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17/07/1892 Erstes Blatt
 
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Deutsches Reich.

tt Z«r allgemeinen Lage des Handels. In dem soeben erschienenen Handelsbericht der Kasseler Handels­kammer sagt dieselbe über die allgemeine Lage des Handels im Jahre 1891 u. A., daß das Wirthschastsjahr 1891 in der Reihe der letzten Jahre eine besonders ungünstige Stellung etnnehme, was hauptsächlich aus Ueberproduction zurück­zuführen sei. Allgemeiner Preisrückgang der wesentlichsten Rohmaterialien, Anhäufung der Fabrikate auf den Lagern, gegenseitiges Unterbieten in der Absicht, um jeden Preis die Waare loszuschlagen und Steigerung der Herstellungskosten und Löhne waren die Factoren, welche dem Jahre 1891 ihr Gepräge verliehen..... Der Capitalist und die andern in

besserer Lage befindlichen Gesellschaftsklassen legren sich durch die beständig aufeinander folgenden Conversionen und die hierdurch hervorgerusenen Zinsverluste, sowie durch die Verluste ihrer in ausländischen Werthen angelegten Capitalien eine große Beschränkung ihrer Ausgaben auf, wodurch auf dem Markte Verringerung der Nachfrage eintrat.....Einer

der hauptsächlichsten Gründe für den Niedergang der wirth- schastlichen Thätigkeit war ferner die Ueberspannung des schutzzöllnerijchen Systems, welches allmählig die meisten Culturstaaten annahmen, und welches nahe daran war, in einen allgemeinen Zollkrieg auszuarten. Deutschland hat eine so hochentwickelte und soweit über den eigenen Bedarf hinaus arbeitende Industrie, daß die Höhe seines Exports für den materiellen Wohlstand ein sehr bestimmender Factor ist. Wenn wir daher stets die schutzzöllnerische Richtung der letzten wirthschastlichen Periode als eine schwere Schädigung der gewerblichen Thätigkeit angesehen haben, so mußten wir naturgemäß den Abschluß der Handelsverträge mit Oesterreich, Italien und der Schweiz mit hoher Befriedigung begrüßen.....

Die Bedeutung der Handelsverträge liegt in der Umkehr vom bisherigen Wege, die ihren Ausdruck fand in den Be­strebungen, jetzt wieder eine Aera friedlicher Verständigung und gegenseitiger Zollerleichterungen mit anderen Nationen einzuleiten, Bestrebungen, die überall Anklang gesunden haben und somit die Bedeutung gewinnen, daß die schutzzöllnerische Hochfluth als überwunden betrachtet werden kann. Wir wünschen und hoffen, daß die Regierung auf dem einmal betretenen Weg der friedlichen Eroberung des Auslandes für unsere industriellen Erzeugnisse fortsahren wird.

lletteffc Hcufirfcbtafe.

Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau.

Köln, 15. Juli. DieKöln. Ztg." meldet aus P et ers- burg, nach zuverlässigen kaufmännischen Berichten sei die Cholera bis Odessa vorgedrungen.

Paris, 15. Juli. Der Import Frankreichs betrug im Juni 357 Millionen Frcs. gegen 369 im Vorjahre, der Export betrug im Juni 319 Mill. Frcs. gegen 280 Mill, im Vorjahre.

Loudon, 15. Juli. Bis heute Nachmittag sind 253 Gon» servative, 47 Unionisten, 249 Gladstonianer, 7 Parnelliten und 58 Antiparnelliten gewählt.

Lyou^u, 15. Juli. DerKaiseradler" verließ gestern früh um 5 Uhr Tromsö und ankerte um 9 Uhr bei der Insel Andammen. Der Kaiser begab sich ans Land zu einer Rennthierjagd und erlegte zwei Hirsche. Der Kaiser spendete tausend Kronen für die vom Brandunglück betroffene Bevölkerung von Christiansand.

Catania, 15. Juli. Die Eruption des Aetna nimmt weiter zu. Es haben sich zwei 250 Meter hohe Berge neu gebildet. Die Bewohner von Nicolosi sind bisher außer Gefahr, doch sind die Landschäden bedeutender.

