Einzelbild herunterladen

Dienstag ben 12. April

Kenerat-Anzeiger

Amts- und Zlnzeigeblatt für deu 'Kreis <5tcf$en.

Hratisöeikage: Hießener Jamitienötätter

221.

n

von

Hiernach weisen die Reserven

der Reservesonds

10 000. Mk.

die Betriebsrücklage 23000.

//

Gewinnvortrag

9 918.38

t!

1074 504.71 Mk.

42 463.62

9918.38

Annahme von Anzeigen zu her Nachmittag- für den felflmbm Tag erscheinenben Nummer bi- vorm. 10 Uhr.

5000.

5000.

//

//

Alle «nnoncm-vureaux bes In» und «u-lanbe- nehm« Anzeigen für benGießener Anzeiger^ entgegen.

beziffert sich im Werthe 291 516.55 678151.14

25614.15

78368.50

854.37

Mk.

//

aus: von Mk.

H

62603. Mk. folgende Bestände aus:

dem Reservefond

der Betriebsrücklage

5pCt. Dividende den Geschästs- guthaben

4pCt. Rückvergütung auf berech-

Bierteljähriger ZiSonnementspreiF: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg.

Redaktion, Expedition und Druckerei:

Kchntstraße Mr.7.

Fernsprecher 51.

beiterversammlungen sowie corporative Aufzüge verhindern. Die socialdemokratische Arbeiterpartei beschloß den 1. Mai demonstrativ außerhalb der Stadt zu feiern.

Paris, 9. April. In der Stefanskirche zu Roan ne kam es während der Predigt zu einem Handgemenge. Dasselbe wurde von Socialisten und Anarchisten anläßlich der Predigt, die jedoch keinerlei politischen, sondern lediglich religiösen Inhalts war, veranlaßt. Die Tumultuanten sangen revolutionäre Lieder, lärmten und pfiffen. Ein Geistlicher wurde durch einen Stockschlag verletzt.

Paris, 9. April. Der Prozeß Ravachol ist aus den 25. April festgesetzt. Quesnay de Beaurepaire vertritt die Anklage.

London, 9. April. Die Anarchisten beriefen auf Sonntag Nachmittag eine Massenversammlung im Hydepark ein, um gegen das Urtheil in dem Walsall-Dynamitprocesse zu protestiren.

Nr. 87. Erstes Blatt

tigten Maaren-Bezug 1061590.35 Mk.

Vortrag aus neue Rechnung

zus. 42 918.38 Mk.

gegenüber einem Bestand derselben Reserven bei GeschäftS- beginn im März 1890 von 15147 Mk.

Aus den weiteren Verhandlungen sei noch erwähnt, daß die^gesetzliche Revision der Centralgenossenschaft Ende Februar l. I. stattgefunden und daß über dieselbe von dem Vor­sitzenden des Aufsichtsrathes, Herrn Kreisrath Haas, Bericht erstattet wurde. Es wird constatirt, daß die Geschäftsführung im Wesentlichen zu keinerlei Beanstandung Veranlassung ge­geben habe und durchaus das Vertrauen der Genoffen verdiene. Dem Vorstande wird einstimmig Decharge ertheilt.

An Stelle des wegen Geschästsüberbürdung aus dem [ Vorstände ausgeschiedenen Herrn Jacob Schmitt-Guntersblum wird der stellvertretende Vorsitzende im Aussichtsrathe, Herr Jacob Walther XVI.-Lengfeld gewählt. Die ausgeschiedenen Mitglieder des Verwaltungsrathes: Bürgermeister Gräf- Monsheim, Carl Hahn-Wenings, L. Wörner II.-Reinheim werden wieder- und an Stelle des in den Vorstand gewählten Herrn I. Walther XIV.-Lengseld wird der aus dem Vorstande ausgeschiedene Herr Jacob Schmitt-Guntersblum gewählt.

