in offenen SBerfaufiftetlen ein Gewerbebetrieb nicht stattfinden." Nach Wortlaut und Sinn dieses Paragraphen dürfte jene Frage zu bejahen sein. Die Bestimmung hat den Zweck, diejenigen Geschäftsleute, die aus bezahlte Arbeits- kläste angewiesen sind, vor der Concurrenz derjenigen zu schützen, die ohne solche auskommen, also entweder allein oder mir Hilfe von Familienangehörigen ihr Geschäft versehen. Der Grund des Verbotes trifft aber auch für die Automaten ö«. Es werden Cigarren, Chocolade, Streichhölzer u. s. w. an Sonn- und Feiertagen künftig nur während der gesetzlich gestatteten Arbeitszeit auf automatischem Wege verkauft werden dürfen.
— Die Taubstummen Anstalt zu Friedberg hatte zu Ende des letzten Schuljahrs 48 Zöglinge (26 Knaben und 22 Mädchen), die von einem aus 10 Personen bestehenden Lehrkörper unterrichtet wurden. Von den Zöglingen, die in 28 Pflegehäusern untergebracht waren, sind zu Pfingsten 19, davon 16 als Confirmanden, entlassen worden. — An der Taubstummcn-Anstalt zu Bensheim unterrichteten 11 Lehrkräfte 67 Zöglinge (42 Knaben und 25 Mädchen), die in 48 Pflegehäusern Unterkommen gefunden hatten. Von den Zöglingen beider Anstalten waren aus Hessen 126 (Starkenburg 52, Oberhessen 42, Rheinhessen 32), aus Preußen und Bayern je 3, aus Baden 2.
n— Nach einer statistischen Uebersicht der Java« liditäts- und Altersverfichernugs Anstalt für Hessen betrug im Jahre 1891 die Zahl der Versicherten etwa 200 000. Der Erlös für Marken stellt sich auf 1601233,82 Mk. An Altersrentnern waren 1908 männliche und 654 weibliche vorhanden, welche 249 035,40 Mk., resp. 73 344 Mk. Altersrente bezogen. Aus je 100 Einwohner entfallen 20,13 Versicherte und aus je 1000 der Bevölkerung 2,58 Altersrentner und aus je 1000 Versicherte 12,81 Altersrentner. Die durchschnittliche Höhe der Altersrenten stellte sich für männliche Rentner aus 130,52 Mk., für weibliche aus 112,15 Mk. An Beiträgen entfielen aus den Kops des Versicherten im Jahre 1891 8,01 Mk.
— Zur Warnung berichten wir hier von dem folgenden Unfall. Durch leichtfertiges Fortwersen von Obstresten ist wieder einmal ein Unglück herbeigesührt worden. Vor dem Hause Jnvalidenstraße 5 in Berlin glitt am Freitag Mittag eine Frau aus einer Apfelsinenschale aus und erlitt durch den Fall eine so bedeutende Verletzung am Fuße, daß sie nach dem Lazarus - Krankenhause gebracht werden mußte.
— Nachstehende Baderegeln seien bei der jetzigen Badezeit in Erinnerung gebracht: 1. Bei heftigen Gemuths- bewegungen bade nicht. 2. Bei plötzlich eintretendem Unwohlsein oder dauerndem Uebel bade nicht. 3. Nach durchwachten Nächten, übermäßigen Anstrengungen bade nicht, bevor Du einige Stunden geruht hast. 4. Nach reichlichem Genüsse von Speisen und besonders von geistigen Getränken bade nicht. 5. Den Weg zur Badeanstalt lege in mäßigem Tempo zurück. 6. Entkleide Dich langsam, gehe dann aber sofort ins Wasser. 7. Springe mit dem Kopse voran ins Wasser oder tauche wenigstens schnell unter, wenn Du das erste nicht magst oder kannst. 8. Bleibe nicht zu lange im Wasser, zumal wenn Du nicht sehr kräftig bist. 9. Nach dem Baden reibe den Körper zur Besörderung des Blutumlaufs, kleide Dich rasch an und mache Dir dann eine mäßige Bewegung.
