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Madrid, 10. August. In der Provinz Saragossa wütheten hcslige Regenstürme, die große Ueberschwemmungen herbet- sührten. Fast alle Telegraphenverbindungen Spaniens sind unterbrochen oder gestört.

London, 10. August. Das Bureau Reuter meldet aus Teheran: Die Cholera nimmt zu, 60 Todesfälle waren es gestern. Amtliche Berichte aus Astrabad bestätigen vollinhaltlich die Nachrichten vom Angriff der Kaustäden russischer Unterthanen. Drei russische Kanonenboote trafen im Hasen von Astrabad ein und landeten Infanterie und Cavallerie, um die russischen Unterthanen zu schützen.

Deptschen des BureauHerold".

Berlin, 10. August. DieVoss. Ztg." berichtet in einem Leitartikel über die Unsicherheit im Innern, unter dem neuen Curse sei es Brauch geworden, die Personensragen und Anschauungen fortwährend wechseln zu sehen, ohne einen inneren Grund zu erfahren. Den maßgebenden Kreisen fehle Sicherheit und Festigkeit. Im Volke schwinde das Vertrauen.

Berlin, 10. August. Der Minister des Innern und der Cultusminisier haben in einem Erlaß vom 6. August die Regierungspräsidenten ersucht, dahin zu wirken, daß die Communalverbände die Ueberschüsse aus der lex Huene zur Gewährung von Unterstützungen an unvermögende Schulverbände bei Volksschulbauten verwenden.

Berlin, 10. August. DerStaatsanzeiger" veröffent­licht das Gesetz betreffs Entschädigung der Reichs­unmittelbaren wegen der Aufhebung der Steuerbefreiung vom 18. Juli 1892.

Berlin, 10. August. Der Gouverneur von Deutsch- Ostasrika, von Soden, hat nach demB. T." sein Ab­schiedsgesuch eingereicht. Als sein Nachfolger hat Capitän- Lieutenant Rüdiger, der jetzige Vicegouverneur, die meiste Aussicht, gewählt zu werden. Von anderer Seite wird, derNat.-Ztg." zufolge, diese Nachricht für unbegründet erklärt, da im auswärtigen Amt nichts davon bekannt sei.

Berlin, 11. August. Die Betriebseinnahmen der preußischen Staatsbahnen sind hinter dem ersten Viertel 1891/92 um 23/10 Millionen zurückgeblieben, trotz Millionen Plus im Personen- und Gepäckverkehr. Der Grund ist der Rückgang des Güterverkehrs um 59/10 Millionen- doch ist denBerl. Pol. Nachr." zufolge nicht unbegründete Hoffnung vorhanden, daß das lausende Quartal, sowie das Ouartal ab 1. October eine aufsteigende Bewegung ausweisen wird, zum Theil infolge der gegen das Vorjahr günstigeren Ernteaussichten.

Köln, 10. August. DieKöln. Ztg." erhält Meldungen aus Moskau, wonach die Cholera dortselbst von Arrestanten eingeschleppt wurde, die aus den Choleragegenden in das große Moskauer Sammelgesängniß zur späteren Weiter­beförderung nach Sachalin eingeliefert waren. Deshalb wurde jede weitere Einlieferung untersagt. In Moskau wie in Petersburg hält das niedere Volk daran fest, die Aerzte hätten nichts verdient, deshalb hatten sie die Cholera hervorgerusen. Der Generalgouverneur Großfürst Sergei erließ einen ge­harnischten Befehl mit der Warnung vor Crawallen.

BttL.erhaven, 10. August. Heute sand eine Conserenz statt zwischen Vertretern des preußischen, oldenburgischen'und bremischen Staates über Quarantänemaßregeln gegen die Choleragefahr.

Brussel, 11. August. Die gesammte belgische Presse verurtheilt aufs schärfste die Ablehnung Frankreichs betreffs eines Schiedsgerichtes im Congostreit. Frankreich ver­höhne die demokratischen Grundsätze und vernichte die Sym­pathien Deutschlands.

