Einzelbild herunterladen

Krittler sich dem Antisemitismus zuwenden, weil sie hier die wahre Freiheit und den wahren Fortschritt erkennen. (Heiterkeit.)

Abg. Singer (Soc.) stimmt mit dem österreichischen Reichs- rathSmttgltede überein, das dm Antisemitismus als den SoctaltSmus der dummen Kerle bezeichnet. Wenn die Leute klar denken, werden sie sich zum SoctaltSmus bekennen. Er denke von dem Antt- femtttSmus nach dem Grundsätze Feuerbachs: Von der Dummheit gehaßt zu werden, ist ehrenvoll, von der Gemeinheit gehaßt zu werden, sft bmeidenswerth.

Nach einer langen Reibe persönlicher Bemerkungen der Abgg. Ptckenbach, Stöcker und Richter wird der Antrag Baumbach m* Gm. angenommen, ebenso der Etat des Reichstages.

Hierauf vertagt sich daS Haus.

Nächste Sitzung Mittwoch 1 Uhr. Tages-Ordnung: Etat. Schluß 5 Uhr.

Neueste Nachrichten.

Wolffs telkqraphischeS Lorrerpondenz-Vureau.

Berlin, 12. Januar. Der Kaiser verlieh dem Gene­ral Constantin von Alvensleben den Schwarzen Adlerorden. In dem Telegramm, das diese Auszeichnung ankündigt, verweist der Kaiser daraus, er thue dies in Er­innerung an den für das dritte Corps bedeutungsvollen Ent­scheidungstag von Le Mans, um ihm und dem braven Corps eine Auszeichnung zu verleihen, von der er überzeugt sei, daß sie im Sinne seines verstorbenen Großvaters erfolge.

Berlin, 12. Januar. Dem im Cultusministerium zu Ehren des Erzbischofs v. Stablewski gestern Abend statt­gehabten Souper wohnten der Cultusminister mit Gemahlin, Minister Miquel, General v. Meerscheidt-Hüllesem, Armee­bischof Asimann und mehrere Parlamentarier, darunter v. Kleist-Retzow, Fürst Radziwill, bei.

Hamburg, 12. Januar. DerHamburger Corresp." schreibt: Entgegen anderen Mittheilungen wurde die An­sprache des Kaisers am Neujahrstage an die Generäle durchaus nicht bei verschlossenen Thüren gehalten. Die Militär-Attaches waren im Empfangssaale anwesend, auch die Dienerschaft. Die Ansprache des Kaisers beschäf­tigte sich mit Dingen nur militärischen Characters. Eine Veranlassung zur Annahme, daß die äußere Politik in einer Form besprochen worden sei, die Geheimhaltung bedinge, liegt, wie ganz zuverlässig mitgetheilt wird, absolut nicht vor.

Breslau, 12. Januar. Nach Meldungen aus Königs­hütte ist der Schacht I der Deutschlandgrube gestern aus­gebrannt. Das Feuer soll durch die Unvorsichtigkeit eines Arbeiters entstanden sein.

Wien, 12. Januar. Nach amtlichem Ausweis wurden hier vom 2. bis zum 11. Januar 521 Influenzasälle constatirt.

Paris, 12. Januar. Die berühmte Abtei Fe camp, Fabrik des Benedictiner-Liqueurs, brannte letzte Nacht vollständig nieder. Der Schaden wird auf 2 Millionen geschätzt.

Petersburg, 12. Januar. DerBirshewyja Wiedomosti" zufolge legte der Finanzminister dem Reichsrathe einen Gesetz­entwurf vor, wonach bei der Ausfuhr von Baumwolle- fabrikaien ins Ausland der Zoll für die Rohbaumwolle und die Färbestoffe, welche zur Herstellung genannter Fab­rikate verwandt wurden, zurückzuzahlen ist.

Washington, 12. Januar. Im Senat beantragte der Republikaner Tiller eine Resolution, welche den Präsidenten der Republik ermächtigt, die Staaten zu einer Conferenz über die Festsetzung eines gemeinsamen Werthverhältnisses zwischen Gold und Silber und Einführung des bimetallisti- schen Münzsystems in sämmtlichen Staaten einzuladen.

