1892
Freitag den 16. September
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V Gießener Anzeiger
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werden dem Anzeiger
Kenerat-Anzeiger
Amts- und Zlnzeigeblatt für den "Kreis Gieren
Hratisöeitage: Hießener Jamikienbtätter
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Feuilleton
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr.
Alle Annoncen-Bureaux des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
Der Wiegemeister hat dem Verkäufer oder Käufer einen Eintrag ins Tagebuch gleichlautenden Wiegschein aus-
Mit Genehmigung Innern und der Justiz Ausschusses des Kreises Gemeinde-Viehwaage zu
Außer diesem hat Niemand das Recht, auf der Waage wiegen.
zustellen, aus dem sowohl das Gesammtgewicht und eventuell der Kaufpreis als auch der erhobene Gebührenbetrag zu ersehen ist.
wöchentlich dreimal beigelegt.
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Alle zur Verwiegung gebrachten Gegenstände müssen durch einen verpflichteten Wiegemeister gewogen werden.
Großherzoglichen Ministeriums des und unter Zustimmung des Kreis- Gießen wird wegen Benutzung der Wieseck bestimmt:
§ 1.
Die Herren Bürgermeister von Allendorf und der benachbarten Orte werden ersucht, auf möglichst zahlreichen Besuch der Versammlung hinzuwirken.
Gießen, den 14. September 1892.
Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins. Jost.
in ähnlicher Weise emporheben, wie die fielen die Chicagoer auf einen genialen ihren Fluß einfach umzudrehen. Bisher Prairien westlich von Chicago kommend,
Stadt. So ver- Gedanken, nämlich floß er, aus den in den Michigan-
der Ort des Wiegegeschäfts, der Name des Verkäufers und Käufers, Datum der Verwiegung, die Art der gewogenen Gegenstände, das Gewicht des gewogenen Gegenstandes, der Verkaufspreis pro Centner, insofern Verkäufer oder Käufer denselben angeben, wozu sie jedoch nicht gezwungen werden können, der Betrag der erhobenen Wiegegebühren.
§ 4.
Die Weltausstellung in Chicago.
Von Ernst von Hesse-Wartegg.
(Fortsetzung.)
Ein anderes Beispiel: Der Chicago-Fluß, dessen zwei Arme das Herz der Stadt durchziehen, besaß nur ein sehr geringes Gefälle. Die Kloaken, welche sämmtlich in den Fluß münden, verschlammten denselben, und die durch den großartigen Schiffsverkehr ausgerührten Fluthen verpesteten Die Lust. Man konnte das Flußbett selbstverständlich nicht
Typhus und verbreiten diese Krankheit auch unter den übrigen Mäusen. Die erkrankten Mäuse unterliegen dem Mäusetyphus in 8 bis 14 Tagen. Professor Loeffler empfiehlt Herbst und Frühjahr als die geeignetste Zeit zur schnellen und radicalen Vertilgung der Mäuse, weil zu dieser Zeit die Mäuse, von Hunger getrieben, gieriger über das Brod herfallen.
Diejenigen Bürgermeistereien, in deren Gemarkung von dem Mäusebacillus zur Vertilgung der Mäuse Gebrauch gemacht worden ist, wollen uns sodann später mittheilen, ob die Anwendung dieses Mittels den gewünschten Erfolg hatte.
v. Gagern.
Bekanntmachung,
betr. die Abhaltung landwirthschaftlicher Vorträge in den Gemeinden des Kreises Gießen.
Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Herr Landwirthschafslehrer Leit Higer von Alsfeld einen Vortrag über Anwendung des künstlichen Düngers Sonntag den 2. Oktober L I, Nachm. 2l/2 Uhr in der Wirthschaft des Kaspar Hildebrand III. Wwe. zu Allendorf a. d. Lahn abhalten wird.
Zu dieser Versammlung werden alle Mitglieder des landwirthschaftlichen Vereins und alle Freunde der Land- wirthschaft hierdurch ergebenst eingeladen.
Statut
über die Benutzung der Centesimal-Viehwaage der Gemeinde Wieseck.
Platz taghell erleuchten, wenn die unter Wasser angebrachten Myriaden von Glühlichtern den emporschießenden Strahlen der Fontänen alle Farben des Regenbogens verleihen und wenn unzählige Gondeln — es wurden deren in Venedig allein zweihundert bestellt, — diese leuchtenden Wasserbecken durchfurchen. Die colossalen weißen Palastsronten werden sich dann magisch int Wasser widerspiegeln und so in dieser Stadt des Occidents ein Märchen des Orients zur Verwirklichung bringen.