London, 11. August. Die Kammer vertagt sich bis Montag. Das Cabinet Salisbury demissionirt, Gladstone geht morgen zur Königin, um die Bildung eines Cabinets zu übernehmen, Roseberry nahm das Portefeuille des Auswärtigen an.

Ostrowo, 10. August. Der Vorsitzende des Königlichen Eisenbabncommissariats Berlin, Oberregierungsrath Bensen, besichtigte im Auftrage des Ministeriums die auf dem Grenz­bahnhose Wilhelmsbrücke getroffenen Choleramaßregeln. Es wurde die Ausstellung einer Desinfectionsbaracke an der den Grenzübergang bildenden Prosnabrücke beschlossen.

Helsingfors, 10. August. Bei Hundholmen fand zwischen -en DampfernAjax" undRuneberg" ein Zusammen­stoß statt. Ersterer sank und 35 Personen ertranken. Der Dampfer war aus der Rückfahrt von einem Feuerwehrsest in Borga mit 75 Passagieren unterwegs.

totales rrnd ^provinzielles.

Gießen, 11. August 1892.

Zur Hasfia Feier. Nachstehend bringen wir noch den Wortlaut der Reden des Herrn Justizrath Bai st, des Herrn Rectors der Universität, Pros. Dr. Siebeck, des Ver­treters der Regierungsbehörde, Herrn Provinzialdirector Frhrn. v. Gagern, sowie des Herrn Oberbürgermeisters G n auth als Vertreter der Stadt aus dem großen Commers am Abend des 3. August in Steins Garten.'

Herr Justizrath Batst:

Von unseren Festleitern ist mir der ehrenvolle Auftrag ge- worden den ersten Lrinkspruch auszubringen. Eine Legitimation 9hl?h.ni Knmm°pra er meinen sechsundneunzig Semestern.

Hassia am 3. Marz 1871 brachte ich einen

°UJ b CTa rC4 welche die unseren sind und unter

welchen damals eine Anzahl (^orpsbrüder einige davon sind heute

*C 4 be" ?öl-erlampf in Frankreich mit ausgefochten hatten Es war eine große Zeit. Die hefsische Division, in welcher unsere Corpsbruder standen, führte Crbgroßherzog Ludmta die aanre Armee der greise König Wilhelm und feinflrofjer©TnfrXffi von Sieg zu Steg. Aus dem gewaltigen Ringen ging die von allen Patrioten etflrebfc Einheit des deutschen Vaterlandes?das deutsche Kaiserreich hervor Sein Begründer war neben den genannten Helden ein alter Corpsbursche. Alte deutsche Provinzen wurden jm Frankfurter Frieden dem neuen Reiche alsReich«lande" wieder

erworben. Durch das deutsche Kaiserthum wurde seit 21 Jahren der Friede nicht nur gehalten, sondern auch erhalten. Mit Recht konnte man von ihm sagen:Das Kaiserreich ist der Friede." Kaiser Wilhelm I. ist gestorben, betrauert von der ganzen Nation. Sein Waffengefährte Großherzog Ludwig von Hessen ist ihm nur -u bald in den Tod gefolgt. Der Erbe des Ersteren ist ein that- kraftiger Mann in den besten Jahren, der das Werk seines Groß­vaters mit starker Hand weiterführen will, und der schon gezeigt hat, daß er kann, was er will. Auch er hat ein Stück Altdeutschland auf friedlichem Wege dem Reiche zurückerworben und ist eben daran, mitten im Meere daraus ein Bollwerk zu schaffen, das im Verein mrt der Flotte jedem Feinde den Weg nach unseren Häfen und Küsten verlegen soll. Ein Jüngling mit viel versprechenden Gaben des Geistes und des Herzens, der während seiner Studienzeit auch unserem Corps nahegeireten war, ist als Großherzog Ernst Ludwig seinem Vater in der Regierung dieses Landes gefolgt. Wir hoffen und hegen die Ueberzeugunq, daß das Wohlwollen, das der Vater unferer Ludoviciana, ihren Instituten und Bestrebungen stets bewiesen hat, auch von dem Sohne seiner alma mater gegenüber bethätigt werden wird, daß er von seiner erhabenen Stelle herab sein Auge gnädia leuchten läßt über die Gießener Corps und so insbesondere über die Hassia. Möge seine Regierung eine lange und für die Universität wie für das Hessenland eine gesegnete sein. Wir aber, wir Hessen, stehen, möge es Friede bleiben oder Krieg uns drohen, mit alter Hessentreue zu Kaiser und Reich, zu Fürst und Vater­land:Litteris et armis ad utrumque parati. Zur Bethätigung dieser Gesinnung reiben wir auf das Wohl Seiner Majestät des Kaisers Wilhelm II. und des Großherzogs Ernst Ludwig einen Sala­mander nach alter Burschenweise. Exercitium Salamandris :c.

