erhebe Mein GlaS aus die braven Söhne PommemS. Die Provinz lebe hoch!
Danzig, 15. Mai. Der Kaiser ist um 6 Uhr 25 Min. Abends aus der Werft in Schtchau eingetroffen und begab sich sofort nach der Jacht Hohenzollern, wo er wohnt. Morgen Bormittag erfolgt der Einzug in die großartig geschmückte Atadt.
Paris, 16. Mai. Der Ausschuß der Imperialisten des 7. Arrondissements wollte in der Kirche Gros Caillon das Vereinsbanner weihen lassen! Der Pfarrer Fauvage weigerte sich, das aufrührerische Abzeichen zu weihen. Baron Legoux, der Vorsitzende des Vereins, erhob Beschwerde gegen den Pfarrer.
totales rrnv provinzielles,
Gießen, 16. Mai 1892.
— KerienSouderzüge. Wie uns von der Königlichen Eisenbahn-Direction zu Hannover mitgetheilt wird, gelange« auch in diesem Jahre Ferien-Sonderzüge zu er« mäßigten Fahrpreisen von Hamburg und Hannover nach Frankfurt a. M. und Basel zur Beförderung, und zwar am 2. und 16. Juli, sowie am 6. August. Alles Nähere wird rechtzeitig bekannt gemacht werden.
— Daß der Vogelsberg vulkanischer Natur ist, das ist eine allgemein bekannte Thatsache, obgleich nur Wenige sich ein auch nur annähernd richtiges Bild von der geologischen Beschaffenheit unserer Provinz machen können. Wenn auch der Hauptkrater längst weggewaschen und in die tiefer gelegenen Gegenden weggesührt worden ist, so sind doch bis heute noch einige kleinere Nebenkrater erhalten, von denen der Aspenkippel bei Climbach schon längere Zeit bekannt ist. In einem früheren Berichte der „Oberhessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde" finden sich die geologischen Verhältnisse des Aspenkippels entwickelt und eine sorgfältig entworfene Höhenschichtenkarte desselben dient zur weiteren Erläuterung. — Herr Geh. Rath Streng, der seit einiger Zeit mit der genauesten geologischen Durchforschung unserer Gegend beschäftigt ist und durch seine Vulkanstudien in Italien für vulkanische Erscheinungen besonders geschärfte Augen hat, entdeckte in letzter Zeit bei Großen-Buseck, Beuern und Allertshausen abermals Kraterbildungen, die vorher ganz unbekannt waren. In einer Sitzung der „Oberhessischen Gesellschaft" am nächsten Mittwoch wird er genauere Mit- lheilungen darüber machen und am daraus folgenden Sonntag den 22. Mai die Gesellschaft an Ort und Stelle führen. — Wir verfehlen nicht, in dieser Beziehung auf die Mittheilung des Gesellschastsvorstandes im Anzeigentheil dieses Blattes zu verweisen.
— Gefaßt. Endlich ist es durch die umfassende Thätigkeit der Polizei, insbesondere durch die eifrigen Nachforschungen des Polizei-SecretärS Bischofs, deS Criminal-SchutzmannS Weiß und des Schutzmanns Kimmel, gelungen, die Brandstifter, welche unsere Stadt so oft in Aufregung versetzten, in der Perlon zweier in der Heyligenstaedt'schen Eisengießerei beschäftigten Arbeiter, Karl Luh und Georg Leib, zu ermitteln und am Samstag Abend zu verhaften. Die Thäter sind der Anlegung der vier Brände in der Nacht vom 13. auf den 14. d. M. überführt und geständig. Es ist wohl mit ziemlicher Sicherheit anzunehmen, daß die beide« verhafteten Verbrecher auch die übrigen aus gleiche Art und Weise ausgebrochenen Brände angelegt Haden- eS brannte innerhalb der letzten zwei Jahre nicht weniger als 18 Mal. Hoffentlich werden wir jetzt vor neuen Bränden recht lange bewahrt bleiben.
— Seine Königliche Hoheit der «roßherzog empfingen am Samstag u. A. die Professoren Baldensperger und Reisch le von der Landes Universität Gießen, sowie den Oberstallmeister Frhrn. v. Nord eck zur Rabenau.
