Paris, 7. October. 22 Erkrankungen, 5 Todesfälle.
Havre, 7. October. 4 Erkrankungen.
Rouen, 7. October. 1 Todesfall.
Sitzung -er Sta-tveror-neten
am 6. Octobcr 1892.
Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, die Herren Beigeordneten Georgi und Grüneberg, von Seiten der Stadtverordneten die Herren: Adami, Dr. Gutfleisch, Habenicht, Heyligenstaedt, Homberger, Jughardt, Keller, Köber, Dr. Ploch, Scheel, Schiele, Schopbach, Simon, Dr. Thaer, Vogt und Wallenfels.
Nach dem über das Gas - undWasserwerk vorgelegten Rechnungsabschluß nebst Vermaltungsbericht hat im Jahre 1891/92 das Gaswerk 23 715 Mk., das Wasserwerk 6786 Mk. Gewinn ergeben. Der Reingewinn vom Gaswerk ergab ein Mehr von 8715 Mk. gegen das Vorjahr oder 29028 Mk., wenn nichts amortiflrt würde. Die Betriebs- überschüffe des Gaswerks sollen an die Stadtkasse überführt werden, wogegen die Ueberschüffe des Wasserwerks zu erhöhter Schuldentilgung Verwendung finden sollen. Aus den Betriebsergebniffen der beiden Werke dürste von weiterem Interesse sein zu erfahren, daß das Gaswerk 768 000 Ebm. Gas erzeugte,- die Zahl der Privatabnehmer belief sich aus 554 mit 8315 Flammen,- im Gebrauche sind 615 Gasmesser, in Privatbetrieb 25 Gasmotoren mit 53J/2 Pserdekräften. Die Zahl der Straßenlaternen beträgt 467, darunter 161 Richtlaternen. Die Einnahme aus Gas bezifferte sich aus 108 454 Mk., diejenige aus Gaseinrichtungen auf 21 504 Mk. Die Ausgabe für Gaskohlen belief sich aus 59 207 Mk. — Was das Wasserwerk betrifft, so sind im Berichtsjahre zu- gefloffen 230 580 Ebm. Wasser — 630 Ebm. täglich, davon wurden abgegeben an Private 96 486 Ebm., für öffentliche Zwecke 59 600 Ebm., der Selbstverbrauch betrug 10200 Ebm., der Verlust 23 060 Ebm., der Ueberlaus 41 430 Cbm. Die Selbstkosten des zugeflossenen Wassers berechneten sich aus 33 484 Mk. oder 14^/z Psg. pro Cubikmeter, des verkauften Wassers auf 21.45 Psg. pro Cubikmeter. Die Zahl der Häuser-Anschlüsse stieg auf 621. Der von Privaten erhobene Wasserzins hat sich gegen das Vorjahr um 2728 Mk. erhöht. Die von der Deputation für das Gas- und Wasserwerk geprüfte Rechnung wird nicht beanstandet und dem Anträge entsprechend dieselbe einschließlich der nöthig gewordenen Credit- Überschreitungen genehmigt. Hinsichtlich der geplanten Ausdehnung des Wasserwerks durch Aufschließung neuer Quellen theilt Herr Oberbürgermeister Gnauth mit, daß der zu diesem Zwecke berufene Ingenieur Schmidt aus Frankfurt a. M. mit den Vorarbeiten bezw. Untersuchungen in der Umgegend begonnen habe.
Die alljährlich vorzunehmende Festsetzung des Coaks- preise für die städtischen Anstalten wird dahin erledigt, daß beschlossen wird, eine Aenderung nicht eintreten zu lassen und die in Rede stehenden Coakspreise entsprechend denjenigen zu normiren, wie sie Abnehmern von über 200 Centnern (10 Psg. pro Centner billiger wie sonstige Käufer) in Anrechnung gebracht werden. Der Bedarf an Coaks für die städtischen Anstalten ist mit 5075 Centner für das kommende Jahr angenommen.
Zufolge Gesuchs des Herrn Fabrikanten H. Schassstaedt um Versehung der Schanzenstraße mit Gas und Wasser wird unter Genehmigung des Kostenvoranschlags beschlossen, die hierzu erforderlichen Leitungsröhren bis an die Schaffstaedt'sche Hofraithe legen zu lassen.
