cursirten Gerüchte über ein angebliches Attentat aus den i. Die Wiener russische Botschaft bezeichnet dieselben als unbegründet.
hat bestimmt, daß in allen katholischen Kirchen der Diöcese Mainz bis zum 9. April alle Morgen in der Zeit von 11—12 Uhr Trauergeläute stattfindet. Ferner wird aus Anordnung des Bischoss kommenden Samstag im Dome hier für den verstorbenen Großherzog eine kirchliche Trauerfeier abgehalten, welcher der Bischof, das Domcapitel und der gesammte Clerus der Stadt beiwohnen. — Nach einem Ausschreiben des hiesigen Kreisamtes an die Bürgermeistereien haben 14 Tage lang alle öffentlichen Schaustellungen, Musik- aufsührungen u. s. w. zu unterbleiben. — Bei dem Bauen einer Feldbatterie an einem Außenfort der hiesigen Festung wurden heute Morgen 8 römische Särge, sowie verschiedene Geräthe, Gläser :c., alles noch in sehr gutem Zustand, ausgegraben.
Bischofsheim, 12. März. Die infolge des hohen französischen Zolles hier niedergelegte Export-Hammelschlächterei ist in Paris wieder errichtet worden. Das lebende Vieh kommt aus Deutschland, doch beträgt hierfür der Zoll nur die Hälfte.
' Vermischtes.
* Die Mutter des Trompeters von Vionville. Dieser Tage verstarb eine einfache Frau aus dem Volke, an welche sich durch ihren Sohn eine Erinnerung aus dem Kriege 1870/71 knüpft. Es ist dies die Arbeiterwittwe Friederike Zernicke, geb. König, in Kl. Schöneberg bei Friedrichshagen. Die Mutter des unter dem Namen „der Trompeter von Vionville" bekannt gewordenen brandenburgischen Soldaten, der bei Vionville, als die Truppe, bei
Hannover, 14. März. Windthorsts Todestag wurde in den katholischen Kirchen durch Tranergottesdienst begangen und in der deeorirten Marienkirche durch ein feier- I liches Requiem. Die katholischen Vereine legten am Grabe I Kränze nieder. Abends wird im Coneerthause eine Gedächtniß- seier stattfinden und Abg. Lieber dabei die Rede halten.
I Pest, 14. März. Gegenüber der Meldung der Blätter, I daß die russische Regierung das Haseraussuhr- v erbot ausheben wolle, erfährt das „Ungarische Corre-
I spondenzbureau" von competenter Seite, daß die russische Regierung nicht daran denke, das bestehende Ausfuhrverbot
I abzuändern.
London, 14. März. Anläßlich des Ablebens des Groß- Herzogs von Hessen ordnete die Königin eine 14täaiae volle I Hoftrauer an.
London, 14. März. Nur in drei Kohlengegenden, nämlich in Südwales, Schottland, mit Ausnahme von Stir- lingshire und in Northumberland wird gegenwärtig gearbeitet. Die von diesen geförderte Kohle ist für "den Industriebedarf "nd den Hausgebrauch unzugänglich. Viele Industriezweige
I in Nord- und Mittel-England sind wegen Kohlenmangels gelähmt. Sollte der Strike über eine Woche andauern, so müßten die Töpfereien von Nordstoffordshire schließen und 50,000 Töpfer arbeitslos werden. Die Nordostbahn in Durham kündigt die Einstellung mehrerer planmäßigen Züge behufs Kohlenersparniß an.
I London, 14. März. Die Verträge für Lieferung großer I Mengen Kohlen, sowohl für London, wie für die Tyne wurden mit London abgeschlossen. Ursprungsort wie Bestimmungsort der Kohlenladungen werden beim Verladen und Ausladen geheim gehalten, um Streitigkeiten mit den belgischen Kohlenarbeitern zu vermeiden. Vor den in Antwerpen beschäftigten Kohlenverladern wird die Bestimmung der Kohlenschiffe geheim gehalten. Die London and Northwesternbahn hat 30Ö Ar- beiter entlassen, in Crewe stellten die Maschinenfabriken infolge des Kohlenmangels ihre Thätigkeit ein. Auf den Zechen in Nottinghamshire ruhen die Arbeiten gänzlich, lieber 20 000 Kohlenarbeiter feiern. Auf den Zechen Schottlands fand keine Arbeitsunterbrechung statt. '
London, 14. März. Trotz des Kohlenstreiks ist der Londoner Kohlenmarkt träge und der Preis der zu Wasser nach London gebrachten Kohle heute um drei Schilling per Tonne gefallen. Aus der Nordosteisenbahn werden morgen über zweihundert Züge ihren Dienst einstellen, ebenso wird die Laneashire- und Yorkshire-Bahn sowie die große Nordbahn den Verkehr beschrätTken.
