Köln, 7. November. Der „Köln. Volksztg." wird aus Straßburg gemeldet: Die gestrige Kalholikenversamm- lung hatte einen großartigen Verlauf. Es wurden Reden über den Volksverein und die Schulsrage gehalten, wobei Abbe Güsber die Eonsessionalität forderte. Retchstags- abgeordneter Dr. Lieber sprach über die Pflichten der Katholiken und den römischen Stuhl. Nächstens findet eine allgemeine^ Versammlung der Katholiken des Reichslandes statt.
München, 7. November. Der eben vom statistischen Bureau ausgegebene letzte Saatenbericht pro October constatirt durchgehends ein sehr befriedigendes Erntejahr. Mit Ausnahme der drei fränkischen klagen alle Kreise über anhaltenden Regen, eingetretenen Frost, dadurch bedingten Ausschub der Kartoffelernte und die Beeinträchtigung der späteren Wintersaaten. In Oberfranken läßt Klee zu wünschen übrig. In Oberbayern und Schwaben klagen einzelne Bezirke über Mäusefraß. Der Weinertrag in Unterfranken ist meist geringer als im Vorjahre, die Qualität ist gut, das Mostgewicht 70 bis 100. Nach Oechsle sind viele alte Weinberge nicht mehr erholungssähig und werden ausgehauen.
Nürnberg, 7. November. Auch der Prinzregent dankte für die Begrüßung durch den Canalverein herzlichst und sagte, er habe mir hoher Befriedigung von der Constituirung Kennrniß genommen.
Heidelberg, 7. November. Eine gestern stattgesundene Versammlung von Tabakpslanzern Badens, Hessens und der Pfalz verlangte die Erhöhung des Tabakzolls um 30 Mark und die Belassung des jetzigen Steuerfußes, die Steuerfreiheit der Rippentabake und die Versteuerung des Tabaks nach der Auslaugung desselben.
Brüssel, 7. November. Alle für heute angekündigten Meetings, welche unter freiem Himmel stattfinden sollten, wurden verboten. Die Polizei wird jede Ansammlung verhindern. Es werden Zusammenstöße befürchtet. Die Arbeiterpartei erläßt Ausrufe an die Soldaten.
Brüssel, 8. November. Die verbotenen Meetings unter freiem Himmel sind sämmtlich ohne Zwischenfall an den Grenzgebieten der Vorstädte verlaufen. In den Straßen manisestirte gestern Abend eine große Volksmenge unter den Rusen: „Hoch das Stimmrecht!" „Hoch das Heer!" „Nieder mit dem König!" — Die Meetings in der Provinz sind überall unter riesigem Zuläufen und größtem Enthusiasmus verlausen. Die Redner constatirten übereinstimmend ihre Bereitschaft zum Volksaufstande, falls das Stimmrecht verweigert werde. — Das Obercommando änderte viermal gestern seine Befehle an die Armee. Die Thronrede wurde im letzten Augenblick wiederum geändert. Die gesammte Garnison, Grenadiere, Carabmiers, Linie und Garderegimenter besetzten das Viertel der Stadt, in welchem die verschiedenen Paläste sind, und sperrte die Zugänge dahin ab. Vier Batterien sind vor dem Königsschlosse aufgefahren. Die Provinz - Gensdarmerie wurde ebenfalls herangezogen. Die Gensdarmerie, Polizei und Feuerwehr ist consignirt. Die liberale Presse protestirt entrüstet gegen derartige drohende militärische Vorbereitungen. Der „Etoile" behauptet, zahlreiche Agents provocateurs et mouchards seien losgelassen und warn, davor.
totale» unö provinzielles.
Gießen, 8. November 1892.
— Provinzialausschuß-Sitzung. Samstag den 12. November I. I., Vormittags 9 Uhr beginnend, findet im Regierungsgebäude zu Gießen eine öffentliche Sitzung des Provinzial- Ausschusses der Provinz Oberhessen mit nachstehender Tagesordnung statt: 1. Verkündigung des Unheils in Sachen der Brauerei-Firma Friedel & Asprion zu Gießen. 2. Gesuch des Ferdinand Schott in Gießen um Concesfion zum Ausschank von Cognac und feineren ßiqueuren. 3. Beschwerde des Hermann und Jacob Weinberg zu Gießen gegen das Hebregister der israelitischen Religionsgemeinde daselbst wegen Heranziehung zu den vollen Steuern. 4. Ablösung der aus Zehntgrundrenten der Gesammtsamilie von Nordeck zur Rabenau zu Gunsten der Pfarrei Obbornhofen ruhenden Baulast.