Laubach, 13.Juni. Der Oberhessische Geschichts- Verein in Gießen stattete gestern unserem Städtchen einen Besuch ab. Im Casinosaale hielt Herr Dr. Röschen einen Vortrag über die Geschichte von Laubach. Herr cand. hist. Ebel sprach dann über Kloster Arnsburg. Nach dem gemeinschaftlichen Mittagsmahle besuchten die Gießener Herren noch das Schloß, wobei Se. Erlaucht Graf Friedrich von Solms- Laubach in liebenswürdigster Weise die Führerrolle übernommen hatte. (D. Z.)
Darmstadt, 15. Juni. In Folge des Todesfalles des Präsidenten der zweiten Kammer, Kugler, wird in der am 21. zusammentretenden zweiten Kammer zunächst der zweite Präsident, Herr Wolfs kehl, sungiren, doch wird die Kammer in .der bevorstehenden Tagung wohl noch ihren ersten Präsidenten neu zu wählen haben.
Aus Rheinhessen, 14. Juni. Ein Einwohner eines kleinen Dörfchens hatte sich zum Entsetzen seiner befferen Hälfte in den letzten Jahren allmählich an das Schnaps- trinken gewöhnt, und da ihm seit einiger Zeit oft die nöthigen Moneten fehlten, ging es aus Rechnung. Als ihm dieser Tage nun eine recht lange „Leiter" ins Haus gebracht wurde, woraus die nachfolgenden Schnäpse oft mit ditto bezeichnet waren, ries die entrüstete Ehegattin zornig aus: „Do Hot mers, der Lump! Jetzt säuft er aach noch Ditto!"
Ans dem Ried, 12. Juni. Die diesjährigen Anmel- düngen von Tabakproduzenten find wieder geringer als früher. Die Landwirthe leiden an Arbeitermangel. Der Tabak erfordert viele Kräfte, das Setzen, Hacken, Geizen, Ernten, Trocknen und Aushängen nimmt zu viel Zeit in Anspruch und das Verwiegen und Versteuern wird als sehr lästig empfunden. Die Leute wenden sich daher dem Kar- toffelbau zu, welcher voriges Jahr viel Geld einbrachte, aber viel geringere Arbeit erfordert.
------- _ s—!"■ I !■ ■■ vermischtes.
* Frankfurt a. M., 15. Juni. Ein 17jähriger Schrist- gießer, der seiner Tante 27000 Mark gestohlen hatte, wurde verhaftet. Das Geld ist wieder bis auf etwa 700 Mk., die er verjubelt hat, zur Stelle geschafft worden.
* Folgende Spioueugefchichte hat sich jüngst bei Neisse zugetragen. Am Morgen in der Frühe, als eben der thau- gesättigte Erdboden unter den Strahlen der Sonne zu dampfen begann, rückte eine Compagnie Soldaten in voller Ausrüstung Mit dem Hauptmann an der Spitze durch die die Stadt
umgürtenben Festungswälle zu einer Felddienstübung aus. Plötzlich, beim Umbiegen um eine Ecke des Walles sahen die vordersten Reihen aus bity Gipfel ber Wallböschung einen Menschen in grauer Stostjoppe, anscheineub in Pumphosen "nd Gamaschen stehen, der in der einen Hand einen Stock oder Ständer und in der anderen ein schwarzes Packet trug, das einem kleinen photographischen Apparate oder einer zusammengelegten Zeichenmappe ähnlich sah. Kaum erblickte der Mann die Soldaten, so rannte er, wie ein Hase durch das thauschwere Gras hüpsend, davon und verschwand hinter einem in den Wall eingebauten Militärmagazin. Der Hauptmann beorderte sofort eine Abteilung Soldaten zu seiner Verfolgung und schnitt ihm selber die weitere Flucht ab, indem er seinem Roß die Sporen gab und im Galopp um das Magazin herumsprengte. Bald war der Flüchtling von allen Seiten umzingelt- hinter ihm ein Piket Soldaten, das Gewehr zur Hand, und vor ihm der Hauptmann auf hohem Roffe, den Degen in der Faust. Ein Entkommen war nicht mehr möglich, die Katastrophe unausbleiblich — da löste sich in letzter Minute die gespannte Lage: der Spion entpuppte sich als ein harmloser Bürger der Stadt Neisse, der mit bis übers Knie emporgekrempelten Hosen, den Spazierstock in der einen und seine Stiesel — das verdächtige schwarze Packet — in der anderen Hand, als getreuer Jünger Kneipps zur Kräftigung seiner Gesundheit ein Thaubad im Dauerlaus genommen hatte.
