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Ersatzreservc für die zweite und dritte Hebung einberufenen Mannschaften aus Verlangen und ohne den Nachweis der Bedürftigkeit auS öffentlichen Reichsmitteln Unterstützungen, die weder verpfändet noch an Dritte abgetreten werden können. Die täglichen Unterstützungen sollen betragen für die Ehefrau eines Eingezogenen 30 Procent des ortsüblichen Tagelohnes, jedes weitere unterstützungsberechtigte Familien­glied (unerwachsene Kinder, alte Eltern u. s. w.) erhält 10 Procenl des ortsüblichen Tagelohnes. Im Ganzen soll eine Familie zusammen nicht mehr als 60 Procent des Tagelohnes erhalten. Beträgt z. B. der ortsübliche Tagelohn 2 Mark, und besteht eine Familie aus der Frau, zwei un* erwachsenen Kindern und der alten Mutter, so erhält die Familie täglich 1 Mark 20 Psg. Die Regierung hatte für die Ehefrau in den Sommermonaten 20 Pfennige, in den Wintermonaten 30 Pfennige und für jede unterstützungs­berechtigte Person 10 Pfennige täglich vorgeschlagen. Der Reichstag hat also eine bedeutende Erhöhung und eine viel gerechtere Bemessung durchgefetzt, indem er Proccnte vom Tagelohn statt eines stehenden Geldbetrages sestsetzte, denn wo der Tagelohn hoch ist, da ist in der Regel auch der Lebensunterhalt theuer.

Bei der Heffen Naffauischen Baugewerks Berussgenoffeu. schäft wurden im Monat Februar 111 Unfälle,, darunter 4 Todesfälle, gemeldet, gegen 74 Unfälle mit 2 Todesfällen im Februar 1891. Die meisten Unfälle geschahen im Bau­geschäfte, nämlich 43 (mit 2 Todesfällen), im Maurer­geschäfte, nämlich 24, und im Zimmerergeschäfte, 16. Die 2 übrigen Todesfälle betrafen das Sleinhauer- und das Spenglergeschäst.

-n- Lollar, 11. April. Heute Mittag 12^ Uhr entstand auf der Staatsstraße eine sogen. Wind- resp. Sandhose. Dieselbe hatte an der Basis ca. 2 Fuß Durchmesser- in halber Haushöhe verringerte sich derselbe bis zu scheinbar 1 Fuß. Bis hierher hatte die Sandhose eine senkrechte Richtung, der weiteranschließende Theil war nach Osten zu gerichtet, ca. 40 Fuß lang und Va Fuß stark. Als die Sandhose das entgegenftehende Haus erreichte und von dem­selben gebrochen war, zerfiel die Erscheinung successive, indem abthellungsweise der Staub und Sand zu Boden fielen. So war am Schluß der kaum ein bis zwei Minuten dauernden Erscheinung der untere Theil der Sandhose erloschen, während daS obere Drittel noch vorhanden und sichtbar war. Die Erscheinung war mit keinerlei Geräusch verbunden- die Lust, wie heute allgemein, mäßig leicht bewegt. Ein durch die Sandhose mit emporgenommenes Papier fiel nicht direct zur Erde, sondern stieg höher und höher und entschwand, langsam nach Westen ziehend, in großer Höhe ganz dem Auge.

x Utphe, 8. April. Heute wurde durch Herrn Pro- vinzialdirector v. Gagern unser neugewählter Bürgermeister Herr August Schneider verpflichtet und in sein Amt ein­gewiesen.

X. Trais-Horloff, 10. April. Durch unseren Landtags­abgeordneten Herrn Theobald wurde ein Zusatz-Antrag zum hessischen Berggesetz bei der zweiten Kammer beantragt. Hier sieht man mit Spannung diesem Antrag entgegen, da derselbe die Interessen aller Bewohner unserer Gegend in hohem Grade berührt. Möchte derselbe die Unter­stützung der Herren Abgeordneten finden.

Friedberg, 9. April. Gestern starb in dem benachbarten Fauerbach der in weilen Kreisen bekannte langjährige dortige Geistliche Herr Pfarrer Borna gins im 89. Lebensjahr. Der Verstorbene war allgemein beliebt und hochgeehrt. Das Schicksal hatte ihm schwere Schläge zugesügt, indem alle seine hoffnungsvollen Söhne im Jünglingsalter starben.

