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Depeichrn desBureau Herold".

Berlin, 4. Februar. Bei dem Diner beim Reichs­kanzler v. Caprivi erklärte nach derKreuz-Zeitung" der Kaiser aus eine Bemerkung Baumbachs, daß die Social­

Uettcftc Nachrichten.

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Paris, 5. Februar. Infolge ungenügender Hammel- zusuhren ist der Hammel preis in den Centralhallen seit einigen Tagen um 20 Frcs. per 100 Kilogr. gestiegen.

Petersburg, 4. Februar. Alle Erwartungen in Betreff einer Aushebung des Getreideaussuhrverbots sind unbegründet. Die Regierung denkt augenblicklich nicht daran und weist alle daraus bezüglichen Gesuche zurück.

bm Postverkebr die Grenzen auSgeloscht seien und auf diesem Gebiet wenigstens volle BerkehrSfrethett herbetgesührt fei. WaS das zu sagen bade, trete so recht hervor, wenn man sich erinnere, daß noch vor 50 Jahren der Minister eines Kleinstaat« den souveränen Autzspruch thun konnte: llnsere Grenzen sind nicht dazu da, um von dem Aus­land niedergetreten zu werden. ES sei ein bedeutungsvoller Moment gewesen, alS auf dem Wiener Congreß der Beitritt der fünf austra- Ufchen Feftlandscolonien, Tasmaniens und Neu-Seelands erklärt wurde. China gehöre zwar dem Weltpostverein nicht an, doch werde hier der Verkehr durch europäische Postanweisungen vermittelt und zwar zu den Sätzen des Weltpostvereins; auch stehe der Anschluß Chinas zu erwarten. Die Herstellung einheitlicher Postkarten für die ganze Welt gehöre noch zu den LukunstSplänen. Redner gibt eine eingehende Darstellung der Verhandlungen des Wiener Com gresses, auf dem 130 Vertreter aller Länder der Erde friedlich zusammenarbeiteten. Die Achse deS Weltverkehr«, die sich erst von Osten nach Westen verschoben, gehe jetzt wieder nach Osten zurück. Der Verkehr, der jetzt über Brindisi gehe, werde seinen Weg nach Anschlutz der griechischen an die türkischen Bahnen über den PiräuS und später über den BoSporuS nehmen. Der internationale Poft- verkehr fei feit 1875 von 925 auf 2759 Millionen Briefe, von 5 auf 15 Millionen Postanweisungen und von 3* 1/* auf 23 Millionen Post- rmckete gestiegen. An dieser enormen Verkehrssteigerung habe der Weltpostverein einen wesentlichen AntheU, indem er die früher be­standenen Hemmntffe beseitigte und Verkehrsfretheit schuf. Auf diesem Wege werde auch ferner fortgeschritten werden. ,

Abg Dr. Buhl (mH.) spricht dem StaatSsecreiär fernen Dank für dessen Bemühungen um das Zustandekommen der Weltpostverträge auS. (Beifall.)

Der Weltpostvertrag und die obengenannten postalischen Con­ventionen werden darauf paragraphenweise genehmigt.

lieber die Frage der Fortdauer des Mandat« des zum Ober- landesgertchtsrath ernannten Abg. Brüning« (natl.) berichtet Namens der GeschäftsordnungScommission Abg. Hahn, welcher be­antragt, zu erklären, bah das Mandat des Abg. Brüning« durch die Verleihung deS Titels, Ranges und Gehalt«, sowie der Rechte eines OberlandeSgerichtsraths nicht erloschen set. Dieser Antrag wird ein­stimmig angenommen.

ES folgt die Berathung deS Etats der ReichS-Justiz-Der- waltung.

Die Commission (Ref.Abg. Sperlich) beantragt unveränderte Annahme des Etats. t r

Abg. Schröder (dfr.) bemerkt, datz ihm der Gang der Ver­handlungen über das neue bürgerliche Gesetzbuch in der neuen Com­mission einige Besorgniffe etnflötze. Es scheine, datz man da das lebende Recht nicht vorwärts, sondern rückwärts entwickele. Nachdem an dem Entwurf in der ersten Commission 12 Jahre lang gearbeitet worden, sollte man meinen, datz man damit eine ausreichende Grund­lage gefunden. Die neue Commission tage schon zehn Monate und sei über die ersten Allgemeinheiten des Entwurfs nicht hinweg. Auf diese Weise könnten noch viele Jahre vergehen.