Dem Gesuche um Ausdehnung der Wasserleitung bis zum Weidig'schen Wohnhause in der Sonnen st raße wird ebenfalls stattgegeben.
Nachdem durch wiederholte Analysen sich ergeben, daß das Wasser einer großen Anzahl städtischer Pumpbrunnen für den menschlichen Genuß theils schädlich, theils nicht empsehlenswerth ist, hatte die Versammlung darüber zu be-
als sie seinen Schritt hörte und aufblickte. Aber lächelnd streckte sie ihm dann die Spitzen ihrer zarten Hand entgegen, die er galant küßte, und freundlich erwiderte sie seinen Gruß.
„Wie haben Sie geschlafen, Mademoiselle?"
„Gut, mein Herr, und Sie selbst?"
„Ich habe viel wunderbares Zeug geträumt. Aber der Mittelpunkt aller meiner Träume, entschuldigen Sie, daß ich es zu sagen wage, mein Fräulein, waren Sie, Sie aani allein!" 9 ö
„Sie wollen mir schmeicheln?"
„Nein, im Ernst," entgegnete er und verfiel unwillkürlich m fein geliebtes Deutsch, „es ist so! Das hat aber eine eigentümliche Bewandtniß."
Und nun fing er an zu erzählen von der deutschen Heirnath und vorn Schloß Langenhausen, von dem Bilde mit der sonderbaren Sage, die sich daran knüpfte, und den Versen: „Willst Du Dein Herz mir schenken, L>o sei's für mich auch ganz allein;
Ich will mich drein versenken
Und bin für Ewigkeiten Dein!"
Plötzlich unterbrach er sich mit der Frage: „Verstehen Sie mich auch, Fräulein?"
„O ja," entgegnete sie hierauf deutsch, und ihm klang es wie Sphärenmusik, „ich spreche auch etwas deutsch- mein Vater hört es sehr gern, nur Robert kanns nicht leiden' Doch erzählen Sie weiter."
Er war bald zu Ende.
'/3a'" entgegnete sie leise, „das ist wirklich sonderbar' Laut einer alten Teslamentsbestimmuug heißt dieses Schloß auch Maieon-longue, das heißt auch Langenhausen. Unsere Urahne soll auch eine Deutsche gewesen sein und ich besitze ihr Bild aus einem Sillck Elsenbein. Darunter stehen ganz dieselben Verse, die ich von Ihnen hörte. Entschuldigen Sie einen Augenblick."
(Fortsetzung folgt.)
schließen, in welcher Ausdehnung borgegangen werden solle, um eine Verbesserung des Wassers herbeizuslihren. Die Ursache der Wasserverderbniß in den ösientlichen Pumpbrunnen liegt nach dem Ergebniß der Untersuchiing im Zustande der Brunnen selbst- das schadhafte Mauerwerk der Schächte ermöglicht den Zutritt von Schmutzwasser und sonstigen schädlichen Substanzen. Es ist zur Verhütung der Verunreinigung der Brunnen von Außen empfohlen worden: Anlage eines 50 Ctm. starken Lettenmantels um die Schächte, Erneuerung der Rahmen und Deckplatten, Herstellung eines die Brunnen umgebenden, dichter schließenden Pflasters, Entleerung der Schächte zwecks Untersuchung der Sohle und des Wassers, Anlage von Filterschichten. Die Kosten dieser Arbeiten sind veranschlagt auf Mk. 2382 und als der Ausbesserung und Reinigung bedürftig erachtet worden folgende Pumpbrunnen: 1) an der Verbindung zwischen der Franksurterstraße und dem Bahnhof, 2) am Teufelslustgärtchen, 3) im Hospitalhos, 4) am Eingang zur Wettergasse und Mäusburg, 5) in der Sandgasse, 6) an der Schule am Asterweg, 7) in der Neustadt am Gatl'schen Hause, 8) an der Obermühle, 9) in der Wetzsteingasse, 10) an der höheren Mädchenschule, 11) am Schulhaus in der Schulstraße, 12) im