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2Zv*ueftc Nachrichten.

Wolffs telrgrapüHd?t3 Lorrelvondcn^Bur-an

derlm, 18. Januar. Der Kaiser empfing Mittags die Präsidien des Herrenhauses und desAbgeord-

totale* unb provinzielles.

Gießen, 19. Januar 1892.

Borträge im Gewerbevereiv. Nachdem die von de« Gewerbeverein alljährlich veranstalteten Vorträge seit einer Reihe von Jahren stets von auswärtigen, mehr oder weniger bekannten Prosefforen oder Technikern gehalten wurden, wird der nächste, am Dienstag den 26. Januar stattfindende Vortrag wieder - wie das in früherer Zeit die Regel war durch ein Mitglied des Vereins gehalten werden, durch Herrn Realgymnasiallehrer Dr. Pitz. Wir begrüßen diese Wiederaufnahme des früheren Gebrauchs und wünschen, daß sich öfter wieder Mitglieder des Vereins bereit finden lassen, Vorträge zu halten. Herr Dr. Pitz, der durch manchen lehr­reichen Vortrag, den er bereits in anderen Gewerbvereinen gehalten hat, in weiteren technischen Kreisen des Landes Vor­theilhaft bekannt ist, wird über Ventilation der Wohnraume sprechen und sind wir überzeugt, daß er damit einen Gegen- stand gewählt hat, der nicht nur für die Mitglieder deS Gewerbevereins, sondern für die Einwohner im Allgemeinen von großem Interesse ist. Eine genügende Ventilation der Wohnräume ist für die Gesundheit von so hervorragendem Werth, die bet derselben zu beachtenden Principien werden oft noch so wenig verstanden, die einer befriedigenden Durch­führung derselben entgegenstehenden Schwierigkeiten sind oft so wenig bekannt, kurz, eS ist in dieser Hinsicht noch so sehr Vieles zu thun, daß es eine dankenSwerthe Ausgabe ist, über die Grundsätze und Ausführung geeigneter Ventilation mehr Licht zu verbreiten. Wir hoffen, daß recht Viele die Gelegen­heit sich nicht entgehen lassen, sich darüber zu belehren.

Vortrag. Der für Mittwoch Abend von dem Vor­stand derRudergesellschaft" vorgesehene VortragMeine vierjährigen Erlebnisse aus der Südsee" ist des Eissestes wegen auf acht Tage später verlegt worden.

Eisbahn. Wie aus dem Inseratentheil ersichtlich, arrangirt der Vorstand des Eisvereins morgen Mittwoch Abend auf der Eisbahn ein großes Eis-Nachtfest z» welchem die Vorbereitungen in vollem Gange sind. Von 5r/z Uhr an concertirt die ganze Regiments-Musik unter persönlicher Leitung des Musikdirectors Herrn C. Krautze. Indessen wird die mit Hunderten von farbigen Lampions

Depeschen dcSBureau Herold-.

Wien, 18. Januar. Der an der Jnflueuza erkrankte Erzherzog Carl Salvator ist heute Nachmittag 3V2 Uhr gestorben.

Wien, 18. Januar. Aus verläßlicher Quelle wird ge­meldet, die Fracht entarise der österreichischen Bahnen würden ab 1. Juli erhöht.

Druffel, 18. Januar. Belgien ersuchte Deutschland ver­geblich um Abänderung der Werthzölle in specifische.

Brüffel, 18. Januar. Staatsminister Wüste veröffent­licht ein Schreiben an die Wähler, worin er vor einer Agi­tation gegen die Handelsverträge warnt. Eine Ab­lehnung derselben sei ein schwerer politischer und commerzieller Fehler. Der Eindruck, den das Schreiben hervorrief ist groß.

Rom, 19. Januar. Der Jesuitenpater Cornoldi, ein Liebling des Papstes und Erneurer der Lehren Thomas von Aquinos, ist gestorben.