Depeschen des BureauHerold".

Berlin, 16. Juli. DasB. Tgbl." erhält eine Kabel­meldung vom Aus st and in Umjambe (südwestlich von Tabora). Araber, welche aus Tabora an der Küste eingetroffen sind, bringen die Nachricht, daß die Eingeborenen in Uniamjam sich empört haben und die kaiserliche Schutztruppe bedrohen.

Berlin, 16. Juli. Wie derElectrotechnischen Zeitschrift" von glaubwürdiger Seite mitgetheilt wird, sind im Bundes­rath derartige Meinungsverschiedenheiten über das Electrici- tätsgesetz zu Tage getreten, daß man dasselbe bis aus Weiteres zurückgestellt hat. Bekanntlich hatte der Reichstag dem Gesetzentwurf bereits seine Zustimmung ertheilr.

Berlin, 16. Juli. Nach an dasDeutsche Colonial­blatt" von Zanzibar gelangten Meldungen hat sich die Nachricht vom Tode Emin Paschas nicht bestätigt.

Berlin, 15. Juli. Die Berliner Antisemiten werden demnächst eine öffentliche Volksversammlung einberufen, um das Schwurgericht von Cleve vor ein Volksgericht zu bringen. Dem antisemitischen VereinWesten" wurde seitens der Firma Nauck und Hartmann, den Pächtern der öffentlichen Anschlagsäulen, der Druck der betreffenden Plakate abgelehnr.

Berlin, 15. Juli. Eine gestern stattgehabte Antisemiten­versammlung besprach die vorbereitenden Maßnahmen zur Begründungjudensreier Leder-, Mehl- und Eierbörsen". Falls diese Börsen sich in Berlin bewähren, sollen in allen größeren Städten solche errichtet werden.

Berlin, 15. Juli. Die Kosten der Vertheidigung im Prozeß Buschhosf werden demConsectionär" zufolge durch Berliner Glaubensgenossen Buschhoffs aufgebracht, ebenso eine größere Summe zur Begründung einer Existenz für Buschhoff.

Berlin, 15. Jult. DieNationalzeitung" erfährt, daß derReichsanzeiger" in den nächsten Tagen eine Bekannt­machung über Maßregeln zur Abwendung derCholera- gefahr enthalten wird. Gleichzeitig wird Nachdruck daraus gelegt werden, daß augenblicklich nichts zu sofortigen Maß­nahmen Herausforderndes vorliegt. Dennoch wird es für angenehm erachtet, jetzt schor, einen Mobilmachungsplan gegen die Cholera, für den Fall, daß die Umstände es erfordern, ihn in Kraft treten zu lassen, bekanntzugeben.

Mannheim, 15. Juli. Die badischen Nationalliberalen beschlossen, am 24. Juli einen Extrazug nach Kissingen zu einer Ovation für Bismarck zu veranstalten.

Paris, 15. Juli. Die Cholera nimmt bedrohliche Dimensionen an. In Aubervilliers zählte man gestern 146 neue Fälle und drei plötzliche Todesfälle. In Paris starben diese Woche 1021 Personen, meist Kinder an Diarrhoe und Typhus.

Warschau, 15. Juli. Angesichts der im Südosten Ruß­lands herrschenden Cholera verfügt ein heutiger Tages­befehl des Oberpolizeimeisters die umfassendsten Vorsichts­maßregeln gegen die Einschleppung der Epidemie.

Washington, 16. Juli. Der Senat verwarf den Be­schluß, den Getränke-Verkauf auf der Chicagoer Welt­ausstellung zu untersagen und nahm einstimmig den Be­schluß an, die Ausstellung Sonntags zu schließen.

iksraler ttnfc provinzieller

Gießen, 16. Juli 1892.

In der gestrigen Generalversammlung des Spar- und Leihkaffe Vereins Gießen wurde Herr Beigeordneter Rendant Karl Grüneberg zum Director der Spar- und Leihkasse an Stelle des verstorbenen Herrn Langsdorff gewählt.

Unfall. Heute Vormittag fiel ein Junge von der auf dem Brand über die Stadtbach ziehenden Mauer hinunter ins Wasser. Trotz der Höhe und der Wucht des Falles scheint der Junge keine ernsten Verletzungen davongetragen zu haben.

