beabsichtigt, in hiesiger Stadt einen Kirch enge sangverein (Männer-Chor) ins Leben zu rufen. Die dieserhalb in Umlauf gesetzte Liste weist schon eine größere Anzahl Beitrittserklärungen auf.
Vevmifchtcc
tt Kassel, 2. December. Zur Erinnerung an den 100jährigen Gedenktag der Erstürmung Frankfurts durch die Hessen hat der hiesige Stadtrath einen Lorbeerkranz nach Frankfurt gesandt, um daselbst am Hessendenkmal heute niedergelegt zu werden. Der prachtvolle Kranz mit Bändern in den hessischen Farben geziert trägt die Inschrift: „Zur Erinnerung an die Tapferkeit hessischer Landsleute."
tt Kassel, 2. December. Durch den heute Nachmittag um 3 Uhr 42 Minuten hier eintreffenden Frankfurt Berliner Schnellzug wurde aus der Main-Weserbahn, unweit der Station Neustadtt ein Herr überiahren und sofort getödtet. Der Zug wurde alsbald zum Stehen gebracht, doch konnte nur der Tod constatirt werden. Die Persönlichkeit des Getödteren war dortselbst nicht bekannt, konnte auch aus den vorhandenen Effecten rc. nicht sestgestell, werden, sodaß man nicht weiß, ob Unglücksfall oder Selbstmord vorliegt. Die Untersuchung wurde sofort eingeleitet.
* Buenos-Ayres, 7. October. Ein Italiener Namens Galles hatte hier unter dem pompöienNamen „South American Clearing House“ eine Wechselstube eröffnet, in welcher er nach dem in Europa landläufigen Muster Depots, namentlich Cedulas, entgegennahm und ungeheuere Zinsen, 2—10 pCt. monatlich, vergütete resp. versprach. Nachdem er aus diese Weise für ungefähr 500000 D. allmählich erschwindelt und die Katastrophe durch die Behauptung, er stehe mit Präsident Herrera in Montevideo wegen Abschlusses eines Anlehens in Unterhandlung, noch einige Wochen hinausgezögert batte, ist er vor einigen Tagen spurlos verschwunden. Von den Geldern dürste er öen größten Theil in Bacchanalien und „feinem" Auftreten vergeudet haben. Moral: Es gibt auch Dumme in Amerika.
* Etwas vom Caviar. In Deutschland kann man vielfach noch die Memung antreffen, daß der Caviar nur eine Delicatesse, eine Luxusspeise sei, als Nahrungsmittel jedoch keine sonderliche Bedeutung besitze. Vielleicht rührt diese Anschauung daher, daß der Caviar bei uns in Deutschland sehr theuer ist, jedenfalls muß sie aber entschieden als eine irrige bezeichnet werden. Denn der Caviar enthält als einen Hauptbestandtbeil das für die menschliche Ernährung ja so wichtige Eiweiß und außerdem gilt er mit Recht als sehr leicht verdaulich, so daß er ärzlicherfeits Reconvalescenten von Magenkrankheiten und Personen mit lässiger Verdauung häufig verordnet wird. Auch wirkt fein Genuß ungemein anregend auf den Magen ein, nur darf der Caviar nicht im Uebermaß genossen werden. Am besten schmeckt und bekommt der Caviar, wenn man ihn, aus Weißbrod gestrichen, gleichviel ob mit oder ohne Butter, genießt,' Zwiebeln und Citronen, das sind zwar beliebte Zusätze, es wird durch sie aber der eigenthümliche Wohlgeschmack gerade der besseren Caviarsorten vermindert. In Rußland ist der Caviar bekanntlich ein Volksnahrungsmittel.
* Die Droschkenkutscher von Potsdam. Vor Kurzem starb in Potsdam der hochbetagte emeritierte Pfarrer Klee. Unter den zahlreichen Spenden aus Sarg und aus Grab des allgemein verehrten Pastors ragte ein großer Kranz mit einer Atlasschletse hervor, auf welcher in goldenen Buchstaben zu lesen war: „Die Droschkenkutscher von Potsdam." Jeden Sonnabend hatte der Heimgegangene, soweit sein Arm reichte, diesen eine Predigt oder eine kleine gute Zeitschrist zugewendet und dabei ein freundliches Wort an jeden gerichtet, der es annehmen wollte. Das haben sie ihm noch zu lohnen gesucht. Unser Volk hungert nach Freundlichkeit und Theil- nähme. Zeigen wir ihm mehr Herz, um den Dank brauchen wir nirgend zu sorgen.