Rom, 19. Januar. Der Jesuitengeneral Anderledi in Fiesole liegt schwerkrank an der Influenza darnieder. Man zweifelt an seinem Auskommen. Er erhielt die Sterbe- sacramente.

Rom, 18. Januar. Die Zollverhandlungen der Schweiz mit Italien werden schwieriger. Das der Schweiz angebotene Zollcartell wurde, als der Staatssouveränität widersprechend, abgelehnt. Der Vertrag dürfte demnach scheitern und der Generaltarif am 12. Februar eingeführt werden.

netenhauseS. Er unterhielt sich eingehend über die Arbeiten des Landtags und sprach die Hoffnung auS, daß über das Volksschulgesetz eine Verständigung erzielt werde, daraus empfing die Kaiserin die Präsidien beider Häuser. , Berlin, 18. Januar. Zu Ehren Windthorsts fand y? * in der Capelle der grauen Schwestern ein feier» / * ^bquiem statt, dem Centrumsmitglieder des Reichs­tages und beider Häuser des Landtags, auch viele Damen bei» wohnten. Der Domcapitular Perger celebrirte.

Derlin, 18. Januar. DenPolitischen Nachrichten" zu- solge wird durch den Gesetzentwurf wegen Abänderung des Straf­gesetzbuchs das Zu hätte rrh um an sich unter Strafe gestellt, ebenso das Herstellen und Feilhalten unzüchtiger Druckschriften und Darstellungen. Für Zuhälter, Raufbolde und Meffer- « "Ä rClnC Strafverschärfung durch hartes Lager und schmale Kost vorgesehen.

Liverpool, 18. Januar. Durch eine Feuersbrunst ch ein siebenstöckiges Magazin, in welchem sich 3800 Ballen Baumwolle befanden, zerstört worden.

Petersburg, 18. Januar. Die Mittheilung derPeters­burger Zeitung", daß die lutherisch-theologische r5acultät in Dorpat verbleibe, wird bestätigt. Die Ver­legung der Facultät, resp. ihre Umwandlung in eine Aka­demie war, wie von unterrichteter Seite verlautet, thatsäch- lich beantragt und wiederholt eingehend im Ministercomitv berathen. Da die Mehrzahl sich gegen den Antrag aussprach, rst das P-oject nunmehr als ausgegeben anzusehen.

Petersburg, 18. Januar. Zur Regelung des russischen Getreidehandels bereitet die Regierung ein Gesetz vor.

Tiflis, 18. Januar. Als die aus der armenischen Käthe- drale kommende, sich zur Wasserweihe begebende Prozession die Jnterimsbrücke über einen Arm des Kurflusses passierte, brach dieselbe zusammen. Bei dem Nachdrängen der dichten Volksmasien wurden vier Personen erdrückt und ver­wundet, zahlreiche sind ertrunken. Eine Anzahl der Berun- glückten ist bisher noch uncrmittelt.

erkranken läßt," spottete der alte Herr und seine Augen sunkelten im Vorgefühl der Niederlage seines Gegners,wo bleibt da dieses Capital, wenn Sie das Zeitliche segnen sollten?"

Mein Gott, verehrter Herr Commerzienrath," lachte der Doctor lustig auf,muß ich Sie denn, den Geschäfts­mann, daran erinnern, daß die Lebensversicherungs.Gesell­schaften den Werth unserer Arbeitskraft bis zu jeder ge­wünschten Höhe den Ueberlebendcn garantieren? für meine Person ..." '

Herr Mohrenelement, Sie gefallen mir!" rief der alte Herr und breitete die Arme nach dem jungen Manne aus.Kerl Junge, warum bist Du nicht Kaufmann geworden?"

Papa! Lieber Willibald!" ertönte eS da von der Thür, wo Frau und Tochter mit verklärten Blicken standen

Hier, hier hast Du ihn," fuhr der Alte fort und führte den Geliebten der Tochter zu, ,,tr ist zwar nur ein practijcher Arzt, kein Kaufmann . .