Verhaftet wurde gestern ein Mensch, der in der Marburgerstraße Leute mit dem Tode bedroht hatte- er widersetzte sich der Verhaftung, so daß er in das Haftlocal getragen werden mußte. Hier schlug er ein Fenster ein und benahm sich derart, daß man ihn in die Zwangsjacke steckte. Weiter wurde verhaftet ein Dienstknecht, der aus Rache einen werthvollen Hund seines Dienstherrn gestohlen und dann in der Lahn ertränkt hatte. Außerdem wurden zwei Bettler abgefaßt. Heute Morgen wurde ein junger Mensch von hier verhaftet, der gestern Abend ein schweres Sittlich­keitsverbrechen begangen hatte.

Wakamba«Reger, lieber die hier aufOswalds Garten" auftretenden Wakamba - Neger - Krieger enthält ein auswärtiges Blatt Folgendes: Dieselben bieten ein recht an- | schauliches Bild von den Völkern, mit welchen unsere Colonial­politik in den ostasrikanischen Gebieten zu rechnen hat. Die Wakarnbas, deren Name uns schon öfter begegnet ist, bilden eins der größten Negervölker Ostafrikas, sie wohnen zerstreut auf einem über 1700 Quadratmeilen großen Gebiet im Kit­nitlande, unweit des schneebedeckten Kenia, und sollen über 40 000 Köpfe stark fein. Sie gelten als kriegerisch, aber auch als unzuverlässig. Es sind zehn junge Wakamba-Krieger, die, unter einem Häuptling stehend, hier vorgesührt werden. Die Draperie der Bühne ist einfach; hohe Maisbüschel stehen vor den Wänden und erwecken mit den wirklichen und mar- kirten Türöffnungen und dem kriegerischen Schmuck bei den­selben die Illusion von Negerbehausungen. Aus der mittleren Türöffnung treten auf ein gegebenes Zeichen die Wakamba auf die Bühne. Er sind mittelgroße, mehr schlanke, wie kräftige Gestalten, aber muskulös und behend, von einer Hautfarbe, die vom Dunkelbraun bis zum Hellbraun geht. Sie treten nackt, nur mit dem Lendenschurz bekleidet, auf, das krause Negerhaar mit einem Kopfputz von Holzfasern und Vogelfedern geschmückt. Hals, Arme und Fußgelenke sind bei einzelnen mit Thierzähnen und Caurimuscheln ge­schmückt. Die braune Haut glänzt fettig, da die an sich reinlichen Wilden sich nach dem täglichen Waschen den Körper mit Fett einreiben. Sie zeigen sich betend, singend, tanzend und Kämpfe markirend. In den Schwert- und Keulenkämpfen, vor Allem in den Ringkämpsen zeigen die Wakamba eine außerordentliche Gewandtheit und man begreift die gefähr­liche Gegnerschaft dieser Krieger bei all' ihrer mangelhaften Bewaffnung. Jedenfalls ist das vorgeführte Bild sehens- werth für Jeden, der Interesse für unsere afrikanischen Co­lonien besitzt, besonders aber für Den, der anthropologische Studien machen will- man kann hierbei auch Einsicht ge­winnen, wie schwierig das Culturwerk in Ostafrika sein mag. Die Truppe übte im Panopticurn in Berlin einige Monate lang große Anziehungskraft aus. (S. Inserat).

Der Getreidemarkt. Die in voriger Woche sich zeigende flaue Stimmung für Roggen und Weizen auf dem deutschen Getreidemarkt will noch immer nicht weichen. Zwar machte sich in den ersten Tagen der abgelaufenen Woche auf dem Weizenmarkte eine regere Kauflust bemerklich, so daß auch die Preise etwas stiegen, doch gingen dieselben durch größere Waarenaugebote dann wieder zurück. Auch Roggen ging zurück, obwohl ziemlich gute Umsätze erzielt wurden, während Hafer sich im Vergleich zur vorigen Woche besser stellte, ebenso Mais. Sollte die bisherige im Allgemeinen günstige Witterung anhalten und hiermit die bestehenden guten Ernteaussichten noch verbessern, so dürfte dies auch eine Wiederbelebung des Roggen- und Weizenmarktes zur Folge haben. Weizen wurde je nach Qualität mit 164 bis 202 Mk., Roggen mit 179 bis 189 Mk., Gerste mit 175 bis 185 Mk. bezahlt, Alles per 1000 Kilogramm.

