Locale» rrn- provinzielles
Berlin, 19. März. Die „Kreuzzeitung« hält die Meldung von der Demissionirung Caprivis ausrecht und fügt hinzu, der Kaiser habe Herrn v. Lucanus an den Cultusmiiiister gesandt, um diesen zur Zurücknahme der Demission zu bewegen. Bis zum Spätnachmittag sei letztere nicht erfolgt. Der Cultus- minister habe Nachmittags eine Besprechung mit Caprivi gehabt. Das Tageblatt enthält dieselbe Meldung.
Berlin, 19. März. Aus zuverlässigster Quelle verlautet, daß das Entlassungsgesuch Caprivis abgelehnt fei.
— Fluchtversuch. Gestern Abend machte der wegen des Einbruchs in der Bahnhofs-Restauration dahier verhaftete Liellner Petri aus Wetzlar, als er vor dem Großh. Amtsgericht vernommen worden war und wieder in das Arresthaus zurückgebracht werden sollte, einen Fluchtversuch. Petri fprang über den Schorgraben und gelangte auf den Brandplatz, wo er von dort exercirenden Soldaten gefangen und in das Arreslhaus zurückgebracht wurde. Derselbe soll des Diebstahls bereits überführt sein.
— Verhaftet. Gestern Abend wurde ein junger Mensch verhaftet, der in voriger Woche eitlem Kinde in der Wilhelms- straße 62 Pfg. abgenommen hatte. Der Verhaftete hat sich außerdem noch verschiedene Zechprellereien zu Schulden kommen lassen, indem er in hiesigen Wirthschasten logirte, aß und trank und bann sich heimlich entfernte.
Reiskirchen, 19. März. Am 16. d. M. sand hier die Bürgermeisterwahl statt und wurde der seitherige Beigeordnete Herr Johannes Wagner mit 121 Stimmen einstimmig zum Bürgermeister gewählt. Möge es nunmehr dem neuen Bürgermeister beschieden fein, unsere stark durch Parteiwesen getrennte Gemeinde auf einen friedlichen Weg zu bringen.
-ck. Vom Vogelsberg, 17. März. Wenn je die Trauerschläge eines Grabgeläutes das Menschenherz ernst und zur Wehmuth stimmten, so war es das heutige Trauergeläute, während dessen in der Residenz Darmstadt man die sterbliche Hülle des unvergeßlichen, mit seltener Treue geliebten Großherzogs Ludwig IV. zu ihrer Ruhestätte brachte. Wenn schon seither der Glockenklang der Trauer von allen Thürmen wie eine beredte Klage um den herben Verlust durch die Lüfte sich schwang, so ließ sich heute am Bestatrungs- tage des so hochgeschätzten Landesherrn kaum die innere Rührung bewältigen, als die Glocken wiederum ihren Trauergesang anstimmten. „Jetzt bestattet man unseren Landesvater, dem so innig das Wohl seiner Untertanen am Herz gelegen^ der schon so früh dem Lande entrissen, für dessen Wohlfahrt er feine ganze Kraft eingesetzt!" Das war der stumme Ausdruck gar mancher thränenumflorter Augen. Erst in dieser allgemeinen Trauer kommt die ganze Größe der seltenen treuen Liebe und Anhänglichkeit des biederen Hessenvolkes zu seinem entschlafenen Regenten zum Ausdruck. "Und diese aufrichtige und wahre Landestrauer wird der schwergeprüften fürstlichen Familie sicherlich einen Trost gewähren in ihrem tiefen Leid. Von den meisten Krieger- und Militälvereinen unserer Ortschaften sind heute Deputationen bei der Bestattung in Darmstadt anwesend. In allen Schulen wurde der Unterricht heute ausgesetzt und eine Gedächtnißfeier abgehalten. 33alb werden sich Male von Stein und Erz erheben, um de»
soweit, als dem Gesuchsteller Concession zum Wirthschasts- betrieb überhaupt ertheilt würde.