Hofe der Bürgermeisterei, 13) im Hofe des Polizeiamts, 14) im Hose der Realschule, 15) am christlichen Friedhof, 16) am israelitischen Friedhöfe, 17) im Philosophenwaid- das Wasser des Jughardtsbrunnens am Seltersweg wurde als gut bezeichnet. Die Deputation Hal beantragt, Von den hier aufgesührten Brunnen erst diejenigen behufs Herstellung auszusuchen, bei denen ein öffentliches Interesse vorliegt, je nach dem Erfolg der Herstellungsarbeiten sollen dann die übrigen der Verbesserung unterzogen werden. Es wird sonach nach eingehender Besprechung, an welcher sich die Herren Scheel, Heyligenstaedt, Jughardt, Wallenfels, Hornberger, Schopbach, Beigeordneter Georgi, Director Bergen, sowie Oberbürgermeister Gnauth betheiligen, beschlossen, demnächst im Sinne der Verbefferungsvorschläge herzustellen die Brunnen am Verbindungsweg zwischen Franksurterstraße und Bahnhof, am Teufelslustgärtchen, im Hospitalhofe, am Eingang der Wettergaffe und Mäusburg, in der Sandgaffe und am Schulhaus am Asterweg. Der auf die hier genannten Brunnen entfallende Kostenantheil von Mk. 1027 wird bewilligt.
Das Gesuch des Herrn Gärtner Carl Becker um Erlaubniß zur Erbauung eines weiteren Gewächshauses am Schiffenberger Weg soll ausnahmsweise (der Lage des geplanten Gebäudes in einem noch nicht zur Bebauung bor- gesehenen Stadtheil wegen) befürwortet werden.
Bezüglich des Gesuches des Herrn Wilh. Gail um Erlaubniß zur Erbauung einer Aufseherwohnung bei der Dampsziegelei wird beschlossen, auf die ursprünglich bor- geschriebene Parallelstellung des betr. Gebäudes zum Erdkauterweg zu verzichten.
Zu dem Gesuche einer Anzahl Einwohner des Kirchen- Platzes, der Sch lo ß g ässe und der C ap laneig a ss e um Herstellung eines besseren Wasserabflusses längs ihrer Häuser wird der Antrag der Baudeputation angenommen, »ach welchem eine Aenderung des bermaligen Zustandes bis jur Entscheidung über die Frage einer systematischen Entwässerung der Stadt (Canalisation) nicht borgenommen werden soll. Die in einer besonderen Eingabe der Herren Buchhändler Ferber und Apotheker Roth beschriebene Mißständig- keit der Gosse bor ihren Häusern liegt mit an dem Mangel erhöhten Trottoirs, tm übrigen seien die Uebelstände in den borgenannten Straßen nicht schlimmer als in anderen Stadtteilen, bezüglich deren Beschluß wegen Verbesserung der Wasserabsührung ebenfalls bis nach Entscheidung über die Frage der Canalisation ausgesetzt sei. Der bon den Petenten in Anregung gebrachten Anlage einer Rohrleitung über den Kirchenplatz nach der Stadtbach hinter der Kirche sei eine Rohrleitung nach dem Lindenplatz, weil kürzer, borzuziehen, zu einer solchen könne sich aber borerft die Stadt, eben in Rücksicht auf die Frage der Canalisation, nicht entschließen und solle es deshalb den Interessenten anheimgestellt werden, dieselbe auf ihre Kosten (ca. 6—700 Mk.) Herstellen zu lassen.
Der vor einiger Zeit bei einer Offenbacher Firma nach borher eingesandtem Muster bestellte Rettungsschlauch für die Freiwillige Feuerwehr ist nicht mustermäßig ausgefallen, weshalb aus Antrag der Feuerlösch-Commission beschlossen wird, einen anderen bei der Firma W. Fuchs in Halberstadt zum Preise bon 195 Mk. zu bestellen.