Alexandria, 12. Januar. (Reutermeldung.) Sechs bri­tische dem Mittelmeergeschwader angehörende Schiffe sind eingelaufen zur Begrüßung des Khedive bei seiner Ankunst, welche erst Freftag erwartet wird. Dem Ver­nehmen nach wartet Abbas Pascha in Alexandrien die Einhändigung des Kaiserlichen Firman ab und begiebt sich dann nach Kairo.

Depeschen desBureau Herold".

Berlin, 12. Januar. Erzbischof von Stablewski leistete heute Mittag vor dem Kaiser den Huldigungs­eid. Er hielt eine längere Rede, in welcher er dem Kaiser für seine Ernennung dankte. Der Kaiser drückte hieraus in einer längeren Ansprache die Hoffnung aus, daß es Stablewski gelingen werde, die in seiner Diöcese bestehenden Gegensätze auszugleichen.

Berlin, 13. Januar. DemBerliner Tageblatt" zu­folge bringt die freisinnige Partei des Reichstags einen An­trag, betreffend die Behandlung der wegen poli­tischer Vergehen Verurtheilten in Gefäng­nissen, ein.

DasBerliner Tagebl." meldet aus Bern: Die Bundesregierung arbeitet eine Denkschrift aus über die zu ergreifenden Maßregeln gegen Frankreich nach Ablauf der Handelsverträge.

Loudon, 12. Januar. Es verlautet, die serbische Regierung suche Kriegsmaterial auf Credit von französischen Lieferanten zu bekommen.

Dublin, 12. Januar. Der offizielle Regierungsbericht constatirt die Abnahme des Pauperismus in Irland.

Sandringham, 12. Januar. Letzten Nachrichten zufolge ist das Befinden des Herzogs von Clarence schlechter. Dte Lungenentzündung hat stark zugenommen.

Rom, 13. Januar. Aus Sicilien, nahe bei Castro Giovanni, soll ein befestigtes Lager errichtet werden. Der Knegsminister beabsichtigt, ein sicilisches Sondercorps errichten, welchem die Vertheidigung der Insel übertraaen werden soll. a

Neapel, 13. Januar. Der Vesuv ist in stärker Thätig- kett. Der Lavastrom ergießt sich in der Richtung des Atrico de Cavallo.

Localer und provinzieller.

Gießen. 13. Januar 1892.

_ .."7,N'u-s Theater. Fräulein Klinkhammers »weites Gastspiel vermittelte uns die Bekanntschaft mit dem Erstlings­

werke eines talentvollen jungen Dichters. Hans Oldens Ilse" bekundet eine frische, natürliche Begabung, wenn auch die Unerfahrenheit des Autors im Ausbau der Handlung nicht zu verkennen ist. Man bekommt unwillkürlich den Eindruck, als sei das ganze Werk in einem Tage niedergeschrieben, ohne daß eine nochmalige Durchsicht erfolgt sei, die wohl manche Unebenheit hätte glätten, manchen Widerspruch in der theil- weise trefflichen Characterisirung der einzelnen Figuren hätte lösen können. Die gestrige Aufführung erweckte das leb­hafte Jntereffe des zahlreich erschienenen Publikums. Fräu­lein Klinkhammer bot in der Darstellung der reinen Mädchengestalt derIlse" wieder eine entzückende Leistung, die das Publikum zu enthusiastischem Beisalle hinriß- nur das größte Lob kann einer solchen Darbietung gespendet werden. Auch unsere einheimische Künstlerschaar hielt sich wacker- ganz köstlich war Herr Rosenow alsRentier Schmid", mit ihm vereinigten sich die Herren Ernst, Stege­mann, Bellmann, Fischer und Peickner zu einem trefflichen Zusammenspiel. Dasselbe läßt sich von den Damen sagen, unter denen Fräulein Plog besonders zu nennen ist. Nach der gestrigen mustergültigen Vorstellung zweifeln wir nicht, daß uns auch die Aufführung von Sardous Cyprienne" am Donnerstag einen ungetrübten Genuß bieten wird.