Die auf der vorigen Generalversammlung für die Dauer eines Jahres angenommene Geschäftsordnung für den Waaren- Ankaus wird definitiv genehmigt und außerdem Beschluß über den Actiw und Passiv Credit der Centralgenossenschaft gefaßt. Aus den Verhandlungen selbst ging hervor, daß, wenn auch hier und da Klage über hohe Futtermittelpreise geführt werden, die Genossen sich doch mit den gelieferten Maaren durchaus befriedigt erklärten, es wurde dieses insbesondere auch für Sämereien, Kohlen und künstliche Dünger ausdrücklich hervor­gehoben.

Der Vorsitzende schloß die interessanten Verhandlungen mit einem Hinweis auf die Erfolge, welche auf dem Gebiete des gemeinsamen Einkaufs früher durch den Verband und jetzt durch die Centralgenossenschaft erzielt wurden und der Mahnung, mit Fleiß und Energie in der bewährten Richtung weiter zu arbeiten; der Erfolg würde dann aus Seiten der Centralgenossenschast bleiben ungeachtet der mancherlei An­griffe, welche das landw. Genossenschaftswesen in Hessen gerade in letzter Zeit habe erfahren müssen.

Ausland.

Budapest, 9. April. Dem Vernehmen nach wird die 'Staatspolizei die Feier des 1. Mai nicht gestatten, Ar-

Derselbe hat dem Werthe nach gegen 1890 um ca 15000 Mk. zugenommen, dem Quantum nach bei sv.< suttermitteln und Kohlen etwas ab-, bei Hülfsdüngern cm as zugenommen. Es wird hervorgehoben, wie die Thatsache,' daß der Gesammtbezug sich auf der Höhe des vorigjährigen gehalten, um so schwerer ins Gewicht falle, als die Zahl der der Centralgenossenfchaft angehörigen Vereine am Ende des Berichtjahres erst 97 betrage gegenüber einer Zahl von 142 Consumvereinen, die Ende 1889 noch dem Verbände der Consumvereine angehört hatten und deren Bestellungen in 1890 zum größeren Theile noch mit ausgesührt worden waren. Es wird diese Erscheinung zu Gunsten der neuen Organi­sation ausgelegt, die es ermöglicht habe, in intensiverer Weise als früher zu arbeiten.

Das Kraftfuttermittel-Geschäft habe in dem abgelaufenen Jahre die größten Schwierigkeiten geboten, da mau es mit stets steigenden Preisen bis gegen Ende des Wahres zu thun hatte. Die Geschäftsordnung bedinge die Berechnung eines mäßigen Tagespreises und es wird an der Hand der Frankfurter Marktberichte für Kleie und Trockentreber und der Hamburger Berichte für Palmkuchen nachgewiesen, daß die von der Centralgenossenschast in Ansatz gebrachten Preise sich stets erheblich unter den Marktpreisen dieser beiden für die betreffenden Maaren in unserem Lande maßgebenden Handelsplätze gehalten haben; die Verwaltung sei allerdings gezwungen gewesen, der steigenden Preisbewegung zu folgen und es fei dieser Conjunctur der außergewöhnlich hohe Gewinn, der erzielt worden ist, zu verdanken. Der letztere beträgt nach der vorliegenden Bilanz 62 603 Mk. T)ie Vorschläge des Verwaltungsraths und Vorstandes zur Verwendung des Reingewinnes werden einstimmig angenommen und fallen demgemäß zu:

2(mtlid?er Theil.

Bekanntmachung,

betreffend: Maul- und Klauenseuche im Kreis Friedberg.

3n Staden ist die Maul- und Klauenseuche erloschen und die Gehöftsperre aufgehoben; in Melbach dagegen der Ausbruch der Seuche amtlich festgestellt und seitens des Groß- herzogl. Kreisamts Friedberg Gehöftsperre verfügt worden.

Gießen, den 9. April 1892.

Grobherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Gagern.