£>, ich bin auch mit einem Doctor zufrieden," jubelte diese und fiel dem Vater um den Hals.

Aber es ist auch ein practischer Mensch," vollendete dieser,ein durch und durch practischer Mensch, der meine Ansichten über unpractisches Gelehrtenthum gründlich über den Hausen geworfen hat; solche Männer lassen sich nicht die Butter vom Brode nehmen, Agnes, ihm können wir ruhig Frau !"nb mmrQuen' begrüße den Doctor also als Sohn,

«wider.e vr. Röhn, um dann flüsternd, die Hand der alten Dame an die Lippen riebend hmzuzufügen:Besonders Ihnen, gnädige Frau, die Sie Mich ,N so wenigen Minuten zu diesem - prac.ischen Menschen erzogen haben."

I fürwortet schließlich eine Besserstellung der Post Agenten.

. StaatSsecretär Dr o. Stephan: Die Postverwaltung würde auf die Wunsche deS Vorredner« gern eingehen, wenn es diesem gelinge, zu erreichen, daß der Eisenbahnverkehr an den Sonntag Nach- I ,"agen nach aller Herren Länder eingestellt werde. Die einheitliche Feier des Charfreitags und deS Frohnleichnamfestes fei bet den I betreffenden Bundesstaaten anzuregen. Er erhöhte gern alle Gehälter, aber es gebe noch ein Reichsschatzamt und einen Bundesrath.

I K ar <b£l ^d"h°lt sein Verlangen eines generellen Verbots I ber Ausübung de« Mustker-NebengewerbeS seitens der Postbeamten. I Wenn eS sich um die Zugehörigkeit ber Beamten zu Vereinen handle, V???"ung nicht genehm seien, dann sei von der persön-

I $5? /x* keine Rede. Proclamire man den Grundsatz der I persönlichen Freiheit, so führe man ihn auch durch.

ic?' Pv ^?chem entnimmt der Ausführung des Bundes- commissars, daß die Verwaltung gegen den Beitritt ihrer Beamten zu Dem Post-Assistentm-Vereln nichts einzuwenden habe. (Staats- irl Stephan widerspricht.) Ja, dann muffen doch die Gründe mitgetheilt werden können, die gegen den Verein sprechen. Redner verlangt ferner Mittheilung der Grundsätze, nach denen die Der- walttmg ihren Beamten einen Anspruch auf die Sonntagsruhe zugefteht. Er schließt sich den Forderungen Stöckers an. Auf die &cr Kaufleute könne hinsichtlich der Sonntagsruhe keine Rücksicht genommen werden. Uebrigens würden die Kaufleute selbst nach kurzer Übergangsperiode zufrieden mit dem Aufhören deS Sonn ags-Nachmtttags-Verkehrs sein. Seitdem die Reichspost­verwaltung den Bedürfnissen ihrer Unterbeamten mehr entgegen- gekommm sei bestehe keine Besoraniß mehr, daß die Soctaldemokratie in diesen Kreisen starken Fuß fasse.

M ^recwr vr. Fischer: Die Verwaltung habe seit 10 Jahren die Grundsätze dargelegt, nach denen sie hinsichtlich der Sonntags­ruhe ihrer Beamten verfahre. Erreicht sei, daß 99,52 o/0 h Be- amten jeden dritten Sonntag ober von brei Sonntagen zwei halbe

Verwaltung verbiete ben Beitritt zu bem Post- r!k?Enten-Verein nicht, aber sie billige deshalb den Beitritt stoch nicht und sie habe die Gründe hierfür seiner Zeit mitgetheilt.

