Abg. Richter wird nach den Ferien für ihren Antrag stimmen, weil dann eine VerjLhruna ausgeschlossen sei. Die Person AhlwardtS komme für ihn nicht in Betracht. Ahlwardt werde unschädlich sein, sobald er im Reichstage den Mund austhue.
Abg. Liebermann v. Sonnenberg weist die Unterstellung zurück, daß der Zweck deS Antrags die Anbahnung der Verjährung sei.
Der Antrag auf Commtsstonsverweisung wird mit 114 gegen 100 Stimmen abgelehnt und darauf der Antrag von Liebermann v. Sonnenberg mit Mehrheit angenommen.
Morgen 12 Uhr: Gesetzentwurf betr. die Ersatzvertheilung, lex Hetntze.
Neueste Ilcicb richten.
Wolffs telegraphische« Correspondenz-Bureau.
Budapest, 14. December. Der „Budapester Corresp." zufolge werden die morgigen Amtsblätter in Wien und Budapest eine Verordnung, betreffend die Ausprägung vonZwanzigkronen stücken, veröffentlichen, unter gleichzeitiger Zurückziehung der letzten Verordnung über den Umtausch von Goldbarren und fremder Münze gegen Zwanzigkronenstücke. Die Verordnung tritt morgen in Kraft.
Wigan, 14. December. In der Kohlengrube Bamsur- long brach Vormittags ein Brand aus. Etwa hundert Arbeiter waren eingefahren. Bls Mittags waren zwanzig Leute halberstickt herausgefördert, später wurden etwa zwanzig Leichen aufgefunden. Hilfeleistungen wurden schnell organt- strt. Das Feuer wurde um 3 Ühr gelöscht. Es wird befürchtet, daß alle übrigen Arbeiter tobt seien.
Depeschen des Bureau „Herold".
Berlin, 14. December. Die conservative Reichstags- sraction wählte Freiherrn von Hamm erst ein in die Commission zur Berathung der Militärvorlage, anstatt des dorgeschlagenen v. Helldorff.
Wilhelmshaven, 14. December. Die (Sorbette „Marie" hot die Ordre erhaltens am 17. December nach Montevideo abzudampfen.
Marschall Vorwärts.
Zum 16. December.
Es ist ein hervorragender Zug des deutschen Volkes, daß es wie kaum ein anderes Volk der Erde seine großen Todten ehrt. In würdevoller Pietät feiert es die Gedenk- tage seiner Gelehrten, Dichter und Künstler, seine Helden aber leben im Liede unsterblich fort. Für den Mann, dessen 150. Geburtstag wir heute begehen, hat kein Geringerer die Saiten geschlagen, als Ernst Moritz Arndt, und soweit die deutsche Zunge klingt, singt man das Lied vom alten Feldmarschall. Jeder Deutsche nennt mit Stolz seinen Namen- jedes Kind weiß, wer Blücher war, und mit der Geschichte der Befreiung unseresjLaterlandes ist sein Andenken unlösbar verknüpft für ewige Zeiten.