Paris, 15. März. Heute Nacht 2 Uhr sand in der früheren Kaserne Lobau, die gegenwärtig von der Garde Republicaine eingenommen wird, eine Explosion statt, welche ein gewaltiges Getöse verursachte. Eine Büchse, die wahrscheinlich Dynamit und Projectile enthielt, war aus ein Fenster des Eßsaales der Kaserne gelegt worden. Die Mauer ist leicht beschädigt, zahlreiche Fenster in der Kaserne und der Nachbarschaft sind zersprungen. Verwundet ist Niemand, obgleich die Zimmer, welche über dem betreffenden Fenster liegen, von Soldaten der Garde Republicaine bewohnt sind. Die Behörden sind aus dem Platze. Zunder und Kupser- theile der Büchse sind aufgefunden worden.
totales und ^provinzielles,
Gießen, 15. März 1892.
— Namens der Provinz Oberheffen wird heute ein Palmeukranz auf den Sarg des verewigten Großherroas Ludwig IV. niedergelegt. d H
— Unfall. Einem aus dem Schiffenberg beschäftigten Knechte stieß am vorigen Sonntag beim Heuholen auf dem Boden ein Unfall zu: er brach in Folge eines Sturzes eine Rippe.
— Zur gefl. Beachtung. Infolge eines Unfalles an der Maschine konnte die vorige Nummer des „Gießener Anzeiger" nicht zur gewohnten Zeit zur Ausgabe gelangen. Wir bitten hiermit unsere geschätzten Leser um Nachsicht.
. △ Mainz, 14. März. Anläßlich des Ablebens des Großherzogs sand heute Mittag eine feierliche Sitzung der hiesigen Stadtverordneten statt. In derselben widmete Oberbürgermeister Dr. Oechsner dem Dahingeschiedenen einen sehr warmen Nachruf, worin er die hohen Vorzüge des Todten als deutscher Fürst, tapferer Held, gerechter Regent, edeldenkender Mensch und mustergültiger Gatte und Vater schilderte. Die ziemlich vollzählig erschienenen Mit^ glieder der Versammlung erhoben sich zu Ehren des Verstorbenen von den Sitzen. — Das bischöfliche Ordinariat
Auch bezüglich des preußischen Kriegsministers, Generals
Depeschen deS „Bureau Herold".
Darmstadt, 14. März. Zur Beisetzung treffen ferner ein der Herzog von Conaught, Prinz Christian von Schleswig- Holstein und Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg- Schwerin.
Darmstadt, 14. März. Heute Nachmittag 2 Uhr begab sich das gesammte O ssiziereorp s des hiesigen Leibgarderegiments in corpore nach dem neuen Palais, um dort am Sarge seines verewigten Chefs einen Kranz niederzulegen. — Nach einem Telegramm deS Kaisers hat derselbe seine ursprüngliche Absicht, persönlich an der Leichenfeier theil- zunehmen, seines noch nicht völlig gehobenen Unwohlseins wegen ausgegeben. Der Kaiser meldet, daß Prinz Heinrich ihn vertreten und er noch zwei Flügel-Adjutanten senden werde.
Darmstadt, 14. März. Bei der Ueberführung zum Mausoleum werden sämmtliche hessischen Kriegervereine Spalier bilden. An dem Trauerzuge nehmen sämmtliche Truppen der hiesigen Garnison, sowie je eine Compagnie der sämmtlichen auswärtigen hessischen Truppen theil. Die Vereidigung der Truppen findet nächsten Freitag statt.
Darmstadt, 14. März. Die Königin von England läßt sich bei der Beisetzung des Großherzogs durch den Herzog von Edinburg vertreten, da der Prinz von Wales an der Reise nach Darmstadt verhindert ist.