Staatssecretär vr. Bosse: ES handle sich für die neue Com­mission lediglich um die zweite Lesung des durch die erste Commission ausgeardeiteten Entwurfs, keineswegs habe die jetzige Commission die Aufgabe, die ganze Arbeit noch einmal zu machen. Je mehr mau sich in den Entwurf der ersten Commission vertiefe, desto mehr erblicke man in demselben eine geradezu unvergleichliche Grundlage für die Codtficalion unseres bürgerlichen Rechts. Es handle sich für die neue Commission, in der fast alle politischen Parteien, alle Haupt­strömungen der juristischen Welt vertreten sind, nun wesentlich darum, den Entwurf volksthümltcher, gemeinverständlicher, durchsichtiger zu machen. In spielender Arbeit lasse sich diese Aufgabe nicht lösen. ES sei zu erwarten, datz die Commission 1894 ihre Arbeiten beendet haben werde. Die Commission thue, was sie könne. Allen.Ansprüchen werde ja ihre Arbeit nicht gerecht werden, denn das vermöge Menschen» werk überhaupt nicht.

Abg. Goldschmidt (dfr.) constatirt Schröder gegenüber, datz der Widerspruch gegen den ersten Entwurf aus allen Kreisen laut geworden sei.

Abg. Or. v. Euny (natl.): Wären der Commission die Grenzen so eng gezogen worden, wie Schröder wünsche, so würde die Com­mission nicht in der Lage gewesen sein, eine erhebliche Lücke des ersten Entwurfs auszufüllen: Regelung der Rechtsverhältniffe der juristischen Personen.

Ein Dertagungsantrag wird angenommen.

Morgen 2 Uhr: Etat.

dunklen Haar, eine Vorsorge, welche ihr eigener Vater, der würdige Paolo Paterno, selbst bestimmt hatte, um seine Erst­geborene ohne Mühe von ihrer Schwester unterscheiden zu können. Die gleiche Erziehung, der gleiche Umgang, das fortwährende Beisammensein mußte natürlich eine gewisse Gleichheit im Sehen und Erfassen, im Fühlen und Handeln zur Folge haben- tiefer in die feineren Regungen ihres Herzens und die eigenthümlichen Unterschiede ihres Characters ein­zudringen, ist in diesem Augenblicke noch unmöglich.

Der gute Paolo Paterno, der seine schöne Ehegenossin in der Blüthe ihrer Jahre verloren hatte, ohne sich darnach zu einer zweiten Heirath entschließen zu können, fand seinen einzigen Trost in der Liebe, in der Schönheit und in der Tugend seiner Töchter, die nur selten in ihm ein Bedauern aufkommen ließen, daß sie keine Söhne seien, um Erben seines Namens und seiner Brigantinen zu werden. Denn er hatte mit seinen Schiffen auf dem Meere Glück gehabt

und war zu einem der reichsten Kaufleute von La Valetta geworden.

Als Peppa und Magallon ihr fünfzehntes Jahr erreicht hatten, begann ihr Vater Pläne wegen ihrer Zukunft zu ent­werfen. Den jungen Matteo, das Kind seines früh ver­storbenen Bruders, hatte er zu sich ins Haus genommen und für Peppa bestimmt, während sich für Magallon eine andere Partie darbot, eine sehr glänzende sogar, der Neffe und Theilhaber eines der ersten Handelshäuser von La Valetta, ein Grieche von Geburt, aber seit Jahren in Malta ansässig und Kaufmann mit Leib und Seele.

(Fortsetzung folgt.)

demokratie im Einschlummern sei, nachdrücklich, daß diese An­nahme verkehrt sei. Im Besitze der erforderlichen Macht­mittel werde die Socialdemokratie keinen Augenblick mit einem energischen Vorstoß zögern. Mit Humanität und allgemeiner Menschlichkeit sei gegen die Umsturzbewegung nichts aus­zurichten, nur aus entschiedenes Bekenntniß gestützte Religiosität könne Helsen.

