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gegangen, und hoffentlich haben auch die drei Eisheiligen der lausenden Woche ein billiges Einsehen und verschonen uns mir Allem, was in den Winter gehört.
§ Aus dem südlichen Vogelsberg, 9. Mat. Die Holz- ver st eigerungen sind wieder zu Endelgegangen. In den Waldungen hiesiger Gegend hat der Preis für Brennholz nicht die Höhe erreicht, wie solcher von anderen Gegenden der Provinz gemeldet wurde. Am niedrigsten zeigte er sich bei den letzten Holzversteigerungen (anderen Orts war er dort gerade am höchsten). Durchschnittlich galten Buchenscheitholz I. Qual, der Rm. 4—4,20Mk., II. Qual. 3,20—3,40 Mk., Buchenprügel 4 Rm. 11,40—13 Mk., Buchenreisig 6 Rm. 2—2,50 Mk. Die Fichtenprügel waren dagegen viel höher im Preise, weil sie einen gesuchten Gegenstand für Papierfabrikation bilden- der Raummeter wurde mit 7 Mk. bezahlt. Größere Partien dieser Holzgattung waren auf dem Sub- miffionsweg pro Rm. zu 7,10 Mk. abgegeben worden. Bei den ersten Holzversteigerungen hatte der Rm. Buchenscheitholz circa 6 Mk., der Rm. Stöcke 2—3 Mk. gegolten.
Darmstadt, 9. Mai. Der Senatspräsident des hiesigen Oberlandesgerichts, Eckstein, ist heute Morgen nach langen Leiden im 76. Lebensjahre gestorben. Eckstein war früher Hosgerichtsrath in Gießen.
Worms, 7. Mai. Auf Anregung des Frhrn. v. Hehl constituirte sich gestern Abend ein Verein für gesunde und billige Arbeiterwohnungen. Der Verein ist in Form einer Actiengesellschast gedacht.
Auerbach, 8. Mai. Noch weit schlimmer als mit bloßem Undank wurde der Schuhmachermeister Adam Bauer von
blendenden Schmuck des Winters, aber dieser war doch von sehr kurzer Dauer. Einen eigenthümlich reizenden blick gewährte der grünbelaubte und beschneite Wald. An
Gewerbeordnung betr.- hier insbesondere die Regelung der SonntagSseier im Handelsgewerbe.
• — Einbruch. Gestern Nachmittag ifarbe in einem Hause in der Dammstraße eingebrochen und einer armen Frau 3 Mk. entwendet. Der Polizei gelang es, den muthmaßlichen Thäter gestern Abend noch hinter Schloß und Riegel zu bringen.
— Kirchliche Dieustnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 14. April dem Pfarrvicar Ludwig Schäfer zu Wersau die ev. Psarr- stelle zu Dorheim, an demselben Tage dem Psarrverwalter Ludwig Reinhardt zu Wörrstadt die ev. Pfarrstelle daselbst zu übertragen.
— Erledigte Lehrerstelle. Erledigt ist: Eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Horchheim, Kr. Worms, mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden jährlichen Gehalte von 1000 bis 1400 Mk.
+ Lich, 9. Mai. In letzter Nacht wurde Herrn Stationsvorsteher Burg auf dessen in nächster Nähe des Bahnhofs gelegenen Bienenstände eine Doppelwohnung mit zwei Völkern gestohlen. Auf demselben Stande wurden vor zwei Jahren aus einer Wohnung mehrere mit S3rut gefüllte Waben entwendet.
— Lich, 9. Mai. lieber die Leistungsfähigkeit eines hiesigen jungen Mannes im Essen möge folgende Probe dienen. Derselbe vertilgte nämlich in Folge einer eingegangenen Wette zuerst fünf Portionen Fleischwurst mit den dazu gehörigen Rationen Brod, nahm dann sofort das Nachtessen zu sich und verspeiste hierauf noch acht Brödchen.