Es waren 28 Vereine und Genossen vertreten und es nahmen etwa 50 Personen an den Verhandlungen Theil. Zu den Gegenständen der Verhandlung übergehend, ertheilte der Vorsitzende zunächst Herrn Director Dr* Heidenreich das Wort zur Erstattung des Geschäftsberichts. Von den Ausführungen fei hier das folgende hervorgehoben:

Das Jahr 1891 schloß mit einem Mitglieder st and von 97 Genossen gegenüber 85 am Beginne des Jahres. Die Geschästsantheile sind von 85 aus 143 gestiegen und die G e s ch ä s t s g u t h a b e n von 4420 auf 10600 Mk. ; die Haftsumme der Genossen von 42500 auf 71 500 Mk.

Der Gesammt-Waarenbezug

Deutsches Reich.

Berlin, 9. April. Das Programm für den Mitte Mai bevorstehenden Besuch unseres Kaiserpaares in Stettin und Danzig ist nunmehr festgestellt worden. Es erhellt hieraus u. A., daß die Majestäten in der Zeit vom 15. bis zum 17. Mai in Danzig verweilen werden, was dieNordd. Allg. Ztg." zu der Bemerkung veranlaßt, daß hiermit das Gerücht von einer geplanten Begegnung zwischen Kaiser Wilhelm und dem Czaren in Danzig keineswegs an Wahrscheinlichkeit gewinne. Unwahrscheinlich sei eine solche Begegnung wenigstens auf der Rückreise des Czaren von Kopenhagen schon deßhalb, weil das Ehejubiläum des dänischen Kömgspaares erst auf den 26. Mai falle. Jedenfalls bleibt auch dem jüngsten Gerücht bezüglich einer geplanten Zusammenkunft zwischen dem deutschen und dem russischen Kaiser gegenüber die äußerste Zurückhaltung geboten.

Die ausgetauchten Gerüchte über eine neue Mili - tärvorlage, welche dem Reichstage in seiner nächsten Session gemacht werden soll, scheint eines thatsächlichen Unter­grundes nicht zu entbehren, obwohl die bezüglichen Meldungen noch unsicher genug Hingen. Wie dieVoss. Ztg." wissen will, sollte die angekündigte Militärvorlage dem Reichstage noch in den letzten Tagen seiner verflossenen Session zugehen und sei lediglich auf Befürworten des Reichskanzlers vertagt worden. Es hätten über die Vorlage eine größere Anzahl von Erörterungen einer speciellen Commission unter dem persönlichen Vorsitz des Kaisers stattgefunden. Allgemeiner Ansicht zufolge handelt es sich bei der signalisirten Militär­vorlage um die Ausnutzung der steigenden Bevölkerungsziffer des Reiches zur Stärkung der Wehrkraft, wie dies der Reichskanzler schon im Reichstage gelegentlich angebeutet hat. Hoffentlich wird man in der Zwischenzeit bis zum Wieder­zusammentritte des Reichstages Näheres in dieser Sache erfahren.

Bekanntlich hat der Bundesrath in voriger Woche dem vom Reichstage so gut wie einstimmig ange­nommenen Gesetze, betreffend die Unterstützung der Familien von zu Friedens Übungen eingezogenen Mann­schaften des Beurlaubten st andes endlich zugestimmt. Bei der Bedeutung des Gesetzes für weite Volkskreise darf man wohl erwarten, daß seiner Ausführung nunmehr keine weiteren Hindernisse bereitet werden, so daß es vom 1. Juli 1892 ab ohne Weiteres in Kraft treten kann.

In Belgien rüstet man sich auf allen Seiten zu den auf Grund des neuen Wahlgesetzes zum ersten Male vorzunehmenden allgemeinen Parlamentswahlen. Bei denselben wird es sich in der Hauptsache wiederum um ein Ringen zwischen den Liberalen und den Clericalen handeln, von seinem Ausgange hängt es ab, ob die jetzige clericale Herrschaft in Belgien noch weiterhin bestehen oder aber besei­tigt werden wird. In voller Würdigung der Schwere dieser Entscheidung haben sich jetzt die beiden Flügel der liberalen Partei Belgiens zu gemeinsamem Vorgehen im Wahlkampfe entschlossen und sich über die Ausstellung einer gemeinsamen Candidatenliste bei gegenseitiger Achtung der Programme ge- einigt. Zweifellos sind hiermit die Aussichten für die belgi feben Liberalen in dem bevorstehenden Wahlfeldzuge erheblich gestiegen.