Berlin, 4. Februar. Abgeordnetenhaus. An Stelle deS Abg. Mithoff wird zum Schriftführer der Abg. Olzem gewählt. Zweite Lesung des Etats. Die Etats Kriegsministerium, Seehandlung, Münzverwalrung, Staats- schulden-Verwaltung, allgemeine Finanzverwaltung, Bureaus des Staatsministeriums werden discussionslos bewilligt. Die Etats Lotterieverwaltung, Staatsarchive, Generalordens- Commission werden nach kurzer Discussion bewilligt, ferner debattelos eine Reihe anderer Etats. Der Etat des Ministe­riums des Innern wird nach unwesentlicher Debatte bewilligt. Freitag Fortsetzung des Etats.

Berlin, 4. Februar. Die Budgetcommission des Reichstags lehnte die Forderung für den Kasernenbau in Paderborn, sowie die Forderung von 189,000 Mk. für Köln ab. Vor Eintritt in die Berathung wurde den Commissions­mitgliedern ein tragbares neues Zelt vorgesührt, das im ganzen Heere eingesührt wird. Dasselbe sand vielen Beifall.

Berlin,4. Februar. Die Reichstags-Commissijon nahm einstimmig das Gesetz, betreffend Außercourssetzung der 1867 geprägten österreichischen Vereinsthaler, an.

Berlin, 4. Februar. Der Naumburger Bank­verein ist infolge unvorsichtigen Creditgebens in Z a h l u n g s- schwierigkeiten gerathen. Director Voß ist plötzlich gestorben, einem Gerüchte zufolge soll er sich vergiftet haben.

Berlin, 4. Februar. Anläßlich der Veröffentlichung des Erlasses des sächsischen Thronfolgers über die Soldaten- mißhandlungen veröffentlicht dieNordd. Allg. Zig." einen kaiserlichen Erlaß vom 6. Februar 1890, welcher in Fällen fortgesetzter Mißhandlungen einen Bericht der com- mandircnden Generale an den Kaiser über dir erfolgten Be­strafungen vorschreibt.

Berlin, 4. Februar. DieKreuzzeitung" erfährt von unterrichteter Seite, die jüngsten Verhaftungen von Socialdemokraten seien das Ergebniß ernster Be- rathungen an maßgebender Stelle. Ein Einschreiten sei bis­her unterblieben, weil die Regierung durch zeitweilige völlige Actionsfreiheit der Socialdemokratie die Endziele derselben Allen kenntlich machen, andererseits durch ein Vorgehen gegen die radicalen Elemente nicht der Pgrteileitung einen Dienst erweisen wollte. Die Vorgänge der letzten Zeit hätten aber erwiesen, daß die Geheimorganisation auch nach der Aus­hebung des Socialistengesetzes sortbestehe, repräsentirt durch die Opposition der sogenannten Jungen, welche neuerdings eine große Thatenlust zeigten.

Spandau, 4. Februar. Das königliche Feuerwerks-Labo­ratorium kündigte circa 500 Arbeitern.

Breslau, 4. Februar. Em schwerer Eisgang riß 30 Fahrzeuge fort und zertrümmerte dieselben theilweise. Es sind vier Menschen'er trunken. Die Eisenbahnbrücke wurde beschädigt und daher gesperrt.

Wattenscheid, 4. Februar. Die ZecheCentrum" kün­digte aus beiden Schächten 150 Arbeitern.

Saarlouis, 4. Februar. In Vic wurde der ^7otar Simon wegen Diebstahls von 16,000 Mk. Mündelgeldern verhaftet.

Metz, 4. Februar. Infolge des neuen Zolltarifs hat die Eisenbahnfracht nach Frankreich bedeutend ab­genommen.

Rom, 5. Februar. Das Gerücht, das Königspaar reise nach England, erhält sich. Die Reise werde zur See zurückgelegt und der Herzog von Genua solle die Flotte befehligen.

Mailand, 5. Februar. Unbeschäftigte Arbeiter geriethen mit der Polizei vor der Suppenanstalt der Ge­meinde in Conflict. Die Polizei wurde von den Arbeitern angegriffen und gebrauchte ihre Revolver. Mehrere Personen wurden verwundet.

Locale» «nd provinzielles.

Gießen, 5. Februar 1892.