Die Unteroffizier Schule in Biebrich feiert Anfang October d. I. ihr 25jähriges Bestehen, wobei allen ehemaligen Angehörigen der Anstalt die Theilnahme ebenfalls gestattet ist. Diejenigen, welche Theil zu nehmen gedenken, haben dies bis zum 1. August der Unteroffizier-Schule mit- zutheilen, woraus denselben das Programm und die näheren Bedingungen rc. direct zugehen werden. Die bestimmte Zusage über die Theilnahme muß dann bis zum 1. September erfolgen.

-n. GroßeuLiudeu, 16. Juli. Bei der gestern vor­genommenen Gemeinderaths'Wahl wurden gewählt: Heinrich Velten III. mit 170 Stimmen, Ludwig Hardt mit 115 Stimmen und Ludwig Keßler mit 112 Stimmen.

Oppenrod, 14. Juli. Unter Zutheilung zum Bezirk Gießen wurde der hiesige Militär- undKriegerverein mit 22 Mitgliedern in den Landesverband der Krieger- KameradschaftHassia" aufgenommen.

tt Ettingshausen, 14. Juli. In der Nacht vom 10. zum 11. d. M. wurden in mehreren Gärten Ob st bäume abgebrochen und eine große Anzahl Beeren st öcke aus­gerissen. Die Täter wurden ermittelt.

= Aus dem Kreise Alsfeld, 15. Juli. Die in Aussicht stehende vortreffliche Kornernte hat den Preis für das Korn bemerkenswerth herabgehen lassen- man bezahlt gegen­wärtig für den Doppelcentner im Durchschnitt 17,5018,50Mk. Der Laib Brod gilt aber hier noch nach wie vor 55 Pfg.

Aus dem mittleren Ried, 12. Juli. Der Transport der prachtvollen Eichstärnrne aus den Jägersburger Forsten hat seit einigen Tagen begonnen. Die Stämme werden nach Lampertheim in den Altrhein und von da thal­abwärts nach dem Niederrhein verschifft. Nur der gewaltigste Stamm wurde heute nach Gernsheim geschafft, weil die Bibliser Brücke dem Drucke von 1300 Centner nicht hätte widerstehen können.

Vermischtes»

* Frankfurt, 12. Juli. Aus dem Amtsgericht wurde heute ein Grabstein-Prozeß verhandelt. Eine Frau hatte auf dem Friedhof ihrem Manne einen Grabstein setzen lassen. Der Steinmetz, welcher ihn geliefert und keine Zahlung erhalten hatte, klagte auf Zahlung, erwirkte ein rechtskräftiges Unheil, ließ auf Grund dessen den Grabstein pfänden und nahm solchen, da die Kirch» und Friedhofscommission erklärt haben soll, sie habe nichts dagegen, wieder vom Grabe fort. Dagegen wurde Klage erhoben und das Gericht verurtheilte den beklagten Steinmetz, den Grabstein zurückzugeben und auf feine Kosten wieder aufzustellen und zwar unter Hinweis baraiü, daß es sich hier um eine res extra commercium, eine außerhalb des Verkehrs stehende Sache handle. Es ist dies hier der erste derartige Fall- derselbe wird alle Instanzen durchlaufen.