Bad-Nauheim, 5. Mai. Im Laufe dieser Woche sind in unserer so segensreich wirkenden Kinderheilanstalt „Elisabethhaus" bereits wieder ca. 90 Kinder, größtenteils aus dem Großherzogthum Hessen gebürtig, eingetreten. I Sämmtliche Plätze der vier Curperioden sind bis aus einige I soweit vergeben und ist dies ein tatsächlicher Beweis, wie I die Errichtung einer solchen Heilanstalt ein unbedingtes Be- I dürsniß war.
Localer und provinzielles.
Gießen, 10. Mai 1892.
— Tagesordnung für die Sitzung der Stadverordneten Donnerstag den 12. Mai 18 92, Nachmittags 4 Uhr: 1. Das Ableben des Geh. Rathes Pros. Dr. A. W. v. Hofmann in Berlin. 2. Gesuch des Balth. Strauch um Erlaubmß zur Herstellung einer Einfriedigung in der Bleichstraße. 3. Die allgemeine Bauordnung - hier: verschiedene Einfriedigungen an der Frankfurterstraße. 4. Gesuch des H. Schaff- staedt um Überlassung von Böschung des Stadtbachs. 5. Gesuch der Fritz Lony Wittwe um Ueberwölbung des Schoorgrabens neben ihrem Hause an der Dammstraße. 6. Die Errichtung einer Zapfstelle für Quellwafferversorgung aus dem Friedhöfe. 7. Das Stadtknabenschulgebäude,- hier: die Anlegung eines Schulgartens. 8. Erlaß einer Feuerlöschordnung für die Stadt Gießen. 9. Die Ausführung des Reichsgesetzes vom 1. Juni 1891, die Abänderung der
Schtffsnachrichten.
Hamburg, 6. Mai. sHamburg-Amerikanische Packetfahrt- Actien-Gesellschaft.] Das Hamburg - Newyorker Post - Dampffcbift „Wieland", Capttän Karlowa, ist am 6. Mai, 12 Uhr Mittag- wohlbehalten In Newyork angekommen.
Hamburg, 7. Mat. lHamburg-Amertkanische Packetfahrr- Actien-Gesellschaft.] Das Deutsche Dampfschiff „Amalfi", Capttän Kraeft, Ist am 6. Mai, 12 Uhr Mittags, wohlbehalten tn Newyork angekommen.
südlichen Abhängen des Vogelsberg hat sich nämlich Wald schon belaubt, während der Oberwald aus der höchsten Lage des Gebirgs noch vollständig in den Lederknospen steckt. Ueberhaupt tft die Vegetation in den südlichen Thälern des Vogelsbergs gegenüber anderen Lagen desselben vor. Dort steht der Winterraps überall in voller Blüthe, hier sängt er erst an zu blühen- dort haben die Birnbäume bereits ihre Blüthenkelche geöffnet, hier sind sie erst am Aufbrechen. In ganz besonders reicher Fülle blühen die Zwetschenbäume, namentlich in den Gemarkungen Rainrod, Eichelsachsen, Glashütten u. a. Die Kirschen sind nicht überall im Vogelsberg während der kalten Nächte erfroren, aus hochgelegenen Stellen haben sie sich im Gegentheil gut erhalten. Die Aussichten aus eine gute Obsternte sind mithin durchaus nicht verloren
Vom Vogelsberg, 9. Mai. Der Maischnee der vorigen Woche hat dem Blüthenschnee der Ob st bäume glücklicher Weise nicht den Schaden zugefügt, den man befürchtete. Wohl hüllten sich die Häupter des Vogelsbergs wiederholt in die weißen Wintermäntel und die Blüthen der Kirschen-, Zwetschen- und Birnbäume wurden überkleidet mit
unterdessen sich seines Geldes zu bemächtigen. Es war zu spät, um denselben nachzueilen- auch die erstattete Anzeige war bis jetzt ohne Erfolg.
j vermischtes.