Lardenbach, 7. April. Sehet zu, daß Kinder kein Feuer­zeug bekommen! Gestern begab sich eine hiesige Frau mit Hinterlassung ihres etwa drei Jahre alten Kindes aus ihrer Wohnung. Dieses Kind entwendete in Gesellschaft eines andern Feuerzeug, woraus beide sich in einen mit Reisig gefüllten Schuppen begaben, und daselbst ein Streichholz entzündeten. Glücklicher Weise wurden sie, noch ehe weiteres Unheil entstehen konnte, von einem vierzehnjährigen Mädchen erwischt. Mit der Erklärung, sie hätten Kaffee kochen wollen, gingen beide weiter und setzten bald nachher die Miststätte eines hiesigen Landwirths in Brand, der von daherkommenden Leuten sogleich gelöscht wurde.

Offenbach, 9. April. Der hiesige Ortsgesundheits- -rath hielt gestern Abend unter dem Vorsitz des Herrn Oberbürgermeisters Brink eine Sitzung ab. Außer den nach der Tagesordnung zur Berathung gelangten Punkten, die den Erlaß verschiedener gesundheitspolizeilicher Verordnungen, das Abfuhrwesen u. s. w. betrafen, beschäftigte sich der Orts- gesundheitsrath auch mit der Frage des Beziehens neuer Wohnungen. Selbstredend handelt es sich besonders um kleinere Wohnungen, um solche unbemittelter Leute. Es soll nämlich vermieden werden, daß Wohnungen, die z. B. erst im Spätherbst sertiggestellt wurden und nicht zur Ueber- tointerung kommen, bezogen werden, bevor sie von einer sachverständigen Commission genau besichtigt und als der menschlichen Gesundheit nicht schädlich erklärt worden sind, wobei das Hauptaugenmerk auf etwaige Feuchtigkeit der Wände zu richten wäre. Der Gesundheitsrath beschloß, die Angelegenheit in der nächsten Sitzung cnbgtttig zu regeln.

x Vermischtes.

* Frankfurt a. M., 12. April. Wilhelm Jordans brei- actiges SchauspielLiebe was du lieben kannst" er­zielte bei seiner gestrigen Erstaufführung einen von den Freunden des Dichters bereiteten Achtungserfolg. Nichts in demselben erinnert an den Autor des feinsinnigen Lustspiels Durchs Ohr", nur die mehr als genügend angewandten Verse zeigen manchmal die Bersgewandheit des alten Rhap foben. Die vorzügliche Aufführung wußte öfters über bte Mängel bes Stückes hinwegzutäuschen. Der gerufene

Dichter ließ sich alsam Erscheinen behinbert" entschulbigen unb durch den Regisseur für dieAntheilnahme bestens danken".

* Frankenberg, 8. April. Bekanntlich hat im vorigen Sommer der Eisenbahnschaffner Eikelmgnn ein Kind aus der hochangeschwollenen Wettschaft dadurch gerettet, daß er aus dem in voller Fahrt befindlichen Zuge sprang und das in der Wettschaft treibende, dem Tode nahe Kind aus dem Wasser holte. Jetzt hat diese mit Muth unb Entschlossenheit auSgeführte That ihre Anerkennung baburch gefmiben, baß bem Eikelmann bie ihm von Sr. Majestät bem Kaiser ver­liehene Rettungsmebaille am Banb überreicht worben ist.

* Lübeck, 9. April. Eine aus mittel- unb sübbeutschen Herren bestehenbe Gesellschaft hat beschlossen, in biesem Sommer eine Expebition unter Führung bes Norbpol- sahrers Capitain Babe nach Spitzbergen zu entsenben. Das für biese Fahrt zu ^benutzenbe Schiff wirb Lübeck als Ausgangshasen benutzen.

