Newyork, 8. October. Das schöne Wetter beseitigt die Befürchtungen wegen der Baumwoll-Ernte des Südens, indetz bleiben die Ernteberichte wenig befriedigend, trotzdem tritt die Neigung zum Verkauf schärfer hervor. Die auswärtigen Käufer halten zurück. Die von den Pflanzern zurückgehaltenen Vorräthe kommen jetzt an den Markt. Die Berichte aus den Memphis- und Miflouridistricten sind gut.
Ueucfk Nachricht»«*.
Depeschen deS Bureau „Herold".
Berlin, 10. October. Die „Post" erfährt von bestunterrichteter Seite, der Herzog von Cumberland werde wegen des seinem Vater gegebenen Gelübdes nicht aus Hannover verzichten, sondern abdiziren, um seinen Sohn in die Lage zu setzen, den Verzicht zu erklären und dann von Braunschweig Besitz zu nehmen.
Hamburg, 10. October. Neu angemeldet wurden 14 Erkrankungen und 5 Todesfälle. Oeffentliche Versammlungen werden gestattet.
CocaU» ttnt provinzieller.
Gießen, 10. October 1892.
— Oeffentliche Sitzung deS Provinzial-Ausschusses der Provinz Oberheffen am 8. October 1892. Anwesend: der Vorsitzende Großh. Provinzialdirector Frhr. von Gagern, die Mitglieder Curtman, Fendt, Gnauth, Dr. Gut- sleisch, Schade, Stöpler und Trapp. 1. Gelände- Enteignung behufs Erbauung einer Dienstwohnung für den Director der neuen akademischen Kliniken. Die Enteignung einer zur Anlegung der Zusuhrstraße und Arrondirung des Gartens des Verwaltungsdirectors weiter nöthigen, dem Gg. Simon gehörigen Fläche, wurde ausgesprochen. — 2. Gesuch des Assor Adler III. zu Alt-Wiedermus um Erlaubniß zum Wirthschastsbetrieb. Der von p. Adler gegen bas, die nachgesuchte Erlaubniß versagende Erkenntnitz des Kreisausschusses Büdingen verfolgte Recurs wird als unbegründet abgewiesen. — 3. Recurs der Brüder Herz und Michael Kahn in Ranstadt. Die Genannten erhoben gegen einen Polizeibefehl, der die Beseitigung einer, ohne Beachtung der festgesetzten Baufluchtlinie errichteten Einsriedigungsmauer verlangte, Widerspruch. Die Verhandlung ergab, daß zur Einhaltung der Fluchtlinie die Erwerbung eines der Gemeinde gehörigen Geländestreisens nöthig gewesen wäre. Der Polizeibefehl Großh. Kreisamts Büdingen wurde ausgehoben.— 4. Das Gesuch des Levi Rothschild von Echzell um Er- laubniß zum Verkauf von Branntwein über die Straße war vom Kreißausschusse des Kreises Büdingen wegen mangelnden Bedürfnisses abschlägig beschieden worden. Der Gesuchsteller hat hiergegen recurrirt und daraus hmgewiesen, daß es sich nur um Uebergang des concessionirten Branntweinverkaufs von seinem Vater auf ihn handle. Dem Recurse wird statt- gegeben. — 5. Louis Hinkel zu Bisses will die bisher von seiner Mutter betriebene Wirrhschast weitersühren. Der Gemeinderath verneinte die Bedürfnißfrage und lehnte demzufolge de^ Kreisausschuß des Kreises Büdingen die Concesstons- ertheilung ab. Rechtsanwalt Katz dahier sungirte als Vertreter des Louis Hinkel und sprach sich dahin aus, daß die Verneinung der Bedürfnißfrage seitens des Gemeinderaths der Begründung entbehre. Das Erkenntniß des Kreisausschusses wurde ausgehoben. — 6. Heinrich Ludwig Culman aus Dauernheim, welcher ein gemischtes Waaren- geschäst betreibt ■ und die Erlaubniß zum Branntweinverkauf über die Straße besitzt, will nebenbei eine Schankwirthschast errichten. Das Kreisausschußurtheil versagte die nachgesuchte Concession wegen mangelnden Bedürfnisses. Die eingelegte Berufung wurde abgewiesen.