Ernennungen. Durch Entschließung Grobherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz wurden ernannt: die Gerichtsaccessisten Heinrich Dörr in Friedberg, Dr. Karl Langsdorf in Darmstadt, Ludwig Nenenhagen in Gießen, Dr. Bernhard Pfeifer in Mainz, Joses Pirsch in Mainz, August S ch e n k in Darmstadt, Dr. Otto Sander daselbst, Robert Stammler in Gießen, Karl Steinberger daselbst, Franz Uebelshäußer in Darmstadt, Rudols Münzer daselbst, zu Gerichtsassessoren, und der Gerichts- accessist Dr. Hermann Kratz in Friedberg zum Regierungs- affeffor.

lieber das 1893 abzubaltende Deutsche BuudeSschießen wurde dieser Tage in Mainz berathen. Der Voranschlag für die Gesammt-Einnahmkn und -Ausgaben wurde mit 414 900 Mk. gutgeheißen, ebenso wurde die Frage wegen Unterbringung der auf etwa 2000 Personen geschätzten Gäste als befriedigend gelöst zum Abschluß gebracht. Für den aus 200000 biß 250000 normirten Garantiefonds sind bis jetzt bereits 107 000 Mark gezeichnet.

In Angersbach entleibte sich in seiner Wohnung ein Landwirth durch einen Revolverschuß.

Die Großherzogliche Gefängniß-Verwaltung in Darm­stadt sandte, wie verschiedene Blätter melden, nach Frank­furt folgendes Circular:Wir theilen Ihnen ergebenst mit, daß sich gegenwärtig eine große Anzahl von Handlungs- gehülsen in unserer Anstalt befinden, die wir, da unsere eigenen Bureau-Arbeiten hierzu nicht ausreichen, nur unvoll­ständig beschäftigen können, zumal diese Leute sich durchaus nicht zu anderem Arbeitsbetriek^eignen. Es wäre uns daher sehr erwünscht, wenn uns von Geschäftsleuten schriftliche Ar­beiten, wie das Schreiben von Adressen und dergl. über­tragen würde. Unser Tarif für derartige Arbeiten ist für volle 20 Bogen-Seiten 1.40 Mk., 1000 Converts 3 Linien 2 Mk., 1000 Couverts 4 Linien 3 Mk. Sollten Sie Ar­beiten fraglicher Art zu vergeben haben, so ersuchen wir Sie ergebenst um gefällige Zuweisung derselben und können wir prompte und saubere Ausführung im voraus zusichern."

Helpershain, 12. Januar. Eine naturgeschichtliche Merkwürdigkeit besitzt der Landwirth Christian Hofmann dahier in einer Kuh. Dieselbe hat bereits fünf Mal lebens­fähige Zwillinge zur Welt gebracht- dieser Tage warf sie nun Drillinge, welche aber kurz nach der Geburt verendeten.

Lauterbach, 12. Januar. Der Weihnachts-Bescheerung für arme Kinder sind auch in diesem Jahre so reichliche Gaben zugeflossen, sie sand so viele dankenswerthe Betheiligung, daß der hiesige Frauen Verein den Gebern und Helfern jeder Art wärmsten Dank zu sagen sich gedrängt fühlt. Es wurde 64 Kindern bescheert und konnte noch etwas an arme Familien vertheilt werden em Erfolg, der nur durch Zusammen­wirken vieler freundlichen Menschen möglich war.

Friedberg, 11. Januar. Im hiesigen Saalbau fand gestern die Landesconserenz der hessischen Social­demokraten statt, welche aus 111 Orten mit 78 Delegirten beschickt war. Der Kassebericht des Lindes-Comites ergab eine Einnahme von 426 Mk. 40 Pf. und eine Ausgabe von 320 Mk. 25 Pf. Als Redner traten auf die Abgeordneten Ulrich-Offenbach über die geplante Revision der Verwaltungs­gesetze, Müller-Darmstadt über die Landtagswahlen und Jöst-Mainz über die Presse. In einer Resolution verwarf die Versammlung die Vorlagen der Regierung, protestirte gegen die Aufhebung der directen Bürgermeisterwahlen, forderte die Beseitigung des Einflusses der Höchstbesteuerten in der Provinzial-, Kreis- und Gemeindevertretung und ver­langte die Aushebung des Bestätigungsrechtes für Bürger­meisterwahlen.

