Ausgabe 
8.9.1892
 
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Washington, 6. September. In einem von den Zeitungen veröffentlichten Schreiben erklärt Harrison sich zur An­nahme einer Wiederwahl als Präsident bereit. Er spricht sich für die Vermehrung solcher Handelsschiffe aus, die durch ihre Bauart geeignet sind, erforderlichen Falles den Zwecken der Regierung zu dienen. Seine Reciprocitätspolitik betrach­teten die rivalisirenden europäischen Handelsmächte als ihre commcrciette Suprematie bedrohend. Die Schutzzölle bezweckten zu verhindern, daß die Löhne auf das Niveau der europäischen sinken. Die freie Silberausprägung werde, wenn das Silber in solchem Verhältnisse zum Golde stehe, daß es die Gleich­heit beider Metalle aufrechthalte, zum Segen aller Nationen gereichen. Er erwarte befriedigende Resultate von der Münz- eonserenz. Der nationale und commercieöe Einstuß der Unionsstaaten sei in beiden Hemisphären niemals höher geachtet gewesen. _____

Depeschen deS BureauHerold".

Berlin, 6. September. DieNordd. Allgem. Ztg." berichtet über den Wegfall der Kais er Manöver. Der Grund sei die weise Fürsorge für die Bevölkerung und die Truppen, da bei dem Zusammenströmen der Menschenmassen die Verantwortung wegen der Choleragefahr zu groß sei. Eine Veranlassung zur Beunruhigung sei weder für die Reichs­lande noch für die Rheinprovinz vorhanden.

Berlin, 6. September. Der Redacteur Thiel von dem socialistischen BlatteVolksmacht" hatte sich heute vor der Ferienstraskammer wegen Preßvergehens zu verantworten. Vor der Vernehmung der Entlastungszeugen warnte Land- gerichlsdirector Schmidt dieselben folgendermaßen:Es ist mir bekannt, daß die Leitung der socialistischen Partei ihren Mitgliedern anempfohlen hat, überall da, wo Socialisten vor Gericht stehen, Meineide zu schwören." Der Dertheidiger des Angeklagten protestirte energisch gegen diese Behauptung - ein Gleiches thut die heutige Nummer derVolksmacht" und schließt den Artikel, Laudgerichlsdirector Schmidt merde bem^ nächst Gelegenheit haben, den Wahrheitsbemeis für die aus­gestellte Behauptung anzutreten.

Berlin, 7. September. Dem Vernehmen nach erfolgt die Veröffentlichung über das Unterbleiben der Manöver des 13. und 14. Armeecorps spätestens morgen.

Köln, 6. September. DerKöln. Ztg." wird aus Petersburg gemeldet: Els Gouvernements erbaten be­reits wieder zu Aussaat- und Verpslegungszwecken 13 Millionen Rubel. Vorläufig wurden nur 5 Millionen gezahlt, da von dem Verpflegungscapital jetzt nichts mehr flüssig sei.

Braunschweig, 7. September. Der socialistische Landesparteitag, welcher aus den 11. September an­gesetzt war, wurde der Choleragefahr wegen verboten.

München, 6. September. Der soeben vom Statistischen Bureau pro August ausgegebene Saatenbericht constatirt durchgehend eine sehr gute Ernte von Klee, Grummet, Kraut, Rüben und zum größten Theile auch Kartoffeln und Hopsen. Letztere hat besonders in Franken durch die große Hitze und Dürre gelitten. Die Klagen über den herrschenden Futter-- mang-l^nd allgemeine.Die. .Mer Me i^föVnW'ntn der Pfalz und Untersranken ebensalls durch die Hitze gelitten. Die Quantität kommt der im Vorjahre gleich, die Qualität ist gut. Der Tabak steht gut; einzelne Bezirke Schwabens wurden durch Hagelwetter empfindlich geschädigt. Mit dem Anbau der Wintersaat wurde theils begonnen, theils wurde derselbe vorbereitet, doch ist der in Folge der Dürre zu harte Boden für die Entwickelung der Saat ungünstig.