* Berlin, 9. April. Ein blutiges Familienbrama, dem vermuthlich drei Menschenleben zum Opfer fallen dürsten, hat sich heute Morgen im Norden Berlins abgespielt. Die 20jährige Tochter Minna des in Charlottenburg wohnenden Wächters Knude hatte mit dem 25jährigen Ziegler W. Uckrow ein Verhältniß unterhalten, das am dritten Osterseiertag zur Hochzeit führen sollte. Seit Kurzem war Uckrow ohne Arbeit und dies war der erste Anlaß zu einer Veruneinigung zwischen den Brautleuten. Hiezu kam, baß Mina Knude vor einiger Zeit einen ihrer früheren Anbeter, den Kutscher Otto Dietze wiedersah und diesem wieder ihre Neigung zuwandte. Obgleich die Eltern der Knude dem Uckrow versprachen, Alles auszu- bieten, um ihre Tochter umzustimmen, beruhigte er sich nicht und erklärte offen, seine ungetreue Braut erschießen zu wollen. In Folge dieser Drohungen flüchtete das junge Mädchen am Dienstag aus dem Elternhause zu ihrer in der Reinicken- dorferstraße wohnenden verheiratheten Schwester. Hierher begab sich auch Uckrow heute Morgen. Zwischen ihm und der gerade zu Besuch weilenden alten Frau Knude kam es dabei zu Auseinandersetzungen. Diese bat ihn, Berlin vorläufig zu verlaffen und später wieder anzuklopfen, sobald er eine ge­sicherte Lebensstellung gefunden habe. In diesem Augenblicke trat Mina Knude, die den Schluß des Gesprächs gehört hatte, in das Zimmer und äußerte:Ja, wenn Du ordent­lich bist, Wilhelm, heirathe ich Dich und nicht Dietz". Bei Nennung des Namens seines Nebenbuhlers wurde Uckrow sehr erregt und bat seine Geliebte, ihm in ein kleines Zimmer zu folgen. Kaum hatten beide diesen Raum betreten, so knallten zwei Schüsse aus einem Revolver, und das junge Mädchen stürzte blutüberströmt in das Zimmer zurück, schrie ihrer Mutter und Schwester zu:Wilhelm hat mich in die Brust geschossen" und eilte dann auf den Corridor, um von hier aus die Treppe zu gewinnen. Hier brach sie bewußtlos zu­sammen. Uckrow stürzte seiner Braut nach, schoß mit den Worten:Na Alte, da hast Du auch genug," der am Fenster händeringend stehenden alten Frau Knude eine Kugel in den Rücken und eilte dann auf den Flur, wo er feiner bereits verstorbenen Braut eine dritte Kugel durch die Brust jagte. Als die Flurnachbarinnen aus den Lärm herbeieilten, steckte Uckrow die Waffe in seinen Mund, drückte ab und fiel sofort über der Leiche seiner Braut tobt zu Boden. Die beiden Leichen wurden dem Schauhause überwiesen, während die schwerverletzte Frau Knude in die Charitee gebracht werden mußte, wo sie am Spätnachmittage noch am Leben sich befand.

* Unter stürmischer Heiterkeit schloß die jüngste Sitzung des Gerneindecollegs in Würzburg. Ein Mitglied (Rechts­anwalt) hatte eine Münchener Zeitungsnotiz vorn 1. April, wonach ein französischer Chemiker und Director der Sal- petriöre (Pariser Irrenhaus) ein Mittel entdeckt hat, um Granit so weich wie Asphalt zu machen, für Ernst genommen und beantragte, event. sofort den Tiesbaurath nach München, wo am 2. April Untersuchung stattfinden sollte, zu entsenden. Man wies aber den eifrigen Stadtvater daraus hin, daß die Zeitungsnotiz lediglich ein Aprilscherz sei.

* Ein neuer Giftstoff. Ein Dorfschulze berichtet an das Landrathsamt, daß dem Ortsbürger X. sämmtliche Hühner mitPostvorschuß" vergiftet worden seien. Nachdem der Berichterstatter wegen der Seltenheit des Falles zur Er­läuterung aufgeforbert worden, stellte sich heraus, daß er Phosphorus" gemeint hatte.

* Philosophische Antwort. Unter den Examinatoren der Berliner Universität waren in den Vierziger Jahren die vier Prosefforen Eck, Kot he, Diefsenbach und Wo Iss wegen ihrer Strenge gefürchtet. Damals war den Studenten folgendes Berschen bekannt:

Kommst Du glücklich um die Ecken, Bleibst Du nicht im Koihe stecken, Fällst Du nicht in 'n Diesten Bach, Frißt Dich doch der Wollff noch nach.

Als dem Proseffor Wollff (t 1878) einmal das Derschen zu Ohren kam, bemerkte er in seiner trockenen Weise dazu: Der Wolf srißt nur Schafe."

* Zerstreut. Richter (zu einem wegen Bigamie Ange­klagten):Angeklagter, sind Sie verheirathet?"________

Itnivcrfitäts - Nachrichten.

Christiania, 11. April. Der Ktrcbenbistortker C. P. Caspari, Proststor der Theologie an der hiesigen Universität, ist in der ver­gangenen Nacht gestorben.

Schiffsnachrichten.

Hamburg, 7. April. IHamburg-Amerikanische Packetfahrt- Actien GrseUlchask.j DaS Hamburg - Newyorker Post - Dampffchiff Rbaetta", Eapitän Ludwig, ist am 9. April, 1 Uhr Morgens nrMhfhalten in Newyork angekommen.

Verkehr, Land« und Volkswirthschaft.