* Die Stadt Straßburg wurde dieser Tage verurtheilt, an eine Wittwe, deren Sohn sich in Folge mangelhafter Beschaffenheit der Schulbank eine erhebliche Wunde zuzog, eine Entschädigung von 6000 Mk. zu zahlen.
* Der älteste Bürger der Stadt Bremen, Diedrich Völlers, ist an den Folgen der Influenza im Alter von 100 Jahren und 12 Tagen gestorben.
* Lnremburg, 15. Juni. Das Schwurgericht verur- theilte den mit 17,000 Mk. durchgebrannten, in Berlin verhafteten Posteommis Gläsener zu 6Jahren Zuchthaus und Entziehung der bürgerlichen Rechte.
* Zu dem Tode der Fallschirmkünstlerin Fran Earell- Troßmann in Berlin schreibt ein Berichterstatter, daß nach dem Bericht von Augenzeugen die Verunglückte durch eigene Schuld den Tod gefunden habe. Wie es heißt, verliert der Abstürzende jedesmal für 4—5 Secunden das Bewußtsein und kommt erst wieder zu sich, wenn der Fallschirm sich aufbläht. Die C. hat sich nur mit den Händen an dem am Fallschirm befestigten Ringe festgehalten, ohne sich anzuketten, hat dann während des Falles den Krampf in die Hand bekommen und nicht mehr vermocht, sich sestzuhalten. Der bodenlose Leichtsinn der Verunglückten ist schwer gebüßt worden.
* Der Räuber Athanasius sagte s. Z. gesprächsweise: „Wir sürchten nicht, erwischt zu werden, denn wir haben keine Weiber bei uns." Diesen Ausspruch hätte ber Kassirer Jäger sich merken sollen, dann wäre er vielleicht noch in Freiheit, denn über das, was seine Verhaftung herbeisührte, wird erzählt: Als er eines Tages die Börse besuchen wollte, erhob die Klotz, die keinen Deutschen in der Nähe glaubte, dagegen Einspruch, indem sie äußerte: „Dürfen wir uns auch dort sehen lassen?" Dies hatte ein Deutscher Namens B. gehört und angezeigt, und aus diese Weise wurde Jäger entdeckt.
* Ein Major als Student. Der Major a. D. Förtsch, zuletzt Abtheilungs-Commandeur im westpreußischen Feld- Artillerie-Regiment Nr. 16, welcher im Herbst 1888 in den Ruhestand trat und nach Halle übersiedelte, hatte sich dort immatrikuliren lassen, um Geologie, Philosophie und Geschichte zu studiren. Vor Kurzem ift er zum Doetor der Philosophie promovirt worden. Seine Dissertation behandelt die Entstehung der ältesten Werkzeuge und Geräthe; unter den Thesen lautet die eine: Der limes romanus in Deutschland war keine strategische Anlage.
* Daß man Kühe mit Spargel füttert, ist wohl ein ganz außergewöhnlicher Fall und ein Zeichen seltener Ergiebigkeit und Fruchtbarkeit dieses Spargeljahres. Bei der in ganz Braunschweig so reichlich ausgefallenen Ernte dieses wohlschmeckenden Gemüses, daß man sie nur schwer zu bewältigen vermag, ist man im Dorse Oelper dahin gelangt, die dünnen Spargel, für welche sich bei einem Preise von fünf Pfennigen pro Pfund noch kein Abnehmer finden will, als Viehfutter zu verwenden.
* Um des Geschäftes willen. Ein Waaren-Abzahlungs- geschäst in der Schönhauser Vorstadt in Berlin ließ am Samstag Vormittag aus der Straße an Frauen — Double- Pantoffeln gratis austheilen mit ausgedruckter Firma. Es erhielt aber Jede nur einen Pantoffel und giebt es den dazu fehlenden erst beim ersten Einkauf nachgeliefert.
* Zur Charakteristik der verschiedenen Nationen sagt ein amerikanischer Essayist sehr witzig: In einem neu entdeckten Lande baut der Spanier zuerst eine Kirche, der Franzose ein Theater, der Engländer einen Rennstall, der Deutsche eine Kneipe, der Amerikaner gründet eine Zeitung, um darin Reclame zu machen — und der Italiener läßt sich die Sonne in den Hals scheinen.