Das Gesuch des Herrn Architecten Stein um Erlaub- niß zur Erbauung eines Hinterhauses auf einem . der aus dem Bender schen Garten am Seltersweg sich ergebenden Bauplätze wird unter der Bedingung befürwortet, daß Gefuchsteller sich verpflichtet, innerhalb dreier Jahre bei Vermeidung des Verfalls einer Caution von 1000 ein Vorderhaus zu errichten.
Nach weiter angestellten Ermittelungen befinden sich eine Anzahl Erbbegräbnisse in vorschriftswidrigem Zustande. Bezüglich vier derselben haben sich auf erlassene Aufforderung Personen gesunden, die sich zu weiterer Unterhaltung der Begräbnisse verpflichteten- erfolglos war das Ausschreiben bezüglich eines Erbbegräbnisses- es wird auf Antrag der Friedhosscommission beschlossen, dasselbe einebnen zu lassen.
Berlin, 18. März. Vor dem Landsberger Thor gab es gegen 2 Uhr heftige Zusammenstöße zwischen der po tzet und dem Pöbel. Berittene Schutzleute säuberten den platz und hieben scharf ein. Ein Mann wurde schwer verwundet.
- ®er^n* 19. März. Um 4 Uhr erfolgte ein Zusammen- Hoß zwischen der Polizei und einer zweitausendköpfigen Volks- menge in der Straußbergerstraße. Vier Personen wurden verwundet. Um 6 Uhr wurde der Friedhof geschloffen, nachdem wohl 30,000 Personen tagsüber anwesend waren. Hierauf wurde die Menge aus dem Friedrichshain und den aitt grenzenden Straßen zurückgedrängt und zerstreut. Den Tag über fanden viele kleine Ansammlungen statt, bie Plänkeleien dauerten bis in die Nacht.
Berlin, 18. März. Das „Tageblatt" meldet aus zuverlässiger Quelle, die Mehrzahl der an dem gestrigen Kronrath beteiligten Minister habe sich für die Zurückziehung des Schulgesetzentwurfs ausgesprochen.
Berlin, 18. März. Der Breslauer Proseffor Gaspari hat sich vergangene Nacht in der Nervenklinik des Professors Mendel in einem Anfalle von Geistesgestörtheit erhängt.
Halberstadt, 18. März. Der Gewerkschafts-Con- greß beschloß gegenseitige Unterstützung bei Strikes, Reiseunterstützung sür Agitationen auf gemeinsame Kosten, statistische Erhebungen, die Centralisirung des Herbergswesens und Arbeitsnachweises und Schaffung eines gemeinsamen Preß- organes.
Halberstadt, 19. März. Der Gewerkschaftscongreß beendigte die Arbeiten und setzte die Ausgaben der Generalcommission fest, bestehend in Agitation unter den Arbeitern und einer Streikstatistik, sowie Herausgabe eines Correspondenz- blattes. Der Antrag, den Sitz der Generalcommission nach Stuttgart zu verlegen, wird abgelehnt. Bei der Neuwahl der Commission wurden nur Hamburger gewählt, darunter Legien. Hierauf wurde der Congreß geschloffen. Die Deleginen fangen stehend die Arbeitermarseillaise.
■ Kiel, 18. März. Das Panzerschiff „Baden" ist gestern Abend bei Langeland ans den Grund gerathen. „Bayern" ist zur Hilfeleistung abgegangen.
Thorn, 18. März. Täglich passiren aus dem hiesigen Bahnhose große Trupps russischer Juden, welche nach Argentinien auswandern. Gestern allein passirten über vierhundert.
Wilhelmshaven, 19. März. Im Panzerfahrzeug „Sieg- srieb« explodirte heute Nachmittag ein Kesselrohr, wobei sieben Leute schwer verwundet wurden.
Brüssel, 18. März. Die Polizei verhaftete in Lüttich einen Anarchisten, welcher als Urheber des gestrigen Dynamitanschlags verdächtig ist. Die deutschen Anarchisten wurden ausgewiesen.
London, 19. März. In Durham wurden die Ausständigen durch 10,000 nicht verbündete Kohlenarbeiter verstärkt. Zahlreiche Ordnungsstörungen wurden gemeldet. Es wurden Vorkehrungen getroffen, die Polizeimacht im Kohlenbezirk zu verstärken. Die außergewöhnliche Kohlennachsrage ist saft gänzlich geschwunden.