Rector Prof. Dr. Siebeck:

Meine Herren! Ich danke Ihnen für die freundliche Einladung, mit der Sie mich beehrt haben, und für die herzlichen Worte, die Ihr Herr Vorredners an mich zu richten die Güte hatte. Es ist vielleicht voraussichtlich das letzte Mal, daß ich als Vertreter der Universität die Ehre habe, in einer derartigen studentischen Versamm­lung zu stehen. Ich muß sagen, sie bildet einen würdigen Abschluß, indem meine Wirksamkeit gleichsam damit noch in einen volltönenden Accord ausklingt und ihre Abrundung findet. Der Rückblick aus eine Vergangenheit von 50 Jahren ist für eine Verbindung, für ein Corps in mancher Beziehung bedeutungsvoll, nicht nur für die Ver­gangenheit, sondern auch für die Gegenwart und Zukunft. ES ist eine alte Wahrheit, daß in einem ordentlichen Stück Geschichte immer auch ein Stück Urtheil liegt; und eine Verbindung, die nach 50Jabren noch besteht und nicht blos da ist, sondern die auch noch in jugend­licher Frische auf den Füßen steht und mit frohen, freudigen Augen auf wettere 50 Jahre hinauszuschauen den Muth hat, die hat allerdings gewissen Anspruch, daran zu glauben, daß sie nicht blos äußere, sondern auch innere Berechtigung beansprucht, eine derartige Verbindung hat damit immerhin den Beweis geliefert, daß sie Nutzen hat in der Gemeinschaft, deren Namen sie trägt, daß sie heraus­gewachsen ist aus Bedürfnissen, die eine nicht blos reale, sondern ideale Berechtigung haben. Sie hat ferner auch damit Anspruch darauf, sich dem Glauben hinzugeben, daß sie Interessen vertreten hat, die nicht nur einen Werth haben für die Gemeinschaft derer, die ich unter ihren Farben zusammenfiodm, sondern auch für wettere Kreise, in denen sie ihr Banner hochzuhalten beflissen ist. Ich danke den Herren bestens, daß Sie es verstanden haben, sich den Bedürf­nissen der Zeiten anzupassen und ihnen gerecht zu werden. Darum bringe ich Ihnen meinen Glückwunsch von Herzen. Aus der Rede Ihres Herrn Vorsitzenden ist mir namentlich das Eine wohlthuend entgegengetreten, daß unter den Tendenzen, die Sie hier aufrecht erhalten, im Mittelpunkt diejenige steht, Ihre Mitglieder zu Persön­lichkeiten zu bilden nach innen und außen, also nicht einseitig körper­liche Vollkommenheiten zu pflegen, sondern abgerundete, kräftige und im Leben wirksame und wirkungsvolle Persönlichkeiten heranzubtlden. Möge Ihnen das, wie es Ihnen bisher so wohl gelungen ist das beweist ja die große Zahl und die herzliche Sympathie der alten Herren, die in allen Kreisen des practtschen und theoretischen Lebens stehen und mit Ihnen in Verbindung treten möge es Ihnen ge­lingen und beschieden sein, sich auch fernerhin dieses Ruhmes erfreuen zu dürfen. In diesem Sinne freue ich mich auch Ihres Bestandes im Interesse unserer Ludoviciana. Sie bilden in derselben eine Vereinigung, die den Anspruch auf eine geachtete und hervorragende Stellung, den Sie erheben, sich zu wahren gewußt hat. Es wird auch anerkannt werden, daß Sie immer beflissen gewesen sind, außer den Freuden und Forderungen des Studentischen dabei auch Ihren wissenschaftlichen Forderungen gerecht zu werden. Wenn auch manch­mal eine Lücke im Collegienhefte bleibt, so ist das noch lange nicht o schlimm und, meine Herren, wir Professoren sind ja auch Studenten gewesen! Meine Herren! Gestalten Sie mir, Sie auszufordern, dieser Ludoviciana, an der Sie diese Stellung von jeher eingenommen haben, ein Hoch zu bringen. Unsere Ludoviciana sie lebe hoch, hoch, hoch! (Lebhafter Beifall.)