Das gewaltigste der Ausstellungsgebäude ist der In- dustriepalast, gleichzeitig wohl das größte Gebäude, das jemals von Menschenhänden errichtet wurde. Was sind die Pyramiden, die indischen Tempelbauten, unser Cölner Dom, ja selbst die vielgerühmte Maschinenhalle der Pariser Weltausstellung von 1889 an Größe im Vergleich zu diesem großartigen, der Industrie aller Länder gewidmeten Tempel des Jackson Park in Chicago! — Man denke nur: ein Gebäude, das 40 preußische Morgen Landes bedeckt und in dessen Innerem man die ganze Maschinenhalle der Pariser Ausstellung, der bisher größte ungedeckte Raum der Welt, spazieren fahren könnte! Die Längswände des Palastes sind zusammen 1 Kilometer, die Stirnwände zusammen über einen halben Kilometer lang. Der Cölner Dom, eines der größten Gotteshäuser der Erde, könnte über zwanzigmal im Innern des Palastes ausgestellt werden, und die seiner Zeit als so groß angestaunte Rotunde der Wiener Weltausstellung ist wie ein Fingerhut im Vergleich zu diesem Titanenpalast! Die unendlich scheinenden Wände, Pfeiler und Bogen entlang blickend, wurde mein Auge förmlich verwirrt und konnte sich an die großartigen Dimensionen, an die Kühnheit dieses Baues gar nicht recht gewöhnen. Dabei ist der architectonische Schmuck nicht nur dieses, sondern auch aller anderen AuS- stellungsbauten sehr ansprechend und ich war überrascht von der Eleganz, um nicht zu sagen Zierlichkeit derselben.
(Schluß folgt.)
See. Nun fließt unweit seiner Quellen, durch eine unbedeutende Wasserscheide davon getrennt, der Jllinois-Fluß in westlicher Richtung dem Mtssissippi zu — die Chicagoer durchstachen die Wasserscheide und pumpten große Wasser- waffen aus dem See in den Chicago-Fluß, so daß dieser statt in den See aus dem See heraus und in den Jllinois- Fluß hinein fließt, vereint mit dessen Gewässern er sich also in den Mississippi ergießt. — Dadurch wurde auch das Ilserwasser des Michigan-Sees, welches ja das Trinkwasser der Chicagoer bildet, von allen Unreinigkeiten der Großstadt befreit.
Als der Verkehr Chicagos in ungeahntem Maße mit wahren Siebenmeilenstiefeln stieg und demgemäß auch der Werth des Bodens in den Geschäftsstraßen wuchs, nutzten die Chicagoer den Boden dadurch aus, daß sie nicht wie bisher vier- und fünfstöckige Häuser erbauten, sondern solche von zehn, fünfzehn bis zwanzig Stockwerken, ja, es gibt deren noch höhere! In jedem dieser Mammuthspaläste, biefer Riesentempel des goldenen Mammon, vermitteln zwei,
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Gießen, den 14. September 1892. a Betr.: Die Vertilgung der Mäuse.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Gvoßh. Bürgermeistereien des Kreises.
Wir benachrichtigen Sie hierdurch, daß aus Kosten des I andw. Bezirksvereins 12 Gläser Reinculturen des von I Professor Loeffler entdeckten Mäusebacillus von der Firma I Schwarzlose Söhne in Berlin SW., Markgrafenstraße 29 I »ezogen worden sind und an Gemeinden, in deren Gemarkung I ne Feldmäuse sehr überhand genommen haben, zum Zwecke I >er Vertilgung derselben unentgeltlich abgegeben werden I ollen. Falls sich daher in Ihren Gemarkungen die Feldmäuse I n bedrohlicher Weise vermehrt haben sollten, sehen wir I Herüber Ihrem Berichte entgegen. Es wird Ihnen dann I ion dem landm. Bezirksverein ein Glas Mäuse-Bacillus auf I Ihren Wunsch übergeben werden.
Das Verfahren ist folgendes:
Fingergliedgroße Stücke weißen Brodes werden in einem I'desaße mit der präparirten Culturflüssigkeit des Bacillus I durchweicht und je ein Stück des Brodes in ein Mäuseloch I zelegt. Die davon fressenden Mäuse erkranken alsbald an
§ 2.
Der Wiegemeister hat der ihm zugehenden Aufforderung zum Wiegen alsbaldige Folge zu leisten.
Die Aufforderung hat von den Betheiligten selbst an den Wiegemeister zu geschehen. Wenn derselbe der Aufforderung zum Wiegen nicht entspricht, so ist sich an die Großherzogl. Bürgermeisterei zu wenden, welche denselben zum Wiegen anhalten und nöthigensalls Großherzogl. Kreisamt Anzeige erstatten wird.
§ 3.
Der Wiegemeister hat über di^ von ihm besorgten Geschäfte ein Tagebuch zu führen, in welchem unter fortlaufenden Ordnungsnummern anzugeben sind:
Vierteljähriger Abonuearentspreis: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn.
Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg.