— Provinzial Ausschußfitzuug. Am 15. October, 9 Uhr Vorm., findet im Regierungsgebäude in Gießen eine öffentliche Sitzung des Provinzial Ausschusses mit folgender Tagesordnung starr: 1. Antrag der Stadt Gießen aus Enteignung von Gelände behuss Ausbaues der Löberstraße. 2. Gesuch der Brauereifirma Friedel und Asprion zu Gießen um
Nun, wenn ich mit ihm Zusammentreffen sollte, Geliebte, ich würde für seine Schonung sorgen."
Sie sah ihn dankbar an und drückte ihm die Hand. Der alte Herr Vilneuve aber wiederholte:
„Gott wird alles wohl machen!"
Die Zeit des Urlaubs war um, Arthur mußte ausbrechen - die Kutsche suhr vor.
„Wir gehen nach Marseille zu Verwandten," sagte beim Abschied Herr Vilneuve, „schreiben Sie ruo du mer Nr. 328. Adieu, leben Sie wohl und bleiben Sie gesund."
Cäcilie war bleich wie der Tod beim Abschiede und Arthur wie zerschmettert. Noch einen heißen Kuß tauschten die Liebenden und dahin rollte die alte Landkutsche mit dem Theuersten, was Arthur vom Busch aus Erden zu besitzen glaubte. Jetzt trug Cäcilie auch Arthurs Ring am Finger.
Dahin, dahin aber war das schöne Mädchen, und Arthur stellte sich an jedem Tage wohl tausendmal die Frage, ob er sie je Wiedersehen werde. Der treue Bursche Berger hatte in diesen Tagen seine liebe Noth mit seinem Herrn, den er kaum einen Bissen, kaum einen Trunk genießen sah.
„Die Liebe bereitet Freude, Die Lrebe macht uns Pein; Sie flicht ins Haar uns Rosen Und windet Dornen drein, so sagt ein neuerer Dichter," meinte Arthur, „und er hat recht."
Arthur war jetzt in das Stadium getreten, wo er über die zweite Hülste jenes Verses tagelang grübeln konnte
„Ich will mich drein versenken
Und bin für Ewigkeiten Dein!"
(Fortsetzung folgt.)
Gestattung des Betriebs einer Dampfmaschine bezw. einer Eis- und Kühlmaschine.
— KreiSausschußfitzungev. Am 12. October Vorm., 9 Uhr, findet im Regierungsgebäude zu Gießen eine öffentl. Sitzung des Kreisausschusses mit nachfolgender Tagesordnung statt: 1. Recurs des Friedrich Benz le r von Gießen gegen einen Polizeibefehl wegen Errichtung von Brandmauern. 2. Die Unterbringung des Karl Schmalz zu Grüningen in eine Erziehungsanstalt. — In der auf 'den 15. October, Nachm. 3 Uhr anberaumten öffentlichen Sitzung kommt zur Verhandlung die Reclamation gegen die Bürgermeisterwahl zu Bellersheim.
— Von der Universität. Professor Dr. Schmidt wurde auf Nachsuchen seines Dienstes entlassen und an seine Stelle Professor Reitzenstein-Rostock zum ordentlichen Proseffor in der philosophischen Facultät der Landesuniversität ernannt.
— Die Nr. 21 des im Austrage des Evang. Psarr- vereins im Großherzogthum Hessen von Herrn Pfarrer Dr. Naumann hier herausgegebenen „Hessischen Kirchenblattes" hat folgenden Inhalt: 1. Worte zu ernster Selbstprüsung. 2. Das Vaterunser. 3. Hessische Theologen im Auslande. Bitte. 4.^Nachtrag zu: Versorgung der Psarrwaisen. 5. Der evangelischHPfarrer und die Kunst (Fortsetzung). 6. Die Delegirtenversammlung der deutschen Psarrervereine in Wittenberg. 7. Hauptversammlung des Psarrvereins für das Groß- herzogthum Hessen. 8. Ausschuß-Sitzung sür Oberhessen. 9. Bericht über die Zusammenkünfte von Pfarrvereinsmitgliedern. 10. Zusammenkünfte der Pfarrvereinsmitglieder. 11. Quittung über eingegangene Gelder. 12. Anzeigen.