I * Marburg, 9. Mai. Gestern in später Nachmittags- | ss""db, als die Mehrzahl der Stadtbewohner auf Spazier- I ausflügen auswärts weilte, wurde plötzlich in unserer Stadt I 8euer- und Militär-Alarm geschlagen. An der Art des I Stürmens erkannte man jedoch sofort, daß es sich um einen I Waldbrand handelte und bald gewahrte man auch in I der Nähe der Hansenhäuser im Schlag „Gebrannter Berg", I Schutzbezirk Marburg-Nord, eine starke Rauchsäule aussteigen. I Nadelholzstand, welcher vor 20 Jahren bereits einmal I durch Feuer zerstört wurde, stand in Hellen Flammen. Den | nach der Brandstätte eilenden Feuerwehr- und Soldaren- I Abteilungen solang es zwar, nach mühesamer Arbeit bald I des Feuers Herr zu werden, allein trotzdem wurde eine I $ Hectar große Waldfläche mit Jungholz vernichtet und beläuft sich der erwachsene Schaden auf ca. 1000 Mk. Als Brandstifter wurde der Sohn eines hiesigen achtbaren Bürgers ermittelt, welcher mit anderen Kameraden auf einem jene Waldfläche durchschneidenden Horizontalweg sich aufgehalten und in jugendlichem Leichtsinn ein Stück Rasen angezündet halte. Das Feuer griff daraus so schnell um sich, daß die
I Löschversuche der jugendlichen Uebelthäter vergeblich blieben, i (Wahrscheinlich ist dies derselbe Brand gewesen, der auch von Gießen aus beobachtet wurde. Red.)
* Berlin, 8. Mai. Ein 62Jahre alter unverbesserlicher Verbrecher, welcher heute vor Gericht stand, ist seit seiner Einsegnung wenig aus dem Gefängnisse und Zucht- Hause herausgekommen. Die Gesammtzeit seiner Zuchthausstrafen beträgt allein 36 Jahre und vor dieser Zeit liegen viele Gesängnißstrafen. Heute wurde ihm wieder wegen Einbruchdiebstahlß eine siebenjährige Zuchthausstrafe zuenheilt,
* Berlin, 9. Mai. Im benachbarten Weißensee har gestern ein Wirth, dessen Local von drei Arbeitern demolirt wurde, in der Nothwehr einen der Angreifer mir einem Revolver erschossen.
* Köln, 6. Mai. Zu Ehren der Hierselbst an der Richmondstraße wohnenden Wittwe des Geheimen Oberjustizraths Saedt, die heute ihren hundert st en Geburts tag feierte, hatten die Anwohner genannter Straße ihre Häuser festlich geschmückt. Die Jubilarin, eine im Stillen wirkende fromme Wohlthäterin, erfreut sich trotz ihres hohen Alters noch einer guten Gesundheit. An einem gestern in ihrer Wohnung veranstalteten Festessen nahm auch der Erz- bischos Dr. Krementz Theil, der auch heute Vormittag in der Hau^capelle der Gefeierten eine h. Messe las.
* Aas dem Saarkohlenrevier, 8. Mai. Die Voraus, setzung, daß die Verwaltung der fiskalischen Gruben wegen Anhäufung der Bestände auf den Kohlenhalden und beschränkter Nachfrage die Förderung einschränken werde, ist bereits zugetroffen. Wegen Mangels an Förderung wird der Verdienst der Bergleute aus mehreren GrubenabtheUungen des Steinkohlenbergwerks „Kronprinz" eine unliebsame Herabminderung erfahren, da zudem auch das Gedinge (bisher 3 Mk., jetzt nur 2,80 Mk.) verkürzt werden soll. Und in der neuesten Nummer des Organs der genannten Verwaltung, des „Bergmannssreund", giebt diese bekannt, daß sie genöthigr sei, auf Grube Ensdorf, woselbst oben erwähnte Anhäufung eine besonders starke ist — man spricht von rund 10000 t — eine Anzahl Kohlenarbeiter, 40—50 Mann, aus einige Zeit zu beurlauben.
ckommen, aber am Freitag wieder abgereist, angeblich nach Griechenland.
