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Schrader (bfr.), daß diese Behörde ausführlichere Mittheilunge» Eder ihre Thättgkett mache- namentlich sei e« nöthig. -u erfahren, ®ic sich diese RetchSbehörde stelle zu der plötzlichen Sisttrung aller Larifrefarmen, die nach dem Vorgänge der preußischen StaatLbahnen jetzt überall in Deutschland Platz greife.

Präsident des ReichSeisenbahnamtS Schulz: DaS ReichS- etfenbahn-Amt wirkt theilS als DerwaltungS-, theils als Aufsichts­behörde. In ersterer Beziehung ist ihre THLttgkett eine nicht öffent­liche. Ihre AufsichtSthätizkett wird öffentlich dargelegt. Die Wünsche deS Vorredners in Bezug auf die Tarifreform gehören gegenwärtig »or die Parlamente der Etnzelstaaten; hier können sie erschöpfend sicht erörtert werdm.

Abg. Graf Kanitz (cons.) hält die zu weitgehende Verbilligung der Tarife für einen Fehler. Der Zonentarif habe in Ungarn keines­wegs so günstige Erfolge für die Bahnverwaltungen gehabt, wie seine Anhänger schildern. Auch die Gütertarife sind in Ungarn zu sehr ermäßigt. Man wartet auf die nothwendige Erhöhung dieser Tarife in Ungarn, um dann auch in anderen Staaten mit der Er­höhung vorzugehen. Der preuß. Staatsbahnverwaltung kann man Vorwürfe wegen mangelhafter Instandhaltung der Bahnen nicht machen. Die Unfälle haben ganz andere Ursachen als mangelnde Betriebssicherheit.

Abg. S chrader (dfr.) wünscht, daß der fiskalische Gesichts­punkt für die Verwaltung der Bahnm in Preußen nicht der allein maßgebende werden möchte; der Vervollständigung des Betriebs- Materials muß mehr Aufmerksamkeit zugewendet werden.

Präsident des RetchSetsenbahnamtes Schultz erwidert, daß nach dm vorliegenden Ueberstchten diese Nothwendtgkeit berücksichtigt sei. Vorkommender Wagenmangel werde nicht durch Mangel an Betriebs­watertal, sondern viel öfter durch die WttterungSverhältntsse ver­ursacht.

Abg. vr. Hammacher (ntl.) bedauert, daß die Eisenbahntarif- geftaltung der Bahnen von den Staatsfinanzen abhängig gemacht werdm soll. Bet Verstaatlichung der Bahnen sei regierungsseitig stets versichert wordm, die Ueberschüsse der Bahnm sollten nur für die Bahnen verwendet werden. Schließlich bittet Redner, das Retchs- eismbahnamt möge sich für die baldige Ausarbeitung eines RetchS- eisenbahn-Gesetzes bemühen.

Abg. Schrader (dfr.) schließt sich diesem Wunsche an. DaS Aufsichtsrecht des ReichSetsmbahnamtes dürfe kein bloS pa­pierenes sein.

Hierauf wird der Etat des Reichseisenbahnamtes angenommen.

Nächste Sitzung Montag 1 Uhr: Etat (Retchspost und Tele- graphm).

Schluß 5 Uhr.

Neueste Nachrichten.

Depeschen deSBureau Herold*.

reft. 17. Januar. Die Getreidevorräthe betrugen am 1. Januar 14,98 Millionen Meter-Centner Weizen, 1,19 Millionen Roggen. Im Hinblick auf den gegenwärtigen Verbrauch bis zur neuen Ernte wird trotz des Ausfalles des Roggens der Ueberschuß an Weizen noch immer 4,36 Mill, betragen.

Paris, 17. Januar. Die Deputirtenkammer wird über die Abschaffung der Censur berathen.

Brüffel, 18. Januar. Eine Versammlung von 300 In­dustriellen beschloß, einen Protest gegen den Handels­vertrag mit Deutschland einzureichen.

Loudon, 18. Januar. DieTimes" melden aus New- Dork, Präsident Montt erklärte es für unmöglich, im Namen Chiles eine Entschuldigung gegenüber Nordamerika zu machen, ohne den Bürgerkrieg Hervorzurusen.

Cocak» ttnö provinzielle».

Gießen, 18. Januar 1892.