Budapest, 6. September. DerPester Lloyd" entwickelt aus Grund absolut sicherer Informationen die leitenden Gesichtspunkte der deutschen Militärvorlage und be­hauptet, daß die Angelegenheit schon seit Jahr und Tag in zuständigen militärischen und politischen Kreisen verhandelt wird. Da nach genauen Berechnungen der Dreibund über ungefähr 1 Million Soldaten weniger verfügt als Frankreich

durch diesen stillen, schüchternen, jungen Mann tiefer als im Umgänge mit einem Fremden, erregt worden sein. Völlig anders war die Macht gewesen, welche sie zu dem geliebten Lorenz unwiderstehlich hingezogen hatte.

Vollkommen befriedigt, ja glücklich falls der Aus­druck Glück in Bezug auf Zorn zu gebrauchen wäre, da er einen Zustand bezeichnet, in welchem das ruhige Gleichmaß des Empfindens gestört worden ist fühlte'sich der alte Herr. So angenehm ihm auch der Umgang mit seinem künf­tigen Schwiegersöhne erschien, es hatte ihn doch stets etwas wieSturm" in dessen Nähe angeweht und ein wenig aus der gewohnten Bahn getrieben. Immer hatte der Rechuungsrath einige Stunden gebraucht, um die durch Lorenz Walter her- borgerufenen fremdartigen Eindrücke in sich zu verarbeiten und wiederum zur alten Ruhe zu gelangen. Auch imponirte es dem jungen Manne nur wenig dies sah der Rechnungs­rath mit einer Mischung von Verwunderung und ernstem Be­denken ein daß Zorn nach dreißigjähriger Dienstzeit es dahin gebracht, als Alleinherrscher in einem Steuerbureau zu thronen!

Wie scheu und ehrfurchtsvoll war Wilhelm Berg dagegen ausgetreten und hatte ohne den hochgestiegenen Oheim weder durch ein Wort noch durch eine Geberde zu unter­brechen deffen überlange Begrüßungsrede angehört! Diese Bescheidenheit und Zurückhaltung blieb sich auch nach meh­reren Tagen eines verwandtschaftlichen Verkehrs durchaus gleich. Ja, so mußte der Sohn feiner einzigen Schwester IXrfula geartet sein! Und als dann Zorn den jungen Mann bei der Verlobungsseier an seine Brust zog und Wilhelm sich niederbeugte, um des verehrten Mannes Hand an seine Lippen z" pressen, da sühlte der Rechnungsrath an dem etwas schnelleren, freudigen Pochen des eigenen Herzens die niemals wegzuleugnende Wirkungder Stimme des Blutes".

und Rußland zusammen, müsse sich das deutsche Reich militärisch stark machen. Die Hauptzwecke, die daher verfolgt werden, ergeben im Wesentlichen in der Vorlage: 1) eine Vermehrung der ausgebildeten Truppen, 2) die Verjüngung der Feldarmee und 3) die Befestigung der Wehrkraft, ins­besondere durch neue Kadres.

Die Cholera.

Ziemlich rauhe und dabei regnerische Witterung ist un­erwartet den jüngsten heißen Wochen gefolgt, der Eintritt derselben berechtigt zu der Hoffnung, daß nunmehr die Cholera von deutschem Boden bald verschwinden werde. In Hamburg selbst, dem Ausgangspunkte der Seuche in Deutschland, haben die täglichen Sterbefälle an Cholera noch weiter nachgelassen, so daß vom 4. September nur noch 158 Choleratodessälle gemeldet worden sind. Im übrigen Deutsch­land kommen zwar noch immer an den verschiedensten Punkten Choleraerkrankungen und Choleratodessälle vor, aber nur sehr vereinzelt und beschränken sich solche Fälle fast immer auf aus Hamburg oder feiner Umgebung zugereiste Personen. In Berlin ist seit vorigem Samstag keine neue Erkrankung an Cholera asiatica mehr vorgekommen. Der osficiöse Hamb. Corr.", welcher schon wiederholt versucht hat, den Hamburger Senat und die Behörden der Hansastadt von der Beschuldigung rein zu waschen, sie seien der Cholera­gefahr gegenüber ursprünglich sehr nachlässig gewesen, unter­nimmt dieses Geschäft aufs Neue. Soconstatirt" der H. C." in einer seiner jüngsten Nummern aus angeblich erster Quelle, daß die Hamburger Medicinalbehörde am 22. August sofort nach dem Abschluß der bacteriologischen Untersuchung über den ersten Cholerasall das Reichsgesund­heitsamt benachrichtigt und alle erforderlichen Maßregeln ergriffen habe. Trotzdem wird es aber demH. C." schwer­lich gelingen, den ungünstigen Eindruck, welchen das ansäng- liche Verhalten der Hamburger Behörden gegenüber der Seuche in der öffentlichen Meinung ganz Deutschlands gemacht hat, wieder zu verwischen, einen Eindruck, welchen man ja auch an den leitenden Berliner Stellen selbst empfangen hat.