Provinzialdirector Frhr. v. Gagern:

Meine Herren! Gestatten Sie auch mir, meinen Dank auszu- sprechen nicht nur für die Begrüßung des Corps, dessen Farben ich trage, sondern auch für das Gedenken der Stelle, die ich einnehme an der Spitze der hiesigen Regierungsbehörde. Es ist mir in beiden Eigenschaften öfters vergönnt, in dem Kreise der hiesigen Corps, der hiesigen Activen mich wohl zu fühlen. Nicht nur bei großen Gelegenheiten, nicht nur bet den 50jährigen Stiftungsfesten, welche in den letzten drei Jahren ja alle Gießener Corps gefeiert haben, sondern auch im kleinen Kreise, wenn wir in unserem Vereine alter Corps- studenten im Cubiculum latinum die Activen bei uns sahen: da freuten wir uns immer, zu constatiren, daß unter den Activen des Gießener 8. C. die corpsstudentischen Tugenden, der forsche Mannesmuth, die tüchtige Disciplin und Zucht und die treue, brüderliche Anhänglichkeit stets gepflegt und hochgehalten werden. Und wir alten Herren sind mit die Ersten, denen es am Herzen liegt, diese Tugenden zu fördern und uns zu freuen, daß sie lebenskräftig gedeihen bet bin diesigen C. O.'s. Ich fordere die alten Herren auf, auf das Wodl der Activen, insbesondere der Activen der Hassia einen kräftigen Salamander zu reiben. (Langanhaltender Beifall.)

Oberbürgermeister Gnauth:

Meine Herren! Wenn der Bürgermeister dieser Stadt dankt für die Ausnahme, die Sie ihm hier bereitet haben, wenn er Sie hier begrüßt, so kann er dafür eigentlich keinen besseren, jedenfalls aber keinen beredteren Ausdruck finden als den, den unsere Bürgerschaft selbst dafür heute fchon gefunden hat. Der Schmuck der Straßen, durch die Ihr Festzug sich bewegte, die freudigste Theilnahme der Burger, die ersparen mir die Worte. So wie in ernsten Zeiten Studentenschaft und Bürgerschaft unserer Stadt sich eins gefühlt haben, so heute am Tage der Jubelfeier. Ich bin sicher, daß ich die Gesinnung weiter Kreise in unserer Stadt wiedergebe, wenn ich Sie beglückwünsche zu Ihrem heutigen Jubelfeste, an dem es Ihnen vergönnt ist, mit der Rückschau auf eine ehrenvolle Vergangenheit ju verbinden den Ausblick auf eine hoffnungsreiche Zukunft, wenn ich denHessischen Verband" begrüße beim Eintritt in die Zahl der mit eigenem Heim bi er angesessenen, aber auch grundsteuerpflich- "»en Einwohner dieser Stadt. Meine Herren! Die Errichtung Ihres (Zorpshauses bat auch den Fernerstehenden einen deutlichen ?<"eis gegeben von Ihrer Kraft, von dem Vertrauen in die Zukunft Ihrer ^ache. Und ich darf Sie wohl auch bitten, eine Bestätigung Mefer Auffassung in dem Umstand vielleicht zu finden, daß unsere Stadtverordneten-Versammlung beschlossen hat, der jungen, nach der Hohe des Berges hinaufstrebenden Straße, an der Sie Ihr schönes vc'm gebaut Haben, den Namen H-en-Straßc ,u verleihen. Ich fasse mich kurz: ©efiatten St- Ihrem Bürgermeister, dah er sein Glas leert aus das Wohl seiner akademischen Bürger, Sie leben ? boch, hoch, hoch! (Langanhaltender donnernder Beifall.)