Loudon, 9. Mai. In dem Kohlenbergwerk Castle Eden in der Grafschaft Durham griffen gestern aus ständische Arbeiter die Bergwerks beamten an, als letztere den Schacht verließen. Die Angegriffenen flüchteten ins Maschinenhaus. Die einschreitende Polizei wurde von der Menge angegriffen und ein Polizeioberst schwer verletzt. DaS Maschinenhaus wurde zerstört. Erst gegen Mitternacht gelang es den verstärkten Polizeimannschasten die Menge zu zerstreuen.
Loudon, 9. Mai. Die vom Ackerbauamte bei Ausbruch der Klauenseuche verfügten Beschränkungen in Betreff deS Transports von Vieh nach und von der Grafschaft London sind heute aufgehoben worden. Man schließt daraus auf eine Abnahme der Seuche.
Lüttich, 9. Mai. Der Gemeinderath stimmte der Verordnung des Bürgermeisters, durch die alle Kundgebungen am 1. Mai verboten wurden, zu und bewilligte 12,500Fr. für Belohnungen an die Polizei.
Nagyeuyed (Siebenbürgen), 9. Mai. Ein plötzliches Hochwasser stürzte gestern einen Menageriewagen um. Drei Leoparden, ein Puma und mehrere Affen entkamen. Der Leopard verwundete eine Frau am Kopfe. Die Leoparden wurden nach lebhafter Jagd erschossen, die anderen Thiere wieder lebendig eingesangen. Ein Gendarm wurde leicht verwundet.
Petersburg, 9. Mai. Meldungen aus Lodz zufolge ist der Ausstand der Arbeiter in Folge Einschreitens der Truppen vollständig beigelegt. Nach dem Ergebniß der Untersuchung ist der Ausstand weder durch ausländische noch durch einheimische Agitatoren, sondern durch das polnische Proletariat hervorgerusen.
Depeschen frtS „Bureau Herold".
Berlin, 10. Mai. Das „Berl. Tagebl." meldet: Bei der gestrigen Bataillons-Besichtigung des 3. Garde-Regiments zu Fuß ließ der Kaiser die Regimentscolonne sormiren, ries alsdann den Grenadier Lück, welcher vor Kurzem aus Posten den Schuß abgegeben hatte, durch den zwei Männer schwer getroffen wurden, vor die Front und ernannte ihn mit folgenden Worten zum Gefreiten: „Grenadier Lück! In Anerkennung deines correcten Benehmens aus Posten ernenne ich dich zum Gefreiten. Ich hoffe, daß du auch fernerhin dich durch Muth und Entschlossenheit auszeichnen und stets dem Regimente Ehre machen wirst. Darauf reiche ich dir die Hand." Nach kräftigem Händedruck ließ der Kaiser den Lück wegtreten. Die Nachricht, daß derselbe schon am Tage nach jenem Vorfall vom Regimentskommandeur zum Gefreiten ernannt worden sei, ist falsch.
Berliu, 9. Mai. Der „Reichsanzeiger" enthält folgende Aeußerung über die Ahlwart'sche Broschüre „Juden- flinten": Die Commanditgesellschaft Löwe bezog laut üontract das Material zu dem Haupttheil des Gewehres, dem Laus, von der Königlichen Gewehrsabrik in Spandau. Da von der Beschaffenheit des Lauses die Brauchbarkeit der Waffe abhängt, liegt darin eine Garantie für die Löwe'schen Gewehre. Nach Il/zjährigem Gebrauch bei der Truppe sind besondere Mängel nicht hervorgetreten. Während der Fabrikation der Gewehre und dem Controllbeschuffe Seitens der Gewehrprüsungscommission ergaben sich dabei keinerlei Anstände. Die Firma Löwe empfing weit weniger als 58 Mk. pro Gewehr und verdiente 2 bis 4 Mk. an jedem, aber nicht 45 Mk. Gegen die Angeschuldigten ist, soweit sie der Militärgerichtsbarkeit unterstehen, gerichtliche Untersuchung eingeleitet und dem Staatsanwalt von der Angelegenheit Mittheilung zugegangen, mit dem Anheimgeben, die erforderlichen Schritte zu thun.