Aus der gestrigen nichtöffentlichen Sitzung der Stadt- verordnetenVersammlung werden uns die nachstehenden Be­schlüsse mitgetheilt:

a) Gesuch der städt. Taglöhner um Lohn­erhöhung. Der Stundenlohn während des Winters wird auf 22 Psg. erhöht.

b) Anschaffung eines Rettungsschlauches. Derselbe soll nach den Anträgen der Sachverständigen und der Feuerwehr von der Firma H. Müller & Co. in Offenbach in Segeltuch ans reinem Hanfgarn bezogen werden, wobei das Unterplatt statt mit Netz mit sestgenähter Gurte in Länge und Breite zu versehen ist.

e) Errichtung eines Denkmals für den ver­unglückten Feuerwehrmann Löber. Die dauernde Unterhaltung des Grabes und des von der freiw. Feuerwehr daraus beabsichtigten Denkmals wird aus die Stadt über­nommen.

d) Zur Vorbereitung von Vorschlägen für alle durch die Sradtverordneten-Versammlung vorzunehmenden Wahlen, sofern dafür nicht die Fachcommissionen zuständig sind, wird eine Vorschlagscommission auf drei Jahre eingesetzt, be­stehend aus dem Oberbürgermeister und den Stadtverordneten vr. Gutfleisch, Heyligenstaedt, Dr. Ploch und Scheel - jedes Mitglied derselben soll berechtigt sein, im Verhinderungsfall seinen Stellvertreter selbst zu bestellen.

e) Der Pjeil'sche Brunnen in der Stein st raße soll mit Rücksicht aus das ungünstige Ergebniß der Analyse beseitigt werden.

f) Die Bureauräume Großh. Polizeiamtes. Die beschloffene Verlegung derselben in das Schulhaus in der

Schulstraße soll bis nach der im Gang besindlichen Revision der Städteordnung ausgesetzt bleiben.

g) Die zukünftige Verwendung der ehe­maligen Stallmeisterwohnung aus dem Brand. Der Antrag der Firma Gebr. Oppenheimer auf Ueberlassung derselben behufs Anlage einer Privatstraße wird mit Rücksicht aus das zu geringe Gebot abgelehnt und beschlossen, daS Gebäude zu kleinen Wohnungen nach vorgelegtem Voranschlag einzurichten und dem Allgemeinen Verein für Armen- und Krankenpflege zur Einrichtung eines Miethspatronates zu überweisen, sofern letzterer dafür aus mindestens fünf Jahre eine jährliche Miethe von 600 Mk. gewährt.