Wie unser Heimgegangener großer Schlachtenlenker Moltke hat auch Blücher seine militärische Laufbahn in fremden Diensten begonnen. Ein Zufall führte ihn in die Reihen der schwedischen Reiter, ein Zufall brachte ihn in preußische Gefangenschaft und ließ ihn nach erlangtem Abschied den schwarzen Rock der Belling'schen Husaren anziehen. Aber auch der stramme preußische Dienst konnte feine ungestüme Wildheit, die im Kriege allerdings reichlich Gelegenheit, sich auszutoben, hatte, nicht bändigen und gar bald mußte der junge Offizier durch sie in die unangenehmsten Lagen kommen. Solange der Oberst von Belling sein Commandeur war, hatte er die schlimmen Folgen davon noch nicht zu fühlen. Sobald aber nach dem Einmarsch mehrerer Regimenter in Polen im Jahre 1770 der General von Lossow an Bellings Stelle trat, mußte sich die Sache ändern. Nach verschiedenen peinlichen Vorgängen wurde Blücher im Avancement übergangen. Kurz entschloffen schrieb er deshalb an den König: „Der von Jägersfeld, der kein anderes Verdienst hat, als der Sohn des Markgrafen von Schwedt zu sein, ist mir vorgezogen, ich bitte um meinen Abschied." Ebenso lakonisch war die Antwort Friedrichs II.: „Der Rittmeister Blücher kann sich zum Teufel scheeren." Nun wurde der Soldat ein Landwirth und zwar mit vielem Erfolg. Dennoch blieb sein sehnlichster Wunsch immer aus Wiederanstellung in der Armee gerichtet- allein der große König verhielt sich zeitlebens ablehnend, obgleich er ihn in anderer Beziehung vielfach auszeichnete. Erst nach dem Tode Friedrichs hatte Blücher die Genugtuung, in sein altes Regiment und zwar dem von Jägersseld im Range vorangehend wieder eintreten zu können. Mit diesem Schritt beginnt er die Lausbahn seines Ruhmes, der mit Flammenschrift in den Blättern der deutschen Geschichte verzeichnet ist.
Auf dem Schlachtfelde ist Blücher grau geworden, aber niemals, in keiner noch so schwierigen Lage, hat ihn sein kühner Wagemuth verlassen, im Gegentheil, sein Muth wuchs mit der Gefahr. Wie Müffling sagt, gab es für ihn keine militärische Verlegenheit, aus der man sich nicht am Ende durch einen Kampf Mann gegen Mann herausziehen könne. Darum war auch allzeit „Vorwärts!" seine Losung. Kein Unglück konnte ihn niederbeugen:
„Er ist der Mann gewesen, als alles verrann,
„Der muthig auf zum Himmel den Degen noch schwang.
„Da schwur er beim Eisen gar zornig und hart:
„Dem Franzmann zu weisen die deutsche Art."
Wie er jedem Franzmann die deutsche Art gewiesen hat, davon reden die Namen Katzbach, Leipzig, Waterloo eine deutliche Sprache. Ihm war es gleichgültig, wer sein Gegner war, und Förster sagt von ihm: „daß er von sämmtlichen Generalen der Verbündeten der einzige war, der nicht im mindesten aus der Fassung kam, wenn gemeldet wurde: Napoleon commandire ihm gegenüber. Allen anderen wackelten dann die Manschetten, nur dem alten Blücher nicht."
Dem tapferen und unerschrockenen Soldaten schlug ein warmes, menschlich fühlendes Herz in der Brust. Für seine Soldaten sorgte er wie ein Vater für seine Kinder, darum nannten sie ihn ja auch den „Vater Blücher". Aber auch gegen die Bewohner des Landes, in dem sich seine Truppen
gerade befanden, zeigte er sich milde und nachsichtig; er hielt auf straffe Mannszucht und ahndete jede Ausschreitung gegen den wehrlosen Bürger aufs Strengste. Seinem gegebenen Versprechen blieb er unter allen Umständen treu. Das bewiesen am besten seine eigenen Worte, die er nach der unglücklichen Schlacht von Ligny, als er auf völlig aufgeweichten Wegen gegen Belle-Alliance rückte, um Wellington zu Hülfe zu kommen, feinen ermatteten Soldaten zurief: „Vorwärts, Kinder, vorwärts, ich habe es ja meinem Bruder Wellington versprochen!" An Auszeichnungen hat es ihm nicht gefehlt- Orden und Titel wurden ihm im reichsten Maße zu Theil und die Völker jubelten ihm zu, ihm, dem Bezwinger des ersten Napoleon. Aber der schönste Lohn für ihn ist doch der, daß er feinem Volke ein Vorbild geworden ist, daß der deutsche Vater seinem Sohn sagen kann: Sei tapfer, treu und wahr, wie der alte „Marschall Vorwärts"!