* Ueber die Häuser und Haushaltungen im deutschen Reiche bringt das „Statist. Vierteljahrs heft" folgende Angaben, die sich aus die Zählung vom 1. December 1890 beziehen: Es waren in Deutschland einschließlich Helgoland vorhanden 5 790 689 bewohnte und 122109 unbewohnte Wohnhäuser, sowie 57 873 andere bewohnte Baulichkeiten, so daß im Ganzen 5 970126 Gebäude re. zur Wohnung dienten oder bestimmt waren. Bezüglich der Zahl der unbewohnten Wohnhäuser erscheinen die Angaben nicht recht zuverlässig. In Berlin sind deren nur 25, im Rheinland dagegen 19 424 und in Elsaß-Lothringen 14912 gezählt. Die Zahl der Haushaltungen von zwei und mehr Personen belief sich auf 9 836 560, einzeln lebende selbständige Personen waren 747 689, Anstalten 33 674 vorhanden, so daß die
Summe aller Haushaltungen 10617923 betrug. Wichtiger alß diese absoluten Zahlen sind die Berechnungen, welche die Gebäude und Haushaltungen mit dem Flächeninhalt der Einwohnerzahl u. s. w. in Vergleich setzen. Aus einen Quadratkilometer kamen im ganzen Reich durchschnittlich N,05 zur Wohnung dienende ober bestimmte Gebäude 2c. In Preußen hat der Quadratkilometer durchschnittlich nur 9,68 Gebäude, in Bayern 11,11, in Sachsen 21,89, in Württemberg 15,07, in Baden 14,80, in Hessen 18,73. X)te höchsten Zahlen weisen von den deutschen Einzelstaaten naturgemäß Hamburg mit 88,31 und Bremen mit 92,30 Gebäuden auf den Quadratkilometer auf, die niedrigsten O?enburg mit 8,70, Waldeck mit 7,90, Mecklenburg-Schwerin mit 5,00 und Mecklenburg-Strelitz mit 3,32. Unter den preußischen Provinzen ist mit Gebäuden am dichtesten besetzt äa§ Rheinland mit 23,00 aus den Cluabratfilometer; demnächst folgen Hessen-Nassau mit 14,39, Westfalen mit 14,06, Sachsen mit 12,64, Hohenzollern mit 11,74, Schlesien mit 11,56, Schleswig Holstein mit 8,77, Hannover mit 8,34, Brandenburg einschließlich Berlin mit 7,38, Posen mit 5,82, Westpreußen mit 5,57, Ostpreußen mit 5,38 und Pommern mit 5,14. Der Regierungsbezirk Köslin mit 4,19 erhebt sich nur wenig über Mecklenburg-Strelitz- den Gegensatz bildet der Regierungsbezirk Düsseldorf mit 37,81 Gebäuden auf ein Quadratkilometer.
Universität- - Nachrichten.
$un*- Nach dem soeben erschienenen V er -
i n Personals und der Studtrenden unserer llntversilät betragt die Zahl der Studtrenden 904. Hiervon entfallen au die evangelisch-theologische Facultät 152, auf die juristische 216. auf die medicinische 282, auf die philosophische Facultät 307 Studenten. Die Zahl derjenigen, welche mit Erlaubniß deS Rectortz Vorlesungen hören, beträgt 53, die Gesammtzahl der Berechtigten ist mithin 957. Ihrer Herkunft nach sind von den Hörern 319 Preußen, 123 Nicht- ^^"'..^^^terreicher, 1 Franzose, 13 Engländer, 2 Italiener, n ^Mctlanber, 4 Oesterreich-Ungarn, 7 Russen, 5 Schweizer, 2 Türken^ 3 Afrikaner, 6 Amerikaner, 3 Asiaten.
Halle, 13. Juni. Der Professor der Philosophie Johann Eduard Erdmann ist gestern hier gestorben.
Freiburg, 10. Juni. Die hiesige Universität ist in diesem Sommersemefter von 1280 Studtrenden besucht, eine Zahl, die bisher nur einmal — im Sommersemefter 1886 — erreicht wurde. Namentlich hat sich die Zahl der Juristen vermehrt.
— Professor vr. Hurwitz in Königsberg wird dem an ibn ergangenen Ruf, die Profeffur der Mathematik in Zürich zu übernehmen, Folge keiften.
— Aus Leipzig verlautet, daß Pros. W inbscheid mit Schluß dieses Semesters in den Ruhestand treten wird.