Berlin, 6. September. DerReichsanzeiger" schreibt: Die von Geheimrath Koch in Bremen gemachten Wahr­nehmungen sind sehr beruhigend. Abgesehen von einzelnen zweifellos auf Hamburg zurücksührbaren Fällen wurden bis jetzt nur zwei Erkrankungen beobachtet, deren Ursprung noch unermittelt ist. Angesichts der großen Vorsicht, womit alle erforderlichen Schutzmaßregeln Seitens der Stadtverwaltung getroffen worden sind, können diese Fälle eine Beunruhigung nicht begründen. Den Abendblättern zufolge ist ein neuer Fall asiatischer Cholera hier seit Sonntag früh nicht constatirt worden.

Berlin, 6. September. Amtlicher Cholerabericht. Hamburg am 6. September gemeldet: 674 Erkrankungen, 264 Todesfälle. Rgbz. Lüneburg: Ortschaften Neuhof 5 und 1, Wilhelmsburg 5 und 2, Magdeburg 1 und 2, Rgbz. Codlenz 2 Erkrankungen.

Hamburg, 6. September. Seit der vergangenen Nacht ist eine entschiedene Abnahme thigcireien; ote Toorentransporte sind gleichfalls geringer geworden. Das Nothstandscomite empfing am ersten Tage bereits 184 OOO Mark an Subscriptionen. Die Verwendung erfolgt durch die Bezirksvereine und richtet sich neben der Desinficirung zunächst auf die Verkeilung nahrhafter warmer Speisen an Bedürftige. Die Volksbank macht bekannt, daß sie allen Schuldnern Nachsicht gewähre, soweit es die Rechte Dritter gestatten. Die Cholera trifft außer Kindern nament­lich Schwindsüchtige, Trunksüchtige und Personen, die jüngst von der Influenza befallen waren. Die Krankenhäuser sind noch immer voll, die Baracken belegt, weil die Entlassung der Geheilten frühestens nach acht Tagen erfolgt.

Hamburg, 6. September. Die Choleracommission des Senats kann sich der Ansicht nicht verschließen, daß die Pu- blt cationen der Medicinalbehörde nicht durchweg zutreffende Zahlen bringen, deshalb wurde beschlossen, deren Revision durch das statistische Bureau der Steuerdeputation vornehmen zu lassen- diese Behörde wird von morgen an auch die Publicationen selbst veranlassen. Auf dem Friedhof in Ohlsdorf fanden heute 690 Bestattungen statt. Am Lübecker- thor wurde eine neue Cholerabaracke in Benutzung genommen, das bisher benutzte Krankenzelt verbrannt. Eine Anzahl hiesiger Rechtsanwälte beantragten bei der Justizverwaltung, einstweilen von Strafsachen nur Haftangelegenheiten zur Hauptverhandlung zu bringen, alle nicht dringlichen Sachen aber ruhen zu lassen, da auswärtige Zeugen nicht zum Termin zu schaffen sind. Zur Beschaffung ausreichender Mengen ge­kochten Wassers sind heute an öffentlichen Plätzen Locomobilen aufgestellt, die Wasser in großen Mengen abgeben. Im Hafen wurde heute nur ein einziger Erkrankter gemeldet.

