Ausgabe 
9.1.1892
 
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Nr. 7

Samstag den 9. Januar

«892

Zlints- und Anzeigeblatt- sür den Ureis Gieren

Hratiskeitage: Hichener JamikienMtter.

Neueste Nachrichten.

Depeschen desBureau Herold".

Vierteljähriger Avonnementspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg.

Redaction, Expedition und Druckerei:

Schutstratze Ar.7.

Fernsprecher 51.

. v ,.r, Qrfl y , Ztg." meldet aus Prag,

äLdLen^urb 6er,=tf) Über die Handelsverträge

Der Hießcner Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme dcS Montags.

Tie Gießener Aamitienötätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.

letzener Anzeiger

Kenerat-Mzeiger.

die in der Provinz bestehenden Kleinkinderschulen bedacht werden sollen.

Es werden hiernach die Vorstände solcher Schulen, für Echo eme Subvention gewünscht wird, ausgefordert, ihre deßrallstgen Gesuche, mit welchen eine möglichst ausführliche Mtttheilung über Ausdehnung, Mittel und Bedürfnisse der betreffenden Anstalt zu verbinden ist, bis zum 10. Februar 1- an den unterzeichneten Vorstand der Stiftung gelangen

am nächsten Donnerstag wird, wie verlautet, ohne beson u-re xTv mllen erfolgen. Insbesondere gilt es als feflftebet.3, .bQV'r 35orntt^tne bc§ Eröffnungsactes durch den Monarchen w Person nicht in Frage kommt, vielmehr dürfte hiermit «taatssecretar v. Bötticher, als Vicepräsident des preußischen Staatsmimsteriums, betraut werden.

Stock befinden sich Polizeiwache, Gefängnißzellen und in einem Seitenflügel das Comptoir und die Wohnung Sewas. ^m mutteren Stock ist bis zur Fertigstellung der Gouverne- mentvbauten in Dar-cs-Salaam die Hauptkasse untergebracht, deren Beamte den ganzen oberen Stock bewohnen.

burch die Stadt kommen wir zu dem Hause des

Wal, (Bürgermeister) Scheich Amer bin Soliman. Der würdige Araber mir dem großen grauen Vollbart sitzt vor dem Hause und mit einer Handbewegung lädt er uns ein, neben ihm Platz zu nehmen. Sofort kommen Diener mit silberner Kaffeekanne und ebensolchen kleinen Täßchen, welche sie, mit feinstem Mokka gefüllt, uns überreichen. Wir gehen durch die enge Jndierstraße weiter, Kaufladen an Kaufladen, es scheint kein Ende nehmen zu wollen. Endlich lichtet es sich. Rechts ,st ein großes weißes Gebäude ohne Fenster: auf dem flachen Dache steht ein Mann in langem weißem

e an e, welcher, unter an den Mund gehaltenen Händen lang gezogene Töne ausstößt:Allah il Allah, Mohamed

asiil Allah. (Gott ist Gott, Mohamed Prophet Gottes.) Da- Haus ist die größte Moschee von Bagamoyo. Im Ganzen hat ine Stadt sieben Moscheen, welche säst ebenso vielen Seelen angehoren. Hinter einer Gruppe prachtvoller Mangobaume wird e,n europäisches Haus mit Veranda und zwei großen Seitenflügeln sichtbar, das deutsche Hospital.

Dse Stadt ist zu Ende. Auf einem Fußwege gehen wir zwischen hohem Grase hindurch, über uns wölben sich die Kronen von Palmen zu einer beschattenden Decke. In einem schmalen Durchgang durchschreiten wir eine gefährlich aussehende Cactusheckc, biegen dann um eine Ecke und bleiben überrascht stehen. Vor uns erstreckt sich etwa 800 Meter rcat eine breite, mir Mangobäumen besetzte Allee, mit De .Kastanien-, Buchen- oder Lindenallee in

Deutschland kaum einen Vergleich aushalten kann. An dem östlichen Ende sehen wir ein rauhes Kreuz und dahinter Missio? 20,1 9E^n "°s'"cher Richtung auf die

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Vorm. 10 Uhr.

Deckung des Influenz ab acillus. Die Untersuchungen betreffen 24 Falle. Es wurde stets derselbe Bacillus ac- funden, der bei keiner anderen Krankheit vorkommt. Die Herstellung von Reincnlluren gelang, ebenso wie die Ueber- impfungen aus Affen, Kaninchen rc. vr. Canon stellte Unter. KwT « b-i 20 Patienten an, 17 zeigten den

Bacillus. Professor Koch stellte die Identität der Unter«

; suchungsresultate^von Pfeiffer und Canon fest.

Dziennik Poznanski" dementirt die eine Dankadresse an den Papst

Alle Annoncen-Bureaux de- In- und Auslandes nehmen Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

Arntlichev Lbeil.