Abg. Richter: Es mache den Eindruck der Gehässigkeit, wenn man den Verein nicht verbiete, ihn aber von hinten herum unmöglich zu machen suche. Den Privatmusikern werde die schwerste Concurrenz durch die Mtlttärmusiker gemacht. Was die Sonntags- ruhe anlange so komme man vielfach zu Uebertreibungen. Wenn man die Eonfequenzen der Ausführungen Stöckers ziehe, so müßte £ ,L:TCrfc6r Sonntags aufhören, auch die Thätigkeit der Geistlichen, an die sich doch sehr viele materielle Beziehungen knüpfen- ~ ^innere nur an Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen. Am §?nntags-Nachmittags-Verkehr hätten gerade kleine Leute, besonders Dienstboten ein Interesse, die Wochentags keine Zeit hätten, ihre Briefe zu schreiben und zur Post zu bringen.

. ^^-»U^ch (Soc.> bricht sich dagegen aus, daß die Zahl

der durch die Poft frei zu überweisenden Zeitungen auf 10 o/o des Abonnements herabgesetzt worden fei. Uebrigens werde diese Be­stimmung nicht einmal gleichmäßig durchgeführt.

Abg. Sam Hammer (frs.) bittet, dahin zu wirken, daß den einzelnen Postämtern bei größeren Zahlungen nicht das Geld aus- geye, wie eS hie und da vorkomme.

Die Ausgaben der Eentralverwaltung werden genehmigt.

Ausgaben der Betriebsverwaltung wünscht Abg.S t nger CI(^terun0<n die Landbriefträger, denen theilwets ftÄWÄ- n,etbe"' b*C 6btr b*C mCnWld,C L-Mungs- ,,, DErector Dr. Fischer: Die Landbriefträger seien durch die letzte große Personalvermehrung ganz bedeutend erleichtert. Die tägliche Durchschnittsleistung sei 22 Kilometer, was nicht zu viel fei, roenn man berücksichtige, daß diese Beamten keinen Nachtdienst haben' Auch <n feiner Hetmath seien die Landbriefträger häufig überlastet.

, Ä Hinze (fts.) wünscht zu wissen, ob eine Maximalleiftung !eftgefefet sei. Beim Militär sei diese Leistung auf 21 bis 23 Kilom täglich angeseht; das Marschiren in bet Truppe sei allerbingS er­müdender, aber man könne doch nicht mehr als 30 Kilometer als tägliche Maximalleistung annehmen.

Staatssecretär Dr v. Stephan: Eine Maximalleistung könne niwt ziffernmäßig festgesetzt werden. Im Gebirge und auf weichem Acker könne man nicht Gleiches leisten, wie auf glatter Chaussee. Jedenfalls werde den Leuten nicht zu viel zugemuthet. Dies beweise 1« auch ber große Anbrang zu biefer Stellung.

Das Drbinarium bes Post- unb Telegraphenetats wird an­genommen.

Morgen: Berathung des Gesetzentwurf« betr. die Verzollung ? Februar in Deutschland vorhandenen unverzollten Ge- tteides, Fortsetzung der Berathung des Postetat«.

oottoÄ,M'SÄSTÄF,omI SSLS.SSWS!ÄI**** b.

. J^b0\.DIr- ®u6I °l, Rcskrcnt, d.ß in d-r Commlsfion Awcifcl erhoben wurden, ob diese Etnnihme wiiklich erreicht werden würde: von anderer Sette sei -ber die Ausstellung als eine vorsichtige 2?. ..ntn* S ,Ln' Einer Herabsetzung der Telephongebühren habe StaatSsecretär Dr. v. Stephan dringend widerrathen und auch die Tommisfron habe sich au« finanziellen Gründen nicht entschließen tonnen, eine solche Herabsetzung zu befürworten. Auch gegen das Verlangen, bei ber Anlage mtnberwichttger Telephonlinien auf bte gorberung einer Garantie Seiten« ber Interessenten zu verzichten, habe sich die Postverwaltung ausgesprochen. Hinsichtlich bes Verlangen« der Postverwaltung, daß Gastwtrthe ihren Gästen bte Benutzung be« Telephon« nicht gestatten sollen, sagte ber StaatSsecretär nochmalige Sßrufung zu. lieber ben Post-ZeitungSvertrieb soll ein besonderes Gesetz vorgelegt werden. Das Ordinarium der Personalausgaben erhöhe sich um 1 !/< Millionen infolge erheblicher aber nothwendiger Personalverrnehrungen.