Hamburg, 6. September. Seit gestern gemeldet: Für Montag 153 Kranke und 40 Todte, Sonntag 296 und 180, Samstag 129 und 25, von früheren Tagen noch nachträglich 96 und 19. Bekannt sind für Sonntag 404 und 214, für Samstag 425 und 166, für Freitag 514 und 244. Jns- gefammt bis jetzt bekannt: 6798 und 2940. Transportirt tourbeif gestern 329 Kranke (Zunahme 32) und 117 Leichen (Abnahme 41). Am Sonntag starben im Krankenhause 166, als geheilt entlassen wurden 56. Bestand blieb 2128.

Hamburg, 7. September. Es wird amtlich bestätigt, daß augenblicklich noch 1 300 Leichen unbeerdigt sind. Bisher sind über 5000 Personen gestorben.

Altona, 6. September Gestern sind 10 Cholera­erkrankungen und 8 Todesfälle vorgekommen.

Trier, 7. September. Die Regierung veröffentlichl eine Bekanntmachung, wonach von heute ab alle Bahnzüge aus Luxemburg auf der Station Karthaus wegen der Cholera­gefahr ärztlich untersucht werden.

Frederica, 6. September. Zur Absperrung der schleswigschen Grenze sind von hier 3 Offiziere und 86 Mann, von Odense 50 Mann Infanterie abgegangen.

Locale» «nd provinzielle».

Gießen, 7. September 1892.

Jubiläum. Gestern feierte still im Kreise seiner Familie der Bremser der Rechtsrhein. Eisenbahn Wilhelm Keiner sein 25jähriges Dienstjubiläum.

Postpersonal Nachrichten. Der Telegraphenanwärter Wenzel in Mainz ist als Telegraphenassistent und der Postaffistent Heinrichs in Weisenau als Postverwalter an« gestellt worden.

DerReichsanzeiger" veröffentlicht die zwischen Preußen und dem Großherzogthum Hessen getroffenen Ab­machungen über den Bau und Betrieb einer Eisenbahn von Homburg v. d. H. nach Ufingen, welche in der Länge von einem Kilometer hessisches Gebiet berühren wird. Es sollen für diese Bahn die Bestimmungen des 1874 abgeschlossenen Vertrages bezüglich der Berlin Wetzlarer Bahn sinngemäße Anwendung finden. Die Bahn wird als Bahn untergeord­neter Bedeutung betrieben. Es wird bestimmt, daß unter Vorbehalt der nach der hessischen Verfassung erforderlichen ständischen Zustimmung von dem Bahnunternehmen und dem zu demselben gehörenden Grund und Boden, so lange sich dasselbe im Betriebe des preußischen Staats ober etwa dem­nächst des deutschen Reichs befindet, keinerlei Staatsabgaben erhoben, noch Besteuerungen desselben zu Gunsten der Ge­meinden und sonstigen corporativen Verbände zugelassen werden sollen, eine Zustimmung der Großherzoglichen Staats­regierung zu einer etwaigen Veräußerung der in ihrem Gebiet belegenen Bahnstrecke nicht erforderlich sein soll.

Nidda, 6. September. Bei der gestern stattgehabten Gemeinderathswahl stimmten von 337 Wahlberechtigten 155 ab. Wiedergewählt wurden die Herren Wilhelm Erk mit 147 und Friedrich Uhl mit 119 Stimmen. Neugewählt wurde Herr Hermann Roth mit 59 Stimmen. Ferner er­hielten Stimmen die Herren W. Ringshausen 58, Fr. Drott 34, Fr. Stork 17. Die übrigen Stimmen zersplitterten sich.

Mainz, 5. September. Der vom Gouverneur v. Reidnitz nachgesuchte Abschied ist nunmehr bewilligt worden. Reibnitz wird seinen Wohnsitz anderwärts aufschlagen und ist schon einige Zeit auf der Suche nach einer ihm passenden Stadt und Wohnung begriffen.

" Vernnschte».