— Die Universität Straßburg zählt diesen Sommer 915» Studenten gegen 917 im Vorjahre. Davon treffen 114 auf die theologische, 221 auf die juristische, 333 auf die medicinische, 100 auf bte philosophische und 147 auf die naturwissenschaftliche Facultät. Nach dem Domicil sind 845 als Angehörige des Deutschen Reiches zu bezeichnen, darunter 374 aus Elsaß-Lothringen selbst, 255 aus Preußen (46 aus der Provinz Hessen-Nassau), 63 aus Bayern, 58 auS Sabenr 26 aus Württemberg und 25 aus Hessen-Darm st ad t. Das übrige Europa ist mit 46, die anderen Erdtheile sind mit 24 Mann vertreten. Die Zahl der Hospitanten beträgt 40.
München, 15. Juni. Univerfitätsprosessor Fischer aus Würzburg, der einen Rus an Stelle des verstorbenen PcosessorS Hofmann nach Berlin erhielt, weilt gegenwärtig hier, um Unterhandlungen wegen seines Verbleibens in Würzburg zu führen.
Würzburg, 15. Juni. Amtsrichter Baumann von hier wurde zum Universitätssyndikus ernannt.
Schiffrnach richten.
Hamburg, 13. Juni. Das Hamburg-Newyorker Poft- Dampffchiff „Rugia", Capttän Leithäuser, von der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft, ist am 12. Juni, 8 Uhr Abends, wohlbehalten in Newyork angekommen.
Verkehr, Land, nnd Volkswirthschaft.
S Herchenhain, 15. Juni. Die gestern und vorgestern hier abgehaltenen Btehmärkte waren hinsichtlich der Zahl des zum Verkaufe gestellten Viehes insofern beeinträchtigt, als an gleichen Tagen Märkte in Hanau und Wächtersbach stattfanden. Der erste Tag war vorwiegend mit Bullen befahren, welche fast alle verkauft wurden. Zuchtbullen kosten 300 bis 400 Mk., Schlachtbullen 46 bis 48 Mk. pr. Eentner Schlachtgewicht. Simmenthaler Bullen wurden gesucht, jedoch waren wenig vorhanden. Im Allgemeinen hätte der Handel in Rindvieh in Anbetracht der nicht ungünstigen Ernte-Aussichten etwas lebhafter sein können. Am zweiten Tage war der Auftrieb in Milchvieh, wovon schon am ersten Tage ca. 100 Stück aufgetrieben waren, etwas ftül ker, besonders in Kühen und Jungvieh. Gute Milchkühe kosteten 280 bis 300 Mk., 1- bis 1'/»jährige Rinder 100 bis 110 Mk. Der Nachfrage nach Milchkälbern konnte nicht genügt werden, ebenso fehlte fettes Vieh. Schweine waren ca. 1100 Stück angefahr n, meistens Frühjahrsferkel, das Paat 3 bis 4 Monate alte wurde mtt 64 bis 95 Mk. bezahlt; es wurde hiervon fast Alle-verkauft. Junge 6 Wochen alte Ferkel kosteten 30 bis 35 Mk. per Paar. Fette Schweine wurden zu 56 Pfg. per Pfund Schlachtgewicht, bezw. 46 Pfg- per Pfund Lebendgewicht verkauft. Im Allgemeinen wird ein Steigen der Preise für Fettschweine bemerkbar.
Limburg, 13. Juni. Fruchtmarkt. Rother Weizen JL 17.50, weißer Weizen JL 17.—, Korn JL 14.60, Gerste 9.10, Hafer JL 6.25, Erbsen JL —.
Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschast.
Freitag Abend 730 Uhr, Samstag Vormittag 8°° Uhr, Samstag Nachmittag 400 Uhr, SamStag Abend 900 Uhr.
Ganzseid. befcrucFtr Foulards Mk. 1.35 bis 7.25 pr. Met. — (ca. 450 versch. Dispostt ) vers. roben- und stückweise porto- und zollfrei in's Haus G. Henneberg, Seidenfabrikant, (K- u. K. Hoflies.) Zurich. Muster umgehend. Doppeltes Briefporto nach der Schweiz. 1596
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Temperatur der Lahn und Luft gemeffen nach Reaumur am 16. Juni, zwischen 11 und 12 Uhr^ Wasser 14y2 Grad, Lust 15 Grad im Schatten.
Rübsamen'sche Badeanstalt.