Neues Theater. In Lindau'sDie beiden 6 o n o r c n" verabschiedete sich gestern Frl. Klinkhammer vom hiesigen Publikum. Das Stück verräth in der gewandten Scenensührung und der liebevollen Ausgestaltung der haupt­sächlich interessirenden Charactere den erfahrenen Bühnen- techniker und gewandten Schriftsteller, aber eine bedeutende Dichtung, wie die Freunde Lindaus bei der ersten Aufführung in Berlin in die Welt hinausposaunten, ist es nicht. Aller- dings konnte gestern Abend ein voller Erfolg nicht ausblcibcn, denn Frl. Klinkhammer entzückte in der Rolle desLorchen Kaiser" unser Publikum mit einer wahren Prachtleistung, jedes Eingehen auf besonders hervorragende Einzelheiten würde den Eindruck der ganzen Leistung nur abschwächen und diese war in der That ein Meisterstück schauspielerischer Kunst. Das Publikum spendete dem berühmten Gaste denn auch nach jeder Scene jubelnden Beifall, nach dem zweiten Acte erhielt Frl. Klinkhammer einen prächtigen Lorbeerkranz. Als der Vorhang zum letzten Male fiel, riesen viele Stimmen Frl. KlinkhammerAuf Wiedersehen" zu, wir wollen hoffen, daß dieser Wunsch bald in Erfüllung gehen möge. Auch sonst glich die gestrige Vorstellung einer Musterausführung. Besonders hervorragende Leistungen boten Frl. Plog, Frau Lindemann und Herr Ernst, sie wetteiferten geradezu, sich dem Gaste ebenbürtig an die Seite zu stellen. Auch die Herren Rosenow, Stegemann, Peickner und Bell­mann leisteten Gutes. Zum Schluffe aber möchten wir Herrn Director Reiners für die genußreichen Abende, die uns das Gastspiel brachte, herzlich danken, das Gießener Publikum aber bitten, dem Theater auch für den Rest der Spielzeit das gleiche Interesse entgegenzubringen, wie in der vergangenen Woche.

Neues Theater. Als achte Vorstellung im zweiten Abonnement geht Dienstag den 19. Januar Gustav v. Mosers Leibrente" in Scene. Wir empfehlen dies lustige Stück allen Theaterbesuchern aus das Beste.

Turnerisches. Am Samstag Abend hatten wir Ge­legenheit, dem Winterfest des Turnvereins bei­zuwohnen und sanden wir ein ebenso reichhaltiges, als gut gewähltes Programm in der gelungensten Weise zur Aus- sührung gebracht. Nach einem gut gesprochenen Proloq wurden eine Reihe von Pyramiden gestellt, welche durch ihre schöne Gruppirung dem Auge einen besonderen Genuß boten, hierauf folgte das sehr passende, turnerische Lustspiel Gut Heil". Wie d,es mit Fleiß und Verständniß cingcübt, das zeigte sich bei der gelungenen Aufführung, einzelne Stellen waren von überraschender Wirkung, besonders das im dritten Act dargestellte Turnfest mit Turnen am Barren Wohl selten haben wir schönere und graziösere Uebungcn gesehen wie sie hier von unseren tüchtigen Turnern zur Ausführung

gebracht wurden. Hieraus folgende Marmorgruppen bildeten, wohl ebenso gelungen, den Schluß des ersten Theils. Der den Schluß des Festes bildende Ball dauerte bei lebhafter Betheiligung bis zum anbrechenden Tage. Von jeher gewohnt, daß unser alter Verein in turnerischer Beziehung Hervor­ragendes leistet, müffen wir doch die hervorragende Ent­wickelung aller Kräfte anerkennen. Möchte unser Turnverein so weiter streben, dazu unser Gut Heil!

Der EiSverein beabsichtigt, nächsten Mittwoch von 58 Uhr ein Eis fest mit Concert der hiesigen Regiments­musik, bengalischer Beleuchtung ?c. zu veranstalten.

Im Feierabend für Lehrlinge erfreute gestern Abend Herr Lehrer Curschmann die zahlreich Versammelten mit einem Vortrag über Jnsecten und Vögel mit besonderer Be­ziehung auf den Vogelschutz. Es war eine von Allen em­pfundene Freude, den verehrten Herrn mit solch' geistiger Frische und Freundlichkeit bei den jungen Leuten unter er­munternden Worten wiederzusehen. Der Vorsitzende, Herr Pfarrer Dingeldey, gab dieser Freude und der Dankbar­keit in einem fröhlich aufgenommenen Hoch Ausdruck, worauf Herr Curschmann nach dem gemeinsamen Gesang einiger Lieder mit einem Hoch aus Kaiser und Landesherrn ant­wortete. DerFeierabend" weiß sich dem verehrten Vor­kämpfer des Thierschutzes für sein durch die That und in so freundlicher Weise bewiesenes Interesse zu aufrichtigem Dank verpflichtet.