* Frouhauseu, 1. September. Gestern erschien in dem Geschäftsräume eines hiesigen Kaufmannes ein zwölf­jähriger Knabe aus einem benachbarten Dorfe, Sohn eines Bahnwärters, und equipirte sich ganz neu, bezahlte auch sofort die erstandenen Kleider. Später wurde der vorher getragene Anzug hinter einer Hecke versteckt gesunden. Auch wollten hiesige Einwohner den Knaben im Besitze einer größeren Summe gesehen haben. Heute stellte sich nun heraus, daß das hoffnungsvolle Bürschchen seinem Vater 150 Mark in harten, blanken Thalern entwendet und bamit einen Ausflug nach Frankfurt am Main unternommen hat. Don tft cs ocicUs ter Polizei in tue Hände gefallen und der bedauernswerthe Vater ist nach Frankfurt gefahren, um in den Rückbesitz seines Geldes und seines Sprosstn zu gelangen. , M. T. ;

* Frankfurt a. M., 5. September. Gestern Vormittag stürzte der 37 Jahre alle Maurer Heinrich Kircher von Dörnigheim aus dem fünften Stock des Neubaues eines Getreidehändlers auf der Mainzer Landstraße und war soso« todt. Heute früh wurde der wegen Verdachts der Theil- nahme an dem Raubmorde Schul m ayer steckbrieflich ver­folgte Sergeant Hammer, der bei den Bockenheimer Husaren gedient, seiner Führung halber aber entlasten worden ist, auf dem hiesigen Hauptbahnhofe verhaftet.

* Metz, 5. September. Heute erschoß in seiner Woh­nung in der Glossindenstraße der Eisenbahnbremser Fritz seine Ehesrau und dann sich selbst. Die Leute hatten zwei Kinder, lebten aber stets uneinig. Eifersucht ist das Motiv der That.

* Humor in ernster Zeit. Aus Dessau wird folgende heitere C h o l er a g esch t chte mitgetheilt, die daselbst viel belacht wird. Der Reichöbank-Nebenftelle in Dessau ist nämlich von einem dortigen Tischlermeister folgendes Schreiben zu­gegangen :Ich bitte ergebens!, den mir gestern zur Zahlung präsentirten Wechsel aus Hamburg wieder an den Aussteller zurückgehen zu lassen, da ich das Papier als choleraverdächtig aus keinen Fall einlöse. Hochachtend (folgt Name), Tischler­meister." Ob es wirklicher Humor gewesen ist, welcher dem Manne den Bries dictirt hat, oder ob es nur Galgen­humor war, weil es ihm zur Einlösung am Besten gefehlt hat, darüber schweigt die Geschichte.

* Auf Alarm steht, auf Befehl des Kaisers, jetzt täglich von 9 Uhr Morgens dis 8 Uhr Abends die in Potsdam garnisonirende zweite reitende Batterie des 2. Garde Feld- Ärtillerie-Regirnents, welche des in unserem Kaiserhause zu erwartenden freudigen Familienereigniffes wegen nicht mit ins Manöver gerückt ist. Die Mannschaften der Batterie haben jetzt weiter keinen Dienst, als daß sie bis 9 Uhr früh die Pferde bewegen. Die Batterie soll sofort nach der er­folgten Entbindung der Kaiserin die Salutschüsse abgeben, aber nur in der Zeit von 9 Uhr Morgens bis 8 Uhr Abends- ' Sollte das freudige Familienereigniß in der Nacht eintreten, so wird erst am nächsten Morgen geschossen.

* Die Macht der Töne. In Erfurt ist in der Nacht zum Freitag irrthümlich die Garnison alarmirt worden. Die Capelle des Jnsaitterieregiments Nr. 71 hatte anläßlich des Sedantages im Steiger-Etablissement ein sogenanntes patriotisches Concert arrangirt, in dessen Programm auch das bekannte Sch lacht en potpourri von Saro :Deutschland- Erinnerungen aus 187071" figurirte. In diesem musi­kalischen Schlachtengemälde kommt die Entwickelung eines Gefechtes vom Alarmsignal bis zur Siegesmusik zur . musikalischen Wiedergabe. Diesmal hatten nun, wie dem