Zu einem echten Arbeitersest schlichter und gediegenster Art gestaltete sich die am Mittwoch Abend von der Firma Heyligenstaedt & Comp. für ihre Angestellten und Ar­beiter veranstaltete Feier zur Vollendung der 50000ften Maschine, welche, wie wir bereits s. Zt. meldeten, schon am 23. December v. Js. die Fabrik verlassen hatte. Der 3. Februar war sinniger Weise deßhalb gewählt worden, weil dann auch gleichzeitig der 50. Geburtstag des Inhabers, Herrn Commerzienraths L. Heyligenstaedt, festlich begangen werden konnte. Die stattliche Festversammlung, zu der sich neben der Familie des Chefs eine Anzahl geladener Gäste und die Beamten und Arbeiter der Firma mit ihren Familien eingesunden hatten, bot einen interessanten Anblick, zumal in dem prächtigen Rahmen des überreich, aber doch sehr geschmackvoll gezierten Saales, über dessen Eingang in Flammenschrift die Zahl50 000" brannte. Aus jedem Auge der froh bewegten Menge blitzte Helle Festesfreude und mit Spannung harrte man der Dinge, die da kommen sollten. Nachdem die letzten Accorde des Krönungsmarsches aus dem Prophet" verklungen waren, erhob sich Herr Commerzien- rath L. Heyligenstaedt, um mit herzlichen Worten die zahlreichen Festgenossen zu begrüßen und willkommen zu heißen. Er erinnerte an die vor fünf Jahren in denselben Räumen statlg-'habte Feier der 25 OOOften Maschine und wieS auf die Summe geistiger und materieller Arbeit hin, welche zwischen damals und heute liege und die es gewiß berechtigt erscheinen laffe, die Vollendung der 50 OOOften Maschine mit einem kräftigen Merksteine in der Geschichte des Hauses zu bezeichnen. Indem er wiederholt dankte für den ihm beim Abgang der Maschine überreichten herrlichen Pokal nebst Adresse, bat er die Anwesenden, sich des un­getrübtesten Frohsinns hinzugeben und ersuchte die Herren Frech und Mäder, die Pflichten des Präsidiums zwecks pünktlicher Abwickelung des außerordentlich reichen Programms zu übernehmen. Unter der schneidigen Direktion des Herrn Frech ging denn auch Alles in bester Ordnung von Statten. Ein von einem Angestellten des Geschäfts verfaßter schwung­voller Prolog, tadellos gesprochen von einer dieIndustrie" darstellenden Dame der hiesigen Theatergesellschaft, leitete wirkungsvoll das Erscheinen eines lebenden Bildes ein, das sich auf das Zauberwort derIndustrie" dem entzückten Auge des Beschauers zeigte. Man sah das Innere eines Berges, in dem Gnomen mit der Gewinnung des Erzes und dem Transport desselben nach der Außenwelt beschäftigt waren, während andere einen Hochofen zur Gewinnung des Eisens bedienten und eine dritte Gruppe von Berggeistern der Verarbeitung dieses Materials in characteristischen und malerischen Stellungen oblag. Das Ganze krönte der auf der Spitze des Berges zwischen Emblemen des Handels und der Industrie ruhendeMerkur". Das Bild, auch von einem Beamten entworfen und gestellt, erntete mit Recht großen Beifall und immer wieder mußte der Vorhang ge­zogen werden. Gegen Ende des Festmahls, welches durch die vorzügliche Tafelmusik der concertirenben Capelle gewürzt wurde, feierte in einer längeren Ansprache der Procurist des Hauses, Herr F. May, den Herrn Heyligenstaedt, einen Mann, welcher wie wenige, das Herz auf dem rechten Fleck habe und dem es deßhalb nie an Segen und Erfolg fehlen könne. Redner schilderte, wie sich der verehrte Jubilar durch eigene Kraft, ernstes Streben und unermüdliches Schaffen vom einfachen, schlichten Arbeiter zum angesehenen Fabrik­herrn emporgeschwungen habe und rühmte namentlich bie gewissenhafte und edle Auffassung von den Pflichten eines Arbeitgebers, die Herr Heyligenstaedt seinen Beamten und Arbeitern gegenüber stets bethätigt und erst in den jüngsten Tagen wieder durch einen Akt hohen Edelsinns bewiesen habe.*) Herr May schloß nach längeren Ausführungen mit den herzlichsten Glückwünschen an den Gefeierten zu feinem Geburtstage und mit einem warmen Appell an feine Mit­arbeiter, ihrem Ches das Versprechen treuer Pflichterfüllung und unwandelbarer Ergebenheit als schönste Festgabe in die Hände zu legen. Das brausende Hoch der Anwesenden, welches dem Chef des Hauses, seiner Gemahlin und der Firma galt, erfüllte mächtig die Räume und legte be­redtes Zeugniß ab von den Empfindungen, welche die Herzen der Festtheilnehmer bewegten. Ein humorvolles, in gebundener Form gehaltenes Lebensbild des Herrn Jubilars, versaßt und vor­getragen von Hrn. Gust. B e r g e n, wurde mit großem Jubel aus­genommen. Das Programm bot nun in reicher Abwechselung Musik- und Gesangsvorträge ernsten und heiteren Inhalts, und der Berichterstatter muß lobend anerkennen, daß bei ein­zelnen, zumal den humoristischen Gesangsstücken, in Anbetracht der verfügbaren Kräfte, wirklich Gutes geleistet wurde. Die Sänger sowohl wie die Darsteller der comischen Rollen waren ausschließlich Geschäftsangehörige. Zur Feststimmung trugen auch nicht wenig die gemeinschaftlichen Lieder, theils ernsten, theils heiteren Inhalts bei, von denen einige speciell zu Ehren des Tages ins Dasein gerufen worden zu fein schienen. Nach Erledigung des Programms trat das Tanzbein in feine Rechte und wie lange es geschwungen wurde, weiß Herr Gühlholtz genau zu berichten. Uebrigens hat desfen Küche

*) Wir dürfen hier verrathen, daß Herr Commerzienrath Heyligenstaedt für Beamte und Arbeiter, welche eine entsprechende Reche von Jahren in seinen Diensten stehen, eine Summe von ca. 22000 Mk. bet hiesiger Sparkasse anlrgte, welche Summe von Jahr zu Jahr vergrößert werden soll. Red.

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