»ietzeir, 12 April. Marktbericht. Aus Dem heutigen Wochemnarkt kostete: Butter pr. Vfd. * 1,101,20, Hübnereier per Stück 56 A» 2 St. H, Enteneier 7 4, Gänseeier

1 St. 11-12 A, »äse pr. 6t. 5-9 A. Käsematte pr. St. 3 Ar Erbsen pr. Liter A. Linsen vr. Liter 30 A. Tauben pr. Paar v* 0,60-1,00, Hühner pr. Stück X 0,85-110, Hahnen pr. 6t X 1.30-2,00, Enten pr. St. X 1,50-1,80, Ochsenfleisch pr. Pfd. 70-76 A, Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd. 62-66 4, Schweinefleisch pr. Pfd. 60-70 A, Kalbfleisch pr. Pfd- 60-56 A, Hammelfleisch pr- Pfd. 60-70 A, Kartoffeln pr. 100 Kilo 7,50-8,00 X, Weiß­kraut pr. St. 410 A. Zwiebeln pr. Eentner 10,0012,00 X, Milch pr. etter 1218 4

O A«S dem Ohmthal, 11. April. Sehr häufig leuchten gegenwärtig aus den Garten und Obstbaumanlagen wieder in tadel­losem Weiß bte frischaekalkten Obstbäume. Noch vielfach ist bet dem Landwirth die Ansicht vorhanden, es sei einerlei, ob das An­kalken der Obstbäume im Herbste oder jetzt im Frühlinge geschehe. Weil nun im Herbst vielfach wegen der Anhäufung anderer land- wirthschaftlichen Arbeiten diese Arbeit an den Obstbäumen unter­bleibt, so wird sie, wenn gar nicht unterlassen, im Frühlinge aus- gesührt. DaS Ankalken der Obstbäume im Frühling ist aber nicht nur nicht nützlich, sondern geradezu schädlich. Durch einen solchen jetzt auSgefübrten Kalkanstrich werden die Poren in der Rinde des Baumes verstopst. Diese Poren bilden aber die Athmungsorgane des Baumes. Somit wird die Luitcirculation zwischen den saft­leitenden Schichten gehemmt unb aufgehoben, unb diese Circulotton ist gerade im Frühling am stärksten. Auch wird der Stamm durch die Kalkblende zu kühl erhalten, da die weiße Farbe das Licht und die Wärme nicht absorbirt, sondern reflcctirt. Ganz anders ist es mit dem Ankalken im Herbste. Hier tobtet die ätzende Wirkung des Kalkes die Jnsecten, welche sich unter abgestorbenen Rindenschichten angesiedelt haben, löst diese Rindenschichten selbst ab und bewirkt, daß der Baum eine glatte Rinde bekommt, bei der bann die Circulationskanäle offen gelegt werden. Es kann darum gar nicht genug aufmerksam daraus gemacht werden, daß wie das Ankalken der Obstbäume im Herbste so sehr empfehlenswerth, es jetzt durchaus zu unterlassen ist.

x Born Vogelsberg, 11. April. Die schon Wochen lang anhaltende ungemein trockene Witterung hat im Walde das Laub gehörig ausgetrocknet. Es eignet sich somit gerade jetzt vorzüglich zur Streu, zum Ersatz des Strohes. Obwohl reiche Vorräthe im Walde lagen, ist uns bis jetzt noch keine Verabfolgung von Laub zur Streu bekannt geworden. Wir wiederholen, weil sich das Laub !)urch feine vollständige Trockenheit ganz besonders zur Streu eignet, wäre gerade jetzt seine Verabfolgung sehr empfehlenswerth.

Patente und Gebrauchsmuster van im Grotzherrog- thum Heffen lebende« Erfinder«. Patent-Anmeldungen. Maschine zum Rollen von Fässern u. dergl., L Heyligenstaedt in Gießen, 6. Januar 1892. Patent-Ertheilungen. Excenter- Formmaichine, H. R. Rolle in Lollar, vom 29. Juli 1891 ab. Gebrauchsmuster. Herausnehmbare Jnnentheile bet Füllschacht- euerungen, Eisenwerk Hirzenhain H. R. Buderus in Hirzenhain, 15. Februar 1892. Anwendung der durch das Patent Nr. 48 852 dargestellten Einrichtung, bei welcher Wasser durch entgegengesetzt strömenden Dampf erwärmt wird, zur continuirUchen Erzeugung heißen Wassers zu Heizzwecken, H. Schassstaedt, Fabrikant i« Gießen, 19. Februar 1892. Vorrichtung zur Feststellung drehbarer Sägeblätter in jeder beliebigenSage, K. Dormer undK. Müller II» in Hausen, 9. Februar 1892. Mischhahn mit zwei in einem gemein­schaftlichen Gehäuse, aber getrennt von einander angeordneten Küken, deren Hebel derart angeordnet sind, daß der eine Hebel beliebig, der andere aber nur mit bem ersteren zusammen bewegt werden kann, H. Schassstaedt, Fabrikant in Gießen, 8. Februar 1892.