— Das am 13. Mai ausgegebene Großhcrzogliche Regierungsblatt Nr. 17 enthält: Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, die Abänderung der Gerichtsvollzieherordnung vom 21. Mai 1879, sowie der Bestimmungen über den Vorbereitungsdienst und die Prüfung der Gerichtsschreiber und Gerichtsvollzieher betreffend. Vom 12. Mai 1892.
— Ernennung. Ernannt wurde am 11. Mai der Gerichts- schreiber-Aspiranl Johann Ernst Muth aus Salz zum Oeconomen am Landeszuchthaus Marienschloß.
— Sine Million. Nach der Volkszählung vom l.Deccmber 1890 betrug die ortsanwesende Bevölkerung unseres Großherzogthums 992883, womit es die siebente Stelle unter den Staaten des Deutschen Reiches einnimmt. Da der Bevölkerungszuwachs in den fünf Jahren 1885—1890 für Hessen 36 272, im Durchschnitt für ein Jahr also 7254 Köpse betragen hat, so dürfte nun die Einwohnerzahl von einer Million für unser Heffenland erreicht sein.
— Umgestaltung des höhere» Schulwesens. Das Groß, herzogthum Hessen tritt nun nach dem Vorgänge der größeren Bundesstaaten der Frage nach einer Umgestaltung des höhern Schulwesens ebensalls näher. Die Directoren der Gymnasien und Realgymnasien sind, wie verlautet, auf die Zeit vom 23.-25. Juni zu einer Conferenz zusammenberusen, der folgende zwei Hauptgegenstände vorgelegt werden: 1. Ob und welche Aenderungen an dem Lehrplane und der Reiseprüfungsordnung mit Rücksicht aus die jüngst in Preußen erlassenen neuen Bestimmungen etwa zu treffen sind? Berichterstatter Geh. Oberschulrath vr. S ch i l l e r Wehen, N o d n a g e l- Darmstadt. 2. Die Ausstellung neuer Disciplinarvorschristen. Berichterstatter W e i h r i ch - Mainz, D e t t w e i l e r - Bensheim. Es verlautet, daß es sich nur darum handelt, in untergeordneten Fragen eine größere Uebereinstimmung zu erzielen, denn seit 1883 ist das höhere Schulwesen Hessens zu vollkommener Zufriedenheit geordnet, wenigstens nach den behördlichen Bestimmungen. Die Ausführung war und ist
Temperatur der Lahn und Lust gemessen nach Reaumur am 16. Mal, zwischen 11 und 12 K|t. Wasser 13 «rad, Lust 12 Grad Im Schatten.
8. Ehr. Rübsamen W»e.
Spitlplo« der vereinigten Frankfurter Ltadttheater. Opernhaus.
Dienstag den 17. Mat: Martha. Mittwoch den 18. Mai. Der Bauer als Millionär. Donnerstag den 19. Mai: Gastspiel der Frau Ende-Andrteßen. Königin von Saba Freitaa dm 20. Mat geschloffen. Samstag den 21. Mat: Mianon Sonntag dm 21. Mat: Letzte« Gastspiel der Frau Ende-Andrießen' Walküre.
vermischtes.
* München, 14. Mai. Eine am Donnerstag Abend um 9 Uhr im Ofen des Lehrerzimmers deS LuitpoldgymnasiumS erfolgte Explosion führte ein eine Stunde vorher eingestiegener 17jähriger Ghmnasialschüler vermittelst 5 Pfund Jagdpulver und Lunten herbei.
selbstverständlich je nach dem Geist des Directors noch sehr verschieden.