+ Büdingen, 12. Januar. Heute Morgen brach in dem E cke r t'schen Hause in der Vorstadt ein Schorn stein- brand aus, welcher sich auch in das Dachwerk verbreitete und dadurch die Alarmirung der hiesigen Feuerwehr veran­laßte. Bevor letztere in Thätigkeit treten konnte, hatten die herbeigeeilten Nachbarsleute das Feuer gelöscht.

A Aus dem Kreise Alsfeld, 12. Januar. Einen sehr bedeutenden Preisrückgang hat die Butter erlitten. Nachdem man noch vor acht Tagen für das Pfund 90 Psg. bezahlte, giebt man jetzt erst für dasselbe 75 Pfg. Ein solcher Rück­schlag in den Butterpreisen tritt alljährlich nach den Festtagen ein, aus die der Butterverbrauch seinen Höhepunkt erreicht, nur war der Preisrückgang nicht so schroff, sondern vollzog sich allmählich. Die Preise für fette Schweine sind feit den Feiertagen wieder in die Höhe gegangen. Vor Weih­nachten bezahlte man für das Pfund Lebendgewicht gemäste­ter Schweine 3537 Pfg., jetzt giebt man für dasselbe 40 und 41 Pfg. Die fetten Schweine sind eben um diese Zeit seltener und werden deswegen mit höheren Preisen bezahlt.

Darmstadt, 12. Januar. Am Sonntag sand unter zahl­reicher Betheiligung der hiesigen katholischen Gemeinde die feierliche Installation des neuen Stadtpfarrers von Darmstadt Herrn Dr. Friedrich Eltz (früher in Gießen) statt. Tags zuvor, Vormittags lP/4 Uhr, wurde derselbe von der Geistlichkeit und dem Kirchenvorstande der Gemeinde am Main-Ne,ckar Bahnhof empfangen und in das festlich ge­schmückte Pfarrhaus geleitet. Am Sonntag Morgen 9 Uhr begann die kirchliche Feier. In festlicher Procession wurde Herr Dr. Gltz unter Vorantragung der Banner der katho­lischen Vereine in die geschmackvoll decorirte Kirche geführt, wo Herr Decanatsverwalter Hermes von Astheim die bischöf­liche Jnstallationsurkunde verlas und den neuen Pfarrer mit herzlichen Worten auf die Pflichten seines neuen Amtes hin­wies. In dem darauffolgenden Hochamte hielt Herr Dr. Eltz seine Antrittspredigt. Er sprach in sehr sympathisch auf­genommenen Worten über die Pflichten eines katholischen Pfarrers in einer so wichtigen Gemeinde wie Darmstadt und über Hoffnungen, welche er auf die so blühende und eifrige Gemeinde Darmstadt setze. Die mehrstimmigen Gesänge des Kirchenchores trugen wesentlich zur Erhöhung der Feier bei.

vermischter.

* Berlin, 10. Januar. Am Neujahrstage beging die Firma Rudolf Mosse die Feier ihres 25jährigen Bestehens. Am Vormittag fand in den Geschäftsräumen die Beglückwünschung der Chefs des Hauses statt. Herr Rudolf Mosse und Herr Emil Mosse wurden von dem Personal bcr Firma, von hiesigen und auswärtigen Freunden durch zahllose Glückwünsche, kostbare Blumenspendeu, Ehren­geschenke und künstlerisch ausgeführte Adressen gefeiert. Gleichzeitig wurde eine zur Feier des Jubiläums verfaßte Festschrift, die Geschichte der Firma, welche die wohlgelungenen Portraits beider Inhaber ziert, seitens des Personals über­reicht. Die Herren Mosse dankten tiefbewegt für diese Ovationen und überreichten ihrerseits als Erinnerung an den Jubeltag der Firma jedem Angestellten ein mit ent­sprechender Widmung versehenes Portefeuille, dessen Inhalt den Werth der Gabe noch erhöhte. Am Abend waren im Festsaal des Vereins junger Kaufleute sämmtliche Angestellte der Firma, auch die auswärtigen Vertreter derselben, zu einem Banket bereinigt. In einer Ansprache, in welcher Herr Rudolf Mosse seinen und seines Bruders Dank für die vielen Beweise oon Liebe und Treue aussprach, machte er die Mittheilung, daß die Inhaber der Firma eine Stiftung von 100,000 Mark für ihre Angestellten begründet haben, deren Verwaltung einem später zu ernennenden Comite über­tragen werden soll. Der Bürgermeister von Grätz, der Vaterstadt des Herrn Rudols Mosse, überreichte dem Jubilar das Ehrenbürger-Diplom. Ein Festspiel bildete den Schluß der Feier.

