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Stimmrecht begrüßt. Die Bürgergarde und Offiziere riesen Stimmrecht!" Zahllose Zettel mit der Aufschrift:All­gemeines Stimmrecht!" fallen aus den König und dessen Pferd nieder, welches wiederholt scheut. Die Volksmassen gingen in musterhafter Ordnung und mit großer Begeisterung auseinander. Die Ruhe scheint vollständig gesichert. Die Straßen sind von feiernden Menschenmassen gesüllt.

Gent, 8. November. 5000 Manisestanten stießen nach dem Schlüsse des Meetings mit der Polizei zu­sammen, welche diese vergeblich aufzuhalten versuchte. Die Polizei griff wiederholt mit blanken Säbeln an, indessen ohne Erfolg zu erzielen. Trotz zahlreicher Verwundeter und einigen Verhaftungen wurde die Manifestation fortgesetzt und beendet.

Gent, 8. November. Bel den gestrigen Zusammen­stößen wurde die Polizei mit einem Steinhagel von auf- geriffenem Straßenpflaster, Gläsern, Flaschen und Eisenstangen zusammengeschlagen. Vier Polizeicommissare und drei Schutz­leute wurden schwer, zahlreiche Polizisten leicht verwundet. Die Polizei machte von ihren Schußwaffen Gebrauch. Die berittene Gensdarmerie eilte derselben zu Hilfe und säuberte den Platz von Nachzüglern der bereits weitergezogenen Mani- sestanten. Fünf Verhaftungen wurden vorgenommen.

Newyork, 9. November. Präsidentschaftswahl. Nach den bisherigen Meldungen wird Cleve land im Wahl­collegium voraussichtlich über 257 Stimmen, oder über 34 Stimmen mehr als erforderlich, verfügen.

totale» und provinzieller.

Gießen, 9. November 1892.

Seine Königliche Hoheit der Großherzog treffen heute Abend 6 Uhr mit Ihrer König!. Hoheit der Prinzessin Heinrich von Preußen und Ihrer Großh. Hoheit der Prinzeß Alix hier ein, um mit Sonderzug nach Romrod weiter zu fahren, wo in den nächsten drei Tagen Hosjagden stattfinden. Se. Königl. Hoheit Prinz Heinrich von Preußen treffen morgen früh 8 Uhr von Kiel hier ein und begeben sich mit Sonderzug direct zur Jagd.

Die Aussichten für die Jünger des Eissports sind in diesem Jahre keine sehr hoffnungsreichen. In der Stadt- verordneten-Versammlung sind nämlich Stimmen laut ge­worden, man dürfe, um etwa mögliche Schädigung der über­schwemmten Wiesen zu vermeiden, den Wasserzufluß aus die Eisbahn erst vom Beginn des December ab gestatten. Um jene Zeit ist aber erfahrungsgemäß das Wasser der Wieseck bereits sehr knapp und der Vorstand des Eisvereins fürchtet, unter solchen Verhältnissen die Bahn überhaupt nicht eröffnen zu können.

Verhaftet wurde gestern ein junger Bursche von hier, der seinen Nebengesellen durch den Schlag mit einer Schraub­zwinge bedeutend auf dem Kopf verletzt hatte. Außerdem wurde ein Knecht wegen Obdachlosigkeit, ein Frauenzimmer wegen lüderlichen Umhertreibens und eine Ladnerin wegen eines zum Nachtheil ihres Principals begangenen Diebstahls verhaftet. _____________

Dienst Versetzung. Seine Königl. Hoheit der Groß­herzog *;a6en Allergnädigft geruht: am 5. ds. MtS. den Oberförster der Oberförsterei Grebenau Philipp Walther zu Grebenau in gleicher Diensteigenschaft in die Oberförsterei Griesheim zu versetzen.

Kirchliche Dieuftuachrichten. Seine Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 29. August dem evangel. Psarrer Zentgraf zu Reichenbach die evangel. Psarrstelle zu Eberstadt, am 13. September dem Psarr- verwalter Georg Heinrich Port zu Gelnhar die evangelische Psarrstelle zu Homberg a. d. Ohm, am 17. September dem Psarrverwalter Wilhelm Briegleb zu Zotzenheim die evang. Psarrstelle daselbst, am 15. October dem Pfarrer Albert Schäfer zu Seckmauern die evangel. Psarrstelle zu Biebesheim zu übertragen- am 15. October den von Seiner Erlaucht dem Grafen von Schlitz, genannt von Görtz,

gefräßigen Heere der kleinen Froftspannerräupchen im Frühjahr an Knospen, Blättern, Blüthen und Früchtchen anrtchten. GrS wollen nämlich jetzt die schlauen ungeflügelten Weibchen der verschiedenen Froftnachtfchmetterltnge, befonders des Kleinen Frostfpanners (Chei- matobia brumata LJ an den Stämmen emporklettern, um die Kronen mit ihren höchst zahlreichen Eiern zu beglücken. Die Thierchen bleiben im Leim hängen der Baumzüchter mutz leider grausam sein um darin zu sterben. Ein Leimring bringt ost mehrere Körbe Aepfel ein!