8roßeu Buseck, 15. Mai. Ueber die heutige, von den Antisemiten einberufene Versammlung, welche von Hunderten von Menschen, die namentlich aus den umliegenden Dörfern herbeigekommen waren, besucht war, erhielten wir nachstehende Mittheilung: Dr. Böckel schilderte zunächst die Bestrebungen der Bauernvereine, bekämpfte den Zwischenhandel und erging sich in den üblichen
Kraftausdrücken über die Börse, den „Stamm Nimm" und dergleichen. Zum Schluß versprach er den Großen- Buseckern die Errichtung eines Marktes. Nach ihm meldete sich Rechtsanwalt Grünewald aus Gießen zum Wort, um in etwa einstündiger Rede, die von der Versammlung aufmerksam und theilweise beifällig ausgenommen wurde, den Aeußerungen des antisemitischen Führers entgegenzutreten. Er sei allein und ohne Comitat erschienen, um sich zu überzeugen, ob die Großen-Busecker, die noch 1887 treu zur freisinnigen Partei gehalten hätten, wirklich so wankelmüthig seien, daß sie jetzt dem antisemitischen Glauben anhingen. Er warne dringend vor der antisemitischen Agitation, deren verderbliche demagogische Bedeutung tiefergehend und gefährlicher sei als die focialistische Bewegung. DaS Endziel des Antisemitismus, die Aufhebung der gegenwärtig bestehenden Gleichberechtigung vor dem Gesetz, könne und dürfe niemals erreicht werden. Das Treiben der Antisemiten gründe auf Unwahrheit, der „Reichsherold" strotze von Lügen. Redner beantragte schließlich die Fassung einer die bevorstehende Revision der hessischen Verwaltungsgesetze betreffenden Resolution, die einstimmig angenommen wurde. Nach Erwiderung Böckels und Schlußwort des freisinnigen Redners ergriff Buchdruckereibesitzer Gleiber aus Frankfurt das Wort, um sich bitter über die Verlogenheit des „Reichsherold" zu beschweren, der ihn fortgesetzt als Socialdemokraten bezeichne und herunterreiße, während er Mitglied der «ational- liberalen Partei sei. Mit einem Hoch auf das Vaterland schloß die Versammlung, deren Verlauf gezeigt hat, daß hier der Antisemitismus zwar Anhänger besitzt, aber noch nicht so stark Wurzel gefaßt hat, daß ihm nicht mit Erfolg ent- gegengetreten werden könnte.
Heldeuberge« (Kreis Friedberg), 13. Mai. Das leicht- sinnige Umgehen mit Schießgewehren hat wiederum hier ein Opfer gefordert. Der 18jährige Sohn eines hiesigen Bäckermeisters schoß gestern mit einer Spatzenflinte nach Vögeln. Ein 20jähriges Mädchen, das von Wtndecken zum Besuch bei dem Bäcker sich befand, forderte den Jungen im Spaße auf, auch einmal aus sie zu schießen. Dieser legte aus das Mädchen an und traf es so unglücklich in die Lunge, daß es sofort todt zu Boden sank. — Das Gericht begab sich heute nach Heldenbergen, um den Thatbestand festzustellen.
Bad-Nauheim, 13. Mai. In der letzten Woche sind 260 Kur fr em de hier angekommen, so daß sich die Gesammt- srequenz auf 635 Personen beziffert — gegen die entsprechende Zett des Vorjahres ein freilich nicht erhebliches Plus.
□ Vom Vogelsberg, 13. Mai. Die gefürchteten Kalenderheiligen Mamertus, Pankratius und Servatius haben uns diesmal mit ihren Kälterückfällen ver- schont. Wohl ist Nachts die Temperatur kühler als am Tage, aber die um diese Zeit fast mit bestimmter Regelmäßigkeit auftretenden Nachtfröste sind weggeblieben. Es ist nämlich nachweisbar, daß diese Nachtfröste mit großer Regelmäßigkeit durch Jahrhunderte hindurch an die Zeit der drei „Eismänner" geknüpft sind. Schon aus den J«hren 892 und 1118 werden starke Maisröste erwähnt. Im Jahre 1553, um nur einige Beispiele anzuführen, fiel um die Mitte des Mai in Schlesien und Polen tiefer Schnee, der eine Woche hindurch liegen blieb. In der Nacht vom 10. zum 11. Mai 1584 trat um Leitmeritz ein solcher Frost ein, daß der Wein erfror, Nüsse, Maulbeeren, Zwetschen und Aprikosen zu Grunde gingen. Im Mai 1594 erfror daö Korn in der Blüthe und am Morgen des 12. Mat hatten die Brunnen aus der schwäbischen Alp Eiszapfen. Diese Berichte lassen sich durch Jahrgänge aus späterer Zeit leicht vermehren. So zeigte der Mai 1887 eine tiefe Temperaturerniedrigung, daß die Blüthen der Obstbäume zu Grunde gingen. Es ist um so unerwarteter, daß diesmal die Eisheiligen gelinde Saiten aufgezogen haben, als geraume Zeit ausschließlich östliche und nördliche Winde wehen, in deren Verbindung allein stets die Maifröste auftraten. Wie immer, so hätten sie auch gegenwärtig wieder das Obst für dies Jahr gepflückt, denn Zwetschen- und Birnbäume stehen eben in vollem Blüthenflor.