Localer ttttb provinzieller.
Gießen, 15. December 1892.
— Kuuftverein für das Großherzogthum Hessen« Bei der am 13. ds. Mts. stattgehabten Verloosung sind von den 43 Gewinnen die nachverzeichneten von den dabei bemerkten Gießener Vereinsmitgliedern gewonnen worden: Kröh, Hofmaler, „Vor dem Balle", gewonnen von Gymnasiallehrer Dr. Mathäi in Gießen. Loujot, „Die Martinsgans", gew. von der Stadt Gießen. Scheurer, „Kätzchen", gew. von Dr. Arthur Schmidt in Gießen. Fräulein Kornmann, „Blumen Aquarelle", gew. von Fabrikant H a b e n i ch t in Gießen. Allers-Album, „Hinter den Coulissen", gew. von Th. Schick, stud. med. in Gießen.
— Oeffeutliche Anerkennung einer edlen That. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben dem Wasserbaubeamten Philipp Peter Bauer in Weisenau in Anerkennung der von demselben am 1. October dss. Js. mit Muth und Entschlossenheit, sowie eigener Lebensgefahr bewirkten Rettung der Franziska Knapp von da vom Tode des Ertrinkens die Rettungsmedaille zu verleihen geruht.
— Erledigte Lehrerftellen. Erledigt sind: Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wimpfen t. Th. mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Eine Lehrerstelle an der katholischen Schule zu Wald-Michelbach mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden jährlichen Gehalte von 1000 — 1500 Mk. Eine Lehrerstelle an der evangel. Schule zu Birkenau mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden jährlichen Gehalte von 900 bis 1200 Mk. Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hornbach mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Eine Lehrer- stelle an der evangel. Schule zu Wald-Michelbach mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden jährlichen Gehalte von 1000—1500 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Grolsheim mit einem jährl. Gehalt von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Betzenrod mit einem jährl. Gehalte von 900 Mk. Mit der Stells ist Organisten- und Vorlesedienst verbunden.
— Erledigte Stellen für Milit'aranwärter im Bezirk des 11. Armee-Corps. Arnsberg, Magistrat, Polizeisergeant, Anfangsgehalt 1300 Mark, Helm, Säbel und Achselstücke werden geliefert. Königl. Eifenbahn-Betriebsamt zu Kassel, 30 Weichensteller und 70 Bahnwärter, erstere je 800 Mark, letztere je 700 Mark jährlich. Kassel, Königl. Eisenbahn- Betriebsamt, Stationsnachtwächter, 700 Mark Gehalt und der gesetzliche Wohnungsgeldzuschuß. Reiste, Kaiser!. Postagentur, Landbriefträger, 650 Mark Gehalt und 60 Mark Wohnungsgeldzuschuß. Im Bezirk der Großh. Hess. (25.) Division: Großh. Direction der Oberhessischen Eisenbahnen, Bahnwärter, 664 Mark.
Darmstadt, 13. December. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen heute u. A. den Vicepräsident des Landwirthschaftlichen Vereins für die Provinz Oberhessen Schlenke, den Kirchenrath Dr. Walther von Nieder-Jngel- heim, eine Deputation für das Schützenfest zu Mainz, bestehend aus Rentner Büdingen, Rentner Felmer und Stadtverordneter Heerdt, den Förster Hüter von Nordheim, den Lehrer Scheuermann aus Birkenau.