An den Sätzen für die alljährlich sestzustellenden Löhne und Fuhrkosten bei Waldculturarbeiten soll für das Jahr 1893/94 nichts geändert werden- die Tagelöhne betragen sonach für männliche Arbeiter 2 Mk. im Sommer, 1.60 Mk. im Winter, für weibliche Arbeiter für das ganze Jahr 1.20 Mk. Für Fuhren werden bergütet pro Tag 6 Mk. für einen mit einem Pferde oder zwei Kühen, 10 Mk. für einen mit zwei Pferden oder zwei Ochsen bespannten Wagen.
Unter „Decretur bon Kostenrechnungen" wird eine vom Ortsgericht eingegangene Ausstellung, unter „Sachliche Kosten der Poltzeiverwaltung" die Kosten für Reparatur zweier in Benutzung der Polizei befindlicher Fahr- rader, unter „UneinbringlichePostenundNachlässe au« dem Rechnungsjahr 1891/92" die Streichung einiger derartiger Posten genehmigt.
Unterm 28. August hat das Großh. Kreisgesundheitsamt mtttelft Schreibens angesichts der Choleraepidemie aus die Gefahr der Verwendung des Wieseckwassers aufmerksam gemacht unb, besonders gewarnt vor dem Ausspülen bereits gekochter Wäsche, dem Auswaschen der Zimmer u. s. w. mittelst dieses Wassers- das Kreisgesundheitsamt hat danach den Erlaß eines entsprechenden Verbots beantragt. Großh. w°Stiel“mt b“raul bcn im Sinne des gesundheitsamtlichen Antrags ausgearbetteten Entwurf borgelegt. Man hat sich weder '» der Bau- noch in der juristischen Deputation für em unbedingtes Verbot der Benutzung des Wieseckwassers ausgesprochen- das Vielfach zum Spülen und Waschen benutzte Wasser des Stadtbaches und des Stadtringgrabens sei mindestens ebenso gefährlich, wenn nicht gefährlicher als daö
Wicseckwasser, dessen Benutzung zur Wäsche und Bleiche der Einwohnerschaft zur Gewohnheit geworden- es lasse sich aber auch schwer die Frage beantworten, womit solle man waschen und bleichen oder wo das zur Begießung der Gärten rc. nöthige Wasser hernehmen u. dergl. m. Dem Polizeiverbot wird schließlich nach Annahme einiger von den beiden Deputationen vorgeschlagenen Aenderungen insoweit zugestimmt, als das Verbot der Entnahme von Wicseckwasser erst dann erlassen werden soll, falls wirklich Fälle von Cholera oder ähnlichen Krankheiten eintreten, das Verbot soll aber wieder aufgehoben werden, sobald die Krankheit erloschen ist. Dagegen sollen Stadtbach und Stadtringgraben dauernd geschlossen werden, sobald Jnfectionskrankheiten sestgestellt sind.
Die Verwendung von Kindern zum Verkauf und Umhertragen von Backwaaren, Blumen und sonstigen Waaren hat Großh. Polizeiamt veranlaßt, der Stadtverordneten-Versammlung den Entwurf eines den Handel der Kinder theils verbietenden, theils für gewisse Gegenstände einschränkenden Polizei-Reglements vorzulegen. Die namentlich in sittlicher Beziehung hervortretenden Schäden des Feilbietens von Waaren durch Schulkinder hat die mit Prüfung des Entwurfs betraute juristische Commission nicht verkannt, sie hat aber gleichzeitig die Streichung einiger Bestimmungen beantragt, für deren Anwendung nach den jeweiligen örtlichen Verhältnissen keine Veranlassung vorliegt. Durch das betreffende Reglement soll lediglich der Verkauf von Backwaaren, Blumen und Kurzwaaren durch Kinder unter 14 Jahren, besonders durch Schulkinder, verboten werden. Zur Aufnahme weiterer Bestimmungen über die Verwendung von Kindern unter 14 Jahren zu Schaustellungen u. s. w. lag nach fernerer Erklärung der Commission kein Anlaß vor, da einer derartigen Verwendung schon durch die Reichsgewerbeordnung vorgebeugt ist. Die Stadtverordneten-Versammlung erklärt sich mit Annahme des Entwurfes, wie er aus der Commissionsberathung hervorgegangen, einverstanden.
(Schluß folgt.)
totales rind provinzielles.
Gießen, 7. October 1892.