London, 18. März. In der Confercnz der Kohlen- ar beit er wurde beschloffen, daß die Arbeiter außer in Durham fünf Tage wöchentlich die Arbeit sortsetzen solle.
Odeffa, 18. März. Die Typhus-Epidemie in Kasan und Samara nimmt erschreckende Dimensionen an. Man fürchtet dazu die Einschleppung der Cholera aus Persien.
Sitzung der Stadtverordneten
am 18. März 1892.
Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, Herren Beigeordneten Grüneberg und Langsdorff, von Seiten der Stadtverordneten dte Herren' Adami, Georgi, Habenicht, Hcyliqen- staedt, Hornberger, Jughardt, Keller, Petri, Schiele, Schwall Schopbach, Simon, Dr. Thaer und Wallenfels. '
Zu Beginn der Sitzung machte Herr Oberbürgermeister Gnauth nähere Mittheilung über den letzten Städtetaq speziell über die aus demselben besprochene Aendernng der Verwaltungsgesetze.
Bon den vorliegenden Gesuchen um Ertheilung der Concession zum Wirthschastsbetrieb wird dasjenige des Herrn Karl Kratz behufs Behandlung in nicht öffentlicher Sitzung von der Tagesordnung abgesetzt. — Gegen die Gesuche des Herrn Louis Bourgeois, welcher die Hctl'sche Wirthschgst m der Kaplaneiggsse erworben hat des Herrn Thomas Moser, welcher die Wirthschaft im Hause Schloßgasse 7 weiterbetreiben will und des Herrn Fran- Mäder, der die Wirthschaft zum Chausseehaus übernommen bat, findet die Versammlung nichts zu erinnern. Die Versammlung befürwortet ferner, im Gegensatz zu dem Gutachten des Gr. Polizetamts, welches ein Bedürsniß zum Ausschank von Branntwein als nicht vorliegend erklärt, das Gesuch des Herrn Ferdinand Noll um Erlaubniß zur Einrichtung einer Wetn-Wirthschait im Neubau des Herrn Carl Steinberger an der Balmhosstraße, sowie dasjenige des Herrn Carl Loth um Erlaubniß zum Wirthschastsbetrieb im Retsstchen Hause in der Schanzenstrabe, letzteres Gesuch in dem den Ausschank von Branntwein betreffenden Theile in-
Pünktlich um 1/28 Uhr eine Gedächtnißfeier für Se. Königl. Hoheit ben verstorbenen Großherzog Lubwig IV. abhalten. Zugesagt basür finb verschobene Ansprachen, bie oqS Leben des theuren Heimgegangenen beleuchten werben. Darauf folgt ein Vortrag von Herrn Prof. Dr. A. Schmibt über bie bürgerliche Rechtsentwicklung im Großherzogthum ^"en. Zu biefer Sitzung werben ausnahmsweise auch Nicht- mitglteber beS Vereins eingelaben unb ist zu erwarten, baß die Versammlung sehr zahlreich werben wirb.