— Im Hotel Victoria dahier waren gestern Nachmittag die dem Kreis Gießen angehörigen Mitglieder des Landes- Ausschusses sür die Errichtung eines Denkmals weiland Seiner Königlichen Hoheit des Grobherzogs Ludwigs IV. nahezu vollzählig vereinigt, um sich zu gedachtem Zweck als Ausschuß für den Kreis Gießen zu constituiren. Nach Einsetzung eines Executivcomites, bestehend aus den Herren Provinzialdirector Freiherr von Gagern, Oberbürgermeister Gnauth und Rechtsanwalt, Reichs- und Landtags-Abgeordneten Dr. Gutfleisch, und Bestellung eines Schatzmeisters wurden im Wesentlichen die Bildung von Ortsausschüssen für die Städte und größeren Gemeinden, sowie die Wahl von Vertrauensmännern in den übrigen Gemeinden des Kreises verabredet, und die danach im Einzelnen zu erlassenden Publikationen 2c. festgestellt.
— Das gestrige Nikita Concert im Saale des Gesellschafts-Vereins war nur mit dem Prädicat als „ganz vorzüglich" zu bezeichnen. Wir erinnern uns kaum, eine solch jugendsrische, außerordentlich geschulte Stimme gehört zu haben. Auch die beiden Partner des Fräuleins, die Violin- und Clavier-Virtuosen, leisteten in ihrem Fache ebenfalls recht Gutes. Wir behalten uns vor, in nächster Nummer eingehend über das Concert zu reseriren.
— K. Theater. Vor einem sehr gut besetzten Hause ging gestern Mosers „Bibliothekar" in Scene und entfesselte bei den empfänglichen Hörern wahre Stürme des Beifalls, die besonders vor den Actschlüssen sich einstellten. — Gespielt wurden die Hauptrollen von Herrn Reiners („Schneider Gib- son"), Frau A. Reiners („Edith"), Frl. L. Coppe („Eva") und Herrn Martiensen („Macdonald d. Aeltere"). In den kleineren Rollen waren thätig die Damen Coppe und Ganzenmüller, die Herren Roscheck, Stückel, Born und Weisel.
— Die aus Oswalds Garten befindliche Falk'sche Menagerie erfreut sich recht zahlreichen Besuchs uno bietet allen, sich für Raubthiere Jnteressirenden Stoff zu Studium und Betrachtung. Einen Hauptanziehungspunkt bildet die Dressur junger Löwen in Gemeinschaft mit einem Königstiger. Die Thiersammlung ist sehr zahlreich, in schönen, gutgehaltenen Exemplaren vertreten und kann deren Besichtigung bestens empsohlen werden.
— Verhaftet wurde gestern ein Commis, der tn dem Geschäfte seines Prinzipals über 350 Mk. unterschlagen hatte, heute Morgen ein Fremder wegen Zechprellerei.
— Die Hauptversammlung deS Hilfs Vereins im Groß, herzogthum Heffeu für Krankenpflege und Unterstützung der Soldaten im Felde findet Montag den 17. October, Nachmittags halb 4 Uhr im Damensalon des Darmstädter Saalbaues statt.
