Ausgabe 
13.3.1892 Zweites Blatt
 
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seit dem 6. Februar keine Ruhe mehr. Vom Morgen bis $um Abend geht die Klingel, unabläsiig öffne ich die Thür, im Glauben, daß ein Besteller da sei, allein umsonst: es sind lauter Gratulanten, mir ganz fremde Bittsteller. Darunter stellen einige ganz kurz und bündig das Verlangen, mit ihnen den Gewinn zu theilen. Ebenso vom Morgen bis zum Abend empfange ich Briefe mit ähnlichen Gesuchen und Anträgen. Man läßt mir weder Zeit zu essen noch zu arbeiten. Weiß selbst nicht, was in meiner Wohnung und in meinem Kops vorgeht! Wenn ich Abends erschöpft auf die Straße hinausgehe und einen Spaziergang mache, drängt man sich wieder mit Bittgesuchen und Glückwünschen an mich heran, ja, man weist mit Fingern aus mich:Seht den Glücklichen!" Man läßt mir nirgends Ruhe. Ich weiß wirklich nicht mehr, wo ich mich sehen lassen soll. Man treibt mich bei lebendigem Leibe in's Grab. Meinem ärgsten Feinde wünsche ich nicht, eine große Summe zu gewinnen. Durch diesen meinen Bries mache ich dem Petersburger Publikum bekannt, daß von meinen Coupons kein einziger die Nummer trägt, aus die der Hauptgewinn gefallen ist, daß ich weder jetzt noch srüher etwas gewonnen habe und auch in Zukunft nichts zu gewinnen wünsche, weil ein glücklicher Gewinner der unglücklichste Mensch auf der Welt ist. Ich habe nur einen Wunsch: Denjenigen durchzuprügeln, der da§ Gerücht von meinem Gewinn ausgebracht hat. Genehmigen Sie re.

A. Bogdanow."

Eingesandt.

Gießen, 12. März.

Die hiesige Dampfmolkerei hat neuerdings, um allen An­forderungen bezüglich einer guten, haltbaren und möglichst keimfreien Ktndermtlch zu entsprechen, einen Pasteurisirapparat angeschafft, über dessen Leistungen das chemische Untersuchungsamt folgendes Zeugniß ausstellt:Wie bet einem Pasteurisator von vornherein angenommen werden konnte, löst der geprüfte Apparat nicht die Aufgabe, die Milch absolut keimfrei zu machen. Der Pasteurisator

bewirkt jedoch schon bei einer Erhitzung auf kaum 70 0 C. eine so bedeutende Herabminderung der Zahl der vorhandenen und insbesondere der die Zersetzung der Milch verursachenden Milchorgantsmen, daß, besonders wenn dem Pasteurtsiren, wie für den Betrieb vorgesehen, sofort eine gute Wtederabkühlung der Milch folgt, die Haltbarkeit derselben um 70 bis 100 Stunden erhöht, also von 2 Tagen auf mindestens 5 Tage gebracht wird. Steigert man die Temperatur im Pasteurisator, wie dies jederzeit augenblicklich möglich ist, so kann man die Milch noch viel länger haltbar machen, jedoch ist ein Ueberschreiten der Temperatur von 70 0 C. nicht zu empfehlen, da die hier bet 70° C. erzielte längere Haltbarkeit der Praxis vollauf Genüge leistet. Bet bedeutend höheren Temperaturen als 70 0 C. würde man den besonderen Vortheil des Pasteurifirens gegenüber dem Sterilisiren (d. h. Keimfretmachen), welcher darin besteht, daß das bei letzterem so unangenehm empfundene Entmischen der Milch hier nicht zu Stande kommt, entbehren müssen. Selbstverständlich ist der Käufer pasteurtsirter Milch, sofern er diese sicher frei von Krankheitskeimen haben will, nicht davon entbunden, dieselbe zu kochen; der hier vollständig erreichte Zwtck des Pasteurtsirens besteht vielmehr darin, die Milch auch im Sommer für die in der Praxis in Betracht kommenden Zetten haltbar zu machen, allo dte besonders für dte Ernährung von Säuglingen so gefährliche Säuerung der Milch aufzuhalten. Die Leistungen des geprüften Pasteurisators können daher als gute bezeichnet werden."

Die FachzeitungDer deutsche Steinbildhauer schreibt in ihrer Nr. 28 vom 1. October 1891 in einem Artikel Wanderungen durch die süddeutschen Syenit- und Marmor-Industrien unter Anderem:In Frankfurt a. M. gilt unser erster Besuch der Firma F. Hofmeister. Durch diese Firma ist die Ausführung von Grabdenkmälern zu einem enormen Aufschwung gelangt. Die flotten Ausstellungsräume des Geschäftes, die Art des Arrangements, sowie die Ausführung der ausgestellten Arbeiten sind musterhaft. Wie nur wenige Friedhöfe Deutschlands bietet aber auch der Friedhof Frankfurts eine geradezu kostbare Menge herrlicher Grabdenkmäler in jedem denkbaren Material. (Siehe Annonce der Firma in heutiger Nummer). 1785

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Holzversteigerung.

Aus den Abtheilungen Brauhof, Hasenkopf, Sommerbcrg und Kirchberg werden versteigert:

1. Mittwoch den 16. März: Buchen: 61 Rm. Scheiter, 49,2 Rm. Knüppel, 4500 Wellen, 90,6 Rm. Stöcke; wichen: 43 Rm. Scheiter, 18 Rm. Knüppel, 800 Wellen, 37,4 Rm. Stöcke; Nadel: 2,2 Rm. Scheiter, 2 Rm. Knüppel, 150 Wellen; Erlen: 2 Rm. Stöcke. Zusammenkunft Morgens 9 Uhr am Forstgarten im Hasenkopf.

