüddingshausen und für die Anlage von Mgen in den Baumstücken daselbst ist von 100 Gruudeigenthümern, die zusammen 380,0812 ha Fläche besitze«, b antraat worden. Da an dem Unternehmen im Ganzen 487 Grundeigenthümer mit 692,8295 ha Fläche be- theilig: find, ist hiernach die gesetzlich erforderliche Mehrheit für hji Antrag vorhanden. Nachdem das beantragte Unter­nehmen ui Gemäßheit des Art. 3 des Gesetzes über die Feld- bercimgung vom 28. September 1887 seitens der Großh. Oberen landwirthschaftlichen Behörde für zulässig erklärt worden ist, bringe ich ais bestellter Vollzugs'Commissär obiges Ergebnis nach Art. 11 des angeführten Gesetzes hiermit zur öffentlichen Kenntniß unter dem Anfügen, daß die schriftliche Erklärung der Grundeigenthümer mit der Berechnung der betheiliglen Flachs derselben vom ÄS. l. M. bis einschließlich 3. k. M.

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Rüddingshausen offenliegt und daß Einwendungen gegen die ^uläsngkett oder Nechtsbefiändigkeit des Ergebniffes binnen 14 Tagen, von der Veröffentlichung dieser Bekanntmachung im Kreisblatt an gerechnet, mittelst )chriftlicher Beschwerde bei der Großh. Oberen landwirthschastlichen Behörde in Darmstadt geltend zu machen sind.

(Rieften, den 19. Mai 1892.

Der Vollzugs-Commissär: ' Rebel.

Berlin, 19. Mai. DerNalionalzettunL.^ zufolge sind aus die fünfzehn Millionen aufgelegte tmrr Mittelmeer- Obligationen 353/4 Millionen gezeichnet. Die Repar- tition erfolgt gleichmäßig. , ///..

Pofen, 20. Mai. Einem Posener Blorre zufolge ergab die gerichtliche Untersuchung des Attentats aus den Decau v. Poninski in Koscielec, daß die Annahme, die Räuber seien von der anarchistischen Centralleirung abgesandt, un­berechtigt sei.

Nürnberg, 19. Mai. In der von dem geschästsführenden Ausschuß der Z^atursorscher-Versammlung berufenen Versammlung erklärte Medicinalrarh Merkel, er rechne, quf eine Betheiligung von 1500 bis 1606 Mitgliedern. Daraus wurde die Bildung der Ausschüffe vorgendmmen.

Flensburg, 19. Mai. Die dänisch gefirmten Nord-Schles- wiger wollten eine Deputation jüdjütischer Krude'r unter der Führung von Frauen nach Kopenhagen serd.cn, um dem Könige das Bild der Flensburger Föhrde zl.r gol­denen Hochzeit zu schenken. Der Kopenhagener Hos lkhnte die Huldigung ab. j,

Nom, 20. Mai. Es heißle, der Justizminister gedenke dem König anläßlich des Bersaffungstages eine Amneüle der infolge des 1. Mai, sowie der wegen DncU und Preß- vcrgeben Berurtheilten vorzuschlagen.

Newyork, 20. Maü Der M enichenver luft bei der Ueberschwemmung von Omaha und St. Louis ist sehr a bedeutend, er beläuft sich auf 60 bis 100 Todte. In Siour City sind Hunderte von ihrem Hause vertrieben. In Neb­raska ist der Eisenbahnverkehr unterbrochen. Der Strom ist bei St. LmstL yoch im Wachsen. Die Lebensmitttl werden auf Bovren yprbeigeschaffl. -

St. Louis, 19. Mai. Der Mississippi durchbrach seine Dämme- 35 Familien befinden sich m Todes­gefahr.

Washington, 19. Mai. Der Senat bewilligte die Summe für den Bau eines thurmartigen Schlachtschiffes, vier Kreuzern und sechs Torpe doscsiisfen.

vierteljähriger --onuemeutspretsr 2 Mark 20 Psg. mU Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg.

Redaction, Expedition und Druckerei:

Schutstrotze Ar.?. Fernsprecher 51.

Neueste Hacbricbten.

Lorrespondenz-Bureou.

Berlin, 19. Mai. Im Abgeordnetenhaus wurde heute über den Antrag RichterS ''.ns Abänderung des Wahlrechtes und Neueuitheilung der .Wahlkreise verhandelt. Nachdem Richter den Antrag begründct hatte, erklärte der Minister des Innern, Herrsurth Erörterungen über ein neues Wahlgesetz hqtten bereits tgefunben, jedoch seien dieselben wegen noch nicht abgeschlosicner Steuerreform noch nicht zu einem Resultate gediehen, dos die Vorlegung eines bezügltchen Gesetzentwurfes gestatte. Nach längerer Debatte, an welcher sich Redner aller Parteien beteiligten, zog Richter seinen Antrag zurück, dg derselb seinen Zweck einer Erörterung der Materie erreicht habe. Der Antrag von Schalscha wegen Aufnahme von Stratbestimmungen in das Einkommen­steuergesetz für Vorsitzende nab Mitglieder der Veranlagnngs- commission, welche einen Genfiten gegen seine auf Pflicht und Gewissen abgegebene ^.Declaration anders einschätzen, wird vom Antragsteller, nackdem Minister Miquel denselben für unannehmbar erklärt u w sich eine kurze Erörterung an­geschloffen hatte, zurückgez^.'n. Aus eine Frage Richters, ob noch Vorlagen zu ertoaetd* seien, erwiderte Miquel, ja, es sei dies ein NachtragskM, betreffend Wasserversorgung der Oberschlesischen Werke. 9- Montag, 23. Mai, nächste Sitzung. Dieser Nachtragsetat und Petitionen.

Knnabmt von Anzeigen zu der Nachwitta,0 für dr» folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» vorm. 10 Uhr. jmniH ""ll

zutreffend fein. Danach beträgt

der Vorrath der Lander: an Silber

an Gold

Dollar

Courant Dollar

Scheidemünze Dollar

Verein. Staaten Großbritannien

686 845 000

465 512 000

76 566 000

und Irland

550 000 000

100 000 OOO

Frankreich

900 000 000

650 000 000

50 000 000

Deutschland

500 000 000

102 000 000

102 000 000

Belgien

65 000 000

48 400 000

6 600 000

Italien

140 000 000

25 800 000

34 200 000

Schweiz

15 000 000

11 400 000

3 600 000

Griechenland

2 000 000

1 800 000

2 200 000

Spanien

100 000 000

90 000 000

35 000 000

Portugal

40 000 000

10 000 000

Oesterreich-Ungarn 40 000 000

90 000 000

Niederlande

Scandinav. Münz

25 000 000

61 800 000

3 200 000

verein

42 000 000

10 000 000

Rußland

190 000 000

22 000 000

000 000

Türkei

50 000 000

45 000 000

Australien

100 000 000

7 000 000

Egypten

100 000 000

15 000 OOO

Mexiko

5 000 000

50 000 000

Central-Amerika

500 000

Süd-Amerika

45 000 000

25 000 000

__

Japan

90 000 000

50 000 000

Indien

900 000 000

,

China

700 000 000

Jz

Singapore u. s. w.

100 000 000

Canada

16 000 000

5 OOO OOO

Cuba, Haiti u. a.

20 000 000

1 200 000

800 OOO