Darmstadt, 13. December. Den Landständen ist der Entwurf eines Gesetzes über das Verfahren der Zwangsvollstreckung im Verwaltungsweg zugegangen, welches das durch Verordnung vom 2. März 1820 bei Einbringung der directen Steuern in den Provinzen Starkenburg und Oberhessen zu beobachtende Verfahren ersetzen soll. — Der Finanzausschuß der zweiten Kammer empfiehlt Bewilligung von 123,000 Mark für die geplante Nauheimer elec- trische Anlage. — Der Abg. Wolz brachte in der zweiten Kammer den Antrag ein, an die Regierung das Ersuchen zu richten, 10,000 Mark im Budget parat zu stellen, um Landwinhen zum Bezug von Torfstreu 80 Mark Zuschuß pro Waggon gewähren zu können. — Das Großh. Ministerium des Innern und der Justiz hat eine Vorlage an die Zweite Kammer der Stände eingebracht, die Zustimmung zu ihrem Vorgehen ertheilen zu wollen, wonach die Mittel zur Zahlung der Remuneration des ersten Lehrers an der landwirthschaftlichen Winterschule zu Mainz der im Staatsbudget für neun Landwirthschastslehrer bewilligten Summe zu entnehmen sind.
Mainz, 13. December. Die gestrige Schwurgerichtsverhandlung gegen den 22jährigen Dienstknecht Johann Dieser aus Ober-Hilbersheim entrollte das Bild einer fast unglaublich rohen Gesinnung. Der Angeklagte hatte wegen einer ihm erteilten Rüge einen Strohhaufen im Werthe von 2400 Mk. in Brand gesteckt. Bald daraus sollte er seinen i Dienstgeber, den Schmied Peter Heinz von Bornheim, und dessen 12jährigen Sohn über Land fahren. Außerdem hatte '
noch der Ackersmann Jacob Schweizer von Bornheim auf dem Wagen Platz genommen. Der Angeklagte, der die Fahrt widerwillig aussührte, drehte auf der steilsten Stelle eines Abhanges die bis dahin geschlossene Bremse an dem Wagen aus, warf den Zügel ab und sprang vom Wagen. Der Wagen kam ins Rollen, das Pferd konnte ihn nicht halten und stürzte mit dem Gefährt in einen 6 Fuß tiefen Graben. Die drei Insassen wurden schwer verletzt, der Junge verstarb nach einer Stunde. Der Angeklagte benahm sich heute vor dem Gericht sehr frech. Die Geschworenen sprachen ihn nach Antrag der Brandstiftung und Körperverletzung mit tödtlichem Erfolge schuldig, der Staatsanwalt beantragte 6 Jahre Zuchthaus mit den üblichen Nebenstrafen, das Gericht erkannte aber auf 8 Jahre Zuchthaus, 10 Jahre Ehrverlust und Zulässig- Feit der Polizeiaufsicht.
△ Mainz, 14. December. Bei den wichtigsten städtischen Fragen/ die je in Mainz verhandelt worden, war der Zuhörer- raum der Stadtverordnetenversammlung noch selten so gedrängt besetzt als heute Abend. Schon eine Stunde vor Beginn der Sitzung war die Zuhörergallerie bis in den hintersten Winkel besetzt. Anlaß zu dieser außergewöhnlichen Erscheinung bot eine von dem socialistischen Stadtverordneten Dörr vor den lehren Stadtverordnetenwahlen in einer Volksversammlung gethane Aeußerung, daß auf dem Stadt- Hanse die Korruption eingerissen sei, welcher Vorwurf dadurch näher erläutert wurde, daß Dörr behauptete, die Stistungs- gelder wie die öffentlichen Stellen würden regelmäßig an Unwürdige vergeben. Diese in der Volksversammlung gethane Aeußerung hat in der letzten Stadtverordnetensitzung zu einer heißen Debatte geführt, in deren Verlauf Dörr erklärte, in der nächsten Stadtverordnetensitzung die Beweise für seine Behauptung erbringen zu wollen. Auf diese Beweise war man in der ganzen Stadt gespannt, darum der gewaltige Andrang zu der heutigen Sitzung. Dörr brachte auch 12 Fälle, in denen, seiner Ansicht nach, die Stiftungen in unrechte Hände gekommen, zur Verlesung, doch wurde die Neugier der Meisten nicht befriedigt, denn die Namen der Betreffenden wurden nur der Bürgermeisterei zur Kenntniß gebracht. Die Mitglieder der Stiftungscommission waren durch die vorgebrachten Beweise nicht befriedigt und rückten Herrn Dörr sämmtlich scharf auf den Leib. Letzterer trat schließlich etwas den Rückzug an, indem er erklärte, er habe weder der Stadtverordnetenversammlung noch den Commissionsmitgliedern zu nahe treten wollen, sondern seine Kritik habe lediglich dem herrschenden System gegolten, mit welcher Erklärung man allseitig einverstanden war.