— Tagesordnung für die Sitzung der Stadverordneten Donnerstag den 10. November 1892, Nachmittags 4 Uhr: 1. Gesuch des Vorstandes der Spar- und Leihkasse um Ueberlassung des Rathhaussaales. 2. Die Rechnung des Realgymnasiums und der Realschule Gießen für 1891/92. 3. Desgleichen der Vorschule des Gymnasiums. 4. Maßnahmen gegen die asiatische Cholera- hier: Kostendecretur. 5. Rechnung des Großh. Geometers Wißncr. 6. Die Anlage eines zweiten städtischen Lagerplatzes- hier: Crediterweiterung. 7. Erbauung eines Schlachthauses- hier: Arbeit am Mauerwerk des Dampfkessels. 8. Anbringung von Schneefängen aus dem Dache der höheren Mädchenschule. 9. Der Teich in der Ostanlage- hier: der Lohn der daran beschäftigten Arbeiter. 10. Verkauf von 69 qm Acker aus Flur XXV Nr. 2443/10. 11. Gesuch des Eisvereins betr. die Benutzung der städtischen Wiesen hinter den Eichen. 12. Gesuch des Theaterdirectors Reiners um theilweisen Erlaß am Gaspreis. 13. Benutzung der Friedhosscapelle durch den evang. Kirchenvorstand. 14. Vergrößerung des Friedhofs. 15. Den Bau einer Nebenbahn Londorf-Lollar- hier: Abänderung der Linie und Bau der Bahn von Londorf über Altenbuseck, Wieseck bis Gießen. 16. Die Sandgrube im Stadtwald am Sandberg und an der Licherstraße. 17. Gesuch verschiedener Einwohner um Beleuchtung des sogen. Lampengäßchens. 18. Gasbeleuchtung in der Liebigstraße. 19. Desgleichen in der Lahnstraße. 20. Fortsetzung der Wasserleitung am Schiffen- bergerweg.
— Concertverein. Das erste Concert, dessen Mitwirkende und ausführliches Programm wir bereits im Jnseratentheil veröffentlichten, bringt mit Rubinsteins Ocean-Symphonie für Gießen eine Novität. Freilich eine sehr verspätete, denn seit Jahrzehnten ist diese herrliche Tonschöpfung eine der unentbehrlichsten Programmnummern aller größeren Concert- Orchester und hat einen Erfolg auszuweisen, wie wenige
symphonische Werke der Neuheit. Obwohl diese Ocean- Symphonie Franz Liszt gewidmet ist, wie sich Kretschmar so zutreffend äußert, steht sie doch mit der sogenannten Programmmusik nicht im engeren Zusammenhang. Ihr Styl ist der Beethoven'sche und ihr Titel giebt der Phantasie nur einen leichten Anhalt. Daß Rubinstein unter die größten musikalischen Erfindernaturen der neueren Zeit gehört, beweist namentlich der erste Satz, ein geniales, reiches Tonstück, von mächtiger Stimmung getragen, im großen Zuge entworfen, mit glücklichen, eigenthümlich anschaulichen Musikgedanken dargestellt. In neuerer Zeit hat Rubinstein den vier Sätzen noch zwei weitere Sätze hinzucomponirt, das vorliegende Concert wird sich jedoch mit den vier ersten begnügen. Als Solistin wirkt Fräulein Dorothea Schmidt aus Frankfurt a. M. mit- über die treffliche Künstlerin berichtet die „Darmstädter Zeitung" anläßlich der Aufführung des Judas Makkabaeus von Händel im Darmstädter Musikverein wie folgt: „Zu diesem Erfolge trug allerdings nicht unwesentlich bei, daß heute auch sämmtliche Solisten auf der Höhe ihrer Ausgabe standen. Die Sopranistin, Fräulein Dorothea S ch m i d t aus Frankfurt a. M., ist dem Darmstädter Publikum von ihrem erstmaligen Auftreten im vorigen Winter bereits aufs vortheilhasteste bekannt. Auch heute übte der weiche Schmelz ihrer lieblichen Stimme, die an Abgerundetheit und Ausgeglichenheit noch gewonnen hat, der vollendete Geschmack, die Einfachheit und Bescheidenheit des Vortrags im Verein mit der warmen Empfindung des Ausdrucks und einer hervor- ragenden Künstlerschaft m der Bewältigung der technischen Schwierigkeiten ihre unwiderstehliche Wirkung. Die Nummern „Er nahm den Raub der Königsmacht" und „Dann tönt der Laut' und Harfe Klang", in denen die perlende Aus- sührung der Trillermotive von wirklich bezwingendem Zauber war, verdienen Meisterstücke der Vortraaskunst genannt zu werden, während sich in den zahlreichen Duetten die Stimme der ausgezeichneten Sängerin mit dem weichen und sympathischen Mezzosopran der Frau Dr. Julie Walther von hier zu harmonischem Zusammenklang verband."—Herr Schlemüller, ein jugendlicher Cellist, am Leipziger Conservatorium gebildet, welcher als Solist sich hören lassen wird, ist von berufenster Seite mit wärmsten Empfehlungen ausgerüstet. Schon die Wahl seiner Stücke zeigt, daß er den Erwartungen und Voraussetzungen zweifellos entsprechen wird.