Abg. Wilisch (bfr.) befürwortet eine Herabsetzung der Depeschen- fiebubren auf 3 Pfg. pro Wort. Der Ausfall würde, den jetzigen Verkehr zu Grunde gelegt, nur 2 Millionen betragen; in Wirklichkeit werde ein Ausfall aber gar nicht entstehen, da sich der Verkehr ent­sprechend erhöben und man dann beim Telegraphiren nicht so wie jetzt mit den Worten sparen würde. Er wünscht ferner eine Herab­setzung der Gebühr der grauen Postaufträge.

Abg. Dr. Bachem ((Str.) beschwert sich über Maßregelung von Mitgliedern des Postassistenten-VerbandeS, der doch nur eine Ver­besserung der wirthschaftlichen Lage seiner Mitglieder anstrebe. Er wünscht eine öffentliche Erklärung ber Verwaltung, wie sie sich zu dem Verbände stelle. So lange die Postverwaltung nicht juristische und wirthschaftliche Gründe gegen den Verband habe, sei ihr Der- I fahren gegen die Mitglieder des Verbandes unzulässig. Hinsichtlich der Sonntagsruhe der Postbeamten sei schon viel geschehen, doch be- ständm noch immer Mißstände, um deren Beseitigung er bitte. Redner weißt schließlich darauf hin, daß das Durchschnittsgehalt ber Postverwalter niedriger sei, als das der Postasfistenten unb Ober- Assistenten, obgleich bie Postverwalter au« tiefen entnommen würben unb wünscht Aufklärung hierüber.

Abg. Wöllrner (bfr.) bringt bie Unzuträglichkeiten im Brief- verkehr zwischen Berlin unb feinen Vororten zur Sprache, bte um so schärfer hervortreten, als eine Anzahl Berliner Straßen nur zu einem Theil zu Berlin, zum anbern zu einem ber Vororte gehören. Die Einverleibung der Vororte in Berlin werbe ja kommen, aber e« könnten herüber noch viele J«hre vergehen, weshalb eine Verkehr«- erleichterung bis dahin nicht verschoben werden sollte.

StaatSsecretär Dr. v. Stephan: Die Lösung der vom Vor­redner angeregten Frage werde erst mit der Eingemeindung der Vor­orte mit Berlin möglich werden. Der in Berlin arbeitende Post­apparat fei ein ganz gewaltiger; fo habe sich feit 1870 die Zahl ber Postanftalten vervierfacht.

Abg. Dr. Lingens ((Str.): In Bezug auf bie Sonntagsruhe bestäuben noch immer Ungleichheiten; was er forbern müsse, sei ein völlig freier Sonntag. Auch ber Vormittag müsse frei fein, bamit ber Beamte mit Frau unb Kinbern bem Gottesbienfte beiwohnen könne.

Abg. Bebel (Soc.) beschwert sich barüber, baß bie Beamten vielfach bas Nebengewerbe als Musiker betrieben; nicht weniger al« 18000 Beamte im Deutschen Reiche sollen bies tbun. Daburch würben bte Musiker von Berus geschäbigt. Der Staat solle feine Beamten so bezahlen, baß sie kein Nebengewerbe auszuüben brauchten; bei ausreichenber Bezahlung ber Beamten müßte aber bafür gesorgt werben, baß biefe nicht anbereu Berufen Coucurrmz machen. Unter ber Ausübung eines solchen Nebenberuf« leibe auch ber Dienst. Durch bas Juvaltbttäts- unb Alter«- Dersicheruugsgefetz seien bie Postbeamten schwer belastet worben- zu erwägen wäre, ob nicht befonbere BureauS errichtet werben sollten, um ben Versicheruugs- markeu Vertrieb biefen zu übertragen.