Bekanntmachmlg, betr. den Frühjahrs- und Herbst - Pferdemarkt zu Friedberg 'm Jahre 892, hier Gesuch um Erlaubniß zu emer nüt biefen Markten zu verbindenden Verloosung.

cv n- Großherzogliche Ministerium des Innern und der Justiz hat genehmigt daß mit dem nächstjährigen Friedberger frühjahrs- und Herbst-Pserdemarkl je eine Verloosung ve?bm>ven wird.""^ '°®ie 'ästigen Gegenständen

Bei dem Frühjahrs markte dürsen höchstens 10000 ~°°e ä 1^. 30^ ausgegeben und muffen 9650 Jt zum Gewliingegenständen verwendet werden: bei dem Herb si markte dars ebensalls die Zahl von 10 000 Loosen : X v nr . md)t überschritten werden und sind 9550 Jt. tnr ben Ankam von Gewinngegenständen zu verausgaben.

mer ^'eifau.r be^ ~P°fe 'm Großherzogthum ist gestattet. Gießen, den 6. Januar 1892.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

__ v. Gagern.

Feuilleton.

Bagamoyo.

Ueber dieses Dorf an der Ostküste Mittclasrikas, gegen­über der ^nsel Zanzibar, von dem jetzt in der TaqeSpreffe ° ° b,e Mebe 'st- schreibt der Postpractikant W. Weber |r ^?°^teher der deutschen Postagentur in Bagamoyo' derConstanzer Zeitung": J '

.... 9Zad) Brrlaffen der Station gehen wir zunächst aus der schonen und breiten Straße nach der Stadt. Rechts unten r-* dem Wasser liegen 20 bis 30 arabische

©^6114^6, Dhaus genannt, und weiter draußen auf der Rheede ein «der zwei Dampfer. Dahinter dehnt sich, für das Auge unendlich, der indische Ocean aus. Links von der Stratze steht zunächst von schönen Anlagen umgeben, in denen die .machtigen Aloepflanzen hoch emporragen, die Osfizier- 2 welch-r die einstöckige, langgestreckte Kaserne' mit einem großartigen Palmeghain im Hintergründe liegt. Zwischen der Offiz,erme,se und der Stadt liegen die Bauplätze der großen Hamburger Handelshäuser in Zanzibar, O'Swald u. Co., Honsing u. Co. und A. H. Meyer. Wir betreten Grieck^w das europäisch gebaute Haus bewohnt ein 2" We <ftr 6'Cr r'nCn Kramerladen und ein Billard hat. D" Weg verengert sich und wir sind in der Jndierstraße. unfö ist der Marktplatz mit den langgestreckten Markthallen welche aus Pfählen und Wellblechdächern bestehen. Hier sitzen die Landbewohner und verkaufen ihre Bodenerzeugnisse, sowie Brennholz, welches hier sehr gesucht ist. In der Mitte be-

(ben, ti0." bre' Seiten geschlossene Fleischhalle, wo Ochsen-, Hammel- und Ziegenfleisch verkauft wird. Ein

mit europäischem Dachstuhl, ist b>e Faktorc, der deut,ch-ostafrikanischen Gesellschaft. Weiter kommen wir zu einem großen, dreistöckigen Gebäude, vor

Doppelposten stehen. Es ist das Haus des reichen Indiers Sewa Hadschi. Im unteren

Gießen, ben 6. Januar 1892.

Der Vorstand der Mathildenstiftung für Oberhessen. v- Gagern, Provinzialdireclor.

Deutsches Reich.

sn?iifi5r/V 6 § ®lttc^or treten wir in die katholische Missionsstation em. Durch herrliche Gartenanlagen unter Orangenbäumen mit ihren gelben Früchten hindurch gelangen wir an das weißglänzende Haus. Männer in langen, schwarzen Rocken treten uns entgegen und laden uns freund- ich ein, naherzutreten. Ein zweistöckiges steinernes Haus, nngs von einer Veranda umgeben, ist das Hauptgebäude. WeXstö^ b*C Aü6fte. tleine K-rche. Die verschiedenen Werkstätten, in welchen die des Handwerks kundigen Brüder mit schwarzen Gesellen und Lehrbuben arbeiten, umgeben das Hauptgebäude. Im Garten ist ein großes eisernes Wasser­reservoir, welches die ,n vielen Röhren die Mission durch- laufende Wasserleitung speist. In dem großen Gemüsegarten sind viele europäische Gemüse zu finden.

Die Missionsstation Bagamoyo ist die älteste und größte m Deutsch - Ostafrika und gehört derCongregation du St. Esprit et de St. Marie" an. Der Superior Pflre Etienne Baur, em Elsässer, wirkt hier bereits 26 Jahre. Die Thatigkeit der Mission beftebt darin, daß sie Sclaven- kinder freikauft, dieselben zu Christen und cultivirten Menschen erzieht und dann entweder zur Verbreitung der Lehre weiter nach dem ^nnern Afrikas schickt oder in dem bei der Mission angelegten Dorfe St. Josef ausiedelt.