Wer Hühner hat, laste solche jetzt in allen Gärten schalten und walten; sie nutzen durch Ausscharren und Vertilgen vielen Erd­ungeziefers, das im seichten Boden seinen Winterschlaf abhalten wollte.

Im Gemüsegarten wird alles etwa noch ungegrabene Land bei schneelosem Wetter gestürzt. Die eingewinterten Gemüse werden fleißig gelüstet, nachgesehen; bei Frost die Grubenmagazine (S.October) mit strohigem Pserdedünger umschlagen und mit Stroh gedeckt Der Hausfrau, die süßgewordene und dadurch nährstoffarme Kartoffeln auf dem Tisch nicht liebt, sei gerathen, auch die Kartoffelvorräthe im Keller mit einer Norken trockenen Strohdecke zu versehen. ^m feineren Gartenbau können sehr gut jetzt schon Mistbeete zu Kopf­salat, Radieschm, Kohlpflanzen rc. angelegt werden. Wir müssen hier wegen Raummangels leider von den Finessen dergleichen Treibereikünste absehen.

Im Blumengarten erstatten wir jetzt, wenn uns Schnee und Frost nicht schon früher dazu gezwungen, der Blumenkönigin, der gefeierten Rose, unseren Dank am schönsten dadurch ab, daß wir ihr ein fürsorglich warmes Winterbett bereiten. Ganz besonders die feinen Theerofen rc. erfrieren sehr leicht; andere Sorten werden durch die Wtnte, kälte mehr ober weniger beschädigt. Nur die alte gute, leider oft mißachtete Eentifolie macht darin eine Ausnahme; sie ist wtnterhart, was übrigens auch von diversen Schling- rc. Rosen gilt. Also wir lösen die Rosenbäumchen von ihren ins Winter­quartier wandernden Piählen, biegen sie vorsichtig, langsam mit den Kronen zur Erde und legen sie in eine vorher auSgehobene Erd- vertiefung, die bei nassem Boden eine Torfmull-Ausbettung erhalten kann, um solche über den Kronen wieder mit Erde bis zu einem kleinen Hügel über dem Boden anzufüllen. Sehr stark beblätterte Kronen können mit Vortheil vor dem Eingraben zuerst mittelst Scheere entblättert werden; zu lange Triebe werden weggeschnitten Niedere Rosen, wie Pyramiden, die man nicht leicht niederlegen kann bindet man dick in Stroh und darüber gebrachtem Fichtenreisig ein-

auf die zweite evangelische Psarrstelle zu Schlitz präsentirten Psarrverwalter Otto Fischer daselbst zu bestätigen- am 13. September den Pfarrer Ludwig Köhler zu Heidelbach aus Nachsuchen mit Wirkung vom 1. October 1892 in den Ruhestand zu versetzen. Ernannt wurden: Psarrverwalter Koller zu Ruppertsburg zum Psarrverwalter zu Herchenhain, Psarrverwalter Michel zu Groß-Bieberau zum Psarrverwalter von Nieder-Ohmen, Psarrverwalter Wilhelm Eger zu Nieder- Ohmen zum Mttprediger zu Ober-Ofleiden, Psarrverwalter Eckstein zu Homberg a. d. O. zum Psarrverwalter von Reichenbach, Psarrverwalter Sauerwein zu Eberstadt zum Psarrverwalter von Ruppertsburg, Pfarrgehilfe Drescher zu Lampertheim zum Verwalter der Psarrstelle daselbst, Psarr- amtscandidat Carl Vogt zu Lauterbach zum Hilssgeistlichen zu Lampertheim, Psarrverwalter Weißgerber zu Biebesheim zum Verwalter der Stelle eines Hilfsgeistlichen zu Lampert­heim. Die Definitonalprüfung im August 1892 haben bestanden: Dr. August Dieckmann von Friedberg, Dr. Fried- rieb Grein von Darmstadt, Wilhelm Hosmeier von Nidda, Ludwig Jacob von Rimbach, Otto Koch von Fränklsch-Crum- bach, Georg Kumpf von Schwabenrod, Wilhelm Krämer von Darmstadt, Philipp Marquard von Gadernheim, August Schäfer von Sickendorf, Valentin Zatzmann von Mettenheim. Ernannt wurden: Die Pfarramtscandidaten Grein zum Psarrverwalter in Gießen, Hosmeier zum Psarrverwalter in Gelnhar, Jacob zum Psarrgehilsen in Londorf, Koch zum Psarrvicar zu Sprendlingen, Krämer zum Psarrvicar zu Wersau, Schäfer zum Psarrvicar zu Büdingen, Zatzmann zum Psarrverwalter zu Heidelbach. Zur Wiederbesetzung werden ausgeschrieben: die evangel. Psarrstelle zu Lampertheim, Dek. Zwingenberg- die evangel. Psarrstelle zu Nierstein, Dek. Oppenheim- die evangel. Psarrstelle zu Reiskirchen, Dek. Gießen, die Präsentation steht den Erben des Fürstlich Fuldaischen Geheimeraths von Buseck, gen. Münch, zu- die evangel. Psarrstelle zu Rohrbach, Dek. Büdingen, dem Fürsten zu Ysenburg-Büdingen steht das Präsentationsrecht zu- die evangel. Psarrstelle zu Burkhards, Dek. Schotten.