* In emem Dorfe der hügeligen Wetterau feierte
dafür interessirt, welchen Gefahren unser deutscher Gartenbau durch den allgemeinen Kitzmunfug entgegengeht, lese im „Prakt. Rathgeber für Obst- und Gartenbau" Nr. 17 d. I. nach. Der Appell an das Volksherz, der vielseitigen Nachhall gefunden, ist doit vor der richtigen Schmiede, denn diese verbreitete Zeitschrift macht es sich mit zur Hauptaufgabe, allem dem deutsche Gartenbau Schädlichen, auch in seinen verborgensten Schlupfwinkeln nachzuforschen und enlgegen- zuwirken. — Die allermeisten kleinen gefiederten Gartensänger sind Zugoögel, von denen aber einige, wie die M^isenarten, gewohnheitsmäßig zu Strich- oder Standvögeln werden und so die Winter bei uns ausharren. Es ist nicht nur human, sondern auch klug und practtsch, diese Vögelchen, die gerade im Winter an den Rinden und Zweigen der Obstbäume ihre außerordentlich nützliche Thätigkeit fortsetzen, durch kleine Futtergaben vor dem Hungertode zu bewahren Dieser tritt bann besonders häufig ein, wenn der Rauhsrost sich eiustellt, der die ganze Natur oft wochenlang in einen diamant- glitzemden Eispanzer kleidet und Wald und Garten in wunderbarer Schönheit wie mit Weihrachtszucker überstreut. S^ien wir doch da menschlich und streuen den Thierchen an schneefreiem Plätzchen unter geschützter Hecke im Garten oder auf dem Brettchen am Fenster täglich ein wenig Futter. Die Vögelchen kommen, wuden traulich und dankbar. Den Meisen nageln wir einen kleinen verzweigten, knorrigen Ast oors Fenster und behangen ihn hin und wieder mit aufgeklopsten Nüssen, Speckschwarten, Feltwürselchen u. s. w. Sie sind auch, wie die übrigen, für Brod dankbar. Ist eß nicht für Alt und Jung die größte Freude, gar in der lieben Weihnachtszeit die munteren Thterchm dabei zu beobachten und den Hungrigen und Verlassenen, die in den eisigrn Nächten in den unwtrthiichen Baumwipfeln schlafen, auch eine Wethnachtsfreude zu bereiten und ihr Tischchen zu decken? De dankbare Schaar, zu der sich Blauspechtchen, einzelne Finken und Ammern, ein zurückgebliebenes Rothkehlchen. auch Baumläufer und natürlich Freund Spatz gesellen, wird es uns im Frühling reichlich lohnen.
Der Garten liegt jetzt öde und still: bet offenem Wetter kann mit Vortbeil noch Dünger, Eompost und frische Erde auf zu verbessernde Quartiere g bracht, das Erd- und Compostmagazin um- geschaufelt werbtn. So lange es noch bte Witterung erlaubt, müssen bte Wintergemüsebehalter, auch bie Keller unb Obstkammrrn, reichlich gelüftet werden. Der schon im vorigen Mvnat aufgenommene Kampf gegen die Mäuse ist thatk-ästig foitzusetzen.
Im Blumengarten sind nun auch die Winterastern dahin gewelkt. Fast neidisch blicken wir in die Fenster der Gewächshäuser, wo der Gärtnersmann schon schüchtern blühende Schätze, wie
vor einiger Zeit ein verhältnißmäßig recht rüstiges Ehepaar das seltene Fest der diamantenen Hochzeit. Ihre Majestät die Kaiserin Augusta Viktoria hatte von der Feier einige Tage vorher Kenntniß erhalten. Am Jubeltage traf als kaiserliches Geschenk, eine prächtige Bibel ein, auf deren erstes Blatt die Kaiserin eigenhändig die Schrist- nvone geschrieben hatte: „Seid fröhlig in Hpffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet."