— Kirchliche Dieuftuachrichten. Seine Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 20. August dem Mitprediger Karl Kleeberger zu Schotten die erste luth. Psarrstelle zu Groß Umstadt, — am 26. August dem evang. Pfarrer Otto Wifsig zu Lampertheim die evang. Psarrstelle zu Bad Nauheim, — am 29. August dem evangel. Pfarrer Wilhelm Zentgraf zu Reichenbach die evangel. Psarrstelle zu Eberstadt, — am 30. August dem Psarrverwalter Theodor Römheld zu Güttersbach die evangelische Psarrstelle daselbst, — am 31. August dem Psarrverwalter Ferdinand Naumann zu Kirch-Brombach, aus Präsentation des Herrn Fürsten zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg und des Herrn Grasen von Erbach-Schönberg die evang. Psarrstelle zu Kirch-Brombach, — am 7. September dem Psarrverwalter Carl Günzer zu Londors die evangel. Psarrstelle zu Ober-Beerbach, — am 13. September dem Psarrverwalter Georg Heinrich Port zu Gelnhaar die evangel. Psarrstelle zu Homberg a. d. O., — am 17. September dem Psarrverwalter Wilhelm Briegleb zu Zotzenheim die evang. Psarrstelle daselbst zu übertragen. Am 27. August wurde dem Caplan und Religionslehrer Otto in Mainz die katholische Psarrstelle zu Armsheim, — am 12. September wurde dem Pfarrer Blankenberger zu Dals- heim die kathol. Psarrstelle zu Gundersheim, mit Wirkung vom 20. September an, — an demselben Tage wurde dem Religionslehrer Kemmerer zu Worms die katholische Pfarr- stelle zu Hirschhorn, — am 16. September wurde dem Psarrverwalter Glllig zu Zornheim die kathol. Pfart stelle daietbsi, — am 20. September wurde dem Beneftztums
i Verwalter Litzendorf zu Heppenheim a. d. B. die katholische i Psarrstelle zu Gundheim übertragen.
— Thierschutzvereiu für da8 Großherzogthum Heffeu Der am Samstag Nachmittag in Darmstadt zu einer aus den drei Provinzen des Landes besuchten Sitzung zusammengetretene Ausschuß des Thierschutz-Vereins sür das Großherzogthum Hessen hat einstimmig beschlossen, Stellung zu nehmen gegen die Thierquälerei bei dem „Distanzritt Berlin—Wien", und die Redaction des Vereinsorgans beauftragt, dieser Stellungnahme in der Novembernummer gebührenden Ausdruck zu geben.
— Kartoffelpreise. Man hört jetzt vielfach die Ansicht äußern, bei dem diesjährigen Ausfall der Kartoffelernte sei ein weiterer Rückgang der Kartosselpreise mit ziemlicher Gewißheit anzunehmen und man thue gut daran^ mit der Deckung des Winterbedarss noch einige Zeit zu warten. Demgegenüber möchten wir darauf Hinweisen, daß bei der gegenwärtigen Rauhfutternoth die Kartoffel zu Viehsutterzwecken in sehr erheblichem Maße herangezogen wird, und nach dem jetzigen ersten starken Angebot, welches vielfach aus den Mangel an Lagerräumen zurückzusühren, auf einen weiteren Preisrückgang schon deshalb nicht zu rechnen, weil der hohe Selbft- bedarf des Landwirths die Vortheile einer guten Ernte wieder ausgleicht. Es dürste sich demnach empfehlen, jetzt zuzugreisen und den Winterbedarf an Kartoffeln so rasch als möglich zu decken.
** Bettenhausen, 8. October. Bei der heute hier stattgehabten Beigeordnetenwahl wurde der Landwirth Heinrich Roth III. mit 57 Stimmen einstimmig gewählt.
Laubach, 7. October. Bei der heutigen Bürgermeisterwahl wurde der bisherige Bürgermeister Jochem trotz lebhafter Gegenagitation mit 189 Stimmen wiedergewählt. Der Gegencandidat, Vorschußkasserechner Göbels erhielt 114 Stimmen.
S. Trais Horloff, 9. October. Nachdem auf hiesiger Briquettssabrik „Grube Friedrich" eine Anzahl Arbeiter, vorzugsweise auswärtige, entlassen wurden, ist die Ruhe wieder hergestellt und wurden die Arbeiten wieder ausgenommen.
-n- Lauter, 8. October. Bei der heutigen Bürger- meiste rwahl wurde der seitherige Bürgermeister Feldmann einstimmig wiedergewählt.