) Herr stud. Bopp in der Eröffnungsrede,

Wir lassen hier noch den Wortlaut des Schreibens fol­gen, welches Herr Oberbürgermeister Gnauth in Betreff der Benennung derHessenstraße" an den Vorstand deS Hessischen Verbandes gelangen ließ:

An

ben Vorstand des Hessischen Verbandes z. H. des Herrn Amtsrichter Gebhardt hier.

«. freuen uns. Ihnen ergebenst mittheilen zu können, datz d» Stadtverordnetm-Dnsammlung in der Sitzung vom 28. v. M. beschlossen hat, die am Nahrungsberg verlaufende Straße R-R des BebauungsplanesHesfenstraße" zu nennen.

Wennschon die Anbringung eines eudgiltigm Straßenschildes noch nicht erfolgen kann, so wollen wir doch nicht unterlassen, Ihnen von diesem Beschlüsse heute schon Kenntniß zu geben mit der Bitte, bann zugleich einen kleinen Beweis zu erblicken für die freudige £be<Ina&me au$ der städtischen Vertretung an dem seltenen Feste, das die Haffia in diesen Tagen zu begeben im Begriffe steht, wie an der Gründung eines eigenen, schönen Heims derselben in unterer

/ Gnauth,

Oberbürgermeister.