Einschreibesendungen. In Verträgen wird oft ver­einbart, daß Kündigung oder sonstige wichtige Willensäuße^ rungen durch eingeschriebenen Brief erfolgen sollen. Eine Versicherung gegen ein Verlorengehen oder Vergessen ist ja das Einschreiben der Briese, aber, wie bereits mehr- sache Fälle beweisen, eine Sicherung gegen böswilliges Ab­leugnen der empfangenen Mittheilung keineswegs- der Em­pfänger des eingeschriebenen Brieses kann behaupten, der Brief habe sonst etwas, Drucksache rc., enthalten, nur nicht die Willensäußerung. Auf die bloße Versicherung des be­hauptenden Absenders hin wird kein Richter diesem Recht zusprechen. Besser sichert eine eingeschriebene Postkarte, denn der Kausmann ist verpflichtet, empfangene Correspon- denzen zehn Jahre lang auszubewahren.

Aus dem Bundesamt für das tzeimathsweseu. Der Landarmenverband des Kreises Gießen hatte dem Ortsarmenverband der Stadt Gießen die Fürsorge sür die landarmen Geschwister W. übertragen, welche im dortigen Hospital verpflegt wurden. Der Landarmenverband zahlte als Entschädigung 300 Mark pro Kopf und Jahr. Auf Erhöhung dieser Entschädigung klagte der Orsarmen- verband, indem er den Nachweis führte, daß die Selbstkosten sich durchschnittlich für einen Hospitanten aus Mk. 1,20 pro Tag stellten. Der Beklagte beantragte Abweisung der Klage, weil in diesen Selbstkosten auch die Verwaltungskosten mit enthalten seien, die nach § 30 Absatz 2 des Gesetzes vom 6. Juni 1870 nicht erstattet verlangt werden könnten. Diesem Anträge gemäß erkannte der Provinzialausschuß von Oberhesstn, worauf der Kläger Berufung einlegte. Das Bundesamt sür das Heimathwesen änderte durch Urtheil vom 5. November er. die Vorentscheidung im Sinne der Klage ab, indem es aus- sührte: § 30 Absatz 2 a. a. O. komme hier nicht zur An­wendung, weil es sich nicht um eine vorläufige Unterstützung auf Grund gesetzlicher Verpflichtung, sondern um einen Auftrag zur Fürsorge handele. Nach Artikel VI des Hessischen Ausführungsgesetzes zum Unterstützungswohnsitzgesetz könne

behäufelt außerdem den Fuß der Einbände so hoch wie möglich mit Erde. Diesen Einband erhalten überhaupt alle nicht ganz Winterhärten oder empfindlichen Pflanzen, wie gefüllte Mandeln, Rhododendron, Kalmien, Calycanthus, Magnolien, zarte Eoniseren rc.; alle danken diese Wohlthat durch reiches Treiben oder Blühen im Frühling. Durch die kleine Arbeit, die mir an regen- und schneelosen Tagen vornehmen, die uns in der kühlen Novemberluft rasch von Hand geht, uns erfrischt, streuen wir die Saat zu neuen köstlichen Garten­freuden aus: wir sehen in Gedanken die wundervollen Sträuße der neu oculirten Rosendäumchen auf unserem Arbeitstisch vor einem Lteblingsbtld prunken, von zarter Hand als Gartengabe entgegen­genommen u. s. w., die jetzt noch geheimnißooll im kleinen Gebilde des Auges, wohlgedettet in der Erde schlummern. Sie werden uns lieber und werther sein als alle die getriebenen, für Geld von Jedem zu erlangenden Blumengcstalten jener Renommirbouquets, die uns bei aller Schönheit doch falt anmuthen.