. ~ Herr Droschkenbesitzer Carl Huhn jun. hier wurde
A Sr. ^ni9L Hoheit dem Großherzog Lubwig IV. zum Pru W brnannt unb bemfelben bie Berechtigung er- *^10, bo§ Allerhöchste Wappen neben der Firma zu führen. Das Decret würbe unter dem 16. Februar b. I. ausgefertigt. ... ~ Aessentliche Prüfung bet Fortbildungsschule. Es ist für den Berichterstatter eine wahre Freude, wenn er unge>
- r Obrectivttät in der Lage ist, nur Gutes und Lobenswerthes rnttzutheilen. In solcher Lage befinden wir uns heute wahrend der Abfassung eines kurzen Referates über ben Verlaus obengedachter Prüfung. — Bei einem nad) Umftänben recht guten Besuche derselben, worunter wir einen Vertreter der Schulbehörde — Herr Schulrath Büch- ner war am Erscheinen durch Unwohlsein verhindert — Herrn Oberbürgermeister Gnauth, Mitglieder des Stadt- und Schulvorstandes, Jnnungsmeister und sonstige Freunde der ^ugendbllduug bemerkten, entwickelte sich und verlief die Prüfung glatt und ohne Störung, vor einem, wie wir ausdrücklich hervorheben wollen, andächtig lauschenden Zuhörer- krelfe. Zur Prüfung zugezogen waren folgende Klaffen: Illa. Illb, Ila, Ilb, la, Ib, Io. Ueber ben Erfolg derselben herrschte nur eine Stimme lebhafter Befriedigung und könnet, wir uns diesem Urtheil voll und ganz anschließen. Es ist ja auch immerhin eine achtungswerthe Leistung, wenn Schüler wie diejenigen es sind, aus denen der Grundstock der Fort" bildungsschule sich zusammenfetzt, es nach des Tages Last und Ermattung zu einem nennenswerthen Erfolg in dieser Richtung bringen, insbesondere wenn man sich noch die zahlreichen anderen Störungen und Hindernisse vergegenwärtigt, die gerade dieser Schule entgegentreten. Aus den Noten über Fleiß und Betragen constatiren wir einen Fortschritt zum Besseren, da den meisten Schülern hierin gut — sehr aut gegeben werden konnte. Nach Schluß der Prüfung erfolgte wie früher Prämiirung durch die Jnnungsmeister und Be lobung braver durch die Lehrer hierzu vorgeschlagener Schüler, alsdann Vertheilung der ausliegenden Hefte und endlich Schlußrede und Entlassung der Schüler der ersten Klasse. Die Rede, die auf folgenden Worten basirte: „Arbeit ist das Glück unseres Lebens und dem Fleißigen hilft Gott", betont, daß nicht der erlangte Bildungsgrad allein das Glück unseres Lebens ausmacht, sondern die Art, wie man hiervon im Leben Gebrauch zu machen weiß. Fleiß ist ein großes Cap"al, das Jeder bestrebt sein soll, nach besten Kräften zu verwerthen und auszunutzen, da hierin das eigentliche Lebensglück zu suchen und zu finden ist. Wir wünschen, daß diese Worte nicht auf unfruchtbaren Boden gefallen sein mögen uni) hoffen, indem wir den Entlassenen unsere bestgemeinten Segenswünsche mit auf den Lebensweg geben, daß sie von dem in der Schule Erlernten nur guten Gebrauch machen werden.
— Zur Landestrauer. Wer während der Trauertage der vergangenen Woche die Straßen der Stadt paffirte, dem konnte bei einiger Aufmerksamkeit nicht entgehen, daß die Trauer der Einwohnerschaft Gießens um den dahinqe- schiedenen Landcsherrn eine aufrichtige gewesen. Dies gab sich ganz besonders am Donnerstag, dem Tage der Beisetzung Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs Ludwig IV. futtb. Eine große Anzahl schwarzer Fahnen hatte sich zu den bereits seit Sonntag ausgehängten schwarz-weiß-rothen und roth-weißen mit Trauerabzeichcn versehenen Fahnen gesellt, und der sonst lebhafte Verkehr in den Straßen wickelte sich viel ruhiger als sonst ab. Es schien, als ob Jedermann bemüht gewesen, seiner Geschäftsthätigkeit, wo sic sich nicht ganz einstellen ließ, so geräuschlos wie möglich obzuliegen. Ganz besonders offenbarte sich auch die allgemeine Trauer in den Auslagen der Schaufenster jener Geschäfte, deren Artikel sich besonders zu Trauer-Arrangements eigneten. Kletd-rstosse-, Mode- und W-ißwaarengeschäste, dte Laden der Gärtner und Buchhändler u. s. w hatten in ihren Schaufenstern ein Trauergcwand angelegt, das ebenso treffend sür den Sinn der Geschäftsinhaber wie für den guten Geschmack sprach. Es wurde uns von Theil- nehmern an den Trauerseierlichkeiten in Darmstadt mitgetheilt daß dort, Ausnahmen abgerechnet, im Verhältniß zu Gießet/, recht wenig für Trauerschmuck aufgewendet worden sei, und glauben wir sonach den hiesigen Geschäftsinhabern, die ihren Schaufenstern em stimmungsvolles Trauergcwand verliehen, nicht vorcnthalten zu dürfen das Lob, das ihnen offen und priOQttm von der Einwohnerschaft gezollt wird.