Kirchliche Anzeige« der Stadt Gietzen.

Katholische Gemeinde.

Gründonnerstag, 14. April:

Mittwoch: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um 7»6 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte

Donnerstag: Morgens um 6 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte; um WZ und V>8 Uhr AuStheilung der hl- Eommunion; um 3/<l0 Uhr Hochamt; nach dem Hochamt wird daS Merheiligste nach dem sogenannten hl. Grabe getragen und dort bis zur Abend­andacht ausgefetzt; während des Tages stille Anbetungsstunden; Abends um 6 Uhr Passionsandacht.

Charfreitag, 15. April:

Morgens um 7 Uhr wird daS Allerheiligste nach dem hl. Grabe getragen und daselbst dis zur Abendandacht auSgesetzt; während deS Tages sind stille Anbetungsstunden; Vormittags um W 0 Uhr die sogenannte verstörte hl- Messe; Abends um 6 Uhr Predigt und Passionsandacht.

EharsamStag:

Morgens um 7 Uhr die hl. Weihen; um 8 Uhr Hochamt; Nachmittags um 4 Uhr und Abends um W8 Uhr Gelegenheit zur hl- Beichte.

Ostersonntag:

Vormittags von 8/46 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um 6 Uhr erste Frühmeffe; um '/«8 Ubr zweite Frühmesse; Milith:-, gotteSdienst mit Predigt; um »/«IO Uhr Hochamt mit Predigt; Nach­mittags um V23 Uhr Festandacht; nach derselben und Abends um Va8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte.

Ostermontag:

Vormittags von 8/<6 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um 6 Ubr erste Frühmesse; um </,8 Uhr zweite Frühmesse; MUttSr- gotteSdienst; um,/.10 Uhr Hochamt; Nachmittag« um */«3 Uhr Festandacht. _____

Literatur und Kunst.

Goethe über daS Grüßen. Allbekannt sind die Be­strebungen der Männeiwelt, das mtlttärische Grüßen auch für bat Eivilleben einzuführen, um so das lästige und oft gesundheitsschädliche Hutabnehmen zu vermeiden. Es ist sehr interessant, daß wie wir der bekannten FamtlienzeitschriftDaS Buch für Alle" entnehmen der Vater dieser Idee niemand anders war, alS unser Altmeister Goethe, der da singt:

Ehret die Frauen, begrüßt sie mit Neigen, Begrüßt sie mit sreundlichem, ftttigem Beugen Des bedeckten männlichen Haupts!

GlaubtS dem Ersahrenen: Jede erlaubte! Wollt ihr trotz hippokratischem Schelten Denn mit Gewalt das Genie euch ei falten? Lasset die Hüte, bie stattlichen Mützen Fest auf der Locke, der Glatze euch sitzen! G.üßet mit Worten, grüßt mit der Hand, Ehret die Sitte, schont den Verstand!"

Die focialifiische Bewegung in «uropa, ihre Träger und ihrt ^dee«. Von I. de Wyzewa. Deutsche, autonlirte Ueoe.s tzung 00» Hans Altona. Preis 1 50 Mk. Verlag von Otto Salle in Braunschweig, -r Dieses sehr intenffant unb leb.ndig geschriebene Buch des in seinem Vaterlande hochgeschätzten Franzosen beschästlgt sich mit dem augenblicklichen Stande der socialistischen Bewegung in den Hauptländern Europas: in Frankreich, Deutsch­land, England und Belgien, welches letztere wegen seiner großen Arbe'iterbeoölkerung eine hervorragende Rolle in dieser Bewegung spielt. Wyzewa befaßt sich wenig r mit den Theorien des Socialismus, als vielmehr mit den Arbeiterführern, welche er nach den persönlichen Eindrücken, die er thetls in Unterredungen, thells nach deren Vor­trägen gewonnen hat, in packender unb glänzender Weise schildert. Aber gerade dadurch, daß der Verfaffer die Personen in den Vor ber­g'und schiebt, erwirbt er sich ein Verbleust, denn in feiner andern Nesoi mbewegung hängen die Aussichten derselben in so hohem Grade von den leitenben Personen ab, wie in der socialistischen; die Ari