Sie fürchten, die Mäuse, die Ihnen die Oxalis jüngst weg­gefressen, könnten als ungebetene Gäste einen Strich durch die Rechnung machen § Ganz recht, wenn Prof. Löffler nicht wäre, mit Denen Bacillus typhi murium, von dem Sie gewiß schon hörten, wir in insicirten Brodwürseln den Rackern den Lebensfaden abschneiden

Noch eins; wer gesonnen ist, sich ein lauschiges Gärtchen auf vielleicht bis jetzt unschönen Grundstücke hervorzuzaubern, das ihm Nutzen und Freude bringen soll, der thue jetzt die ersten Schritte dazu. Zuerst dem landschaftsgärtnerischen Talent auf dem Papier freien Lauf gelassen; dann prüfen und berechnen, vorsichtig, ehe anzulegende Wege, anzupflanzende Gruppen u. s. w. ausgefteckt

?elbstschaffen im Gartenbau der große Magnet, die klarsprudelnde Quelle vieler Freuden. Der Anfänger verschmähe

erfahrener Freunde, auch nicht einfacher gediegener Vorbilder practtsch erdachter und erprobter derartiger Anlagen. Jede bewährte, ihre Leser mit practifchem Rath unter;

tUnß «in0t ^artige Vorlagen, die auszubauen, seinem Geschmack anzupaffen, es eine Freude für den Gartenfreund fein tnufj. An den trockenen Tagen des Winters kann sehr wohl ^I^-^?ormen des gegebenen Platzes, durch Rigolen Abstecken rc

""-^.gefördert werden. Sträucher und'Bäume mit Geschmack gewählt werden fchon jetzt zur Frühjahrslieferung bestellt und im Lenz, so Gott will, fröhlich gepflanzt. ' 0 D 11 Ut

Heinrich Frh. o. Schilling.

I in solchem Falle angemrffene Entschädigung gefordert werden. Daß die Verwaltungßkosten abgesetzt werden müßten, sei in (diesem Falle nicht vorgeschriebeu, und müsse eS daher für zulässig erachtet werden, die vollen Selbstkosten zu liquidiren.

Daubringen, 8. November. Bei der gestern dahier ab­gehaltenen Wahl zum Beigeordneten wurde der Wirth und Schreinermeister Wilhelm Albach mit großer Majo­rität gewählt.

Aus Laug Göns, 8. November, wird uns von Herrn Wenzel, 2. Hauptmann der dortigen freiw. Feuerwehr, mitgetheilt: Der Artikel in Nr. 262 d. Bl. betr. den am letzten Sonntag ausgebrochenen Brand in Lang-Göns, ist dahin zu berichtigen, daß bezüglich des raschen Eingreifens der Feuerwehr unferm ersten Hauptmann W. Brücket daffelbe Lob gebührt wie das meiner Person gespendete auch.

er* Ulrichstein, 7. November. Stets fuhr seither die Post zwischen hier und der Bahnstation Mücke über Ruppertenrod einen sechssitzigen Wagen. Dieser Wagen ist nun feit einiger Zeit unbrauchbar und außer Benutzuug gestellt worden. Für ihn hat man jetzt einen nur viersitzigen Wagen in Dienst gestellt. Jedenfalls ist man hierbei von der Meinung aus­gegangen, auch ein solcher Wagen genüge dem Verkehr. Das ist aber keineswegs der Fall. Wohl ist nicht immer der Post- magen mit Fahrgästen besetzt, ja fährt oft leer, dann aber auch wieder sind so viele Personen da, daß ein viersitziger Wagen keinesfalls genügt. Wie sehr unangenehm es aber für Jemand ist, wenn er Abends, zumal in der Winterszeit, von der Mücke mit der Post fahren will und kann hierin nicht mehr ausgenommen werden, weil bei nur vier Personen der Wagen schon besetzt ist, kann sich leicht vorgestellt werden. Es bleibt ihm dann nichts übrig, als entweder auf Mücke zu übernachten, oder den Weg bis nach Ruppertenrod resp. Ulrich­stein per Fuß zurückzulegen. Da die Postverwaltung so sehr dem Interesse des Publicums nachzukommen sucht, so dürsten vielleicht diese Zeilen dazu dienen, daß wieder aus der Post­linie UlrichsteinRuppertenrodMücke ein sechssitziger Wagen an Stelle des dem Verkehr nicht genügenden viersitzigen in nächster Zeit eingestellt wird.