2 Freitag den IS. März: Buchen: 50,3 Rm. Scheiter, 34,3 Rm. Knüppel, 3000 Wellen, 68 Rm. Stöcke; (Aschen: 50 Wellen, 3 Rm. Stöcke; Eichen: 45,2 Nm. Scheiter, 14 Rm. Knüppel, 1100 Wellen, 31 Rm. Stöcke; Erlen: 8 Nm. Scheiter, 7 Rm. Knüppel, 330 Wellen, 14 Rm. Stöcke; Weichholz: 790 Wellen. Das im Sommerberg beim Steinbruch lagernde Buchen- und Eichen - Scheiter-, Knüppel- und Reisigholz, sowie das in Abth. Kirchberg zerstreut liegende Weichholzreisig wird nicht vorgezeigt, es kommt gegen Mittag im Brauhof zum Ausgebot; Steigliebhaber wollen dieses vorher einsehen. Zusammen­kunft Morgens 9 Uhr am Brauhofsweiher.

Nähere Auskunft ertheilt der Großh. Forstwart Schlag zu Baum­garten.

Gießen, den 1. März 1892.

Großh. Oberförsterei Schiffenberg.

2043 Heyer.

Vergebung von Bauarbeiten.

Die inneren Ausbauarbeiten, be­stehend in Weißbinder-, Glaser-, Schlosser- und Schreiner-Arbeiten in Kostenhöhe von rund 14,000 Mark, wie solche bei Erbauung eines Wohn­gebäudes für d. Verwaltungs-Director der neuen Universttäts - Kliniken zu Gießen zur Ausführung kommen, sollen auf dem Wege öffentlichen An­gebots vergeben werden.

Zeichnungen, Arbeitsbeschreibungen und Bedingungen können von Mon­tag den 14. März l. Js. ab auf dem Baubureau der Kliniken, Frankfurterstrabe 103, eingesehen werden, woselbst auch gegen Copial- gebühren Angebotunterlagen erhältlich sind.

Termin zur Eröffnung der Angebote: Montag den 28. März l. I., Vormittags 10 Uhr.

Zuschlagsfrist 16 Tage.

Gießen, den 10. März 1892.

Großh. Kreisbauamt Gießen.

Renting. 2214

Cigarren-Versteigerung.

Donnerstag den 17., und Freitag den 18. März,

Nachmittags 2 Uhr. werden die zur Concursmaffe des W. Dietz gehörigen Eigarren im Saale des Lenz'schen Felsen­kellers gegen Baarzahlung versteigert.

F. Hoffmann, 2212 Eoncursverwalter.

Es dürfte dies besonders auch für Händler und Wirthe eine günstige Kaufgelegenheit sein.

Submission.

Die zur inneren und äußeren Herstellung des Schulgebäudes in der Neustadt, sowie zur Herrichtung verschiedener Räume im Bürger­meistereigebäude erfordert. Maurer-, Zimmerer-, Schreiner-, Schlosser-, Spengler-, Weißbinder- und Reini­gungsarbeiten sollen vermittelst Sub­mission vergeben werden.

Pläne, Voranschläge und Be­dingungen hierfür liegen aus dem Stadtbauamte zur Einsicht offen, woselbst die bezüglichen Angebote bis zum 16. l. M., Vormittags 10 Uhr, einzureichen sind.

Gießen, den 11. März 1892.

Großh. Bürgermeisterei Gießen.

Gnauth.______2250

Gnauth.

2251

Die Herstellung von 10 hölzernen Plakattaseln ist zu vergeben. An gebotssormulare werden auf dem Geschäftszimmer Nr. 5 unentgeltlich verabfolgt und sind ebendorthin ver« schlossen bis

Donnerstag den 17. März,

Vormittags 10 Uhr, einzureichen, woselbst die Eröffnung derselben in Gegenwart etwa er­schienener Bieter erfolgt.

Gießen, den 11. März 1892.

Großh. Bürgermeisterei Gießen.

Albriterslhuhgesktz

(Sonntagsruhe).

Preis I Mk. 20 Pfg.

Vorrälhig in der Buchhandlung von E. Trenckmann, Gießen, Sonnenstr. 5, am Kanzleiberg. [149

Brennholz- Verfteigerung

in den Waldungen derStadtLich.

Mittwoch den 16. März l.J., Vormittags 9 Uhr in der Forst- tuartei Hinterwald, Districten Eichwald und Mönchköpfe:

24,8 Rm. Buchen-(2 Rm.Hainbuchen- Rund-Scheiter), 4,2 Rm.Eichen-, 6 Rm. Birken» Scheiter,

34 Rm. Buchen-, 199,1 Rm.Eichen-, 8 Rm. Birken-, 4 Rm. Weichholz- Knüppel,

32 Rm. Buchen-, 215,8 Rm. Eichen- Stöcke,

750 Wellen Buchen-, 4042 Wellen Eichen-, 100 Wellen Birken- Reisig.

Zusammenkunft an der Kreisstraße Lich-Hattenrod im Eichwald bei Abz. Nr. 1241. Anfang daselbst.

Lich, am 10. März 1892. Großherzogliche Bürgermeisterei Lich. 2230] Walz.____________

Dienstag den 15., und

Mittwoch den 16. März,

Nachmittags 2 Uhr, wird das zur Hinterlassenschaft der Frau Geh. Ober Bauraih Laubenheimer Wwe., Wilhelmffratze 10, gehörige Mobiliar, als:

Tische, Stühle, SophaS, Kom­moden, Betten, Schränke, Spie­gel, Bilder, Küchengeräthe u s.w. versteigert.

Im Auftrag: 2172 F. Hoffmann.

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Hauptsache richtige Zubereitung: Die Körner mahlen und mindestens 5 Minuten kochen.

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