Die Nr. 2 des im Auftrage des Evang. Pfarr­vereins im Großherzogthum Hessen von Herrn Pfarrer Dr. Naumann hier herausgegebenenHessischen Kirchenblattes'' hat folgenden Inhalt: 1. Zur richtigen Erbauung. 2. Eph. 4, 16. 3. Neues und Altes im Pfarrdienst. 4. Ein Wort über den Organistendienst. 5. Ein Wort über Ablösung. 6. Wieder einmal derSchulbote für Heffen". 7. Ein offenes Wort. 8. Kirchenblatt und Pfarrverein. 9. Protest gegen dieMittheilungen des Vereins zur Abwehr des Antisemi­tismus". 10. Fall Müller, Pastor von Goldenstedt. 11. lieber Collectiren. 12. Bericht über die Zusammenkünfte von Pfarr­vereinsmitgliedern. 13. Zusammenkünfte der Pfarrvereins­mitglieder. 14. An die Vertrauensmänner. 15. Anzeigen.

In Nr. 4 derZeitschrift für die Jnvaliditäts- und Altersversicherung" fordert der Vorstand der Ortskranken­kasse zu Mainz zur Gründung eines Verbandes der Orts- krankenkaffen für da8 Großherzogthum Heffen zwecks Wahrung und Förderung gemeinsamer Interessen der hessischen Orts­krankenkassen auf. Anmeldungen sind bis zum 21. Januar d. I. an den Vorstand der Ortskrankenkasse in Mainz zu richten. In einer Reihe von Ländern, z. B. Achsen, Württemberg, Schlesien und Posen, Rheinprovinz, bestehen bereits derartige Verbände mit gutem Erfolge.

-elc. Von der Ohm, 15. Januar. Wer unseren Sing­vögeln ein wenig Aufmerksamkeit widmet, der wird bemerken, daß seit zwei Jahrzehnten unsere Standvögel eine auffallende Verminderung erfahren haben. Dagegen zeigt aber eine andere Vogelart eine stete Zunahme, die Raben. Wer jemals den ungeheueren Rabenschwarm beobachtet hat, der sich allabendlich bei Ober-Ohmen ein Stelldichein giebt, wird bewundernd sich gefragt haben: woher all' dies Rabenvolk'? Viele Tausende zählt die Rabenschaar, welche wolkenartig Abends nach ihrem Nachtquartier, dem unmittelbar an das Dorf grenzenden Kirchberg, ziehen. Wer da weiß, wie ge­fährlich die Raben gerade unseren kleinen, nützlichen Sing­vögeln durch Vernichtung der Eier und Jungen sind, der wird unschwer hauptsächlich hierin die bedingende Ursache der Abnahme unserer Singvögel finden. Man hat sonst auch diese Ursachen in dem Ausroden der Hecken zu suchen ge­meint, allein in den meisten Gegenden des oberen Ohmthals bezw. des Vogelsbergs sind noch so viele Hecken vorhanden, daß man die ausgerodeten Stellen kaum bemerkt, hierin üglich kein Grund zur Abnahme der Singvögel liegen kann. In demselben Verhältniß wie unsere Standvögel (Singvögel) eine Abnahme zeigen, sind auch die Vogelnester seltener ge­worden. Und doch ist dabei der Vogelschutz entschieden ein besserer geworden. Wie einerseits in dieser Thatsache die Aufforderung liegt, dem Ueberhandnehmen der Raben energisch zu steuern, so mahnt sie andererseits, die wenigen Singvögel während des Winters nach Kräften zu schützen und zu füttern.

§ Ober MooS, 16. Januar. Heute wurde ein hiesiger Ortsbürger auf Antrag der Großh. Staatsanwaltschaft in Gießen verhaftet. Die Verhaftung soll im Zusammenhang mit dem am 27. Deeember v. I. hier ausgebrochenen Feuer stehen.