Director im Reichspostamt Dr. Fischer: Die Postverwaltuug erkenne ihre Pflicht, für eine ausreichende Sonntagsruhe der Post­beamten zu sorgen, in vollem Maße an unb suche berfelbeu, wie auch anerkannt worben, nach Möglichkeit gerecht zu werben. Durch ein amerelles Verbot bes Betriebes von Nebengewerben, auch soweit durch ! solchen ber Dienst nicht geschäbigt werbe, würbe zu tief in bie persön­liche Freiheit einbegriffen werben. Was bie Stellung ber Verwaltung dem Post-Asfisteutenvereiu gegenüber anlange, so fei biefe Stellung heute biefelbe wie im Vorjahre. Die Verwaltung könne Agitationen von Beamten, bie bem Verein augehören, nicht bulben unb sie könne nicht bulben, baß bie Mitgliebschaft eine Beeinträchtigung bes Dienstes zur Folge habe. Die Postverwalter würben nicht aus den Oder- Postasststenten entnommen, sondern aus denjenigen, welche die Prüfuna al« Ober-Assistenten gemacht haben. I

Abg. Stöcker (cons.) giebt zur Erwägung anheim, die Stunden I von 57 Uhr am Sonntag Abmd auch freizugeben. Es würde I dann nicht nur ben Beamten, fonbern auch Tausenden von Commis, I Äaffenboten rc. ein freier Sonntag gesichert werden. Auch der I Kassenverkehr sollte Sonntags eingestellt werden. Geradezu Aergerniß erregend sei der Packetverkehr, ber, ber Herr Staatssectretär möge I Nachrichten haben, welche er wolle, häufig bis in bie Zeit bes GottesbiensteS hinein bauere. Erwünscht wäre eine einheitliche I

rath Wehner und Frau. Das das ist Ihre Verord­nung, Herr?"

»Die zweckdienlichste, die ich mit Einwilligung Ihres Fräulein Tochter und Ihrer Frau Gemahlin treffen konnte, nur Ihre Bestätigung steht noch aus, Herr Commerzienrath, um das Herzleiden Ihres Kindes im Keime zu ersticken."

Und was berechtigt Sie außerdem, als Bewerber für mein Kind aufzutreten?"

Meine Stellung als Mediciner und demnächstiger Asfistenzarzt des Herrn Geheimrath Winter."

Ah, ah," machte der alte Herr.Und Ihr Ver- mögen?"

An baarem Gelde gleich Null. Aussicht, eine Frau, eine Familie standesgemäß zu erhalten, gewährt mir indessen mein Einkommen aus der Ihnen angeveuteten Stellung in Verbindung mit den Zinsen meiner Frau."

^Jn Verbindung mit den Zinsen des Vermögens Ihrer Ihrer Frau?" wiederholte der Commerzienrath verblüfft seine Blicke fragend auf der schlanken Gestalt deS jungen Mannes ruhen lassend,Sie, Sie meinen also?"

Ich bin der Meinung, da es sich hier nicht in letzter Linie um das Wohl Ihrer Tochter handelt, daß Sie einen Theil Ihres Ueberflusses dieser zur Verfügung stellen- es ist für eine Frau gewiß nur angenehm, zu wissen, dem Vermögen ihres Gatten einen, wenn auch noch so kleinen Betrag des ihrigen gegenüberstellen zu können."

Aber sagten Sie nicht selbst, daß Sie kein Vermögen besitzen, Herr Doctor?"

Repräfentire ich es nicht in meiner Person, durch mein Wirken? Mein garantirtes Einkommen beträgt fünftausend Mark, mithin verwirkliche ich, zu fünf Procent gerechnet, ein Capital von hunderttausend Mark," sagte mit seinem Lächeln brr junge Mann.

Unb wenn Sie das Geschick statt an eine« Herz­leiden, wie augenblicklich, an einem anderen, ernsteren Nebel