A Mainz, 15. Mai. In der letzten Sitzung der hiesigen Stadtverordneten wurde ein Beschluß gefaßt, welcher Mainz eine neue, nicht unwichtige Industrie eröffnet. Es wurde nämlich beschlossen, den untersten Theil des Zoll- und Binnenhafens an die deutsch-amerikanische Gesellschaft für Petroleumimport zu vermiethen. Die Gesellschaft befördert das Petroleum direct in eisernen Schiffen hierher und erfolgt die Umladung aus den Schiffen, welche in der Mitte des Stromes ankern müssen, in die Fässer mittelst Rohrleitung. Vorläufig ist 1 em Vertrag zwischen der Stadt und der Gesellschaft auf zehn Jahre vereinbart und zwar gegen eine jährliche Pachtsumme . von 5000 Mk. — Zu der am 13. Juni hier stattfindenden i
VII. Mainzer Regatta sind zu 18 ausgeschriebenen Rennen I
31 Meldungen von 10 Vereinen eingelaufen und zwar von 1 Köln, Mannheim, Wiesbaden, Gießen, Höchst, Kassel und 1 Offenbach. Merkwürdiger Weise ist von keinem der Frankfurter Vereine Meldung eingelaufen.
titeratur mmö Itanft
Wie man heutzutage schmuggelt. Da« Vergnügen am Schmuggeln wird so ziemlich von Jedermann getheilt und ost genug hort man im Freundeskreise von diesen und jenen Helden- thaten erzählen, die beim Passtren der Grenze von sonst ganz harmlosen Staatsbürgern verübt worden sind. Mit diesem kleinen Privat- schmuggel befaßt sich der interessante Artikel, den daS 18. Heft von ,8rrr g«te« Stvnde- (Berlin W. 57, Deutsches VerlagShau« Bong & Co.) enthalt^ nun grade nicht, vielmehr wird in demselben gewerbsmäßige Schmuggeln geschildert, da« sich an den verschiedenen Grenzen des Deutschen Reiches noch immer vorfindet. Die einzelnen Grenzgebiete werden in diesem Artikel von verschiedenen Autoren behandelt, sodaß jeder Verschiedenheit in dem Betriebe de« eigenartigen Geschäftes Rechnung getragen wird. Arthur Achleithner schildert den Schmuggel an der oberbayrisch-österreichischen, ein Anonymus den an der russischen Grenze. Weitere Aussätze über a - Interessante Thema werden noch folgen. In einem reich Mustrrrten Artikel wird unser Blick auf das weltberühmte Tivoli bei Rom gelenkt, jene an erhabener Naturschönheit und antiken Tempeln so reiche Statte, die kein deutscher Romsahrer unbesucht läßt. Benedetto Cirmeni, ein geistreicher italienischer Autor, hat zu de« interessanten, farbenprächtigen Bildern einen humoristisch gefärbten Begletttext geschrieben. Unter den Kunstbeilagen finden wir einen prächtigen Farbendruck: Ltsette, ein fesche« Stubenmädchen darstellend, sowie schone Holzschnitte von Schad: Frohnleichnamsprocesston und Scheurenberg: Die Unterwerfung der Quitzows. Der Preis de« VierzehntagShefte« beträgt nur 40 Pf., de« Dreiwochenheftes (Salonausgabe) 60 Pfg.
ScharrspiekHauA.
Dienstag den 17. Mat: Ihr Corpora!. Mittwoch den 18. Mai: Roman eine« armen jungen Manne«. Donnerstag den 19. Mai geschlossen. Freitag den 20. Mai: FieSco Samstag den 21. Mai: Der Schatten. Der zerbrochene Krug. Der sechste Sinn. Sonntag den 22. Mai: FieSco Montag den 23. Mai: Der Zigeunerbaron.