Neben der beschriebenen Missionsstation ist noch eine fast ebenso angelegte, worin die weiblichen Kinder durch Schwestern erzogen werden.

Wir verlassen die Mission auf dem südlichen Fußwege und kommen, immer unter Palmen gehend, zum Westende der Stadt, von wo wir in die reinlichen, breiten Straßen des Negerviertels sehen können. Am Eingänge zur Stadt siebt Irans'"" Um9ebcnc8 Zweistöckiges steinernes

£ou§. Es ist da- sogenannte Alarmhaus, einer der Posten, welche wahrend des Ausstandes gegen plötzliche Ueberfälle an den Eingängen der Stadt errichtet worden sind.

(Schluß folgt.)

Hamburg, 8. Januar. Die Sammlungen für das 76000^ mQl rmb ^schlossen- dieselben ergaben Wien, 7. Januar. Morgen findet eine Sitzung statt wegen Ermäßigung des Bankzinsfußes.

er. ^icn* .8* Januar. DiePol. Corresp." meldet aus Petersburg, der Voranschlag für öffentlicheBauten

Bekanntmachung, betr. die Zulassung von Loosen auswärtiger Lotterien zum Vertrieb im Großherzogthum.

ber ®r°66erjog haben mit Aller- höchster Entschließung vom 23. December v. I. deut Vereine Dan^ rUt,h -anb Ausschmückung der Marienburg bei Danzig die Erlaubniß zu erthetlen geruht, die Loose wm fünf m ben Jahren 18921896 nach Maßgabe des für das ^cu,^n genehmigten Verloosungsplanes zu ver- vertreibem" inner^16 beS Großherzogthums zu

^erloosungSplane dürfen alljährlich 350 000 u>o,e a 3 v*. ausgegeben werden und müssen 375 000 zu Gewinnsten verwendet werden.

Gießen, den 6. Januar 1892.

Großherzogliches Krcisamt Gießen., v. Gagern.

Bekanntinachung,

betr. die Mathilvenstiftung für Oberhessen.

,3? Voranschlag der' Mathildenstiftung für Ober- heffen sind für das Jahr 1891 1140 jl vorgesehen, welche ju wohlthattgen Zwecken verwendet und womit in erster Linie

, d-rlm. 7. Januar. DieNordd. Allg. Ztg." führt an ~ i , daß die Meldungen verschiedener Zeitungen

-von dem Vorhandensein eines Conflictes wegen der Be- ää L-ää -4-s! Ä-SKaas rnnm Politik kern sonderlich hervorragendes Ereigniß ge- , . Berlin, 7. Januar. Nach der Alla Reichs Corr" fmt

bracht, wa- wohl m,t auf die Nachwirkungen der festtäglichen - bef Qmcrneur Oon Straßburg? ®EnEraaieutenam bL@ö n f. ! e L ^etb°'' ist,- erst der Wiederbeginn der parla- i seinen Abschied eingereicht ° ' @°bbC'

e ^sl^lgkett der Reichsboten in kommender Woche Berlin, 8. Januar, in Verbindung mit dem Zusammentritte des preußischen Land- ~

tage§ durste einen neuen frischen Zug in die inneren An- - und beschloß, 'das Zustandekommen derselben mit sswrs!. 3"n,c,*n

ta <S«n6iS« her Mliet

über dem Centrumscandidaten, Gutsbesitzer Bauermeister, nach' beefuna bei 4» fr.,. D^/ßfelffer über die Ent- heitzem Wahlkampfe zum Reichstagsabgeordneten g^wähtt 1 ' J"fluenz°b°cillus. Die Untersnck...n».»

reorben tft An diesem endgiltigen Ausgange der Hildes- Hemmer Wahl erscheint der Umstand, hiermit die National- iberalen ein von ihnen mit nur zwei kurzen Unterbrechungen tett, beiessenes Reichstagsmandat zurückgewonnen haben, vie- letcht weniger bcmerkenswerth als das Eintreten der Frei­sinnigen für den nationalliberalen Candidaten. Trotzdem

wird man indessen gut thun, aus dieser vereinzelten Er- Posen, 8 Januar ' Wemung keine weitgehenden Schlüsse auf eine nachhaltige ' Nachricht, daß dsi Polen Annäherung zwischen Freisinn und Nationalliberattsmus zu i wegen der Eritennimo ein.«'»H"" « vutl,t

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Die immer günstiger lautenden Nachrichten über das Befinden des Prinzen Georg werden im ganzen Sachsen- ! laude mit freudiger Genugthuuug vernommen und allerorten erklingt der Wunsch, daß der erlauchte Prinz von seiner jein361'6'1 Kranket recht bald vollständig wiederhergestellt

Die Eröffnung des Preu ß i sch e n Land t ag s