— Die Mitglieder des Oberheffischen Geschichtsvereins werden noch besonders darauf aufmerksam gemacht, daß die Hauptversammlung nicht Donnerstag den 10., sondern Donnerstag den 17. November stattfinden wird.
— Wie schon im Jnseratentheile mitgetheilt, veranstaltet der Vorstand des hiesigen Evangelischen Bundes am Abend des 10. November (Luthers Geburtstag) eine Fest- verfammlung in Steins Garten. Mußte eine solche im vorigen Jahre aus verschiedenen Gründen aussallen, so ist um so mehr zu hoffen, daß die diesjährige Feier mit Professor Smends Festrede und der Mitwirkung des Kirchengesangvereins wie in früheren Jahren einem in vielen evangelischen Kreisen vorhandenen Wunsche entgegenkommt.
-r. Im Vereinslocal der Ruder-Gesellschaft (Restaurant Postkeller) findet, wie aus dem Jnseratentheil ersichtlich, am Mittwoch Abend seitens eines vielgereisten activen Mitgliedes ein Vortrag über dessen Reiseerlebnisse in China und Japan statt, welcher, wie man uns mittheilt, in hohem Maße interessant und lehrreich sein soll. — Aus Samstag den 12. d. Mts. ist der erste diesjährige Familien-Abeud im „Hotel zum Rappen" anberaumt, in Form einer zwanglosen Vereinigung der passiven und activen Mitglieder nebst deren Damen, und es ist dem Vorstände gelungen, einige erste Solisten der hiesigen Regimentscapelle (Piano und Violine) hierfür zu engagiren - es dürste der Abend in musikalischer Beziehung demnach ein höchst genußreicher werden. — Schließlich dürfte es für viele unserer Leserinnen und Leser von Interesse fein, bereits zu erfahren, daß das 16. Stiftungsfest der Ruder-Gesellschaft am Donnerstag den 12. Januar 1893 in Steins Saalbau stattfinden wird. Das Arrangement desselben ist bewährten Kräften anvertraut und berichten wir zu gelegener Zeit weiter über dasselbe.
K. Neues Theater. Die aus heute angesetzte Aufführung von „Die Orientreife" mußte wegen Krankheit der Frau Director Reiners auf Donnerstag verlegt werden. Dafür heute „Der liebe Onkel" zu ermäßigten Preisen.