Bad-Nauheim, 15. Januar. Der heute Nacht gefallene Schnee wurde zum Verräther eines Diebes. Ein stellenloser Arbeiter kam gestern Abend von Frankfurt, stieg in Friedberg ab und begab sich nach Mitternacht zu Fuß hierher, um in die Schlafkammer eines Dienstknechts einzu­steigen und einen Theil von dessen Garderobe sich anzueignen. Durch das Erwachen des Eigenthümers wurde der Einge- drungene verscheucht. Der noch in der Nacht benachrichtigte Gendarm Vogel verfolgte in dem srischgesallenen Schnee die Fußspur, die aus Umwegen in den hiesigen Bahnhof führte. Hier wurde der Dieb, der sich bereits ein Billet nach Frank­furt gelöst hatte, verhaftet. (D. Ztg.)

Darmstadt, 16. Januar. Dem Vernehmen nach findet in etwa 14 Tagen im Saalbau hier ein hessischer Städte­tag statt, aus dessen Tagesordnung die neuen Verwaltungs- gesetzentwürse stehen. Zum Referenten ist Herr Oberbürger­meister Küchler von Worms, zum Korreferenten Herr Ober­bürgermeister Brink von Offenbach bestellt.

A Mainz, 15. Januar. Bei einer Reihe hiesiger Bank­häuser wurden gestern durch einen noch nicht 16 Jahre alten Kausmannslehrling großartige Be trügereien mit gefälsch­ten Wechseln versucht. Die Betrügereien waren mit solchem Raffinement angelegt und die Unterschriften in einer Art gefälscht, daß zwei erfahrene Bankiers getäuscht wurden und

es dieselben nur einem Zufall zu danken haben, daß sie durch den jugendlichen Betrüger nicht um hohe Beträge ge­bracht worden sind. Einer der gefälschten Wechsel hatte die Höhe von 40000 Mk. und war von einer Großkohlenhand­lung in Kastel ausgestellt und mit der Unterschrift eines ersten Frankfurter Bankhauses versehen. Der Wechsel wurde dem Bankhaus Bamberger u. Co. hier zum Diseontiren per Telephon angeboten und von demselben auch angenommen, die Auszahlung indeß bei der Präsentation vorerst verwei­gert, da einer der Namen auf dem Wechsel nicht ordnungs­gemäß geschrieben war. Die Beträge der übrigen gefälsch­ten Wechsel beziffern sich auf 5000 Mk., 3000 Mk. und 2000 Mk. Die Verhaftung des vielversprechenden Burschen, der Jakob Bär heißt und aus Forchheim bei Ludwigshafen stammt und bis vor wenigen Tagen in dem Bankgeschäft von Lazar hier thätig war, erfolgte in dem Augenblick, als er sich bei dem Bankhaus Fulda aus einen gesälschten Gut­schein 5000 Mk. erschwindeln wollte. Mit Bär sind noch zwei Schiffsleute verhaftet worden, die demselben bei seinen betrügerischen Manipulationen behilflich waren.

*A Mainz, 17. Januar. Kommenden Sommer finden aus dem Rheine hier außergewöhnliche Pionierübungen statt, an welchen drei ganze Bataillone, und zwar außer dem hier und in Kastel garnisonirenden 11. Bataillon die in Metz und in Minden liegenden Bataillone Nr. 10 und 16, theil- nehmen. Zu den Uebungen, die mit einer großen Parade und einer Jnspeetion der drei Bataillone ihren Anfang nehmen, sind jetzt schon alle Dispositionen getroffen und ist bereits be­stimmt, daß Belagerungs-, Felddienst- und Pontonierübungen abgehalten werden. Die letzteren Uebungen, bei welchen das Schlagen von zwei Brücken über die ganze Strombreite des Rheines hier vorgesehen ist, dürsten die interessantesten wer­den, indem dieselben mitunvorbereitetem Material" statt- finden, was dahin zu verstehen ist, daß zu dem Brückenschlägen nicht die üblichen Pontons und vorräthige Deckung verwendet wird, sondern requirirte Kähne und Nachen, sowie frisch ge­fällte Holzstämme dazu benutzt werden.