Mainz, 13. December. Wie hiesige Blätter berichten, soll im Jahre 1894 in Mainz eine große Blumen- und Pslanzen-Ausstellung stattfinden.
Michelstadt, 10. December. Am Samstag verlor der Leibjäger des Grafen von Erbach-Für st en au auf klägliche Weise sein Leben. Derselbe — ein junger Tyroler — hatte auf der Jagd einen Fuchs erlegt, dem er durch einen Schlag mit feiner Flinte völlig den Garaus machen wollte. Unglücklicherweise war der eine Lauf noch geladen und traf die Ladung den Unterleib des jungen Mannes, so daß sogleich die Därme heraustraten und derselbe unter fürchterlichen Schmerzen seinen Geist aufgab.
Zur Brausteuer!
In der Petition des deutschen Brauerbundes gegen die Erhöhung der Brausteuer ist bei Schilderung der Lage der Brau-Industrie in der norddeutschen Berufsgenoffenschaft angeführt, daß vom 1. Januar 1873 bis zum 31. März 1891 2628 obergährige Brauereien und 245 untergährige Brauereien
2873 Brauereien den Betrieb dauernd eingestellt haben.
Das sind deutliche Ziffern, wie schwer der Kampf um die Existenz ist, den besonders die mittleren und kleineren Brauereien führen. Daß nun die Lage dieser Geschäfte irr letzter Zeit noch weit mißlicher geworden, ist zu ersehen aus der Allgemeinen Brauer- und Hopfenzeitung Nr. 147 vom 11. December 1892. Diese schreibt unter „Die Bierbereitung und Bierbesteuerung des deutschen Zollgebietes während des Etatsjahres 1891/92":
Als ein eigenartiges Zusammentreffen darf es wohl bezeichnet werden, daß zu derselben Zeit, wo die maßgebenden Stellen sich mit einer Verdoppelung der Brausteuer in der norddeutschen Steuergemetnschaft zu befassen haben, die amtlichen Zahlen und die Ergebnisse über die Bierbrauerei und Bierbesteuerung im deutschen Zollgebiet veröffentlicht werden. Denn nichts führt eine beredtere Sprache gegen die beabsichtigte Erhöhung der Brausteuer, als die nackten Zahlen, wie sie uns hier vorgesührt werden. Geht doch aus denselben hervor, daß im letzten Etatsjahr allein wieder 316 gewerblich e Brauereien ihren Betrieb einstellen mußten!
316 Betriebe sind in einem Jahre dem übermäßigen Concurre^zkampf zum Opfer gefallen und wieviele noch vorhandene vermeiden es, diesen letzten Schritt zu thun und sühren einen erbitterten aussichtslosen Kampf ums Dasein.
Vom volkswirthschastlichen Standpunkt aus ist es außerordentlich zu bedauern, daß die Zahl der selbstständigen, wenn auch kleineren Existenzen so rapide abnimmt, aber das wird voraussichtlich noch in erhöhtem Maße bei der Brauindustrie der Fall fein, wenn die Steuererhöhung zur Annahme gelangen sollte. • - ■
Dermi
* Berlin, 14. December. Bei de» heutigen Ziehung der Rothe-Kreuz-Lotterie fiel ein Gewinn von 50,000 Mk. auf die Nr. 185,361.
* Hamburg, 14. December. Die Bürgerschaft wählte mit 69 von 125 Stimmen ihren bisherigen ersten Vicepräsi- denten Bankier Siegmund Heinrichsen zum Präsidenten.