Berlin, 14. März. Der Kaiser ist wieder wohl und nahm heute Berichte entgegen. Die Aerzte haben von der Theilnahme an den Beisetzungsseierlichkeiten in Darmstadt abgerathen.
Berlin, 15. März. Der „Boss. Ztg." zufolge wird der Reichstag noch über das Gesetz, betr. den Wein verkehr, berathen, da die Regierung Werth daraus lege.
Berlin, 14. März. Die „Kreuzzeitung" erfährt aus Rußland, man beginne eifrig, die hart an die deutsch- österreichische Grenze vorgeschobenen Ausstellungen zu einer dauernden Einrichtung zu machen und die sehr ungenügend untergebrachten Truppen zu kaserniren. Die Militär-Ver- waltung habe jüngst in der nächsten Umgebung von Warschau größere Gelände käuflich erworben zum Zwecke umfangreicher Kasernenbauten.
Leipzig, 14. März. Der Gynäkologe Professor Crede ist gestorben.
Halberstadt, 14. März. Der Gewerkschasts-Con- greß begann im Odeum heute Vormittag. Gegen 300 Dele- girten der am stärksten vertretenen Gewerkschaften, der Hutmacher, Papierindustrie, Tapezirer, Buchdrucker, Tabakarbeiter,
Bildhauer, auch mehrere Reichstagsabgeordnete, Schwarz, Metzger, Molkenbuhr, und eine Anzahl weiblicher Delegine waren anwesend. Aus der Tagesordnung stand der Benetzt über die Thätigkeit der Hamburger Generaleommission und die Organisationssrage. Die provisorischen Vorsitzenden, Legien Hamburg, Kloß Stuttgart, Feder-Berlin (unabhängige) protestiren gegen den Congreß, welcher die Vertretung der gesammten Arbeiterschaft nicht anerkenne, da die EinladunA zur Gmeraleommission zum Congreß die Localorganisation ausschloß. Nach längerer Debatte wurde die Zulassung der Vertreter der Loealorganisationen beschloffen. Es folgt Erledigung der Formalitäten. Gestern Abend sand ein zahlreich besuchter Commers statt.
®en' 14. März. Megrelli, Oberst des in Linz, liegenden Infanterieregiments „Großherzog von Hessen", reist mit einer Abordnung von vier Offizieren nach Darmstadt ab. Graf Hartenau eondolirte telegraphisch.
London, 14. März. Der Kohlenstrike von Durham, Yorkshire, Lomashire ist ein allgemeiner- außer 400,000 ausständigen Kohlenarbeitern ist eine große Zahl bei den Eisenbahnen und deren Werkstätten beschäftigungslos, sowie bei ""deren industriellen Unternehmungen Angestellter brodlos- geworden. Das Einvernehmen zwischen den Arbeitern und Grubenbesitzern ist fortgesetzt ein gutes. Die schottischen Arbeiter werden ihre Thätigkeit nicht einstellen. Das Endt des Ausstandes wird vor Ablauf der Woche erwartet.
Brussel, 14. März. Die offizielle V e r l u stzi ff er von Ander! ues beträgt 152 Todte, 20 Verwundete und 63 Gerettete.
Kopenhagen, 14. März. Der Betrieb fast aller Eisenbahnen des Landes ist infolge des seit Freitag anhaltenden Schneesturmes gestört. Durchgehende Züge aus Korsver und Gjedser konnten nur mit Hilfe von Schneepflüqen unter großen Verspätungen hierher gelangen.
Darmstadt, 15. März. Zu den Beisetzungsseier- ltchkenen treffen weiter ein: Prinz Ludwig von Bayern, Prinz Johann Georg von Sachsen, der Erbprinz von Waldeck, der Prinz von Hohenzollern und Herzog Alfred von Edinburg.
Berlin, 15. März. Dem Abgeordnetenhaufe ging ein Gesetzentwurf zu, wodurch die Wiederaufhebung der Beschlagnahme des Vermögens des Königs Georg königlicher Verordnung Vorbehalten bleibt. In der Begründung heißt es, die Zustände Hannovers seien derart beruhigt, daß besondere Mittel zur Abwehr von Agitationen nicht mehr nöthig seien. Der Kaiser habe beabsichtigt, der Bevölkerung der Provinz den Beweis des Vertrauens zu geben und zu weiterer Beruhigung beizutragen- die Staatsregierung werde nach erfolgter Zustimmung des Landtags die erforderlichen Vorbereitungen und Schritte zur Aufhebung der Beschlagnahme thun.
v. Kal len b o r n St ach a u, heißt es, derselbe sei gesonnen, Czar e n seine Entlassung zu nehmen, aber lediglich aus Gesundheitsrücksichten- die mehrwöchige Cur, welche der Kriegsminister soeben in Wiesbaden durchgemacht hat, soll nicht so besonders erfolgreich gewesen sein.