* Die Katastrophe von St. Gervais. Von dem schreck­lichen Unglück, das Montag Nacht das französische Bade- etabliffement St. Gervais im Charnounixthale betroffen hat, sind weitere Mittheilungen eingegangen. Die Katastrophe muß wirklich ganz furchtbar gewesen fein. Jedermann lag in tiefem Schlafe, sowohl in Gervais als auch in den Dörfern Bionnay und Fayet, als gegen 2 Uhr Morgens plötzlich ein schreckliches Brausen vernehmbar wurde. Ein Moment, und herzzerreißendes Geschrei, das sogleich durch den Sturz der Felswände erstickt wurde, durchdrang die Lust- was am Abend vorher noch einer der angenehmsten Aufenthaltsorte, ein be­liebtes Ziel der Genfer und fremden Spaziergänger gewesen war, ist nur noch ein schauerlicher Trümmerhaufen. Ein Gletschertheil von Bionnay, der durch den Regen gelockert wurde, war in den Fluß von Bionnay gestürzt. Das Dorf Bionnay, das aus 12 Häusern besteht, und das Dorf Fayet sind zerstört, ebenso wie St. Gervais les Bains. Die Ver­zweiflung ist in der ganzen Umgegend ungeheuer und Tausende von Neugierigen sind herbeigeeilt. Die Leichen sind völlig unkenntlich- in Magland sah man den Leichnam einer Frau, welcher der Kopf fehlte. Die Einwohner hatten keine Zeit mehr, sich zu retten, denn die Katastrophe dauerte nicht länger als 5 Minuten. Ein Augenzeuge berichtet unter Anderem das Folgende: Das ganze Badegebäude ist voll­ständig weggefegt, von 65 Personen, welche das Gebäude als Gäste bewohnten, haben sich nur 30 retten können und befinden sich gegenwärtig im Dors St. Gervais. Von über 40 Männern und Frauen, welche das Dienstpersonal aus­machten, sollen nur etwa 6 bis 8 zur rechten Zeit den Ort verlassen haben können. Der reizende Weiler Fayet ist zur Hälfte zerstört, 10 kleinere und größere Häuser sind von dem Strom weggerissen worden. Das Dors Btonnay, welches zu Füßen des Gletschers liegt, ist vollständig vernichtet, man schätzt die Todten dort auf im Ganzen 200. Zwar ist es unmöglich, zu sagen, wie viel Personen in St. Gervais verunglückt sind, desgleichen wurden 80 Leichen bereits auf­gefunden, eine große Anzahl sind aber noch im Schutte be­graben ober fortgeschwemmt worben. Die Feststellung ber Jbentität ist sehr schwierig, ba bie Leichen nicht Photographin werben können. In St. Martin fanb man in einer Scheune 15 vollständig nackte Leichen. Die einzigen Gegenstänbe, die zur Feststellung ber Jbentität bienen konnten, waren Ehe­ringe. In Bionnay fanb man 35 Leichen. In biefetn Orte erreichte bas Wasser eine Höhe von 30 Meter. Als ber Strom bie Bäder erreichte, klopfte der Badearzt an alle Türen und konnte 15 Personen noch durch ein Fenster retten. Hernach wurde eine Brücke hergestellt, die zur Rettung von 20 weiteren biente. Die Hülseleistungen würben auf be- wunbernswerthe Art organifirt. Sämmtliche Aerzte ber Gegenb eilten mit vielen Arbeitern herbei. Die Frembenregister würben in kläglichem Zustanbe aufgefunben, bürsten jeboch gestatten, bie Zahl ber Opfer festzustellen. Man sagt, baß nur 8 Frembe von 80 Badegästen entrinnen konnten. Zahl­reiche Personen wurden irrsinnig und zerstreuten sich überall hin. Um die Liste der Verunglückten herzustellen, ist nöthig, daß noch Lebende zurückkehren.

* Die Bienenzucht und Houigproductiou der Erde. Der größte Imker (Bienenzüchter) in ber ganzen Welt ist Herr Harbison in Galifornten, ber 6000 Bienenstöcke besitzt und jährlich 200000 Psd. Honig probucirt. In Griechenland sind 30000 Stöcke gezählt worden, die drei Millionen Pfund Honig produciren, in Dänemark 80 000 Stöcke mit zwei Millionen Pfund, in Rußland 110000 Stöcke, die etwas mehr als 2100000 Psd. Honig produciren, in Belgien 200000 Stöcke mit fünf Millionen Pfund, in Holland 240000 Stöcke mit sechs Millionen Pfund, in Frankreich 950000 Stöcke mit 23 Mill. Psd. und im deutschen Reiche