WormS, 15. Januar. Einen hübschen Beweis für die Findigkeit unserer deutschen Post darf man in einem aus dem Elsaß an die hiesige Bürgermeisterei ge­langten Bries mit folgender Adresse erblicken: Herrn Bürger­meister Liebfrauenmilch, Rheinheffen.

vermischtes.

tt Kassel, 17. Januar. Die Kunde von einer entsetzlichen Blutthat verbreitete sich in der Frühe des heutigen Sonn­tags in unserer friedlichen Residenzstadt von Munde zu Munde: Der Gefangenenaufseher Steinhäuser ist ermordet worden! Und in der That, sie bestätigt sich, diese schreckliche Nachricht. Ueber die näheren Einzelheiten können wir zuverlässig Fol­gendes mittheilen. Der Gefangenenaufseher Wilhelm Stein­häuser ist seit zehn Jahren Aussichtsbeamter des Polizeiarrest« loeals, in welches die von der Polizei verhafteten Personen, Landstreicher, Verbrecher re. zuerst eingeliefert werden, sei es auch nur, um eine Nacht dort zu verbringen. Ein vielfach vorbestrafter Mensch, der Colporteur Rennert, wurde nun heute Nacht gegen 12 Uhr vor seiner Wohnung Mittelgaffe 29 durch Nachtwächter festgenommen, weil er angetrunken war, großen Seandal machte und die Kinder seines leiblichen Bruders in brutaler Weise mißhandelt hatte. Rennert wurde von den Nachtwächtern auf der Polizei abgeliefert und, nachdem der­selbe hier vernommen, wurde er von dem Schutzmann Franke nach dem außerhalb des Polizeigebäudes befindlichen Polizei- gefängniß, am Renthos Nr. 3, dem Justizpalast gegenüber, transportirt. Steinhäuser öffnete selbst, nahm den Arrestanten in Empfang, trug seine Personalien ein und untersuchte ihn nach Waffen und anderen gefährlichen Instrumenten, ohne etwas zu finden. Darauf entfernte sich der Schutzmann, während Steinhäuser sich anschickte, den anscheinend ungesähr- lichen Menschen in die im Erdgeschoß nach dem Hinteren Hofe zu gelegene Arrestzelle zu verbringen. Vor der Thüre an­gelangt, hat sich Rennert nun geweigert, die Zelle zu be­treten,- es hat sich wahrscheinlich zwischen Steinhäuser, einem großen starken Manne, und ihm ein Kampf entspannen, bei welchem der Mörder ein dolchartiges Messer, das er wahr­scheinlich im Rockärmel verborgen hatte, schnell hervo^zog und dem nichtsahnenden Beamten einen Stich in den Hals versetzte, welcher die große Schlagader und den Kehlkopf traf und den sofortigen Tod herbeiführte. Der Mörder ist dann unter Zurücklassung seines Hutes, als die Hausbewohner auf das Hülsegeschrei herbeieilten, entsprungen.

Universität»»Nachrichten.

Der Senat der Universität Greifswald veröffentlicht im Reichsanzeiger" die PreiSaufgaden der Rubenow-Stiflung; die Preise betragen 2000 und 1000 Mk. Die Tbemata lauten: 1) Ge­schichte der öffentlichen Meinung in Preußen und spectell in Berlin während der Jahre 17951806. 2) Die Entwick lung deS deutschen Kirchenstaatsrechts im 16. Jahi hundert. 3) Es sollen die GeschichtS- werke des Thomas Kautzow kritisch untersucht und es soll auf Grund der Untersuchung eine kritische Textausgabe der beiden hoch­deutschen Bearbeitungen der pommerschen Chronik bergesiellt werden. 4) Entwickelung der Landwirthschaft in Preußen nach der Bauern­befreiung.

Spiel-lau der vereinigten frankfurter Stadttheater.

Opernhaus.

Dienstag den 19. Januar: Lohengrin. Anfang 6Vt Uhr: Mittwoch den 20. Januar, Nachmittags 3Vi Uhr: Aschenbrödel. Donnerstag den 21. Januar: Jobann von Paris. Covpelia. Anfang 6'/« Uhr. Samstaa den 23 Januar, Nachmittags 3«/. Ubr- Aschenbrödel. Abends 7 Ubr: Ganspiel der F>au Morau O den' Fidelio. Sonntag den 24. Januar, Nachmittags 3V» Ubr' Aschenbrödel. Abends 7 Unr: Prophet.

Schauspielhaus.

Dienstag den 19. Ja, uar: Der Hüttenbesitzer. Anfana 6Vi Uhr. Mittwoch der. 20. Januar: Die Flamme. Aniana 7 Ubr. Freitag dm 22.Januar: Die Flamme. Anfang 6'/. Uhr Samstag den 23. Januar: Emilia Galotti. Anfang 7 Uhr- Sonntag den 24. Januar, Nachmittags 31/, Uhr: Krtea im Friedcp. AbcndL 7 Uhr: Sünd'ge Liebe. 9