§ Kaulstoß, 8. October. Bei der heute hier stattge-- fundenen Bürgermeisterwahl wurde unser seitheriger Bürgermeister Heinrich Lust einstimmig wiedergewählt.
§ Nieder Moos, 7. October. Als Gemeinderathsmitglieder wurden gewählt: Konrad Rühl, Post-Agent und Gastwirth, Caspar Eurich, Schreinermeister und Johannes Hofmann II.
§ Sichenhausen, Kreis Schotten, 8. October. Gestern sand hier Bürgermeisterwahl statt, wobei unser seitheriger Bürgermeister Heinrich Appel wieder einstimmig mit 44 Stimmen gewählt wurde.
— Altenstadt, 7. October. Dem Oeconomen H. im benachbarten Bönstadt sind bei einem angelegten Brande etwa 500 Gentner Heu theils mehr oder weniger beschädigt worden.
-h. Butzbach, 9. October. Der in weiteren Kreisen (speciell in Gießen durch seine Bestellgänge) bekannte Bote Schön, ein äußerst braver Mann, hatte vergangenen Donnerstag das Unglück, beim Nußabmachen vom Baume zu stürzen und zog sich derselbe so schwere innere Verletzungen zu, daß seine Uebersührung in das Johanniter-Spital nach Nieder- Weisel erfolgen mußte. Der Zustand des Verunglückten soll ein sehr hoffnungsloser sein.
m. Butzbach, 9. October. Folgendes heitere Stückchen wird hier viel belacht. Im benachbarten H. (am Hausberg) kommt in einer der letzten Nächte der Nachtwächter zu dem Bürgermeister gelaufen mit dem angstvollen Rufe, daß in dem Garten der Wirthschast B. ein wildes Thier, jedenfalls ein Wildschwein, sei. Einige beherzte Männer bewaffneten sich mit Heu-, Mistgabeln 2C., um das wilde Thier unschädlich zu machen. Und was war die Ursache der Aufregung?' ein Korb, der durch den Sturm hin- und hergeschleudert wurde. Unter allgemeiner Heiterkeit zog die tapfere Schaar wieder zur nächtlichen Ruhestätte.
A. Bürstadt im Ried, 9. October. Heute hat hier N a ch- kir ch weihe sein sollen, der ganze Ort hat jedoch die Tanz- erlaubniß für ein volles Jahr entzogen bekommen, weil seit einer Reihe von Jahren bei jeder Gelegenheit die schwersten Verwundungen, sehr oft auch Todtschlag oder schwere Körperverletzungen mit tödlichem Erfolge vorzukommen pflegen. Genau vor zehn Jahren erstach der hiesige Schuldiener den Geistlichen. Ersterer kam vor einiger Zeit aus dem Zuchthause untf erhängte sich aus den Jahrestag seiner Miffethat. Die Messerhelden von Bürstadt sind in der ganzen Prov'nz berüchtigt. In dem benachbarten Bobstadt schossen sie kürzlich auf einen Sonntag einen Mann nieder, der an dem entstandenen Streite gar nicht betheiligt war. Beim Militär werden sie stets unter besondere Aussicht genommen. — Vergangenen Sonntag verlor ein junger Mensch von 17 Jahren das Leben, indem er sich beim Kirchweihtanze mit seinem Gegner wegen einer Tänzerin entzweite. Der Letztere lauerte dem Ersteren mit einigen Helfershelfern auf, stach ihm in den Oberschenkel, wodurch eine Schlagader getroffen wurde und Verblutung entstand. Nicht genug damit, traten die Helfershelfer dem Angegriffenen auch noch die Brust ein und ließen den Gemordeten in einer Blutlache liegen, wo er als Leiche gegen Tagesanbruch gesunden wurde. Die ganze Gegend- ist empört über die scheußliche Blutthat. Meistens sind es unzeitige Bürschchen, noch nicht 20 Jahre alt, welche die Missethaten verüben. — Gestern kamen hier zwei heftige Brechdurchfälle vor, welche mit Tode endigten.