Friedberg, 6. November. Gestern Abend trat der hiesige GesangvereinFrohsinn" in das 41. Jahr seines Be- I stehens ein. Anläßlich dieses freudigen Ereignisses feierten seine Mitglieder den Gedächtnißtag durch Ansprachen, musika­lische und deklamatorische Vorträge im Hotel Trapp. Dem einzigen Mitgliede, das dem Verein seit seiner Gründung heute noch angehört und derzeit Präsident desselben ist, wurde ein Ehrendiplom übergeben.

Bad-Nauheim, 7. November. Auf dem von Herrn W. Madler am südöstlichen Abhange des Johannisbergs hier angelegten Weingute des Herrn Löffler wurde in der vorigen Woche die Lese des weißen Weines beendigt. Der Quantität nach ist ein Viertelherbst, bei dem Riesling sogar ein halber Herbst zu verzeichnen. Die Qualität ist eine vorzügliche- das Mostgewicht nach Oechsle beträgt 98 Grade, bei der Auslese sogar 112 Grade. Am südlichen Berg­abhang wurdL. voriges Jahr ein weiterer Wingert angelegt, so daß jetzt insgesammt 17 hessische Morgen mit Wein be­pflanzt sind. D. Ztg.

Mainz, 8. November. Auf Einladung des Vor­sitzenden des Gesammtausschuffes des Deutschen Schützen- bundes findet Montag den 21. d. M. hier eine Sitzung der Schießordnungscommission statt, in welcher die endgültige Feststellung der Schießordnung für das nächstjährige deutsche Bundesschießen vorgenommen wird. Der Emwurs zu der Schießordnung ist bereits durch eine engere Commission des hiesigen Schützenvereins vorberathen worden. In einer am Sonntag hier stattgehabten Versammlung von Conserven- sabrikanten wurde zum Zwecke der Wahrung gemeinschaftlicher Interessen die Gründung eines Verbandes rheinischer Conservensabrikanten beschlossen. Als Sitz des Ver­bandes wurde Mainz bestimmt.

Vermischtes.

* Wien, 8. November. Nach derReichswehr" ver­wendet Rußland eine neue Art Backosenwagen zur Broderzeugung bei geringem Holzverbrauch. Der Brodwagen liefert binnen Tagesfrist zehn Metercentner Brod. Zur ge­wöhnlichen Bedienung sind drei, aus dem Marsche fünf Mann Bedienung nöthig.

* Paris, 6. November. Hohes Alter. In einem Kloster in Jerusalem starb dieser Tage eine armenische Nonne im Alter von 115 Jahren. Sie war, 17 Jahre alt, in das Kloster eingetreten und hatte seit 98 Jahren deffen Thür- schwelle nicht mehr überschritten.

* Petersburg, 8. November. Wie die St. Petersburger Blätter melden, wird der Reichsrath in erster Linie sich mit einer Vorlage des Oberprocureurs des Synod, Pobedonoszew, betreffend die Sonntagsruhe, befassen. Das neue Gesetz soll aber nur Anwendung finden auf Städte und Fabrik- etabliffements aller Art, nicht jedoch auf das flache Land und landwirthschastliche Arbeiten. Ferner wird der Reichsrath über die Erhöhung einiger bereits bestehender und die Ein­führung einer Anzahl neuer Auflagen und Steuern zu be­schließen haben.

* Ein Denkmal für den Erfinder der Lithographie, Sene- selder, ist am Sonntag in Gegenwart einer zahlreichen Fest­versammlung in Berlin feierlich enthüllt worden.

* Ein neuer Diftanzritt wird für das kommende Früh­jahr geplant. Wenn auch die Strecke dieselbe bleibt, wie bei der diesjährigen Parsorcetour, so hat man sich doch wider- standssähigere Rosse gewählt, nämlich solche aus Stahl. Der Gau 20 des Deutschen Radsahrerbundes hat am letzten Ver­bandstage beschloffen, mittels Zweirades eine Fahrt von Wien nach Berlin ober umgekehrt zu veranstalten, um zu zeigen, wie weit das Rad dem Pserd überlegen ist. Die näheren Bedingungen wird der auch über Oesterreich verbreitete Deutsche Radfahrerbund stellen. Sa viel dürfte schon fest-