Redaction, Expedition und Druckerei:
SchutSraheAr.7.
Fernsprecher 51.
Gießen, den 14. September 1892.
Betr.: Das Halten der Hessischen Feuerwehr-Zeitung für die Feuerwehr-Eommandanten des Kreises Gießen.
Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen
•* die »r-tzi». v»rg«rmeift-r-i-« de« ftteffef.
Wir haben Sie bereits zu Anfang des Jahres (Gießener Anzeiger Nr. 9) auf die in Büdingen erscheinende Feuerwehr- zeilung für das Großherzogthum Hessen aufmerksam gemacht und Sie aufgefordert, auf dies Blatt für die Befehlshaber und Führer Ihrer Feuerwehr zu abonniren (Preis 5 Mk. jährlich).
Nachdem von Seiten der Verbandsvertreter der Oberhess. Freiw. Feuerwehren auf dem am 7. v. Mts. in Lauterbach stattgehabten Feuerwehrtage betont worden ist, daß bisher jener Aufforderung noch viel zu wenig entsprochen wurde und daß das regelmäßige Lesen dieser Fachzeitung für die Ausbildung der Feuerwehr-Comiaandanten sehr wichtig sei, empfehlen wir Ihnen wiederholt die Bestellung eines Exemplars derselben für Ihre Feuerwehr.
v. Gagern.
Gießen', den 14. September 1892. I Jett.: Schutzmaßregeln gegen die Cholera.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreise-.
Seitens des Kaiserlichen Gesundheitsamtes ist ein Flug- I ilatt mit dem Titel
„Schutzmaßregeln gegen die Cholera" | ^arbeitet worden, welches eine gemeinverständliche Anweisung liber das Verhalten zur Zeit einer Choleraepidemie gibt.
Diese Drucksache, welche zum Preise von 5 Pfennigen 1 hundert Exemplare zu Mk. 3, tausend Exemplare zu Mk. 25) 'I >on der Verlagsbuchhandlung von Julius Springer in Berlin N., A Nonbijouplatz 3 bezogen werden kann, eignet sich der knappen | mb verständlichen Form halber außerordentlich zur Belehrung - »es Publikums und sollte an dem letzteren leicht zugänglichen I Stellen öffentlich aufgehängt, und möglichst in den einzelnen । Wohnungen verbreitet werden. Wir empfehlen Ihnen daher | u diesem Zwecke die Anschaffung einer entsprechenden Anzahl I >on Exemplaren.
vier, ja sechs Fahrstühle den Verkehr mit den oberen Stockwerken, und damit die Besucher der letzteren auf der Fahrt durch das vielmalige Anhalten des Fahrstuhls in den unteren Stockwerken nicht Zeit verlören, fahren einige dieser Fahrstühle ohne anzuhalten durch die unteren Stockwerke und halten erst vom zehnten Stockwerk auswärts in jedem folgenden an. Man hat also gewissermaßen sogar bei den Fahrstühlen Local- und Schnellzüge eingesührt.
Diese wenigen Beispiele werden genügen, um meine Behauptung zu bekräftigen, daß Chicago selbst das wichtigste und sehenswertheste Object der nächsten Weltausstellung bilden wird. Allein auch diese letztere wird großartig sein, wie alles, was in Chicago unternommen wird. Schon aus den Ausstellungsbauten, welche ich in diesem Jahre zu sehen Gelegenheit hatte, konnte ich entnehmen, daß die „World’s fair“ von Chicago alle ihre Vorgänger an Größe und Pracht übertreffen wird. Fast traute ich meinen Augen kaum, alö ich beim Besuche des Ausstellungsplatzes den mir schon bekannten Jackson Park wieder erblickte. Viele Tausende von Arbeitern waren dort beschäftigt, die ungeheuren Gebäude zu errichten, Canäle zu graben, Straßen anzulegen, mit einem Worte, die schattigen, grünen Parkanlagen §u *einem Weltjahrmarkte umzuwandeln.
Waren die früheren Ausstellungen aus dem Festlande, so macht Chicago aus seiner Ausstellung ein kleines Venedig, indem es die hauptsächlichsten Bauten mit Bassins und Canälen umgibt. Der Ausstellungsplatz wird an seiner ganzen drei Kilometer langen Ostseite von den Fluthen des blauen Michigan-Sees bespült und es war deßhalb verhält- nißmäßig leicht, hier die erforderlichen Anlagen zu schaffen. Zur Zeit meines letzten Besuches von Chicago war der größte Theil derselben bereits vorhanden. Weite Bassins mit großartigen Fontänen breiteten sich vor den Hauptsronten aus, und sie werden der Ausstellung gewiß einen seltenen Reiz verleihen, besonders zur Nachtzeit, wenn electrische Lichter in der ungeheuren Zahl von 140,000 den ganzen