* Saarbrücken, 29. November. Der „Dudw. Ztg." zufolge sollen auf den fiscalischen Saargruben 2000 Arbeiter wegen des schlechten Geschäftsganges für den Winter entlassen werden. Wie schon neulich mitgetheilt, stehen auf den privaten Werken leider auch Entlassungen in Aussicht.
Literatur und Knnft.
— „Universum", illustrirte Familienzeitschrift. Dresden und Wien. Alfred Hauschild. Jedes Heft der schönen Familienzeitschrift bringt etwas Hübsches und den Leser Erfreuendes. Ter Bilderschmuck ist reich unb vollendet schön; die Romane und kleinen Erzählungen fesseln, die Artikel und Plaudereien sind anziehend nach Form unb Inhalt unb fast immer so gewählt, baß sie ein actuelles ober praktisches Interesse bieten. Zu ben Artikeln octuellen Inhalts, welche weithin Aufmerkiamkett erregen werben, gehören in dem eben erschienenen sechsten Hefte namentlich Balbuin Grollers treffliche Plauberei im Anschluß an ben Dlstanzritt „Mensch unb Pferd", reich illuftrirt von Albert Richter, „Kurb von Schlözer", mit bem Bildnisse des hochverdienten Diplomaten nach der einzigen vorhandenen Aufnahme, und „Alfred Tennyson", mit Porträt deS Dichters und Bildern zu feiner poetischen Erzählung „Enoch Arden". Der Roman „Unweidlich" von Marie Bernhard und die Novelle „Die Fackeljungfrau" von Ludwig Gangbofer — beides Meisterstücke — erscheinen in Fortsetzung, daneben eine ganz eigenartige, markige Erzählung: „Dr. John Henry Scellett" von Georg Freiherr von Ompteda.
— Im Verlage von Ferd. v. K'einmayr in Klagenfurt erschien soeben: Boisgilbert (Donelly): ELfarS SÜrrle. Preis 2.50Mk. DaS Buch ist ganz außergewöhnlich interessant als Erzählung und geschrieben von einem Manne, der selbständiges Denken mit großer Gelehrsamkeit und Einbildungskraft vereint. Es ist das beste Werk seiner Art, — prophetische Vorausblicke in die Zukunft der civilisirten Menschheit — das bisher erschienen ist. Die Schwierigkeit, die Ansichten des Verfassers über die Grundlagen und die Gestaltung der Gesellschaft, wie sie sein soll, ohne Schwerfälligkeit zur Darstellung zu bringen, ist mit seltener Fähigkeit überwunden worden. Diele Ansichten selbst sind in Hinsicht auf ihre allgemeine Absicht voll gefunden Kernes und derart, daß jene, welchen das Wohlergehen der Menschheit am Herzen liegt, sie mit Freuden verwirklicht sehen würden. Der Vorwurf des Werkes ist ein aufs Höchste spannender und enthält nichts irgendwie Gezwungenes, die Idee der Säule ist ebenso originell als die Behandlung kraftvoll. Keinerlei unnützes Gerede ist in dem Buche. Die Vorfälle sind mit eleganter Klarheit dar gestellt. Viele
Elemente, welche volksthümlichen Erfolg bewirken, sind ihm zu eigen und es ist außerdem ein ernsthaftes, belehrendes Buch!"
Verkehr, Land« nnd Volkswirthschaft.