— Im Panorama in der Bahnhofstraße wird in dieser Woche eine Bilderreihe dem Besucher geboten, wie sie farbenprächtiger wohl nicht gefunden werden kann. Es sind die Lustschlösser Ludwigs II., die in Wirklichkeit zu besichtigen Hunderttausende nach München eilen und deren Pracht auch nur annähernd zu schildern keine Feder im Stande ist. Die photographischen Aufnahmen, wie sie das Panorama vorführt, sind außerordentlich schön hergestellt. Die Ansichten stellen Linderhos, Hohenschwangau und Berg am Starnbergersee dar. Jedes derselben ist mit einer Reihe jener wundervollen Räume vertreten, wie sie eben nur die Phantasie und der Reichthum^eines solchen Königs verwirklichen konnten. Um aus jedes Schöne aufmerksam zu machen, fehlt uns der Raum, jedoch machen wir besonders auf die blaue Grotte mit dem prachtvollen Gemälde von Capri, Tannhäuser im Venusberge, sowie die naturgetreue Wiedergabe der Gobelins mit den prachtvollen Teppichen rc., sodann aus die herrlichen Pracht- schlitten und Wagen aufmerksam. Auch die Umgebung am Starnbergersee mit dem Dampfer Wittelsbach hinterläßt die freundlichsten Eindrücke. Nur beschleicht einen ein inneres Weh, wenn man inmitten dieser Herrlichkeiten das einfache Denkmal Königs Ludwig II. sieht, an der Stelle, wo letzterer ertrank, welches die Königin-Mutter ihm setzen ließ. Einen Besuch dieser Königsschlösser-Serie sollte Niemand versäumen, zumal es ein ganz neuer, hier noch nicht gezeigter Cyclus ist.
— Ernennung. Ernannt wurden: am 2. November der Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze in Schlitz Johann Georg
Michel zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze in Alsfeld, an demselben Tage der Gerichtsvollzieher-Aspirant Richard Krichel aus Kastel zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze in Schlitz.
P. Lang-Göns, 7. November. Gestern Mittag 1 Uhr brannten hier zwei den Landwirthen Konr. Spies und PH. Spies gehörige Scheuern nieder. Dem raschen Eingreifen der Feuerwehr unter ihrem zweiten Commandanten Wenzel, sowie der Einwohnerschaft gelang es, ein Weiterverbreiten des Feuers zu verhüten.
-h. BadNauheim, 7. November. Der städtische Wasenmeister Langsdorf hatte am vergangenen Freitag ein an Milzbrand verendetes Stück Vieh zu verscharren. Obgleich ihn der anwesende Kreisveterinärarzt darauf aufmerksam machte, bei der Verscharrung des Viehes die größte Vorsicht auszusiben, scheint der Mann dieselbe doch nicht befolgt zu haben, denn der eine Arm schwoll einige Stunden später sehr stark an, was darauf zurückzusühren sein dürfte, daß der Betreffende eine Wunde an der Hand hatte und ihm das Leichengift in dieselbe gekommen ist. Unbegreiflicherweise ging der Unglückliche erst am Sonntag in die Klinik nach Gießen, nachdem er erst von verschiedenen Seiten auf das Gefährliche seines Zustandes aufmerksam gemacht werden mußte.
Gedern, 5. November. Se. Durchlaucht der Fürst zu Stolberg-Wernigerode hat dem Pächter Seines Hosgutes Ltndheim, Herrn W e st e r n a ch e r, den Titel als Oberamtmann verliehen.
Nieder Ohmen, 6. November. Bei der am 4. November d. I. stattgehabten Beigeordnetenwahl wurde der seitherige Beigeordnete, Herr Johs. Carle I., wiederge- wählt.
Schotten, 7. November. Gestern sanden Spaziergänger in dem Spießwald blühende Erdbeeren.
Büdingen, 5. November. In der Kunst- und Handelsgärtnerei des Herrn Kaufmann ist dieses Jahr ein Riesen- Kür b i s gezüchtet worden, welcher bei einem Gewichte von über einem Gentner den Umfang von I Meter 85 Ctm. erreicht h". Dies ist gewiß der größte Kürbis, der bis jetzt hier gewachsen ist.
vermischtes.
* Frankfurt a. M., 5. November. Ein Amerikaner wird hier demnächst fahrende Cafss errichten. Diese Casös ruhen auf Rädern und werden von einem Pferde im langsamen Tempo durch die Straßen gezogen. Sie sind hauptsächlich für arbeitende Klassen bestimmt. Es soll verabreicht werden eine Tasse Kaffee nebst Brödchen für 5 Pfennig und ein Glas Grog für 10 Pfennig. Außerdem sollen die im Winter im Freien arbeitenden Handwerker u. s. w. für ganz geringe Bezahlung größere Portionen siedendes Wasser für ihre Mittagsmahlzeiten erhalten können.