Reichstag.
193. Plenarsitzung. Montag den 14. März, 1 Uhr.
Präsident v. Levetzow gedenkt des Htnschetdens deS Groß- berzogs von Hessen, der dem Kaiser ein treuer Bundesgenosse gewesen und der seine Liebe zum gemeinsamen deutschen Vaterlande als Mitkämpfer in dem Kriege 1870/71 bewiesen bade. Seinen Heilen sei er immer ein treuer Landesoater gewesen; sie betrauerten ietn Abschetden tief und das deutsche Volk theile dieses Gefühl.
Das Haus hat sich während der Worte des Präsidenten von den Plätzen erhoben.
Das Uebereinkommen zwischen dem Reich und den Vereinigten Staaten von Nordamerika über den gegenseitigen Schuh der Urheberrechte wird in dritter Lesung angenommen.
Die allgemeine Rechnung über den ReichshauShalt für 1888/89 wird der Rechnungscommtssion überwiesen.
Es folgt dritte Beratung der Novelle zum Krankenver- ficherungsgesetz.
Abg. Dr. Wendt ((Str.): Nach der eingehenden Berathung, welche die Vorlage gefunden, könne man sagen, daß die Grundlagen des Krankenoersicherungsgesetzes als bewährt sich ergeben haben. Überhaupt hätten die Versicherungsgesehe im Allgemeinen segensreich gewirkt; doch solle damit keineswegs gesagt sein, daß damit Alles das erschöpft sei, was auf socialem Gebiet von Staatswegen zu leisten sei. Insbesondere bedürfe das Handwerk kräftiger Förderung. Auch sei batür zu sorgen, daß dem gesunden Arbeiter die wirthschaflliche Existenz gesichert werde; dazu bedürfe es einer gesunden Zollpolitik.
Abg. BruhnS (Soc.): Die Uebelsiände, welche im Kranken- ver,icherungswesen hervorgetretcn seien, hätten sich vermeiden lassen, wenn man bei Schaffung des Gesetzes mehr an die bestehenden freien , Kassen angeknüpft hätte. Durch die Novelle würden einige Mißstände beseitigt, aber sie lasse die mangelhaften Grundlagen des Gesetzes ganz unberührt und sie strebe daneben auf die Vernichtung der freien Kassen hin. Seine Freunde würden deshalb daoegen stimmen, umsomehr als deren Verbesserungsanträge keine Berücksichtigung gefunden.
Abg. Dr. Gutfleisch (dfr.) verwahrt seine Freunde gegen den in der zweiten Lesung dieser Vorlage erhobenen Vorwurf, daß sie vrincrpielle Gegner der Socialgesitzgebung seien. Die Freisinnigen hatten sich hinsichtlich der Krankenversicherung für Zwangsoerficherung ausgesprochen. Sie seien auch nicht prtncipiell gegen den Staatszwang gewesen, nur hätten sie gefordert, daß der Zwang auf diejenigen Kategorien beschränkt werde, welche desselben bedürften und daß die bestehenden freien Kassen erhalten und geschont werden. Redner wendet sich namentlich dagegen, daß es den freien Kassen nicht ferner zustehen solle, an Stelle freier ärztlicher Behandlung, Arznei und Heilmittel ein entsprechend höheres Krankengeld zu gewähren. Damit werde über die Gebühr schablonisirt. Eine Folge dieser schablonen- haftm Behandlung sei die Menge der vorliegenden AbänderungS- antrage; zu einer dritten Lesung hätten deren noch nie so viel vor- I Siegen. Wenn die Vorlage Gesetz werde, werde sich deren Abänderungsbedürftigkeit schon in wenigen Jahren Herausstellen Man dürfe die Versicherungsgesehe nicht überschätzen; die sociale Frage werde damit nicht gelöst, diese werde durch ein Gesetz über- I Haupt nicht gelöst. Von dem Maße, in dem die freien Kassen geschuht werden, hänge die Zustimmung seiner Freunde zu dem Gesetze ab. |
Abg. v.d. Schulenburg (cons.) erklärt die Zustimmung seiner Freunde zu der Vorlage und vertheidtgt insbesondere die Bestimmung welche auch die freien Kassen zur Leistung ärztlicher Behandlung Arznei rc. verpflichtet. Damit werde für die Heilung doch zweifellos eine größere Garantie geschaffen.