— Die Deutsche LandwirthschaftS - Ausstellung zu München. Die Schafzucht wird auf der kommenden landwirthschatt- ltchen Ausstellung zu München voraussichtlich eine weniger bedeurende Rolle spielen, als auf ben früheren Wanderausstellungen der Deutschen Landwirthschafts-Gesellschaft, obgleich auch für bleie Adtheilung Preise im Gesammtwerth von nahezu 7000 Mk. ausgesetzt stnb. Die Theile D utschlanbs, in welchen vas Merinoschaf seit Jahren seinen harten Kampf gegen die Eoncurrenz frember Wolle aus^usechten hat, liegen zu fern für eine lebhafte Beschickung ber Schau mit Tuch, Stoff- unb Kammwollschafen, diese drei Hauptgruppen, in welche bie ausgestellten 28 Klassen ber Merinos zerfallen. Fleischschafe, namentlich englische Fleischschafe (Southdown, Shropshire, Hampshire und Oxiordshire) sind in größerer Zahl zu" erwarten. Por atttm aber sind es die deutschen Rassen und Schläge, in erster Linie das Frankenschaf, welches aus seiner Heimath tn Mittelfranken kommend, in München zur Geltung k mmen sollte. Die letztere Rasse ist deshalb auch in ben vier Klassen, in welche sie z rsällt, mit besonders hohen Preisen bedacht. — Das bayerische Ministerium des Innern hat ber Preisliste ber Ausstellung soeben weitere 10000 Mk. beigesügt, so daß dieselbe nunmehr bte stattliche Summe von gegen 110000 Mk ausweist, d. b. 11000 Mk. mehr als auf ber bis jetzt best au gestatteten Schau ber Deutschen Landwirthschafts- Gesellschaft zu Königsberg t. Pc. unb nahezu das doppelte der Summe, die auf der ersten Ausstellung zu Frankfurt a. M. 1887 geboten werden konnte.
— Die drohende Concurrerr- der amerikanischen Bieh- Züchter. Wir finden tu einer amerikanischen Zeitung die Transporte lebender Rinder ber atlantischen Transportdampfer von Baltimore,
chinesische Primel, einzelne Duc van Thol, Amaryllis und Jris- arten :c. ans Fenster rückt. Unsere Sorge geht dahin, die von uns anzutreibenden Töpfe mit Blumenzwiebeln jetzt aus dem Erdenschooße zu entnehmen und nach und nach in gebebte Räume zu bringen. Hier warten sie zuerst in einer warmen Ecke von + 6—8 Gr. R. Dann kommen sie am besten in einen Kasten m't Sägemehl, ber, geschützt, ganz nahe an ben Ofen ober eoent. (bei Kacheln) auf demselben postirt, bei natürlich täglichem starkem Gießen der Töpfe. Erst wenn die Triebe und Blüthendallen fast fingerlang heraus sind, kommen die Töpfe ans Fenster. Auf die Winterblumenpflege im Zimmer kommen wir wohl noch später zu sprechen.
Jedes Grünen und Wachten im traulichen Heim, während draußen der Winter immer ernstlicher nach Oberherrschaft ringt, macht uns große Freude. Aus diesem Gefühle stammt wohl auch eine Gepflogenheit, die zur Zeit unserer Großeltern lebhaft im Schwünge war, nämlich am St. Barbaratag (4. December) mit Blüthenknospen versehene Zweige frühblühender Holzgewächse zu schneiden und sie gleich frischen Blumen in Gläsern mit Wasser, theils schon zum Christfest, zum Erblühen zu bringen. Wollen wir diese kleine Poesie eines bescheidenen Lenzes im Winterzimmer nicht wieder aufleben lassen ? Der liebenswürdigen Leserin, bie „ja" sagt, darf ich wohl rathen, sich nicht zu Großes von der Sache zu versprechen. Sie schneide einige Blüthenzweige (also mit Bl üthen- knospen), etwa von Kornelkirsche, Seidelbast, Kirschpflaumen, Pfirsich, Zwergmandel, Flieder, Schlehe, Aprikose, schwarzer Johannisbeere, Birne, Apfel u. f. w. unb stelle sie nach unb nach tn bie Wärme von + 16 Gr. R., gebe ihnen öfters lauwarmes Wasser und besprenge sie (mit Thauspritze) mindestens Morgens und Abends mit Wasser. Es wird dem natursinnigen Gemüth eine Freude sein, das Heroorbrechen von Grün und bie schüchternen Bilder verfrühter Lenzeskinder Tag für Taa auf seinem Arbeitstischchen zu verfolgen. Die Zweigchen werden blühen und eine Ahnung kommender Lenztage in unser Winterzimmer zaubern, aber blos eine Atmung, denn mit ihren spateren, frischfröhlichen Frühlingsgefährten können sie nicht wetteifern, auch nicht mit der demuthsvollen hehren Blüthe, die selbst unterm Schnee aus düsterem Laube ihre weißen großen Sterne draußen noch erschließt. Sie ist die Blume, wie keine andere von Mysterien umweht, welche die Weihe des schönsten Festes der Christenheit, des Weihnachtsfestes, auch in unser still gewordenes Gärtchen überträgt — die Christblume.