Berlin, 10. Mai. Die „Voss. Ztg." meldet aus Rom, es verlautet, daß in der Verwaltung des Königlichen Haushaltes s ch w e r e U n t e r s ch l e i f e entdeckt worden sind. Gegen zwei besonders beschuldigte hohe Würdenträger soll gerichtlich vorgegangen werden.
Wien, 9. Mai. Der K ut scher st r i ke ist beendet.
Pest, 9. Mai. Der Handelsminister Baroß ist um 11 Uhr gestorben. Nach Bekanntwerden der osficiellen Nachricht herrschte im Abgeordnetenhause große Aufregung und tiefe Theilnahme. Die Sitzung wurde suspendirt. Nach Wiederaufnahme der Sitzung widmete der Präsident dem Verstorbenen einen innigen Nachruf.
Paris, 9. Mai. Der Capitän des spanischen Fahrzeugs „Reina Christina", das auf der Rückreise von Amerika begriffen war, verhaftete vier Individuen, in deren Gepäck sich Dynamitpatronen befanden.
Rom, 10. Mai. Aus einer Wiese nächst der Station Ciampino bei Rom wurden 16 Dynamitpatronen mit verlöschter Lunte gesunden.
Warschau, 9. Mai. In Dombrowa sprengten sinkende Grubenarbeiter das Haus eines gewissen Rechnik mittelst Dynamit in die Lust.
Verkehr, £anö» unb volkrmirthschafi.
Gießen, 10. Mai. Marktbericht. Auf dem beuttaen «ochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. .* 1,00—1,10, Hühnereier per Stück — 4, 2 St. 9-11 4, Enteneier 6—7 4, Gäaseekr 1 St. 10- <4, Käse pr. St. 5—7 4, Käsematte pr. St. 3 4b Erbsen pr. Liter 17 4, Linsen vr. Liter 30 4, Tauben pr Paar X 0,60— 0,80, Hühner pr. Stück .< 0,85—1 00, Hahnen pr. S' JL 1.20—1,50, Enten pr. St. Jt 1,50—1,70, Ochsenfleisch vr. $fr 70—76 4, Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd. 62—66 4, Schweinefleisch pr. Pfd. 60-70 A, Kalbfleisch pr. Pfd. 50- 56 A. Hammelfleisch pr. Pfd. 60-70 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo 7,00—9,00 A, Weißkraut pr. St. 4-10 4, Zwiebeln pr. Gentner 11,00—12,00 X, Milch p'. Liter 12—18 4.
3648] Tausendfaches Lob, notariell bestätigt, über HollLnd. Tabak von B. ®e»et in Seesen a. Harz 10 Pfd. lose i. Beutel fco. 8 Mk hat d. Exp. d. Bl. eingeseben.
hier für feine Gastfreundlichkeit belohnt, die er vor einigen Tagen zwei sogenannten Handwerksburschen angedeihen ließ. Dieselben erschienen am Nachmittag in seiner Werkstatt, woselbst der Eine, ein Schustergeselle, bat, sich sein Schuhwerk flicken zu dürfen, während welcher Zeit sein Reisecollege bei ihm warten sollte. Der Bitte kam man gerne entgegen. Während der Arbeit geschah es nun, daß Bauer aus einer Kiste Geld nehmen mußte und unvorsichtiger Weise dieselbe nicht verschloß. Jetzt verlangten die Handwerksburschen, daß ihnen der Meister einen Kaffee kochen möge. Auch dies geschah, und als der Kaffee getrunken war, entfernten sich ! die Beiden „dankend". Freudig darüber, ein gutes Werk I gethan zu haben, arbeitete Bauer weiter, erhielt aber über ; seine Gäste eine ganz andere Ansicht, als er am folgenden Morgen die unangenehme Entdeckung machen mußte- daß I seine ganze Baarschaft von 73 Mk. aus der Kiste' ver- ! schwanden war. Es war ihm nun auch klar, daß die Gauner ihn nur beim Kaffeekochen beschäftigt wissen wollten, um
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