Potsdam, 9. April. Der Kaiser traf Vormittags um 9 Uhr ein, besichtigte die Leibcompagnie, die erste, dritte, fünfte und neunte Compagnie des ersten Garderegiments im Lustgarten. ~ Der Besichtigung wohnten zahlreiche fremd­ländische Offiziere bei. Hieraus nahm der Kaiser an der Frühstückstafel im Osfiziercasino des ersten Garderegiments Theil. Nachmittags sand die Grundsteinlegung der Kaserne der Leib-Escadron der Gardes-du-Corps statt.

Der >e)dgcr erscheint täglich, mit Ausnahme de- MontagS.

Die Gießener P-Mttteu-kLlt-r werden dem Anzeiger wßchentlich dreimal beigelegt.

72 420 Ctr. Hülssdünger

114 403,54 Ctr. Kraftsuttermittel

118,5 Sämereien

526 Doppelwaggons Kohle» Diverse Maaren

jus.

Nereefte Nachrichten

relegraphiicheS Sorrelpondenz-Bureaa

Berlin, 10. April. An der heutigen Frühstückstafel beim Kaiser paar nahmen unter anderen Gras Waldersee und der Abgeordnete Rauchhaupt Theil.

Berlin, 10. April. Von den bei den hiesigen Straßen- crawallen am 25. u. 26. Februar Betheiligten verurtheilte die Strafkammer acht wegen Landsriedensbruchs zu 15 bis 38 Monaten Gesängniß, die übrigen wegen Betheiligung an Auflauf und Widerstand zu zwei bis zwölf Monaten Ge- fängniß, einen wegen Majestätsbeleidigung und Beleidigung der Schutzmannfchaft zu zwei Jahren Gefängniß.

Paris, 10. April. Wie aus Compiögne gemeldet wird, explodirte dort gestern eth mit Pulver angefülltes Zinn­rohr, welches auf ein Fensterbrett in der Wohnung des Prä- fibenten des Gerichtshofes gelegt war. Menschen wurden nicht verletzt. Man glaubt, daß es sich bei dem Attentat um einen Racheact von Wilddieben handle.

Paris, 10. April. Nach einer Meldung aus Buenos- Ayres findet daselbst heute die Wahl der Bürger statt, welche den Präsidenten wählen sollen. Die Radicalen hatten beschlossen, sich der Wahl zu enthalten. Der Belagerungs­zustand werde für den heutigen Wahltag aufgehoben werden.

Depeschen bcSBureau Herold".

Berlin, 11. April. Gestern, Sonntag, wurden in zwei i hiesigen Wahlkreisen socialdemokratische Flugblätter in vielen tausenden Exemplaren verbreitet. Die Polizei sistirtc einzelne der Verbreiter, ließ dieselben aber nach Feststellung ihrer Personalien ungehindert. -

Berlin, 11. April. Die juristische Gesellschaft wählte den Reichsbankdirector Koch zum ersten Vorsitzenden wieder. Koch hatte gebeten, wegen seiner vielen Amtsgeschäfte von seiner Wahl abzusehen, fügte sich aber dem lebhaften Wunsche der Versammelten.

Wien, 10. April. Die Nachricht eines polnischen Blattes, der Deutsche Kaiser werde an den galizischen Manövern theil- nehmen, wird osficiös dementirt.

Centralgenossenschast der hessischen landw. Consumvereine.

Darmstadt, 6. April 1892.

Die zweite ordentliche Generalversammlung der C e n t r a l- I genossenschaft der Hess, landw. Consumvereine wurde am Samstag den 2. l. Mts. im Darmstädter Hof I dahier, unter Vorsitz des Herrn Kreisrath Haas-Offenbach, abgehalten.