Abg. Ullrich (Soc.) wiederholt, daß die Socialdemokraten gegen den Entwurf stimmen, weil er die freien Hilfskaffen untergrabe I Die Zwangsversicherten der Gemeindeversicherung seien der Willkür ausgesetzt. So habe man einem Arbeiter, dem der Arm gebrochen I war, einen Abzug an Krankengeld gemacht, weil er nicht Versuchs- I °bject ärztlicher Experimente sein mochte. Den freien Kaffen würden alle möglichen Schwierigkeiten bereitet. Wenn man glaube, damit den Socialdemokraten betzukommen, irre man; die Socialdemokraten wurden bann aber in ben Zwangskaffen ihre Rechte wahren
Unterftaatssecretär v. Rottenburg bemerkt, baß ein Abzug von Orbnungsstrafe von ben Krankengelbern unzulässig sei.
Abg. Möller (natl) ist im Gegensatz zu ben meisten seiner Freunde der Meinung, baß bie freien Hilfskassen überhaupt in bieses Versicherungssystcm nicht hineingehören. Nachbem bteselben aber bestehen geblieben, war es unbebingt nöthig, auch ihnen bie Ver- I Pflichtung zur Naturalleistung von Arznei unb Heilmitteln, sowie freier ärztlicher Behanblung aufzuerlegen. Diese Verpflichtung sei I nicht aus Aversion gegen bie freien Kassen, fonbern lediglich im Interesse ber Versicherten selbst aufgenommen. Sehr wünschenswerth I wäre eine Heranziehung ber Dienstboten zur Dersicherungspflicht. Hoffentlich komme bas Gesetz zu Stanbe. I
Abg. Eberly (bfr.): ES könne nicht sehr muthvoll stimmen, I wenn man sich bet Verabschiedung eines großen Socialgesetzes sagen daß sich bie AbanberungSbebürstigkeit sehr balb ergeben werbe. Die Abänberungsbeburftigkeit trete baburch in Erscheinung, baß jetzt in dritter Lesung nicht weniger als 105 Abänberungsanträae vorliegen. ö I
Damit schließt bie GeneralbiScussion, worauf bie Weiterberathung I auf morgen Dienstag Mittag 12 Uhr vertagt wirb.
Neueste Nachrichten.
DolffS telegraphisches Lorrespondenz.Bureau.
Berlin, 14. März. Der Kaiser ordnete für den verstorbenen Grobherzog von Hessen eine dreitägige Armeetrauer an. Das 1. Hessische Infanterieregiment, dessen Ches der Großherzog war, das 1. Garde-Regiment zu Fuß, bei dem der Großherzog in der Suite ftanb, legen eine achttägige Trauer an.
Berlin, 14. März. Für den Großherzog von Hessen ist eine dreiwöchige Hoftrauer angeordnet. — Der Kaiser hörte Vormittags den Vortrag des Chefs des Civilcabinets. - Der, „Reich San zeig er" schreibt anläßlich des Todes des Großherzogs von Hessen: Mit der Trauer I nm den Dahingeschiedenen verbindet das deutsche Volk den Wunsch, es möge dem nunmehrigen Großherzog beschieden sein, sein Land in Glück und Frieden zum Segen seines wie des deutschen Volkes lange Jahre hindurch zu regieren.
Berlin, 15. März. Die Vorlage betreffend die Aufhebung des Welfensonds geht voraussichtlich noch heute dem Abgeordnetenhause zu.
In der Volksschulcommission erklärte gestern der Cultusminister die Schulaussicht für ein staatliches Recht, der Staat müsse, wie die Verfassung bestimmt, auf dem Gebiete der Schule Herr bleiben. — Die „Vossische Ztg." . meldet, Staatssecretär v. Bo etlicher sei an einem Hals- leiden (angina) erkrankt. — In Wiener Finanzkreisen :