* Mannheim, 6. Januar. Welch' schlimme Folgen unter Umständen der Unfug der Absendung von Witz karten am Neujahrsfeste haben kann, zeigt nachstehender Fall. Der Heizer Kalt erhielt von einem Mädchen, mit dem er während seiner Militärzeit ein intimes Verhältniß hatte, welches er jedoch schon einige Jahre vor seiner Verheirathung vollständig gelöst, eine Witzkarte, worüber seine Ehefrau so in Aufregung gerieth, daß sie ihrem Leben durch einen Sprung in die hochgehenden Wogen des Neckars ein Ende machte. Die Leiche wurde wenige Siunden daraus gelänget.

* Aus Ludwigshafen wird gemeldet:Die Direction der Pfälzischen Eisenbahnen hat ihren Dienstesstellen Folgendes bekannt gegeben: Angesichts der auch im Betriebs­jahr 1891 bestandenen gesteigerten Verkehrsthätigkeit und der hierdurch erforderten stärkeren Inanspruchnahme des ge- sammten Personals und im Hinblick auf die hierdurch ein­getretenen günstigen Ertragsverhältnisse wird dem Personal der Pfälzischen Eisenbahnen eine außerordentliche Remune­ration in der Weise gewährt, daß jeder beim Betrieb oder im Werkstättendienst ständig verwendete Arbeiter, ferner jeder Bedienstete mit einem Gehalt bezw. Lohn bis zu einschließlich 1000 Mark je 50 Mark, jeder Beamte und Bedienstete mit einem Gehalt von über 10002000 Mark einschließlich je 75 Mark und jeder Beamte und Bedienstete mit einem Gehalt von 20003600 Mark einschließlich je 100 Mark erhält. Beamte mit höheren Bezügen werden nicht berück­sichtigt. Diätare und Bahnmeistercandidaten erhalten je 75 Mark, bezahlte Lehrlinge der Werkstätte je 25 Mark. Diejenigen Arbeiter :c., welche erst im Laufe des Jahres 1891 in den Dienst der Verwaltung eingetreten sind, erhalten die Gratification pro rata ihrer Dienstzeit, wobei der angefangene Monat voll anzurechnen ist. Die im Laufe des Jahres 1891 ausgetretenen oder entlassenen Arbeiter, Bedienstete und Beamte sind vom Bezug ausgeschlossen."

* Ludwigshafen, 12. Januar. Auf dem hiesigen Bahn­hose wurde gestern Abend der Locomotivführer Adolf aus Speyer beim Überschreiten der Geleise von dem Freins- heimer Personenzuge überfahren und augenblicklich zer­malmt. Der Getödtede hinterläßt die Frau mit sieben kleinen Kindern. Der Gefreite Schleppe aus St. Ingbert erschoß sich mit seinem Dienstgewehr gestern Nachmittag im Exercierhause des 18. Infanterieregiments in Landau vor seinen versammelten Kameraden. Motiv: falsche Rapport­erstattung.

* Carneval steht vor der Thür und wieder bringt die Liebigs Compagnie für ihre Freunde und Anhänger eine reizende Fastnachtsspende. Dieselbe besteht aus einer Serie von gold- und farbenprächtig ausgesührten Masken­bildern, auf denen eine Anzahl der hervorragendsten Städte Italiens in ihren bekanntesten Typen verkörpet werden. Allen denjenigen, welche für Masken- und Costümseste An­regungen suchen, dürsten diese Karten willkommen sein. Belehrend für die Jugend ist übrigens der Umstand, daß oben in den Ecken dieser Kärtchen sich das Wappen der be­treffenden Städte befindet, deren Eigenart in dem Bilde dargestellt wird.