Heinrich Frhr. von Schilling.
Philadelphia und Newyork nach London für die Zeit vom 1. Januar dis 1. Juni 1892. Danach brachten 14 Dampfer 17236 Stück Rinder nach London und verloren baoon 32 unterwegs. Als Durchschnitt kommt sonach, daß von 539 Stück je eines unterwegs darauf geht. Dies ist offenbar weniger als bei einem 10—i2tägtgen Bahntransporte verloren gehen würde, und fällt durchaus nicht ins Gewicht. Unseren Landwirthen mögen diese Angaben Zweierlei zeigen; erstens, daß ber Zeitpunk, in welchem Norbamerika Deutschland von den Vtehmärkten Londons und Paris verdrängt hahen wird, mit Riesenschritten herannaht, wenn unsererseits keine Gegen- maßregeln zur Behauptung unseres natürlichen Absatzgebietes und zwar bei Zeiten ergriffen werden. Zweitens, daß wir, um mit den Amerikanern concurtiren zu können, billiges Mastfutter bekommen müssen, mit anderen Worten, daß der Maiszoll, die Dertheuerung des besten Mastfutters, so schnell als möglich beseitigt werden muß. Die deutschen ßonbmirtbe haben schon im vorigen Jahre zum Betriebe ihrer Brennereien Vergünstigungen für Mars (billige Fracht) erbeten und bekommen, in diesem Jahre sind sie mit gl.ichen Bitten ausgetreten; Beweis genug, rote wichtig auch für diese lanbroirthfchaft- liche Industrie billiger Mais ist, und trotz alledem wird er künstlich vertheuert. Bei dem Mais, welcher als reife Frucht in Deutschland viel zu <roenig gebaut werden kann, wirkt ber Zoll nicht als Schutzzoll wie Weizen, Roggen, Gerste unb Hafer, worüber sich unsere intelligenten Lanbwtrthe wohl nicht streiten hülfen.
Vrodpreis e
vom 4. bis 18. December 1892.
Der hiesigen Bäcker.
1 Kg. (2 Pfd.) Taselbrod
2 Kg. (4 Pfd.) Tafelbrob . *
'1 Kg. (2 Pfd.) Weißbrod
2 Kg. (4 Pfd.) Vhißdrod
1 Kg. (2 Pib.) Sltwarzbrod
2 Kg. (4 Pid.) Schwarzbrot)
3 Kg. (6 Pfd.) Schwa zbrod bei K Haas, L.Keilu.J Lein
Der auswärtigen Bäcker.
1 Kg. (2 Pfd.) Schwarzdrod b.t Wrlh. Sreinmüller von Lang-Göns
2 Kg (4 Pfd.) Schwarzbroo bei Gg. Ant. Heuser von Gr.Linden bei Aug. Deibel von WKseck.
3 Kg. (6 Pfd.) Schwa,zbrod bet Aug. Deibel von Wieseck Der Brodverkäuser.
1 Kg. (2 Pfd.) Tafelbrob
2 Kg. (4 Pld.) Tafelbrnd
1 Kg. (2 Pib.) Weißbrod
2 Kg. (4 Pfd ) Werybrod
1 Kg. (2 Prd.) Schwarzlnod
2 Kg. (4 Pfd.) Schwarzdrod
Gießen, den 3. December 1892.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius.
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Pfg.
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42 „
48 „
70 „
Pfg.
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Bekanntmachung.
Aufschrift der Postsendungen.
Zur Sicherung schneller Beförderung unb Bestellung der Postsendungen wüsten auf denselben Empfänger und Bestimmungsort so genau bezeichnet sein, daß jeder Ungewißheit vorgebeugt wird. Dabei sind namentlich folgende Punkte zu beachten:
1. Bei Postsendungen nach größeren Orten ist in der Aufschrift die Wohnung des Empfängers möglichst genau anzugeben. Auch ist es von Wichtigkeit, daß die Wohnungsangabe stets an derselben Stelle der Aufschrift, nämlich unten rechts, unmittelbar unter der Angabe des Bestimmungsortes, erfolge.