— Der Oberheffifche Geschichtsverem wird nächsten Donnerstag im geschmückten Saale des Caf4 Balzer
Gießen, 19. März 1892.
r? Unieetnfi,5L ®ic cs begreiflich ist, ist di- Landes.Universität in all ihren Gliedern aufs tiefste bewegt von dem Hinscheiden ihres ersten Rector maenifi- centissimna. Im Namen derselben wurde am Tage vor der Beisetzung des Hochseligen Grobherzogs ein großes Palmenarrangement auf dem Sarge niedergelegt. Die Schleifen desselben trugen die mit Goldlettern eingedruckten SBorte Ludovico IV prtncipi dilectiasimo viro bono patri patriae recton auo magnificentiasimo morte acerba erepto academia Ludoviciana Gieaaenaia animo pio dedicavit.
rP7?Cr Universität, so hatte nicht minder die Mehrzahl der akademischen Korporationen prächtige Kränze nad) Darmstadt übersandt oder durch Abgesandte überbringen -1 Ct1V ^Ur Besetzung selbst war von Seiten des akaderni- Ichen Senats eine Deputation von fünf Mitgliedern entsandt worden. Dieselbe bestand aus dem gegenwärtigen Rector magmficua Prof. Dr. Sicbeck und aus je einem Vertreter der Fakultäten. Es entspricht dem Brauche, daß die Dekane zu Vertretern der Fakultäten auserschen waren. Doch traf c« ft* so, daß die gegenwärtigen Dekane sämmtlich entweder auf Reifen abwesend oder durch Krankheit verhindert waren, ehrenvollen Auftrage zu entsprechen. So mußten überall tue Prodekane eintreten, nämlich die Herren 1 Dr. Kattenbusch, Jörs, Löhlein und Bchaghel Es waren dieselben Vertreter der Fakultäten, welche am zweiten Ostertagc des vorigen Jahres die Ehre hatten, dem Heimgegangenen Großherzog den Dank dafür abstatten zu dürfen, daß er, der Bitte der Landesuniversität willfahrend, sich die Würde emes obersten Inhabers der Reetorwürde beizuleaen gnadtgst geruht hatte. In demselben Saale, in welchem der h°h° H°rr damals die Deputation huldvoll empfangen hatte, war ,etzt seine Leiche aufgebahrt. Es war für die Mitglieder der Deputation ganz besonders ergreifend, unter diesen Um- (tanben zuerst roieber diesen Raum zu betreten. Wie die Deputation die Ehre hatte, bei der Einsegnung der Leiche des hochseligen Großherzogs im Neuen Palais gegenwärtig zu sein, so war ihr auch hernach vergönnt, der Beisetzung im Mausoleum aus der Rosenhöhe anwohnen zu dürfen. Im Zuge war die Deputation als solche getrennt und auf einen anderen Platz betreteien, als diejenigen Mitglieder der Universität, bie es
5-," versagen mögen, in privater Eigenschaft
perfönlt* ber Allerhöchsten Leiche des Rector magni- ficentiaaimus das Geleite zu geben. Die Letzteren hatten sich unter Vorantritt der Pedelle, welche die Seepter der Universität trugen, an die Beamten des Ministeriums des Innern anqereiht. Auch sarnrntliche Corporationen der Hochschule waren so zahl- o ' W'CJ8 nur bie Ferien gestatteten, mit Chargirten in »oilem 28^« und mit ihren Fahnen im Zuge. Wenn die Universität den geliebten Landesfürsten schlicht und kurz als ”vir “onus“ bezeichnet hat, so hat sie ihm damit das Prä- dicat gewidmet, welches für die alten Römer Alles das zusammensaßte, was einen Mann, wo immer er stehe, loben mag. Ein guter Mann«/- in der That, es ist in der Stürze das Wort, womit alle treuen Hessen gern und mit "nerster Zustimmung das Wesen des tapferen, hochherzigen, gerechten und milden Regenten bezeichnet sehen werden, den ihnen der Tod jetzt entrissen hat.