CingefaKÖt
•Utm, 15. Mai.
ani c PP* Morgen zwischen 7 und 9 Uhr hatten die Anwohner der Wieseckufer seit ungefähr 5-6 Jahren zum dritten Male daS betrübende Schauspiel, die Fische des Flüßchens in schweren Todes- Mmpfen verscheiden zu sehen. Die Wiefeck zwischen Bismarck- «nd Bleichstraße ist von tobten Fischen erfüllt. Das Schauspiel vollzieht sich stets unter den gleichen Umständen. Eine theerartige, in allen Regenbogenfarben schillernde fettige Flüssigkeit schwimmt aus dem Wasser und setzt sich an den Rändern an. Heute früh haben vier Beobachter festftellen können, daß von Zeit zu Zeit ein durchdringen- der gasähnlicher Geruch aus dem Wasser aufftieg, der nicht durch den Wind herzugetrieben sein konnte, da dieser zu jener Zeit aus entgegengesetzter Richtung wehte. Uebrigens wird sich ja die Quelle der Schädigung leicht festftellen lassen, wenn man der Spur der Fisch, leichen nachgeht; daß dies aber geschehe, dafür wird wohl schon die Polizei sorgen.
; * Witzenhaufen, 10. Mai. In der letzten Schöffen-
! gerichtssitzung gab es viel Stoff zu Heiterkeit. Eine sogen.
„weise Frau", die Besitzerin eines Marionettentheaters, besuchte auf der Durchreise in Hundelshausen eine Bauern- familie und versprach die an Rheumatismus leidende Haus- ftau zu heilen, wenn ihr dafür 6 Mk. gezahlt würden. Die Bauersfrau mußte unter allerlei Hokuspokus ein Knäuelchen unbekannter Materie in den Mund nehmen, welches auf der 3unge zerging. Dies — so sagte die „kluge Frau" — sei öaS Zeichen, daß die Krankheit heilbar sei. Nun sei aber noch ein Leichenknochen im Hau«, welcher ebenfalls gebannt werden müsse, dafür müsse sie aber 10 Mk. erhalten, welche der Mann thr auch einhändigte. Es wurden nun noch verschiedene Verschwörungsformeln vorgenommen, woraus die „weise Frau" unter dem Vorwande, noch ein Gebet zu ver- richten, verschwand. Hinterher wurde das Ehepaar aber „helle gemacht und nun die Schwindlerin verfolgt, welche denn auch wirklich die Beute von 16 Mk. herausgab. DaS Urtheil des Schöffengerichts lautete verhältnißmäßig günstig: 20 Mk. Strafe. — So geschehen im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts.
* Leipzig, 12. Mai. Ein erschütterndes Ereigniß, da- in die betreffenden Familienkreise unsägliches Wehe getragen, hat sich in diesen Tagen in unserer Stadt abgespielt. Das „Leipz. Tagebl.^ berichtet darüber: Ein junger talentvoller Mann, der die Oberprima einer hiesigen höheren Lehranstalt besuchte, hatte sich jüngst bei einer schriftlichen Arbeit verleiten lassen, sie nicht ganz selbstständig herzustellen, sondern zum Theil abzuschreiben, und er war, als man ihn dabei ertappte, zu einer Stunde Carcer verurtheilt worden. Anstatt nun diese verdiente Strafe ruhig und standhaft auf fid) zu nehmen, fetzte sich der junge Mann in feinem Übertriebenen Ehrgefühl den Vorfall so in den Kopf, daß er nach einer nahen Waldung ging und dort mit einem Revolver sich erschoß.
* Metz, 13. Mai. Zwischen Soldaten des hiesigen 130. Infanterie-Regiments entstand in einer Wirthschast ein blutiger Streit. Ein Soldat wurde getödtet, ein anderer erheblich verwundet- der Hauptschuldige ist entflohen.
* Selbstverfüßte Pille. „Nun, Herr Kamerad, wie ist Ihre Bewerbung bei Fräulein Jllona ausgefallen?" — „Hm, habe von ihr einen Korb durch die Blume bekommen, — sozusagen : Blumenkorb!"
Verkehr, Land, «nd PolfstvirtbfcbafL
B drssmdertz, 14. Mal. Frachtpreise. SBdien X2100
• * 20-20, G-rsse X 16.40, Haler X 13.60, Erbsen X 22.Oo'
Vtnfen X —Wicken X —. Sein X Kartoffeln X 6.90,
Samen vMl —.—.