2. Auf den nach Berlin bestimmten Sendungen ist, außer der Wohnung des Empfängers, der Poftbezirk (0., NO. k.), in welchem die Wohnung sich befindet, hinter der Ortsbezeichnung „Berlin" zu vermerkm.
3. Gibt eS mit dem Bestimmungsorte gleich oder ähnlich lautende Po st orte, so ist dem Ortsnamen eine zusätzliche . Bezeichnung beizufügen. Welche Zusätze für die Ortsnamen im Postverkehr als maßgebend anzufihen sind, ergibt sich auS dem „Verzeichnlß gleichnamiger oder ähnlich lautender Postorte", das zum Preise von 10 Pf. durch Vermittlung jeder Reichs-Postanstalt bezogen werden kann.
4. Wenn der im Retchs-Postgebiet belesene Bestimmungsort zwar mit einer Postanstalt versehen, dessenungeachtet aber nicht als allgemein bekannt anzunehmen ist, io empfiehlt es sich, die Lage des Otts tn ber Aufschrift ber Senbung noch bes Näheren zu bezeichnen. Zu berartigen Bezeichnungen eignet sich die Angabe des Staates und bei größeren Staaten des politischen Bezirks (Provinz, Regierungsbezirk u. s. w.), in welchem der Beftimmunosoit belegen ist, ober auch die Angabe von größeren Flüssen [(Ober), (Elbe), (Rhein), (Main) jc.], ober von Gebirgen [(yarz), (.Riesengebirge) rc.) Nicht mtnber stnb zusätzliche Bezeichnungen, rote [(Thüringen), (Altmark), (Lausitz) 2C.1 für ben Zweck geeignet
5. Auf Postsendungen nach Ortschaften ohnePostanstalt ist außer bem eigentlichen Bestimmungsorte noch biejenige Post- anstalt anzugeben, von welcher aus bie Bestellung ber Sendung an ben Empfänger bewirkt werben bez. bie Abholung erfolgen soll.
6. Wenn ber Bestimmungsort einer Senbung in einem fremben Postgebiete belegen unb zu ben weniger bekannten Orten zu rechnen ist, so ist außer dem Ortsnamen noch das betreffende Land bez. der Landestheil auf der Sendung anzugeben.
Die Beachtung dieser Punkte wird zur Herbeiführung einer schleunigen Ueberkunft der Sendungen an ben Empfänger wesentlich beitragen, unb es liegt baher im eigenen Interesse ber Absenber, bie Aufschriften ber Senbungen hiernach genau anzufertigen.
— Wer Dampfbetrieb einzurichten ober seine bestehende Ans läge zu verändern wünscht, w.nde sich an R. Wolf, Magdeburg- Buckau. Diese Firma, die bedeutendste Locomodil-Fabrik Deutschlands, baut auf Grund 30iähiiger Erfahrungen Locomobilen mit ausziehbaren Röhrenkesseln, fahrbar und feststehend, welche tn der Landwirthfchast unb jeglichen Betrieben ber Klein- unb Groß- tnbuftrie zu Tausenben Verwenbung gefunben unb sich als sparsamste unb bauerbaftefte Betriebsmaschinen vorzüglich bewährt habm. Wols'sche Locomobilen gingen aus allen deutschen Locomobil-Prüfungen wegen ihres äußerst geringen Brennmaterial-Verbrauchs als Sieger hervor. 2547
Freundliche Bitte.
Die Bibliothek des Feierabends für Lehrlinge ist in diesem Winter so stark in Anspruch genommen, daß ein gründlicher Ersatz verbrauchter Exemplare, sowie überhaupt eine Ergänzung nothmendig ist. Freunde unserer Einrichtung, die im Besitze von für junge Leute geeigneten gebundenen Büchern (Volksschriften, auch größeren Werken) sind, würden wir daher um Ueberlaffung derselben dankbar sein. Auch gebundene Zeitschriften („Ueber Land und Meer", „Daheim" u. dgl.) sind willkommen.
Für den Vorstand des Feierabends:
Dingeldey.