Zur Hassiaseier. Aus Wunsch vieler Festtheilnehmer veröffentlichen wir in Ergänzung unserer früheren Berichte über die Jubiläumsfeier des CorpsHassia" an dieser Stelle die Namen der Fest- und Toastredner. Auf dem Commerse am 3. August begrüßte der Vorsitzende stud. jur. Bopp (Darmstadt) die Gäste (die Vertreter der Universitäts-, Staats-, städtischen und Militärbehörden), sowie dieAlten Herren" des sestseiernden Corps und die Delegirtcn der Übrigen Corps. Es toasteten Iustizrath« Baist (Gießen) aus Kaiser und Großherzog, Provinzialdirector Freiherr v. Gagern aus die Activen, besonders die derHassia", Rector Dr. Siebeck auf die Ludoviciana, Oberbürgermeister Gnauth auf die akademischen Bürger, Gymnasiallehrer Klein (Mainz) als officieller Festredner aus die Activen, Schulrath Büchner (Gießen) auf die Todten des Corps, die Vertreter der anwesenden fremden Corps auf dieHassia", während Pfarrer Hellwig von Büdesheim ein auf die Feier bezügliches formvollendetes Gedicht vortrug. Bei der Einweihung des Corpshaufes hielten Oberbergrath Braun, Amtsrichter Gebhardt und stud. Bopp, bei der Ueber- reichung der Festgeschenke der Corpsdamen Frau Gebhardt und Frl. Gerbode I entsprechende Ansprachen. Beim Katerfrühstück toasteten Dr. med. Martin (Sauerschwaben- heim) auf die corpsstudentischen Principien, Kammerdirector Korell (Büdingen) auf das Commerscomite, Amtsrichter Ludwig (Groß-Gerau) auf den Festvorsitzenden stud. Bopp. Beim Diner im Club hielten Ansprachen Amtsrichter Gebhardt als Clubdirector auf die Gäste, Seminarlehrer Flegler (Bensheim) auf den ältesten Gast, den 81jährigen Superintendenten Usener von Ober-Gleen, Sckulrath Büchner (Gießen) auf den ältesten anwesenden schwarz- weiß-rothen Hessen, Reichsgerichtsrath Buff von Leipzig, Decan Cellarius von Battenfeld auf die alte Heffentreue, Dr. med. Hirsch aus Oppenheim (Ehrenmitglied) auf das vivat, floreat, crescat der Hassia. An literarischen Fest­gaben sind zu erwähnen: Burschenleben, Festspiel in vier Auszügen von Schulrath Büchner, Carmen seculare nach dem Vorbilde von Gaudeamus igitur von Pfarrer Hartmann von Heddernheim. Das mit so glänzendem Erfolge zur Auf­führung gelangte Festspiel von Realschuldirector Dr. Walt er in Bingen wird in der Corpsgeschichte zum Abdruck gelangen, welche Seminarlehrer Flegler von Bensheim, der rühmlich bekannte Verfasser der Abhandlung:Die ersten Anfänge des Gießener 8. C." in denAkademischen Monatsheften",, unter der Feder hat. Auch das von Pfarrer Hellwig verfaßte Festgedicht wird in der Flegler'schen Festschrift,, welche in ihrem Schluffe eine eingehende Schilderung der- so. glänzend verlaufenen Jubiläumsfeier enthalten wird, reproducirt werden. Außer dieser Brochüre wird die Präsenzliste und das Commersbild demnächst an die Festtheilnehmer Versender werden. Noch sei erwähnt, daß Seminarlehrer Flegler, Amtsrichter Ludwig und Dr. Vogel (Laubach) zu Ehren­mitgliedern ernannt und dem Oberbergrath Braun (Darm­stadt) und Staatsanwalt Buss (Darmstadt) die Corpsschleise verliehen wurden.

Die gestern im Restaurantzum Lahnstein" statt­gehabte vierte Abonnements-Soiree des Kruseffchen Streich-Quartetts bot die gewohnte vorzügliche Ausführung eines gut gewählten Programms. Ohne uns weiter in die Einzelheiten desselben, des beschränkten Raumes wegen, zu vertiefen, können wir nur bestätigen, daß die Künstler ihr Bestes geboten und reichen Beifall vom zahlreich erschienenen gewählten Publikum ernteten. Herr Musiklehrer Huntemann,, welcher den Klavierpart übernommen, wurde demselben in jeder Weise gerecht. Die Concerte können Musikfreunden und Familien bestens empfohlen werden, umsomehr, als nur die besseren Sachen der Musikliteratur in vollendet künstlerischer Ausführung geboten werden. Bemerkt sei noch, daß die Wirthschastslocalitäten desLahnstein" bestens in Stand gesetzt, gute Kellnerbedienung engagirt ist und dadurch derw Familienbesuch zugänglich gemacht sind.

Verhaftet wurde heute Morgen ein Dienstmädchen wegen Fälschung von Legitimationspapieren (Dienstbuch)^

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Postpersonalnachrichten. Angestellt wurde der Post-- J assistent Looß in Gießen. Die Postassistenten Platt in Mainz und Karl Schneider in Gießen sind zu Ober- Postassistenten ernannt worden. Versetzt sind die Telegraphen- ! fecretäre Staack von Mainz nach Bingen und Walker von Bingen nach Mainz. Der Postverwalter Germann iw I Lindenfels ist auf seinen Antrag in den Ruhestand getreten. 1

Erledigte Lehrerftellen. Erledigt sind: Eine mit i einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der - Gemeindeschule zu Erzhausen mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Eine mit einem evangelischen Lehrer zu be­setzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wersau mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Eine Lehrerinnenstelle an bev

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