— Verhaftet wurde gestern ein Dienstmädchen, das seiner früheren Herrschaft mittels Nachschlüssels einen größeren Geldbetrag entwendet haben soll, und ein Taglöhner wegen Zechprellerei.
— Falsche preußische Thalerftücke mit dem Münzzeichen A nnd der Jahreszahl 1861 befinden sich seit einiger Zeit im Umlauf. Die gefälschien Geldstücke sind an ihrem Mindergewichte, dem bleiernen Glanze und fast glattem Rande von den echten Thalern leicht zu unterscheiden.
Aus Garbenteich, 5. October, erhielten wir nachstehende Mittheilung: In No. 534 des „Reichsherold" erschien eine Annonce über die hiesige Gemeinderathswahl, worin eine Anzahl Wähler als Sozialdemokraten bezeichnet wurden, welche bedeutend agitirt hätten, um zum Siege zu gelangen. Die heute stattgefundene Bürgermeisterwahl zeigt jedoch, daß dem nicht so ist und Einigkeit und Frieden unter den Bürgern dahier herrscht. Wir möchten dem Artikelschreiber den Rath ertheilen, in Zukunft mit seinem Urtheil nicht so voreilig zu sein und es zu unterlassen, einen Keil zwischen den Frieden der Bürger zu treiben.
Ostheim, 6. October. Die hiesigen Gemeindeobstanlagen, welche schon eine lange Reihe von Jahren, Dank unserem tüchtigen Bürgermeister Herrn Schneider, als mustergültig bezeichnet werden können, haben auch in diesem Jahre, wo m hiesiger Gegend der Obstsegen als ein nicht allgemein reicher zu bezeichnen ist, trotzdem wieder einen recht hübschen Ertrag für unsere Gemeindekasse ergeben. 1240 Mark war der Erlös für versteigertes Gemeindeobst.
Darmstadt, 6. October. Am 19. und 20. October findet hier im städtischen Saalbau bte Allgemeine Conferenz der deutschen Sittlichkeitsvereine statt.
Bürstadt, 6. October. Heute beim Morgengrauen wurde ein junger Mensch von 18 Jahren auf der Straße in seinem Blute tobt aufgefunben. Mehrere töbtliche Messerstiche haben seinem jungen Leben ein jähes Enbe bereitet. Von der Stelle, an welcher ber Stahl ihn traf, schleppte er sich ungefähr 50 Meter fort, wo er tobt liegen blieb. Fünst hoffnungsvolle Bürschchen von 15 bis 18 Jahren wurden heute Nachmittag auf dem Rathhause verhört und nach Lorsch abgesührt.
vermischtes.
* Es lebe die Concurrenz! In Treuen machte eilt Kaufmann bekannt: „Jedem mich beehrenden Kunden werde ich mit einer Tasse Kaffee uud einem Stückchen Kirmeskuchen auswarten. Um ihn zu übertrumpfen, zeigt nun ein Con- current an: „Jeder Besucher meines Geschäfts erhält eine der Größe der Einkäufe entsprechende Bratwurst !"
* Braut bleibt Braut! In einem Geraer Blatte befinden sich zwei curiose Anzeigen. In einer Nummer wirb mitgetheilt: Meine Verlobung mit Fräulein Emma Ziegler erkläre ich seit ber schriftlichen Mittheilung vom 8. August trotz ihrer Weigerung für aufgehoben. Richarb Jörk. — In ber barauf folgenben Nummer: Berichtigung. Ich erkläre hiermit, baß ich mit ber Verlobungsaufhebung des Herrn Jörk nicht einverstanden bin. Ich bin unb bleibe noch bie Braut. Emma Ziegler.
* Lüttich, 6. October. Ein Attentat gegen ben Postwagen würbe in ber Mitte ber Stabt verübt- es war aus bie Werthsachen abgesehen, welche vom Bahnhof nach bem Postbureau per Wagen gebracht werben. Der Attentäter erbrach eine Werthkiste mit einem Brecheisen und raubte 100000 Francs, welche er, als er verfolgt würbe, wegwarf. Er heißt angeblich Grase, ist aus Bayern unb gestand ein, seit Jahren vom Diebstahl zu leben.