* Schweinfurt, 4. November. Eine entsetzliche That ist gestern im nahen Geldersheim geschehen. In einem Anfälle geistiger Verwirrung erdrosselie dort ein Oeconom sein siebenjähriges Söhnlein in seiner Scheune, indem er glaubte, einen Kampf mit dem Teufel zu bestehen. Im Wirthshaus wurde man auf den Geisteszustand des Unseligen aufmerksam, als er darauf bestand, er habe dem Teufel den Garaus gemacht. ,
* Einigen Damen aus hohen Berliner Kreisen, welche aus Einladung der Kaiserin den Wittenberger Festlichkeiten beiwohnten, ist dort übel mitgespielt worden. Einigen der Damen wurden Pretiosen, anderen die gesammte Baarschast entwendet, so daß sie späterhin in nicht geringe Verlegenheit gerieten.
* San Franzisco, 6. November. Der vom Walfischfang im nördlichen Eismeer eingetroffene Dampfer „Belum" meldet, daß die Walfifchfänqer-Bark „Helen Mar", als sie sich anschickte, einen Walfisch einzufangen, durch eine Sturzwelle emporgehoben und zwischen zwei Gletschern zerschellt worden fei. 35 Personen sind umgekommen und nur fünf unversehrt geblieben.
verkehr, Land« and Volkswirt!?,chast.
•iefcen, 8 November. Marktbericht. Auf dem heutigen Dochemnarkt kostete: Butter pr. Md. .< 1,00-1,10, Hühnereier per Stück 7—8 4, 2 Stück - 4. Käse pr St. 5—8 4, Käsematte Pr- St. 3 4. Erbsen pr. Liter 20 4, Linsen pr. Liter 32 4, Tauben pr. Paar X 0,60—0,75, Hühner pr. Stück X 0,90—1 20, Hahnen pr. St X 0,50-0.80, Enten pr. St. X 1,40 bis 1,70, Ochsenfleisch vr.Md 65-724 Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd.50-56 4, Schweinefleisch pr. Pfd. 60-70 4, Kalbfleisch pr. Pfd. 40-50 4, Hammelfleisch pr. Pfd. 40 70 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo 3,50—4,00 X. Weißkruui pr Stück 5 -12 V .Rroiebelr pr. Gentner 7,50—8,50 X Milch p-. Liter 12 18 A, Gänse pr. Md. 44—54 4.
Die Deutsche Landwirthschast-.AuSstellung in München. Zum Zweck von Prämttrungen stehen der im Juli kommenden JahreS stattfindenden großen landw. Ausstellung zu München sehr beträchtliche Summen zur Verfüaung. Die Deutsche Landwirthschasts- Gesellfchaft, als Leiterin des Unternehmens, hat einschließlich der Stiftungen ihrer „Düngerabtheilnng" 54445 Mk. ausgesetzt. Der Magistrat der Stadt München giebt 10000 Mk. Das General- comtte des landw. Vereins in Bayern und das König!. Bayrische Ministerium des Innern zusammen 10800 Mk. Die Kgl. Württem- bergische Centralstelle für die Landwirthschast 5000 Mk., das Großh. Bad. Miniftelium des Innern 4850 Mk., der Landesausschuß der landw. Vereine im Großherzogthum Hessen 2560 Mk., das Kreis- comite des landw. Vereins von Mittelfranken 2230 Mk., das von Oberbayern 800 Mk., das von Oberfranken 500 Mk., das pon Unterfranken 300 Mk., der Verein deutscher Shorthornzüchter 500 Mk., der Verein zur Förderung der Mooicultur im Deutschen Reich' 500 Mk., der Magistrat der Stadt Erfurt 300 Mk., der Magistrat der Stadt Regensburg 100 Mk., Herr Rittergutsbesitzer Vibrans- Wendhaufen 100 Mk. — Dies ergiebt vorläufig die Gefammtfumme von 94335 Mk., wozu noch eine beträchtliche Zahl von silbernen und bronzenen Preismünzen der Deutschen Landwirthschasts-Gesell- schaft kommen. Anmeldungen zu sämmtlichen Abtheilungen der Ausstellung (Thiere, landw. Erzeugnisse, und Hilfsftoffe, Geräthe und Maschinen) werden bereits jetzt entgegengenommen und müssen vor dem 28. Februar 1893 bei der Geschäftsstelle der Gesellschaft (Berlin, Zimmerstraße Nr. 8) erfolgt fein.


